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Lagebericht 2024/25

VTW GmbH

Original-PDF

Stichtag 31. März 2025 · Eingereicht am 23. Dez. 2025

Inhaltsverzeichnis

Geschäftsverlauf

Die VTW GmbH ist auf die Entwicklung und Produktion von Kunststoffspritzgusswerkzeugen spezialisiert, insbesondere für die Verpackungs-, Medizin- und Pharmabranche. Derzeit generieren wir den Großteil unseres Umsatzes in der Verpackungsindustrie. Strategisch fokussieren wir uns jedoch verstärkt auf den Ausbau unserer Marktanteile im Bereich der Medizin- und Pharmatechnik.

Im Wirtschaftsjahr 2024/25 konnten in diesen Segmenten signifikante Fortschritte erzielt werden. Neben einer erfolgreichen Projektabwicklung mit bestehenden Kunden gelang es uns, neue Kunden in der Medizin- und Pharmabranche zu gewinnen. Wesentlichen Anteil an dieser Entwicklung hat unsere Vertriebsstruktur, insbesondere der ausschließlich auf Medizintechnik spezialisierte Bereich V+ Solutions, der unsere strategische Ausrichtung maßgeblich unterstützt.

Ein klar erkennbarer Branchentrend ist die steigende Nachfrage nach integrierten Systemlösungen – darunter verstehen wir die Kombination aus Spritzgusswerkzeug und entsprechender Automatisierung (z. B. Entnahmehandling für Spritzgussteile). Durch die Gründung unseres Schwesterunternehmens Savya Austria Automation GmbH sind wir seit rund einem Jahr in der Lage, solche Gesamtsysteme anzubieten und zu realisieren.

Das Geschäftsjahr war insgesamt von einer erhöhten Zurückhaltung bei unseren Kunden geprägt. Investitionsentscheidungen wurden zunehmend sorgfältig geprüft und mehrfach hinterfragt, was unsere Planungsprozesse erschwerte.

Trotz herausfordernder Rahmenbedingungen – darunter der andauernde Krieg in der Ukraine, der den Zugang zum russischen Markt verhindert, Unsicherheiten im Hinblick auf die US-Wirtschafts- und Zollpolitik sowie signifikante Personalkostensteigerungen – blickt die VTW GmbH auf ein erfolgreiches Geschäftsjahr zurück

Unternehmensumfeld

Das wirtschaftliche Umfeld im Geschäftsjahr 2024/25 war von zahlreichen externen Belastungsfaktoren geprägt. Die geopolitische Situation – insbesondere der Ukraine-Krieg – verhindert weiterhin den Zugang zum russischen Markt. Darüber hinaus stellen die wirtschafts- und zollpolitischen Entwicklungen in den USA ein erhebliches Risiko dar, zumal etwa 35% unseres aktuellen Auftragsvolumens für den USamerikanischen Markt bestimmt sind. Diese Maßnahmen beeinflussen nicht nur laufende, sondern auch zukünftige Projekte erheblich.

Gleichzeitig steigen die Personalkosten kontinuierlich, was die Kostenstruktur zusätzlich belastet. Trotz dieser Herausforderungen gelingt es der VTW GmbH, sich im internationalen Wettbewerb zu behaupten. Maßgeblich dafür sind Investitionen in neue Technologien – wie das Additive Manufacturing – sowie Kooperationen mit Forschungseinrichtungen und Partnerunternehmen. Dadurch sichern wir uns nachhaltige technologische Wettbewerbsvorteile gegenüber Anbietern aus Niedriglohnländern.

Vermögens-, Finanz- und Ertragslage

Die Ertragslage der VTW GmbH hat sich im Geschäftsjahr 2024/25 trotz eines moderaten Umsatzrückgangs von 3,5 % erfreulich entwickelt. Die Exportquote stieg im Vergleich zum Vorjahr von 93 % auf 96 %.

