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Lagebericht 2025

Sanochemia Pharmazeutika GmbH

Original-PDF

Stichtag 31. Dez. 2025 · Eingereicht am 30. Sep. 2026

Inhaltsverzeichnis

Geschäftsverlauf und wirtschaftliches Umfeld

Sanochemia ist ein international renommierter Anbieter bildgebender Arzneimittel. Radiologen in über 50 Ländern setzen die Produktpalette von Sanochemia zur diagnostischen Bildgebung in MRT- und CT-Untersuchungen ein.

Als mitteleuropäischer Qualitätshersteller mit globalem Vertriebsnetz verfolgt Sanochemia das Ziel, sein Portfolio an Goldstandard-Produkten deutlich zu erweitern, und investiert parallel in Innovation und differenzierende Alleinstellung in attraktiven Nischen. Für die Jahre 2026 und voraussichtlich 2027 steht die Einführung einer neuen Klasse funktionaler, zellspezifischer Kontrastmittel bevor.

Im Zuge der konsequenten Fokussierung auf das Geschäftsfeld Radiologie hat Sanochemia die Produktionskapazitäten gezielt ausgebaut, um weiteres Wachstum zu ermöglichen und sich zugleich auf die anstehenden Markteinführungen vorzubereiten. Entgegen den Erwartungen und entgegen dem starken Wachstumstrend aus 2023/2024 kam es im Geschäftsjahr 2025 zu einem Absatz- und Produktionsrückgang; die im Zuge des Kapazitätsausbaus bereits erhöhte Kostenbasis führte in der Folge zu einem deutlichen operativen Verlust. Das Unternehmen hat darauf umgehend mit einem kostenseitigen Optimierungsprogramm reagiert, dessen Wirkung ab dem laufenden Geschäftsjahr 2026 greift.

Im Bereich der Produktpipeline verzeichnete Sanochemia im Geschäftsjahr 2025 wesentliche Fortschritte: Der Lizenzpartner des in Entwicklung befindlichen Kontrastmittels zur Erkennung von Lymphknotenmetastasen schloss die entscheidende klinische Studie erfolgreich ab. Bereits im Dezember 2025 reichte Sanochemia als weltweiter Kommerzialisierungspartner daraufhin den Zulassungsantrag für zahlreiche europäische Märkte bei der Europäischen Arzneimittel-Agentur (EMA) ein. Der Vermarktungsstart ist damit deutlich nähergerückt.

Vermögens, - Finanz- und Ertragslage

Bilanz

Im Wirtschaftsjahr 2025 hat die Gesellschaft immaterielle Vermögensgegenstände über € 49.587,40 erworben (Vorjahr: € 66.391,90) und € 903.592,54 in Gebäude, technische Anlagen und in die Betriebsausstattung investiert (Vorjahr: € 831.816,11). Darüber hinaus wurden € 2.327.502,15 für Anlagen in Bau und Anzahlungen geleistet (Vorjahr: € 3.537.965,12). Mit 31.12.2025 wird im Jahresabschluss ein Anlagevermögen in Höhe von € 21.580.023,42 (Vorjahr: € 19.689.529,77) ausgewiesen. Die Anlagenintensität beträgt am Bilanzstichtag 47 % (Vorjahr: 41 %).

Das Vorratsvermögen beläuft sich zum Bilanzstichtag auf € 13.138.081,35 (Vorjahr: € 11.259.514,41). Davon entfallen etwas weniger als die Hälfte auf lagernde Rohstoffe für den Produktionsprozess der ersten beiden Quartale 2025. Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen belaufen sich zum Stichtag auf € 10.121.252,79 (Vorjahr: € 14.510.046,61). Der

hohe Wert resultiert aus dem besonders umsatzstarken Dezember. Unter den sonstigen Forderungen fallen hauptsächlich Forderungen gegenüber dem Finanzamt in Höhe von € 72.529,35 (Vorjahr: € 484.850,04), primär Forderungen aus Vorsteuerguthaben. Der Gesamtwert der sonstigen Forderungen beläuft sich auf € 152.296,48 (Vorjahr: € 1.091.906,80). Die Intensität des Umlaufvermögens beträgt zum Stichtag 53 % (Vorjahr: 59%). Die Bilanzsumme per 31.12.2025 beläuft sich auf € 45.977.510,99 (Vorjahr: € 47.997.786,28).

