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Lagebericht 2025

Saint-Gobain Austria GmbH

Original-PDF

Stichtag 31. Dez. 2025 · Eingereicht am 28. Sep. 2026

Inhaltsverzeichnis

1.

Wirtschaftliches Umfeld

Die in der zweiten Jahreshälfte 2025 beobachtete Konjunkturerholung wird sich im Jahr 2026 verstetigen. Die Industrie dürfte den Tiefpunkt Ende 2025 durchschritten haben, sodass die Exporte und die industrielle Bruttowertschöpfung im Sog der Weltwirtschaft wieder zulegen. Die Bauwirtschaft wird hingegen erst langsam wieder in die Gänge kommen. Nach einem Rückgang im Wohnbau in 2025 von -1,6% wird für 2026 ein Wachstum von +0,5% erwartet.

Quelle: Wifo Konjunkturprognose Dezember 2025

Die Auswirkungen der Iran-Krise auf die Bauwirtschaft sind derzeit noch schwer abzuschätzen. Die damit verbundenen Risiken werden im Rahmen des bestehenden Risikomanagements laufend bewertet; potenzielle Belastungen wurden durch frühzeitige Vorsorgemaßnahmen bestmöglich begrenzt. Sämtliche Maßnahmen, die im eigenen Einflussbereich liegen, wurden umgesetzt, insbesondere hinsichtlich der Absicherung des Energieeinkaufs sowie der laufenden Abstimmung mit wesentlichen Rohstofflieferanten zur Stabilisierung der Lieferketten. Aufgrund einer weitgehend integrierten Rohstoffversorgung werden die unmittelbaren Auswirkungen auf den Unternehmenserfolg aktuell nur in begrenztem Ausmaß erwartet.

Die rückläufige Bauwirtschaft und der Ausfall eines bedeutenden Industriekunden, der seine Fertigungsaktivitäten ins Ausland verlagert und damit die Zusammenarbeit eingestellt hat, führte im Vergleich zum Vorjahr zu einem rückläufigen Umsatz. Der Umsatzrückgang am heimischen Markt konnte durch Export Lieferungen ausgeglichen werden. Jedoch kommt es durch den volatilen Markt zu deutlichen saisonalen Schwankungen.

Der Neubau ist in Österreich nach einem deutlich Rückgang 2024 im Jahr 2025 weiter um 3,8% zurück gegangen. Der Wohnbau liegt mit -1,6% leicht unter dem Vorjahr, während sich die Sanierung mit einem Plus von 2,1% besser entwickelt hat. Dementsprechend sind auch Produktgruppen die stärker im Neubau eingesetzt werden, stärker von Rückgängen betroffen.

Die geopolitischen Unsicherheiten bleiben bestehen und die getroffenen Maßnahmen

- Anpassung des Produktionsplans Schichtmodels und Einführung eines flexiblen - Monitoring der Energiemärkte und Energie Hedging - Investitionen in Nachhaltigkeitsprojekte - Energieeinsparungsprojekte haben sich bewährt und werden weitergeführt.

Um ein erhöhtes Zahlungsausfallrisiko infolge der multiplen Krisen zu vermeiden, wird die Bonität der Kunden vor Vertragsabschluss überprüft, Zahlungsziele mit Bedacht gewählt, Rechnungen zügig erstellt und Zahlungseingänge laufend überwacht.

Die Verbraucherpreise von Strom und Gas stiegen zu Jahresbeginn 2025 sprunghaft, u. a. weil die 2022 eingeführte Strompreisbremse auslief, Netzentgelte angehoben wurden, und die CO2-Abgabe stieg. Dieser Anstieg erhöhte die Inflation während des gesamten Jahres. Im Durchschnitt des Jahres 2025 betrug der Verbraucherpreisauftrieb 3½%.

2. Geschäftsentwicklung 2025

Im Jahr 2025 wurden Umsatzerlöse in der Höhe von 128 MEUR (Vorjahr 128) MEUR erzielt.

Der Ausfall eines Industriekunden, der die Produktion ins Ausland verlagert hat, konnte am inländischen Markt nicht kompensiert werden. Im Export sind einige Märkte durch die hohen Kosten und damit verbundenen Wettbewerbsnachteile unter Druck geraten. Diese Rückgänge konnten aber auf anderen Märkten durch neue Produkte überkompensiert werden.

