Inhaltsverzeichnis
Der vorliegende Lagebericht wurde für Zwecke der Offenlegung auf die gesetzlich erforderlichen Angaben reduziert.
A. Geschäftsverlauf
1. Allgemeine Wirtschaftsentwicklung1
Strukturprobleme bremsen Osterreichs Wachstum. Die heimische Wirtschaftsleistung ist 2024 um 0,9% zurückgegangen (2023: -1,0%), damit gehört Osterreich zu den Wachstums- Schlusslichtern in der EU. Es wird eine verhaltene Erholung nach den letzten beiden Rezessionsjahren erwartet. Niedrigere Zinsen, eine höhere Exportnachfrage und eine bessere Konsumstimmung sollen zu einer leichten Aufhellung der österreichischen Konjunktur beitragen. Laut WIFO wird sich die Konjunktur ab Mitte 2025 langsam verbessern. Für das Jahr 2026 wird nach drei Rezessionsjahren wieder ein BIP-Plus von rund 1% erwartet. Selten zuvor bestand so hohe Unsicherheit bezüglich der Konjunkturentwicklung.
Während sich Österreich in der längsten Rezession der Nachkriegszeit befindet, wird erwartet, dass das BIP im EU-27 Durchschnitt im Jahr 2025 um 1,3% (WIFO) zulegen wird. Die Entwicklung der Bruttowertschöpfung verlief im Jahr 2024 in den einzelnen Wirtschaftsbereichen unterschiedlich: während die Herstellung von Waren sowie der Bau besonders stark von der Rezession betroffen waren, konnten die meisten Dienstleistungsbereiche ihre wirtschaftlichen Aktivitäten im Vorjahresvergleich ausweiten. Daher wird für 2025 für die Dienstleistungsbranche mehrheitlich von einem geringfügigen Wachstum ausgegangen. Sinkende Investitionen, ein stagnierender Konsum sowie schwache Exporte führen 2025 zu einem erwarteten BIP Rückgang um -0,3% (WIFO) bzw. -0,2% (IHS).
Die Verbraucherpreise in Osterreich haben sich im Jahresdurchschnitt 2024 um +3,1% gegenüber 2023 erhöht. Zwar fiel die Inflationsrate für 2024 damit geringer aus als im Vorjahr (+7,7%), Österreichs Inflation liegt aber dennoch deutlich über dem Euroraum- Durchschnitt (+2,4%). Die Inflation ging 2024 stark zurück, der Anstieg des Stromnetzentgelts dürfte allerdings dazu beitragen, dass die Inflation auch 2025 oberhalb des EZB-Ziels bleiben wird. Die Investitionen gehen das dritte Jahr in Folge zurück. Nach zwei Jahren mit starken Einbrüchen der Bruttoanlageninvestitionen, wird für 2025 mit einem weiteren geringfügigen Rückgang (WIFO: -0,4%, IHS: -0,2%) gerechnet.
1 Quellen:
Wirtschaftskammer Österreich: Wirtschaftslage und Prognose; 03/2024
Wirtschaftskammer Osterreich: Wirtschaftspolitisches Datenblatt Wirtschaftskammer Österreich: Inflationsraten; 02/2024 Wirtschaftskammer Osterreich: Wirtschaftswachstum; 02/2024
2. Ertragslage
Der Bruttoumsatz ist gegenüber dem Jahr 2023 um 4,2% gesunken (Konzernumsätze nicht berücksichtigt).
Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) betrug EUR 4,1 Mio., das entspricht einem Rückgang von TEUR -164,9 gegenüber dem Vorjahr.
Der Jahresüberschuss bezogen auf die Betriebsleistung betrug im Geschäftsjahr 2024 5,3% (VJ 5,0%).
Kennzahlen zur Ertragslage:
| 2024 | 2023 | |
|---|---|---|
| in % | in % | |
| Return on Sales (ROS) | 6,5 | 6,5 |
| Gesamtkapitalrentabilität (ROI) | 26,2 | 26,0 |
| Eigenkapitalrentabilität (ROE) | 44,0 | 44,6 |
3. Vermögenslage
Die Bilanzsumme erhöhte sich per 31.12.2024 gegenüber dem Vorjahr um TEUR 169,6 (+1,1%).
