Inhaltsverzeichnis
GESCHÄFTSVERLAUF und LAGE
Randbedingungen
Das dritte Rezessionsjahr in Folge bescherte uns erneut ein sehr herausforderndes Umfeld. Der allgemein erhoffte Aufschwung blieb aus, sodass die Preise für Betonstahl nach einem kurzen Hoch im Frühjahr das ganze restliche Jahr über unter Druck standen.
Trotz dieses äußerst schwierigen Umfeldes ist es uns gelungen, ein deutlich positives Jahresergebnis zu erwirtschaften.
Kennzahlen
Die Kennzahlen spiegeln die wesentlichen Entwicklungen der letzten Jahre deutlich wider.
Durch die intensivierten Investitionstätigkeiten, die teilweise auch fremdfinanziert wurden, verlängerte sich die Bilanzsumme, was trotz positiven Ergebnisses zu einer niedrigeren, aber immer noch sehr zufriedenstellenden Eigenmittelquote führte. Dasselbe gilt für die fiktive Schuldentilgungsdauer, die trotz geringfügiger Verschlechterung immer noch auf einem sehr guten Niveau liegt.
Bei den Rentabilitätskennzahlen ist durchgängig eine nachhaltig positive Entwicklung zu erkennen. Einzelheiten sind der tieferstehenden Tabelle zu entnehmen.
| 2023 | 2024 | 2025 | |
|---|---|---|---|
| Umsatzerlöse in TEUR | 271.972 | 236.479 | 254.428 |
| Betriebsleistung in TEUR | 265.700 | 246.599 | 244.594 |
| Eigenmittelquote in % | 67,6 | 71,7 | 64,8 |
| Working Capital in MEUR | 55,2 | 52,4 | 33,4 |
| Working Capital Ratio | 2,93 | 3,35 | 2,00 |
| Fiktive Schuldentilgungsdauer in Jahren | unendlich | 3,1 | 3,8 |
| EBIT in TEUR | -3.535 | 287 | 5.793 |
| Gesamtkapitalrentabilität in % | negativ | 0,2 | 4,9 |
| Cash Flow aus dem Ergebnis in TEUR | -50 | 4.513 | 8.557 |
| Cash Flow aus dem Ergebnis in % der Betriebsleistung | negativ | 1,8 | 3,5 |
Investitionen
Im Jahr 2025 wurde ein höchst ambitioniertes Investitionsprogramm auf den Weg gebracht: Zum Ende des Jahres wurde ein neues Stabkühlbett samt Zubehör installiert und zwischenzeitig in Betrieb genommen. Ferner wurden Vorbereitungsarbeiten für die Installation einer Schrottreinigungsanlage durchgeführt. Ende des Jahres wurden auch die ersten Vorarbeiten für unsere in den Jahren 2026/27 umzusetzende Großinvestition zur Dekarbonisierung des Walzwerkes umgesetzt.
Aufgrund der Unterführung unseres Werkes durch die Stadt Graz wurde unser Werksareal nach Westen hin erweitert. Dort werden von unserer Muttergesellschaft, der M+S Holding ein neues Bürogebäude und eine Hochgarage errichtet.
Rohstoffe und Energie
Aufgrund der stabilen globalen Nachfrage stieg der Preis des international gehandelten Rohstoffs Schrott zu Jahresbeginn deutlich an. Ab dem Sommer passte sich der Schrottpreis den schwachen Betonstahlpreisen an, was es uns ermöglichte, unsere Spannen wieder herzustellen. Zu Jahresende entkoppelten sich die Schrottpreise, und der Schottpreis begann trotz weiterhin schwacher Fertigproduktpreise zu steigen.
Die Energiepreise an den Börsen fielen im ersten Halbjahr 2025 leicht. Nach den Luftangriffen auf den Iran im Sommer stieg der Strompreis deutlich an; Erdgas blieb davon bis zum Jahresende unbeeinflusst.
Leider hat sich an unserer grundsätzlichen Benachteiligung im Vergleich zu unserem Mitbewerb nichts geändert. Nach wie vor werden die in den Strompreisen enthaltenen CO2- Aufwendungen in Osterreich anders als in allen anderen Mitgliedsstaaten der EU von der öffentlichen Hand nicht kompensiert, sodass wir von den hohen Energiepreisen deutlich stärker betroffen sind als unser Mitbewerb. Zu Jahresende wurde hier freilich auf politischer Ebene angekündigt, Abhilfe zu schaffen.
Absatz
So wie schon in den letzten Jahren konnten wir auch dieses Jahr unsere gesamte Produktion im frachtnahen Umfeld zu auskömmlichen Preisen absetzen. Anders als im Vorjahr, in dem wir erstmals eine höhere Tonnage exportieren mussten als wir im Inland absetzen konnten, haben wir im abgelaufenen Geschäftsjahr wieder knapp zwei Drittel unserer Produktion in Osterreich verkauft.
