Inhaltsverzeichnis
Grundlagen der Gebauer & Griller Kabelwerke Gesellschaft m.b.H.
Vision
Wir bei Gebauer & Griller (GG) leben unsere Vision, das Leben von Menschen durch Energie- und Datenübertragung zu bereichern. Die Grundlage jeglicher Beziehung ist Interaktion und Kommunikation, ob auf menschlicher oder technischer Ebene. Als eines der führenden Technologieunternehmen sehen wir uns als aktiven Mitgestalter der Zukunft und als wesentliches Bindeglied, das die Welt und die auf ihr lebenden Menschen näher zusammenbringt. Wir sichern zuverlässige und einwandfreie Interaktion und Übertragung und machen damit die für unser tägliches Leben unverzichtbaren Prozesse möglich. Leidenschaft treibt uns an und lässt uns immer wieder neue und innovative Lösungen in Kooperation mit unseren Kunden und Partnern entwickeln. Unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sind wir ein verlässlicher Arbeitgeber. Als solcher handeln wir auch stets im Interesse unserer Eigentümer. GG ist einer der führenden Hersteller von Daten- und Energiekabeln und -leitungen sowie Kabelsätzen für den Automobil- und Industriesektor und damit ein Innovator, der die Zukunft der Welt mitgestaltet.
Mission
Unsere Mission ist es, die Verbindungen der Welt für die Menschen, die in dieser leben, sicherzustellen. Als führender Hersteller von Kabeln, Drähten und Leitungssystemen gewährleisten wir den stetigen Fluss von zwei der wichtigsten Güter unserer Gegenwart und Zukunft: Energie und Information. GG entwickelt, was die Welt und die Menschen miteinander verbindet und jegliche Form von Austausch und Übertragung möglich macht. Millionen von Menschen kommen täglich mit unseren Produkten in Kontakt und verlassen sich auf die sichere und reibungslose Energie- und Datenübertragung im Automobil- und Industriebereich. Unsere innovativen Lösungen reichen damit weit über die Technik hinaus. Wir erwecken Technologie zum Leben, unterstützen den Erfolg ganzer Branchen und bringen letztendlich die Menschen dieser Welt zusammen.
Corporate Strategy
Wir sind GG – Wir arbeiten mit Leidenschaft, Inspiration und voller Energie daran, die beste Lösung für unseren Kunden zu entwickeln und zu liefern, wo auch immer wir von unserem Kunden gebraucht werden.
Wir sind zufrieden, wenn unser Kunde zufrieden ist. Überlegene Produkte mit herausragender Qualität sind die Basis für unseren gemeinsamen Erfolg und unser profitables Wachstum.
Kunden- und Marktanforderungen inspirieren uns, in allem, was wir tun. Innovation und Entwicklung gehören in allen Funktionen zur täglichen Routine.
Als anerkannte Experten unserer Branche konzentrieren wir uns auf Leistung und Geschwindigkeit. Wir entwickeln End-to-End- Full-Service-Lösungen für bestehende und potenzielle Zielmärkte.
Wir glauben an Synergien, Partnerschaften und nachhaltige Beziehungen. Unser Konzept für Erfolg basiert auf gegenseitigem Vertrauen und Respekt zwischen Kollegen und Geschäftspartnern.
Als wahrer Global Player folgen wir unseren Kunden weltweit.
Unternehmenswerte
Know-How: Gut ist uns nicht gut genug. Wir streben nach Exzellenz in allem, was wir tun und geben uns nur mit den besten Lösungen zufrieden.
Fokus Mensch: Erfolg hängt von den Menschen ab, die daran arbeiten. Unser Erfolg basiert auf der Perfektion unserer Produkte, vor allem aber auch auf den Menschen, die exzellente Lösungen erarbeiten.
Innovation führt uns aus der Vergangenheit in die Zukunft. Alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter tragen dazu bei, unabhängig von ihrem Tätigkeitsbereich und ihrer Position.
Responsibility: Ein führendes Unternehmen zu sein bedeutet auch, Verantwortung zu übernehmen. Verantwortung und Nachhaltigkeit für all unsere Unternehmensaktivitäten, sei es in ethischer, sozialer oder ökologischer Hinsicht.
Markttrends
Die Automobilindustrie sowie der für Gebauer & Griller wichtige Zukunftsmarkt Industrie und Automatisierung ist von 5 wesentlichen zukünftigen Marktrends gekennzeichnet:
x E-Mobility (Elektromobilität): Aufgrund von regulatorischen Vorgaben (Reduzierung der CO2 Emissionen, Dekarbonisierung) und sich verändernden Konsumentenpräferenzen, wird die Dominanz herkömmlicher Antriebsarten durch die zunehmende Marktdurchdringung elektrischer und hybrider Antriebsarten sukzessive abgelöst werden. x Autonomes Fahren: Der Trend zum autonomen Fahren führt in allen Fahrzeugklassen zu einem steigenden Bedarf an Assistenzsystemen unter der Nutzung von Sensoren, Kameras, Radar- und Lidarsystemen, die in Echtzeit große Datenmengen übertragen. x Connectivity (Datenvernetzung): Die kontinuierliche Vernetzung durchdringt alle gesellschaftlichen Strukturen wie Mobilität, Freizeitgestaltung, Arbeiten (Home-Office) bis hin zu industriellen Produktionsprozessen (Industrie 4.0) und Internet of Things (IoT). x Industrie und Automatisierung: Im Gegensatz zur Automobilindustrie sind Bereiche wie z.B. Automatisierung und Anlagenbau konservativer. Trends wie SPE (Single Pair Ethernet) setzen sich langsamer durch. Industrie 4.0 und „Ethernet of Things“ treiben jedoch weiterhin die Vernetzung und damit den Verbau von Datenleitungen voran. Besonders im deutschsprachigen und im DACH Raum stagniert der Maschinenbau in den letzten Jahren. Im Bereich Industrie verzeichnen wir neuere Trends, wie die durch das Wachsen der für diverse AI-Anwendungen notwendigen Datazentren und damit verbunden der steigende Bedarf an (grüner) Energie. Die rasante Zunahme der globalen Wertschöpfung im Bereich der Spaceund Verteidigungsindustrie sowie der neuen Anwendungen für human robotics sind Industrien, die in einem frühen und vielversprechenden Wachstumsstadium sind. x Mobility as a Service (MaaS): Aufgrund der sich abzeichnenden, gesellschaftlichen Veränderungen etablieren sich neue Formen der Mobilität. Aus heutiger Sicht sehen wir aus diesem Trend weder Bedarfserhöhungen noch zwangsläufig Bedarfsreduktionen bezogen auf das Premium- und Mittelklassesegment, auf das sich GG fokussiert.
Darüber hinaus zeichnet sich ab, dass die Endkunden immer stärker eine Personalisierung des Fahrzeugs wünschen, die sich unter anderem durch einen fließenden Übergang von persönlichen Daten und IT-Anwendungen vom privaten und professionellen Umfeld (PC und Handy) ins Fahrzeug und zurück ausdrückt (common software ecosystem). Das Fahrzeug wird zudem immer mehr als Hardware-Plattform gesehen, auf deren Basis New Services (u.a. Infotainment, Streaming- Angebote etc.) realisiert werden können, so dass neue Anbieter aus anderen Branchen einen wesentlichen Einfluss auf den Markt nehmen werden (SONY, Apple etc.).
Die Strategie des Gebauer & Griller Kabelwerke Konzerns orientiert sich an vier dieser wesentlichen Markttrends und wird auch die beiden neueren Trends eng verfolgen bzw. Lösungen dazu realisieren:
E-Mobility
Die Treiber der E-Mobility bleiben die regulatorischen Rahmenbedingungen für den CO2- Flottenausstoß, die Emissionsbegrenzungen und teilweise Fahrverbote im städtischen Bereich zur Begrenzung der Auswirkungen des Klimawandels und zur Verbesserung der Luftqualität. Die OEMs (Original Equipment Manufacturer) haben mit Strategieänderungen reagiert und Budgets von konventionellen hin zu alternativen Antrieben verlagert.
Diesbezüglich wird weiterhin substanziell in neue Wertschöpfungsketten und Partnerschaften, speziell im Bereich Speichertechnologien (Batterien), Systemintegration (E-Axle etc.) und Ladenetzwerk/Infrastruktur (Ladeparks) investiert.
Wenngleich auch 2025 erneut ein globaler Anstieg von +28% beim Verkauf von vollelektrischen PKW (BEV) gegenüber 2024 realisiert wurde, so zeigt sich beim Blick auf die verschiedenen Regionen erneut ein gemischtes Bild. China blieb mit ca. 9 Mio. verkauften BEVs (+33%) und einem Weltmarktanteil von ca. 55% der größte Elektrofahrzeugmarkt (BEV only), gefolgt von Europa mit 2,6 Millionen BEVs (+30%) und den USA mit etwa 1,2 Millionen BEVs (-0,3%).
Hybridfahrzeuge, insbesondere Plug-In Hybride, haben weiterhin einen wesentlichen Anteil am Automobilmarkt. Das weitere Wachstum wird jedoch auch hier volumenmäßig in erster Linie von China dominiert (erneut 1,1% ggü. 2024). Dennoch hat sich auch der Markt in der EU im Jahr 2025 erheblich stärker entwickelt als in den Vorjahren (+34%), während die USA sich wieder stärker auf reine Hybrid-Fahrzeuge (HEV) fokussiert hat. (-17% PHEV / +27% HEV).
Trotz der Reduzierung staatlicher Förderungen bilden Hybridfahrzeuge damit unverändert eine wichtige Brückentechnologie auf dem Weg zur vollständigen Elektrifizierung. Andere alternative Antriebsformen wie Brennstoffzellen spielen im PKW-Segment mittlerweile lediglich eine untergeordnete Rolle und sind auch im Nutzfahrzeugsegment aufgrund der technischen Fortschritte bei batterie-elektrischen LKWs und Kostenvorteilen für Frächter (Total Cost of Ownership Betrachtung) aus dem Fokus geraten. Als Alternative für Langstreckentransporte bleibt damit nur noch eine kleine Nische für Wasserstoff als Antrieb.
Getrieben durch den kurzfristigen Auslauf von Incentives für BEVs in Deutschland war Anfang 2024 eine teilweise Markteintrübung am europäischen Markt bemerkbar, welche sich bis zum Ende des Jahres bestätigt hat. Im Jahr 2025 konnte jedoch auch Deutschland wieder eine positive Entwicklung verzeichnen (+43%). Das globale Wachstum blieb unverändert stark. Aktuelle Forecasts und Analysen sehen das Marktwachstum, vor allem aufgrund der allgemeinen politischen Entwicklungen dennoch weiterhin herausfordernd. Dennoch stellt dies keine grundsätzliche Abkehr von der Elektrifizierung des Verkehrs dar. Die hohe Volatilität und Planbarkeit führt jedoch weiterhin zu längeren Laufzeiten von Verbrennern und Verschiebungen von geplanten BEV Projekten. Allgemein ist mit einem flacheren Anlauf von BEVs - speziell in den USA - zu rechnen. In diesem Zusammenhang kommen auch neue Strategien (z.B. explizite „last man standing“ Strategie für ICE-Applikationen) in den Fokus und werden auch seitens GG weiterhin verfolgt.
Parallel steigt der Wettbewerbs- und Preisdruck für klassische OEMs bei BEVs unverändert an. Der Markteintritt chinesischer OEMs in Europa (insbesondere BYD, MG und Geely), wird weiterhin forciert. Chinesische Anbieter treten selbstbewusst und technologieaffin auf und setzen die etablierten OEMs mit Neuentwicklungen unter Druck. Mit lokalen Fertigungskapazitäten (z.B. BYD in Ungarn und der Türkei) und dem Aufbau von Partnerschaften mit etablierten Händlern wird der zukünftige Anspruch der chinesischen OEMs zusätzlich untermauert. Die hohe Wertschöpfungstiefe und ein erheblicher Know-How Vorsprung in Schlüsseltechnologien (speziell Ladetechnologie/Ultra- Schnellladen, Speicher/Batterietechnologie) dieser Hersteller, bleibt für die weitere Entwicklung der klassischen OEMs - speziell in Europa - in den nächsten Jahren unverändert herausfordernd. Der internationale Wettbewerb der Regionen (EMEA, USMCA, APAC) hinsichtlich der Investitionen in neue Technologien verschärft die Lage zusätzlich und es wird weiterhin erheblicher Anstrengungen bedürfen, um in einem stagnierenden Gesamtmarkt wettbewerbsfähig zu bleiben.
