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Lagebericht 2025/26

Scheuch Components GmbH

Original-PDF

Stichtag 28. Feb. 2026 · Eingereicht am 24. Sep. 2026

Inhaltsverzeichnis

1. Bericht über den Geschäftsverlauf und die wirtschaftliche Lage

Wirtschaftliche und gesellschaftliche Rahmenbedingungen

Die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen des Geschäftsjahres 2025/26 waren weiterhin auf globaler, aber auch auf europäischer Ebene von geopolitischen Risiken geprägt. Nach einer starken Rezessionsphase insbesondere in Deutschland und Österreich hat sich die wirtschaftliche Lage im Jahr 2025 wieder verbessert und es wird für die nächsten Jahren ein Wachstum erwartet. Durch die weiterhin anhaltenden internationalen Risiken und die Strukturprobleme im Inland wird allerdings die Wachstumskurve nur moderat ansteigen.

Bereits in den Vorjahren hat die österreichische Exportwirtschaft Marktanteile verloren, letztlich aufgrund der nachlassenden Wettbewerbsfähigkeit verursacht durch Standortnachteile und bürokratische Hemmnisse.

Die US-Zollpolitik und die handelspolitische Unsicherheit stellen weiterhin Belastungsfaktoren dar. Die realen Warenexporte ab Österreich waren im Jahr 2025 um 2,6% rückläufig. Die Inflationsrate lag im Jahresdurchschnitt in 2025 bei 3,6%.

Die Industrie befand sich weiterhin in einer konjunkturellen Schwächephase, geprägt von einer verhaltenen Auftragseingangsentwicklung und einem schwierigen internationalen Umfeld. Zusätzlich belasteten eine erhöhte Sparneigung der Konsumenten sowie eine allgemein gedämpfte wirtschaftliche Stimmung die gesamtwirtschaftliche Entwicklung

Geschäftsverlauf der Scheuch Components GmbH

Im Geschäftsjahr 2025/26 konnte nach mehreren Jahren mit negativen Ergebnissen erstmals wieder ein positives operatives Betriebsergebnis erzielt werden. Damit wurde ein wichtiger Turnaround erreicht. Für die kommenden Jahre wird angestrebt, diesen positiven Trend nachhaltig fortzusetzen und weiter auszubauen.

Das Steuern der sehr schwankenden Auslastung und die bestmögliche Anpassung an derartige Markteinflüsse konnte stark verbessert werden. Dazu wurde das im Jahr 2024/25 etablierte vorausschauende Tool der Grobplanung genutzt. Weitere Verbesserungen werden hier eingeleitet.

Um der Unterdeckung in der Lackierung entgegenzuwirken, wurde ein Konzept zur Adaptierung an die deutlich geringere Betriebsleistung im Vergleich zur Installation der Anlage erarbeitet.

Durch das weiterhin stagnierenden Marktumfeld im DACH-Raum wurden zwei Maßnahmen für eine AE- Steigerung eingeleitet:

Einführung einer neuen Auslegungslogik für Radialventilatoren mit deutlich verminderten Herstellkosten zur Steigerung der Konkurrenzfähigkeit (Radialfan.com 2.0) sowie Optimierung der Prozessschritte bei Zellenradschleusen.

Fokus auf die Zielmarktsegmente Industrieofenbau, Kesselhersteller, Fördertechnik und Retrofit im und neu außerhalb des DACH-Raumes.

Durch das umfassendes Restrukturierungsprogramm aus dem Geschäftsjahr 2024/25 „Elevate-M“ wurde eine massive Ergebnisverbesserung der Scheuch COMPONENTS GmbH erreicht.

Die oben genannten Maßnahmen sollen die Gesellschaft nun in die Gewinnzone führen und das Planergebnis sicherstellen.

Entwicklung des Ergebnisses 2025/26

Die Umsatzerlöse belaufen sich im Geschäftsjahr 2025/26 auf 41,4 Mio. EUR (7,5 % zum Vorjahr). Das Betriebsergebnis beläuft sich auf 0,05 Mio. EUR (Vorjahr: -4,1 Mio. EUR) auf. Das Finanzergebnis liegt bei -1,7 Mio. EUR (Vorjahr: -0,4 Mio. EUR), sodass sich ein Ergebnis vor Steuern von -1,6 Mio. EUR (Vorjahr: -4,5 Mio. EUR) ableitet.