Das Eigenkapital setzt sich aus dem unveränderten Stammkapital in Höhe von € 35.000,00 und dem in den Kapitalrücklagen ausgewiesen Einbringungskapital aus der Umgründung in Höhe von € 21.371.758,26 zusammen, beide Werte unverändert zum Vorjahr. Im Geschäftsjahr ergibt sich ein Jahresverlust in Höhe von € -4.906.282,82 (Vorjahr: € -288.366,17) und ein vorgetragener Bilanzgewinn über € 2.403.798,24 (Vorjahr: € 2.692.164,41). Die resultierende Eigenkapitalquote ergibt im Berichtszeitraum einen Wert von 42 % (Vorjahr: 50 %).

Die Rentabilitätskennzahlen ergeben im Berichtszeitraum bei der Eigenkapitalrentabilität (Jahresergebnis / durchschnittliches Eigenkapital) einen Wert von -23,0 % (Vorjahr: -1,2 %) und Gesamtkapitalrentabilität (Jahresergebnis / durchschnittliche Bilanzsumme) einen Wert von -10,4 % (Vorjahr: -0,6 %).

Die sonstigen Rückstellungen betragen € 958.812,65 (Vorjahr: € 936.718,95). In diesen sind hauptsächlich RückstellungenausdemPersonalbereich (Urlaubsund Zeitguthabenrückstellungen) sowie Rückstellungen zur Vorsorge für vertragliche Ansprüche enthalten. In den Verbindlichkeiten über € 25.473.313,18 (Vorjahr: € 22.539.346,67) befinden sich Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten in Höhe von € 19.054.565,76 (Vorjahr: € 18.491.031,78). Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sind mit einem Wert von € 3.762.655,22 (Vorjahr: € 2.135.385,57) ausgewiesen. Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht, betragen € 41.580,51 (Vorjahr: € 0,00)

Unter die sonstigen Verbindlichkeiten fällt hauptsächlich ein Betrag von € 1.397.553,29 (Vorjahr: € 448.104,17) für die Abgrenzung einer Lieferantenrechnung sowie Leasingverbindlichkeiten in Höhe von € 683.368,60 (Vorjahr: € 422.091,80). Weitere Positionen entfallen auf Verbindlichkeiten im Rahmen der sozialen Sicherheit und Steuern. In Summe werden € 2.614.511,69 (Vorjahr: 1.912.929,32) ausgewiesen. Die Fremdkapitalquote ergibt im Berichtszeitraum einen Wert von 58 % (Vorjahr: 50 %).

Gewinn- und Verlustrechnung

Die Umsatzerlöse im Geschäftsjahr 2025 waren mit € 42.393.737,88 rückläufig (Vorjahr: € 47.915.974,27). Die Umsatzrentabilität (Jahresüberschuss/Umsatzerlöse) ergibt im Berichtszeitraum einen Wert von -11,6% (Vorjahr: -0,6 %).

Die sonstigen betrieblichen Erträge sind in Höhe von € 254.673,44 (Vorjahr: € 416.106,53) ausgewiesen. Daraus ergibt sich eine Betriebsleistung inklusive einer negativen Bestandsveränderung und sonstigen betrieblichen Erträgen in Höhe von € 43.816.021,39 (Vorjahr: 47.859.003,05) – entsprechend einem Rückgang der Betriebsleistung von rund 8,5%.

Die Materialkosten und Kosten für bezogene Leistungen lagen im abgelaufenen Geschäftsjahr bei € 26.430.703,16 (Vorjahr: € 28.314.177,51). Aufgrund bestehender langfristiger Rahmenvereinbarungen konnten Preissteigerungen in manchen Segmenten abgemildert werden. Dennoch gab es Anstiege der Rohstoffpreise auf Grund aktueller geopolitischer Spannungen sowie steigender Inflation.

Die Personalkosten sind mit € 13.999.904,07 (Vorjahr: € 12.640.362,08) ausgewiesen. Der durchschnittliche Personalstand (Headcount) belief sich im Jahr 2025 auf 204 (Vorjahr: 191). Zum 31.12.2025 beschäftigte die Gesellschaft 196 Mitarbeiter (Vorjahr: 207 Mitarbeiter).

Die Abschreibung auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen belaufen sich auf € 1.390.188,46 (Vorjahr: € 1.222.248,75). Die Abschreibungsquote ergibt im Berichtszeitraum einen Wert von 4,9 % (Vorjahr: 7,5 %).