3. Ergebnis

Die Gesellschaft hat im Geschäftsjahr 2025 mit einem positiven Betriebsergebnis in der Höhe von TEUR 14.297 abgeschlossen (Vorjahr TEUR 12.848). Durch Kosteneinsparungen und Effizienzsteigerungen in allen Bereichen konnte Ergebnis trotz stagnierender Verkaufszahlen gesteigert werden. das

Aus den letzten Jahresabschlüssen können folgende Kennzahlen abgeleitet werden:

Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 3
BerechnungEinheit2025202420232022
Ergebnis vor Steuern *
ROS100%12,6011,091,0610,12
Umsatzerlöse
Betrieblicher Cash flow vom UmsatzCash flow operativer Bereich * 100 Umsatzerlöse613,9710,4319,1214,44
Working Capital RatioKurzfristiges Vermögen * 100 Kurzfristige Schulden%179,36 164,04 170,54 112,71
Eigenkapitalquote vom GesamtkapitalEigenkapital *100 Bilanzsumme624,8025,5526,6628,90

Geldflussrechnung

Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 4
Einheit202520242023
NGF aus der betrieblichenTEUR17.89013.30818.462
Tätigkeit
Nettogeldfluss aus derTEUR
Investitionstätigkeit2.518-8.1862.788
Nettogeldfluss aus derTEUR
Finanzierungstätigkeit-15.087-1.412-2.355
Veränderung liquider MittelTEUR5.3213.71018.895

Nicht finanzielle Leistungsindikatoren:

Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 4
1. BeschäftigteEinheit202520242023
Anzahl der MitarbeiterKöpfe348345344

4.

Investitionen 2025

Im Jahr 2025 wurden bei der Saint Gobain Austria GmbH MEUR 5,1 in materielle und immaterielle Anlagegüter investiert. Zusätzlich sind MEUR 2,1 durch die Sachauskehr im Zuge der Liquidation der Tochterfirma Saint Gobain Adfors Austria GmbH dem Anlagevermögen zugeflossen. Der gesamte Anlagenzugang der Saint Gobain Austria GmbH beläuft sich somit auf MEUR 7,2.

In das bereits 2024 gestartete Projekt zur Integration von Recyclinggips wurde weiter investiert.

Gemäß unserer Nachhaltigkeitsstrategie wurden auch 2025 Investitionen zur Reduktion von CO2 getätigt. Im Werk Bad Aussee tragen die umgesetzten Optimierungsprojekte am Trockner dazu bei, rund 150 to CO2 pro Jahr einzusparen. Am Standort Wien erfolgte die Fertigstellung der neuen Mischeranlage zur Produktion von Leicht-Spachtelmassen.

In Puchberg erfolgte die Umstellung von einem Linearpacker auf einen Rotopacker.

Die restlichen Investitionen betreffen Infrastruktur sowie Sicherheit. Ersatzinvestitionen und Investitionen in

5.Arbeitnehmer- und Umweltbelange

Arbeitnehmer

Per 31. Dezember 2025 betrug der Personalstand der Saint-Gobain Austria GmbH 348 Mitarbeiter“innen (inkl. Bosnien-Herzegowina), davon 129 Arbeiter, 209 Angestellte, 9 technische Lehrlinge und 1 kaufmännischer Lehrling. Im Jahresdurchschnitt 2025 waren 349 Mitarbeiter“innen (inkl. Bosnien-Herzegowina) beschäftigt. Das Durchschnittsalter bei Arbeiter*innen betrug 39 Jahre und die Firmenzugehörigkeit 12 Jahre. Im Angestelltenbereich belief sich das Durchschnittsalter auf 44 Jahre und die durchschnittliche Firmenzugehörigkeit auf 14 Jahre. Im Angestelltenbereich betrug der Frauenanteil 40,0%, im Arbeiterbereich 3,7%. Der Frauenanteil gemessen an der Gesamtbelegschaft betrug 25,6%. Die Krankenstandsrate betrug im Jahr 2025: 2,96%

Die Gesamtzufriedenheit der Mitarbeiter"innen und die Identifikation mit dem Unternehmen sind weiterhin sehr hoch, was beispielsweise an der relativ langen Firmenzugehörigkeit sowie an der hohen Teilnahmerate und guten Bewertungen bei der jährlichen Mitarbeiterbefragung erkennbar ist (es haben 84% unserer Mitarbeiterlnnen teilgenommen). Besonders stolz sind wir 2025 neuerlich auf unsere Nettoweiterempfehlungsrate von 53 (welche sich gegenüber 2024 nochmals um 2 Punkte verbessert hat).