Eine Erreichung der aktuellen EU-Flottenziele wird unverändert nur mit einem bedeutenden Anteil an elektrisch betriebenen Fahrzeugen möglich sein. Aufgrund der aktuellen Belastungen für die Hersteller werden jedoch unverändert Diskussionen zur Aufweichung und/oder Verschiebung der Flottenziele geführt. Die Analysten von S&P Global haben den Marktanteil von xEV Neufahrzeugen (Produktion BEV, FCEV und PHEV/HEV) in Europa im Jahr 2030 von ca. 68% (Stand 2023) und ca. 61% (2024) mit dem Forecast per 12/2025 erneut leicht auf 65% angehoben.
Insbesondere in Europa steht die Ausweitung der Förderung von klimaneutralen, synthetischen Kraftstoffen zur Dekarbonisierung der ICE-Flotte über 2035 hinaus im Raum (Stichwort: „hocheffiziente“ Verbrenner). Ob bzw. in welcher Form potenzielle Lösungen ausgestaltet werden
können, sowie die grundsätzliche technische Machbarkeit sind jedoch unverändert Gegenstand von Diskussionen.
Nachdem die CAFE-Standards (Corporate Average Fuel Economy) in den USA, nach der Verschärfung 2022, für den Zeitraum 2024-2026 gesetzt waren und mit der Verabschiedung des IRA (Inflation Reduction Act), erhebliche Anreize für Investitionen in Zukunftstechnologien geschaffen wurden, hat die erneute Amtsperiode von Donald Trump als US-Präsident die Ziele der US Regierung jedoch deutlich verändert. Der xEV Bereich in den USA hat damit an Volatilität wesentlich zugenommen und die Volumen und Investitionen massiv einbrechen lassen (siehe Stellantis, Ford). Die weiteren Entwicklungen sind derzeit nicht abschätzbar.
Die Ziele in China beinhalten, neben dem Flottendurchschnitt, weiterhin anspruchsvolle Ziele hinsichtlich Elektromobilität. Der Anteil von xEV (BEV, FCEV und PHEV/HEV) bei den Neuzulassungen wird auf Basis all dieser Maßnahmen im Jahr 2030 in China weiterhin auf ca. 78% geschätzt. Damit etabliert China auch im Langfristbereich seine Vorreiterrolle in der Elektromobilität. Mit dem neuen (15.) Fünfjahresplan wurde die Elektromobilität jedoch aus dem strategischen Ziel der Regierung in Peking genommen (etablierte Technologie). Die weitere Entwicklung bleibt dementsprechend abzuwarten.
Trotz der erstmalig vollständigen Umstellung auf 48V im Niedervoltbereich bei Tesla (“Cybertruck”), ist technologisch in den nächsten Jahren weiterhin von einer Kombination von 12V und 48V Niedervoltsystemen und 400-800V bzw. 1000V Hochvoltsystemen auszugehen. Fahrzeuge mit mehreren Spannungsebenen, haben einen höheren Bedarf an Kabeln und Kabelsätzen mit unterschiedlichen Anforderungen. Die zunehmende Systemintegration (Zusammenfassen von mehreren Funktionen in die Antriebseinheit) bei BEVs, reduziert den Leitungsbedarf und stellt für GG mittelfristig ein Volumenrisiko dar. Dementsprechend liegt der strategische Fokus weiterhin auf den verbleibenden, innovationsträchtigen Leitungssatzanwendungen Traktion und Laden. Insbesondere der Ladepfad stellt aufgrund rasanter Fortschritte im Bereich der Speichertechnologien (Zellchemie zur Erhöhung der Reichweite/Energiedichte, Schnellladefähigkeit und Sicherheit) und der damit einhergehenden Anforderungen an das System Leitungssatz erhebliches Innovationspotential dar. Mittlerweile ist man insbesondere im Bereich Schnellladen mit Leistungsanforderungen bis zu 1MW (1.000 A / 1.000 V) auch im PKW-Bereich konfrontiert, was bestehende Leitungslösungen zunehmend an die Grenzen bringt und neuer, innovativer Lösungen (z.B. aktive Kühlung) bedarf.
GG etabliert sich in diesem Bereich als technologischer Vorreiter und setzt mit entsprechenden, branchenübergreifenden Systempartnerschaften (HV Komponenten & HV Thermalmanagement) neue Standards und hat Power2Flow® als dezidierte Marke für dieses Produktsegment eingeführt.
Autonomes Fahren
Der Marktrend autonomes Fahren resultiert aus dem Bestreben zur Erhöhung der Verkehrssicherheit, da nach wie vor 90% aller Unfälle von Menschen verursacht werden.
Unterstützt wird der Bedarf durch Gesetzesvorgaben wie jene der NHTSA (National Highway Traffic Safety Administration) bezüglich verpflichtender Rückfahrkamera und Display für Neufahrzeuge. 2019 wurde eine EU-Richtlinie erlassen, welche eine verpflichtende Einführung von Abbiegeassistenten ab Juli 2024 für neue LKWs und Busse vorsieht. EU-weit vorgeschrieben sind ab 2022 auch Spurhalteassistenten, eine intelligente Geschwindigkeitsassistenz sowie ein erweitertes Notbremsassistenzsystem für PKW‘s.
Für die Automobilbranche sind hohe Investitionen in eigene Elektronik- und Softwareherstellung sowie der Aufbau des entsprechenden Know-hows erforderlich. Eine besondere Herausforderung sind die unterschiedlichen Entwicklungszyklen, die für die Hardware bei fünf bis acht Jahren liegen. Aufgrund der Komplexität der Systeme und der hohen Anforderungen an die Fahrzeugsicherheit werden große Anstrengungen unternommen, Systemfehler mit unüberschaubaren Folgekosten zu vermeiden.
Aufgrund der weiteren Realisierung von Assistenzsystemen im Fahrzeug, entsprechend der Level 2 bis 5 des autonomen Fahrens, nimmt die Anzahl der Kamerasysteme, Sensoren, Steuereinheiten (Electronic Control Unit = ECU) und Antennensysteme stetig zu. Neben Koaxialleitungen (COAX) und High Speed Data (HSD) Leitungen werden vermehrt auch Ethernet-Leitungen zum Beispiel in Form
von STP (Shielded Twisted Pair) Leitungen nachgefragt. Der Trend zur zonalen Architektur, der Bündelung von Daten in hochwertigere Datenleitungen setzt sich dabei fort. Allerdings wird dieser OEM-spezifisch unterschiedlich schnell umgesetzt. Der ursprüngliche rasche Umstieg hat sich dabei deutlich verlangsamt. Bei den OEMs und damit den Architekturen steht eine Optimierung auf Kostendruck verstärkt im Fokus. So werden beispielsweise Ethernet Verbindungen über COAX- Leitungen geprüft, da diese in manchen Fällen günstiger als STP-Leitungen sind. Daneben werden alternative Kabeldesigns geprüft, wobei Aluminium anstatt von Kupfer Verwendung finden soll, mit dem Ziel bei gleichbleibender Performance der Datenübertragungseigenschaften Kosten zu sparen.
Datenvernetzung (Connectivity)
Der Trend zum autonomen Fahren ist eng mit dem Trend zur Datenvernetzung verknüpft. Das Ziel der Datenvernetzung ist die Weiterentwicklung des Fahrzeuges zu einem Wohnraum und Arbeitsplatz. Die Vernetzung von Fahrzeugen mit ihrer Umwelt (Connectivity) revolutioniert zunehmend die Art und Weise zukünftiger Mobilität.
In einem ersten Schritt werden Daten zwischen dem Fahrzeug und Vernetzungspunkten des Straßenbetreibers ausgetauscht. Dies erfolgt in beide Richtungen und ist bereits mit neuen Fahrzeugmodellen und auf Teststrecken der Autobahnbetreiber möglich. In einem nächsten Entwicklungsschritt werden sowohl Daten zwischen Fahrzeugen (Car to Car) und in weiterer Folge Daten mit übergeordneten Verkehrsleitsystemen, sogenannten Cooperative Intelligent Transport Systems ausgetauscht.
Ein weiteres Element der Datenvernetzung ist die Infotainment-Ausstattung der Fahrzeuge, die schrittweise zunächst die Beifahrer als auch in Zukunft den Fahrer selbst mit Daten und Informationen zur Freizeitgestaltung oder für berufliche Zwecke versorgt. Durch die Vernetzung und das Sammeln der unterschiedlichen Daten werden im Umfeld der Mobilität neue Services und Dienstleistungsangebote entstehen.
Aufgrund der Verschiebung neuer Plattformen werden erweiterte Connectivity Features verzögert auf den Markt kommen, da die bestehende Hardware neue Features noch nicht umfangreich unterstützen kann. Damit verbunden sind die bisher prognostizierten Zuläufe in den high-end Datenleitungen wie z. B. STP zeitlich mit den neuen Baureihen der OEMs verschoben.
Der ursprüngliche „hype“ rund um das autonome Fahren hat sich etwas abgekühlt. Die große Marktausbreitung wird vor allem aufgrund der gesetzgebenden Hürden bis nach 2030 geschoben. Allerdings werden weitere Features laufend erweitert, um die Sicherheit beim Fahren zu verbessern, den Wettbewerb zwischen den OEMs aufrecht zu erhalten und eine zusätzliche Differenzierung zu generieren.
Die beiden Trends Datenvernetzung und autonomes Fahren erzeugen einen zusätzlichen Bedarf für Leitungen mit hohen Datenübertragungsraten in Fahrzeugen. Das Know-how im Bereich automotiver Datenleitungen ist eine der Kernkompetenzen von GG und eine Voraussetzung, die Wachstumsoptionen, welche dieses Geschäftsfeld bietet, zu realisieren. Neben rein automotiver Anwendungen kommen vermehrt Anwendungen im Nutz- und Agrarbereich sowie bei Spezialfahrzeugen und -maschinen (z. B. Gabelstapler oder Kräne) vor, die aufgrund geringerer Regulierungen früher auf den Markt gebracht werden.
Einer Zunahme der Datenleitungen steht vor allem im automobilen Bereich einer Abnahme von einfachen (PVC) Einzeladern gegenüber, die getrieben wird durch die Vereinfachung der Netzwerkstruktur (zonale Architektur) in der Systemarchitektur. Daneben bleiben aber Verkabelungen an der Karosserie und dem Antriebsstrang für Signal – und Sensorfunktionen wie z.B. ABS, EBS und neuerdings drive – by wire weiter von Bedeutung.
Ein weiterer Markttrend im Zusammenhang mit der Datenvernetzung ist der Trend zur Automatisierung der Produktionsprozesse und Vernetzung von Fertigungsanlagen. Die Maschinenbauindustrie ist von der technologischen Entwicklung geprägt, bestehende Fertigungskonzepte hinsichtlich Datenaustausch und Datenvernetzung mit Drittsystemen zu erweitern (Industrie 4.0).
Im Bereich Datenleitungen für automobile Anforderungen sowie bei Industriebusleitungen hat GG hohe technische Kompetenz erworben. Der Gebauer & Griller Kabelwerke Konzern stellt in diesen Anwendungsbereichen als einer der wesentlichen Marktteilnehmer in Europa und im USMCA-Raum, sowohl herausragende Innovationsfähigkeit als auch hervorragende Produktqualität unter Beweis. Daneben werden die Produktsegmente der Signal– und Sensorleitungen weiter aktiv bearbeitet, Produkte optimiert und in diversen Industrien cross-selling verstärkt.
Industrie und Automatisierung
Neben den bereits erwähnten Daten-, Signal- und Sensorleitungen zeichnen sich weitere Anwendungsfelder im Bereich der neuen Industrien ab, die im aktuellen Stadium aktiv beobachtet werden, um rechtzeitig mit passenden Lösungen gerüstet zu sein. So eignen sich z.B. bereits produzierte STP-Leitungen aus der automobilen Branche auch für neue Anwendungen im Bereich von human robotics oder NEW SPACE Satelliten-Anwendungen.
