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Lagebericht 2024/25

Systembau Eder GmbH

Original-PDF

Stichtag 28. Feb. 2025 · Eingereicht am 26. Nov. 2025

Inhaltsverzeichnis

Systembau Eder GmbH, Peuerbach

1. Wirtschaftliches Umfeld

Die geopolitischen Tendenzen haben sich im Laufe des Jahres 2024 weiter verfestigt, womit die über Jahrzehnte geltende regelbasierte Weltordnung immer mehr an Bedeutung verliert. Dies ist unter anderem daran erkennbar, dass 2024 weltweit das Jahr mit den meisten militärischen Konflikten seit 19461 war. Der fortschreitende Isolationismus, sowie das fehlende weltpolitische Engagement etlicher Nationen, dürfte bei regionalen Konflikten zu vermehrten Eskalationen führen, da die Konfliktparteien im Vergleich zu früher scheinbar mit geringeren wirtschaftlichen Konsequenzen zu rechnen haben.

Mit fortschreitender De-Globalisierung wird es immer wichtiger, die strategisch notwendigen Güter und Dienstleistungen im eigenen Einflussbereich zu erzeugen (Stichwort „freie und sichere Seewege“). Die Strategie hochwertige Produkte/Dienstleistungen nach Asien und in die USA zu exportieren, um im Gegenzug günstige Massenprodukte aus Asien und KI-unterstützte Webservices aus den USA zu importieren, hat zu einer Abhängigkeit bei etlichen grundlegenden Fähigkeiten geführt. Gleichwohl ist Europa durch, im internationalen Vergleich, hohe Energie- und Lohnstückkosten auch weniger wettbewerbsfähig bei den Exportgütern, wodurch sich die Exporteinnahmen reduzieren. Im Bereich Rohstoffe/Energie ist Europa weiterhin stark abhängig vom Rest der Welt, da selbst die wenigen vorhandenen lokalen Rohstoffvorkommen aufgrund von bürokratischen Hürden und/oder Widerstand von NGOs nicht genutzt werden, und diese stattdessen aus Regionen mit niedrigen Umweltauflagen nach Europa importiert werden (Lithium, Erdgas bzw. LNG, etc.).

An diesem Punkt angekommen, sehen wir uns heute in Europa gezwungen, den Spagat zwischen Resilienz/Eigenversorgung und Wohlstandserhalt, durch Inanspruchnahme wirtschaftlich günstigerer Rahmenbedingungen anderswo auf der Welt, auf dem derzeitigen Niveau zu schaffen.

Durch den, sich seit Jahrzehnten beschleunigenden, demographischen Wandel, wird es zusätzlich nun jedes Jahr deutlich schwieriger werden, die nationalen Budgets ausgewogen bilanzieren zu können. Das Verhältnis von Menschen, welche Leistungen für das Bruttosozialprodukt erbringen im Vergleich zu jenen, die daraus Leistungen beziehen verschiebt sich immer weiter, wodurch bestehende soziale Vereinbarungen kaum mehr zu halten sein werden. Durch den auch dadurch erhöhten Einsatz von Fremdkapital steigt die Zinslast, was wiederum zu einem schneller steigenden Budgetdefizit und damit erhöhtem Konsolidierungsbedarf führt.

Die daraus notwendigen Veränderungen werden alle Bevölkerungsschichten und Organisationen nachhaltig beeinflussen, wodurch das Konfliktpotential vmtl. weiter ansteigen dürfte.

In diesem generellen Kontext sehen sich vor allem international tätige Unternehmen in einem schwieriger werdenden Wettbewerbsumfeld gegenüber Volkswirtschaften mit besseren Fundamentaldaten (mehr geleistete Arbeitsstunden, günstigere Energie und Rohstoffe, weniger Bürokratie) je Einwohner.

