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Lagebericht 2025

Electron Leitungsbau Österreich GmbH

Original-PDF

Stichtag 31. Dez. 2025 · Eingereicht am 30. Sep. 2026

Inhaltsverzeichnis

I. Grundlagen des Unternehmens

1.

Geschäftsmodell

Die Electron Leitungsbau Österreich GmbH ist Dienstleister im Bereich der Planung, Instandhaltung und Errichtung von Hochspannungsfreileitungen. Dabei tritt man als Komplettanbieter für die planerische Auslegung der Maste und Leitungen sowie für die Errichtung der Fundamente, der Stahlkonstruktionen und für das Einziehen der Leiter- und Erdseile auf. Der Projektumfang reicht vom Kleinprojekt bis zum 380kV Neubauprojekt.

Zu den Kunden der Electron Leitungsbau Österreich GmbH zählen Übertragungs- und Verteilnetzbetreiber in ganz Österreich sowie die deutsche Muttergesellschaft die Electron Leitungsbau GmbH.

Die Electron wurde 1919 in den Niederlanden gegründet. 1997 erfolgte der Markteintritt in Deutschland. 2019 entschied man sich für die Gründung einer Tochtergesellschaft in Österreich, der Electron Leitungsbau Österreich GmbH.

II.

Wirtschaftsbericht

1. Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Rahmenbedingungen

Nach zwei Jahren rückläufiger Wirtschaftsleistung zeigte sich die österreichische Wirtschaft im Jahr 2025 wieder leicht erholt. Das reale Bruttoinlandsprodukt erhöhte sich gegenüber dem Vorjahr um 0,6 %. Damit endete die seit 2023 anhaltende Rezessionsphase, wenngleich die gesamtwirtschaftliche Entwicklung weiterhin von einem verhaltenen Wachstum geprägt war.

Der österreichische Arbeitsmarkt erwies sich auch im Jahr 2025 als weitgehend stabil. Im Jahresdurchschnitt waren rund 4,5 Millionen Personen in Österreich erwerbstätig. Die Erwerbstätigenquote der 15- bis 64-Jährigen lag bei 74,3 %.

Ungeachtet der verhaltenen gesamtwirtschaftlichen Entwicklung bestehen im Bereich der Energieinfrastruktur weiterhin langfristig positive Rahmenbedingungen. Der Ausbau erneuerbarer Energien und der zunehmende Strombedarf führen zu steigenden Anforderungen an Transportkapazitäten, Systemstabilität und Flexibilität der Stromnetze. Der gezielte Ausbau und die Modernisierung der Stromnetzinfrastruktur sind daher wesentliche Voraussetzungen für die weitere Transformation des Energiesystems.

Im Sinne einer langfristigen und vorausschauenden Netzausbauplanung erstellt die Austrian Power Grid AG regelmäßig Netzentwicklungspläne für das österreichische Übertragungsnetz. Der Netzentwicklungsplan 2025 basiert auf den langfristigen Planungen des TYNDP 2024 und stellt eine Weiterentwicklung des Netzentwicklungsplans 2023 dar. Darüber hinaus wurden zusätzliche, im Österreichischen Netzinfrastrukturplan 2024 identifizierte Anforderungen in die Netzplanung aufgenommen.

Der Netzentwicklungsplan 2025 sieht für das APG-Übertragungsnetz unter anderem folgende Ausbauund Erneuerungsmaßnahmen vor:

- - - - - Generalerneuerungen von Leitungen im Umfang von rund 730 km, Umstellungen von rund 70 km bestehender Leitungen auf höhere Spannungsebenen, rund 920 Trassenkilometer neue Leitungen, 23 neue Umspannwerke bis 2035 sowie Ausbauten und Generalerneuerungen bestehender Umspannwerke und Schaltanlagen und rund 80 zusätzliche Umspanner (Transformatoren) mit einer Gesamtleistung von etwa 30.000 MVA.

Die vorgesehenen Ausbau- und Erneuerungsmaßnahmen verdeutlichen den langfristig hohen Bedarf an leistungsfähiger Übertragungsinfrastruktur in Österreich. Aus dem langfristig hohen Netzausbaubedarf ergeben sich für die Geschäftstätigkeit der Gesellschaft weiterhin positive branchenbezogene Rahmenbedingungen.

2.

