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Lagebericht 2024/25

electrify GmbH

Original-PDF

Stichtag 31. März 2025 · Eingereicht am 15. Dez. 2025

Inhaltsverzeichnis

für das Geschäftsjahr 01. April 2024 bis 31. März 2025

1. Wirtschaftliches Umfeld

1.1 Allgemeine wirtschaftliche Lage

Die Österreichische Nationalbank (OeNB) geht in ihrem aktuellen konjunkturellen Ausblick für Österreich (Quellen: Gesamtwirtschaftliche Prognose der OeNB für Österreich 2024 bis 2027 (Dezember 2024) sowie Interimsprognose für Österreich (März 2025)) nach einer rezessiven Entwicklung in den Jahren 2023 und 2024 für die Jahre 2025 bis 2027 von einer konjunkturellen Stabilisierung der generellen wirtschaftlichen Entwicklung im Jahr 2025 und einem moderaten Wachstum in den Jahren 2026 und 2027 aus. Trotz verbesserter Wachstumsaussichten im zweiten Halbjahr 2025 soll das reale BIP als Folge eines rezessiven ersten Halbjahres 2025 im Gesamtjahr 2025 mit -0,1% noch stagnieren. Für den weiteren Prognosezeitraum wird beim realen BIP mit einer konjunkturellen Erholung bzw. mit Wachstumsraten von jeweils +1,2% in den Jahren 2026 und 2027 gerechnet. Als Ursachen für die Erholung werden u.a. eine sich stabilisierenden Inflationsentwicklung, steigenden Vertrauenswerte von Industrie und Konsumenten, sinkende Zinsen sowie verbesserte Wachstumsaussichten auf wichtigen Absatzmärkten wie Deutschland angeführt.

Die aktuelle Zurückhaltung im privaten Konsum, trotz starker Reallohnzuwächse im Jahr 2024, ist eine der Hauptursachen für die derzeitige Schwächephase. Die gegenwärtig rückläufigen Inflationsraten und der damit verbundene Rückgang der Unsicherheiten soll kurzfristig zu einer Beschleunigung im Konsumwachstum und einem Rückgang in der Sparquote führen, wodurch die OeNB beim privaten Konsum von einer Zunahme in Höhe von +0,7% im Jahr 2025 ausgeht. Für die Nachfolgejahre prognostiziert die OeNB beim privaten Konsum ein zum realen BIP vergleichbares Wachstum von +1,6% im Jahr 2026 und von +1,4% im Jahr 2027. Die Treiber für die Erholung beim privaten Konsum sollen einerseits Reallohnzuwächse und ein Beschäftigungswachstum und andererseits ein nachhaltiger Rückgang in der Sparquote sein.

Die Investitionstätigkeit hat stark negativ auf die Verschlechterung der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen reagiert, was im vergangenen Jahr 2024 zu einem weiteren Rückgang der Bruttoanlageninvestitionen in Höhe von -2,8% geführt hat. Gemäß Prognose der OeNB soll sich diese negative Entwicklung drehen bzw. wird bei den Bruttoanlageninvestitionen im Jahr 2025 mit einem Zuwachs von +1,5% gerechnet. Für die Nachfolgejahre wird bei den Bruttoanlageninvestitionen weiterhin mit einer moderaten Wachstumsdynamik bzw. einem Anstieg von +1,9% im Jahr 2026 bzw. von +1,1% im Jahr 2027 gerechnet. Positive Impulse für die Investitionstätigkeit sollen vor allem aus dem Bereich Forschung und Entwicklung sowie aus einer Erholung im Wohnbau kommen.

Aufgrund der aktuellen Rahmenbedingungen auf den österreichischen Exportmärkten geht die OeNB in ihrer aktuellen Prognose bei den realen Exporten von einem deutlichen Rückgang in Höhe von -3,9% im Jahr 2024 und einer Erholung bzw. einem Wachstum von +1,3% im Jahr 2025 aus. Für den weiteren Prognosezeitraum wird mit einer Fortsetzung der Erholung bzw. des

Wachstums bei den realen Exporten in Höhe von +2,5% im Jahr 2026 bzw. + 2,4% im Jahr 2027 gerechnet, wobei hier hohe Prognoseunsicherheiten bestehen, welche sich durch die Möglichkeit eines weltweiten Handelskrieges als Folge von US-Importzöllen ergeben.

