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Die ENAGES GmbH betreibt am Standort einen stationären Wirbelschichtkessel zur thermischen Verwertung von Reststoffen. Die in Form von Prozessdampf und elektrischem Strom erzeugte Energie wird überwiegend an die benachbarte Papierfabrik Brigl & Bergmeister verkauft. Darüber hinaus wird seit Herbst 2021 auch Fernwärme für das Gemeindegebiet Niklasdorf und den Gewerbepark Leoben- Ost ausgekoppelt. Bislang war der Wirbelschichtkessel der ENAGES mit 40MW Leistung die einzige Anlage zur thermischen Verwertung von Abfällen in der Steiermark. Mit 2022 ist in Bruck an der Mur ein Wirbelschichtkessel der Norske Skog mit einer Leistung von 50MW in Betrieb gegangen. Aufgrund einer abweichenden Brennstoffqualität war im Berichtsjahr 2025 keine Beeinflussung der Brennstoffbeschaffung für die ENAGES GmbH wahrnehmbar.
1. Bericht über den Geschäftsverlauf und die wirtschaftliche Lage
1.1. Geschäftsverlauf
Im Berichtsjahr war die Versorgung der Thermische Reststoffverwertung Niklasdorf mit Abfallbrennstoff bei stabilen Preisen ausreichend möglich. Die Anlagenverfügbarkeit war 2025 wiederum sehr gut. Bedingt durch eine konsequente Qualitätspolitik konnte der niedrige mittlere Heizwert der eingesetzten Abfallbrennstoffe weitgehend erhalten werden. Ein geringfügiger Anstieg des durchschnittlichen Heizwerts ist durch Ausfälle der Zementindustrie erklärbar. Der Abfalldurchsatz im Jahr 2025 konnte gegenüber dem Vorjahresniveau gesteigert werden. Die Dampfabnahme seitens der Papierfabrik Brigl & Bergmeister war gegenüber dem Vorjahr leicht erhöht. Daher kam es zu einer leichten Steigerung der Erlöse aus dem Dampfverkauf. Die Erlöse aus dem Verkauf von elektrischer Energie lagen über Plan. Eine Anlage zur Sortierung von Bettasche wurde planmäßig betrieben. Die erzielten Vergütungen für zurückgewonnene Nicht- Eisenmetalle sind stark gestiegen. Daher lagen die Erlöse aus dem Wertstoffrecycling über Plan. Im Juni 2024 erwarb die Gesellschaft einen 100% Anteil der Kämmerer Energie GmbH. Dieser Kauf wurde im Jahr 2025 rückabgewickelt.
1.2 Finanzielle und nichtfinanzielle Leistungsindikatoren
Im Jahr 2025 wurden an die TRV Niklasdorf 128.876 Tonnen (VJ: 124.039 Tonnen) voraufbereitete, nicht gefährliche Abfälle sowie 4.218 Tonnen (VJ: 5.086 Tonnen) Klärschlamm geliefert. An Brigl & Bergmeister wurden 122.540 Tonnen (VJ: 118.937 Tonnen) Prozessdampf geliefert. Die Stromproduktion betrug 51.503 MWh (VJ: 50.782 MWh). Davon wurden 21.661 MWh (VJ: 22.601 MWh) abgesetzt (ohne „Inklusivstrom“ an B&B und ohne ENAGES-Eigenbedarf). Die Betriebsstunden der Wirbelschichtkesselanlage betrugen 8.319 Stunden (VJ: 8.243 Stunden). Die behördlich vorgeschriebenen Emissionsgrenzwerte wurden eingehalten.