Die Veränderung auf der Aktivseite ergab sich im Wesentlichen aus der Erhöhung der Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen EUR +1,8 Mio. und der Kassa von TEUR 228,6. Kompensiert wurden diese durch eine Reduktion der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen von TEUR 469,8 und der Vorräte von TEUR 55,2.
Die Passivseite weist Erhöhungen des Eigenkapitals von TEUR 786,5 und der sonstigen Rückstellungen von TEUR 235,6 aus. Dem gegenüber steht im Wesentlichen ein Rückgang der sonstigen Verbindlichkeiten von TEUR 391,5, der Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen von TEUR 206,0 und der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen von TEUR 95,7.
Es ergibt sich somit folgende Bilanzstruktur:
| Anteil 2024 | Anteil 2023 | Anteil 2024 | Anteil 2023 | ||
|---|---|---|---|---|---|
| in % | in % | in % | in % | ||
| Anlagevermögen Umlaufvermögen | 43,8 56,2 | 52,6 47,4 Fremdkapital | 61,6 38,4 | 57,1 42,9 | |
Die Überdeckung des Anlagevermögens durch das Eigenkapital betrug zum Bilanzstichtag EUR +2.8 Mio.
Die Nettoverschuldung verringerte sich aufgrund der Reduktion des Kassenbestandes um TEUR -95,0 im Vergleich zum Vorjahr. Daraus ergibt sich ein Nettoverschuldungsgrad von 26,2%.
Das Working Capital erhöhte sich um EUR +2.2 Mio. bzw. 79,8% gegenüber dem Vorjahr.
4. Finanzlage
Die folgende Geldflussrechnung wurde in Anlehnung an das Fachgutachten über die Geldflussrechnung als Ergänzung des Jahresabschlusses des Fachsenats für Betriebswirtschaft und Organisation des Instituts für Betriebswirtschaft, Steuerrecht und Organisation der Kammer der Wirtschaftstreuhänder (KFS BW 2 vom 27.5.2008, überarbeitet im April 2020) erstellt.
Der Nettogeldfluss wird mittels der indirekten Methode ermittelt. Als Finanzmittelfonds wurde der Fonds der flüssigen Mittel gewählt.
| 2024 | 2023 | ||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| in TEUR | in TEUR | ||||||||
| Ergebnis vor Steuern | 4.035,0 | 4.197,6 | |||||||
| Abschreibungen/Zuschreibungen | auf | Gegenstände | des | ||||||
| Investitionsbereiches | 299,5 | 272,7 | |||||||
| Gewinn/Verlust aus dem Abgang von Vermögensgegenständen | |||||||||
| des Investitionsbereiches | -780,0 | -210,6 | |||||||
| Beteiligungserträge, Erträge aus anderen | Wertpapieren und | ||||||||
| Ausleihungen des Finanzanlagevermögens, sowie sonstige Zinsen | |||||||||
| und ähnliche Erträge/Zinsen und ähnliche Aufwendungen | -222,8 | -166,1 | |||||||
| Geldfluss aus dem Ergebnis | 3.331,8 | 4.093,6 | |||||||
| Zunahme/Abnahme der Vorräte, der Forderungen aus Lieferungen | |||||||||
| und Leistungen sowie anderer Aktiva | -1.202,2 | 1.069,2 | |||||||
| Zunahme/Abnahme von Rückstellungen | 192,8 | 145,1 | |||||||
| Zunahme/Abnahme der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und | |||||||||
| Leistungen sowie anderer Passiva | -743,1 | -606,6 | |||||||
| Nettogeldfluss aus der betrieblichen Tätigkeit vor Steuern | 1.579,3 | 4.701,3 | |||||||
| Zahlungen für Ertragsteuern | -763,0 | -1.001,0 | |||||||
| Nettogeldfluss aus der betrieblichen Tätigkeit | 816,3 | 3.700,3 | |||||||
| Einzahlungen aus Anlagenabgang (ohne Finanzanlagen) | 49,0 | 37,0 | |||||||
| Einzahlungen | aus | Finanzanlagenabgang | und | sonstigen | 8.824,1 | 6.490,0 | |||
| Finanzinvestitionen | |||||||||
| Auszahlungen für Anlagenzugang (ohne Finanzanlagen) | -87,9 | -154 | |||||||