Betreffend die HVPI-Inflationsrate geht die OeNB davon aus, dass sich diese im Jahr 2024 im Vergleich zum Vorjahr deutlich auf +2,9% reduziert, wobei der Rückgang der Inflationsrate auf sämtliche Hauptkomponenten des HVPI zurückzuführen ist. Es wird jedoch erwartet, dass der rückläufige Verlauf der Inflationsrate durch aktuell ungünstige Entwicklungen bei den Energieund Dienstleistungspreisen gestoppt wird, wodurch die OeNB eine im Jahresvergleich unveränderte HVPI-Inflationsrate von +2,9% im Jahr 2025 prognostiziert. Rückläufige Tendenzen bei der Energie- und Dienstleistungsinflation sollen dann zu HVPI-Inflationsraten von +2,3% im Jahr 2026 bzw. +2,1% im Jahr 2027 und somit zu einer Annäherung an den Zielwert des Euro- Systems von +2,0% führen.

Der Arbeitsmarkt hat sich bisher angesichts der Konjunkturschwäche als sehr robust erwiesen. Bezüglich der Arbeitsmarktentwicklung geht die OeNB in ihrer aktuellen Prognose deshalb davon aus, dass die Arbeitslosenquote als Folge der durchlaufenen Rezession nur moderat von 5,2% im Jahr 2024 auf 5,3% im Jahr 2025 steigen wird. Weiters geht die OeNB davon aus, dass sich die Arbeitslosenquote aufgrund der prognostizierten konjunkturellen Erholung in den Folgejahren wieder rückläufig entwickeln wird bzw. sich auf 5,1% im Jahr 2026 und 5,0% im Jahr 2027 belaufen wird.

Die im Rahmen der gesamtwirtschaftlichen Prognose der OeNB für Österreich 2024 bis 2027 (Dezember 2024) getroffenen zentralen Annahmen wurden seitens der OeNB im Rahmen der Interimsprognose für Österreich (März 2025) bei einzelnen Indikatoren teilweise deutlich angepasst. Insbesondere wurden hier aktuelle Entwicklungen im Zusammenhang mit der Konsolidierung des Bundeshaushalts sowie der globalen Zoll- und Handelspolitik berücksichtigt, wodurch beispielhaft das erwartete reale BIP-Wachstum im Jahr 2025 von +0,8% (Prognose DEZ 2024) auf -0,1% (Prognose MAR 2025) gesenkt wurde. Diese kurzfristige Abwärtsrevision in der Prognose der OeNB lässt generell auf unverändert schwierige gesamtwirtschaftliche Rahmenbedingungen bzw. auf ein schwächeres externes Umfeld schließen.

Die Deutsche Bundesbank (DB) geht in ihrem aktuellen konjunkturellen Ausblick für Deutschland (Quellen: Monatsbericht der Deutschen Bundesbank vom DEZ 2024 und MAI 2025) im Basisszenario für den Zeitraum 2024 bis 2027 von einem ebenfalls schwierigen wirtschaftlichen Umfeld und von einer zumindest partiell vergleichbaren wirtschaftlichen Entwicklung in Relation zur Prognose der OeNB für Österreich aus. So prognostiziert die DB für die deutsche Wirtschaft im realen BIP nach einem Rückgang von -0,2% im abgelaufenen Jahr 2024 ebenfalls eine konjunkturelle Stagnation bzw. ein nur geringes Wachstum für das Jahr 2025 in Höhe von +0,2%. Für die Folgejahre wird für Deutschland eine konjunkturelle Erholung bzw. ein BIP-Wachstum von +0,8% im Jahr 2026 und von +0,9% im Jahr 2027 erwartet. Als Ursachen für die erwartete Erholung der deutschen Wirtschaft werden unter anderem eine stärkere Nachfrage bei Exporten als auch stützende staatliche Investitions- und Konsumausgaben gesehen.

