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Lagebericht 2025

a:head bio AG

Original-PDF

Stichtag 31. Dez. 2025 · Eingereicht am 28. Sep. 2026

Inhaltsverzeichnis

1) Geschäftsverlauf, Geschäftsergebnis und Lage des Unternehmens

a) Allgemeines

a:head bio AG ist ein Spin-Off des Institute of Molecular Biotechnology (IMBA) der Österreichischen Akademie der Wissenschaften und spezialisiert sich auf die Entwicklung von “next generation”-Therapien - basierend auf zerebralen Organoiden - zur Behandlung von Gehirn-Erkrankungen.

b) Geschäftsverlauf und Rahmenbedingungen

Im Geschäftsjahr 2025 wurde die Entwicklung einer Screening Plattform auf Basis zerebraler Organoide fortgesetzt.

Der durchschnittliche Personalstand stieg kaum an. Der Frauenanteil ist auf ca. 65 % angestiegen.

Darüber hinaus wurden weiterhin Tätigkeiten in den Bereichen Finanzen und IT von externen Auftragnehmern durchgeführt.

Das Unternehmen operiert nach wie vor am Standort des Vienna BioCenters (VBC6, Startup Labs).

Die Zusammenarbeit mit dem IMBA wurde gemäß dem Kollaborationsvertrag fortgesetzt.

c) Zweigniederlassungen

Die Gesellschaft verfügt über keine Zweigniederlassungen und hat keine Tochtergesellschaften.

d) Finanzielle Leistungsindikatoren

Das Betriebsergebnis betrug -1,3 m€.

Die liquiden Mittel per Stichtag waren 0,9 m€.

Die Bilanzsumme betrug 1,5 m€, davon betrug das Eigenkapital 0,01 m€.

e) Nicht finanzielle Leistungsindikatoren

Umwelt: Das Unternehmen ist keinen besonderen Umweltbelangen ausgesetzt.

Mitarbeiter: Zum Bilanzstichtag zählte das Unternehmen 17 Mitarbeiter. Der gesetzliche und freiwillige Sozialaufwand betrug 224 t€. Die im Rahmen eines Share Based Payment in 2025 ausgegebenen Optionen wurden mit 0€ bewertet, da der Ausübungspreis je Aktie dem Ausgabepreis entspricht, der bei der Kapitalerhöhung 2025 erzielt wurde. Das wesentliche Anliegen des Unternehmens ist die Entwicklung von Talenten, um die weitere Unternehmensentwicklung voranzutreiben.

f) Voraussichtliche Entwicklung des Unternehmens

Im Februar 2025 wurde eine Kapitalerhöhung im Umfang von 1,5 m€ gezeichnet und in zwei Tranchen im März und November voll einbezahlt.

Aus diesen Mitteln und einer mittlerweile abgerechneten und ausbezahlten

Forschungsförderung der FFG ist ein Runway bis ca. Mitte 2026 gegeben.

Die Unternehmensführung plant eine weitere Kapitalrunde in der Höhe von max. 3 m€. Ein erstes Closing iHv von 1 m€ (das gesamte Kapital ist bereits am Kapitaleinzahlungskonto der a:head eingelangt) wurde mit Ende Mai 2026 durchgeführt und beim Firmenbuch eingereicht. Ein zweites Closing ist mit Ende August geplant, so dass die Eintragung im Firmenbuch laut Vorstandsbeschlussüber die Ausnützung des genehmigten Kapitals bis 30.09.2026 reibungslos erfolgen kann. Für das zweite Closing ist die Unternehmensführung mit zwei privaten Investoren und einem VC in teils weit fortgeschrittenen Gesprächen, sodass mit hoher Wahrscheinlichkeit mindestens weitere 0,5 m€ gesichert werden können. Angepeiltes Ziel für die Runde ist aber nach wie vor die Zeichnung des gesamten autorisierten Kapitals von 3 m€.

Darüber hinaus gibt es diverse Gespräche mit Pharmaunternehmenüber weitere Kollaborationen u.a. mit einer Top-Five Pharma Company mit der wir bereits vor einem Jahr in konkreten Kollaborationsgesprächen gestanden sind (Onboarding bereits in Laufen), die wir konservativ mit zusätzlichen 0,25 m€ für Ende 2026 angenommen haben. Weitere 0,2 m€ erwarten wir aus einem laufenden Vertrag mit Biogen (der Betrag von 0,1 m€ wurde bereits in Rechnung gestellt, die zweiten 0,1 m€ erwarteten wir mit Jahresende). Eine weitere Zahlung aus einer neuen Pharma-Kollaboration von 0,25 m€ haben wir für Ende Q2 2027 angenommen. Darüber hinaus haben wir Förderungen iHv von 1 m€ bei der FFG und 0,3 m€ beim EIC/AIC eingereicht die zum wesentlichen Teil in den nächsten 12 Monaten Cash-wirksam werden sollten. Schließlich erwarten wir auch noch die Forschungsprämie für 2025 und in Q2 2027 jene für 2026. Sollte nur ein Teil dieser erwarteten Finanzierungsbasis realisiert werden, ist unser Runway dennoch für mindestens weitere 12 Monate gesichert.