Geschäftsverlauf

Die Electron ist deutschland- und österreichweit für einen Großteil der Übertragungs- und Verteilnetzbetreiber präqualifiziert und tätig. Die Wettbewerbssituation ist in den letzten Jahren durch das hohe, aber nicht gleichmäßig verteilte, Ausschreibungsvolumen sehr volatil. Speziell an großen Neubauprojekten sind mittlerweile auch international tätige Unternehmen bzw. Konzerne interessiert und bei einzelnen Kunden auch präqualifiziert. Der Kreis der Bieter hat sich in diesem Segment in den letzten Jahren deutlich vergrößert.

Das abgelaufene Geschäftsjahr war von einer hohen Auslastung der operativen Ressourcen gekennzeichnet. Terminverschiebungen in laufenden Projekten aufgrund fehlender Genehmigungen oder nicht realisierbarer Abschaltungen konnten durch eine geschickte Ressourcenplanung ausgeglichen werden, sodass es zu keinen Stillständen im Baustellenbetrieb kam. Insgesamt konnte mit 37,3 Mio. EUR die für 2025 über Vorjahresniveau geplante Gesamtleistung mehr als erfüllt werden. Der Jahresüberschuss 2025 i. H. v. 4,6 Mio. EUR liegt über dem für 2025 geplanten Wert. Entsprechend ist die Geschäftsentwicklung insgesamt als günstig zu beurteilen.

Im Geschäftsjahr hat die Gesellschaft die Überwachungsaudits ihres Integriertes Managementsystems nach DIN ISO 9001:2015 (Qualitätsmanagement), nach DIN ISO 45001:2018 (Arbeits- & Gesundheitsschutzmanagement) und nach DIN ISO 14001:2015 (Umweltmanagement) erfolgreich bestanden.

Die Gesellschaft betreibt eine inländische Zweigniederlassung in Debant, Drautal Bundesstraße 7b.

III.

Ertragslage

Im Jahr 2025 konnten im Vergleich zum Vorjahr die Gesamtleistung und die Umsatzerlöse deutlich gesteigert werden.

Auch im abgelaufenen Geschäftsjahr 2025 wurden zur Abwicklung unserer Projekte und zur Abdeckung von Spitzenlasten Fremdleistungen und Materialien zugekauft. Das größte Volumen entfällt dabei auf die Bereiche Gründung, Wegebau und Stahlbau (Mastvormontage, Mastmontage und Stahlsanierung). Ein Großteil der zugekauften Stahlbauleistungen wurde dabei an die Schwestergesellschaft DS Energy GmbH, zur weiteren Vertiefung der Geschäftsbeziehungen vergeben. In den anderen genannten Bereichen arbeitet die Gesellschaft seit Jahren mit strategischen Partnern zusammen.

Das Rohergebnis (=Gesamtleistung zzgl. Sonstige betriebliche Erträge abzgl. Materialaufwand) im Geschäftsjahr stieg gegenüber dem Vorjahr um 5,6 Mio. EUR auf 22,7 Mio. EUR (Vj. 17,1 Mio. EUR). Damit ist das Rohergebnis um 32,8 % im Vergleich zum Vorjahr angestiegen, was auf das gesteigerte Auftragsvolumen zurückzuführen ist. Das EBIT (=Rohergebnis abzgl. Personalaufwand, Abschreibungen und sonstigen betrieblichen Aufwendungen) stieg gegenüber dem Vorjahr um 2,4 Mio. EUR auf 5,9 Mio. EUR (Vj. 3,5 Mio. EUR). Dies entspricht einem Anstieg von 68,6 % gegenüber dem Vorjahr.

Der Auftragseingang betrug zum 31. Dezember 2025 92,3 Mio. EUR (Vj. 34,0 Mio. EUR) und deckt damit rechnerisch 247,2 % einer Jahresleistung ab.

Im Durchschnitt waren im abgelaufenen Geschäftsjahr 89 Mitarbeiter beschäftigt (Vj. 83 Mitarbeiter). Die Personalaufwandsquote (Personalaufwand / Gesamtleistung) sank um 2,0 Prozentpunkte auf 29,0 % (Vj. 31,0 %). Ausschlaggebend dafür war im Wesentlichen die gestiegene Gesamtleistung.

Der Jahresüberschuss stieg um 1,9 Mio. EUR auf 4,6 Mio. EUR (Vj. 2,7 Mio. EUR). Dies entspricht einem Anstieg von 70,4 % gegenüber dem Vorjahr.

IV.

Finanzlage

• Cashflow aus der betrieblichen Tätigkeit

Der Cashflow aus der betrieblichen Tätigkeit betrug im Geschäftsjahr 5,8 Mio. EUR (Vj. 8,6 Mio. EUR). Der Rückgang resultiert im Wesentlichen aus dem stichtagsbedingten Rückgang der erhaltenen Anzahlungen auf Bestellungen.

