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Lagebericht 2025

e.battery systems AG

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Stichtag 31. Dez. 2025 · Eingereicht am 27. Aug. 2026

Inhaltsverzeichnis

1. Geschäftsverlauf und wirtschaftliche Lage der e.battery systems AG

e.battery systems AG ist als Spin-off von AKKU Mäser, größter österreichischer Batteriehändler, im Jahre 2019 entstanden. In den ersten Jahren bestand das Hauptgeschäftsfeld auf der Entwicklung, Produktion und Vermarktung von High-Tech Batterien für den ,Non-Automotive' Markt.

In weiterer Folge wurden gewerbliche Energiespeichersysteme auf Basis von gebrauchten Autobatterien entwickelt, die im Jahre 2023 zum ersten Mal bei Kunden installiert wurden. Dabei wird bei den innovativen Second-Life-Lösungen auf gebrauchte Lithium-lonen- Batterien von Elektro- und Hybrid-Fahrzeugen namhafter Hersteller gesetzt. Energiespeicher schaffen Sicherheit und ermöglichen den autonomen Betrieb mit Strom aus sauberer Produktion mittels Photovoltaik, Wind- oder Wasserkraft. Mittlerweilen werden auch Single Level Energiespeicher (,First-Life-Speicher') Lösungen angeboten.

Im November 2024 wurde der Betrieb der Firma kumkeo GmbH mit Sitz im Hamburg, Deutschland erworben. Hier handelt sich um ein Ingenieursbüro, das hardwarenahe Software und eingebettete Systeme entwickelt und Dienstleistungen an Kunden anbietet. Im Laufe des Jahres 2025 erfolgte die vollständige Integration in die e.bs Gruppe.

Der Produktions- und Lagerstandort in Lustenau wurde aufgrund der Verlagerung der Produktion nach Serbien per Ende Februar 2025 aufgelassen. Sämtliche Batterien werden nun von einem nahestehenden Unternehmen (Partnerbetrieb) in Serbien produziert.

Gemäß Beschluss der Hauptversammlung vom 04.03.2025 wurde eine Erhöhung des Grundkapitals von EUR 146.475,- um EUR 17.240,- auf EUR 163.715,- durchgeführt. Gleichzeitig wurde der Vorstand ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrates das Grundkapital in mehreren Tranchen um bis zu Nominale EUR 73.237,- zu erhöhen (bis 31.12.2029).

Gemäß Beschluss der Hauptversammlung vom 18.08.2025 wurde eine weitere Erhöhung des Grundkapitals um EUR 21.971,- auf EUR 185.686,- beschlossen.

Am 24.11.2025 erfolgte per Vorstandsbeschluss und mit Zustimmung des Aufsichtsrat eine nochmalige Erhöhung um EUR 10.368,- auf EUR 196.054.-. Die Erhöhungen erfolgten jeweils als Bareinlagen.

Ertragslage

Im Geschäftsjahr 2025 erzielte die e.battery systems AG einen Nettoumsatz von € 4,2 Mio. (VJ € 1,8 Mio.) und eine Betriebsleistung (inklusive noch nicht abrechenbaren Leistungen) von € 5,5 Mio. (VJ € 2,2 Mio.). Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) lag bei € -2,3 Mio. (VJ € -2,3 Mio.). Im Geschäftsjahr 2025 betrug die Gesamtkapitalrentabilität -33,2% (VJ -51,5%). Die Kapitalrentabilität basiert auf dem Kapital am Anfang des Geschäftsjahres.

Vermögenslage

Die finanziellen Leistungsindikatoren entsprechen der Empfehlung zur Ausgestaltung finanzieller Leistungsindikatoren im Lagebericht des Fachsenats für Betriebswirtschaft und Organisation.

Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 2
Kennzahlen zur Vermögens- und Finanzlage (in TEUR)31.12.202531.12.2024
Nettoverschuldung (Net Debt)2.138Negativ
Nettoumlaufvermögen (Working Capital)1.701-801
Eigenkapitalquote (Equity Ratio)38,1%35,7%
Nettoverschuldungsgrad (Gearing)66,4%Negativ

Die Bilanzsumme hat sich von € 6,7 Mio. (zum 31.12.2024) auf € 8,2 Mio. (zum 31.12.2025) erhöht. Das Eigenkapital zum 31.12.2025 beläuft sich auf € 3,2 Mio. (€ +0,8 Mio. zum 31.12.2024) und entspricht einer Eigenkapitalquote von 38,1% (35,7% per 31.12.2024).