Strategie 2030
Für GG ist die kontinuierliche Auseinandersetzung mit der strategischen Weiterentwicklung essenziell für den langfristigen Unternehmenserfolg. Mit Beginn des Geschäftsjahres 2024/2025 wurde die Unternehmensstrategie 2030 erarbeitet, die im Geschäftsjahr 2025/2026 nochmalig unter dem Gesichtspunkt Steigerung der Resilienz im Detail weiterentwickelt wurde. Die drei Säulen der Strategie 2030 stellen sich wie folgt dar und basieren auf den Geschäftsfeldern Data Transmission und Energy Transmission:
Finanzielle Optimierung bildet die Grundlage für die langfristige Umgestaltung des GG- Geschäfts hin zu mehr Resilienz und Nachhaltigkeit. Die in den letzten drei Geschäftsjahren getätigten Maßnahmen werden maßgeblich die langfristige finanzielle Optimierung in verschiedenen Bereichen sicherstellen: stetiges Umsatzwachstum, ein EBIT nach Branchenstandard und solide Zahlen hinsichtlich Eigenkapitalquote und Nettoverschuldung. Diversifizierung und Resilienz sind der Kernfokus der GG-Strategie 2030. Die letzten Jahre mit zahlreichen Krisen, wie z. B. Covid-19, dem Ukraine-Krieg, Energiekrisen, hoher Inflation und dem wirtschaftlichen Abschwung, haben GG in eine herausfordernde Lage gebracht. Um zukünftigen Unsicherheiten besser begegnen und das strategische Risikoportfolio minimieren zu können, muss GG sein Unternehmen und seine Geschäftsstruktur bis zu einem gewissen Grad diversifizieren. Dennoch wird GG auch in Zukunft seinen Wurzeln treu bleiben und weiterhin ein Global Player in der Automobilindustrie sein.
Nachhaltigkeit: Für uns als GG-Gruppe und unsere Eigentümer ist es wichtig, unseren Beitrag zur Reduzierung der Auswirkungen des Klimawandels zu leisten. Nachhaltigkeit wird sowohl durch politische Vorgaben als auch durch veränderte Verbraucherpräferenzen vorangetrieben. OEMs haben auf diese Anforderungen reagiert und fordern nachhaltige Wertschöpfungsketten, die auf wiederverwendeten und recycelten Ressourcen basieren und einen geringen CO2-Fußabdruck der Produkte aufweisen.GG nimmt seine Verantwortung ernst, wird seinen CO2-Fußabdruck verbessern und Produkte mit recycelbaren bzw. biobasierten Materialien entwickeln.
Geschäftsmodell, Standorte und Strategische Geschäftsfelder
Geschäftsmodell
Die Gebauer & Griller Kabelwerke Gesellschaft m.b.H. (GG) fokussiert sich auf die zwei strategischen Geschäftsfelder Data -Transmission und Energy -Transmission. In diesen beiden Geschäftsfeldern sind wir ein internationaler Anbieter von Produkten und Lösungen für die Energieund Datenübertragung (Energy Transmission und Data Transmission). Das Produktportfolio besteht aus Kabelsätzen und Kontaktteilen sowie Kabeln und Leitungen für Fahrzeuge und industrielle Anwendungen.
Zur Steigerung funktionaler Exzellenz, weltweiter Vereinheitlichung der Aufbau- und Ablauforganisation sowie der Erhöhung der Kundenorientierung ist der Gebauer & Griller Kabelwerke Konzern funktional strukturiert und organisiert. Die Konzernfunktionen arbeiten gemeinsam mit den Werken in einer Matrixorganisation zur Erreichung der strategischen Ziele.
Standorte der Gebauer & Griller Kabelwerke Gesellschaft m.b.H.
Die Gebauer & Griller Kabelwerke Gesellschaft m.b.H. hat einen Standort in Wien, das Headquarter an dem der Vertrieb und Teile der Entwicklungsabteilungen angesiedelt sind. Am Standort in Poysdorf erfolgt seit 1975 die Fertigung von Kabeln und Leitungen. Das Werk in Poysdorf ist der größte Standort im strategischen Geschäftsfeld Data-Transmission. Zusätzlich ist am Standort in Poysdorf das globale Entwicklungszentrum angesiedelt. Das Entwicklungszentrum fungiert als globaler Hub für alle Entwicklungstätigkeiten im Gebauer & Griller Kabelwerke Konzern.
Die Gebauer & Griller Kabelwerke Gesellschaft m.b.H. hält direkte Beteiligungen an 9 (i.VJ 9) Tochtergesellschaften, von denen 5 (i.VJ 5) operativ tätig sind und Produkte aus den beiden strategischen Geschäftsfeldern entwickeln, produzieren und vertreiben.
Strategische Geschäftsfelder
Data Transmission
GG ist ein führender Hersteller von technologisch anspruchsvollen Leitungen zur Datenübertragung. Die Kunden des Gebauer & Griller Kabelwerke Konzerns in diesem Geschäftsfeld sind sowohl Tier-1 Kabelsatzproduzenten der OEMs als auch Großhändler und Systemlieferanten der Maschinenbau-, der Messtechnik- und Automatisierungsindustrie.
Den automotiven Megatrends autonomes Fahren und Connectivity folgend, nimmt die Bedeutung der Datenübertragung innerhalb der Fahrzeuge, sowie zwischen der Fahrzeugumgebung und dem Fahrzeug ständig zu. GG ist bei vielen OEMs und Kabelsatzherstellern mit seinen Produkten qualifiziert und agiert als first mover in technologisch anspruchsvollen und rasch wachsenden Anwendungsbereichen. Automotive Datenleitungen sind somit das Hauptprodukt im strategischen Geschäftsfeld Data Transmission. Die neu entwickelten automotiven Datenleitungslösungen sind hinsichtlich hoher und stabiler Datenübertragungsraten und geringem Bauraum für ständig steigende Datenvolumen im Bereich autonomes Fahren und Connectivity optimiert. GG Lösungen setzen hinsichtlich Datenübertragung innerhalb der Fahrzeuge und zu deren Umfeld neue Standards in der Automobilindustrie. Die Datenleitungen werden zur Vernetzung von Kameras, Radar- und Lidarsystemen, Steuergeräten, Sensoren, Zentralrechnern und Infotainment / Multimediaeinheiten eingesetzt.
Neben der Datenrate treten auch Aspekte der Vereinfachung im Bordnetz immer mehr in den Fokus, wodurch beispielsweise viele einadrige Leitungen durch neue standardisierte 10BaseT1 Leitungen ersetzt werden, was Kosten und Material einspart. Das Produktportfolio im automotiven Bereich beginnt mit CAN- (Controller Area Network), CAN-FD (Controller Area Network - Flexible Data Rate), Ethernet-Leitungen GG2SPEED® und Flex-Ray Leitungen. Die offen verseilten, geschirmten und ungeschirmten Mantelleitungen sind für Datenübertragungsraten von 500 kbit/s, über 10Mbit/s (10BaseT1) bis 10 Gbit/s geeignet. Geschirmte LVDS- und High Speed Data (HSD) Mantelleitungen GG QUADSPEED® ermöglichen eine Datenübertragung von bis zu 12 Gbit/s. Im Hochfrequenzbereich werden Spezialkabel für die Antennenverkabelung GG CO-SPEED® angeboten. Die Koaxialkabel sind einfach und doppelt geschirmt erhältlich und ermöglichen
Datenübertragung von bis zu 20 GHz. Abgerundet wird das Produktportfolio der automotiven Datenleitungen vom Produktsegment der polymeren, optischen Fasern POF (Polymere Optical Fiber). POF sind Lichtwellenleiter aus PMMA (Polymethylmethacrylat auch als Acrylglas bezeichnet) zur Licht- und Datenübertragung im Fahrzeug.
GG ist in Europa auch ein wesentlicher Marktteilnehmer bei Industriebusleitungen, sowohl im standardisierten Bereich wie PROFINET als auch im kundenspezifischen Sortiment. Neben PROFINET beinhaltet das Produktportfolio Industrial Ethernet Leitungen sowie gebräuchliche Feldbusleitungen wie PROFIBUS, CAN BUS und DeviceNet™. Die Ausrichtung auf dieses Segment orientiert sich am Markttrend der Maschinenbauindustrie zur Datenvernetzung automatisierter Produktionsprozesse zwischen den Fertigungseinrichtungen und deren Umwelt (Industrie 4.0). Neue und kostenoptimierte SPE (Single pair ethernet) Leitungen, die zuerst im automotiven Bereich etabliert wurden, halten neuerdings in der Industrie Einzug. So werden diese Leitungen in (humanoiden) Robotern aber auch in Satelliten gebundenen Systemen vermehrt im Design berücksichtigt und bieten zukünftig Potential in wachsenden Märkten an Bedeutung zu gewinnen. GG nutzt hier die Erfahrung und Marktdurchdringung im automotiven Bereich um gezielt neue Anwendungen in den neuen Bereichen zu bedienen und neue Maßstäbe für zukünftiges Wachstum zu setzen.
Energy Transmission
GG ist ein namhafter Hersteller von kundenspezifischen, automotiven Kabelsätzen zur Energieübertragung in Fahrzeugen. Unsere innovativen Lösungen und neuen technologischen Entwicklungen sind stark auf die ökonomische und ökologische Zielrichtung der Automobilindustrie ausgerichtet und folgen den automotiven Entwicklungen zu Elektromobilität, Leichtbauweise und Dekarbonisierung. Die Kunden des Gebauer & Griller Kabelwerke Konzerns im strategischen Geschäftsfeld Energy Transmission sind sowohl OEMs als auch deren Tier-1 Lieferanten. GG liefert dabei hauptsächlich für Modelle im Mittelklasse- und Premiumsegment.
GG ist auf Kabelsätze in Leichtbauweise aus Aluminium spezialisiert. In diesem Bereich konnten wir in den letzten Jahren eine bedeutende Marktposition, vor allem bei den deutschen Premiumfahrzeugherstellern und ihren globalen Tochtergesellschaften, erlangen. Seit der Markteinführung im Jahr 1999 ist GG aufgrund seiner langjährigen Erfahrung in der Entwicklung und Produktion von Kabelsätzen aus Aluminium global eines der führenden Unternehmen in dieser Technologie und kann eine herausragende Produkt- und Prozesssicherheit und optimale Verarbeitungseffizienz beim Automobilhersteller gewährleisten. Die Vorteile von Aluminium gegenüber Kupfer in unseren Kabelsätzen sind die niedrigeren Metallkosten und das geringere Produktgewicht von Aluminium.
Die Kabelsätze aus Aluminium werden im gesamten Produktportfolio von GG im Geschäftsfeld Energy Transmission eingesetzt. Dieses umfasst Low-Volt (12V/48V) Batterie- und Starter-Generator- Leitungskabelsätze für Fahrzeuge mit Verbrennungskraftmotoren sowie das Produktsegment High- Volt (größer 60V) für Hochvolt-Kabelsätze in Hybrid-, Fuel-Cell und Elektrofahrzeugen.
Kabelsätze für die Spannungsebenen 12V/48V werden in allen Fahrzeugarten für viele Anwendungen in Zukunft weiterhin benötigt. Kabelsätze für Spannungen bis zu 800V und sogar >1000V werden für Plug-in-Hybrid (PHEV) und in vollelektrischen Fahrzeugen (BEV) teilweise als komplementäres Produkt zu den Low-Volt Kabelsätzen weiter an Bedeutung gewinnen. Die Marktanteile der Hybrid und batterieelektrischen Fahrzeuge werden durch die regulatorischen Vorgaben zur Emissionsreduktion und das veränderte Konsumentenverhalten in den nächsten Jahren weiter stark ansteigen. Vollelektrische Fahrzeuge, Hybrid, Plug-in-Hybrid und Fahrzeuge, die mit Brennstoffzellen betrieben werden, haben eine besondere Leitungsarchitektur. Dies umfasst auch batterieelektrische Fahrzeuge mit Range Extender (REX bzw. REEV), welche insbesondere in China zur Erreichung zusätzlicher Reichweiten zum Einsatz kommen. Je nach Ausführung werden hier meist kleine Benzinmotoren, ausschließlich zum On-Board-Nachladen der HV-Batterien eingesetzt. Der Antrieb selbst bleibt vollelektrisch. Auch die Leitungsarchitektur weicht hier nicht wesentlich von vollelektrischen Fahrzeugen ab.
GG bietet kundenspezifische Lösungen für die besonderen Anforderungen dieser Antriebssysteme an. Hochautomatisierte Produktionsprozesse garantieren zusätzlich Effizienz und außerordentliche Produktqualität, durch hohe Stabilität und Wiederholgenauigkeit der Prozesse tragen diese somit auch zur funktionalen Sicherheit der Produkte bei.