• Cashflow aus Investitionstätigkeit

Für Investitionen in das Anlagevermögen wurden im Geschäftsjahr 4,4 Mio. EUR aufgewendet. Von den getätigten Investitionen zur Erweiterung und Modernisierung entfielen 1,7 Mio. EUR auf andere Anlagen und Betriebs- und Geschäftsausstattung. Diese Investitionen wurden vollständig aus Eigenmitteln finanziert. Darüber hinaus entfielen 2,5 Mio. EUR auf die Erweiterung des Betriebsstandorts in Nußdorf- Debant.

• Cashflow aus Finanzierungstätigkeit

Die liquiden Mittel erhöhen sich zum Stichtag um 0,6 Mio. EUR auf 9,1 Mio. EUR (Vj. 8,5 Mio. EUR).

Durch Liquiditätszuflüsse aus den bisher erfolgten Auftragseingängen wird auch weiterhin von einer Sicherstellung der Liquiditätsversorgung ausgegangen.

V.

Vermögenslage

Die Bilanzsumme hat sich im Vergleich zum Vorjahr um 2,6 Mio. EUR auf 20,4 Mio. EUR (Vj. 17,8 Mio.

EUR) erhöht.

Die Anlagenintensität ist aufgrund des Anstiegs der Geleisteten Anzahlungen und Anlagen im Bau im Vergleich zum Vorjahr auf 51,1 % (Vj. 43,0 %) gestiegen.

Die noch nicht abrechenbaren Leistungen sind im Jahresverlauf aufgrund des gestiegenen Auftragsbestandes deutlich angestiegen. Nach Abzug der erhaltenen Anzahlungen veränderte sich das Vorratsvermögen kaum und beträgt 58 TEUR.

Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen reduzierten sich gegenüber dem Vorjahr deutlich von 1,3 Mio. EUR auf 0,3 Mio. EUR.

Das Eigenkapital hat sich infolge des Jahresüberschusses 2025 auf 11,5 Mio. EUR (Vj. 7,9 Mio. EUR) erhöht. Bedingt durch den Anstieg des Eigenkapital liegt die Eigenkapitalquote mit 56,2 % um 11,8 Prozentpunkte über dem Vorjahreswert von 44,4 %. Die Eigenkapitalrentabilität bezogen auf den EBIT erhöhte sich ebenfalls auf 51,4 % (Vorjahr: 44,5 %).

Auf der Passivseite ist der Anstieg der Bilanzsumme im Wesentlichen auf die Erhöhung des Eigenkapitals um 3,6 Mio. EUR sowie der Rückstellungen um 1,3 Mio. EUR zurückzuführen. Darüber hinaus erhöhten sich die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen um 0,2 Mio. EUR. Gegenläufig wirkte der Rückgang der erhaltenen Anzahlungen auf Bestellungen um 2,4 Mio. EUR.

VI. Prognose-, Chancen- und Risikobericht

1. Prognosebericht

Die österreichische Energiepolitik ist stark von der Energiewende und den Klimazielen der EU geprägt.

Das zentrale Ziel ist die Klimaneutralität bis 2040, insbesondere durch:

• 100 % Strom aus erneuerbaren Quellen bis 2030 (nationales Ziel). • Massive Investitionen in Netzausbau, insbesondere durch den „Erneuerbaren-Ausbau-Gesetz (EAG)”. • Förderung von Wind-, Solar- und Wasserkraft, was neue Anforderungen an das Stromnetz stellt (z. B. Lastverlagerung, volatile Einspeisung).

Die Austrian Power Grid (APG) investiert bis 2034 ca. 9 Milliarden Euro in das Übertragungsnetz. Der Fokus liegt dabei auf:

• Modernisierung und Neubau von Hoch- und Höchstspannungsleitungen. • Transnationale Netzprojekte (z. B. mit Deutschland, Italien, Schweiz, Tschechien). • Digitalisierung und Automatisierung im Netzbetrieb.

Für die Stromnetze bedeutet dies rasant steigende Herausforderungen an den Ausbauumfang und die Ausbaugeschwindigkeit, sowohl in den Ubertragungsnetzen als auch perspektivisch vor allem in den Verteilnetzen.

Es ist daher davon auszugehen, dass das für die Electron Leitungsbau Österreich GmbH zugängliche Marktvolumen in den nächsten Jahren auf einem stabilen, sehr hohen Niveau bleiben bzw. noch weiter steigen wird.

