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Lagebericht 2024/25

Niederösterreichische Saatbaugenossen- schaft registrierte Genossenschaft mit beschränkter Haftung

Original-PDF

Stichtag 30. Juni 2025 · Eingereicht am 09. März 2026

Inhaltsverzeichnis

L A G E B E R I C H T 2 0 2 4 / 2025

der

Niederösterreichischen Saatbaugenossenschaft registrierte Genossenschaft mit beschränkter Haftung

Bericht über den Geschäftsverlauf und die wirtschaftliche Lage

1.1. Geschäftsverlauf

1.1.1. Erläuterungen der wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen

Die Entwicklung der Gesamtwirtschaft und des Agrarsektors in Österreich:1

Laut Agrarstrukturerhebung 2023 – die als Stichprobenerhebung von Statistik Austria durchgeführt wurde – gab es 152.660 land- und forstwirtschaftliche Betriebe, d. h. um 1,5 % weniger als bei der vorangegangenen Agrarstrukturerhebung 2020. Die Betriebe setzten sich aus 101.036 landwirtschaftlichen Betrieben und 51.624 Forstbetrieben zusammen. Von den landwirtschaftlichen Betrieben wurden 53,0 % im Haupterwerb geführt. Zum Vergleich lag dieser Anteil bei der Agrarstrukturerhebung 2020 bei 50,2 %. Nach den Buchführungsergebnissen betrugen die Einkünfte aus Landund Forstwirtschaft im Durchschnitt aller 1.905 Buchführungsbetriebe 40.024 Euro pro Betrieb. Dies stellt eine Erhöhung um 1.714 Euro (+4,5 %) zu 2023 dar. Die durchschnittlichen Einkünfte pro Biobetrieb beliefen sich auf 33.638 Euro (+5,3 % zu 2023) und pro Bergbauernbetrieb auf 33.221 Euro (+3,2 % zu 2023). Bezogen auf den Arbeitseinsatz lagen die Einkünfte pro betriebliche Arbeitskraft bei durchschnittlich 30.933 Euro. 2024 bewirtschafteten die Betriebe durchschnittlich 32,8 ha landwirtschaftlich genutzte Fläche. Die Betriebe nutzten diese Fläche vorwiegend als Acker- und Grünland und wiesen einen Pachtanteil von 35,5 % auf. Die Betriebe hatten durchschnittlich 1,4 betriebliche Arbeitskräfte, in der Bilanz ein Eigenkapital von 543.907 Euro sowie einen Verschuldungsgrad von 12,6 %. Betreffend Betriebsform erzielten Dauerkulturbetriebe den höchsten Einkommenszuwachs (+23,3 %), gefolgt von Marktfruchtbetrieben (+11,6 %) und Forstbetrieben (+10,5 %), wobei Veredelungsbetriebe mit 96.484 Euro die höchsten Einkünfte pro Betrieb erreichten. Abgesehen von den Veredelungsbetrieben (-6,3 %) stiegen im Durchschnitt bei allen Betriebsformen die Einkünfte. Laut vorläufigen Ergebnissen der land- und forstwirtschaftlichen Gesamtrechnung für 2024 betrug der Produktionswert der Land- und Forstwirtschaft 12,91 Mrd. Euro (–1,7 % zu 2023). Davon entfielen 9,98 Mrd. Euro auf die Landwirtschaft und 2,93 Mrd. Euro auf die Forstwirtschaft. Der Arbeitseinsatz in der Land- und Forstwirtschaft betrug 134.186 Jahresarbeitseinheiten (-1,7 % zu 2023). Das durchschnittliche Faktoreinkommen (das die Entlohnung der Produktionsfaktoren Boden, Arbeit und Kapital misst) je Arbeitskraft stieg nominell um 3,7 % bzw. real um 0,4 % gegenüber dem Vorjahr. Der Nettounternehmensgewinn je nichtentlohnter Arbeitskraft erhöhte sich nominell um 4,0 % bzw. real um 0,6 %. Innerhalb des Produktionswerts der Landwirtschaft sank der Wert der pflanzlichen Erzeugung verglichen zum Vorjahr um 5,8 % auf 4,15 Mrd. Euro und der Wert der tierischen Erzeugung um 0,1 % auf 4,74 Mrd. Euro. Die Agrarexporte erhöhten sich verglichen zum Vorjahr um 1,3 % auf 16,88 Mrd. Euro und die Agrarimporte um 8,7 % auf 18,89 Mrd. Euro.

