Inhaltsverzeichnis
AIR AMBULANCE TECHNOLOGY 2025
1. Bericht über den Geschäftsverlauf 2. Zweigniederlassungen 3. Bericht über die finanziellen Leistungsdaten 4. Bericht über die Risiken des Unternehmens 5. Technologie und Innovation 6. Forschung und Entwicklung 7. Nachhaltigkeit 8. Mitarbeiter 9. Ausblick
1. Geschäftsverlauf:
Wir blicken auf ein durchwachsenes Jahr 2025 zurück. Die Inflationsrate 2024 hat sich deutlich abgeschwächt, das spiegelte sich aber nicht in den Personalkosten wider, da hier bereits für 2025 eine neuerliche Gehaltserhöhung von 4,3% vereinbart wurde. Somit erhöhten sich die Personalkosten innerhalb von 3 Jahren um satte 20,4%. Ein direkter Umschlag auf die Preisgestaltung war im internationalen Wettbewerb mit abschwächender Konjunktur nicht möglich.
Im Bereich der Lieferketten gab es einerseits eine Entspannung andererseits kommt es durch Vielzahl an neuen Verordnungen und Regularien zum Auslaufen von Produkten bzw. Produktlinien und zu unvorhergesehenen Kostensteigerungen bei Ersatzprodukten. Weiters schließen einige Zulieferer ihre Unternehmen mangels Nachfolge oder aus Kostengründen. Dies führte im gesamten Jahr 2025 zu einigen Herausforderungen. Durch die anhaltenden geopolitischen Spannungen in vielen Regionen der Welt, kam es unter anderem auch zu Engpässen bei einigen Materialien. Dies führte wiederum zu ungeplanten Kostensteigerungen oder massiven Verzögerungen.
Bei den bestehenden Rahmenverträgen kann der Anstieg der Herstellkosten nur teilweise oder gar nicht abgefedert werden, da weltweit die Herstellkosten, bedingt durch die hohen Personalkosten in Österreich, vergleichsweise geringer waren.
Die verpflichtende Einführung eines Information Security Management Systems zur Erhaltung der Zulassungen für die Luftfahrtbetriebe war und ist auch weiterhin eine zusätzliche Arbeitslast, die neben der Digitalisierung eine besondere Herausforderung darstellte. Die Vielzahl an neuen Verordnungen/Regularien auch außerhalb der Luftfahrt erhöhen mittlerweile auch für mittelständische Betriebe wie die AAT, den bürokratischen Aufwand. Dies und die fortschreitende Digitalisierung fordern einiges an Ressourcen. Trotzdem sind positive Effekte vor allem aus der Digitalisierung bereits spürbar.
2. Zweigniederlassungen
Die Gesellschaft verfügt über keine Zweigniederlassungen.
3. Finanzielle Leistungsdaten:
| 2025 | 2024 | 2023 | |
|---|---|---|---|
| finanzielle | |||
| Leistungsindikatoren | (TEUR) | (TEUR) | (TEUR) |
| Umsatzerlöse | 11.491 | 17.730 | 10.408 |
| EBIT (Ergebnis vor Zinsen) | 538 | 2.172 | 910 |
| Umsatzrentabilität | 4,68% | 12,25% | 8,74% |
| Eigenkapital incl. | 7.445 | 7.885 | 6.470 |
| Investionszuschüsse | |||
| Eigenkapitalrentabilität | 6,85% | 33,94% | 16,06% |
| Bilanzsumme | 9.189 | 10.311 | 9.697 |
| Eigenkapitalquote | 81,01% | 76,34% | 66,51% |
| Nettoverschuldung | Überhang liquide Mittel | Überhang liquide Mittel | Überhang liquide Mittel |
| Netto Geldfluss aus der | -359 | 1.641 | 837 |
| betrieblichen Tätigkeit | |||
| Netto Geldfluss aus der | -319 | -148 | 116 |
| Investitionstätigkeit | |||
| Netto Geldfluss aus der | -853 | -255 | -358 |
| Finanzierungstätigkeit | |||
| Mitarbeiter gesamt | 59 | 60 | 59 |
| Investitionen | 326 | 200 | 435 |
|---|
4. Risiken des Unternehmens:
Die AAT ist im Rahmen ihrer Geschäftstätigkeit einer Vielzahl von Risiken ausgesetzt, die untrennbar mit ihrem unternehmerischen Handeln verbunden sind. 2025 zählen nach wie vor Cyber-Vorfälle und Betriebsunterbrechungen zu den größten Unternehmensrisiken. Als neues hohes Risiko wurden die Änderungen von Gesetzen und Vorschriften identifiziert. Weiters darf das Thema KI (Künstliche Intelligenz) nicht außer Acht gelassen werden.
