Inhaltsverzeichnis
1. Geschäftsverlauf, Geschäftsergebnis und Lage der Gesellschaft
Geschäftstätigkeit
Als Gesellschaft des AstraZeneca Konzerns (AstraZeneca plc mit Sitz in London, England) hat die AstraZeneca Osterreich GmbH die Aufgabe, die Arzneimittel der AstraZeneca in Osterreich zu vermarkten und zu verkaufen.
Die Produkte werden ausschließlich von Unternehmen des AstraZeneca Konzerns zugekauft. Der Großteil wird aus Deutschland, Schweden, England und Frankreich importiert.
Neben dem Verkauf von Handelswaren erbringt die AstraZeneca Osterreich GmbH auch Leistungen im Bereich von Forschung und Entwicklung sowie Marketing für andere AstraZeneca Konzernbetriebe.
Es bestehen keine Zweigniederlassungen.
Geschäftsergebnis
AstraZeneca gehört in allen gewählten Therapiebereichen (Herz-/Kreislauf, Diabetes, Atemwegserkrankungen, Onkologie, Infektionen und Zentralnervensystem) zu den führenden Anbietern in Österreich.
Die umsatzstärksten Produkte (jeweils mehr als 5 Mill. Euro) sind Imfinzi, Tagrisso, Forxiga, Lynparza, Symbicort, Calquence, Synagis, Fasenra, und XigDuo.
Gegenüber dem Vorjahr sind die Handelswarenerlöse in Höhe von 176,2 Mill. Euro mit +19% gestiegen. Die Umsatzrentabilität beträgt 3,45% (im Vorjahr 4,87%).
Starkes Wachstum konnte vor allem bei einigen der neueren Produkte oder Indikationen erzielt werden (z.B. Forxiga +111%, Imfinzi +68%, Tagrisso +52%, Lynparza + 50% ). Gleichzeitig kam es zu deutlichen Umsatzrückgängen meist aufgrund von verpflichtenden Preissenkungen bei einigen älteren Produkten (z.B. Symbicort - 11%).
Der Marktanteil von AstraZeneca am österreichischen verschreibungspflichtigen Apothekenmarkt beläuft sich auf 3,4% (im Vorjahr 3,4%). Damit gehört AstraZeneca zu den Top 8 Pharma- Unternehmen in Osterreich.
Cash Flow
Cash Flow Berechnung 2024
| 2024 | 2023 | |
|---|---|---|
| Ergebnis vor Steuern | 6.083.468,38 | 7.196.851,34 |
| Überleitung auf den Netto-Geldfluss aus dem Ergebnis vor Steuern | -24.699.689,32 | 246.449,51 |
| Abschreibungen | 466.558,46 | 379.698,42 |
| Verlust aus der Veräußerung von Anlagevermögen | 0,00 | 106.745,03 |
| Vorräte, Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie anderer Aktiva | -35.929.142,59 | -387.929,01 |
| Rückstellungen, ausgenommen für Steuern vom Einkommen | 10.602.959,72 | 6.279.629,38 |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie anderer Passiva | 159.935,09 | -6.131.694,31 |
| Netto-Geldfluss aus dem Ergebnis vor Steuern | -18.616.220,94 | 7.443.300,85 |
| Zahlungen für Steuern | -1.251.623,40 | -2.638.601,51 |
| Steuern vom Einkommen | -1.581.466,36 | -2.061.146,86 |
| aktive latente Steuern | 256.814,36 | -577.454,65 |
| Veränderungen Steuerrückstellung | 73.028,60 | 0,00 |
| Netto-Geldfluss aus der laufenden Geschäftstätigkeit | -19.867.844,34 | 4.804.699,34 |
| Anlagenzugänge | -606.723,03 | -1.241.004,79 |
| Netto-Geldfluss aus der Investitionstätigkeit | -606.723,03 | -1.241.004,79 |
| Einzahlungen aus Konzernfinanzierungen | 9.598.282,09 | 0,00 |
| Netto-Geldfluss aus der Finanzierungstätigkeit | 9.598.282,09 | 0,00 |
| zahlungswirksame Veränderung des Finanzmittelbestandes | -10.876.285,28 | 3.563.694,55 |
| Finanzmittelbestand am Beginn der Periode | 12.364.847,72 | 8.801.153,17 |
| Finanzmittelbestand am Ende der Periode * | 1.488.562,44 | 12.364.847,72 |
*ab Ende 2021 AZ Treasury (Cash Pool) auch als Finanzmittelbestand am Ende der Periode berücksichtigt.
Lage der Gesellschaft
Das Sachanlagevermögen der Gesellschaft ist relativ hoch (1,60 Mill. Euro) und besteht hauptsächlich aus EDV-Anlagen sowie Büroausstattung, weil die Büroräumlichkeiten gemietet, der Fuhrpark geleast und Lager sowie Distribution ausgelagert ist. Fast zwei Drittel des Anlagevermögens sind immaterielle Vermögenswerte (0,48 Mill. Euro). Dies bezieht sich auf das New Horizon Projekt – SAP Implementierung für den SOTC-Prozess.
Die Vorräte sind mit 70,3 Mill. Euro höher als im Vorjahr (61,2 Mill. Euro).
Die Lieferforderungen sind mit 9,8 Mill. Euro höher als im Vorjahr (7,9 Mill. Euro). Die offenen Lieferforderungen beziehen sich vorwiegend auf Apotheken, die ein Zahlungsziel von 30 Tagen haben.