Die ENAGES hat im Berichtsjahr eine Bilanzsumme von rd. 18,28 Mio Euro (VJ: 20,97 Mio Euro), was eine Veränderung im Vergleich zum Vorjahr um rd. -2,69 Mio Euro bedeutet. Die Umsatzerlöse betrugen rd. 20,16 Mio Euro (VJ: 19,82 Mio Euro) und haben sich im Vergleich zum Vorjahr um rd. 0,34 Mio Euro verändert. Der sonstige betriebliche Aufwand beträgt rd. 7,78 Mio Euro (VJ: 6,84 Mio Euro). Dies bedeutet eine Veränderung von rd. 0,94 Mio Euro.
Die Verbindlichkeiten betragen rd. 2,46 Mio Euro (VJ: 4,33 Mio Euro), was im Vergleich zum Vorjahr eine Veränderung von rd. -1,87 Mio Euro bedeutet. Nach Berücksichtigung des Finanzergebnisses sowie der Steuern, ergibt sich ein Jahresüberschuss iHv rd. 3,39 Mio Euro (VJ: 3,87 Mio Euro). Der Bilanzgewinn beläuft sich auf rd. 8,91 Mio Euro (VJ: 9,52 Mio Euro). Insgesamt ergibt sich für das Eigenkapital ein Wert von rd. 13,83 Mio Euro (VJ: 14,44 Mio Euro).
Betriebliche Kennzahlen im Jahresvergleich
| 2025 | 2024 | ||||
|---|---|---|---|---|---|
| Eigenkapital | Eigenkapital (inkl. IVZ) | 14 397 981,66 | 14 397 981,66 | 15 021 810,06 | |
| Ergebnis vor Steuern | Ergebnis vor Steuen | 4428 913,07 | 4 428 913,07 | 4 985 564,92 | |
| Eigenkapital (inkl. IVZ) | 14 397 981,66 | ||||
| Eigenkapitalquote in % | Gesamtkapital | 18 278 564,00 | 78,77% | 71,62% | |
| Fremdkapital | 3 880 582,34 | ||||
| Fremdkapitalquote in % | Gesamtkapital | 18 278 564,00 | 21,23% | 28,38% | |
| ROE | Ergebnis vor Steuern | 4 428 913,07 | 30,76% | 33,19% | |
| (Eigenkapitalrentabilität) | Eigenkapital (inkl. IVZ) | 14 397 981,66 | |||
| kurzfristiges Vermögen | 6 293 127,86 | ||||
| Working Capital Ratio | kurzfristige Schulden | 3 841 358,46 | 163,83% | 88,85% | |
| Nettovers chuldung | = verzinstes Fremdkapital - liquide Mittel | -2 894,98 | -2 894,98 | 2 104 911,25 | |
| Personalaufwand | 5 234 231,23 | ||||
| Personalkosten pro Mitarbeiter | ø-Anzahl der Mitarbeiter | 43,33 | 120 799,24 | 125 742,77 | |
| 2025 | 2024 | ||||
| TEUR | TEUR | ||||
| Netto-Geldfluss aus laufender Geschäftstätigkeit | 3 923,3 | 3 146,1 | |||
| Netto-Geldfluss aus Investitionstätigkeit | 4 044,9 | -5 283,9 | |||
| Netto-Geldfluss aus Finanzierungstätigkeit | -6 169,9 | -6 793,6 | |||
| Zahlungswirksame Veränderung des Finanzmittelbestandes | 1 798,3 | -8 931,4 | |||
| Stand am Beginn des Geschäftsjahres Kassa/Bank | 29,7 | 24,4 | |||
| Stand am Beginn des Geschäftsjahres CashPooling | 146,5 | 8 876,7 | |||
| +/- zahlungswirksame Veränderung (s.o.) | 1 798,3 | -8 931,4 | |||
| Cashzugang aus der Verschmelzung | 0,0 | 206,5 | |||
| Stand am Ende des Geschäftsjahres Kassa/Bank | 2,9 | 29,7 | |||
| Stand am Ende des Geschäftsjahres CashPooling | 1 971,5 | 146,5 | |||
Der Finanzmittelfonds veränderte sich wie folgt:
2. Bericht über die voraussichtliche Entwicklung und die Risiken des Unternehmens
2.1. Voraussichtliche Entwicklung des Unternehmens
Aufgrund von längerfristig abgeschlossenen Verträgen ist die Versorgung der Anlage mit Abfallbrennstoffen zu rund 90% gesichert. Durch einen stark reduzierten Brennstoffbedarf von industriellen Mitverbrennern ist der Spotmarkt von einem hohen Angebot an hochkalorischen Abfallbrennstoffen geprägt. Dadurch sind die Preise trotz rückläufiger Abfallmengen am Spotmarkt stabil. Aufgrund eines gesunkenen Preisniveaus am Energiesektor aber einer steigenden Dampfabnahme der Papierfabrik Brigl & Bergmeister werden die Erlöse aus dem Verkauf von Prozessdampf leicht sinkend bis stabil erwartet. Die Erlöse aus dem Verkauf von elektrischer Energie werden ebenfalls leicht sinkend erwartet. Die Verfügbarkeit der Anlage wird stabil auf hohem Niveau erwartet.