Ein weiteres Alleinstellungsmerkmal im Geschäftsfeld Energy Transmission ist die Synergie der Kabelsatzfertigung mit der Fertigung von Energieleitungen, die GG jahrzehntelang aufgebaut und weiterentwickelt hat. Insbesondere bei Hochvolt- (HV) Kabelsätzen sind, aufgrund der hohen Ströme, technologisch anspruchsvolle Leitungen, die sowohl hochtemperaturbeständig sind, aber auch ihr eigenes elektrisches Feld abschirmen, gefragt. Eine weitere Differenzierung ist der hohe Automatisierungsgrad, den GG verfolgt. GG hat sich bereits frühzeitig mit der automatisierten Fertigung von Kabelsätzen beschäftigt. Diese Erfahrung gewinnt insbesondere im Bereich der Hochvolt-Kabelsätze für PHEV und BEV-Fahrzeuge aufgrund der hohen Anforderungen an die Prozess- sowie Funktionssicherheit an Bedeutung. Als Nebeneffekt wird die Abhängigkeit von lokalen Arbeitsmarktbedingungen reduziert und dem Facharbeitermangel durch einen höheren Automatisierungsgrad entgegengewirkt. Die Kombination von Know-how und hoher Fertigungstiefe macht GG zu einem attraktiven und gefragten Entwicklungspartner im Bereich Elektro- und Hybridfahrzeuge.
Um dem Trend, hin zu Systemlösungen und höheren Systemanforderungen in modernen EV- Architekturen zu begegnen, setzt GG zusätzlich verstärkt auf Partnerschaften, um sich als Systemlieferant für Energiebordnetze weiterhin erfolgreich zu positionieren. Beispielhaft ist die Entwicklung von aktiv gekühlten Leitungssatzsystemen (Power2Flow®) im Fahrzeug hervorzuheben, bei welcher den aktuellen thermischen Herausforderungen beim Schnellladen von Elektrofahrzeugen begegnet wird und Ladezeiten von fünf Minuten realisiert werden können. Die innovative Entwicklungspartnerschaft zwischen GG, Amphenol Tuchel Electronics und VOSS Automotive verbindet erstmalig das Bordnetz mit dem Thermalmanagement, um Systemeffizienz über Systemgrenzen hinweg zu realisieren.
An einer Erweiterung der Kundenbasis wird in allen drei, für GG wesentlichen Absatzmärkten, Europa, USMCA und APAC mit Fokus China gearbeitet, wobei Kabelsätze für alle Antriebsarten von ICE (internal combustion engine) bis BEV parallel angeboten werden. Die Produktion von automotiven Kabelsätzen erfolgt an den Standorten in der Tschechischen Republik, in der Republik Moldau, Mexiko und China bzw. seit dem Geschäftsjahr 2025/2026 auch in Bulgarien. Durch die globale Aufstellung der Produktionskapazitäten in Ländern mit vorteilhaften Lohnkosten und standardisiertem Produktionssystem werden sowohl kurze Lieferwege als auch wettbewerbsfähige Preise sichergestellt.
Wirtschaftliche Rahmenbedingungen, Geschäftsverlauf & Ergebnissituation
Makroökonomische Rahmenbedingungen
Laut Angaben des Internationalen Währungsfonds (IWF) ist die Weltwirtschaft 2025 um 3,3 Prozent gewachsen und passt sich an ein Umfeld an, das insbesondere durch politische Maßnahmen neu gestaltet wurde. Einige der extremsten Auswirkungen höherer Zölle konnten dank nachfolgender Vereinbarungen und Neufestlegungen abgemildert werden. Das allgemeine Umfeld bleibt jedoch volatil.
Indien konnte mit 7,3% (i.VJ 6,5%) auch 2025 das höchste Wachstum verzeichnen. In den USA erhöhte sich das BIP auf 2,1% (i.VJ 2,8%) und in China blieb es wie im Vorjahr auf 4%.
Der Euroraum verzeichnete ein nur geringes Wirtschaftswachstum. Deutschland, der für den Gebauer & Griller Kabelwerke Konzern wichtigste Absatzmarkt, verzeichnete eine BIP-Reduktion von -0,2% (i.VJ -0,2%), während die österreichische Wirtschaft nach zwei Rezessionsjahren wieder leicht um real 0,6% (i.VJ -1,2%) wuchs.
Die seit dem Amtsantritt von Donald Trump als US-Präsident einhergehenden zusätzlichen Verwerfungen, vor allem mittels Importzöllen wirtschaftspolitischen Druck aufzubauen, verunsicherte die Märkte. Im Jahresverlauf 2025 schlossen mehrere wichtige Handelspartner (darunter GB, Japan, Südkorea, EU) Vereinbarungen mit den USA. Diese gaben zwar Planungssicherheit, zementierten aber zugleich ein dauerhaft höheres Zollniveau. Die erratische Handelspolitik der USA führte zu einem Anstieg der wirtschaftspolitischen Unsicherheit und trübte damit weltweit das Investitionsklima.
Geschäftsverlauf & Ergebnissituation
Umsatz
Die Gebauer & Griller Kabelwerke Gesellschaft m.b.H. erzielte 2025/26 einen Umsatz in Höhe von 558,1 Mio. Euro (i.VJ 554,3 Mio. Euro) und lag damit um ca. 1% über dem Niveau des Geschäftsjahres 2024/25.
Umsatz Data Transmission
Im Geschäftsjahr 2025/26 lag der Umsatz mit 301,7 Mio. Euro in etwa auf dem Niveau des Vorjahres in Höhe von 300,7 Mio. Euro.
Der Umsatz mit Kunden außerhalb des Gebauer & Griller Kabelwerke Konzerns reduzierte sich im Geschäftsjahr 2025/26 um ca. 3% und lag bei 206,5 Mio Euro (i.VJ 211,9 Mio. Euro). Dies ist vor allem auf die nach wie vor schwierigen konjunkturellen Rahmenbedingungen in Europa zurückzuführen, wo dieser Trend vor allem im Bereich der Industriekunden sichtbar ist.
Gestiegen ist hingegen der Umsatz mit Kunden innerhalb der GG Group. Die Belieferung der Tochtergesellschaften konnte um ca. 6% erhöht werden und lag bei 97,4 Mio. Euro (i.VJ 92,0 Mio. Euro).
Umsatz Energy Transmission
Der Umsatz im Geschäftsfeld Energy Transmission resultiert größtenteils nicht aus Eigenfertigung, sondern ist Handelswarenumsatz aus den in Tschechien, der Republik Moldau und Bulgarien hergestellten Kabelsätzen, die zwar von den Produktionswerken an die Endkunden ausgeliefert werden, deren Verrechnung an die deutschen OEMs aber über die Gebauer & Griller Kabelwerke Gesellschaft m.b.H. erfolgt. Im GJ 2025/26 blieb dieser Umsatz in Höhe von 216,1 Mio. Euro konstant zum Vorjahresniveau von 216,9 Mio. Euro.
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EBIT
Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern lag, bereinigt um Sondereffekte und wesentliche periodenfremde Aufwendungen und Erträge, mit +3,4 Mio. Euro auf der Höhe des bereinigten Ergebnisses des Vorjahres von +3,7 Mio. Euro.
Somit konnten in den letzten drei Geschäftsjahren wesentliche positive Beiträge zur Verbesserung der Profitabilitäts- und Liquiditätssituation der Gebauer & Griller Kabelwerke Gesellschaft m.b.H. Maßnahmen erzielt werden. Besonders positiv ist zu erwähnen, dass die operative Performance des Kabelwerkes in Poysdorf, das als eigenes Profit Center innerhalb der Gebauer & Griller Kabelwerke Gesellschaft m.b.H. geführt wird, signifikant verbessert werden konnte.
Das im Geschäftsjahr 2022/23 gestartete Transformationsprogramm wurde offiziell mit 30.6.2025 beendet. Die im Rahmen der Transformation eingeführte Methodik zur Definition und Implementierung von Maßnahmen zur Profitabilitätsverbesserung und der Optimierung des Working Capitals wurde allerdings beibehalten. Die definierten Maßnahmen und deren konsequente Umsetzung in den Bereichen Topline Improvement, Commercial Purchasing, Product Cost Optimisation, Site & Overhead Optimisation sowie eine professionelle Footprintoptimierung und ein stringentes Working Capital Management trugen wesentlich zur Stabilisierung der Marge, der Personalkostenentwicklung, der operativen Performance des Werkes und der Reduktion der Vorräte bei.
Investitionen
Mit einem Volumen in Höhe von ca. 10,4 Mio. Euro (i.VJ 6,8 Mio. Euro) lagen die Zugänge für Sachanlagen und immaterielle Vermögensgegenstände im Geschäftsjahr 2025/26 deutlich unter dem Cash Flow aus der Investitionstätigkeit in Höhe von -15,8 Mio. Euro.
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Anlage IV
Finanzielle Leistungsindikatoren
| Werte in TEUR | |||
|---|---|---|---|
| Kennzahl | 2025/26 | 2024/25 | Änderung |
| EK - Quote | 26,9% | 22,8% | 17,7% |
| EK Rentabilität (vor Steuer) | 16,6% | 7,8% | 112,7% |
| Bruttoumsatz | 558.073 | 554.339 | 0,7% |
| Rohertragsquote | 24,1% | 23,3% | |
| EBIT | -7.230 | -207 | 3384,8% |
| EBIT bereinigt | 3.435 | 3.658 | 6,1% |
| EBIT Marge (bereinigt) | 0,6% | 0,7% | |
| Freier Mittelzufluss/-abfluss | 20.150 | -4.429 | -555,0% |
| Cash Flow aus der Finanzierungstätigkeit | -28.366 | 10.300 | -375,4% |
| Umsatzrendite | 1,7% | 0,5% |
Anmerkung: Die Berechnung der EK-Quote beinhaltet den Sonderposten für Investitionszuschüsse zum Anlagevermögen und die Einlage stiller Gesellschafter
Nichtfinanzielle Leistungsindikatoren
Menschen bei GG – Human Focus – Unternehmenskultur
Das Geschäftsjahr 2025/26 war geprägt von den geopolitischen Herausforderungen des Ukrainekrieges, der Zollpolitik der USA sowie zuletzt dem Irankrieg und den damit verbundenen Auswirkungen der internationalen Supply Chain und Verfügbarkeit von Materialien. Weiters befindet sich unser Werk in Bulgarien im Ramp-Up und wird insbesondere von KollegInnen und Kollegen aus dem Werk in Moldawien sowie der Zentrale intensiv unterstützt.
Dem Unternehmenswert „Human Focus“ folgend, wurde die im letzten Geschäftsjahr gestartete GG Unternehmenskulturinitiative weitergeführt und stellte das maßgeblichste globale HR Projekt dar.
Im Geschäftsjahr 2025/26 haben wir die GG Kulturreise konsequent weiterentwickelt, indem wir auf den ersten Umfrageergebnissen auf Führungskräfteebene sowie den Erkenntnissen aus dem Management-Board-Workshop aufbauten, bei dem auch die Zielkultur der GG Group definiert wurde.
Um eine umfassendere und wissenschaftlich fundierte Analyse zu gewährleisten, wurde eine globale Umfrage durchgeführt, die nahezu alle unsere Standorte einbezog und statistisch valide Ergebnisse lieferte. Dadurch konnten ein detaillierter Vergleich zwischen der wahrgenommenen Ist-Kultur und der angestrebten Idealkultur vorgenommen werden.
In einer Reihe von internationalen Workshops wurden vor Ort an nahezu allen globalen Standorten direkt mit den lokalen Führungsteams sowie einer ausgewählten Gruppe freiwilliger Mitarbeitender direkt zusammengearbeitet. Ziel dieser Workshops war es, gemeinsam erste konkrete Maßnahmen zur Entwicklung hin zur Zielkultur zu erarbeiten.
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Besonders wichtig war dabei ein kontinuierlicher und gegenseitiger Prozess – sowohl top-down als auch bottom-up –, um sicherzustellen, dass sämtliche Stimmen und Meinungen aus der Organisation gehört und angemessen berücksichtigt werden. Dieser Ansatz stärkt nicht nur die Identifikation mit den Unternehmenswerten, sondern fördert auch das Vertrauen und die Motivation unserer Teams weltweit. Nach Abschluss der umfangreichen Analysephase wurde nun die nächste wichtige Etappe gestartet: die Entwicklung und Umsetzung zielgerichteter Maßnahmen. Wir sind überzeugt, dass dieser methodische und partizipative Weg wesentlich zur nachhaltigen Entwicklung unserer Unternehmenskultur beiträgt und die Grundlage für zukünftige Erfolge legt.
Führungskräfte bei GG – Leadership Prinzipien – Führungskultur
Das Thema Führung steht in engem Zusammenhang mit dem Kulturprojekt. Die GG Werte und Leadership Prinzipien bilden die starke Basis der Kulturinitiative.
Insbesonders crossfunktionale Zusammenarbeit wurde bereits in ersten Workshopformaten bearbeitet und wird – neben der Formalisierung einer Matrixorganisation – auch im kommenden Geschäftsjahr ein Fokusbereich sein.