Die Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen aus dem Cashpooling gegenüber AstraZeneca Treasury sind mit 0,0 Mill. Euro deutlich niedriger als im Vorjahr (12,0 Mill. Euro).
Das Bankguthaben ist sehr niedrig, weil die Veranlagung konzernintern beim AstraZeneca Treasury in London erfolgt und im Geschäftsjahr zum 31. Dezember 2024 eine kurzfristige Finanzierung durch das AstraZeneca Treasury in Höhe von 9,6 Mio. Euro zur Verfügung gestellt wurde.
Das Eigenkapital beträgt 33,6 % (Vorjahr 37,6 %) der Bilanzsumme. Im Berichtsjahr wurde keine Dividende ausgeschüttet.
Das Nettoumlaufvermögen (Working Capital) erhöhte sich im abgelaufenen Geschäftsjahr um 18,27 % von 83,74 auf 99,03 Mill. Euro.
Die Rückstellungen (64,3 Mill. Euro) sind höher als im Vorjahr (53,6 Mill. Euro) und die Verbindlichkeiten (16,5 Mill. Euro) sind höher als im Vorjahr (6,8 Mill. Euro). Der Anstieg der Rückstellung ist vorwiegend auf die Rückstellung für Refaktie.
Personalwesen
Die Gesellschaft beschäftigt deutlich mehr weibliche als männliche Mitarbeiter. Der Altersdurchschnitt über alle Mitarbeiter beträgt 42,7 Jahre (Vorjahr 42,2), und die durchschnittliche Dauer des Dienstverhältnisses beträgt 4,82 Jahre (Vorjahr 4,96). Die Akademikerquote liegt bei 65% (Vorjahr 62%).
Für alle Mitarbeiter finden jährliche Beurteilungs-, Zielvereinbarungs- und Entwicklungsgespräche statt. Für jeden Mitarbeiter wird ein Entwicklungsplan erstellt, der auch alle geplanten Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen umfasst.
Umwelt
Der Umweltschutz ist bei AstraZeneca Osterreich GmbH ein zentrales Thema. Das Unternehmen ist bemüht die Umwelt zu schützen und es kommt zu keinen nennenswerten, über die behördlichen Auflagen des Umwelt- und Anrainerschutzes hinausgehenden Emissionen in Luft und Wasser.
2. Voraussichtliche Entwicklung und die Risiken der Gesellschaft
Voraussichtliche Entwicklung des Unternehmens
Für das Jahr 2025 wird aufgrund neuer Produkte und Indikationen ein Wachstum der Umsatzerlöse erwartet.
Es sind aber weiterhin auch vom Gesetzgeber und/oder von den Krankenkassen weitere Maßnahmen zur Senkung der Medikamentenkosten und zum verstärkten Einsatz von Generika zu erwarten.
Außerdem muss erfahrungsgemäß damit gerechnet werden, dass manche Generika-Hersteller bereits vor dem Zeitpunkt des Patentablaufes Generika auf den Markt bringen.
Risiken
Die Gesellschaft hat ein internes Risikomanagementsystem implementiert. Risiken werden nach Eintrittswahrscheinlichkeit und nach der Höhe der möglichen Auswirkungen bewertet und entsprechende Maßßnahmen umgesetzt.
Die größten Risiken betreffen Produkte, die in einer späten Phase der Entwicklung in klinischen Studien nicht die erhofften Ergebnisse zeigen und daher nicht auf den Markt kommen können, Produkte, die ihr volles Potential nicht entfalten können, weil die Krankenkassen die Kosten nicht oder nur unter sehr restriktiven Bedingungen übernehmen, sowie Produkte, die aufgrund von unerwünschten Wirkungen vom Markt genommen werden müssen.
Weitere Risiken sind der Patentablauf von Arzneimitteln und der Umsatzverlust aufgrund des Markteintrittes von Generika, sowie die für diesen Fall vorgeschriebenen Preissenkungen. Aber auch für patentgeschützte Arzneimittel kann der Hauptverband der Sozialversicherungsträger die Wirtschaftlichkeit neu beurteilen und Preissenkungen erzwingen.
Die Gesellschaft verwendet keine Finanzinstrumente zur Absicherung. Es bestehen auch keine Währungs- oder Zinsrisiken.
Das Ausfallsrisiko für Forderungen wird durch vertragliche Vereinbarungen, kurze Zahlungsziele und Bankeinzug bei allen großen Kunden reduziert. Liquiditäts- und Cash-Flow-Risiken sind durch den Zugriff auf Mittel im Rahmen des Cash Poolings im Konzern abgesichert. Das Preisänderungsrisiko ist für die lokale Gesellschaft durch entsprechende Vereinbarungen innerhalb des Konzerns zum Großteil abgesichert.
3. Forschung und Entwicklung
Die Medizinisch-Wissenschaftliche Abteilung der AstraZeneca Osterreich GmbH führt seit vielen Jahren in Zusammenarbeit mit der AstraZeneca England und mit der AstraZeneca Schweden klinische Studien mit neu entwickelten und auch mit bereits am Markt befindlichen Medikamenten in Österreich durch. Die Aufwendungen im Berichtsjahr betrugen 1,3 Mill. Euro (Vorjahr 2,1 Mill. Euro).
Wien, 19. August 2025
AstraZeneca Osterreich GmbH
Dr. Micha 1 Poh Geschäftsführer
F ilippo Fontana Geschäftsführer