| Auszahlungen | für | Finanzanlagenzugang | und | sonstige | |||||
| Finanzinvestitionen | -7.029,1 | -6.350,0 | |||||||
| Einzahlungen aus Beteiligungs-, Zinsen- und Wertpapiererträgen | 240,1 | 186 | |||||||
| Nettogeldfluss aus der Investitionstätigkeit | 1.996,2 | 208,9 | |||||||
| Rückzahlungen von Eigenkapital | 0,0 | 0,0 | |||||||
| Auszahlungen aus der Bedienung des Eigenkapitals | -2.500,0 | -4.500,0 | |||||||
| Einzahlungen aus der Begebung von Anleihen und der Aufnahme | |||||||||
| von Finanzkrediten | 0,0 | 0,0 | |||||||
| Auszahlungen für die Tilgung von Anleihen und Finanzkrediten | -66,6 | 66,6 | |||||||
| Auszahlungen für Zinsen und ähnliche Aufwendungen | -17,4 | -19,7 | |||||||
| Nettogeldfluss aus der Finanzierungstätigkeit | -2.584,0 | -4.453,1 | |||||||
| Summe Nettogeldfluss | 228,6 | 544 | |||||||
| Finanzmittel 01.01. | 1,2 | 545,1 | |||||||
| Finanzmittel 31.12. | 229,8 | 1,0 | |||||||
| Veränderung liquider Mittel | 228,6 | -544,1 | |||||||
5. Sonstiges
Im Geschäftsjahr 2024 haben 9 Arbeiter und 7 Angestellte (inkl. 1 Ferialangestellte) das Unternehmen verlassen. 9 Arbeiter und 2 Angestellte (inkl. 1 Ferialangestellte) wurden neu eingestellt.
Die Mitarbeiter stellen die wichtigste Ressource der JAF-Gruppe dar. Im Geschäftsjahr 2016 wurde die JAF-Akademie gegründet, welche durch ein umfangreiches Weiterbildungsprogramm neben dem kontinuierlichen Aufbau von fachlichem Knowhow auch die persönliche Weiterentwicklung der Mitarbeiter fördern und sicherstellen soll.
B. Risikosituation
Der Geschäftserfolg hängt, neben der Gestaltung der internen Organisation, auch von der allgemeinen Wirtschaftsentwicklung, dem Konsumverhalten der Endverbraucher und der konjunkturellen Entwicklung der Bauwirtschaft ab.
Der starke Wettbewerb im Großhandel bedarf es, insbesondere in der Gestaltung des Warensortimentes, relativ kurzfristig auf veränderte Kundenbedürfnisse zu reagieren. Die vorwiegend gewerbliche Kundenstruktur erfordert zum Teil die Ubernahme einer Finanzierungsfunktion für die Abnehmer, wodurch auch ein permanentes Debitorenrisiko gegeben ist.
Die beiden Hauptrisikofaktoren, Warenlager und Kundenforderungen, werden in der Verantwortung der dezentralen Verkaufsorganisation gesteuert und durch ein zentrales Berichts- und Kontrollwesen überprüft. Zusätzlich ist ein Großteil der Lieferforderungen gegen das Ausfallsrisiko versichert.
Die Risken der zukünftigen Geschäftsentwicklung bestehen vorwiegend in der gegebenen Unsicherheit in der Realisierung der geplanten Umsätze und Deckungsbeiträge.
Der Krieg in der Ukraine hat nach wie vor einen erheblichen Einfluss auf die Beschaffung von Sperrholz und Schnittholz. Seit Kriegsbeginn besteht für Russland und Weißrussland ein Importverbot der EU für sämtliche Holzprodukte. Mittlerweile haben sich allerdings Umgehungskonstruktionen etabliert, indem Holz nicht direkt aus Russland importiert wird sondern über ein Zwischenland außerhalb der EU, etwa der Türkei oder Kasachstan. Die JAF Group verfolgt selbst stets konsequent einen sauberen Weg und hat Alternativprodukte ins Sortiment aufgenommen, um das bestehende Kundenklientel bestmöglich zu versorgen. Grauimporte verzerren allerdings den Markt und erschweren die Wettbewerbssituation erheblich.
Weiters sind die Auswirkungen der letzten US-Strafzölle aus April 2025 auf Grund der Unvorhersehbarkeit der weiteren Entwicklung nicht absehbar.