Im Geschäftsjahr 2025 nahmen sehr viele Mitarbeiter“innen an Aus-, und Weiterbildungen teil. Es wurden in Summe 149 Maßnahmen durchgeführt. Die kontinuierliche Investition in die Aus- und Weiterbildung der Mitarbeiter*innen stellt einen wesentlichen Erfolgsfaktor für die Zukunft des Unternehmens dar.

Bei der Gewinnung neuer Mitarbeiter"innen legt Saint-Gobain Austria größten Wert auf absolute Chancengleichheit.

Umwelt

Die Umweltstrategie bzw. Umweltpolitik wird weiter vorangetrieben.

Umweltrelevante Kennzahlen:

• Circular Economy (GzG & Recycling Projekte sind in Betrieb) • Produktionszahlen (als Bezugsgröße)

In Bad Aussee wurde eine Photovoltaik Anlage installiert. In Puchberg ist diese in Planung und wird Juni 2026 in Betrieb gehen.

Das Werk Wien ist seit Juli 2024 im Scope 1&2 CO2 neutral.

Die Digitalisierung der Prozesse schreitet voran.

Für die Bergbaubetriebe wurde im Sinne der ESG Kriterien ein Biodiversitäts Mapping durchgeführt.

Saint-Gobain Austria GmbH, Bad Aussee

Im Bereich Verpackung laufen Projekte zur Optimierung des CO2 Fußabdruckes. ZB Rezyklateimer WEBER, Folienverpackung Gewichtsreduktion. Der Transport des Rohgipssteins erfolgt emissionsfrei mittels Materialseilbahn vom Bergbau Grundlsee in das Werk Bad Aussee. Aufgrund dieser umweltschonenden Transportmöglichkeit können jährlich rund 20.000 LKW Transporte und somit 200 to CO2 eingespart werden. Investitionen in E-Fahrzeuge werden weiter vorangetrieben. Das Gips-Rezyklat wird seit Q4 2025 mit der Bahn von Stockerau nach Bad Aussee transportiert.

6. Beteiligungen

Im Geschäftsjahr 2025 war Saint-Gobain Austria GmbH an folgenden Gesellschaften beteiligt:

GzG Gipsrecycling GmbH, Stockerau Dieses Unternehmen wurde als Joint Venture zu je einem Drittel mit der Fa. Porr Umwelttechnik und Saubermacher Bau Recycling & Entsorgung GmbH zum Zweck der Errichtung und Betreibung einer Gips Recyclinganlage gegründet. Das Unternehmen hat die Anlage 2025 fertiggestellt und die Produktion ist angelaufen. Das Tochterunternehmen Saint-Gobain Adfors Austria GmbH in Hornstein wurde in 2025 liquidiert.

7. Wesentliche Risiken und Ungewissheiten

Es bestehen die allgemeinen Risiken eines Produktionsunternehmens. Wesentliche Risiken und Ungewissheiten im Absatzbereich sind bezüglich Menge und Preis bestimmt. Die geopolitischen Risiken werden laufend beobachtet und die Maßnahmen entsprechend angepasst. Zum Beispiel wurde, um dem Risiko der schwankenden Gaspreise entgegenzuwirken, der Preis für einen Teil des Gasbedarfs fixiert.

Ausfallrisiken von Kundenforderungen werden sowohl im Inland als auch auf den wichtigsten Exportmärkten durch Warenkreditversicherungen abgedeckt. Alle Risiken aus nicht versicherten Kundenforderungen werden durch ein striktes Debitorenmanagement möglichst geringgehalten. Der Kreditmanagementprozess ist automatisiert und die Regeln sind im SAP System abgebildet. Risikoanalysen solcher und ähnlicher Risiken werden systematisch und regelmäßig durchgeführt um auch um die strategische Ausrichtung des Unternehmens abzudecken. Im Rahmen des Risikomanagements ist auch ein „Business Continuity Plan“ enthalten.