Der Betrieb der Sortieranlage für Bettasche und ein steigender Absatz von Fernwärme bieten für die ENAGES GmbH zusätzliche Erlösmöglichkeiten.
2.2. Wesentliche Risiken und Ungewissheiten
Aufgrund des dauerhaft hohen Abfalldurchsatzes steigt der Verschleiß der Anlage. Dies könnte zu unplanmäßigen Stillständen und zu negativen Auswirkungen auf die Anlagenverfügbarkeit führen. Eine schwache wirtschaftliche Entwicklung der Gesamtwirtschaft beeinflusst das Marktumfeld für Abfälle weiter nachteilig und führt am Spotmarkt zu stagnierenden und nur leicht steigenden Zuzahlungen.
Das Geschäftsjahr 2025 wurde durch die Amtszeit von Donald Trump mit ihren Auswirkungen auf die Weltmärkte geprägt. Anhaltende Unsicherheiten führen zu wirtschaftlichen Verwerfungen. Personalengpässe in Europa stellten für den Betrieb der thermischen Reststoffverwertung anhaltend eine Herausforderung dar. Eine gezielte langfristige Lagerhaltung und eine zukunftsorientierte Personalpolitik sowie vorausschauende Instandhaltung helfen ENAGES bei der erfolgreichen Durchführung von zwei planmäßigen Anlagenrevisionen pro Geschäftsjahr.
Die Gesetzgebung auf nationaler und europäischer Ebene weist eine hohe Zahl an Verordnungen, Gesetzen und Erlässen auf, die Einfluss auf den Betrieb der Anlagen der ENAGES und die Beschaffung von Einsatzstoffen haben. Die nationale Gesetzgebung kann nicht immer mit den europäischen Vorgaben Schritt halten. Bei zuständigen Behörden besteht überdies ein Mangel an personellen Ressourcen. Daher bestehen teilweise große rechtliche Unsicherheiten.
Auf Basis der gegenwärtigen Liquiditätssituation (unter Berücksichtigung des Cashpools) ist der Fortbestand des Unternehmens nicht gefährdet.
3. Bericht über Forschung und Entwicklung
Das Unternehmen verfügt über keine eigene Abteilung für Forschung und Entwicklung, Die Betriebsabläufe und Prozesse werden jedoch laufend überwacht und auf ihre Effizienz geprüft. Dadurch wird eine permanente Weiterentwicklung und Optimierung erreicht. Die Mitarbeiter sind angehalten, Verbesserungsvorschläge auszuarbeiten und zur Umsetzung zu bringen. Die Motivation dazu wird durch eine Erfolgsbeteiligung gefördert.
4. Zweigniederlassungen
Im Berichtszeitraum unterhielt die ENAGES GmbH keine Zweigniederlassung,
Niklasdorf, 31. 3. 20.26
Die Geschäftsleitung
DI Siegfried Schuppler
istian Pusterhofer