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Lagebericht 2025

Kremsmüller Anlagenbau GmbH

Original-PDF

Stichtag 31. Dez. 2025 · Eingereicht am 27. Aug. 2026

Inhaltsverzeichnis

1. Über Kremsmüller

Kremsmüller ist ein mittelständisch geprägtes Familienunternehmen und bietet seinen Kunden die Errichtung und Instandhaltung wesentlicher Gewerke einer Industrieanlage.

Dazu zählen solche der Großindustrie genauso wie jene für die Pilotanlage eines Start-Ups. Wir setzen dafür hochqualifizierte Fachkräfte ein und schaffen für diese mit optimaler Ausstattung bestmögliche Arbeitsbedingungen.

Die Wurzeln von Kremsmüller reichen zurück in das Jahr 1961. Der Grundstein wurde in den 60er Jahren mit Personaldienstleistungen für die Industrie gelegt. Dies stellte damals eine absolute Innovation dar und fand in der Branche rasch zahlreiche Abnehmer. Ab den 70er Jahren entwickelte sich schrittweise die technische Kompetenz, um auch im Projektgeschäft reüssieren zu können.

Das aktuelle Portfolio von Kremsmüller spiegelt die typische Projektlandschaft der Zielbranchen wider und teilt sich auf den Rohrleitungsbau und Mechanik; Elektro-, Mess-, Steuer-, und Regeltechnik; Telekommunikation sowie auf Apparate-, Spezialbehälter- und Tankbau auf. Gemeinsam bilden die Fachbereiche die ideale Basis, um Anlagenbau-Projekte gesamtheitlich und mit der nötigen Schlagkraft abzudecken. Für die Gewichtung der einzelnen Fachbereiche wird auf die Darstellung der Umsatzerlöse im Anhang verwiesen.

In unterschiedlicher Gewichtung je Fachbereich werden innerhalb der Dienstleistungssegmente Beauftragungen auf Arbeitskräfteüberlassung- bzw. Werkvertragsbasis abgewickelt.

2. Geschäftsverlauf und wirtschaftliche Lage

Die für Kremsmüller wesentlichen Industrien in der DACH-Region waren im Geschäftsjahr 2025 weiterhin von den strukturellen Anforderungen der Energiewende, dem Ausbau kritischer Infrastruktur sowie einem anhaltenden Investitionsbedarf in systemrelevanten Bereichen geprägt. In diesem Umfeld konnte Kremsmüller seine Position in den relevanten Marktsegmenten behaupten und die Geschäftsentwicklung insgesamt stabil gestalten.

Stabilisierend wirkten dabei insbesondere langfristige Kundenbeziehungen und mehrjährige Verträge. Die im Marktumfeld gegenüber den Vorjahren geringere Volatilität in Bezug auf Beschaffung, Materialverfügbarkeit und Projektabwicklung trug dazu bei, Projekte verlässlicher zu planen und umzusetzen. Kremsmüller legte weiterhin ein besonderes Augenmerk auf eine vorausschauende Vertragsgestaltung und strukturierte Projektplanung, um Risiken frühzeitig zu erkennen und wirtschaftlich abzusichern.

Positive Impulse ergaben sich weiterhin aus Projekten im Umfeld der Dekarbonisierung der Industrie und der nachhaltigen Energieversorgung. Die auf der Unternehmenshomepage dargestellten Referenzen verdeutlichen diese Positionierung, etwa mit dem Druck- Wärmespeicher für die Nahwärmeversorgung in der Hamburger HafenCity, bei dem CO₂-freie industrielle Abwärme nutzbar gemacht wird, mit dem Projekt „Industrial Heat 2“ von Aurubis in Hamburg zur Ausweitung der CO₂-freien Wärmeversorgung sowie mit dem Wasserstoff- Referenzprojekt H2FUTURE zur grünen Stahlproduktion am Standort Linz.

Auch die Kompetenz von Kremsmüller im Bereich industrieller Abwärmenutzung wird durch Referenzprojekte wie die Fertigung von zwei Großwärmepumpen mit jeweils 10 MW Leistung zur Nutzung industrieller Abwärme sichtbar. Diese Beispiele unterstreichen die technische Breite und die Umsetzungsstärke des Unternehmens in zukunftsrelevanten Anwendungsfeldern.