Stand Juli 2025 wurden im Jahr 2024 insgesamt 2.652 Mio. Euro aus EU-, Bundes- und Landesmitteln für die Land- und Forstwirtschaft aufgewendet. Dies bedeutet eine Steigerung von 93 Mio. Euro bzw. 3,6 % gegenüber dem Vorjahr. Die Zahlungen setzten sich wie folgt zusammen: 603 Mio. Euro (22,7 %) von der 1. Säule der GAP (Marktordnung), 1.364 Mio. Euro (51,4 %) von der 2. Säule der GAP (ländliche Entwicklung) und 685 Mio. Euro (25,8 %) von den sonstigen Maßnahmen (rein national finanziert). Bei der 1. Säule der GAP sanken die Zahlungen um 2 Mio. Euro (–0,3 %), bei der 2. Säule stiegen sie um 52 Mio. Euro (+4,0 %), und bei den sonstigen Maßnahmen stiegen sie um 43 Mio. Euro (+6,7 %) gegenüber 2023. Der Zuwachs bei den sonstigen Maßnahmen resultierte insbesondere aus Erhöhungen bei den Entlastungsmaßnahmen (z. B. Rückvergütung der CO2-Bepreisung und Agrardieselvergütung) sowie den Ernte- und Tierversicherungen. Für die soziale Sicherheit wurden 2024 Leistungen im Wert von 4.056 Mio Euro erbracht.

¹ Quellen: Grüner Bericht 2025 - Zusammenfassung

1.1.2. Geschäftsentwicklung

1.1.2.1. Entwicklung des Gesamtumsatzes

Die Entwicklung des Gesamtumsatzes im Geschäftsjahr 2024/2025 zeigt folgendes Bild (in TEUR):

Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 3
GJ 2024/2025GJ 2023/2024Veränderung
18.11817.303+ 4,7%

Mit der Entwicklung des Gesamtumsatzes konnte die Genossenschaft das diesbezüglich intern gesetzte Unternehmensziel erreichen.

1.1.2.2. Entwicklung des Umsatzes

Es konnten 23.936 Tonnen aus Eigenproduktion der Mitglieder abgesetzt werden. Im Vergleich zum Vorjahr ein Plus von 748 Tonnen (+3,2%), wobei die Exportmengen um 6,4% auf 6.390 Tonnen gesunken sind.

1.1.3. Geschäftsführung und Mitarbeiter

Die Geschäftsführung blieb im Jahr 2024/2025 unverändert und wird durch Herrn DI Michael Buxbaum wahrgenommen.

Die Genossenschaft beschäftigte zum 30.6.2025 18 Dienstnehmer, wobei sich eine Mitarbeiterin in Karenz befand.

1.1.4. Leistungen besonderer Art

Im letzten Jahr wurden im Jänner Gebietsversammlungen abgehalten. Zur Verbesserung der Kommunikation mit den Mitgliedern wurde im Juni eine eigene Gebietsversammlung einberufen.

1.1.5. Besondere Ereignisse im Geschäftsjahr

In diesem Geschäftsjahr sind keine besonderen Ereignisse vorgekommen, die wesentliche Auswirkungen auf die Genossenschaft haben.

1.1.6. Erfüllung des Genossenschaftszweckes

Die Genossenschaft hat im Berichtszeitraum ihre Geschäftspolitik auf die Bedürfnisse und Wünsche der Mitglieder abgestimmt.

Dem Förderungsauftrag für die gemeinsame Züchtung, Vermehrung und Verwertung von Kartoffelsaatgut sowie die Beschaffung von Saatgut zum Zwecke der Züchtung und Vermehrung wurde entsprochen.