AAT setzt hier weiterhin auf frühzeitige Identifikation und aktive Steuerung von Risiken, die sich aus dem Unternehmensumfeld ergeben. Die unmittelbare Verantwortung für das Risikomanagement liegt bei der Geschäftsführung, die dabei durch eine neue Arbeitsgruppe unterstützt wird. Im Rahmen des Risikomanagementprozesses werden sowohl die eingetretenen als auch mögliche zukünftige Risiken kontinuierlich überwacht, bewertet und im Zuge der Management Reviews an die Abteilungsleiter übermittelt.
Basierend auf den Erkenntnissen aus der Vergangenheit beziehungsweise deren Auswirkungen auf die AAT wurden in den vergangenen Jahren zusätzliche – vor allem unternehmerische und organisatorische – Maßnahmen zur Risikominimierung gesetzt, die wie im vergangenen Geschäftsjahr auch in den nächsten Jahren konsequent weiterverfolgt werden. Diese zielen insbesondere darauf ab, die negativen Folgen selbst einer rezessiven Konjunkturentwicklung oder verstärkter Cyberangriffe auf das Unternehmen durch entsprechende sicherheitsrelevanten und planerischen Vorkehrungen zu minimieren, die hohe Produktqualität bei gleichzeitiger permanenter Effizienzsteigerung und laufender Kostenoptimierung aufrecht zu erhalten, ausreichend finanzielle Liquidität auch im Falle enger Finanzmärkte zur Verfügung zu haben, sowie das innerbetriebliche Know-how im Hinblick auf den langfristigen Ausbau der Qualitäts- und Technologieführerschaft noch effizienter als bisher abzusichern.
Nach Einschätzung der Geschäftsführung sind die heute erkennbaren möglichen Risiken überschau- und beherrschbar und stellen damit keine existenzielle Gefahr für das Unternehmen dar.
Folgende wesentliche Risikofelder konnten identifiziert werden: Cyberangriffe und Betriebsunterbrechungen stellen nach wie vor ein großes Risiko dar. Durch das in Abstimmung mit einschlägigen Experten konzipierte IT-Sicherheitssystem kam es trotz
einiger versuchter Cyberangriffe bei der AAT zu keinen Betriebsunterbrechungen. Das Thema KI (Künstliche Intelligenz) erfordert auch Beachtung, da sich die Nutzung dieser immer weiterverbreitet. Ein Team mit internen und externen Experten behält das Risiko KI im Auge und erarbeitet Strategien zur Risikominimierung.
Die Flut neuer Regularien, nicht ausschließlich in der Luftfahrt, bindet nicht nur Ressourcen, sondern kann auch zu einer vorübergehenden Aussetzung der Luftfahrtzulassungen führen und somit zu einem zeitweiligen Produktions- bzw. Lieferstopp. Die AAT begegnet diesem Risiko mit einer bewussten Strategie der innerbetrieblichen Weiterbildung und Know-how Aufbau.
Die AAT ist in einem weiterhin zunehmend wettbewerbsintensiven Geschäftsfeld tätig und sieht sich einer Vielzahl von hauptsächlich internationalen Kunden und Wettbewerbern gegenüber.
5. Technologie und Innovation:
Die AAT investiert laufend in Entwicklung, um auf die anspruchsvollen Kundenforderungen reagieren zu können und damit die Geschäftsbeziehungen zu ihren Kunden zu stärken und neue Geschäftspotenziale zu erschließen. Zur Weiterentwicklung unserer definierten Innovationsprojekte, wie auch zur Hebung sämtlicher entwicklungs-relevanten Potenziale bedarf es vielfältiger Initiativen und Maßnahmen. Diese Initiativen und Maßnahmen wurden im Jahr 2025 weitergeführt.