Dies zeigt sich exemplarisch auch an den auf der Unternehmenshomepage dargestellten Referenzen in den Bereichen industrielle Abwärmenutzung, Wärmespeicher, Fernwärme, Wasserstoff und Telekommunikationsinfrastruktur.

Die Positionierung von Kremsmüller als verlässlicher Partner für die systemkritische Industrie konnte weiter gestärkt werden. Aufgrund der fachlichen Breite, der langjährigen Kundenbeziehungen und der guten Marktstellung in zukunftsrelevanten Bereichen sieht sich das Unternehmen weiterhin gut aufgestellt.

2.1 Finanzielle und nichtfinanzielle Leistungsindikatoren

Die Kremsmüller Anlagenbau GmbH schließt das Geschäftsjahr mit einem deutlich positiven Ergebnis (EBIT EUR: 5.084.038,50 (VJ: EUR 5.590.840,91)) ab.

Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 2
Ergebniskennzahlen20252024
UmsatzTEUR181.708205.755
EBITTEUR5.0845.591
EBTTEUR5.1205.334
Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 3
EK-Rentabilität (ROE)*%12,6 %14,4%
Bilanzkennzahlen20252024
Eigenkapitalquote nach%37,2%34.9%
UGB
Anlagenintensität**%4,6%4,7%
Fremdkapitalquote%62,7%65,1%
Finanzkennzahlen20252024
Netto-Geldfluss betriebliche Tätigkeit3.135.187,165.451.577,44
Netto Geldfluss Investitionstätigkeit- 1.956.230,40- 1.381.468,94
Netto Geldfluss Finanzierungstätigkeit- 97.759,93- 584.136,63
Weitere Kennzahlen20252024
Umsatzrendite***%2.8%2.7%
Working Capital****TEUR40.48338.105

* Ergebnis vor Steuern / Eigenkapital

** Anlagevermögen / Gesamtvermögen

*** Ergebnis vor Steuern / Umsatz

***kurzfristiges Umlaufvermögen – kurzfristige Rückstellungen und Verbindlichkeiten

2.1.1 Investitionen

Die Investitionen betrugen im Jahre 2025 EUR 2.136.697,84(VJ: TEUR 1.771). Die Investitionsschwerpunkte lagen hier im Bereich der Ersatzinvestitionen.

2.1.2 Umweltbelange – Nachhaltigkeit

Unter Nachhaltigkeit versteht Kremsmüller verantwortungsvolles unternehmerisches Handeln für langfristigen ökonomischen Erfolg im Einklang mit Umwelt und Gesellschaft. Nachhaltig profitabel zu wachsen ist erklärtes Unternehmensziel. Dabei werden Geschäftspartner, Kunden, Mitarbeiter und weiteren Stakeholder miteinbezogen und im direkten Dialog angesprochen. Für umweltkritische und unsichere Vorfälle und Situationen gibt es ein digitales Meldesystem, welches auch auf Baustellen jedem Mitarbeiter zur Verfügung steht.

Kremsmüller hat dieses Prinzip in der Unternehmenspolitik zur Nachhaltigkeit und gesellschaftlichen Verantwortung (Corporate Social Responsibility) definiert und umgesetzt.

Weiters ist Kremsmüller bei zahlreichen Kunden durch werksinterne Regelungen an weiterführende und maßgeschneiderte Regelungen gebunden.

Ergänzend wird hier auf den Abschnitt „Geschäftsverlauf und wirtschaftliche Lage“ verwiesen. Zahlreiche Entwicklungen deuten darauf hin, dass ein Schwerpunkt künftiger Projekte von Kremsmüller sich im Umfeld nachhaltiger Energie finden wird.

2.1.3 Personal

Die Aufstellung der durchschnittlichen Zahl der Arbeitnehmer während des Berichtsjahres, aufgeteilt nach Arbeiter und Angestellte, findet sich im Anhang zum Jahresabschluss.

Qualifiziertes Personal ist ein wesentlicher Erfolgsfaktor der Unternehmensgruppe. Neben verschiedenen Programmen zur Mitarbeitergewinnung, zielen Employer-Branding Maßnahmen vor allem auch auf die Mitarbeiterbindung ab. Der Bereich Human Resources unterstützt maßgeblich die Geschäftsbereiche in der Erreichung und Umsetzung der Bereichsund der übergeordneten Unternehmenszielen.