1 Quelle: Siri Aas Rusttad (Prio) „Conflict Trends: A Global Overview, 1946-2024"

Sektoren, die regionale Primärbedürfnisse (Energie, Sicherheit, Ernährung und Unterkunft) erfüllen, werden zwangsläufig weiterhin in Europa existieren müssen. In Brüssel scheint darauf auch Wert gelegt zu werden, wobei der Versuch, diese Notwendigkeiten mit den angepeilten hohen ethischen Werten in Einklang zu bringen, komplex sein dürfte. Wie sich dies auf den Bausektor schlussendlich auswirkt, wird die Zukunft zeigen, jedoch gilt es, die realistisch umsetzbaren und offensichtlich sinnvollen Optionen konstruktiv und engagiert zu beleuchten.

2. Geschäftstätigkeit 2024/2025

2.1 Geschäftsverlauf

Im Berichtszeitraum pendelte sich die, an die Marktgegebenheiten angepasste, Betriebsleistung auf dem erwarteten Niveau ein. Die frei gewordenen Kapazitäten wurden teilweise weiter abgebaut bzw. für interne Entwicklungsprojekte verwendet.

Der Geschäftsverlauf und die Marktentwicklung je Quartal entsprachen den Erwartungen.

Die oftmalige und kurzfristige Verschiebung von vereinbarten Lieferterminen belastet weiterhin eine detaillierte und professionelle Projektabwicklung und somit die ordentliche Vorplanung der Kapazitäten. Diesem Umstand wird zwar durch eine sehr intensive Projektabwicklung und konstante Terminkoordination entgegengewirkt, jedoch machen sich die spontanen Bauzeitplan-Abweichungen dennoch bei den erreichbaren Produktionskapazitäten und den effektiven Produktionskosten nachteilig bemerkbar.

Auch der weiter steigende Anspruch an Produkteigenschaften und -funktionen bei gleichzeitiger Reduktion der Qualität von beigestellten Planunterlagen führt zu einer steigenden Projektbearbeitungsintensität, was ebenfalls die maximalen Kapazitäten belastet.

2.2 Marktgeschehen und Marktgebiet

Die Geschäftstätigkeit umfasste die industrielle Fertigung von Stahlbetonfertigteilen am Standort Kallham. Für das Baugewerbe und die Bauindustrie ist die Systembau Eder GmbH ein zuverlässiger Partner.

Der Hauptabsatzmarkt umfasst das Bundesgebiet Österreich mit, je nach Produktkomplexität und -art, unterschiedlichen lokalen Schwerpunkten.

Die Geschäftsfelder umfassen vom lokalen Hausbau über mehrgeschossigen Wohnbau bis zum großvolumigen Industrie- und Gewerbebau alle Größenordnungen von Bauvorhaben mit Hauptaugenmerk auf den Hochbau.

2.3 Produktionsanlagen

Zu den wichtigsten Produktkategorien gehören die manuelle Fertigung von Stahlbetontreppen und Sonderfertigteilen verschiedenster Art, sowie die teilautomatisierte Produktion von Doppelwänden und Elementdecken.

Jedes Bauteil wird individuell nach Kundenspezifikationen gefertigt und veredelt, es gibt keine Produktion auf Lager.

2.4 Mitarbeiter

Die Systembau Eder GmbH beschäftigte im Jahresdurchschnitt 123 (Vj. 132) Mitarbeiter.

2.5 Vermögens- und Finanzlage

Das Anlagevermögen reduzierte sich bei Abschreibungen von Mio. EUR 2,2 (Vj. Mio. EUR 2,2) und Investitionen von Mio. EUR 0,4 (Vj. Mio. EUR 1,3) auf Mio. EUR 15,0 (Vj. Mio. EUR 16,8). Die wesentlichen Investitionen betrafen den Fuhrpark.

Im Umlaufvermögen reduzierten sich die Vorräte auf Mio. EUR 2,1 (Vj. Mio. EUR 2,6), die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände erhöhten sich auf Mio. EUR 3,5 (Vj. Mio. EUR 2,7). Das gesamte Umlaufvermögen beträgt Mio. EUR 9,8 (Vj. Mio. EUR 8,9).

Die Gesellschaft weist zum 28. Februar 2025 ein Eigenkapital von Mio. EUR 20,1 aus (Vj. Mio. EUR 20,7). Die Eigenkapitalquote beträgt rund 81% (Vj. 81%).