Ergänzend dazu wurde Coaching als wirkungsvolles Instrument eingesetzt, um Führungskräfte bei individuellen Herausforderungen zu unterstützen und deren persönliche Entwicklung gezielt zu fördern. Durch diese Maßnahmen werden nicht nur die Kompetenzen unserer Führungskräfte gestärkt, sondern auch die Grundlage für eine nachhaltige und erfolgreiche Zusammenarbeit innerhalb des Unternehmens geschaffen.
Zudem wurden einige Workshops organisiert (z.B. Verbesserung des RFQ-Prozesses), bei dem HR federführend und moderierend tätig war, um die crossfunktionale Zusammenarbeit auszubauen und gezielt Leadership Prinzipien und in der Ideal-Culture gewünschte konstruktive Verhaltensweisen herauszuarbeiten bzw. einfließen zu lassen.
Talent Management & Skill Management
Ein Kernziel der Personalpolitik der GG Group ist die laufende Identifikation von Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen mit Potenzial zur Entwicklung in verantwortungsvollere Positionen und Initiative zur positiven Gestaltung von Veränderung. Ausschlaggebend sind dabei die aktuell gezeigte Leistung sowie das Potenzial für zukünftige Leistungen, das sich wiederum durch Proaktivität, Lernagilität, Fähigkeit zur Zusammenarbeit, sowie die Fähigkeit Prozesse weiterzuentwickeln und Probleme zu lösen, ausdrückt.
Auf Basis der bestehenden Talent Management und Succession Management Prozesse konnten wir im Geschäftsjahr 2025/26 wesentliche Schlüsselpositionen intern mit identifizierten Talenten, Nachfolgern und Nachfolgerinnen nachbesetzen.
Diversity & Inclusion
Eine Säule in unserer „People Strategy“ ist unser Fokus auf Diversity & Inclusion. Aktuell liegt der allgemeine Frauenanteil bei 20%, der Anteil von Frauen auf allen Führungsebenen bei 12%. Rahmenbedingungen wie unsere flexiblen Arbeitszeiten, unsere Mobile Working Richtlinie, Unterstützung bei Themen der Kinderbetreuung über unser Employee Assistance Programm (EAP) sollen die Vereinbarkeit von Familie und Beruf fördern.
Im vergangenen Geschäftsjahr wurde GG in Österreich mit dem staatlich zertifizierten Gütezeichen „Familie & Beruf“ ausgezeichnet. Eines der - im Rahmen des Zertifizierungsprozesses - klar definierten Ziele war die Implementierung eines professionelles Karenz-Managements. Mitarbeitende erhalten nun sämtliche relevanten Informationen zu diesem Themenbereich zentral auf der HR Austria Website. Darüber hinaus haben Kolleginnen und Kollegen in Karenz die Möglichkeit, sich für einen speziellen Karenznewsletter zu registrieren, um auch während ihrer Abwesenheit kontinuierlich über aktuelle Entwicklungen und unternehmensbezogene Änderungen informiert zu bleiben.
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Digitalisierung
Das Thema Digitalisierung hat uns auch im Geschäftsjahr 2025/26 begleitet. Neben der kontinuierlichen Weiterentwicklung der bestehenden HR Softwarelösungsmodule zur Verbesserung der Managementprozesse wie unter anderem der Überarbeitung des digitalen Performance Management Prozesses lag der Fokus auf zwei Hauptthemenbereichen: Multisource Feedback (360° Feedback) sowie KI gestütztes Autorentool.
Multisource Feedback (360° Feedback)
Eine etablierte Feedbackkultur bleibt weiterhin auf allen Ebenen der Organisation von zentraler Bedeutung. Um diese künftig digital und in direkter Verbindung mit unserer bestehenden HR- Softwarelösung Success Factors zu realisieren, wurde ein digitales Multisource-Feedback-Tool aufgesetzt. Dieses Tool gewährleistet neben der klassischen 360° Feedbackanalyse auch die Möglichkeit externe Kunden in den Evaluierungsprozess der Führungskräfte einzubinden. Das neue Tool ermöglicht somit eine weltweit einheitliche Bewertung unserer Führungskräfte. Der Fokus liegt dabei insbesondere auf der Evaluierung konstruktiven Führungsverhaltens, um eine Verbindung zu unserem Kulturprojekt herzustellen und sicherzustellen, dass sich unsere Führungskräfte ihrer „blinden Flecken“ bewusst werden und daran arbeiten können.
KI gestütztes Autorentool
Weiters wurde erfolgreich ein modernes, KI-gestütztes Autorentool für Lerninhalte eingeführt. Dadurch können nun qualitativ hochwertige digitale Schulungen erstellt werden, die Entwicklungszeiten werden dadurch verkürzt und eine globale Einheitlichkeit bei der Gestaltung und Durchführung von Trainings sichergestellt. Darüber hinaus ist eine einfache Skalierung hinsichtlich der Sprachnutzung möglich. Diese Maßnahme versetzt sowohl die globale als auch die lokale Personalabteilung in die Lage, den steigenden Anforderungen des Unternehmens an schnelle und skalierbare Lernlösungen gerecht zu werden.
Gesundheitsmanagement
Auch im Geschäftsjahr 2025/26 haben wir weiterhin durch unser Employee Assistance Programm allen Mitarbeitenden kostenfreie und niederschwellige Beratung angeboten, um sie insbesonders hinsichtlich belastender beruflicher und privater Themen für sich aber auch Personen aus ihrem Haushalt zu unterstützen.
Mitarbeiterzahlen
Zum Bilanzstichtag des Geschäftsjahres 2025/26 betrug die Anzahl der Mitarbeiter/-innen 909 (i.VJ 978) und ist damit gegenüber dem Vorjahr um 7% gesunken. Im Jahresdurchschnitt haben wir 939 Mitarbeiter/-innen (i.VJ 989) beschäftigt. Das Durchschnittsalter der Belegschaft lag im Geschäftsjahr 2025/26 bei 42,1 Jahren. Die durchschnittliche Betriebszugehörigkeit lag bei 11,6 Jahren. Die Mitarbeiter/-innen von GG beteiligten sich aktiv an der Optimierung von Produkten und Prozessen im Unternehmen.
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RDI (Research, Development and Innovation)
GG betreibt intensive Forschungs-, Entwicklungs- und Innovationsaktivitäten (RDI), mit dem Ziel neue Produkte und Lösungen zu entwickeln. Der Aufwand für RDI der Gebauer & Griller Kabelwerke Gesellschaft m.b.H. inkl. der originären verrechneten Teilleistungen anderer Gesellschaften lag im GJ 2025/26 bei 24,9 Mio. Euro (i.VJ 23,8 Mio. Euro) oder 4,5% bezogen auf den Umsatz. Diese Aufwendungen inkludieren sowohl die originär von der Kabelwerke Gesellschaft m.b.H. erbrachten Leistungen als auch die Verrechnungen der von der deutschen und der polnischen Tochtergesellschaft erbrachten Teilleistungen für die R&D Projekte der Gebauer & Griller Kabelwerke Gesellschaft m.b.H. Zur besseren Vergleichbarkeit wurde der Vorjahreswert angepasst. Analog der Darstellung im Geschäftsjahr 2025/26 wurden die Kosten eines Bereichs vom Bereich SG&A in den Bereich R&D umgegliedert.
Diese hat sich im Geschäftsjahr 2025/26 auf folgende Entwicklungsschwerpunkte konzentriert:
Strategisches Geschäftsfeld Data Transmission:
Strategisches Geschäftsfeld Energy Transmission:
x Entwicklung von neuen Industriebusleitungen mit erhöhten Anforderungen x Entwicklung automotiver Hochfrequenzleitungen x Mechanische, thermische & Alterungssimulation von Leitungssätzen in der Automobilindustrie x Entwicklung von Innovativen Lösungen für 12V, 48V und 60V Antriebsarchitekturen (ICE, PHEV, BEV) x Entwicklungen von Lösungen Next-Generation Leitungssätzen für HV-Anwendungen x Erweiterung des E-Mobility Leitungssatz-Komponentenbaukasten (Vertikale Integration) x Materialentwicklung für High Performance Daten- und Energieleitungen x Sekundärmaterialienentwicklung für den Einsatz bei Daten- und Energieleitungen x Entwicklung von Bearbeitungs-/Überwachungsprozessen für die Leitungskonfektion
Geschäftsfeldübergreifende Themen:
Strategisches Geschäftsfeld Data Transmission
Im Bereich der Datenübertragung lag der Fokus auf der Absicherung hochfrequenter und hochdynamischer Leitungssysteme unter realitätsnahen Einsatzbedingungen. Die Arbeiten konzentrierten sich insbesondere auf die Verbesserung der Vorhersagegüte elektromagnetischer Eigenschaften komplex geschirmter Leitungssysteme. Hierzu wurden parametrische Simulationsmodelle entwickelt, die geometrische, material- und prozessbedingte Einflussgrößen systematisch berücksichtigen. Automatisierte Parametersweeps und standardisierte Auswerteverfahren ermöglichten es, Sensitivitäten gegenüber fertigungstechnischen Toleranzen quantitativ zu bewerten und kritische Design- und Prozessfenster abzuleiten.
Ergänzend dazu wurden geschirmte Hochfrequenzleitungen hinsichtlich Aufbau, Schichthaftung, mechanischem Biegeverhalten und Hochfrequenzperformance weiterentwickelt. Neue Schirm- und Fertigungskonzepte sowie ein innovativer Ansatz zur nachträglichen Twisterzeugung führten zu einer signifikanten Erhöhung der Schirmdämpfung und zu einer verbesserten mechanischen Robustheit. Die Konzepte wurden sowohl messtechnisch als auch im Zusammenspiel mit relevanten Stecksystemen validiert. Parallel dazu wurden flexible Mehrleiter-Konzepte für Hochgeschwindigkeits-Anwendungen untersucht, bei denen die Integration in bestehende HSD-Architekturen bis in den zweistelligen Gigahertz-Bereich erfolgreich nachgewiesen werden konnte.
Zur Unterstützung einer robusten Industrialisierung zukünftiger Datenleitungsgenerationen wurden darüber hinaus kritische Prozessparameter in Extrusion und Verseilung detailliert analysiert. Durch die Korrelation von Prozessgrößen mit elektrischen Kennwerten konnten Ursachen für Streuungen identifiziert und gezielte Maßnahmen zur Stabilisierung der Übertragungsparameter abgeleitet werden. Dies bildet eine wesentliche Grundlage für die reproduzierbare Serienfertigung hochperformanter Datenleitungssysteme.
Strategisches Geschäftsfeld Energy Transmission
Die Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten im Bereich Energy Transmission adressierten Hochstrom-, Hochvolt- und Multimedien-Leitungssysteme sowie innovative Kontaktierungs- und Kühlkonzepte für zukünftige Anwendungen der Elektromobilität. Im Mittelpunkt standen dabei die Beherrschung thermischer, mechanischer und elektrischer Wechselwirkungen sowie die Absicherung der Funktionsfähigkeit unter hohen Lasten und dynamischen Betriebsbedingungen.
Ein zentraler Fokus lag auf der Erweiterung der Lebensdauervorhersage von Leitungen unter Berücksichtigung realitätsnaher Befestigungs- und Randbedingungen. Bestehende Simulationsansätze wurden um zusätzliche Freiheitsgrade erweitert, um das Zusammenspiel von Leitung, Befestigungselementen und Umgebungseinflüssen realitätsnäher abzubilden. Ergänzend dazu wurden softwaregestützte Auswertewerkzeuge entwickelt, die eine automatisierte Ableitung von Ermüdungskennlinien und Lebensdauerbewertungen ermöglichen. Damit konnten neue Grundlagen für belastbare, nachvollziehbare und reproduzierbare Lebensdauerprognosen geschaffen werden. Darauf aufbauend wurde die digitale Absicherung von Batterieleitungssätzen weiter vertieft. Durch die enge Verzahnung von Simulation, Versuchsvalidierung und der Abbildung realer Einbausituationen konnten sowohl mechanische als auch thermische Lastkollektive realitätsnah berücksichtigt werden. Dies führte zu einer deutlichen Verbesserung der Prognosequalität für hochbelastete Leitungssysteme und unterstützt eine frühzeitige Absicherung bereits in frühen Entwicklungsphasen.