Die Ausbildung von jungen Fachkräften hat eine lange Tradition bei Kremsmüller und findet an den Standorten Schwechat und Steinhaus statt. Um eine fundierte und moderne Ausbildung zu gewährleisten, wurde die Karl Kremsmüller Schweißakademie modernisiert und mit neuen Inhalten gefüllt.

Die 2022 geschaffene „Kremsmüller Akademie“ bietet als akkreditierte Bildungseinrichtung ein vielfältiges Angebot an Ausbildungen rund um die Themen Technik, Berechtigungen, Gesundheit & Sicherheit, IT, Führung & Persönlichkeit sowie Betriebswirtschaft & Recht. Damit werden alle Bereiche des Unternehmens abgedeckt.

2.2 Zweigniederlassungen

Es bestehen keine Zweigniederlassungen.

2.3 Finanzinstrumente

Im Geschäftsjahr 2025 erfolgte kein Einsatz von derivativen Finanzinstrumenten.

3. Bericht über die voraussichtliche Entwicklung und die Risiken des Unternehmens

3.1

Voraussichtliche Entwicklung des Unternehmens

Für die kommenden Geschäftsjahre geht Kremsmüller weiterhin von einem grundsätzlich tragfähigen Marktumfeld in den wesentlichen Zielbranchen aus. Insbesondere Investitionen in die Energiewende, in die Dekarbonisierung industrieller Prozesse sowie in den Ausbau kritischer Infrastruktur werden die Nachfrage nach technischen Leistungen und industriellen Dienstleistungen auch künftig stützen.

Zwar bleibt das gesamtwirtschaftliche Umfeld von Unsicherheiten geprägt, insbesondere im Hinblick auf die allgemeine Investitionsbereitschaft einzelner Industriebranchen, dennoch sind die Erwartungen für die Kremsmüller Geschäftsbereiche in Summe weiterhin von einer soliden Projekt- und Investitionsaktivität geprägt. Unterstützend wirken dabei regulatorische Anforderungen in Richtung klimaneutraler Industrie ebenso wie der fortschreitende Ausbau der Telekommunikationsinfrastruktur.

Kremsmüller wird seine Rolle als verlässlicher Partner zwischen klassischem Anlagenbau, technischer Projektabwicklung und spezialisierten industriellen Dienstleistungen weiter ausbauen. Auf Basis des breiten fachlichen Leistungsspektrums und der langjährigen Marktpräsenz ist das Unternehmen gut positioniert, um auch künftig in unterschiedlichen Branchen und Anwendungsfeldern tätig zu sein. Gleichzeitig sollen ausgewählte Zukunftsthemen und Nischentechnologien im Umfeld der Energiewende weiterentwickelt und im Unternehmen nachhaltig verankert werden.

Insgesamt erwartet die Kremsmüller Anlagenbau GmbH für die kommenden Jahre eine weiterhin stabile Entwicklung mit nachhaltigen Marktchancen in den für das Unternehmen relevanten Geschäftsfeldern.

3.1.1 Erläuterung zu Vermögens-, Finanz- und Ertragslage

Die oben beschriebene Entwicklung, insbesondere das langsam sinkende Zinsniveau und der deutliche politische Druck in Richtung erneuerbare Energien, wirkt sich positiv auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage aus. Bestätigt wird das durch die derzeitige Auftragsentwicklung und aktuelle Kundenrückmeldungen, weshalb die Kremsmüller Anlagenbau GmbH mit wachsenden Umsätzen im In- und Ausland sowie einer stabilen Ertragsentwicklung rechnen darf.

3.2 Wesentliche Risiken und Ungewissheiten

Die Kremsmüller Anlagenbau GmbH ist in Ihrem unternehmerischen Handeln naturgemäß unterschiedlichen Risiken ausgesetzt. Verschiedene Ansätze wurden gewählt, um diese Risiken zu minimieren.

Internes Kontrollsystem:

Basierend auf gültigen Regelungen und Prozessen sollen entstehende Risiken frühestmöglich identifiziert werden, um entsprechende Gegenmaßnahmen einleiten zu können. Für die Wirkungsweise des IKS hinsichtlich des Rechnungslegungsprozesses wurden sowohl organisatorische Maßnahmen als auch Regelungen getroffen, um weitestgehende Risikominimierung zu gewährleisten.