Während der private Konsum in Folge der generellen rezessiven Entwicklung im Jahr 2024 mit +0,1% weitgehend stagnierte, wird für das Jahr 2025 ein geringes Wachstum von +0,4% sowie ein weiterer Anstieg von +0,8% für das Jahr 2026 bzw. von +0,7% für das Jahr 2027 prognostiziert. Als

Hauptursachen für die positivere Entwicklung des privaten Konsums ab dem Jahr 2026 werden ein Rückgang in der Sparquote sowie höhere real verfügbare Einkommen der privaten Haushalte gesehen, welche in Folge einer nachlassenden Inflation sowie einer Erholung der Konjunktur und des Arbeitsmarkts wieder steigen sollen.

Die Bruttoanlageninvestitionen werden nach einem deutlichen Rückgang von -2,7% im Jahr 2024 auch im Folgejahr 2025 um -0,6% schrumpfen, sollen jedoch in den Jahren 2026 mit +1,6% und 2027 mit +1,3% wieder zulegen. Als Hauptursachen für die erwartete rückläufige Entwicklung im Jahr 2025 führt die DB sowohl eine geringere Nachfrage nach Investitionsgütern als Folge unterausgelasteter Kapazitäten als auch eine anhaltende Schwäche der Exportindustrie an. Eine erhöhte Auslastung der Kapazitäten sowie günstigere Finanzierungskonditionen sollen ab dem Jahr 2026 wieder zu einer Belebung der Investitionstätigkeit führen.

Gemäß Prognose der DB sollen die Exporte zunächst ebenfalls eine sinkende Entwicklung zeigen, wobei konkret von einem Rückgang von -0,6% im Jahr 2024 und von -0,8% im Jahr 2025 ausgegangen wird. In weiterer Folge wird bei den Exporten im Prognosezeitraum mit einem Wachstum von +1,8% im Jahr 2026 sowie einem weiteren Anstieg in Höhe von +2,1% im Jahr 2027 gerechnet. Die von der DB antizipierte robuste Weltwirtschaft soll die Auslandsnachfrage und somit die exportorientierte Industrieproduktion positiv beeinflussen.

Beim HVP-Index geht die DB von einer weitgehend konstanten HVPI-Inflationsrate von +2,5% im Jahr 2024 sowie +2,4% im Jahr 2025 und von einem geringen Rückgang der HVPI-Inflationsrate auf +2,1% im Jahr 2026 und +1,9% im Jahr 2027 aus. Nachlaufende Effekte der geldpolitischen Straffung sollen hier Preissteigerungen bei Nahrungsmitteln und Dienstleistungen entsprechend entgegenwirken.

Die anhaltende Schwäche der deutschen Wirtschaft beeinträchtigt den Arbeitsmarkt merklich, wodurch die DB bei der Arbeitslosenquote von einem Anstieg von 6,0% im Jahr 2024 auf 6,3% im Jahr 2025 ausgeht. Für die Folgejahre wird jedoch wieder mit einem Rückgang in der Arbeitslosenquote auf 6,0% im Jahr 2026 bzw. auf 5,7% im Jahr 2027 gerechnet. Die erwartete konjunkturelle Erholung soll zu einer steigenden Erwerbstätigkeit und somit zu einem Sinken der Arbeitslosenquote ab dem Jahr 2026 führen.

Abschließend sei angemerkt, dass sowohl die oben angeführten langfristigen Prognosen der OeNB für Österreich als auch jene der DB für Deutschland teilweise auf Annahmen beruhen, die auf den Rahmenbedingungen bzw. dem Informationsstand mit Ende 2024 aufbauen. Der unverändert andauernde russische Angriffskrieg gegen die Ukraine, neue geopolitische Risiken in Verbindung mit dem Nahen Osten sowie hohe Unsicherheiten im Zusammenhang mit der Energieversorgung und mit wirtschaftlichem Protektionismus können zu signifikanten Abweichungen im Vergleich zu den beiden oben angeführten Basisszenarien führen. Negative Abweichungen bei den getroffenen Annahmen (z.B. die Auswirkungen von Zollerhöhungen auf Exporte) werden in einer Verschlechterung der Prognosewerte für das wirtschaftliche Makroumfeld in Österreich und / oder Deutschland im Jahr 2025 resultieren, wobei sich das Ausmaß der Abweichungen aufgrund der teilweisen Kurzfristigkeit der Entwicklungen gegenwärtig nur bedingt abschätzen lässt. Vor diesem Hintergrund haben sowohl die OeNB für Österreich als auch die DB für Deutschland ihre kurzfristigen Prognosen im Jahr 2025 bereits teilweise deutlich nach unten revidiert.