Betreffend die Erhebung eines etwaigen Reorganisationsbedarfes gemäß URG wird festgehalten, dass die Eigenmittelquote nicht weniger als 8 % beträgt und daher ein (formeller) Reorganisationsbedarf nicht gegeben ist.

Finanzielle und nichtfinanzielle Leistungsindikatoren

Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 2
2025/262024/25
Umsatzerlöse41.367.772,3938.483.256,04
Betriebsleistung42.166.883,7039.568.294,90
Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 2
2025/262024/25
Ergebnis vor Steuern-1.649.002,07-4.497.628,04
+ Zinsen und ähnliche Aufwendungen302.851,32432.519,87
Ergebnis vor Zinsen und Steuern-1.346.150,75-4.065.108,17
Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 2
2025/262024/25
Ergebnis vor Zinsen und Steuern-1.346.150,75-4.065.108,17
: Umsatzerlöse41.367.772,3938.483.256,04
Umsatzrentabilität (ROS)-3,3%-10,6%
Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 2
2025/262024/25
Ergebnis vor Steuern-1.649.002,07-4.497.628,04
: Eigenkapital am GJ-Beginn2.626.416,892.052.667,97
Eigenkapitalrentabilität (ROE)-62,8%-219,1%
Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 2
2025/262024/25
Ergebnis vor Zinsen und Steuern-1.346.150,75-4.065.108,17
: Gesamtkapital am GJ-Beginn21.850.040,2021.540.261,10
Gesamtkapitalrentabilität (ROI)-6,2%-18,9%
Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 2
2025/262024/25
Verbindlichkeiten gg Kreditinstituten0,000,00
Rückstellungen für Abfertigungen2.937.856,263.028.369,18
Rückstellungen für Jubiläumsgelder1.321.871,491.361.770,16
Verzinsliches Fremdkapital4.259.727,754.390.139,34
- flüssige Mittel-1.784.028,49-1.897.062,01
Nettoverschuldung2.475.699,262.493.077,33
Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 3
2025/262024/25
Umlaufvermögen12.669.417,5414.371.813,75
Rechnungsabgrenzung97.934,5564.081,91
- langfristiges Umlaufvermögen0,000,00
Kurzfristiges Umlaufvermögen12.767.352,0914.435.895,66
Verbindlichkeiten9.900.981,4112.090.384,27
- davon langfristig-8.000.000,00-10.000.000,00
Rückstellungen7.050.437,467.080.309,30
- davon langfristig-4.259.727,75-4.390.139,34
Kurzfristiges Fremdkapital4.691.691,124.780.554,23
2025/262024/25
Kurzfristiges Umlaufvermögen12.767.352,0914.435.895,66
- Kurzfristiges Fremdkapital-4.691.691,12-4.780.554,23
Working Capital8.075.660,979.655.341,43
Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 3
2025/262024/25
Eigenkapital2.181.434,322.626.416,89
Gesamtkapital19.330.981,0321.850.040,20
Eigenkapitalquote (Equity Ratio)11,3%12,0%
Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 3
2025/262024/25
Nettoverschuldung2.475.699,262.493.077,33
: Eigenkapital2.181.434,322.626.416,89
Nettoverschuldungsgrad (Gearing)113,5%94,9%

j) Cashflow

Der Geldfluss aus der laufenden Geschäftstätigkeit liegt bei 2,0 Mio. EUR (Vorjahr -2,4 Mio. EUR), vor allem bedingt durch die Veränderung Working Capitals.

Der Nettogeldfluss aus Investitionstätigkeit beträgt -0,9 Mio. EUR (Vorjahr: -1,1 Mio. EUR)

Der Cashflow aus Finanzierungsaktivitäten beläuft sich auf -1,2 Mio. EUR (Vorjahr: 4,0 Mio. EUR).

k) Mitarbeiter:innen

In 2025/26 wurden durchschnittlich 155 Arbeiter:innen (Vorjahr: 176) und 88 Angestellte (Vorjahr: 87) beschäftigt. Es wurde überwiegend eigenes Personal eingesetzt. Zur Spitzenabdeckung wurde auf Leasing- Personal zurückgegriffen.