Finanzlage

Der Nettogeldfluss aus der betrieblichen Tätigkeit nach Steuern im abgelaufenen Geschäftsjahr 2025 liegt bei T€ -2.947 (VJ T€ 455). Die e.battery systems AG weist einen Geldfluss aus der Investitionstätigkeit in Höhe von T€ 7 (VJ T€ -363) auf. Der Nettogeldfluss aus der Finanzierungstätigkeit lag bei T€ 1.328 (VJ T€ 1.520) im laufenden Geschäftsjahr. Der Finanzmittelbestand am Ende der Periode weist einen Wert von T€ 1 (VJ T€ 1.613) auf.

Mitarbeiter

Im Geschäftsjahr 2025 beschäftigte die e.battery systems AG durchschnittlich rund 22 Mitarbeiterlnnen (VJ 36).

2. Bericht über die Risiken des Unternehmens

a) Allgemeine Risikomanagement

e.battery systems AG ist ein Start-up, das sich noch in der Verlustzone befindet und auf Liquiditätszufuhr von Investoren angewiesen ist. Das Unternehmen hat zuverlässige Bestandsinvestoren und konnte auch neue Geldgeber überzeugen, die die Firma bis jetzt mit der notwendigen Liquidität versorgt haben. Die Gelder werden verwendet, um die Entwicklung der Produkte und das geplante Wachstum voranzutreiben. Um das zukünftige Wachstum zu unterstützen, ist eine weitere Kapitalerhöhung im 1. Halbjahr 2026 geplant.

Das Ausfallrisiko für Kundenforderungen ist gegeben, trotz etablierter interner Oberwachungsprozesse. Zur Sicherstellung der Liquidität werden Zahlungsströme täglich überwacht und wöchentlich bzw. bei Notwendigkeit mit dem Management besprochen.

Teilweise werden in Ländern mit Risikopotenzial von Kunden Anzahlungen bzw. 100%ige Vorauszahlungen verlangt.

Ausgelöst durch vergangene Brandereignisse hat sich das Unternehmen entschieden, die gesamte Produktion an externe Fertigungspartner auszulagern. Diese Maßnahme reduziert interne operationelle Risiken, erhöht jedoch gleichzeitig die Abhängigkeit von Zulieferern und deren Qualitäts- und Lieferperformance.

b) Absatzlage

Der Vertrieb wurde im Jahr 2024 strategisch neu ausgerichtet und mit einer mehrstufigen Go-To-Market-Strategie (GTM) gestärkt. Die GTM-Struktur umfasst eine klare Segmentierung nach Zielmärkten, relevanten Industriebranchen sowie daraus abgeleiteten, ideal geeigneten Kundenprofilen. Der primäre Fokus liegt weiterhin auf dem DACH-Raum, unterstützt durch klar definierte Kundensegmente mit hohen technischen Anforderungen, mittleren Stückzahlen und einer ausgeprägten Bereitschaft, für leistungsfähige Systeme überdurchschnittliche Preise zu bezahlen. Diese Kundengruppen legen hohen Wert auf langfristige, verlässliche Technologiepartnerschaften.

Im Jahr 2025 wird die GTM weiter verfeinert und eng mit der Produktentwicklungs-Roadmap verknüpft, um Marktfeedback schneller in Produktgenerationen und technische Weiterentwicklungen zu überführen.

