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Lagebericht 2025

Bauunternehmung Granit Gesellschaft m.b.H.

Original-PDF

Stichtag 31. Dez. 2025 · Eingereicht am 12. Juni 2026

Inhaltsverzeichnis

1. Geschäftsverlauf und Lage des Unternehmens

Die Wirtschaftsleistung Österreichs ist 2025 um rund 0,5 Prozent gewachsen. Die Bauwirtschaft hat laut WIFO-Berechnung jedoch 0,8 Prozent verloren. Das geht aus den Berichten und Prognosen des Instituts für Höhere Studien (IHS) und des Osterreichischen Wirtschaftsforschungsinstituts (WIFO) hervor. Das deckt sich mit den Prognosen, die die Institute am Beginn des Geschäftsjahres trafen. Die Worst-Case-Szenarien, denen zufolge die Wirtschaft sogar um bis zu 0,9 Prozent schrumpfen hätte können, wenn die neue Regierung dämpfende Sparmaßnahmen trifft, sind damit nicht eingetreten. Dafür ist auch das Schuldenproblem des Staates nicht gelöst, sondern nur noch größer geworden. Die Inflation war einer der größten Stressfaktoren der letzten Jahre. Nach einem Höchststand von 8,6 Prozent im Jahr 2022 waren es auch im Jahr 2025 noch schmerzhafte, hohe 3,6 Prozent.

Gerade in wirtschaftlich herausfordernden Zeiten zeigen sich die Unterschiede der österreichischen Wirtschaftsstandorte markant. Während einzelne Regionen von einer robusten Industrie, einem stabilen öffentlichen Sektor und einer Erholung im Handel im Jahr 2025 profitieren konnten, blieben andere weiterhin stark von der schwachen Industrieund Baukonjunktur belastet. So kommt es darauf an, in welchen Produktionssektoren beispielsweise die Industrie angesiedelt sind. Besonders betroffen sind weiterhin Regionen mit hoher Abhängigkeit vom Maschinenbau, von der Metallverarbeitung und der Elektronikindustrie.

Auch bei der Bauwirtschaft muss man ins Detail gehen. Während der Hochbau in den meisten Bundesländern weiterhin rückläufig war, lieferte der Tiefbau in vielen Regionen und einigen Teilbereichen – insbesondere im Burgenland, in Salzburg und in der Steiermark – positive Impulse.

Unser Unternehmen begegnet diesen herausfordernden Zeiten mit einer positiven Einstellung und großem Teamgeist. Mit unseren Baubereichen in vielen Regionen, vor allem in der Steiermark, aber auch vermehrt in den Bundesländern Kärnten und Niederösterreich, konnten wir auch im Geschäftsjahr 2025 eine Vielzahl an Bauprojekten unterschiedlicher Größenordnung erfolgreich umsetzen. In unserer Kundenstruktur finden sich zu einem größeren Teil öffentliche Auftraggeber bzw. von diesen geführte Gesellschaften, aber auch private Groß- und Kleinkunden. Wir decken eine große Vielfalt an Bausparten in unserem Unternehmen ab, wobei sich die Anteile des Hoch- und Tiefbaus weiterhin die Waage halten.

Granit hat im Geschäftsjahr 2025 eine größere Anzahl an Bauvorhaben fertigstellen können, wodurch die Umsatzerlöse im Vergleich zum Vorjahr angestiegen sind. Die Betriebsleistung konnte auf dem stabilen Niveau der Vorjahre gehalten werden. Das Ergebnis vor Steuern in Höhe von 14,2 Millionen Euro konnte im Vergleich zum Vorjahr (9,6 Millionen Euro) gesteigert werden.

Für die letzten drei Geschäftsjahre ergeben sich folgende Kennzahlen:

Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 2
202520242023
TeTeTe
Umsatzerlöse499.425431.806509.743
Betriebsleistung435.786444.250460.655
Ergebnis vor Zinsen u. Steuern (EBIT)14.46510.0984.792
Anteil an der Betriebsleistung3,32 %2,27 %1,04 %
Ergebnis vor Steuern14.1989.5914.307
Anteil an der Betriebsleistung3,26 %2,16 %0,93 %
Eigenkapitalrentabilität26,6 %20,1 %8,9 %
ergebniswirksamer Cash-Flow
(nach Veränderung langfristiger Rückstellungen
ohne Erträge/Verluste aus Anlagenabgängen und
ohne Ergebnis aus der Veränderung latenter
Steuern)17.38712.8778.161
Anteil an der Betriebsleistung3,99 %2,90 %1,77 %
Nettoverschuldung-10.3902.6961.748
Nettoumlaufvermögen-20.534-12.425-12.972
Eigenmittelquote34,7%31,1 %27,9 %

Die Gesellschaft unterhält Zweigniederlassungen in Wien und Klagenfurt.

Die Gesellschaft hat im Geschäftsjahr 2025 Investitionen in der Höhe von rund 18,3 Millionen Euro vorgenommen. Hiervon entfallen

Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 2
ca. EUR3,310.000.—auf Grundstücke und Baulichkeiten
ca. EUR9,620.000.—auf Maschinen
ca. EUR2,680.000.—auf andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung
ca. EUR40.000.—auf von in Bau befindlichen Anlagen
ca. EUR2,600.000.—auf Finanzanlagen

Im Bereich des Umweltschutzes werden jedes Jahr über die gesetzlichen Erfordernisse hinausgehende Maßnahmen durchgeführt. Unser zertifiziertes Umweltmanagementsystem hat eine wesentliche Bedeutung in unserem Unternehmen.