Scheuch Components GmbH, Aurolzmünster

Die Mitarbeiter:innen der Scheuch Components GmbH sind das wertvollste Gut. Die Zufriedenheit und Motivation der Mitarbeiter:innen wird durch Qualifizierungsmaßnahmen gefördert. Durch den Scheuch Campus, in dem alle Maßnahmen gebündelt sind, ist für jeden etwas dabei. Für Mitarbeiter:innen, Führungskräfte und Key-Player werden individuelle Programme gestaltet und so wird die langfristige Entwicklung und Bindung an das Unternehmen ermöglicht. Um dies möglichst effizient und nachhaltig zu gestalten, setzt Scheuch auf eine Mischung aus Präsenztrainings und e-learning sowie auf bewusstes Training on the job.

Mit einem hoch modernen Ausbildungszentrum, der „Stage Blue“ bildet Scheuch seit Anbeginn Lehrlinge aus. Dies ist ein wichtiger Eckpfeiler, um dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken. Auch Schüler:innen und Student:innen erhalten bei Scheuch die Möglichkeit Praktika zu absolvieren und so können auch die Expert:innen von morgen ausgebildet werden.

Zu den zahlreichen Angeboten zählen aber nicht nur die umfassenden Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten, auch ein Gesundheitsprogramm, die Vereinbarkeit von Familie und Beruf mit Ferienbetreuung, die Möglichkeit zur mobilen Arbeit, flexible Arbeitszeitgestaltung und das gemeinsame Feiern von Erfolgen stehen am Programm.

Die Scheuch Components GmbH wird durch die oben beschriebenen Maßnahmen künftig in der Lage sein, Schlüsselpersonal überwiegend aus den eigenen Reihen zu besetzen.

l) Derivative Finanzinstrumente

Im Geschäftsjahr wurden keine derivativen Finanzinstrumente eingesetzt.

m) Struktur des Unternehmens

Die Scheuch Components GmbH bietet seinen Kunden hochwertige und anwendungsspezifische Lösungen im Geräte- und Komponentengeschäft für den industriellen Anlagenbau. Zu den Produkten zählen vor allem Radialventilatoren, Anlagenkomponenten, Zellenradschleusen und Förderschnecken.

2. Bericht über die voraussichtliche Entwicklung und die Risiken des Unternehmens

Voraussichtliche Entwicklung des Unternehmens

Ende 2024 bzw Anfang 2025 konnte die lange Rezessionsphase beendet werden. Die Indikatoren deuten darauf hin, dass sich die positive Entwicklung weiter fortsetzt, jedoch zu einem geringeren Tempo wie in Jahren davor gewohnt. Die internationale Wettbewerbsfähigkeit der österreichischen Industrie und die verhaltene internationale Konjunktur dämpfen die heimische Wirtschaft weiterhin. Durch die erwähnten Faktoren erwartet das IHS (Institut für Höhere Studien, Wien) für das laufende Jahr 2026 und das nächste Jahr 2027 eine nur geringe Verbesserung der Wirtschaftsleistung.

Laut der Prognosen des IHS (Institut für Höhere Studien, Wien) ist das BIP im abgelaufenen Jahr 2025 um 0,5% gestiegen. Für die nächsten beiden Jahre wird ein Wirtschaftswachstum iHv 1% im Jahr 2026 bzw 1,1% im Jahr 2027 prognostiziert

Die globalen Rahmenbedingungen sind aus gesamtwirtschaftlicher Perspektive aber weiterhin mit Risiken behaftet vor allem durch den kürzlich ausgebrochenen Iran-Krieg. Die geopolitischen Spannungen halten die Unsicherheit weiterhin hoch.

Die Anlageinvestitionen sind im Jahr 2025 insgesamt um 0,7% gestiegen. Zudem wird für die kommenden beiden Jahre 2026 ein weiterer Zuwachs iHv 1,6% bzw 1,8% prognostiziert. Nach rückläufigen Warenexporten seit 2023 wird für die nächsten Jahre ein Wachstum der Warenexporte erwartet iHv 0,8% - 2% bis 2027.