Die globale wirtschaftliche Lage bleibt volatil. Einzelne Volkswirtschaften weisen unterschiedliche Wachstums- und Nachfrageentwicklungen auf, was zu regionalen Absatzschwankungen führen kann. Diese Risiken können jedoch teilweise durch gegenläufige Entwicklungen in anderen Zielmärkten kompensiert werden. Darüber hinaus kommt es infolge geopolitischer Konflikte zu Verschiebungen der Nachfrage und zu Unsicherheiten in einzelnen Absatzregionen. Das Unternehmen ist aufgrund seiner modularen Produktarchitektur und einer diversifizierten Kundenstrategie grundsätzlich in der Lage, auf negative Trends im Auftragseingang zeitnah mit entsprechenden Gegenmaßnahmen zu reagieren.

c) Beschaffung

Die Beschaffungsstrategie der e.battery systems AG basiert weiterhin auf einer langfristig angelegten Zusammenarbeit mit ausgewählten, zuverlässigen Lieferanten. Insbesondere bei technologisch kritischen Schlüsselkomponenten wird bereits seit mehreren Jahren auf bewährte Partnerschaften gesetzt, um Versorgungssicherheit, Produktqualität und planbare Lieferzeiten sicherzustellen.

Um Engpässe frühzeitig abzufedern und die Lieferfähigkeit auch in volatilen Marktphasen zu gewährleisten, arbeitet das Unternehmen verstärkt mit Anzahlungen. Diese Vorgehensweise hat sich im Geschäftsjahr 2025 bewährt. Die Materialversorgung war durchgängig gewährleistet und führte zu keinen nennenswerten operativen Beeinträchtigungen.

Gleichzeitig wird die Abhängigkeit von einzelnen Lieferanten kontinuierlich überwacht. Die im Jahr 2025 eingeleitete vollständige Auslagerung der Produktion an externe Partner erhöht den Koordinationsaufwand, reduziert aber gleichzeitig interne Produktionsrisiken und erlaubt eine flexiblere Kapazitätsplanung.

Die Versorgung ist derzeit gesichert und bereitet keine großen Probleme.

d) Finanzielle Risken

Der Finanzstatus der Gesellschaft wird laufend überprüft. Investitionen werden detailliert auf Risikoaspekte hin analysiert und müssen klaren Rentabilitätszielen entsprechen. Derivative Finanzierungsinstrumente werden nicht verwendet.

3. Ausblick auf das Geschäftsjahr 2026

Der Markt, sowohl im Bereich der Hochleistungsbatterien und eingebetteten Elektroniksystemen als auch bei Energiespeicher, erweist sich als herausfordernd. Kunden sind vorsichtig bei Investitionen und staatliche Förderungen im Bereich erneuerbare Energien werden laufend geändert, angepasst oder verschwinden überhaupt.

Das Jahr 2026 wird für die e.battery systems Gruppe von einem Spannungsfeld aus anspruchsvollen Marktbedingungen, fortschreitender Konsolidierung und klar erkennbaren Wachstumschancen geprägt sein. Die Nachfrage nach Energiespeichersystemen (ESS) und Hochvolt-Batterietechnologien bleibt volatil, da Kunden angesichts unsicherer regulatorischer Rahmenbedingungen und wechselnder Förderprogramme weiterhin zurückhaltend agieren. Gleichzeitig entstehen in mehreren europäischen Märkten - insbesondere im Bereich groß skalierter Energiespeicherprojekte – stabile Absatzpotenziale, die die Gruppe gezielt adressiert.

Im Bereich ESS befinden sich zahlreiche Großprojekte in entscheidenden Angebotsphasen. Die Gruppe wird 2026 ihren Fokus auf EPC-Positionierung, Kalkulationsstabilität und die Sicherung planbarer Produktionsmengen legen. Parallel dazu wird der Engineering Bereich verstärkt auf Industriekunden mit hohen technischen Anforderungen sowie auf Projekte im Umfeld der Verteidigungsindustrie ausgerichtet. Das Nordex BiSS-Gateway Programm wird ab Jahresbeginn in eine klar strukturierte Serienplanung überführt.

Organisatorisch stehen 2026 die Professionalisierung der Produktionsprozesse, stabile Bedarfslaufpläne sowie ein strukturiertes Lieferanten- und Qualitätsmanagement im Vordergrund. Mehrere externe und interne Audits – unter anderem bei Enercon, Nordex sowie an allen Unternehmensstandorten – unterstützen die Vorbereitung auf steigende Serienvolumina.