Die Rückstellungen belaufen sich auf Mio. EUR 3,0 (Vj. Mio. EUR 2,9), davon Mio. EUR 1,2 (Vj. Mio. EUR 1,2) für Abfertigungen. Im gleichen Zeitraum verringerten sich die Verbindlichkeiten auf Mio. EUR 1,5 (Vj. Mio. EUR 1,7).

Der operative Cashflow (Mittelüberschuss gemäß URG) beträgt Mio. EUR 1,5 (Vj. Mio. EUR 3,7).

2.6 Ertragslage

Das Rohergebnis (Umsatzerlöse zuzüglich Bestandsveränderungen abzüglich Materialaufwand und Aufwendungen für bezogene Leistungen) beläuft sich auf Mio. EUR 13,8 (Vj. Mio. EUR 16,6).

Das Ergebnis vor Steuern beläuft sich auf Mio. EUR - 0,6 (Vj. Mio. EUR 2,1).

Zum Jahresergebnis hat das Betriebsergebnis in Höhe von Mio. EUR - 0,8 (Vj. Mio. EUR 2,0) beigetragen, Ertragsteuern in Höhe von Mio. EUR 0,0 (V] Mio. EUR 0,5) haben das Ergebnis belastet. Die Reduktion des Ergebnisses ist im Wesentlichen auf das geringere Absatzvolumen zurückzuführen.

2.7 Leistungsindikatoren

Finanzielle Leistungsindikatoren stellen sich zum 28. Februar 2025 wie folgt dar:

Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 4
Finanzielle Leistungsindikatoren2024/252023/24
Anlagenintensität60%65%
Working Capital (TEUR)6.455,406.308,50
Eigen kapitalquote81%81%
Mitarbeiteranzahl (aliquot)123132
Rohergebnis je Mitarbeiter (TEUR)112,0126,1

3. Chancen und Risiken der künftigen Entwicklung

Das Zinsniveau der EZB ist in den letzten 12 Monaten spürbar gefallen, aber da die Inflationserwartungen zwischen den USA und Europa deutlich divergieren, reduzierte die amerikanische FED deren Leitzinsen nicht im gleichen Ausmaß. Auch aufgrund der unvorhersehbaren Außenhandelspolitik der USA besteht aktuell größte Unsicherheit bzgl. langfristiger Investitionen auf beiden Kontinenten. Die Frage ob die EU bessere Rahmenbedingungen hinsichtlich Bürokratie und Energiekosten schaffen kann, und/oder die USA, mit den angedrohten Zöllen, Industrieproduktionen wieder „reshorenn kann, bleibt vorerst ungeklärt. Dies bremst auf beiden Kontinenten langfristige Investitionen im Industriebereich, da noch nicht absehbar ist, welche Zölle auf welche Güter schlussendlich anzuwenden sein werden und was die damit verbundenen Konsequenzen sein werden. Einzig im Rüstungssektor scheint Europa gewisse Pflöcke in Richtung Expansion eingeschlagen und die dazugehörigen Budgets auch beschlossen zu haben. Die privaten Haushalte in Österreich scheinen sich an die Situation zu gewöhnen, wodurch der Konsum im ersten Halbjahr 2025 tendenziell steigt und die Netto- Sparquote leicht sinkt2. Beides zwar von einem, volkswirtschaftlich betrachtet, schwachen Niveau aus, aber die Tendenz ist positiv.

In diesem Zwiespalt aus fortwährender Unsicherheit und notwendiger Anpassung müssen zukunftsfähige Entscheidungen getroffen werden. Wichtig dabei scheint, dass die Optionen offen bleiben, da auch europäische Vorgaben immer wieder verändert oder zeitlich nach hinten verschoben werden. So wurde im Automotive- Sektor das Verbrenner-Aus, nach Anerkennung der volkswirtschaftlichen Konsequenzen, verschoben und es bleibt zu erwarten, dass auch andere Vorgaben, die manchmal fragwürdig erscheinen, das Zusammentreffen mit der Realität nicht unverändert überstehen werden. Es erscheint daher notwendig, die technische Sinnhaftigkeit der Grundannahmen jeweils kritisch zu prüfen, um sich nicht in vorauseilendem Gehorsam in eine negative Position zu manövrieren bzw. unnötig Ressourcen zu verschwenden.

