Inhaltsverzeichnis
1. Geschäftsverlauf und Lage des Unternehmens
1.1. Geschäftsverlauf und Rahmenbedingungen
Am Geschäftskundenmarkt dominieren die Gespräche mit den Kunden in Richtung optimaler Beschaffungsstrategien und Zeitpunkte. Aufgrund geringer Preisschwankungen bei den Future Preisen, kam es zu geringen Absicherungen durch Portfolio Kunden.
Es wurde beobachtet, dass nach der Umstellung der Strom-Spotmärkte, von 1-Stundenwerten, auf ¼- Stundenwerte, welche eine genauere Abgabe der Fahrpläne ermöglichte, die Ausgleichsenergiepreise im Vergleich zum 1. Halbjahr gesunken sind. Aufgrund dieser Preisreduktion und der genaueren Prognose der Fahrpläne ist das Risiko der Fahrplanabweichungen wertmäßig ebenfalls gesunken.
Die im Jahr 2024 abgeschlossene Zahlungsausfallversicherung bei Atradius, bewahrte das Unternehmen 2025 vor einem erheblichen Schaden, aufgrund der Insolvenz eines Großkunden. Die sonstigen Zahlungsausfälle sind auf einem ähnlich hohen Niveau wie im Vorjahr. Überdies bietet die Gesellschaft bei Bedarf als Überbrückungshilfen Ratenzahlungsvereinbarungen an.
Im Bereich der Geschäftskunden konnte 2025 ein leichter Verbrauchszuwachs von +1,4% verzeichnet werden.
Die Beschaffung der unterschiedlichen Kundenportfolios erfolgte entlang des gültigen Beschaffungshandbuches. Der andauernde Krieg in der Ukraine, als ein wesentliches Risiko für die Energiepreise identifiziert, war in der Preisentwicklung kaum spürbar.
Direkte Kunden- oder Lieferantenbeziehungen mit den Kriegsparteien des Ukrainekonflikts bestehen nicht.
Die betriebswirtschaftliche Herausforderung war, in Zusammenarbeit mit den Gewerbe- und Industriekunden, die Beschaffungs- und Absicherungsmechanismen, aufgrund der stark schwankenden Spotund Ausgleichsenergiepreise, anzupassen, um die preislichen Risiken aus Mengenabweichungen zu reduzieren.
Vertrieb
Die von der Wels Strom Business GmbH an ihre Kunden gelieferte Strommenge konnte gegenüber dem Vorjahr von rd. 578 GWh auf rd. 586 GWh leicht gesteigert werden. Aufgrund der im Beschaffungshandbuch festgeschriebenen Beschaffungslogik werden die Kunden Back-to-Back beschafft oder als Spot- bzw. Portfolio Kunden (Mengenanteil ca. 46% bzw. 268 GWh) bewirtschaftet, wodurch das Beschaffungspreisrisiko weitestgehend neutralisiert wird.
1.2 Geschäftsergebnis, Ertragslage und Kennzahlen
Im Geschäftsjahr 2025 wurden Umsatzerlöse von rd. 78,45 Mio. Euro (Vorjahr: 94,18 Mio. Euro) realisiert. Durch die gesunkenen Großhandelspreise reduzierte sich auch der Umsatz, aufgrund der dahinterliegenden Portfolio Verträge. Unter Berücksichtigung der Veränderungen im Halbfabrikat, aktivierten Eigenleistungen und der sonstigen betrieblichen Erträge erzielte die Gesellschaft eine Betriebsleistung von rd. 78,82 Mio. Euro (Vorjahr: 94,23 Mio. Euro).
Nach Abzug der zugehörigen Bezugskosten und der Materialaufwendungen wurde im Geschäftsjahr 2025 ein Rohergebnis von 4,07 Mio. Euro (Vorjahr: 2,67 Mio. Euro) erwirtschaftet
Diesem Rohertrag stehen sonstige betriebliche Aufwendungen von rd. 2,74 Mio. Euro (Vorjahr: 2,78 Mio. Euro) gegenüber.