Die technologischen Schwerpunkte liegen auf der Fertigstellung KI-gestützter Analysemodelle im BattMon-Projekt, der Weiterentwicklung neuer Hochvolt-Module auf LFP-Basis sowie der technischen Umsetzung mehrerer großvolumiger ESS-Installationen. Zudem werden die End-Of-Line-Prozesse weiter harmonisiert und die Architektur für das Batteriemanagementsystem 2.0 auf die Anforderungen zukünftiger Serienprodukte ausgerichtet.

Die e.battery systems Gruppe, bestehend aus der e.battery systems AG und der deutschen e.bs kumkeo GmbH, hat Ende 2025 ein Budget für 2026 erstellt, das ein Umsatzwachstum in Höhe von 50% vorsieht. Alle drei Geschäftsbereiche, Hochleistungsbatterien und Elektronik, Energiespeicher und Dienstleistungen, tragen zu diesem Wachstum in ähnlichem Ausmaß bei. Wichtigstes Ziel für 2026 bleibt die Erreichung der Gewinnzone.

Der Vorstand ist im Moment mit Investorengesprächen beschäftigt mit dem Ziel diese Finanzierungsrunde während dem 1. Halbjahr 2026 abzuschließen.

Im Zusammenhang mit den Brandereignissen wurden Regressansprüche in Höhe von EUR 4,3 Mio. seitens der UNIQA Osterreich Versicherungen AG und der Meusburger Immobilien GmbH gerichtlich geltend gemacht. Es liegt eine vorläufige Deckungszusage durch die Generali Versicherung AG als Haftpflichtversicherer vor. Eine abschließende Deckungsbeurteilung wird voraussichtlich erst anhand des vom Gericht rechtskräftig festgestellten Sachverhalts möglich sein. Im Falle einer Unterdeckung seitens der

Versicherung ist der Fortbestand davon abhängig, dass die Deckungslücke bspw. durch

Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 5
weitere Kapitalmaßnahmen finanziert werden kann.
Insgesamt blickt die Gruppe zuversichtlich in das Geschäftsjahr 2026, mit einem klaren
Fokus auf technologische Exzellenz, strukturierte Skalierung und eine gestärkte
Marktposition in zentralen europäischen Zukunftssegmenten.
4.Bericht über die Forschung und Entwicklung
Im Geschäftsjahr 2025 forcierte die e.battery systems Gruppe die technologische
Weiterentwicklung ihrer industriellen Hochvolt-Energiespeichersysteme. Der Fokus lag auf
der Erhöhung der Systemsicherheit, der digitalen Zustandsüberwachung sowie der
Vorbereitung großskaliger Serienprozesse. Kernentwicklungen im Jahr 2025 waren:
Hochvolt-Plattform:
Finalisierung des 176S-LFP-Systems für DC Bus USV. Die Plattform zeichnet sich durch
hohe thermische Stabilität und eine Lebensdauer von ca. 3.000 Zyklen aus. Ein neu
entwickeltes, proprietäres Batteriemanagementsystem (BMS) sichert die funktionale
Überwachung auf Zellebene ab.
KI & Digitalisierung (Projekt „BattMon"):
Mit einem Projektfortschritt von 62,5 % wurden Machine-Learning-Modelle zur präzisen
Bestimmung von State of Health (SoH) und State of Charge (SoC) sowie eine neuartige
Drucksensorik zur Früherkennung kritischer Zustände erfolgreich integriert.
Serienreife & Skalierung:
Die EP-Plattform (Gen 2) wurde für extreme Klimazonen konzeptionell vorbereitet. Parallel
dazu wurde das Nordex-BiSS-Gateway für die Serienproduktion gehärtet. Durch die
Standardisierung der End-of-Line-Prüfprozesse (EOL) konnten die Testzeiten pro Einheit
signifikant reduziert werden, was die wirtschaftliche Skalierbarkeit der Fertigung sicherstellt.
Circular Economy:
Die mechanische Konstruktion wurde im Sinne des „Design for Recycling" angepasst, um
die Demontagefähigkeit und Rohstoffrückgewinnung gemäß künftiger EU-Vorgaben zu
optimieren.
Dornhirn, 12. März 2026

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