1.2. Bericht über Betriebsstätten

Die Genossenschaft führte zum 30.06.2025 an 2 Standorten Betriebsstätten. Die Zentrale und Zuchtstation befindet sich in Meires (Waldviertel), in Naglern (Weinviertel) wird eine Prüfstation betrieben. Weiters wird von Naglern aus das Vermehrungsgebiet im Weinviertel von 1 Person betreut.

Die Investitionen der Genossenschaft betrugen im Geschäftsjahr 2024/2025 insgesamt TEUR 285, die zur Gänze auf Sachanlagen entfielen. Die Investitionen im Sachanlagenbereich betrafen die Maschinen, die Grundstückseinrichtungen, die Betriebsausstattung inkl. Geringwertiger Wirtschaftsgüter, sowie den Fuhrpark.

1.3. Darstellung der Lage inkl. finanzieller Leistungsindikatoren

1.3.1. Vermögenslage

Die Bilanzsumme erhöhte sich im Jahr 2024/2025 um TEUR 1.371.

Diesen Veränderungen liegen im Wesentlichen der Erhöhung des Umlaufvermögens – insbesondere der Forderungen und der liquiden Mittel – in Höhe von insgesamt TEUR 1.114 zugrunde.

1.3.1.1. Eigenkapital

Das erweiterte Eigenkapital erhöhte sich im Jahr 2024/2025 um TEUR 1.002 auf TEUR 5.736. Der Eigenkapitalanteil2 beträgt 67,2% des Gesamtkapitals und stieg im Jahr 2025 um 1,1%-Punkte. Die Zielvorgabe, den Eigenkapitalanteil zu verbessern, konnte somit erreicht werden.

1.3.1.2. Fremdkapital

An Positionen des Fremdkapitals wurden zum 30.06.2025 insgesamt TEUR 2.800 ausgewiesen. Dies entspricht 32,8% des Gesamtkapitals.

1.3.2. Ertragslage

Die Betriebserträge verminderten sich im Vergleich zum Vorjahr um 3,1 % auf EUR 3.532.

Gleichzeitig erfuhren die Betriebsaufwendungen im Jahr 2024/2025 nominell einen Anstieg.

Im Hinblick auf die Entwicklung der Relation der Betriebsaufwendungen zur Betriebsleistung konnte der eingeschlagene Kurs in Richtung Verbesserung der Kostensituation weiter fortgesetzt werden. Das im Jahr 2024/2025 erwirtschaftete Ergebnis vor Steuern (EVS) in der Höhe von TEUR 1.162 verminderte sich zwar gegenüber dem Vorjahr, liegt damit aber trotzdem über der Zielvorgabe.

Mit dem erzielten Jahresüberschuss konnte eine nominelle Eigenkapitalstärkung erreicht werden.

1.3.3. Finanzlage

Gemäß AFRAC-Stellungnahme 36: Geldflussrechnung (UGB) (Juni 2020) gestaltet sich die Finanzlage wie folgt (Beträge in TEUR):

Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 4
2024/2025Vorjahr
Netto-Geldfluss aus der betrieblichen Tätigkeit856-681
Netto-Geldfluss aus der Investitionstätigkeit-262-174
Netto-Geldfluss aus der Finanzierungstätigkeit-22-63

Der Anstieg des „Netto-Geldflusses aus der betrieblichen Tätigkeit“ war im Wesentlichen auf eine leichte Zunahme, nach dem deutlichen Rückgang im Vorjahr, der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, sowie anderer Passiva zurückzuführen.

2 Der Eigenkapitalanteil wird wie folgt ermittelt:

(Eigenkapital Investitionszuschüsse) / Bilanzsumme 30.06.2025 x 100

2. Bericht über die voraussichtliche Entwicklung und Risiken des Unternehmens

2.1. Voraussichtliche betriebliche Entwicklung

Aufgrund der gemeldeten Menge und der sehr guten Anerkennungsrate steht im Geschäftsjahr 2025/2026 deutlich mehr Saatgut für die Vermarktung zur Verfügung, wodurch aufgrund der bisherigen Entwicklung insgesamt ein zufriedenstellendes Ergebnis im Rahmen der gesetzlichen Unternehmensziele erwartet wird. Die Vermarktung im Inland wird aufgrund der aktuell sehr niedrigen Speisekartoffelpreise jedoch rückläufig sein.