In Summe ergibt sich ein negatives Ergebnis vor Steuern in der Höhe von € -4.899.496,25 (Vorjahr: € -303.545,36).

Die Berechnung des folgenden Cash-Flows erfolgte auf Basis der AFRAC-Stellungnahme 36 „Geldflussrechnung UGB“.

Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 3
2025 in TEUR2024 in TEUR
Operativer Cashflow2.787-1.143
Cashflow aus Investitionstätigkeit-3.277-4.436
Cashflow aus Finanzierungstätigkeit-4084.267
Veränderung liquide Mittel-898-1.312

Nicht finanzielle Leistungsindikatoren

Personal

Das Unternehmen beschäftigte im Berichtsjahr 2025 204 Mitarbeiterlnnen (pro Kopf im Durchschnitt). Der deutliche Personalaufbau im Vergleich zum Vorjahr (191 MitarbeiterlInnen) resultierte im Wesentlichen aus dem Ausbau der Produktionskapazitäten. Zum 31.12.2025 war dieser Stand bereits wieder deutlich reduziert auf 196; eine darüber hinausgehende weitere Personalstandsreduktion war zu diesem Zeitpunkt bereits kontrahiert.

Der Erfolg eines Unternehmens wird maßgeblich durch das Know-how und das Engagement der Mitarbeiterlnnen bestimmt. Sie sind das wesentliche Fundament für einen nachhaltigen wirtschaftlichen Erfolg. Das Unternehmen ist bestrebt, mit einer konsequenten und strategischen Personalplanung langfristige Vorteile zu erzielen – und die Organisation durch konsequente Förderung, Optimierung und Digitalisierung Schritt für Schritt produktiver zu machen.

Sicherheit und Qualität

Die Gesellschaft stellt Produkte in höchster pharmazeutischer Qualität her und betreibt ein Qualitätssicherungssystem, das alle qualitätskritischen Bereiche des Unternehmens einbezieht. Einwandfrei funktionierende Anlagen sind von höchster Bedeutung. Um deren Sicherheit und Funktionalität zu gewährleisten, werden alle Produktionsanlagen in regelmäßigen Abständen von externen Sachverständigen überprüft. Selbst kleinste Mängel können so rechtzeitig erkannt und behoben werden. Produktionsverfahren werden laufend überwacht und verbessert.

Als produzierendes Unternehmen liegt es in unserer Verantwortung, sowohl Umwelteinflüsse als auch den Energieverbrauch zu minimieren. Das Unternehmen erfüllt am Produktionsstandort alle gesetzlichen Bestimmungen und Meldepflichten, um sicherzustellen, dass Gesundheits- und Arbeitsrisiken auf ein Minimum beschränkt sind.

Umweltschutz und Nachhaltigkeit

Nachhaltigkeit bedeutet, wirtschaftlichen Erfolg, soziale Verträglichkeit und schonenden Umgang mit unseren natürlichen Ressourcen miteinander zu verknüpfen und damit Verantwortung für die Zukunft zu übernehmen. Verantwortungsvolles Handeln – sowohl gegenüber der Umwelt wie auch den Mitarbeiterlnnen – gehört zu den Grundwerten des Unternehmens. Die Gesellschaft ist sich ihrer ökologischen Verantwortung – gerade als produzierendes Unternehmen – bewusst und setzt daher alles daran, Produktionsverfahren laufend zu verbessern und damit sowohl die Umwelteinflüsse wie auch den Energieverbrauch zu verringern. Um dieses Ziel zu erreichen, wurden bereits mehrere Projekte erfolgreich umgesetzt und gestartet – optimale Nutzung von betriebseigenem & sauberem Strom aus der Photovoltaik-Anlage und heimischer Wasserkraft sowie Energie-, Wasser- und Abfallreduktion.

Vor allem als ein regionales pharmazeutisches Unternehmen mit globalem Kundenstamm ist es uns ein Anliegen, durch faires, ethisches, nachhaltiges und transparentes Verhalten unserer Verantwortung gegenüber Gesellschaft und Umwelt gerecht zu werden.

Forschung und Entwicklung

Die Aktivitäten konzentrierten sich im Geschäftsjahr 2025 auf die interne und externe Entwicklung und Zulassung von Neuprodukten.