1.2 Geschäftsaktivitäten und Marktentwicklung

Die Geschäftsaktivitäten der electrify GmbH umfassen im Wesentlichen:

a) die Entwicklung, Planung, Errichtung, der Betrieb und die Wartung von Infrastrukturanlagen für erneuerbare Energien; b) Bauarbeiten in den unter lit. a) genannten Tätigkeitsbereichen, insbesondere Fundierungsarbeiten; c) die Vermietung von Maschinen und Anlagen; d) die Erbringung von Dienstleistungen in der automatischen Datenverarbeitung und Informationstechnologie; e) Durchführung von Berechnungen, Untersuchungen, Planungen, Beratungen und sonstige Dienstleistungen in den unter lit. a) bis d) genannten Tätigkeitsbereichen; f) Ausübung aller zur Betätigung in den unter lit. a) bis d) genannten Tätigkeitsbereichen nötigen oder zweckmäßigen Gewerbe; g) Vornahme einschlägiger Handelsgeschäfte und Handel mit Waren aller Art.

Die Kunden der electrify GmbH sind im Bereich Photovoltaik und Elektromobilität die Errichter und Betreiber von Photovoltaikanlagen sowie Ladeinfrastrukturlösungen mit einem regionalen Fokus auf den Ländern Österreich und Deutschland.

Das österreichische und deutsche Marktumfeld, in welchem die electrify GmbH tätig ist, ist geprägt von Klima- und Transformationsinitiativen bzw. durch die klimaneutrale Gestaltung von Produktionsprozessen und Energieoptimierungen.

Positive Impulse für die Investitionstätigkeit resultieren hier unter anderem aus dem wachsenden Bedarf nach erneuerbaren Energien, aus dem Zuwachs an Elektrokraftfahrzeugen sowie der wachsenden Nachfrage seitens der Betreiber, die errichteten Infrastrukturkapazitäten zu betreiben und zu warten.

Wir erwarten eine positive und nachhaltige Entwicklung der adressierten Märkte sowohl in den Geschäftsbereichen Photovoltaik & Speichersysteme sowie Elektromobilität.

2. Geschäftsentwicklung und wirtschaftliche Lage des Unternehmens

2.1 Geschäftsentwicklung im Geschäftsjahr 2024/2025

Die electrify GmbH konnte im Geschäftsjahr 2024/2025 einen Umsatz in Höhe von TEUR 23.931 erzielen. Dies entspricht einer Verringerung in Höhe von TEUR -20.916 bzw. -46,6% gegenüber dem Vorjahresumsatz 2023/2024 (TEUR 44.847). Die Betriebsleistung 2024/2025 (Umsatzerlöse und Bestandsveränderung) verringerte sich gegenüber dem Vorjahr von TEUR 48.183 um TEUR - 23.196 (-48,1%) auf TEUR 24.987.

Das EBITDA des Unternehmens beläuft sich im Geschäftsjahr 2024/2025 auf TEUR 703. Dies entspricht einer Verringerung in Höhe von TEUR -1.764 (-71,5%) gegenüber dem Vorjahreswert

von TEUR 2.467. Das Finanzergebnis verbesserte sich im Geschäftsjahr 2024/2025 gegenüber dem Vorjahr von TEUR -493 um TEUR 341 (+69,1%) auf TEUR -152. Der Jahresüberschuss verringerte sich im Geschäftsjahr 2024/2025 von TEUR 1.670 auf TEUR 423, was einer Abnahme um TEUR -1.247 (-74,7%) im Vergleich zum Vorjahr darstellt.

