Inhaltsverzeichnis
1) Geschäftsverlauf und die wirtschaftliche Lage
1a) Geschäftsverlauf
Die Haupttätigkeiten der Evergreen Garden Care Osterreich liegen im Vertrieb und im Marketing von Produkten in den Kategorien Pflanzenschutz, Düngemittel, Blumenerde und Haushaltsinsektizide in Österreich sowie dem Markt in Finnland, der vom Standort Salzburg aus betreut werden.
Die Hauptabsatzwege sind die DIY-Baumärkte und der klassische Fachhandel (Gartencenter, Raiffeisenund Warengeno ssenschaften, etc.). Der Lebensmitteleinzelhandel sowie Drogeriemärkte sind vor allem für die Haushaltsinsektizide sowie für die Indoor-Dünger die wichtigsten Absatzkanäle.
Die österreichische Wirtschaft zeigte im Jahr 2025 eine verhaltene Entwicklung nach zwei auf einanderfolgenden Rezessionsjahren. Laut den Prognosen der Oesterreichischen Nationalbank (OeNB) wurde für das Gesamtjahr 2025 lediglich ein geringes reales Wirtschaftswachstum von rund 0,2 % bis 0,3 % erwartet. Die wirtschaftliche Erholung blieb damit deutlich unter dem langfristigen Durchschnitt und wurde durch eine schwache Inlandsnachfrage, eine gedämpfte Investitionstätigkeit sowie ein herausforderndes internationales Umfeld belastet. Für das Jahr 2026 wird eine moderate Fortsetzung der wirtschaftlichen Erholung mit positiven Wachstumsraten prognostiziert.
Der Internationale Währungsfonds (IWF) weist darauf hin, dass Osterreich im Jahr 2025 weiterhin unter strukturellen Belastungen, einer schwachen Industriekonjunktur und einer verhaltenen Exportnachfrage stand. Gleichzeitig zeigten sich im Jahresverlauf erste Anzeichen einer Stabilisierung der wirtschaftlichen Entwicklung.
Die Inflation lag 2025 weiterhin über dem mittelfristigen Zielwert der Europäischen Zentralbank. Nach aktuellen Prognosen bewegte sich die durchschnittliche HVPI-Inflation im Bereich von rund 3,0 % bis 3,5 %. Trotz eines Rückgangs gegenüber den Höchstständen der Vorjahre blieb das Preisniveau insbesondere bei Dienstleistungen, Energie sowie einzelnen Konsumgütergruppen erhöht.
Der Arbeitsmarkt zeigte sich trotz der schwachen Konjunktur weiterhin vergleichsweise robust. Die Arbeitslosenquote erhöhte sich jedoch im Jahresdurchschnitt auf rund 7,4 % bis 7,5 %, was vor allem auf die anhaltend schwache Wirtschaftsentwicklung und strukturelle Herausforderungen am Arbeitsmarkt zurückzuführen ist.1
¹ Oesterreichische Nationalbank (OeNB), Economic Outlook for Austria 2025–2027, Juni/September 2025; Prognosen zu BIP- Wachstum, Inflation und Arbeitsmarkt
Diese Entwicklungen verdeutlichen die weiterhin herausfordernden Rahmenbedingungen im österreichischen Konsum- und DIY-Markt. Während zu Jahresbeginn eine leichte Belebung der Nachfrage zu beobachten war, führte die anhaltende Kaufzurückhaltung privater Haushalte im weiteren Jahresverlauf zu einer insgesamt verhaltenen Marktentwicklung.
Die Energiepreise, insbesondere für Gas, blieben weiterhin volatil. Obwohl die Preise gegenüber den Höchstständen der Vorjahre rückläufig waren, lagen sie nach wie vor über dem Niveau vor Ausbruch des Russland-Ukraine-Krieges. Dies beeinflusste weiterhin die Produktionskosten von Düngemitteln sowie die Preisentwicklung entlang der gesamten Lieferkette und führte zu entsprechenden Preisanpassungen im Markt.