Einen weiteren Schwerpunkt bildete die Entwicklung hochleistungsfähiger Lade- und Energieübertragungssysteme. Hierzu wurden vollständig flüssigkeitsgekühlte Hochvolt-Ladepfade untersucht, bei denen gekühlte Leitungen, Kontaktierungen und Stecksysteme zu einem durchgängigen Gesamtsystem integriert wurden. Neben der thermischen Auslegung standen insbesondere die elektrische Kontaktstabilität, die Integration in bestehende Fahrzeugarchitekturen sowie der Einfluss auf Bauraum und Gewicht im Fokus. Die erzielten Ergebnisse zeigen das Potenzial zur Realisierung sehr hoher Ladeleistungen bei gleichzeitig reduziertem Materialeinsatz. Iterative Material-, Prozess- und Designuntersuchungen führten zu neuen Kühl- und Kontaktierungskonzepten mit deutlich verbesserter Wärmeabfuhr. Dabei konnten grundlegende Zusammenhänge zwischen Geometrie, Strömungsverhalten und thermischer Performance experimentell und simulativer abgesichert werden.
Darüber hinaus wurden Hochvolt-Verteiler mit Aluminium-Schirmkontaktierung weiterentwickelt. Neue Dicht- und Kontaktierungskonzepte adressierten bestehende Unsicherheiten hinsichtlich Dichtheit, thermischer Stromtragfähigkeit, Kontaktstabilität und NVH-Verhalten. Umfangreiche Prüfund Validierungsprogramme ermöglichten die Ableitung einer skalierbaren, industrienahen Komponentenarchitektur und schaffen die Basis für eine spätere Serienumsetzung.
Geschäftsfeldübergreifende Themen
Im Bereich der material- und prozessbezogenen Innovationen standen Nachhaltigkeit, Prozessstabilität und Ressourceneffizienz im Vordergrund. Ein Schwerpunkt bildete die Entwicklung sensorbasierter Inline-Überwachungsverfahren zur frühzeitigen Erkennung von Prozessabweichungen in der Fertigung. Durch die systematische Korrelation von Sensorsignalen mit qualitätsrelevanten Produkteigenschaften konnten neue Ansätze zur Prozessregelung, zur Erhöhung der Wiederholgenauigkeit und zur Reduktion nachgelagerter Prüfaufwände entwickelt werden.
Parallel dazu wurden Antimonfreie Werkstoff- und Vernetzungssysteme für polymerbasierte Anwendungen untersucht. Materialscreenings, Verarbeitungsversuche und detaillierte Prozessstudien lieferten neue Erkenntnisse zu Abrieb-, Alterungs- und Verarbeitungseigenschaften sowie zu alternativen Vernetzungsmechanismen mit reduziertem Nebenproduktaufkommen. Die Untersuchungen ermöglichten eine fundierte Bewertung des Einsatzpotenzials unter industriellen Bedingungen und bestätigten das Potenzial für höhere Prozessgeschwindigkeiten bei gleichzeitig verbesserter Umweltverträglichkeit.
Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der Entwicklung nachhaltiger Kunststoff- und Metallwerkstoffe. DoE-gestützte Untersuchungen an PVC-Compounds mit erhöhtem Rezyklatanteil ermöglichten die Ableitung belastbarer Rezeptur- und Prozessfenster unter Berücksichtigung mechanischer, elektrischer und thermischer Anforderungen. Ergänzend dazu wurden Aluminiumlegierungen mit hohem Recyclinganteil systematisch untersucht, um den Zielkonflikt zwischen elektrischer
Leitfähigkeit und mechanischer Festigkeit gezielt zu adressieren. Die gewonnenen Erkenntnisse schaffen neue Grundlagen für den Einsatz ressourcenschonender Materialien in leitenden Anwendungen.
Im Berichtszeitraum wurde das zentral geführte Validierungslabor, das für Entwicklungsprüfungen und Validierungsaktivitäten aller Entwicklungsstandorte zuständig ist, umfassend adaptiert und erweitert. Ziel der Maßnahmen war es, den gestiegenen Anforderungen an Qualität, Effizienz und Zukunftsfähigkeit nachhaltig Rechnung zu tragen. Im Zuge der Weiterentwicklung wurden zusätzliche Prüfflächen geschaffen und die Laborbereiche funktional neu organisiert. Begleitend dazu erfolgten bauliche Anpassungen sowie eine gezielte Modernisierung der technischen Infrastruktur. Bei der Auswahl von Ausstattung und Infrastruktur wurde besonderer Wert auf energieeffiziente, zukunftsorientierte und langfristig skalierbare Lösungen gelegt.
Durch diese Maßnahmen konnten stabile Rahmenbedingungen für reproduzierbare und vergleichbare Prüfungen geschaffen werden. Gleichzeitig führten die Neustrukturierung der Flächen und die Optimierung der technischen Ausstattung zu einer deutlichen Verbesserung interner Abläufe und einer effizienteren Nutzung der vorhandenen Laborressourcen. Insgesamt reduziert die Neugestaltung potenzielle Störeinflüsse im Prüfablauf und stellt eine langfristig tragfähige Infrastruktur sicher. Die Adaptierung des Validierungslabors leistet damit einen wesentlichen Beitrag zur strukturellen Weiterentwicklung der technischen Basis des Unternehmens und bildet eine belastbare Grundlage zur Bewältigung zukünftiger Entwicklungs- und Validierungsanforderungen.
Mitarbeit in Fachverbänden und in der nationalen deutschen und internationalen Normung GG engagiert sich in Deutschland seit vielen Jahren im Zentralverband der Elektroindustrie ZVEI und im Automotive Cluster von Bayern Innovativ sowie in der Standardisierungsinitiative Leitungssatz. Dort werden im vorwettbewerblichen Umfeld allgemeine Themen bearbeitet, die das automotive Bordnetz betreffen. Ziel ist die Erstellung von Leitfäden und in weiterer Folge daraus abgeleitet die Schaffung neuer Normen.
Schwerpunkte der Aktivitäten des letzten Jahres in den Fachverbänden und Normungsgremien waren:
x Die Ausarbeitung der zweiten Version eines Leitfadens zu Ausfallraten im automotiven Bordnetz, mit Erweiterungen wie z.B. der Berechnung von Ausfallraten für Datenleitungen und Schraubverbindungen abgeleitet aus Messergebnissen und Ausfallstatistiken im Feld. x Teilnahme am Arbeitskreis Grünes Bordnetz im Rahmen des Projekts Transformations-Hub Leitungssatz organisiert von OHLF (Open Hybrid LabFactory). Der Arbeitskreis bietet eine neutrale Plattform für Unternehmen der Branche, um nachhaltige Technologien und Strategien zu entwickeln. Herausforderungen wie steigende Rohstoffpreise, regulatorische Anforderungen und wachsendes Umweltbewusstsein erfordern ein Umdenken. x x Arbeiten an einem neuen Leitfaden zu Themen, die die Schnittstelle zwischen der elektrischen Leitung und den zughörigen Stecksystemen betreffen. Derzeit wird an einem Leitfaden für die Verarbeitbarkeit und die Endprüfung (EOL) von konfektionierten HV-Busbars für elektrisch angetriebene Fahrzeuge gearbeitet, welcher sich als Ergänzung zu Normungsaktivitäten von DIN/VDA und ISO versteht.
Im Rahmen des Fachverbands der deutschen Automobilindustrie VDA ist/war GG an der Erstellung der folgenden DIN-Normprojekte beteiligt:
x x x x DIN 72036 Version 2 Automatisierung der Leitungssatzfertigung, in Deutsch und Englisch DIN 70112-1, 70112-100, DIN 70112-1001 Einadrige Leitungen mit Kupfer Leiter DIN 70112-3 Strombelastbarkeit von Fahrzeugleitungen DIN 70101 Thermosimulation – Übernahme und Erweiterung des bereits bestehenden ZVEI- Leitfadens
x Ein Experte von GG leitet das Drafting Committee für die ISO 19642-13 shielded automotive data cables
Schwerpunkte der internationalen Normung in der ISO / TC22 / SC32 / WG Automotive Cables ist die Weiterentwicklung des mehrteiligen Standards ISO 19642 Automotive cables:
Nachhaltigkeit
Nachhaltiges Handeln ist für GG Group die Basis für wirtschaftliches Wachstum und ein entscheidender Faktor für unsere erfolgreiche Transformation vom österreichischen Familienunternehmen hin zu einem globalen Innovations-Player unserer Industrie.
Als produzierendes Unternehmen fußt unser Fokus auf Nachhaltigkeit auf der Überzeugung, dass Erfolg immer auf dem Engagement von Menschen beruht, deren Motivation und Engagement von der Klarheit eines gemeinsamen Zielbildes profitieren: ökologische, soziale und ökonomische Nachhaltigkeit sind deshalb integraler Bestandteil unserer Unternehmensstrategie und lenken unser tägliches Handeln und Tun.
Dekarbonisierung und Zirkularität stehen im Zentrum der Nachhaltigkeitssäule unserer GG Strategy 2030, gestützt durch klare Zielsetzungen sowohl zur CO₂-Reduktion als auch zum Rezyklat-Anteil. Diese Schwerpunkte werden durch internationale Klimaziele sowie steigende Kundenerwartungen geprägt. Vor diesem Hintergrund stärken wir das Management des CO₂-Fußabdrucks über unsere eigenen Aktivitäten und entlang der gesamten Wertschöpfungskette hinweg, mit einem klaren Fokus auf die Zusammenarbeit mit Lieferanten, um vorgelagerte Emissionen zu adressieren.
Um den wachsenden Kundenerwartungen gerecht zu werden, haben wir unsere Fähigkeiten zur Ermittlung des Produkt Carbon Footprint weiterentwickelt. Dazu zählen automatisierte Berechnungen, die konsistente Informationen liefern und an international anerkannten Standards ausgerichtet sind. Parallel dazu intensivieren wir die Forschung und Skalierung des Einsatzes recycelter Materialien, um Umweltwirkungen zu reduzieren. Dies unterstützt unsere Recyclingziele, verringert die Abhängigkeit von Primärrohstoffen und mindert Risiken in der Lieferkette – und stärkt damit unsere Resilienz.
Nachhaltigkeit ist Teil des Fundaments all unserer Bestrebungen und Treiber von Innovationen. Dabei gehen wir über die Anforderungen unserer Kunden hinaus, um schon heute Antworten auf die Fragen von Morgen zu finden. So werden wir uns künftig noch besser auf unsere Kunden und ihre technologischen Anforderungen konzentrieren und den nachhaltigen Wandel, vor allem jenen der Automobilindustrie, mitgestalten können.
Management Systeme
Auch im Geschäftsjahr 2025/26 wurde die Konformität unseres Integrierten Managementsystems (IMS) durch externe Zertifizierungsstellen bestätigt. Unser Ziel ist die laufende Verbesserung unserer umfassenden Umwelt-, Sicherheits- und Qualitätskultur in der täglichen Zusammenarbeit mit unseren Stakeholdern. Darüber hinaus wird zum Schutz der Kunden-, Mitarbeiter- und firmeninternen-Daten den Anforderungen erhöhter Informationssicherheit Rechnung getragen.
Das IMS basiert auf der strategischen Ausrichtung des Unternehmens, ist für alle Mitarbeiter gültig und deckt folgende Anforderungsprofile ab:
x ISO 9001: branchenneutrales Anforderungsprofil für Qualitätsmanagementsysteme x IATF 16949: über die ISO 9001 hinausgehende automobilspezifische Zusatzforderungen x ISO 14001: branchenneutrales Anforderungsprofil für Umweltmanagementsysteme x ISO 45001: branchenneutrales Anforderungsprofil für Arbeitssicherheitsmanagementsysteme x ISO 50001: branchenneutrales Anforderungsprofil für Energiemanagementsysteme x TISAX: Standard-Informationssicherheit für die Automobilbranche
Gebauer & Griller Kabelwerke Gesellschaft m.b.H., Wien
Die nachstehende Tabelle zeigt den aktuellen Status der Managementsysteme der Gebauer & Griller Kabelwerke Gesellschaft m.b.H.:
| Location | MANAGEMENT SYSTEMS | |||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| ISO | IATF | ISO | ||||
| 9001:2015 | 16949:2016 14001:2015 | ISO 50001 ISO 45001 | TISAX | |||
| Company | ||||||
| Headquarter | Vienna-AT | R | R | R | R | x |
| Manufacturing plant | Poysdorf-AT | C | C | C | C | x |
| Development centre | Poysdorf-AT | C | C | C | C | x |
C: Ein gültiges Zertifikat liegt für diesen Standort auf.
R: RSF (Remote Support Function) Standortanforderungen der Normen werden erfüllt, allerdings liegt hierfür kein Zertifikat vor.
X: Anforderungen des TISAX-Informationssicherheitsstandards werden erfüllt.