Das EBIT konnte im abgelaufenen Geschäftsjahr von –0,11 Mio. Euro auf 1,32 Mio. Euro gesteigert werden. Die Verbesserung ist im Wesentlichen auf den deutlichen Rückgang der Bezugskosten sowie der Materialaufwendungen zurückzuführen. Unter Berücksichtigung des Finanz- und Beteiligungsergebnisses von rd. 0,96 Mio. Euro (Vorjahr: -0,03 Mio. Euro) beläuft sich das EBT auf ca. 1,42 Mio. Euro (Vorjahr: -0,14 Mio. Euro).
| 2025 | 2024 | |
|---|---|---|
| (Eigenkapital+ Investitionszuschüsse | ||
| +empfangene Baukostenbeiträge)*100 | ||
| Eigenkapitalquote = Gesamtkapital | 10,60% | 8,06% |
| Jahresüberschuss*100 | ||
| Eigenkapitalrentabilität = Eigenkapital | 77,24% | -7,83% |
| Nettoverschuldung 2 | ||
| Verschuldungsgrad = Eigenkapital + Baukostenbeiträge*(1-s)+ | -47,55% -119,75% | |
| Investitionszuschüsse*(1-s) | ||
² Nettoverschuldung = Verbindlichkeit Kreditinstitute inkl Barvorlagen +
Rückstellung Sozialkapital abzlg. Kassa s= Köst-Steuersatz
Die Bilanzsumme beträgt im abgelaufenen Geschäftsjahr 17,34 Mio. EUR (Vorjahr: 22,81 Mio. EUR). Die niedrigere Bilanzsumme im Vergleich zum Vorjahr ist aktivseitig auf rückläufige Forderungsbestände sowie geringere liquide Mittel zurückzuführen. Passivseitig spiegelt sich dies insbesondere in deutlich niedrigeren Verbindlichkeiten wider.
Der Cash-Flow aus dem operativen Bereich (=OVFA CF) veränderte sich von 4,6 Mio. Euro auf .1,1 Mio. Euro. Der Rückgang des Cashflows aus dem operativen Bereich ist im Wesentlichen auf die Reduktion der Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen zurückzuführen, wodurch sich ein negativer liquiditätswirksamer Effekt ergab.
Die Gesellschaft verfügt über ausreichende finanzielle Mittel für den operativen Geschäftsbetrieb.
1.3. Forschung und Entwicklung
Die Forschungs- und Entwicklungstätigkeiten finden in der Muttergesellschaft Wels Strom GmbH statt.
2. Voraussichtliche Entwicklung und Risiken des Unternehmens
2.1. Ausblick
Die OeNB erwartet für Osterreich ein bis zu 0,5 Prozentpunkte niedrigeres BIP-Wachstum.
Aufgrund des Iran-Kriegs hat das WIFO zur Konjunktur- und Inflationsprognose 3 Szenarien erstellt.
Je nach Szenario liegt das Wirtschaftswachstum zwischen +0,2% und +1,1% bzw. die Inflationsrate zwischen 2,5% und 4,1%. Entscheidend dafür ist die Entwicklung der Rohöl- und Erdgaspreise, welche sich sowohl auf die Inflationsprognose als auch auf den Kostendruck der Unternehmen auswirken werden. In der Geldpolitik wird mit einem weiteren Absinken des Dreimonatszinssatzes für 2026 auf 2% gerechnet.
Die Wels Strom Business GmbH beschreitet trotz der schwierigeren Rahmenbedingungen einen Wachstumspfad, der vor allem über Neukunden erzielt werden kann. Das generierte Mengenwachstum soll die angespannte Margensituation kompensieren, damit ein stabiles Ergebnis dargestellt werden kann.
Im Bereich der Bestandskunden bietet die Gesellschaft eine abgestimmte Überarbeitung des jeweiligen Strombedarfes an.
2.2. Risikobericht
Bonitätskontrollen und ein erhöhter Fokus auf ausstehende Forderungen sind wesentliche Faktoren in der Risikoeinschätzung und -beurteilung der Wels Strom Business GmbH, vor allem in so konjunkturell schwierigen Zeiten.
Versicherbare Risiken werden nach wirtschaftlichen Gesichtspunkten über das Versicherungsmanagement auf Versicherungsunternehmen übertragen.
Zur Beurteilung bestehender bzw. zukünftiger Risiken haben auch die einschlägigen speziellen Gesetzesmaterien wesentlichen Einfluss.