C. Die voraussichtliche Entwicklung der Gesellschaft
Die geopolitische Situation hat sich wegen des russischen Angriffs auf die Ukraine und der daraus verbundenen EU Sanktionen verändert. Auf Grund dessen haben sich die Warenströme speziell bei Birkensperrholz verschoben. Auch der Nahost-Konflikt hat Auswirkungen auf die Warenströme.
Auf der Suche nach weiteren Beschaffungsmöglichkeiten kann sich der internationale Holzgroßhändler JAF auch weiterhin auf seine Beschaffungskompetenz und sein langjährig gewachsenes internationales Lieferanten-Netzwerk verlassen. So wird Holz künftig wohl auch verstärkt aus dem europäischen Raum, wie etwa Skandinavien, aber auch aus Ubersee, wie beispielsweise Vietnam, China und Indonesien, importiert werden. Die Versorgungssicherheit ist jedoch weitestgehend gesichert. Angesichts der volatilen Marktlage wird sich JAF zudem in Zukunft noch stärker auf regionale Bezugsquellen stützen, die bereits jetzt eine zentrale Rolle im großen Produktportfolio des Holzhändlers spielen.
Vertriebsseitig konnte ein guter Start in das Jahr 2025 verzeichnet werden. Allgemein wird damit gerechnet, dass das Zinsniveau in diesem Geschäftsjahr weiter sinken wird, was das Investitionsniveau steigen lässt und sich positiv auf den weiteren Geschäftsverlauf auswirkt.
D. Forschung und Entwicklung
Da die JAF ZENGERER GmbH ausschließlich Handelsumsätze tätigt, wurden keine eigenen Forschungs- und Entwicklungsbereiche unterhalten.
E. Zweigstellen
Das Unternehmen verfügt im Geschäftsjahr 2024 über keine Zweigstellen. Die Errichtung von Zweigstellen ist nicht geplant.
F. Nachhaltigkeit
Gesellschaftliche Verantwortung sowie Umweltbewusstsein sind fest im Unternehmen verankert. Die Analyse der Lieferketten und der Herkunftsregionen der Produkte sowie die Ausübung der gesetzlich vorgeschriebenen Sorgfaltspflichten sind Schwerpunkte der Beschaffung.
Das Unternehmen weist sowohl eine FSC® (FSC-C016681) Zertifizierung als auch eine PEFC (PEFC/06-31-229) Zertifizierung auf. Aufgrund der Zertifizierungen ist es berechtigt mit FSC® bzw. PEFC zertifizierten Produkten zu handeln. Weiters unterzieht sich das Unternehmen regelmäßiger interner und externer Audits sowie entsprechender Schulungen.
Das interne Sorgfaltspflichtsystem, das zur Einhaltung der Anforderungen der Europäischen Holzhandelsverordnung (EUTR) entwickelt wurde, wird kontinuierlich weiterentwickelt.
Im gesamten Konzern werden die Co2-Emissionen gemessen. Ziel ist es, diese in Zukunft weiter zu senken. Daher wurde in den Ausbau von PV-Anlagen investiert. In Österreich wird zu 100% Ökostrom bezogen. Viele Stapler wurden von Dieselantrieb auf Elektroantrieb umgestellt. Bei Dienstwagen wird vermehrt auf Elektroautos gesetzt.
Im Wertstoffmanagement wird auf die sortenreine Trennung von Reststoffe gesetzt und diese werden – wann immer möglich – intern oder extern einer weiteren Verwendung zugeführt. Beim Thema Verpackungsentpflichtung wird in Österreich seit Jahren auf die Altstoff Recycling Austria AG als verlässlichen Partner und Berater gesetzt, um auch in diesem Bereich alle gesetzlichen Anforderungen zu erfüllen.
Für das Jahr 2023 wurde zudem erstmals freiwillig ein Nachhaltigkeitsbericht erstellt. Dieser Bericht bildet einen umfassenden Uberblick über umweltthematische, soziale sowie Governance-Berichtsfelder und bietet die Grundlage für die systemische Ausrichtung der Strategiefelder der JAF-Gruppe.
Graz, am 15. Mai 2025
(Wilfrid Fa jani)
(Werner Stix)
(David Brenner)