Risikobericht
Das Risikomanagement der Gebauer & Griller Kabelwerke Gesellschaft m.b.H wird durch das Enterprise Risk Management System (ERM), welches in die zentralen Kontroll- und Reportingsysteme integriert ist, durchgeführt. Das ERM-System wird durch globale Konzernrichtlinien sowie durch entsprechende Prozessdarstellungen in den unterschiedlichen Bereichen beschrieben. Die globalen Risikomanagement-Prozesse umfassen alle Tochtergesellschaften und tragen so zur Resilienz gegenüber wesentlichen Risiken bei.
Strategische Risiken
Die Gebauer & Griller Kabelwerke Gesellschaft m.b.H. ist aufgrund der Branchenzugehörigkeit mit vielfältigen strategischen Risiken hinsichtlich der generellen Transformation der Automobilindustrie konfrontiert. Um das Management dieser Risiken, aber auch Chancen bestmöglich zu gewährleisten, wurde im Geschäftsjahr 2021/22 eine zentrale Strategiefunktion implementiert. In dieser Funktion sind das strategische Risikomanagement sowie die Verwaltung und das regelmäßige Monitoring des Portfolios der globalen, strategischen Initiativen gebündelt.
Marktrisiken
GG ist maßgeblich von der Marktentwicklung im Automobilsektor abhängig. Rund 87% des Umsatzes der Gebauer & Griller Kabelwerke Gesellschaft m.b.H. entfallen auf Abnehmer aus der Automobilbzw. Automobilzulieferindustrie. In der strategischen Weiterentwicklung liegt ein wesentlicher Fokus auf dem Ausbau der Tätigkeit im Industriebereich zur Steigerung der Resilienz.
Dem Risiko der Abhängigkeit von wenigen Großkunden wird in zweierlei Hinsicht entgegengewirkt: Einerseits wird an der Verbreiterung der Kundenbasis im Automobilsektor als auch an einem weiteren Ausbau der Geschäftstätigkeiten außerhalb der Region EMEA gearbeitet. Dabei wird auch die Zusammenarbeit mit strategischen Partnern evaluiert, um hier breitere Markteintrittsmöglichkeiten zu eröffnen.
Auf der Lieferantenseite wird den durch die steigenden Rohstoffpreise und gestörten Lieferketten erhöhten Risiken mit den beiden strategischen Initiativen Best-Cost-Country-Sourcing und Multi- Sourcing entgegenwirkt. Dabei wird neben dem Faktor Kosten auch verstärktes Augenmaß auf eine Verbreiterung der Lieferantenbasis, in den für die globale Supply Chain von GG optimalen Regionen gelegt.
Risiken aus Metallpreisschwankungen
Wichtige Rohstoffe für die von GG erzeugten Produkte sind Kupfer und Aluminium. Die Preisfindung der Industriemetalle erfolgt auf Basis der Notierung der Londoner Metallbörse (LME). Die Metallpreise bewegten sich wie im GJ 2024/25 auch im GJ 2025/26 auf einem hohen Niveau und sind im Vergleich zum Vorjahr moderat gestiegen. Der durchschnittliche Kupferpreis in Euro pro Tonne lag im GJ
Gebauer & Griller Kabelwerke Gesellschaft m.b.H., Wien
2025/26, gemessen am Mittelwert der Monatsdurchschnitte, um +6,8% über dem GJ 2024/25. Der durchschnittliche Aluminiumpreis in Euro pro Tonne lag im GJ 2025/26, gemessen am Mittelwert der Monatsdurchschnitte, um +1,5% über dem GJ 2024/25.
Einkaufspreisschwankungen können mit zeitlichen Verzögerungen an die Kunden weitergegeben werden. Durch diese periodischen Verschiebungen können bei starken Kursschwankungen Ergebniseffekte entstehen. Der Gebauer & Griller Kabelwerke Konzern minimiert dieses Preisrisiko durch Warentermingeschäfte. Ein vollständiger Ausgleich der Preisschwankungsrisiken ist jedoch nicht immer möglich.
Finanzielle Risiken
Risiken aus Währungsentwicklungen
Die Hauptaktivitäten der Gebauer & Griller Kabelwerke Gesellschaft m.b.H. werden in Euro oder in US-Dollar getätigt. Die Forderungen, Verbindlichkeiten und zukünftigen Transaktionen, die in Fremdwährungen getätigt werden, sind daher dem Risiko von Wechselkursschwankungen ausgesetzt. Das Konzern Treasury ist dafür verantwortlich, das Exposure in Fremdwährungen laufend zu beobachten und das Fremdwährungsrisiko zu minimieren. Deshalb werden Sicherungsgeschäfte mit dem Ziel, das Währungsrisiko zu minimieren, abgeschlossen.
Die Auswahl der einzusetzenden Sicherungsinstrumente erfolgt regelmäßig nach eingehenden Analysen des abzusichernden Grundgeschäfts. Ziel ist es, die Einflüsse der Wechselkursschwankungen auf das Ergebnis und das Eigenkapital zu begrenzen. Zur Sicherung der operativen Geschäftstätigkeit wird zunächst die Möglichkeit des Ausgleichs der Fremdwährungspositionen innerhalb der Gesellschaft genutzt. Für die verbleibenden Risiken werden klassische Termingeschäfte abgeschlossen.
Delkredererisiko
Die Gebauer & Griller Kabelwerke Gesellschaft m.b.H. hat Richtlinien und Prozesse implementiert, um das Delkredererisiko zu begrenzen. So werden Kunden einer laufenden Bonitätsprüfung unterzogen, wobei die finanzielle Position, die Kreditwürdigkeit und aktuelle Marktbedingungen analysiert werden. Das Zahlungsverhalten der Kunden wird laufend überwacht. Bei Unregelmäßigkeiten im Zahlungsverhalten werden schriftliche Mahnungen versendet und bei Bedarf Zahlungsziele verkürzt, um das Kreditrisiko zu begrenzen. Für einen Teil der Forderungen sind Verträge betreffend den Verkauf von qualifizierten Forderungen aus Lieferungen und Leistungen abgeschlossen. Die Verträge regeln den Forderungsverkauf als True Sale Transaktionen. Damit geht das Delkredererisiko bereits zum Zeitpunkt des Verkaufs auf den Käufer über. Für die restlichen Kunden ist das Ausfallsrisiko großteils versichert.
Liquiditätsrisiko
Die Gebauer & Griller Kabelwerke Gesellschaft m.b.H. setzt zur Absicherung des geplanten Wachstums neben den bestehenden Schuldscheindarlehen kurz- und langfristige Kreditzusagen von Banken ein. Für die Liquiditätsplanung der Gebauer & Griller Kabelwerke Gesellschaft m.b.H. kommt die webbasierte Treasury Informationsplattform TIP zum Einsatz. Die Erfassung sämtlicher Zahlungsströme erfolgt direkt in der originalen Transaktionswährung und ermöglicht so eine belastbare, währungsdifferenzierte und monatlich rollierende Liquiditätsplanung mit einem Planungshorizont von 12 Monaten. Die folgenden beiden Planjahre werden über die Budgetplanung abgedeckt, sodass ein Planungshorizont für einen Zeitraum von 36 Monaten gewährleistet ist. Dadurch ist es uns möglich, frühzeitig und zuverlässig Liquiditätsbedarfe erkennen zu können.
Die Liquiditätsplanung erfolgt durch das Treasury der Gebauer & Griller Kabelwerke Gesellschaft m.b.H. und wird durch das Konzern Treasury gesteuert und optimiert. Dadurch wird der kurz- und langfristige Liquiditätsbedarf quantifiziert und analysiert, sodass immer über eine ausreichende, strategische Liquiditätsreserve verfügbar ist, um auch in Krisenzeiten den Verbindlichkeiten fristgerecht nachkommen zu können.
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Zinsrisiko
Eine Veränderung des Risikozuschlags auf den Kapitalmarktzins oder Veränderungen der Kapitalmarktzinsen können zu Veränderungen der Refinanzierungskosten führen.
Im Zusammenhang mit der Konsortialfinanzierung wurde ein Interest Rate Swap zur teilweisen Absicherung der variablen Zinszahlungen abgeschlossen. Der Marktwert des Interest Rate Swap beläuft sich zum Bilanzstichtag auf EUR 59.464,65 (i.VJ TEUR -878).
Risiken aus Produkthaftung und Rückruf
Produkte des Gebauer & Griller Kabelwerke Konzerns werden zum Großteil in technisch anspruchsvollen Erzeugnissen eingesetzt, wodurch GG Produkthaftungsrisiken ausgesetzt ist. Durch Maßnahmen im Rahmen des Qualitätsmanagements werden diese entsprechend minimiert. Produktausfallsrisiken werden bereits in der Entwicklungsphase mittels Fehlermöglichkeits- und Einflussanalyse (FMEA, Failure Mode and Effects Analysis) evaluiert und konzeptionell weitestgehend ausgeschlossen, durch robuste Serienprozesse verhindert bzw. durch serienbegleitende Prüfungen überwacht. Zudem bestehen Versicherungen für Gewährleistung und Produkthaftung, die auch Rückrufaktionen umfassen.
Ausblick
Makroökonomische Rahmenbedingungen
Der Weltwirtschaft droht erneut eine größere Verwerfung - diesmal durch den Ausbruch eines Krieges im Nahen Osten Ende Februar 2026. Im Jahr 2025 wurden die Schwierigkeiten durch höhere Handelsbarrieren und erhöhte Unsicherheit durch Rückenwind aus technologiebezogenen Investitionen, akkommodierenden Finanzbedingungen, einschließlich eines schwächeren US-Dollars, sowie durch fiskal- und geldpolitische Unterstützung ausgeglichen. Der Nahostkonflikt stellt durch seine Auswirkungen auf die Rohstoffmärkte, die Inflationserwartungen und die finanziellen Rahmenbedingungen eine erhebliche Gegenkraft zu diesen Rückenwindfaktoren dar. Aufgrund der aktuellen Weltwirtschaftslage ist es kaum möglich verlässliche Prognosen darzustellen und werden daher gem. „World Economic Outlook“ (WEO) per „Referenzprognose“ (die auf der Annahme beruht, dass der Krieg in Dauer, Intensität und Umfang begrenzt sein wird, sodass die Störungen bis Mitte 2026 abklingen werden, was mit den Rohstoff-Terminpreisen vom 10. März im Einklang steht) dargestellt.
Nach dieser Referenzprognose wird das weltweite Wachstum für 2026 auf 3,1 Prozent und für 2027 auf 3,2 Prozent prognostiziert. Dies liegt unter dem historischen Durchschnitt (2000-19) von 3,7 Prozent. Die globale Gesamtinflation wird voraussichtlich 2026 auf 4,4 Prozent steigen und 2027 auf 3,7 Prozent sinken, was für beide Jahre eine Aufwärtskorrektur bedeutet. Ohne den Krieg wäre das weltweite Wachstum nach oben korrigiert worden. Tatsächlich hätten Prognosen, die auf den Annahmen vor dem Konflikt basieren, eine leichte Aufwärtskorrektur des Wachstums für 2026 ergeben.
In einem ungünstigen Szenario mit stärkeren und anhaltenderen Energiepreisanstiegen würde sich das weltweite Wachstum im Jahr 2026 weiter auf 2,5 Prozent verlangsamen, und die Inflation würde 5,4 Prozent erreichen. In einem noch schwerwiegenderen Szenario, in dem die Energieinfrastruktur in der Konfliktregion stärker beschädigt wird, wären die Auswirkungen noch größer: Das globale Wachstum würde 2026 auf nur etwa 2 Prozent sinken, während die Gesamtinflation bis 2027 knapp über 6 Prozent liegen würde. Die Auswirkungen auf Schwellen- und Entwicklungsländer wären fast doppelt so groß wie auf die fortgeschrittenen Volkswirtschaften. Neben dem Krieg bestehen Risiken durch geopolitische Spannungen, innenpolitische Konflikte, Handelsstreitigkeiten und mögliche Marktreaktionen auf KI-Investitionen oder Staatsverschuldung.
Gebauer & Griller Kabelwerke Gesellschaft m.b.H., Wien
Nach der Referenzprognose wird für die fortgeschrittenen Volkswirtschaften ein Wachstum von 1,8 Prozent im Jahr 2026 und 1,7 Prozent im Jahr 2027 erwartet. Die Gesamtauswirkungen des Konflikts im Nahen Osten auf das Wachstum in den fortgeschrittenen Volkswirtschaften sind gering und führen zu einem Rückgang des Wachstums um 0,2 Prozentpunkte im Jahr 2026 gegenüber der Prognose vor dem Konflikt, dank positiver Terms-of-Trade-Effekte in den Vereinigten Staaten sowie einer stärkeren Wachstumsdynamik und ausgleichender staatlicher Maßnahmen in Japan, wobei ein starker negativer Effekt nur in einigen Nettoenergieimporteuren wie dem Euroraum und dem Vereinigten Königreich erwartet wird. Die Prognose für das amerikanische Wirtschaftswachstum 2026 wird mit 2,3 Prozent angegeben.