Sollte es wider Erwarten zu finanziellen Engpässen kommen, wären wir gezwungen, ab Ende 2026 bzw. Anfang 2027 die Personalstärke sowie die operativen Kosten deutlich zu reduzieren – ohne dabei die wesentlichen Unternehmenswerte (insbesondere die IP) zu gefährden.

2) Forschung und Entwicklung

2025 ist es uns gelungen, unsere Workflows im Bereich der Kultivierung sowie Erfassung der Gehirnaktivitäten deutlich zu optimieren. Dazu wurde ein neues Protokoll entwickelt, welches die Größe der Organoide um den Faktoren 10 auf ca. 500µm reduzieren lässt. Demzufolge konnte der Durchsatz um den Faktor 15 erhöht werden, sodass wir aktuell potenziell ca. 15.000 Organoide pro Woche analysieren können. Mit der im Herbst 2025 eingegangenen Kooperation mit Galatek haben wir mit der Skalierung und schrittweisen vollständigen Automatisierung unserer Workflows begonnen.

Weiters konnten signifikante Fortschritte im Bereich Datenanalyse/Datenmanagement sowie neuer Krankheitsmodelle erzielt werden. Schwerpunkt lag dabei auf der Vorbereitung für die Modellierung von degenerativen Erkrankungen wie zB Alzheimer oder FTD. Erste

Aktivitäten wurden auch im Bereich von genetischen Screens gesetzt mit dem Ziel, neue Modelle genetischer Gehirnerkrankungen zu generieren, die in Folge mit Pharmaunternehmen verpartnert werden können. In diesem Zusammenhang sind auch unsere ersten abgeschlossenen Kooperationsverträge mit Biogen MA Inc sowie einem Syndikat bestehend aus UCL, IMBA und der Foundation for ARID1B Research (FAR) zu nennen. In beiden Kooperationen geht es um die Therapie von frühkindlichen Epilepsien.

Von Biogen wurden bereits erste Zahlungen erhalten. Beide Verträge beinhalten eine Option für eine Lizenz.

Schließlich wurden wir von den Lifestars Awards für das Healthtech Unternehmen des Jahres nominiert.

3) Wesentliche Risiken und Ungewissheiten

Die a:head bio AG ist im Wesentlichen den nachfolgend beschriebenen operativen und finanziellen Risiken ausgesetzt, welche laufend überwacht werden. Das Unternehmen ist bemüht darauf zu reagieren und entgegenzusteuern.

a) Forschungs- und Entwicklungsrisiko

Der Erfolg von a:head bio AG hängt zu einem großen Teil davon ab, inwieweit die Forschungs- und Entwicklungsvorhaben die antizipierten Ergebnisse erreichen. a:head bio AG hält dabei die rechtlichen Vorschriften ein und beachtet ethische Grundsätze. Ein verantwortungsbewusster Umgang mit Forschung umfasst im Falle missbrauchsgefährdeter Forschung insbesondere das Erkennen und Minimieren von Forschungsrisiken, den sorgfältigen Umgang mit Veröffentlichungen, die Dokumentation von Risiken sowie Aufklärungs- und Schulungsmaßnahmen. Durch die Forschungstätigkeit eröffnen wir der Medikamentenentwicklung für

neuronale Erkrankungen im Gehirn neue Methoden und Ansätze.

Das Risiko besteht darin, dass diese Methoden und Ansätze keine präklinische und klinische Relevanz haben. Das könnte den Wert der Forschungsprojekte von a:head bio AG deutlich reduzieren. Im Extremfall könnten einzelne Projekte wertlos sein.

b) Strategische Risiken

Für a:head bio AG besteht das Risiko, dass langfristige Potenziale nicht ausgenutzt oder falsch eingeschätzt werden.

Bei der Technologieplattform für zerebrale Organoide können sich noch zu

etablierende Partnerschaften als nicht vorteilhaft erweisen.

Zudem kann nicht ausgeschlossen werden, dass die Methoden und Ansätze aus sonstigen Gründen nicht vom Markt angenommen werden.

c) Personalrisiko

Individuelle Fähigkeiten und fachliche Kompetenz unserer Mitarbeiter tragen wesentlich zum Erfolg des Unternehmens bei. Aufgrund der geringen Mitarbeiteranzahl besteht bei einem Ausfall von Schlüsselarbeitskräften das Risiko, dass essenzielles Know-how verloren geht und die Nachbesetzung von vakanten Stellen zu Verzögerungen bei der Zielerreichung führt.

d) Risiko in Zusammenhang mit Patenten

Wesentliche Aspekte der Generierung und Verwendung zerebraler Organoide sind durch mehrere vom Institute of Molecular Biotechnology (IMBA) der Österreichischen Akademie der Wissenschaften weltweit exklusiv einlizenzierte Patente in relevanten Märkten geschützt.