Der Materialaufwand und die bezogenen Herstellungsleistungen beliefen sich auf 38,4% der Betriebsleistung und lagen damit um 6,0 Prozentpunkte unter dem Vorjahresniveau. Diese Reduktion war der wesentliche Treiber für die Verbesserung der Ertragslage. Der Personalaufwand stieg im Verhältnis zur Betriebsleistung um 2,1 Prozentpunkte. Die Abschreibungen erhöhten sich um 0,3 Prozentpunkte, während der sonstige betriebliche Aufwand um 2,1 Prozentpunkte zunahm.

Dank einer leichten Steigerung der Betriebsleistung sowie einem strikten Kostenmanagement - insbesondere im Bereich der Materialkosten – konnte das Betriebsergebnis (EBIT) um TEUR 558 auf TEUR 3.599 im Vergleich zum Vorjahr gesteigert werden. Dies entspricht einer EBIT-Marge von 19,9 % (Vorjahr: 17 %) für das Geschäftsjahr.

Das Finanzergebnis war mit TEUR -122 weiterhin negativ, verbesserte sich jedoch im Vergleich zum Vorjahr (TEUR -250). Die negativen Finanzaufwendungen resultieren primär aus Zinszahlungen für Kredite und Mietkaufverträge.

Kennzahlen zur Ertragslage

Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 2
Umsatzrentabilität in %:EBT x 100 Umsatz (inkl. BV)19,2 % (23/24: 15,6%)
Eigenkapitalrentabilität in %:EBT x 100
ø Eigenkapital62,1 % (23/24:101,2 %)
Gesamtkapitalrentabilität in %:(EBT + FK-Zinsen) x 100
ø Gesamtkapital17,6 % (23/24: 16,4 %)

Vermögenslage

Die Vermögenslage im abgelaufenen Geschäftsjahr war durch Ersatz- und Erweiterungsinvestitionen in Höhe von TEUR 656 geprägt, die im Wesentlichen den Maschinenpark sowie Betriebs- und Geschäftsausstattung betrafen. Die Eigenkapitalquote konnte im Geschäftsjahr auf 34,7 % der Bilanzsumme gesteigert werden, verglichen mit 21,2 % im Vorjahr (2023/24) eine sehr positive Entwicklung.

Finanzanlage

Die Finanzlage war im abgelaufenen Geschäftsjahr durch die operative Ertragslage positiv beeinflusst. Das Unternehmen hat im abgelaufenen Geschäftsjahr ein Ergebnis vor Zinsen und Abschreibungen (EBITDA) von TEUR 4.899 erzielt.

Risikobericht

Die VTW GmbH bewertet potenzielle Unternehmensrisiken kontinuierlich im Rahmen eines strukturierten Risikomanagementsystems. Aktuell wurden keine akuten Risikofelder identifiziert, die unmittelbaren Handlungsbedarf erfordern. Gleichzeitig wird das interne Kontrollsystem laufend weiterentwickelt, um den steigenden Anforderungen in einem zunehmend komplexen Marktumfeld gerecht zu werden.

Ein zentrales Risikofeld stellt die wirtschafts- und zollpolitische Entwicklung der Vereinigten Staaten dar. Da rund ein Drittel unseres aktuellen Projektvolumens auf den US-Markt entfällt und dieser Markt auch künftig von strategischer Bedeutung für uns ist, wirken sich mögliche Veränderungen der Zollpolitik unmittelbar auf unsere Geschäftstätigkeit aus. Die bestehende Planungsunsicherheit führt dazu, dass Kunden neue Projekte mit großer Zurückhaltung und verlängerten Entscheidungsprozessen bewerten, was sich potenziell verzögernd auf Auftragseingänge auswirken kann.

Im Bereich der Energiekosten konnten durch frühzeitige und vorausschauende Vertragsabschlüsse die

Stromtarife bis Ende 2027 auf einem stabilen Niveau gehalten werden. Erhöhte Gebühren und Abgaben konnten durch einen niedrigeren Energiepreis kompensiert werden. Für die Jahre 2026 und 2027 wurde damit das Preisniveau vor dem 1. Januar 2025 erfolgreich gesichert.

Ausfallrisiko:

Das Risiko des Ausfalls einer Forderung ist gering.