2.2 Sonstige finanzielle Leistungsindikatoren

Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 6
Kennziffer/ Jahr:GJ 2024/2025GJ 2023/2024
Bilanzsumme:TEUR 16.041TEUR 16.434
Eigenmittelquote:
(Eigenkapital*/ Bilanzsumme)45,6%45,0%
ROI: (Betriebserfolg/ Gesamtkapital)4,4%15,0%
Nettofinanzverbindlichkeiten:TEUR -324TEUR 4.975
(Verbindlichkeiten ggü. Kreditinstituten abzüglich
Kassenbestand, Guthaben bei Kreditinstituten)

*Eigenkapital inklusive nachrangiges Gesellschafterdarlehen

3. Voraussichtliche Entwicklung und Risiken des Unternehmens

3.1 Voraussichtliche Entwicklung 2025/2026

Die electrify GmbH geht auf Basis der beschlossenen Strategie, der aktuellen Marktentwicklung, des anhaltenden Investitionsbedarfs im erneuerbaren Energiesektor, der notwendigen Klimaund Transformationsinitiativen sowie des aktuell guten Auftragsstandes von einer gesicherten Auslastung sowie langfristig von einer nachhaltig positiven Entwicklung aus.

Unsicherheiten für die kurz-, mittel- und langfristige Entwicklung kommen gegenwärtig primär aus dem allgemeinen wirtschaftlichen Umfeld auf den relevanten Märkten Österreich und Deutschland.

Strukturelle Herausforderungen und externe, wirtschaftliche Unsicherheiten sowie hohe spürbare Unsicherheiten im Zusammenhang mit der Energieversorgung und der Inflationsentwicklung beeinflussen den Markt negativ. Diese Entwicklungen können aus Sicht der electrify GmbH zu Verteuerungen bei wichtigen Rohstoffen (z.B. Energie und Kraftstoffe) und Vorleistungsgütern (z.B. Photovoltaikmodule), zu erneuten Lieferkettenstörungen sowie zu einem Anstieg der Personalkosten führen. Anderseits steigern diese Entwicklungen auch die Nachfrage nach von der electrify GmbH angebotenen Dienstleistungen im Bereich der Photovoltaik und der Elektromobilität.

In Summe gehen wir aus aktueller Sicht in den Bereichen erneuerbare Energien und Elektromobilität nur von einer allfällig temporären bzw. eingeschränkt negativen Beeinträchtigung der zukünftigen Geschäftstätigkeit aus, wodurch unverändert ein langfristig positives Marktumfeld erwartet wird.

Auf Basis der oben ausgeführten erwarteten Entwicklung der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen und notwendigen weiteren Investitionen im erneuerbaren Energiesektor geht die Geschäftsführung für das Geschäftsjahr 2025/2026 auch von einer positiven Entwicklung der electrify GmbH und somit von einem wachsenden Niveau beim Umsatz aus. Kurz- bis mittelfristig kann jedoch eine signifikante Verschlechterung der allgemeinen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen sowie die erneute Verschärfung von Preisentwicklungen und Lieferengpässen zu einer Beeinträchtigung der Geschäftstätigkeit und somit der wirtschaftlichen Verhältnisse führen.

Zusammenfassend wird angemerkt, dass für die Einschätzung der Gesamtentwicklung des Geschäftsjahres 2025/2026 der konkrete weitere Verlauf der oben ausgeführten Entwicklungen entsprechend bedeutsam ist. Sofern die oben angeführten Risiken schlagend werden, ist gegenüber den oben angeführten Prognosen mit entsprechenden negativen Abweichungen zu rechnen, welche sich zum jetzigen Zeitpunkt nicht klar abschätzen und quantifizieren lassen. Die electrify GmbH verfügt jedoch über ausreichend freie Finanzierungsfazilitäten, um allfälligen Ergebnisausfällen adäquat zu begegnen.