Aber gerade in Krisenzeiten gewinnen Technologie und Innovation in der Luftfahrt noch zusätzlich an Stellenwert. Die Auseinandersetzung mit neuen Produktanforderungen - beispielsweise keimfreien Oberflächen, Isolationskammern für den Transport von infektiösen Patienten, stabile Tragen für unterschiedliche Transportoptionen für Patienten - sowie die laufende Optimierung der Fertigungstechnologien sind nur zwei aktuelle Beispiele dafür, wie sich die AAT proaktiv weiterentwickelt, um auch mit volatilen Marktprognosen und zunehmenden Anforderungen an die Produkte der AAT umgehen zu können.
6. Forschung und Entwicklung:
Im Jahr 2025 wurde intensiv an neuen Zulassungen und Konzepten für verschiedene Hubschraubertypen und Flächenflugzeuge gearbeitet. Ein weiteres Thema ist, dass die Menschen immer größer und schwerer werden, dies hat auch Auswirkungen im Flugambulanzbetrieb, nicht nur bei den Patienten, sondern auch beim Rettungspersonal.
Dahingehend werden entsprechende Marktforschungen und Produktentwicklungen gestartet.
Die Digitalisierung und Autonomisierung wird zu neuen Konzepten und Ideen im Bereich des fliegenden Patiententransportes und der Krankenhauslandschaft führen.
7. Nachhaltigkeit:
Die umfassende Betrachtung eines Produkts hinsichtlich seiner ökologischen, ökonomischen und sozialen Auswirkungen über die gesamte Lebensdauer gewinnt nicht nur aus Kundensicht zunehmend an Bedeutung. Sie wird angesichts der Herausforderungen im Klimaschutz auch auf politischer und gesetzlicher Ebene verstärkt eingefordert. Dies gilt nicht zuletzt für den „Grünen Deal“ der EU, der diesem Thema auch in der langfristigen, auf Ökologisierung ausgerichteten Industriestrategie hohen Stellenwert einräumt. Durch die PV- Anlage auf dem Firmengebäude haben Strompreisschwankungen und erhöhte Stromverbräuche geringere Auswirkungen.
8.
Mitarbeiter:
Zum Stichtag 31.Dezember 2025 betrug der Mitarbeiterstand der AAT 59 Mitarbeiter, das ist somit nahezu gleich wie im Vorjahr.
Die Fluktuation war viel geringer als im Jahr 2024 und den Vorjahren. Die Investitionen in die HR-Strategie zeigen bereits ihre Wirkung. Weiters wurde auch im Jahr 2025 viel in den Knowhow-Aufbau, Mitarbeiterschulung und Beratungen investiert, dadurch hat sich das Teamgefüge innerhalb der AAT stabilisiert. Auch die regionale Situation am Arbeitsmarkt hat zur geringeren Fluktuation beigetragen.
9. Ausblick:
Die Auftragslage im Jahr 2026 ist herausfordernd. Die Auftragsbücher sind in den ersten beiden Quartalen halbwegs gefüllt. Viele Potenziale sind vorhanden, die endgültigen Entscheidungen zögern sich durch die volatile geopolitische Situation hinaus. Die Erreichung der Umsatzziele wird für 2026 eine Herausforderung.
Zu Beginn des Geschäftsjahres 2026 liegt der Fokus auf der Füllung der Auftragsbücher und natürlich weiterhin auf der Verbesserung des neu implementierten Enterprise-Ressource- Planning (ERP) Systems und den daraus resultierenden organisatorischen Anderungen.
Die Durchlaufzeiten der Projekte haben sich bereits verkürzt, das Ziel ist dennoch eine weitere Beschleunigung bei der Abwicklung der Projekte. Dies ist nach wie vor ein entscheidender Wettbewerbsfaktor.
Um den zukünftigen Herausforderungen im Geschäftsfeld der AAT im Jahr 2026 und darüber hinaus zu entsprechen, werden notwendige Investitionen für das kommende Geschäftsjahr in Human Resources, Digitalisierung, Marketing, Technologie und Innovation mit einem noch nicht abschätzbaren Volumen getätigt. Ein stabilisierendes Element, das selbst in ökonomischen Ausnahmesituationen seine Wirkung zeigt, ist die Diversifikation innerhalb der AAT-Produktpalette, die kontinuierlich erweitert wird.
Die solide finanzielle Aufstellung der AAT und das Bekenntnis zur konsequenten Fortführung der Strategie sind wertvolle Voraussetzungen, um auch künftig sich bietende Chancen ergreifen zu können. Wesentliche operative und strategische Maßnahmen wurden getroffen und werden mit hohem Fokus umgesetzt.
25.06.2026
Nicole Kuntner-Hudson