Es sind dies im Wesentlichen: OÖ. Elektrizitätswirtschafts- und -organisationsgesetz, Energielenkungsgesetz, Energie-Effizienzrichtlinie, Energieeffizienzgesetz, Ökostromgesetz, Energieabgabegesetz, Gebrauchsabgabengesetz, Gewerbeordnung, Antikorruptionsgesetz, Elektrizitätswirtschaftsgesetz und sonstige Marktregeln.
Für die Wels Strom Business GmbH wurden folgende Risiken identifiziert:
a) Konjunktur
Durch den Iran Krieg schwanken die Spot und Future Preise deutlich und es besteht bei den Kunden große Unsicherheit hinsichtlich der weiteren Kosten bzw. der Verfügbarkeit von Energie.
b) Bonitätsrisiko
Das Risiko von Zahlungsausfällen in allen Kundensegmenten bzw. Unternehmenssparten unterliegt einem eigenen Monitoring. Gegenmaßnahmen sind die unabhängige Bonitätsbeurteilung in der Angebotsphase und ein straff organisiertes Mahn- und Inkassowesen. Aktuell sind gegenüber den Vorjahren gestiegene Ausfälle erkennbar. Im Großkundensegment wird diesem Risiko mit einer Ausfallsversicherung entgegengetreten.
c) Gesetzliche Vorschriften
Die Kosten- und Ertragspositionen sind in allen Unternehmensbereichen durch gesetzl. Vorschriften bzw. deren Änderung beeinflusst. Insbesondere werden hier die Vorschriften zur Gebrauchsabgabe, Energiekrisenbeitrag Strom und ElWG einem lfd. Monitoring unterzogen.
d) Auswirkungen globaler Risiken auf die Gesellschaft
Aktuell ist hier vor allem der Nahost Konflikt zu nennen. Durch den Iran Krieg wurde der Aufschwung der Weltkonjunktur, aufgrund gestiegener Energiepreise, gedämpft. Dieser Krieg hat erhebliche Auswirkungen auf die Energie- und Rohstoffpreise. Aber ebenso auf die globalen Lieferketten. All diese Risiken wirken sich auf die Wels Strom Business GmbH aus. Weitere Risikogruppe und deren möglichen Einflüsse sind die Nachwirkungen der Pandemie oder die sich ändernde Situation im Ukrainekrieg.
e) IT-Risiken
Die Wels Strom Business GmbH sieht die Digitalisierung als wesentliche Chance ihre Ziele zu erreichen. Gleichzeitig ergeben sich in diesem Umfeld auch neue Abhängigkeiten und Risiken, die beobachtet werden. Insbesondere sind dies alles Themen rund um IT-Ausfälle, Hackerangriffen oder Datenverlust.
f) Beschaffungsrisiko
Auf der Beschaffungsseite ist das Risiko der volatilen Preise bei Spot- und Ausgleichsenergie in den Vordergrund getreten. Entlang den Vorgaben aus dem aktualisierten Beschaffungshandbuch wird dem Risiko entgegengetreten und in den Produktkalkulationen berücksichtigt.
g) Mengenrisiko Kunden
In der Gesellschaft wird dem Mengenrisiko aus verändertem Verbrauchsverhalten resultierend aus Einsparungen, Eigenerzeugungsanlagen bzw. Produktionskürzungen granularer überwacht und mit den Kunden detailliert abgestimmt, um die daraus resultierenden negativen Effekte zu minimieren.
Es wurden auch keine Risiken identifiziert, die allein oder kumuliert eine bestandsgefährdende Auswirkung auf die Gesellschaft haben könnten. Zur Abwendung erkannter Risiken sind ausreichende Vorkehrungen getroffen worden.
3. Organisation
Die Gesellschaft besitzt kein eigenes Personal, sondern wird vollständig aus der Muttergesellschaft heraus serviciert.
Die Offentlichkeitsarbeit erfolgt gemeinsam mit der Wels Strom GmbH.
Wels, am 3. Juni 2026
Die Geschäftsleitung
| Mag. Ing. Herbert Kierner | Stefan Grassmann, MSc |
|---|
| Digital unterschrieben von | Digitally signed by Stefan | |
|---|---|---|
| Herbert Kierner | Grassmann | |
| H. Ka | Datum: 2026-06-03 13:23:13+02:00 | Date: 2026-06-03 13:31:48+02:00 |