Risikobericht

Internes Kontroll- und Risikomanagementsystem

In der Schaffung eines effektiven und effizienten Risikomanagementsystems sieht das Unternehmen einen ständigen Prozess, der insbesondere die organisatorischen Regelungen und Maßnahmen zur raschen Beurteilung und Steuerung von Risiken beinhaltet. Der Einsatz entsprechender Kontrollsysteme trägt dazu bei, dass diese Risiken kontinuierlich überwacht und bewertet werden. Aufgrund dieser Bewertung werden Kontrollmechanismen entwickelt, die zu einer größtmöglichen Risikominimierung beitragen.

Das Unternehmen setzt zahlreiche Kontrollaktivitäten für eine korrekte und zuverlässige Rechnungslegung ein. Diese Aktivitäten umfassen systemische Kontrollen, die durch das integrierte IT-System definiert werden. In der Buchhaltung werden laufende Kontrollen, wie Plausibilitätsprüfungen, vorgenommen. Es gilt das Vier-Augen-Prinzip. Eine zusätzliche Absicherung innerhalb der Systeme wird durch eine restriktive Handhabung der IT- Berechtigungen gewährleistet. Trotzdem kann die interne Kontrolle zwar eine hinreichende, aber keine absolute Sicherheit bei der Erfüllung dieser Zielsetzungen darstellen.

Produktions-, Produktentwicklungs- und Qualitätsrisiken

Der Großteil der Wertschöpfung des Unternehmens erfolgt durch Produktion pharmazeutischer Produkte. Durch Ausfall der Produktion, Verschiebung von Aufträgen, Kapazitätsmangel und durch Fehlproduktionen können sich erhebliche Auswirkungen auf die Umsatz- und Ertragslage ergeben. Das Unternehmen kontrolliert dieses Risiko durch Bestands- und Produktionsplanung in einem ERP-System und einem Programm zur ständigen Verbesserung der Produktionsprozesse.

Im Rahmen der Produktentwicklung bestehen technologische Herausforderungen, die in Zeitverzögerungen oder erhöhten Kosten resultieren können; rechtliche Risiken durch potenzielle Patentstreitigkeiten mit Originalherstellern; regulatorische Risiken, insbesondere durch mögliche Verzögerungen im Zulassungsprozess sowie letztlich kommerzielle Risiken aufgrund der Marktveränderungen während der Entwicklungsphase. Diesen Risiken wird vorgebeugt durch multifaktorielle Maßnahmen, die von vertraglichen Absicherungen über entsprechende Kooperationen in der pharmazeutischen und analytischen Entwicklung bis hin zu Kooperation mit Rechts- und Regulatorikberatern reichen. Das kommerzielle Risiko wird durch die ständige Marktbeobachtung kontrolliert.

Hinsichtlich der Qualitätsrisiken ist hervorzuheben, dass sämtliche internationalen Maßgaben zur Einhaltung der pharmazeutischen Produktqualität nach cGMP regelmäßig intern wie auch extern durch entsprechende Behörden überprüft und in einem Qualitätssicherungssystem verwaltet werden. Zur Reduktion des Risikos ist ein umfangreiches Qualitätsprogramm implementiert, das sich auf die von der Behörde vorgegebenen Regulatorien fokussiert und dessen Einhaltung nachhaltig überwacht.

Zulassungs- und Regulierungsrisiken

Jedes Land, in dem das Unternehmen seine Produkte verkauft, wird von umfassenden behördlichen Vorschriften beeinflusst, die sich von Land zu Land unterscheiden. So werden unter anderem die Anforderungen an die Sicherheit und Wirksamkeit der medizinischen Produkte und an den Betrieb der Produktionseinrichtungen und Labore als Zulassungsvoraussetzungen geregelt. Auch die rechtlichen Rahmenbedingungen sind ständigen Änderungen unterworfen. Es besteht das Risiko, dass künftige Änderungen der relevanten Rahmenbedingungen erhebliche Kosten verursachen oder eine Modifizierung der Tätigkeit in bestimmten Bereichen erforderlich machen. Weiters kann die Nichterlangung oder wesentliche Verzögerungen bei der Erlangung von Zulassungen oder anderen Genehmigungen sowie der Verlust derartiger Berechtigungen die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage negativ beeinflussen. Das Unternehmen hat in ihrer regulatorischen Abteilung Zugang zu Behördeninformationen, die ein Monitoring der oben genannten Risiken erlauben.