Das Wirtschaftswachstum für China wird für das Jahr 2026 mit 4,4 Prozent prognostiziert, was die niedrigeren effektiven Zollsätze der USA auf chinesische Waren widerspiegelt, und Konjunkturmaßnahmen gleichen die negativen Auswirkungen des durch den Nahostkonflikt ausgelösten Schocks aus. Aufgrund struktureller Gegenwinde wird erwartet, dass sich das Wirtschaftswachstum im Jahr 2027 auf 4,0 Prozent verlangsamt.
Laut IWF wird auch das BIP in verschiedenen weltwirtschaftspolitischen Szenarien betrachtet in den europäischen Industrieländern für 2026 auf rund 1,2 Prozent prognostiziert, in den Schwellen- und Entwicklungsländern auf rund 2,0 Prozent. Die höchsten Wachstumsraten erzielen laut den IWF- Prognosen in den kommenden Jahren Vietnam (7,1 Prozent), Indien (6,5 Prozent) und Indonesien (5,0 Prozent).
Branchenkonjunktur
Die Entwicklung des weltweiten Automobilmarktes wird durch die oben genannten weltpolitischen Einflussfaktoren (US-Regierung, Krieg im Nahen Osten und dessen Auswirkungen) geprägt, und die Nachfrage ist daher eher verhalten.
Die Absatzzahlen im vergangenen Jahr 2025 stiegen gemäß S&P Global um 3,7% auf 91,94 Mio. Stück. Japan, Deutschland und Großbritannien gehören zu den Industrieländern mit positivem Wachstum – hauptsächlich aufgrund aufgestauter Nachfrage, jedoch mit hohem Risiko einer Herabstufung aufgrund sich verschlechternder geopolitischer Lage.
Es besteht gesteigertes Interesse an BEV-Technologie – aufgrund steigender Kraftstoffpreise (z. B. Deutschland BEV-Anteil 24 %), aber auch aufgrund der Einführung neuer Modelle – ob dieser Trend nachhaltig ist, bleibt abzuwarten.
Im Hinblick auf den globalen PKW-Absatz hat nach Regionen China weiterhin die Nase deutlich vorne und konnte 2025 mit 27,3 Mio. verkauften PKWs ein Absatzplus von rund 5,4 Prozent erzielen. Insgesamt entwickelte sich der PKW-Absatzmarkt zum Vorjahr leicht positiv. Der europäische Markt konnte ein Absatzplus von ca. 1 Prozent oder 15,2 Mio. Stück verzeichnen; davon erzielte Deutschland ein Absatzplus von 0,9 Prozent, Großbritannien ein Plus von 1,5 Prozent und Frankreich mit Abstand das niedrigste Ergebnis mit -5,1 Prozent. Der US-amerikanische Markt für PKW und als leichte Nutzfahrzeuge zugelassene SUVs konnte mit einem Plus von ca. 2,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr reüssieren.
Die künftige Entwicklung des globalen PKW-Marktes wird nicht nur durch herausfordernde wirtschaftliche und geopolitische Hintergründe geprägt, sondern auch durch weitere Chip-Risiken (DRAM), Versorgung mit Seltenen Erden/Magneten, neuen Zollstreitigkeiten, Binnennachfrage in Zentralchina und chinesischem Export-„Dumping“.
Im Hinblick auf diese Ausgangssituationen dürfte der PKW-Weltmarkt im Jahr 2026 etwa um -1,6 Prozent auf ca. 90,51 Mio. PKW zurück gehen. Für den EU-Raum (Western + CEE) wird mit einem leichten Wachstum von 0,4 Prozent auf 15,3 Mio. Neuzulassungen ausgegangen, steht jedoch unter starkem Druck durch steigende Kraftstoffpreise. Für den US-amerikanischen Markt für PKW und leichte Fahrzeuge wird ein Absatz Minus von -3,5 Prozent auf 15,79 Mio. Stück prognostiziert. Auch China entwickelt sich schwächer als erwartet mit minus -2,6 Prozent auf 26,59 Mio. verkaufte Stück.
Märkte mit positiven Wachstumsraten (>5 %) im Jahr 2026 sind lediglich Afrika, der indische Subkontinent und der Mercosur – allesamt Schwellenländer, von denen sich einige von früheren negativen Jahren erholen dürften.
Geschäfts- und Ergebnisentwicklung 2026/27
Für das laufende Geschäftsjahr 2026/27 erwarten wir analog zu den Annahmen zur Branchenkonjunktur anhaltend herausfordernde externe Rahmenbedingungen, die von geopolitischen Krisen und damit verbunden globaler Unsicherheit und extremer Volatilität, der andauernden Bedrohung eines Handelskrieges durch die Zollpolitik der USA und einer insbesondere in Europa nach wie vor schwachen Konjunktur geprägt sind. Diese Einschätzung spiegelt sich auch in unserer Umsatzplanung für das kommende Geschäftsjahr wider, in dem wir kein Wachstum der Volumina erwarten. Die wesentlichsten Parameter dahinter sind die Verschiebung vieler E-Mobility Projekte im USMCA Raum sowie die nur leichte Erholung des Non-Automotive Bereichs in Europa. Für die Gebauer & Griller Kabelwerke Gesellschaft m.b.H. stellt der Ausbau des Non-Automotive Bereichs einen strategischen Pfeiler im Bereich Data Transmission dar, um das Produktportfolio zu diversifizieren und die Wettbewerbsfähigkeit nachhaltig zu stärken. Gleichzeitig dient die strategische Initiative dazu die Reduktion der Volumina aufgrund der Footprintoptimierung und der damit verbundenen Verlagerung der Fertigung von einzelnen Produktgruppen in die Tschechische Republik auszugleichen.
Auch im aktuellen Geschäftsjahr legen wir ein Hauptaugenmerk auf die konsequente Weiterführung des implementierten Maßnahmenmangements. Der Hauptfokuspunkt liegt in der Stärkung des Rohertrages durch definierte Maßnahmen zum Thema Topline Improvement, Verbesserung der Einkaufsperformance und der Produktkostenoptimierung. Zusätzlich arbeiten wir konsequent an einer nachhaltigen Verbesserung unseres Geschäftsmodells hinsichtlich Operationaler Exzellenz sowohl in den Werken als auch den Overheadbereichen und damit verbunden einer nachhaltigen Performanceverbesserung.
Dieser Umstand gepaart mit unserem Produkt- und Innovationsportfolio, mit dem wir die zukunftsweisenden Markttrends bedienen, ermöglichen uns die kontinuierliche Weiterverfolgung der in unserer Strategie definierten Wachstumsziele. Sowohl im Geschäftsfeld Data Transmission als auch im Geschäftsfeld Energy Transmission arbeitet GG mit langfristigen Booking Plänen, die die Zielkunden und -projekte je Region frühzeitig aufzeigen und die Organisation und ihre Ressourcen in der Angebots- und Verhandlungsphase darauf ausrichten und fokussieren.
Zusätzlich zu den bereits beschriebenen Maßnahmen des Transformationsprogramms und im Einklang mit dem künftigen Wachstumspotential beschäftigen wir uns intensiv mit der Optimierung unseres strategischen Footprint Konzepts, um weiteres Verbesserungspotential für den Gebauer & Griller Konzern, aber auch für unsere Kunden zu generieren. In diesem Zusammenhang steht derzeit insbesondere der Ramp-Up des neuen Produktionsstandorts in Bulgarien im Fokus. Im Juli 2025 erfolgte hier der Start of Production (SOP) eines Großprojektes im Bereich E-Mobility mit einem deutschen Premiumhersteller. Der Standort in Bulgarien ist im Sinne einer regionalen Zuständigkeit und der Nutzung von Synergieeffekten in den Verantwortungsbereich des erfolgreichen Managements des Werkes in der Republik Moldau eingegliedert. Für die Gebauer & Griller Kabelwerke Gesellschaft m.b.H. bedeutet der Hochlauf des Werkes in Bulgarien ebenfalls weiteres Umsatzpotential aus Intercompany-Umsätzen.
Die geplanten Investitionen für die nächsten Geschäftsjahre stehen im Einklang mit den beschriebenen Plänen und betragen für das laufende Geschäftsjahr 2026/27 rund 4 Mio. Euro.
Gebauer & Griller Kabelwerke Gesellschaft m.b.H., Wien
Da die aktuellen geopolitischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen die Treffsicherheit verlässlicher Prognosen erschweren, werden sowohl die kurz-, mittel- als auch langfristigen Planungen und die damit verbundenen Entscheidungen und Investitionen hinsichtlich der Möglichkeiten einer profitablen, nachhaltigen und risikooptimierten Umsetzung in einer höheren Frequenz überprüft und nur bei entsprechend positiver Beurteilung freigegeben. Dies betrifft insbesondere auch die Beurteilung der direkten und indirekten Effekte der weltweit geänderten Zollpolitik auf den Gebauer & Griller Kabelwerke Konzern und die sich daraus ableitenden Handlungsoptionen sowie die potentiellen Auswirkungen der Krise im Mittleren Osten. Eine belastbare Aussage zu den indirekten kurz- und mittelfristigen Auswirkungen ist aufgrund der volatilen Gesamtsituation derzeit nicht möglich.
Geopolitische Situation – Auswirkungen des Ukraine-Krieges
Der Ausbruch des Krieges in der Ukraine hatte wie bereits in den Vorjahren auch im Geschäftsjahr 2025/26 keine wesentliche, direkte Auswirkung auf die Geschäftstätigkeit des Gebauer & Griller Kabelwerke Konzerns. Die Produktion an unserem Standort in der Republik Moldau war und ist bisher in keiner Weise vom Kriegsgeschehen in der Ukraine beeinträchtigt. Allerdings verursachten die Fortdauer des Krieges und insbesondere die Vorfälle in der Region Transnistrien bei manchen unserer Kunden eine zunehmende Verunsicherung und führten zu Forderungen nach Konzepten zur Risikoabsicherung. Im Rahmen eines dafür aufgesetzten Programms ist es uns gelungen, verschiedene kundenspezifische Absicherungskonzepte ohne wesentliche negative Ergebniseffekte erfolgreich umzusetzen. Das Gesamtprogramm wurde planmäßig im Geschäftsjahr 2023/24 abgeschlossen.
Aus Sicht des Gebauer & Griller Kabelwerke Konzerns stellt der Produktionsstandort in der Republik Moldau, als einer unserer profitabelsten und wettbewerbsfähigsten Standorte, weiterhin einen wesentlichen Eckpfeiler unseres strategischen Footprints dar. Die finale Ausrichtung und die damit verbundenen (auch bilanziellen Auswirkungen) hängen aber von der weiteren geopolitischen Entwicklung ab. Zum jetzigen Zeitpunkt ist eine verlässliche Abschätzung dazu nicht vollumfänglich möglich.
Gebauer & Griller Kabelwerke Gesellschaft m.b.H., Wien
Anlage IV
Conclusio
Die in den beiden vergangenen Geschäftsjahren erzielte Stärkung unserer Operationalen Exzellenz, damit verbunden nachhaltiger finanzieller Stabilität sowie das ausgezeichnete strategische Potential unserer Produkte erlauben uns trotz der nach wie vor herausfordernden wirtschaftlichen und unsicheren geopolitischen Lage einen positiven Ausblick. Dazu tragen auch die in den vergangenen Jahren aufgebaute Resilienz und Agilität des Unternehmens und seiner Mitarbeiter bei. Diese stellen eine solide Basis dar, um für die vor uns liegenden Themen gut gerüstet zu sein.
Wir arbeiten konsequent und fokussiert an der Umsetzung der aufgesetzten Programme und den darin definierten Projekten und Maßnahmen, um die kurz- und mittelfristigen Unternehmensziele des Gebauer & Griller Kabelwerke Konzerns weiterhin gewährleisten und vorantreiben zu können. Die Basis dafür sind die technologischen und operationalen Grundlagen und die in der Unternehmensstrategie festgelegte Fokussierung auf die Zukunftsmärkte Energy- und Data- Transmission.
Wien, am 2. Juni 2026
Geschäftsführung:
Dr. Hoiger Fastabena
Elke Mach 22CC8980CDD479 Mag. Elke Vlach
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DI (BA)/MBA Markus Rudolf Bode
Signiert von:
Martus Canall
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Ing. Mag. (FH) Markus Johannes Ganahl