Zu diesen Maßnahmen und Regeln zählen unter anderem Funktionstrennungen, Unterschriftenordnungen sowie Kollektivzeichnungsberechtigungen für Zahlungen (Vier- Augen-Prinzip). Unterstützt werden die Bemühungen durch IT-Systeme mit entsprechenden Berechtigungen, die einerseits die elektronische Bearbeitung erleichtern, andererseits die Möglichkeit für Kontrollprozessen bieten. Die Einführung und Etablierung von konzernweit einheitlichen Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätzen soll diesen Prozess zukünftig weiter vereinheitlichen. Das 2025 eingeführte SAP S/4HANA System soll die Basis für die Weiterentwicklung und Optimierung der Prozesse sein.

Auch im allgemeinen Umgang unserer Mitarbeiter wurde ein Verhaltenskodex (Code of Conduct) definiert, der die Basis für alle geschäftlichen Handlungen in der Kremsmüller Gruppe bildet. Dies bildet einen weiteren Baustein, um im täglichen Handeln der Mitarbeiter Risiken zu minimieren.

Zins- und Währungsrisiken:

Überwiegend werden die Geschäfte in Euro abgewickelt. Bei der Abwicklung größerer Transaktionen in Fremdwährungen werden bei Bedarf entsprechende Absicherungsmaßnahmen ergriffen.

Kredit- und Liquiditätsrisiko:

Zur Verringerung des Zahlungsausfallrisikos werden Anzahlungen, Teilzahlungen und ggf. Absicherungen durch Akkreditive angestrebt. Die Finanzierung des laufenden Betriebes ist durch ein langfristiges Finanzierungspaket gesichert. Verzögerungen in der Beschaffungskette führen jedoch immer wieder zu Verzögerung in der Fertigstellung von Aufträgen und verlängern damit die notwendige Finanzierungsphase. Zur Vermeidung von erhöhten

Zahlungsausfällen bei Kundenforderungen wird das Forderungsmanagement intensiviert. Vorauszahlungen an Lieferanten werden nur bei entsprechender Bonität bzw. Besicherung geleistet.

Vertragsrisiken:

Es wurde eine neue Vertriebsorganisation etabliert, in der ein besonderer Schwerpunkt auf Vorprojektmanagement sowie Vertragsprüfung gelegt wird. Ein mehrstufiger Prozess wurde etabliert, der Ausschreibungen systematisch von einer rechtlichen, kaufmännischen, wettbewerblichen, strategischen, finanziellen sowie technischen Perspektive betrachtet. Die Erfüllung aller Kriterien wird unabhängig vom Fachbereich geprüft. Anfragen werden erst nach Abschluss aller Prüfungen kalkuliert und angeboten. Um den derzeitigen Volatilitäten im Bereich der Beschaffung entgegenzuwirken, werden verstärkt Vertragsgestaltungen mit Preisanpassungsmechanismen eingesetzt.

Personalrisiken:

Wie bereits im Abschnitt 2.1.3 angeführt, ist Personal ein wesentlicher Schlüssel für den Erfolg der Kremsmüller Gruppe. Die Kremsmüller Anlagenbau ist wesentlich davon abhängig, dass es gelingt, gutes Personal sowohl gewerblicher als auch technischer und administrativer Art, in ausreichender Menge und mit entsprechender Qualifikation zu finden und an das Unternehmen zu binden.

Qualifiziertes Fachpersonal für die Abwicklung auf der Baustelle könnte zu einem limitierenden Faktor in der Zukunft werden, weil diese auch nicht durch andere technische Lösungen substituiert werden können.

4. Bericht über die Forschung und Entwicklung

Kremsmüller sieht sich immer wieder mit herausfordernden Anforderungen konfrontiert. Sei es durch seltene Materialkombinationen oder extreme Betriebsbedingungen hinsichtlich Einsatzgebieten (z.B. Druckverhältnisse, chemische Umgebungsvariablen, etc.). Daher finden laufend konstruktionsbegleitende Entwicklungsarbeiten statt, um die Kundenanforderungen vollumfänglich zu erfüllen.

Im Vorfeld zu Projekten spielt die Schweißkompetenz der Kremsmüller Akademie daher oft eine entscheidende Rolle zur Gewinnung von Projekten. Die aktuelle Modernisierung dieser Einrichtung, etwa durch Erprobung und Anschaffung von Simulatoren, unterstreicht den Stellenwert dieser Institution.

Steinhaus bei Wels, 26. Mai 2026

Mag. Gregor Kremsmüller

Mag. Christoph Sandner

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