Liquiditäts-, Finanzierungs- und Ausfallsrisiko

Das Unternehmen regelt seine Liquidität durch die Bereitstellung entsprechender fristenkongruenter Finanzierungslinien sowie durch das aktive Management von Vorräten, Kundenforderungen und Lieferantenverbindlichkeiten. Ein Liquiditätsrisiko besteht bei höheren kurzfristigen Kreditlinien, da Liquiditätsengpässe die Rückzahlungsmöglichkeiten einschränken können und weitere Finanzierung gefährden. Ein periodisches Liquiditätsplanungs-Tool ermöglicht das frühzeitige Management aufkommender Engpässe. Das Ziel der Gesellschaft ist es, ein Gleichgewicht zwischen der kontinuierlichen Deckung des Finanzmittelbedarfs und der Sicherstellung der Flexibilität durch die Nutzung unterschiedlichster Finanzierungsinstrumente zu wahren.

Aufgrund eines hohen Anteils an Lieferungen in außereuropäische Drittstaaten besteht trotz der grundsoliden Pharmabranche ein Ausfallsrisiko bei Kundenforderungen. Um diesem Risiko wirksam zu begegnen, greift das Unternehmen auf ein laufendes aktives Kundenmanagement zurück, um im Falle einer Verschlechterung der wirtschaftlichen Situation umgehende Maßnahmen wie etwa abgesicherte Zahlungsmethoden oder Vorauskasse ergreifen zu können. Auch ein aktives Forderungsmanagement ist implementiert, um durch eine zeitnahe Überwachung, die Liquidität des Unternehmens zu schützen.

Beschaffungsrisiken

Die Produktionskosten des Unternehmens können aufgrund unvorhergesehener Preissteigerungen bei Rohstoffen, Hilfsstoffen oder sonstigen Kosten anwachsen. Gleichzeitig sind die zu erzielenden Absatzpreise für die von der Gesellschaft angebotenen Produkte im Allgemeinen nicht kurzfristig und nur in begrenztem Ausmaß anpassbar, da die Endkunden- Preisbildung in vielen Absatzmärkten durch staatliche Akteure im Rahmen von festgesetzten Refundierungspreisen erfolgt. Als Maßnahmen zur Kontrolle des Beschaffungsrisikos bedient sich das Unternehmen eines weltweiten Einkaufs von Rohstoffen, der Nutzung erhöhter Vorratsbestände sowie langfristiger Abnahmevereinbarungen. Kritische Rohstoffe werden nach Möglichkeit von mehreren Anbietern aus unterschiedlichen geografischen Regionen bezogen. Als produzierendes Unternehmen besteht eine erhöhte Abhängigkeit von längerfristigen Preissteigerungen im Bereich der Energie. Als Gegenmaßnahmen werden diesbezüglich weitere Investitionen in Energieeffizienz und erneuerbare Energien geprüft.

Ausblick

Der operative Ausblick für das Geschäftsjahr 2026 ist positiv. Die eingeleiteten Maßnahmen zeigen bereits deutliche Wirkung: Im ersten Halbjahr 2026 hat sich das operative Ergebnis erheblich verbessert und ein ausgeglichenes Niveau erreicht. Die erweiterte Produktionskapazität ist zwar noch nicht vollständig ausgelastet, verschafft dem Unternehmen jedoch den nötigen Spielraum, um flexibel und kurzfristig auf Marktchancen zu reagieren. Zugleich stabilisiert das umgesetzte Kostenoptimierungsprogramm das Ergebnis nachhaltig.

Auf strategischer Ebene vollzieht Sanochemia 2026 einen entscheidenden Schritt in der Transformation vom reinen Produzenten zum Kommerzialisierungspartner innovativer Produkte. Die jüngsten Entwicklungsergebnisse lassen im laufenden und im kommenden

Geschäftsjahr erfolgreiche Marktzulassungen von drei neuen Produkten in zahlreichen europäischen Märkten erwarten.

Die gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen bleiben – wie für alle exportorientierten Unternehmen – anspruchsvoll und schwer prognostizierbar, etwa mit Blick auf internationale wirtschaftspolitische Umbrüche oder die die lokale Kostendynamik der vergangenen Jahre. Die zunehmenden geopolitischen Spannungen sind spürbar, aus heutiger Sicht jedoch beherrschbar. Sanochemia verfolgt seinen Weg zum innovativen Nischenanbieter konsequent weiter – mit dem Ziel, sich langfristig deutlich unabhängiger von externen Einflüssen zu positionieren.

Neufeld an der letha, am 30/06

Mag. Thomas Erkinger

Geschäftsführer

Dr. Timo Bender

Geschäftsführer

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