Liquiditātsrisiko:

Die Liquiditätssituation der VTW GmbH ist im Moment sehr gut.

Währungsrisiko:

Die VTW GmbH hat sämtliche ihrer Verträge per 31.3.2025 ausschließlich in € abgeschlossen. Es besteht kein Währungsrisiko.

Zinsänderungsrisiko:

Die VTW GmbH hat keine Finanzierung mit variabler Verzinsung.

Rohstoffpreisrisiko:

Schwankungen der Rohstoffpreise werden laufend verfolgt. Bei Bedarf werden die Produktkalkulationen kurzfristig an geänderte Beschaffungspreise angepasst.

Ausblick

Vor dem Hintergrund des aktuellen gesamtwirtschaftlichen Umfelds, der anhaltenden Krise in der Ukraine sowie der unklaren handelspolitischen Ausrichtung der Vereinigten Staaten ist der Ausblick weiterhin mit einer gewissen Planungsunsicherheit verbunden.

Trotz dieser externen Einflussfaktoren blickt die Geschäftsleitung aufgrund der stabilen Marktposition und Wettbewerbsfähigkeit der VTW GmbH zuversichtlich in die Zukunft. Mittel- bis langfristig wird mit einer positiven Entwicklung der Nachfrage gerechnet. Der aktuell solide Auftragsstand bildet hierfür eine gute Grundlage und lässt für das kommende Geschäftsjahr eine insgesamt erfreuliche Geschäftsentwicklung erwarten.

Um im internationalen Vergleich keinen weiteren Wettbewerbsnachteil zu erleiden, hofft die Geschäftsleitung im Herbst zudem auf moderate Lohn- und Gehaltsabschlüsse.

Wir verweisen auf die Angaben im Anhang zu den wesentlichen Ereignissen nach dem Bilanzstichtag,

Forschung- und Entwicklung

Die VTW GmbH investiert kontinuierlich in Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten, um das Anwendungsspektrum ihrer Produkte gezielt zu erweitern und technologische Wettbewerbsvorteile auszubauen. Im Zentrum unserer F&E-Bemühungen steht derzeit die Weiterentwicklung innovativer Verfahren im Bereich des „In-Mould-Closing" (IMC) – insbesondere die Realisierung einer servoelektrisch angetriebenen 2-Achsen-IMC-Technologie.

Ein konkretes Beispiel ist die Entwicklung von FTC-Werkzeugen (FTC = „Flip Top Cap"), bei denen der Deckel bereits innerhalb der Spritzgussform automatisiert verschlossen wird. Während herkömmliche Systeme meist auf eine sequentielle Bewegung per Hydraulik- oder Pneumatikzylindern sowie mechanischer Zusatztechnik angewiesen sind, verfolgt VTW mit der sogenannten Servo IMC einen vollständig servoelektrischen Ansatz. Dabei können zwei Bewegungsachsen über präzise gesteuerte Servomotoren unabhängig voneinander und parallel angesteuert werden.

Diese Technologie eröffnet völlig neue Möglichkeiten im Werkzeugbau: Selbst komplexe FTC-Lösungen mit mehreren Deckeln lassen sich so direkt im Werkzeug in einem Schritt verschließen – effizient, präzise und reproduzierbar. Für unsere Kunden bedeutet das eine signifikante Vereinfachung der Produktionskette: Der Einsatz zusätzlicher Verdeckelungsanlagen entfällt, was sowohl Platz als auch Kosten spart und gleichzeitig die Anlagenverfügbarkeit erhöht.

Durch diese und weitere technologische Entwicklungen unterstreicht die VTW GmbH ihren Anspruch, nicht nur am Stand der Technik zu arbeiten, sondern diesen aktiv mitzugestalten – und das mit einem klaren Fokus auf wirtschaftlichen Nutzen und industrielle Anwendbarkeit

Zweigniederlassungen

Die VTW GmbH verfügt über keine Zweigniederlassungen.

10. O G Theraparks, as Datum. Unterschrijf des Geschaftstyrrers

3830 Waidhofen/Thaya

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