Die Kosten für eine andere Verwertung der Überschüsse aus dem Saatgutbereich, als auch aberkannten Partien, werden gegenüber der letzten Saison deutlich höher sein.

Durch den erfolgten Neubau eines weiteren Glashauses konnte der Umfang der Züchtung gesteigert werden. Hinsichtlich der Zuchtziele wird weiterhin mehr Wert auf eine erhöhte Widerstandsfähigkeit gegenüber Trockenheit und Hitze gelegt.

2.2. Wesentliche Risken und Ungewissheiten

Große Schwankungen bei der Saatausbeute/ha bzw. An- und Aberkennungen haben einen großen Einfluss auf die Verkaufsmengen sowohl im In- als auch Ausland. Die ausländischen Preise sind auf deutlich niedrigerem Niveau als im Vorjahr.

Durch ein gezieltes Mahnwesen wird versucht, dem Zahlungsrisiko im In- also auch im Ausland entgegenzuwirken.

Das finanzwirtschaftliche Risiko von zukünftigen Zinssteigerungen ist durch die hohe Eigenkapitalquote (67,2 %) eher gering.

Das EDV-Risiko ist auf Grund der Verwendung einer marktüblichen Standard-Software sehr gering.

Das Fluktuationsrisiko ist durch einen stabilen Mitarbeiterstamm als gering zu erachten.

Durch die Betreuung der AUVA (Allgemeine Unfallversicherungsanstalt) und der LAK (Landarbeiterkammer) werden Arbeitnehmerbelange gut abgedeckt. Durch laufende gezielte Schulungsmaßnahmen wird eine entsprechende fachliche Qualifikation der Mitarbeiter sichergestellt

Durch die Entwicklung eigener Sorten soll das Risiko des Verlustes von Anbauflächen minimiert werden.

Nach heutigem Wissensstand bestehen keine, dem Bestand des Unternehmens gefährdende oder sonstige Risiken mit Wesentlichem Einfluss auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Unternehmens.

3. Bericht über die Forschung und Entwicklung

Die NOS ist weiterhin am Forschungsprojekt KLIMAFIT beteiligt. Das Projekt steht vor einer Verlängerung, wobei die NÖS im bisherigen Ausmaß am Projekt beteiligt bleibt.

Seit 2024 ist die Genossenschaft an einem EIP-Projekt (Die richtige Fraktion für die optimale Produktion – Nachhaltiger Einsatz von Kartoffelsaatgut) beteiligt. Das Projekt hat eine Laufzeit von 3

Jahren. Mit diesem Projekt soll erreicht werden, Kartoffelpflanzgut optimal in der Knollengröße einzusetzen.

Im November 2025 erhielt die Genossenschaft die Zusage für ein neues Projekt der Förderschiene LE 77-02 mit dem Titel „Weiterentwicklung und Modernisierung des regionalen Saatkartoffelsektors zur nachhaltigen Sicherstellung der Versorgung mit hochwertigem Kartoffelpflanzgut“. Dieses Projekt wird 3 Jahre dauern. Ziel ist es, die Qualität des heimischen Kartoffelpflanzgutes zu steigern.

Datum: 16.12.2025

Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 6
DI Michael BuxbaumGeschäftsführer

Der Lagebericht wurde im Sinne der Satzung am 16.12.2025 in der gemeinsamen Sitzung vom Vorstand und Aufsichtsrat behandelt und genehmigt.

Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 6
Erich Kaltenböck Obmann
Thomas Staribacher 1. Obmannstellvertreter
Florian Thaler 2. Obmannstellvertreter
Martin Kolm
Heinrich Paul Mechtler
Franz Wanzenböck
Franz Steigerstorfer
Leopold Salzer
DI Martin Holzweber
DI Harald Lemp

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