Da ausschließlich in EURO verrechnet wird besteht derzeit kein nennenswertes Währungsumrechnungsrisiko. Andere Risiken wie Liquiditätsrisiko oder zinsbedingtes Cashflow-Risiko besteht derzeit nicht.

Die Überprüfung der Forderungen ergab kein erhöhtes Zahlungsausfallrisiko. Ausfallrisiken von_ Kundenforderungen Warenkreditversicherungen abgedeckt. werden zudem durch Andere Risiken wie Liquiditätsrisiko oder zinsbedingtes Cashflow-Risiko besteht derzeit nicht.

8.

Ausblick

Unser Einkaufsvolumen in der Ukraine ist sehr gering und alternative Bezugsquellen stehen zur Verfügung. Wir sind nicht am Absatzmarkt in der Ukraine tätig. Aber der Ukraine-Krieg, die Sanktionen gegen Russland und der Iran Konflikt führen zu einem sehr volatilen Energiemarkt und verschärfen die globalen Produktions- und Lieferschwierigkeiten.

In den Produktionsstandorten Bad Aussee und Puchberg wird im Produktionsprozess Erdgas verwendet. Diesem Risiko können wir nur bedingt durch den Aufbau von Lagerbestand entgegenwirken. Ein Umstieg auf elektrische Energie wird geprüft, ist aber kurzfristig nicht möglich. Bei einem Ausfall der Gasversorgung in Osterreich können wir eingeschränkt auf Lieferwerke im umliegenden Ausland ausweichen. Die Primärversorgung des Standorts Stockerau basiert auf elektrischer Energie. Der Standort Wien wurde gänzlich auf Stromversorgung umgestellt, daher sind diese Standorte nicht von Erdgasversorgung abhängig.

Die Bauwirtschaft in Osterreich wird sich im Jahr 2026 voraussichtlich langsam erholen und weiterhin mit Herausforderungen konfrontiert sein. Insbesondere im Neubau wird ein weiterer Rückgang erwartet, während in der Sanierung leichtes Wachstum prognostiziert wird.

Die Erwartungen für 2026 für Saint-Gobain Austria:

Wir erwarten aufgrund der Prognosen für das Jahr 2026 nur eine leichte Entspannung. Effiziente Prozesse, Innovationen und neue Produkte werden notwendig sein, um auf den volitiven Markt bestehen zu können.

Die Entwicklung der Energie- und Rohstoffpreise werden weiter ein wichtiger Schlüssel bleiben, der das operative Ergebnis mitbeeinflusst.

Die Fixkosten werden laufend kritisch geprüft und bei Bedarf angepasst. Die

Ergebniserwartung für 2026 liegt auf dem Niveau des Jahres 2025.

Der Jahresabschluss des Unternehmens wurde auf Grundlage der Unternehmensfortführung (going-concern Prinzip) erstellt.

9. Forschung und Entwicklung

Im Jahr 2025 lag der strategische Innovationsfokus auf der Weiterentwicklung und Erweiterung unserer Trockenbau- und Fassadensysteme. Durch den Zusammenschluss der drei Unternehmen im Jahr 2021 konnten auch die Forschungsentwicklungen markenübergreifend intensiviert und optimiert werden. Bei der Produktentwicklung können wir auch auf Forschung- und Entwicklungen des Konzens zurückgreifen.

10. Zweigniederlassungen

Niederlassung Wien: Saint-Gobain Austria GmbH, Gleichentheilgasse 6, 1230 Wien Niederlassung Stockerau: Saint-Gobain Austria GmbH, Prager Straße 77, 2000 Stockerau

Niederlassung Puchberg: Saint-Gobain Austria GmbH, Wiener Neustädter Straße 63, 2734 Puchberg am Schneeberg

Bad Aussee, am 07. Mai 2026

Die Geschäftsführung

Signiert von:

Peter Giffinger

— FD242 131980 14 A6. Ing. Peter Giffinger

Michael Allesch

Signlert von: — 03163869E80046C.

Dipl. Ing. Michael Allesch

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