Die in diesem Bericht angeführten zukunftsgerichteten Aussagen basieren auf den gegenwärtigen Einschätzungen und Prognosen der Geschäftsführung sowie auf den der Geschäftsführung zur Verfügung stehenden Informationen. Die zukunftsgerichteten Aussagen sind nicht als Garantien der darin genannten zukünftigen Ereignisse und Ergebnisse zu verstehen. Vielmehr sind zukünftige Entwicklungen und Ergebnisse von einer Vielzahl von Faktoren abhängig, die verschiedenen Risiken und Unabwägbarkeiten unterliegen, wodurch sich getroffene Annahmen möglicherweise als nicht zutreffend erweisen. Das Unternehmen übernimmt insofern auch keine Verpflichtung, die in diesem Bericht getroffenen zukunftsgerichteten Aussagen an künftige Entwicklungen oder Ereignisse anzupassen.

3.2 Chancen- und Risikomanagement

Die electrify GmbH ist aufgrund ihrer Strategie und operativen Tätigkeiten mit unterschiedlichen Chancen und Risiken konfrontiert.

Das Chancen- und Risikomanagement wird dabei als zentrales Instrument der Unternehmenssteuerung gesehen, welches einerseits den langfristigen Bestand des Unternehmens sichern und andererseits jene Wachstums- und Erfolgspotentiale heben soll, die einen positiven Einfluss auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Unternehmens ausüben. Bestandteile des implementierten Chancen- und Risikomanagements sind unter anderem die konzernweiten Planungs- und Kontrollsysteme sowie Richtlinien. Zur Überwachung der Chancen und Risiken werden laufend spezifische Berichtssysteme konzipiert und implementiert sowie bei Bedarf weiterentwickelt.

In der laufenden Umsetzung des Risikomanagements sind sowohl interne und externe Funktionen als auch Dienstleister eingebunden. Dazu zählen unter anderem die Stabsstellen Einkauf, Accounting, Controlling und Qualitätsmanagement sowie externe Dienstleister in den Bereichen Recht und Audit. Für versicherbare Risiken erfolgt eine Zusammenarbeit mit Versicherungsunternehmen, die auf Ebene der Muttergesellschaft – der electrify Holding GmbH – den Versicherungsschirm aller in der electrify Gruppe angesiedelten Firmen sicherstellen.

Folgende Risikofelder wurden im Geschäftsjahr 2024/2025 identifiziert:

Risiken im Zusammenhang mit der konjunkturellen Entwicklung

Als Komplettanbieter im Bereich des erneuerbaren Energiesektors wird die Geschäftsentwicklung in hohem Ausmaß von der allgemeinen wirtschaftlichen Entwicklung sowie der Nachfrage der Kunden beeinflusst. Dem Investitionsverhalten der Zielkunden kommt dabei eine zentrale Bedeutung zu. Dem konjunkturellen Risiko wird insofern aktiv begegnet, als einerseits eine Expansionsstrategie (Diversifikation über mehrere strategische Geschäftsbereiche zB Know-How Aufbau im Bereich Speichersysteme und Energiemanagement, etc.) und andererseits eine laufende Weiterentwicklung & Optimierung sämtlicher Komponenten im Bereich Photovoltaik inkl. Unterkonstruktion und Fundierung - im Einklang mit dem technologischen Fortschritt - forciert wird.

Zusätzlich wird ein umfassendes Projekt-Reporting implementiert. Mittels laufender Analyse und Steuerung auf Projekt-Ebene wird gewährleistet, dass zeitnahe Maßnahmen ergriffen werden können, um Fehlentwicklungen zu korrigieren oder deren nachteilige Auswirkungen zu minimieren.

Preisänderungsrisiko

Hier wird versucht, durch den Abschluss von fixen Vereinbarungen mit den Lieferanten das Preisänderungsrisiko so gering wie möglich zu halten. Das Management ist davon überzeugt, dass die vorhandenen Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe in den zukünftigen Aufträgen Deckung finden werden.

Ausfallsrisiko

Die Bonität der Kunden der electrify GmbH wird laufend überprüft. Zudem wurde mit Geschäftsjahr 2024/2025 ebenso eine Kreditversicherung abgeschlossen mit monatlicher Saldenmeldungen, um das Ausfallsrisiko möglichst ausschließen zu können. Allfällige Ausfallsrisiken, welche über die Kreditversicherung nicht abgedeckt sind, werden im Rahmen der Ermittlung der Wertberichtigungen berücksichtigt.