Für den Prognosezeitraum bis Ende 2026 wird auf Grundlage der aktuellen Markt- und Unternehmensentwicklung erwartet, dass das Rohergebnis das Niveau des Geschäftsjahres 2025 deutlich übertroffen wird. Auch für den Jahresüberschuss wird eine deutliche Steigerung gegenüber dem Vorjahr prognostiziert. Nach heutigem Kenntnisstand geht das Unternehmen somit von einer weiterhin stabilen bzw. positiven Entwicklung von Geschäftsverlauf und -lage aus.

2.

Risikobericht

Die von der Geschäftsführung gesehenen Risiken werden im Folgenden in absteigender Reihenfolge ihrer Bedeutung für die Gesellschaft beschrieben.

Durch den hohen Bedarf an Bau- und Planungsleistungen sowie den Besonderheiten des Freileitungsbaus sind die am Markt verfügbaren Kapazitäten von leistungsstarken Nachunternehmern begrenzt. Darüber hinaus hat sich der seit Jahren zu verzeichnende Anstieg der Preise im Geschäftsjahr 2025 weiter verstärkt. Um auf diese Entwicklungen zu reagieren und gerade regional Kapazitätsengpässe zu vermeiden, hat die Electron Leitungsbau strategische Partnerschaften und Beteiligungen aufgebaut.

Risiken können sich darüber hinaus aus einzelnen Projekten ergeben, da diese stetigen Einflüssen durch Dritte ausgesetzt sind. Diesbezüglich verfügt die Gesellschaft über ein Projektcontrollingsystem, das negative Entwicklungen frühzeitig identifiziert, um geeignete Gegenmaßnahmen einleiten zu können.

Forderungsausfallrisiken sind aufgrund des Geschäftes und der überschaubaren Anzahl an Kunden von untergeordneter Bedeutung. Die Gesellschaft setzt keine derivativen Finanzinstrumente ein.

Die anhaltenden geopolitischen Konflikte, insbesondere der Krieg in der Ukraine sowie die Spannungen im Nahen Osten, stellen weiterhin ein allgemeines wirtschaftliches Risiko dar. Mögliche Auswirkungen können sich insbesondere durch Schwankungen auf den Energie- und Rohstoffmärkten sowie Störungen von Lieferketten ergeben. Die Gesellschaft ist hiervon derzeit nicht unmittelbar betroffen. Die weitere Entwicklung wird fortlaufend beobachtet.

Die Beurteilung der Risiken erstreckt sich bis Ende des Geschäftsjahres 2027. Nach Einschätzung der Geschäftsführung ergibt sich in der Gesamtheit keine bestandsgefährdende Risikolage. Es bestehen keine Risiken, die eigenständig oder in Kombination mit anderen Risiken den Fortbestand des Unternehmens gefährden könnten.

3.

Chancenbericht

Die von der Geschäftsführung gesehenen Chancen werden im Folgenden in absteigender Reihenfolge ihrer Bedeutung für die Gesellschaft beschrieben.

Auch in den kommenden Jahren wird sich das Investitionsvolumen der Netzbetreiber kontinuierlich auf einem hohen Niveau befinden. Durch die gesetzliche Verankerung besteht hinsichtlich des Ausbaus der Ubertragungsnetze Planungssicherheit, Durch unseren kontinuierlich erweiterten Kundenstamm sehen wir Potential davon zu profitieren.

Weiterhin ergeben sich Chancen durch die fortlaufende Weiterbildung des bereits hoch qualifizierten Personals. In Verbindung mit stetigen Investitionen in den Maschinen- und Gerätepark, kann eine hohe Qualität und effiziente Abwicklung von Projekten gewährleistet werden. In diesem Zusammenhang bieten auch die eingegangenen strategischen Partnerschaften und Beteiligungen Synergiepotentiale.

Zuletzt bietet die Digitalisierung Möglichkeiten Arbeitsabläufe zu optimieren, um sich auf ändernde Konjunktureinflüsse besser einstellen zu können.

Die Beurteilung der Chancen erstreckt sich bis Ende des Geschäftsjahres 2027. Aus Sicht der Geschäftsführung lassen die dargestellten Möglichkeiten auf eine weiterhin positive Entwicklung schließen, ohne dass diesen Aussichten bestandsgefährdende Risiken entgegenstehen.

VII. Bericht über die Forschung und Entwicklung

Im Geschäftsjahr wurden keine Forschungs- und Entwicklungstätigkeiten durchgeführt.

Unterschrift der Geschäftsführung

Leopoldsdorf, 29.09.2026

Ort, Datum

Philipp Hackl-Hörmann

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