1) Düngemittel
Endverbraucherpreise der am häufigsten eingesetzte Düngemittel
Durchschnittspreise in EUR/100 kg lose im Bundesgebiet (exkl. USt.)
| 2024 | 2025 | |||||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Monat | Nov. | Dez. | Feb. | Mär. | Apr. | Mai | Jun. | Jul. | Aug. | Sep. | Okt. | Nov. |
| Kalkammonsalpeter (27 % | ||||||||||||
| N) | 31,13 | 32,01 | 34.75 | 36,35 | 35,96 | 34,09 | 32,04 | 32,74 | 34,90 | 32,15 | 32,36 | 33,93 |
| Harnstoff (46 % N) | 45,01 | 48,01 | 51,91 | 53,56 | 58,55 | 56,18 | 53,53 | 52,48 | 53,04 | 53,10 | 51,66 | 53,37 |
| Hyperkorn (26 % P2O5) | 39,39 | 33,69 | 36,32 | 38.92 | 36,36 | 29,27 | 42,20 | 40,95 | 36,88 | 36,05 | ||
| Triplephosphat (45 %) | 55,26 | 52,55 | 60,74 | 61,43 | 60,32 | 61,98 | 59,28 | 59,76 | 61,01 | 60,31 | 60,82 | 60,13 |
| Kali (60 % K20) | 42,10 | 42,51 | 42,62 | 42,85 | 41,77 | 43,27 | 41,10 | 41,78 | 42,64 | 42,95 | 42,66 | 42,57 |
| Mischkalk (60 % CaO) | 10,69 | 10,32 | 9,89 | 10,27 | 9,83 | 10,28 | 9,40 | 10,51 | 12,26 | 9,29 | 9,90 | 10,53 |
| Diammonphosphat (18/46/0) | 67,12 | 68,15 | 70,49 | 71,20 | 69,30 | 70,13 | 69,57 | 66,64 | 78,56 | 76,10 | 74,51 | 75,45 |
| PK Dünger (0/15/30) | 46,17 | 48,46 | 47,82 | |||||||||
| PK-Dünger (0/12/20) | 38,68 | 34,70 | 37,91 | 38,99 | ||||||||
| Volldünger (15/15/15) | 47,23 | 50,10 | 51,35 | 53,18 | 51,84 | 52,67 | 52,11 | 50,69 | 45,90 | 51,61 | 51,74 | 53,70 |
| Volldünger (6/10/16) | 42,65 | 44,97 | ||||||||||
| Volldünger (20/8/8) | 48,20 | |||||||||||
| Volldünger (12/10/15) |
Wie die AgrarMarkt Austria laut AMA-Düngemittelmeldewesen mitteilt, bleiben die Preise auf einem hohen Niveau und haben noch nicht das Niveau vor der Ukraine-Krise wieder erreicht.
Der Umsatz ist deutlich gesunken (-7,4%), die Wareneinsatzquote hat sich leicht verschlechtert, weil die anhaltend hohen Rohstoff- und Energiepreise immer noch nicht vollständig weitergegeben werden konnten bzw. es zu einer Verschiebung im Sortiment mit geringeren Margen kam.
Der Personalaufwand ist gegenüber dem Vorjahr trotz KV-Erhöhung leicht gesunken.
Die Aufwendungen im Bereich Marketing sind nahezu gleichgeblieben (-1,7%). Bei den sonstigen betrieblichen Aufwendungen kam es zu deutlichen Reduzierungen, vor allem im Bereich Fremdpersonalkosten und Recruiting.
Die Frachtkosten haben sich deutlich verringert (-26,1%).
Durch den Rückgang bei den Umsätzen und gleichzeitig gesunkenen Kosten hat sich im Geschäftsjahr 2025 dennoch ein Jahresfehlbetrag von -564 TEUR ergeben.