Durch moderate Kollektivvertragsabschlüsse und ausgelaufener fiskalpolitischer Ausgleichsmaßnahmen soll lt. IHS die Inflation deutlich zurückgehen und sich im Jahr 2026 durchschnittlich auf 2,5% sowie 2027 auf 1,9%

Scheuch Components GmbH, Aurolzmünster

belaufen. Trotz der anhaltend schwachen Konjunktur ist der Arbeitsmarkt stabil geblieben. Durch die erwartete Weiterverbesserung der wirtschaftlichen Lage in den nächsten Jahren soll die Beschäftigung um 0,5 – 0,6% ausgeweitet werden und ein Sinken der Arbeitslosenquote erreicht werden.

Die Prognosen sind weiterhin mit erheblichen Risiken behaftet – US-Handelspolitik und geopolitische Konflikte – dies belastet weiterhin die Konjunktur. Im europäischen Vergleich ist die Inflation hoch und stellt ebenso einen Risikofaktor für die heimische Wirtschaft dar. All die genannten Faktoren könnte eine Trübung der Konsumstimmung mit sich bringen und den Sparkurs fortsetzen bzw das Wachstum bremsen. Es bleibt weiterhin abzuwarten, ob sich durch eine zügige Umsetzung substanzieller Strukturreformen die Rahmenbedingungen verbessern und dadurch ein schnelleres und höheres Wachstum erzielt werden kann.

Im Geschäftsjahr 2024/25 wurde ein umfassendes Restrukturierungsprogramm erstellt „Elevate-M“, welches die Scheuch Components GmbH neu ausrichten soll, um langfristig wieder auf Erfolgskurs zu kommen. Durch weitreichende Maßnahmen in allen Bereichen der Gesellschaft soll die Profitabilität wiederhergestellt werden können. Somit sind wir zuversichtlich, das Planergebnis zu erreichen.

Die Auswirkungen der umgesetzten Effizienz- und Anpassungsmaßnahmen zeigen sich im Geschäftsjahr 2025/26 in einer insgesamt stabilen Kosten- und Ergebnissituation. Die eingeleiteten Maßnahmen werden im laufenden Geschäftsjahr konsequent fortgeführt, um die Effizienz weiter zu steigern und die Wettbewerbsfähigkeit nachhaltig zu sichern.

Wesentliche Risiken und Ungewissheiten

Fakt ist, dass nach wie vor große Unsicherheiten und Risiken bestehen. Die schweren geopolitischen Spannungen halten die Ungewissheit international sehr hoch. Würden sich die Konflikte verschärfen bzw weiter eskalieren, könnte dies den Welthandel belasten und die Energiepreise wieder steigen lassen. Der Angriff der USA auf den Iran hat die Gefahr der handelspolitischen Spannungen weiter verschärft. Außerdem besteht weiterhin das Risiko des russischen Angriffskriegs, welcher die Inflation über höhere Energiepreise weiter antreiben könnte.

Die geopolitischen Spannungen im Zusammenhang mit dem Iran-Krieg stellen einen zusätzlichen Unsicherheitsfaktor für die wirtschaftliche Entwicklung dar. Die Auswirkungen betreffen vor allem mögliche Preissteigerungen auf den Energie- und Rohstoffmärkten sowie erhöhte Volatilität in den globalen Lieferketten. Ökonomen erwarten derzeit jedoch lediglich einen moderaten Einfluss auf das Wirtschaftswachstum in Europa, wenngleich steigende Energiepreise die Inflation leicht erhöhen und das Wachstum geringfügig dämpfen könnten. Eine direkte Betroffenheit der Scheuch Components GmbH durch Projekte in den betroffenen Regionen besteht derzeit nicht.

Für die Scheuch Group ergeben sich voraussichtlich keine wesentlichen indirekten Auswirkungen aus den geopolitischen Entwicklungen, da für die größten Absatzmengen sowohl Preis- als auch Mengensicherungen auf vertraglicher Basis bestehen. Insgesamt besteht daher trotz bestehender geopolitischer Risiken eine hohe Planungssicherheit. Marktschwankungen infolge des Konflikts werden sich nach aktueller Einschätzung lediglich im üblichen Rahmen auf das Budget auswirken.

Die Scheuch Group ist von der aktuellen US-Zollpolitik nach derzeitiger Einschätzung nicht wesentlich betroffen. Dies ist insbesondere auf das lokale Setup in den USA zurückzuführen („local-for-local“-Ansatz), wodurch wesentliche Leistungsbestandteile vor Ort erbracht werden und somit nur in begrenztem Umfang grenzüberschreitenden Zollrisiken unterliegen.