Liquiditätsrisiko

Die Finanzierung erfolgt über die verhandelten Kreditlinien mit namhaften österreichischen Bankinstituten sowie durch abgestimmte Kunden- und Lieferantenverträge, welche im Einklang

mit den jeweiligen Projektfortschritten stehen. Die Liquidität ist längerfristig sichergestellt. Weiters ist die Geschäftsführung bestrebt, die ausstehenden Forderungen zeitgerecht einzutreiben.

Cash Flow-Risiko

Die Geschäftsführung betreibt eine aktive Politik des Managements des Working Capitals, sodass davon ausgegangen wird, dass die Gesellschaft in der Lage sein wird, ihre Zahlungen jederzeit pünktlich entrichten zu können.

Personalrisiken

Die Mitarbeiter der electrify GmbH sind die zentrale Säule der Unternehmenskultur sowie des Unternehmenserfolges. Die Entwicklung des Unternehmens hängt maßgeblich davon ab, inwieweit es gelingt, Mitarbeiter mit hoher Qualifikation und Motivation in der erforderlichen Anzahl zu identifizieren und anzustellen, diese im Unternehmen zu integrieren sowie dauerhaft zu binden. Die Aus- und Weiterbildung sowie zusätzliche Instrumente der Personalentwicklung werden als zentrale Faktoren für die Mitarbeitermotivation und Mitarbeiterbindung sowie die Umsetzung einer erfolgsorientierten Unternehmenskultur gesehen.

4. Sonstige Unternehmensangaben

4.1 Forschung und Entwicklung

Im Geschäftsjahr 2024/2025 wurden in der electrify GmbH diverse Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten betrieben.

Im abgelaufenen Geschäftsjahr 2024/2025 wurde das Produktportfolio und damit sämtliche Komponenten im Bereich PV-Carport, PV-Freiflächenanlagen sowie deren Unterkonstruktionen hinterfragt und anhand bereits abgeschlossener bzw. noch laufender Projekte einer stetigen Optimierungsstrategie unterworfen. Auch im Bereich der Elektromobilität wird aufgrund des technologischen Fortschritts laufend an neuen Ideen und Schnittstellen gearbeitet, um als Komplettanbieter im erneuerbaren Energiebereich langfristig zu bestehen. Ebenso sieht sich die electrify GmbH als Vorreiter im Bereich der Energieoptimierung anhand KI-gesteuerter Vorhersagemodelle und der überregionalen Nutzung von Energie.

Die Forcierung weiterer Optionen für ein gesamtinhaltliches Lösungskonzept für unsere Kunden mit beispielsweise ergänzenden Speicherlösungen sehen wir als relevanten Beitrag zur Energiewende in Österreich und Deutschland.

Im neuen Geschäftsjahr 2025/2026 sollen Prozesse und Produkte vor allem im Zusammenhang mit der Digitalisierung gezielt weiterentwickelt und auf neue Bedürfnisse angepasst werden.

4.2 Betriebsstätten (Zweigniederlassungen) der Gesellschaft

Die electrify GmbH betreibt keine Betriebsstätte.

4.3 Mitarbeiter

Mit Stichtag 31. März 2025 beträgt der Mitarbeiterstand 52 Personen (Vorjahr: 9 Personen).

4.4 Nicht finanzielle Leistungsindikatoren

Im Geschäftsjahr 2024/2025 wurden die Mitarbeiter kontinuierlich geschult, um den beständig sehr hohen Qualitätsansprüchen unserer Kunden und Lieferanten entsprechen zu können. Für den Bereich Arbeitssicherheit und Arbeitsmedizin gibt es sowohl firmeninternes als auch externes Fachpersonal.

Bei all unseren Aktivitäten ist es uns ein Anliegen, die Aspekte des Umwelt- und Naturschutzes sowie der Ressourcenschonung in alle Prozesse einzubinden.

Wolkersdorf im Weinviertel, am 30. Juni 2025

Geschäftsführung der electrify GmbH

FloriamSchütz, MA

Thomas Robitza

Dipl-Ing. (FH) Wolfgang Hochgatterer

Petra Stöckl

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