Die Gesellschaft unterhält weder im Inland noch im Ausland Zweigniederlassungen und war im abgelaufenen Geschäftsjahr im Bereich Forschung und Entwicklung nicht tätig.
1b) Finanzielle Leistungsindikatoren
| 2024/2025 | 2023/2024 | |||
|---|---|---|---|---|
| I) Vermögens- und Kapitalstruktur | ||||
| Working | ||||
| Capital | Working Capital Ratio % | % | 250,92 | 180,60 |
| Ratio | ||||
| EK in % | ||||
| des GK | Eigenkapital in % des Gesamtkapitals | % | 53,75 | 40,15 |
| Liquidität | Liquidität | % | 221,68 | 166,86 |
| Lager | Lager | |||
| 8,87 | 8,96 | |||
| umschlag | umschlag | |||
| Debitoren | ||||
| umschlag | Debitorenumschlag | 11,76 | 10,96 | |
| I) Ertragslage | ||||
| EBIT | EBIT/Betriebsergebnis | TEUR | -39 | 207 |
| ROS | Umsatzrentabilität | % | n.a. | 0,80 |
| II) Ertragslage | ||||
| Cash Flow | ||||
| Cash Flow | (Jahresüberschuss + Abschreibungen + Erhöhungen / - Auflösungen von kurz- und | TEUR | -1893 | 363 |
| langfristigen Rückstellungen) |
2) Voraussichtliche Entwicklung & Risiken des Unternehmens
2a) Vorschau 2026
Die österreichische Wirtschaft wird auch im Jahr 2026 weiterhin von einem herausfordernden wirtschaftlichen Umfeld geprägt sein. Zwar wird nach mehreren Jahren schwacher Konjunktur eine moderate Erholung erwartet, jedoch bestehen weiterhin Unsicherheiten aufgrund geopolitischer Spannungen, einer gedämpften Investitionstätigkeit, steigender Unternehmensinsolvenzen sowie einer nach wie vor verhaltenen Konsumnachfrage.
Laut den aktuellen Prognosen der Österreichischen Nationalbank (OeNB) wird für das Jahr 2026 ein reales Wachstum des Bruttoinlandsprodukts (BIP) von rund 0,9 % bis 1,2 % erwartet. Die Inflation, gemessen am Harmonisierten Verbraucherpreisindex (HVPI), dürfte sich im Bereich von rund 2,2 % bis 2,5 % bewegen und damit deutlich unter den Höchstständen der Vorjahre liegen. Der österreichische Arbeitsmarkt wird sich voraussichtlich stabil entwickeln, wobei die Arbeitslosenquote weiterhin auf einem erhöhten Niveau von rund 7,2 % bis 7,5 % erwartet wird.2
Für das Geschäftsjahr 2025/26 gehen wir von einer insgesamt stabilen Entwicklung unseres Marktsegments aus. Unsere Verkaufspreise wurden daher nur moderat angepasst. Die ersten Monate des Geschäftsjahres zeigen, dass die weiterhin bestehende Unsicherheit hinsichtlich der wirtschaftlichen Entwicklung das Konsumverhalten beeinflusst. Der Frühbezug bewegt sich bislang niedriger als im Vorjahr.
Im Bereich der glyphosatfreien und alternativen Pflanzenschutzlösungen erwarten wir mittelfristig weiteres Wachstumspotenzial. Kurzfristig ist jedoch aufgrund eines intensiven Wettbewerbsumfeldes und einer unverändert hohen Preissensitivität der Endverbraucher lediglich mit einer moderaten Marktentwicklung zu rechnen.
Auf der Kostenseite rechnen wir weiterhin mit erhöhten Fracht-, Energie- und Logistikkosten. Gleichzeitig wird von moderateren Gehaltssteigerungen als in den Vorjahren ausgegangen. Die Entwicklung der Rohstoffpreise, insbesondere im Bereich Düngemittel und Verpackungen, bleibt weiterhin von internationalen Markt- und Lieferkettenentwicklungen abhängig.