Trotz der weiterhin gedämpften konjunkturellen Entwicklung in Europa setzen viele Unternehmen auf eine schrittweise wirtschaftliche Erholung in den Jahren 2025 und 2026 sowie auf ein unterstützendes Zinsumfeld. Zusätzlich tragen Chancen aus der Expansion in neue, dynamisch wachsende Absatzmärkte dazu bei, die langfristigen Wachstumsperspektiven zu stärken.

Das Forecasting zum Liquiditätsmanagement wird weiterhin verbessert: hierzu gehört sowohl eine langfristige, 12-monatige rollierende Planung, wie auch eine kurzfristige wöchentlich Planung und permanente Kontrolle der Liquidität.

Durch ein umfassendes Restrukturierungsprogramm „Elevate-M“ wurden das Ziel, die Scheuch Components GmbH aus dem negativen Betriebsergebnis zu holen erreicht. Durch die Reorganisation der Scheuch Components GmbH soll eine noch höhere Transparenz und die Fokussierung auf die Kernthemen geschaffen werden. Der gesamte Fertigungsbereich wird durch das Programm „Elevate-M“ restrukturiert. Der Automatisierungsgrad in der Fertigung wird weiter erhöht. Dadurch soll eine wesentliche Effizienzsteigerung und Kostensenkung erreicht werden.

3. Bericht über die Forschung und Entwicklung

Die Weiterentwicklung der Produkte sowie die Produktoptimierung ist ein ständiger Prozess, der die Scheuch Components GmbH täglich begleitet.

In diesem Geschäftsjahr wurde das gesamte Produktportfolio erneut optimiert und in die Prozesslandschaft integriert. Die Herstellung von Stammdaten, welche die Basis für effizientes Produktmanagement darstellen, wurden in den Fokus gerückt. In diesem Zuge wurde für das Produkt Ventilatoren die bisherige manuelle Produktkalkulation auf eine systemintegrierte Lösung umgestellt und es konnten die durchschnittlichen Herstellkosten signifikant reduziert werden. Um der steigenden Sensibilität der Kunden hinsichtlich Schallschutzes sowohl im Hinblick auf Arbeits- als auch Umwelt- und Anrainerschutz gerecht zu werden, wurde ein reflexionsarmer Schallmessraum umgesetzt, abgenommen und in Betrieb genommen.

Die Einführung eines hochwertigen Feinkornbaustahls wurde auch in diesem Geschäftsjahr für ausgewählte Ventilator-Baureihen umgesetzt und führte zu einer weiteren Reduktion der Herstellungskosten.

Die Digitalisierung der Produkte und die Vereinheitlichung der Systemlandschaft stehen stets im Vordergrund, sprich die Wertschöpfungskette vom Vertriebskonfigurator bis zur Fertigung wurde optimiert und wird agil weiterentwickelt. In diesem Zusammenhang wurde ein erster großer Meilenstein erreicht, nämlich die Umsetzung der papierlosen Fertigung für Radialventilatoren, die aufgrund der hochautomatisierten Konstruktion möglich wurde. Im Berichtsjahr waren 8 Mitarbeiter:innen (Vorjahr: 8 Mitarbeiter:innen) mit F&E Agenden beschäftigt.

4. Wesentliche Merkmale des internen Kontroll- und Risikomanagementsystems

Eine moderne Unternehmensführung erfordert die bewusste Auseinandersetzung mit strategischen und operativen Risiken. Ziel ist es daher, potenzielle Risiken frühzeitig zu identifizieren, zu bewerten und geeignete Vorsorgemaßnahmen zur Sicherung einzuleiten.