Zukünftige Immobilien werden vermutlich aufgrund von umwelttechnischen, politischen und auch finanziellen Rahmenbedingen eher kompakt gebaut werden müssen, was dem Baustoff Beton sehr zugute kommt, da damit auf den geringsten Grundflächen die höchste Ausbeute an nutzbarer Fläche erzielt werden kann.

Auch wird aufgrund der weiterhin fortschreitenden sommerlichen Überhitzung das Thema Klimatisierung zunehmend an Bedeutung gewinnen. Dies lässt sich durch

die thermische Bauteilaktivierung in den massiven Betonbauteilen, speziell Stahlbetondecken, am besten und energieeffizientesten lösen. Wir gehen davon aus, dass dies in den ökologischen Gebäudebewertungen einen hohen Einfluss haben wird, da 2/3 der CO2-Emissionen am Gebäudesektor während der Nutzung und nur 1/3 beim Bau selbst entstehen. Verbunden mit den exzellenten Schallschutz-, Brandschutz- und Tragwerkseigenschaften sehen wir im Baustoff Beton damit eine unabdingbare Komponente, um die zukünftigen Aufgaben zu lösen.

Der weiterhin hohe Trend zum Bauen mit nur halbfertigen Plänen bzw. Unterlagen und den daraus resultierenden spontanen Anderungen ist eine hohe Gefahr für die Profitabilität des gesamten Bausektors. Wir beobachten bei diesem Thema unterschiedliche Zugänge der Bauindustrie. Die einen sagen ihren Investoren/Bauherren trotz fehlender Planunterlagen, Bescheiden, etc. weiterhin zu, die nicht näher beschriebenen Aufgaben spontan und ohne Verrechnung von Mehrkosten zu erfüllen. Die anderen gehen bereits in der Kalkulationsphase in eine immer detailliertere Planung inkl. Zeitplan, was vor allem bei komplexen Bauvorhaben eine effiziente Abwicklung und technisch saubere Lösung ermöglicht. Wir gehen davon aus, dass Letztere, vor allem in einem sehr schwierigen Marktumfeld, am ehesten in der Lage sein werden, Projekte erfolgreich abzuwickeln und langfristig damit als zuverlässige Partner am Markt wahrgenommen werden.

Eine weitere Chance für die Zukunft sehen wir einerseits in der immer schwieriger werdenden Baugrundsituation, welche das Bauen in die Höhe und in die Tiefe erfordert, was wiederum dem Baustoff Beton zugutekommt, sowie andererseits im Fachkräftemangel gepaart mit der steigenden Komplexität am Bau, was den Anteil der Vorfertigung eher steigen lassen wird.

Für das Geschäftsjahr 2025/26 wird mit steigenden Umsätzen und einem verbesserten Ergebnis als im abgelaufenen Geschäftsjahr geplant.

4. Risikomanagement

Risiken, die über das branchenübliche Maß hinausgehen, bestehen bei uns nicht. Ausfallrisiken beim Forderungsbestand werden reduziert, indem die Bonität und das Zahlungsverhalten der Kunden laufend überwacht werden, sowie für einen überwiegenden Großteil der Umsätze eine Kreditausfallsversicherung abgeschlossen wurde. Die Gesellschaft hat keine Sicherungsgeschäfte getätigt.

5. Forschung und Entwicklung

Wir legen jederzeit viel Fokus auf die ständige Entwicklung der Maschinen, Anlagen und Prozesse um sowohl Effizienz, Produktqualität und die Ergonomie der Arbeitsplätze zu verbessern.

Im Geschäftsjahr 2024/2025 wurden die frei gewordenen Kapazitäten für die Ablaufoptimierung und eine verbesserte interne Materiallogistik in den Produktionen eingesetzt.

Um einen höheren Benefit für den Alltag zu bekommen, wurde versucht, Sonderlösungen bei Kundenprojekten von Anfang an industriell reproduzierbar zu machen. Dies soll in einem höheren durchschnittlichen Kundennutzen enden und zeitgleich den internen Aufwand für diese Art von Lösungen reduzieren.

Peuerbach, 25. August 2025

Dipl.-Ing. Sebastian Eder

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