Auswirkungen auf die Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage können zum jetzigen Zeitpunkt nicht abschließend beurteilt werden. Insbesondere die geopolitischen Entwicklungen in der Ukraine und im Nahen Osten sowie mögliche Veränderungen der internationalen Handels- und Energieversorgungssituation bergen weiterhin Risiken für die wirtschaftliche Entwicklung.
2 Oesterreichische Nationalbank (OeNB), Economic Outlook for Austria 2025–2027; Europäische Kommission, Autumn Forecast
2025; International Monetary Fund (IMF), Austria Article IV Consultation 2025.
Ungeachtet dieser Unsicherheiten bleibt die Zielsetzung für das Geschäftsjahr 2025/26 unverändert, die Wettbewerbsposition im Haus- und Gartenbereich weiter auszubauen und die Marktstellung als verlässlicher Partner des Handels zu stärken.
Für das Geschäftsjahr 2025/26 wird ein Umsatz auf Vorjahresniveau bis leicht darüber erwartet. Wesentliche Wachstumsimpulse werden insbesondere aus den Produktkategorien „Naturals“, torfreduzierte und nachhaltige Gartenprodukte sowie aus dem Bereich „Home Pest Control“ erwartet.
2b) Risikomanagement finanziell
Dem Ausfallsrisiko von Kundenforderungen wird durch eine Kreditversicherung bei der Acredia Versicherung AG (Prisma) für österreichische Kunden gegengesteuert. Zusätzlich wird, entsprechend der internen Gruppenpolicy für Forderungen, eine Wertberichtigung auf überfällige Kundenforderungen durchgeführt.
Liquiditätsrisiken sind durch die uneingeschränkte Teilnahme am internationalen Cashpool nicht vorhanden.
Derivative Finanzinstrumente und Sicherungsgeschäfte finden keine Anwendung.
Generell werden Risiken und Wagnisse routinemäßig im monatlichen Reporting erfasst und analysiert. Ein dafür eingeführtes institutionalisiertes Berichtswesen intem und zur Zentrale stellt den Informationsfluss sicher. Innerhalb der bestehenden Berichtsintevalle werden monatlich eine G&V und eine Bilanz erstellt. Parallel hierzu finden regelmäßig monatliche Managementsitzungen national und auf internationaler Ebene statt. Eine regelmäßige Überprüfung mittels interner Revision ist ebenfalls installiert.
Ein Zahlungsausfall der Intercompany-Forderung gegenüber der Garden Care Bidco Limited wird vom Management als gering eingeschätzt.
2c) Risikomanagement Russland-Ukraine Krieg und Krise in Israel
Aus den weltweiten Konflikten in der Ukraine, Israel und Syrien können sich weiterhin weitreichende Risiken ergeben, auch wenn der Einfluss des Konflikts in Israel und der Umsturz in Syrien aktuell keinen wesentlichen Einfluss haben sollte. Der Krieg kann sich negativ auf Warenverfügbarkeit, Absatzentwicklung sowie Einkaufs- und Logistikprozesse auswirken. Beispiele hierfür sind Unterbrechungen der Lieferketten und der Energiebelieferung oder Engpass-situationen bei Rohstoffen und Verpackungen.
Allerdings können höhere Cyberrisiken nicht ausgeschlossen werden.
Die Entwicklungen auf dem Rohstoff- und Verpackungsbereich werden von Supply Chain monatlich sehr genau geprüft. Es werden sofort Maßnahmen ergriffen, wenn die Situation sich weiter verschärft. Durch die Krise bedingte Preissteigerungen sowie die Steigerung der Inflation werden laufend mit unseren Kunden besprochen und fließen in die Preisverhandlungen ein.
Wals, am
Die Geschäftsführung der Evergreen Garden Care Osterreich GmbH
Volker Welzenbach Mark Portman Alan Bergin