In unserem Unternehmen vertrauen wir seit vielen Jahren mit unseren mehr als tausend Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern auf unsere erfolgreiche Philosophie „Begeisterung fürs Bauen“. Wir bekennen uns zu einer hohen Leistungsbereitschaft gegenüber einer großen Vielfalt an Auftraggebern und überzeugen mit Termintreue und hohem Qualitätsanspruch. Die Wertschätzung untereinander und gegenüber allen Teilen unserer Gesellschaft ist uns ein besonderes Anliegen. Auch eine Ausgewogenheit zwischen Alteren und Jüngeren in unserer Belegschaft sehen wir als einen wichtigen Baustein für eine erfolgreiche, gemeinsame Projektrealisierung. Wir verbessern mit vielfältigen Initiativen für Weiterbildung und soziales Engagement unsere Position als interessanter Arbeitgeber. Einen besonderen Schwerpunkt setzen wir in die Ausbildung unserer Lehrlinge, um ihnen ein gutes Fundament für die zukünftigen Herausforderungen der Arbeitswelt zu schaffen.

Die Ehrungen für Dienstjubiläen, feierliche Verabschiedungen in den Ruhestand und die Auszeichnung besonderer Leistungen haben in unserem Unternehmen jahrelangen Bestand. Ein erfolgsorientiertes Prämiensystem als Anerkennung für besondere Leistungen ist in unserem Entlohnungsschema verankert.

Auf unseren Baustellen hat Arbeitssicherheit die höchste Priorität. Die Einhaltung aller gesetzlichen Vorschriften und die ständige Verbesserung mit modernster Ausrüstung sind für uns selbstverständlich und werden durch ein themenspezifisches, etabliertes Managementsystem unterstützt.

2. Voraussichtliche Entwicklung des Unternehmens

Das Bruttoinlandsprodukt soll 2026 um 1,0 bis 1,2 Prozent wachsen, im Jahr darauf um 1,1 (IHS) beziehungsweise 1,4 Prozent (WIFO). Ein großer Wirtschaftsaufschwung lässt zwar auf sich warten, eine langfristige Rezession ist damit jedoch abgewendet. Die Wirtschaftsexperten bezeichnen die aktuelle Erholung als „vulnerabel“, da die globale Handelspolitik der österreichischen Industrie weiterhin zu schaffen macht. Und so ist dieser wirtschaftliche Aufschwung nicht in allen Sektoren zu spüren.

Die österreichische Bauwirtschaft befindet sich im Wandel. Es gibt weiterhin einige anhaltende Herausforderungen, wie zum Beispiel hohe Kosten und Fachkräftemangel, aber auch erste Anzeichen für eine Stabilisierung. Steigende Auftragsbestände, ein deutlicher Zuwachs an Baubewilligungen und eine allgemein bessere Stimmung in den Unternehmen zeigen, dass die Branche langsam wieder Fahrt aufnehmen könnte. Trotz dieser positiven Signale dürfte es noch einige Zeit dauern, bis die Branche wieder zu kräftigem Wachstum zurückfindet. Auch die Aussichten für die Baukonjunktur im Jahr 2026 zeichnen ein Bild der langsamen, aber stetigen Stabilisierung. Während Wohnbau und Nichtwohnbau voraussichtlich leicht zulegen, bleibt die Entwicklung im Tiefbau stark von politischen Rahmenbedingungen abhängig.

Im letzten Quartal 2025 konnte der Auftragseingang im Vergleich zum selben Zeitraum des Vorjahres deutlich gesteigert werden. Für das Jahr 2026 dürfen wir daher von einer etwas höheren Betriebsleistung ausgehen. Ein positives Jahresergebnis wird erwartet

3. Risiken des Unternehmens

Als wesentliche Risiken, denen das Unternehmen ausgesetzt ist, sind das Konjunktur- und Branchenrisiko zu nennen. Aufgrund weiterhin bestehender Uberkapazitäten in der Baubranche und Unsicherheit über die weitere Konjunkturentwicklung können nachteilige Auswirkungen auf Auftragslage und Preissituation nicht ausgeschlossen werden.

Als Folge der weiter bestehenden Krisenherde unter anderem in der Ukraine oder im Nahen Osten können negative Auswirkungen auf das wirtschaftliche Umfeld nicht ausgeschlossen werden. Zusätzlich sorgt die stets für Überraschungen sorgende amerikanische Zoll- und Handelspolitik für Unruhe auf den Märkten. Die Auswirkungen auf unseren heimischen Markt diesbezüglich sind schwierig einschätzbar.

Die in der Bilanz ausgewiesenen originären Finanzinstrumente sind Gegenstand des allgemeinen Risikomanagements der Gesellschaft. Das Ausfallrisiko ist als gering einzustufen, zumal ein beträchtlicher Anteil der Lieferforderungen gegenüber der öffentlichen Hand und deren nahestehenden Unternehmen besteht. Auf privater Seite wird versucht, das Ausfallrisiko durch Anzahlungen oder Garantien zu verringern. Erkennbare Risiken und notwendige Vorsorgen sind durch entsprechende Wertberichtigungen bzw. Rückstellungen im Jahresabschluss angemessen berücksichtigt. Auch das Liquiditätsrisiko ist auf Grund bestehender Kreditrahmen als gering einzustufen.

4. Forschung und Entwicklung

Unsere Gesellschaft betreibt im Bereich Betontechnologie Forschung und Entwicklung.

Graz, 27. Februar 2026

(Ing. Günther lederhaas)

(Dipl. Ing. Mag. (FH) Raoul Otter)

(Ing. P Ritz)

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