Dennoch kann nicht ausgeschlossen werden, dass Patente angefochten werden oder derzeitige Alleinstellungsmerkmale durch neue Technologien oder Produkte verloren gehen.

e) Risiken in Verbindung mit der Finanzierung und Finanzinstrumenten

Grundsätzlich finanziert sich das Unternehmen durch externe Kapitalrunden und öffentliche Förderungen. Als F&E Unternehmen weist a:head bio AG einen Jahresfehlbetrag aus und wird dies voraussichtlich auch in den Folgejahren tun. Die Forschungs- und Entwicklungstätigkeit des Unternehmens lässt zum aktuellen Zeitpunkt keine Schätzung für das Erzielen erster Umsätze zu. Daher sind Kreditinstrumente nicht zugänglich. Das Unternehmen hat daher das Risiko, dass der Kapitalbedarf in Zukunft nicht, oder nur zu nachteiligen Konditionen gedeckt werden kann. Es handelt sich dabei um ein für Life Science Unternehmen typisches Risiko. Das Liquiditätsrisiko besteht generell darin, dass Finanzmittel, die zur Begleichung von eingegangenen Verpflichtungen erforderlich sind, möglicherweise nicht beschafft werden können.

Das Unternehmen nutzt oder besitzt keine derivativen Finanzinstrumente.

f) Rechtliche Risiken

a:head bio AG ist rechtlichen Risiken in unterschiedlichem Umfang ausgesetzt. Dabei ist grundsätzlich zwischen gesellschaftsrechtlichen Risiken, Vertragsrisiken, Patentrisiken sowie Steuerrisiken zu unterscheiden. Grundsätzlich wird das Risiko durch die Verwendung von standardisierten Verträgen minimiert. Sofern notwendig werden externe Rechtsanwälte, Wirtschaftsprüfer und Steuerberater oder andere Sachverständige zur Risikoeinschätzung bzw. Bearbeitung der Sachverhalte einbezogen. Patente und Marken schützen und überwachen wir durch die Einbindung externer Patent- und Markenanwälte.

4) Internes Kontrollsystem

a:head bio AG betreibt Forschung und Entwicklung an zerebralen Organoiden um neue Methoden zur Medikamentenentwicklung für neuronale Erkrankungen im Gehirn zu erschließen.

Das Nutzen von Chancen und Vermeiden von Risiken ist daher wichtig für den Erfolg des Unternehmens. Entsprechend verfolgt a:head bio AG einen systematischen Ansatz zur Früherkennung von Chancen und Risiken.

Die im Abschnitt „Wesentliche Risiken und Ungewissheiten“ benannten Bereiche werden wiederkehrend über unternehmensweite Planungs- und Kontrollprozesse hinterfragt. Die Gesamtverantwortung für die interne Kontrolle sowie das Risikomanagement der a:head bio AG liegen beim Vorstand.

Das Risikomanagementsystem fokussiert sich auf die im Abschnitt „Wesentliche

Risiken und Ungewissheiten" genannten Bereiche. Dabei werden die operativen Risiken vor allem durch eine enge interne wie auch externe Kommunikation adressiert. Der regelmäßige Kontakt mit allen Partnern und Organen - hier vor allem dem Aufsichtsrat - erlaubt ein stetes Nachhalten von Planung und Durchführung.

Das interne Kontrollsystem der a:head bio AG hat insbesondere die Aufgabe, die Zuverlässigkeit der Finanzberichterstattung, die Einhaltung gesetzlicher und unternehmensinterner Richtlinien sowie das Erkennen von Risiken auch außerhalb der Finanzberichterstattung zu sichern.

Das interne Kontrollsystem gliedert sich in die Aufbau- und die Ablauforganisation. Die Aufbauorganisation ist durch flache Hierarchien und eindeutige Zuweisung der Verantwortlichkeit gekennzeichnet.

Die Ablauforganisation ist durch ein klares Regelwerk gekennzeichnet, das eine angemessene Basis für ein effizientes Kontrollsystem aus Freigaben und Kompetenzen darstellt.

Die Ordnungsmäßigkeit des Rechnungswesens basiert auf einem rechnungslegungsbezogenen internen Kontrollsystem. Ziel ist die Einhaltung der gesetzlichen Normen, die Grundsätze ordnungsgemäßer, Buchführung sowie die Rechnungslegungsvorschriften des österreichischen Ug€)nejghensgesetzbuchæs (UGB). Das Rechnungswesen ist an die TPA SteuerbgratyngGmbH ausgeløgeyt.

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