Die aufgrund der Rohstoffentwicklung zu erwartende Preiserholung blieb 2025 aus. Das leichte Erstarken der Preise für Betonstahl im ersten Quartal des Jahres kam bereits Mitte des zweiten Quartals zum Erliegen. Trotz mehrerer Versuche die Preise wenigstens stabil zu halten, sanken diese im weiteren Verlauf des Geschäftsjahres kontinuierlich. Aufgrund unserer Betriebsgröße mussten wir den besonders von Südeuropa ausgehenden Preisverfall nicht in vollem Ausmaß begleiten.
Risiken
Im Jahr 2025 haben wir wie jedes Jahr Energiepreisrisiken durch Abschlüsse auf den Terminmärkten zu minimieren versucht. Auch für 2026 hat sich unsere grundsätzliche Ausrichtung, einzelne Tranchen nach genauen strategischen Vorgaben unter genauer Beobachtung der relevanten Märkte im Vorfeld einzudecken, nicht geändert.
Auch im abgelaufenen Geschäftsjahr waren wir bestrebt, Zahlungsausfallsrisiken unserer Kunden systematisch durch Kreditversicherungen abzudecken. Bei Kunden die nicht in der von uns gewünschten Höhe versicherbar sind, mussten wir auch mit alternativen Kreditbesicherungen (Bankgarantien, Depotzahlungen) arbeiten.
Risiken durch Rohstoffpreiserhöhungen wird durch kurzfristige Abschlüsse und niedrige Lagerstände entgegengewirkt.
FORSCHUNG und ENTWICKLUNG
Das schwierige wirtschaftliche Umfeld brachte es mit sich, dass wir unsere F&E-Projekte im Jahr 2025 auf das absolut Notwendige reduzieren mussten. Die 2025 verfolgten Projekte betrafen die Energieeffizienz, die Dekarbonisierung und die Kreislaufwirtschaft. Schwerpunktmäßig geht es um die Verwendung von Biokohle im Stahlwerk, um alternative Einsatzmöglichkeiten von Nebenprodukten und um künstliche Intelligenz.
UMWELT
In einem von Überkapazitäten geprägten Betonstahlmarkt stellt das Streben nach möglichst energieeffizienter und nachhaltiger Produktionsweise naturgemäß einen der Schwerpunkte unserer Aktivitäten dar. Als zusätzliche Herausforderung steht die zu „heranrückende Wohnbebauung“ im Fokus.
In der im Juni 2025 von der Bau EPD GmbH ausgestellten „Deklaration der Umweltleistung - - EPD“ wurde uns ein CO2-Ausstoß von 293 kgCO2/to Stahl attestiert. Damit emittieren wir nur etwa halb so viel CO2 je Tonne wie unser Mitbewerb.
Ungeachtet der im Gefolge der sog Omnibusrichtlinie eingetretenen Erleichterungen in der Berichterstattung nach der CSRD-Richtlinie haben wir 2025 weiter an den Vorgaben zur Umweltberichterstattung gearbeitet. Ein freiwilliger Bericht ist derzeit in Arbeit.
2025 wurde schließlich unser bis 2027 umzusetzendes Vorhaben zur vollständigen Dekarbonisierung des Walzwerks gestartet.
PERSONAL
Im abgelaufenen Geschäftsjahr haben wir trotz der schwierigen Wirtschaftslage unseren Personalstand konstant gehalten.
Dem Umfeld unseres Betriebes entsprechend wird auf Arbeitssicherheit besonderes Augenmerk gelegt. Im abgelaufenen Wirtschaftsjahr haben wir die Zertifizierung unseres Arbeitssicherheitssystems nach ISO 45001 erhalten. In diesem Rahmen erfolgen laufende Evaluierungen der Arbeitsplätze und Schulungen. Die enge Zusammenarbeit mit Betriebsärztin und Arbeitsinspektorat führen zu kontinuierlicher Verbesserung in Sachen Arbeitssicherheit.
Laufende Fortbildungsmöglichkeiten und andere freiwillige Sozialleistungen stehen allen Mitarbeitern zur Verfügung.
AUSBLICK und RISIKOANALYSE
Im abgelaufenen Geschäftsjahr ist es uns gelungen, trotz des unverändert schwierigen Umfeldes ein nachhaltig positives Ergebnis zu erzielen. Im Gefolge des Iran-Krieges zu Jahresbeginn zogen die Preise für Walzware trotz nach wie vor schwacher Nachfrage spürbar an. Diese Entwicklung, gepaart mit der Hoffnung auf eine zumindest leichte Erholung der Baukonjunktur lässt für 2026 positive Ergebnisse erwarten, wobei geopolitische Entwicklungen, die naturgemäß auch unsere Märkte betreffen immer schwieriger zu prognostizieren sind.
Wir werden auch im heurigen Jahr unsere Produktionskapazitäten voll auslasten und etwa 400.000 to Walzware erzeugen und verkaufen. Aktuelle industriepolitische Entwicklungen in Europa und in Österreich lassen darauf hoffen, dass Anliegen der Grundstoffindustrie in den nächsten Monaten wieder mehr Gehör geschenkt wird, sodass wir die unmittelbare Zukunft optimistisch sehen.
Graz, 20. April 2026
(Dr. Markus Ritter)