Das strategische Risikomanagement dient der Evaluierung und Absicherung der strategischen Zukunftsplanungen. Die Strategie wird auf Konformität mit der unternehmensinternen Vision überprüft, um wertsteigerndes Wachstum durch bestmögliche Bündelung von Ressourcen sicherzustellen. Für die wesentlichen Risikofelder wurden nachfolgend skizzierte Vorsorgemaßnahmen ergriffen:

Beschaffung: Die Rahmenbedingungen im zurückliegenden Geschäftsjahr 2025/26 waren wie auch in den Vorjahren von einer Vielzahl an Herausforderungen geprägt, darunter die anhaltenden geopolitischen Spannungen, der anhaltende Inflationsdruck in vielen Ländern. Geopolitische Spannungen, insbesondere der Angriffskrieg Russlands gegen die Ukraine, der Krieg in Israel und die Konflikte in den angrenzenden Regionen sowie die angespannten Beziehungen zwischen China und den USA erzeugten im Geschäftsjahr 2025/26 weiterhin Unsicherheiten im Welthandel. Handelsbeschränkungen und Sanktionen beeinflussten die Verfügbarkeit von Rohstoffen und Vorprodukten. Scheuch setzt auf langfristige partnerschaftliche Beziehungen und steht mit seinen Lieferanten stets in engem Kontakt. Bei kritischen Beschaffungsteilen werden Rahmenverträge abgeschlossen bzw ein Second Source aufgebaut.

Aus aktueller Sicht bleibt die Lage im Nahen Osten unübersichtlich und der Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus noch immer kaum planbar. Aufgrund dessen bleibt die Versorgung der globalen Märkte mit fossilen Energieträgern angespannt. Wir gehen allerdings davon aus, dass sich die globale Energieversorgung in den kommenden Wochen schrittweise normalisieren wird, wodurch auch die Energiepreise kontinuierlich absinken sollten.

IT-Systeme: Zur weitestgehenden Minimierung möglicher IT-Risiken (insbesondere Gefährdung der Datensicherheit sowie Ausfall kritischer Systeme) bestehen unternehmensinterne Mindeststandards in der elektronischen Datenverarbeitung. Mit der Einführung eines neuen durchgängigen ERP-Systems wird durch den bereits erfolgten und noch schrittweisen GO Live in den einzelnen Gesellschaften die IT-Landschaft weiter optimiert und auf den aktuellen Stand gebracht. Die nachhaltige Ablöse durch ein einheitliches ERP-System soll die Datenverfügbarkeit und Effizienz sowie die neuen Marktanforderungen bestmöglich abdecken. Die Maßnahmen (technisch und organisatorisch) gegen etwaige Cyber-Risiken wurden nochmals erheblich nachgeschärft und werden mit höchster Priorität verfolgt. In Zusammenarbeit mit namhaften, externen Cyber- Security-Experten werden laufend Awareness Schulungen ausgearbeitet und für unsere Belegschaft zur Verfügung gestellt, die verpflichtend und ausnahmslos von jedem Mitarbeiter absolviert werden müssen.

Produktionsanlagen: Zur Minimierung des Ausfallsrisikos bei kritischen Produktionsanlagen werden laufend Investitionen in die technische Optimierung bzw in Erweiterungen sowie in die vorbeugende Instandhaltung und die Schulung der Mitarbeiter:innen getätigt.

Liquiditätsrisiko: Wesentliches Instrument zur Steuerung des Liquiditätsrisikos ist eine zuverlässige Finanzplanung. Anhand der bereichsinternen und bereichsübergreifenden Investitions- und Ergebnisplanungen wird der Finanzbedarf ermittelt. Zur Sicherstellung ausreichender Liquidität werden 12-monatsrollierende Liquiditäts-Forecasts erstellt.

Währungsrisiko: Aufträge werden zumeist in Landeswährung (EUR bzw USD) abgeschlossen. Sofern größere Aufträge in Fremdwährungen abgeschlossen werden, wird der kalkulierte Kurs abgesichert. Gleiches gilt im Falle von nennenswerten Aufträgen an Lieferanten in Fremdwährungen.

Bonitätsrisiko: Für Neukunden bzw anlassbezogen bei größeren Aufträgen werden Bonitätsauskünfte eingeholt. Kundenzahlungen erfolgen im Regelfall entsprechend des Projektfortschritts und damit entsprechend der anfallenden Kosten. Darüber hinaus bestehen bankmäßige Sicherheiten wie Garantien und Akkreditive. Überfällige Kundenforderungen werden laufend überwacht und eingefordert.

Aurolzmünster, am 2. Juni 2026

Die Geschäftsführer

DI Reinhard Pauzenberger

Alg

Ing. Leonhard Zeilinger, MSc

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