← Zurück zum Firmenprofil

Lagebericht 2024

HERVIS Sport- und Mode- gesellschaft m.b.H.

Original-PDF

Stichtag 31. Dez. 2024 · Eingereicht am 29. Sep. 2025

Inhaltsverzeichnis

HERVIS SPORT- UND MODEGESELLSCHAFT M.B.H., SALZBURG

1. Grundlagen der Gesellschaft

Die HERVIS Sport- und Modegesellschaft m.b.H. (kurz "HERVIS"), mit Sitz in Wals bei Salzburg, ist ein zu 100 % privates österreichisches Unternehmen in Familienbesitz und seit über 50 Jahre im Sportfachhandel tätig. Die Marke HERVIS entstand 1972 durch die Übernahme der Trachten- und Modegeschäfte des deutschen Modekaufmanns Herman Visser.

Alleingesellschafterin ist die SPAR Österreichische Warenhandels-Aktiengesellschaft mit Sitz in Salzburg. Aktuell betreibt HERVIS neben Österreich Filialen in den Ländern Deutschland, Slowenien, Ungarn, Kroatien und Rumänien.

2. Bericht über den Geschäftsverlauf und die wirtschaftliche Lage

2.1 Geschäftsverlauf

Das Jahr 2024 im Sportfachhandel war maßgeblich von Überlägern sowohl bei Händlen als auch Lieferanten und den damit verbundenen enormen Preisdruck beeinflusst. Die makroökonomischen Rahmenbedingungen (Teuerungsraten, rückläufiges BIP-Wachstum) drückten auf Kaufkraft und Kauflaune der Verbraucherinnen und Verbraucher.

Hinzu kam ein schwieriges Marktumfeld in einem heiß umkämpften Markt. Die angespannte Lage mündete bei einigen gewichtigen Mitbewerbern in Managementwechsel und strategischen Neuausrichtungen.

Auch HERVIS setzt seit Beginn 2024 auf ein neues Management mit dem Ziel, das Unternehmen strategisch und organisatorischen auf neue Beine zu stellen.

Im Zentrum der Restrukturierung standen einerseits die Straffung des Standortportfolios und Anpassungen in der Produktpolitik. Im Jahr 2024 wurden insgesamt 12 Standorte geschlossen. Demgegenüber standen drei Eröffnungen. HERVIS betreibt nunmehr 96 Filialen in Osterreich.

Anderseits kam es im laufenden Geschäftsjahr zu einer Bereinigung der Uberkapazitäten, welche sich in den letzten Jahren angehäuft haben. Die vollen Läger (insbesondere im Fahrrad-Segment) hatten in den vergangenen drei Jahren hohe Vorratsabschreibungen zur Folge und haben sich nun wieder auf ein übliches Ausmaß eingependelt.

Entgegen dem allgemeinen Trend zu Gesundheit sowie Sport und Bewegung in der Gesellschaft, war die Verbraucherstimmung auch im dritten aufeinanderfolgenden Jahr getrübt. Inbesondere in jenen Segmenten, welche durch die Corona-Krise einen besonderen Aufschwung erlebt haben (etwa im Rad- oder Tourenski-Segment), war ein Sättigungs-Effekt feststellbar.

Da Räder, allen voran E-Bikes, in den letzten Jahren ein wesentlicher Wachstumstreiber gewesen sind, wirkte sich diese Entwicklung negativ auf die Verkaufsumsätze aus. Hinzu kamen Umsatzeinbußen aufgrund der hohen Anzahl von Geschäftsschließungen.

Im laufenden Geschäftsjahr gingen die Umsätze in der Folge um 3,3 % auf 252,7 Mio. Euro (2023: 261,2 Mio. Euro) zurück. Zu beobachten war neben einer negativen Frequenzentwicklung in den Geschäften der Trend hin zu einem selektiveren und vorsichtigerem Einkaufsverhalten.

Um den Abbau von Lagerkapazitäten voranzutreiben, war HERVIS gezwungen, Waren zu stark reduzierten Preisen (Rabattierungen) abzuverkaufen. Die Handelspanne hat sich zum Vorjahresvergleich dennoch um 2,5%-Punkte infolge einer verbesserten Warenbewertung auf 43,1 % (2023: 40,7 %) erhöht.

In den Filialausbau und Standort-Modernisierungen sowie den Bau eines neuen Zentrallagers wurden in Osterreich im Jahr 2024 rd. 7,7 Mio. Euro (2023: 4,8 Mio. Euro) für Investments in die Hand genommen.

Kostenseitig wurden viele Maßnahmen gesetzt, um die operativen Kosten an die laufende Entwicklung der Organisation anzupassen.

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen blieben mit 72,0 Mio. Euro -3,8 Mio. Euro bzw. 5,0 % deutlich unter dem Vorjahr (2023: 75,8 Mio. Euro). Die Geschäftsraummieten einschließlich Energieund Bewirtschaftungskosten waren mit einem Kostenanteil von rd. 45,9 % (2023: 46,0 %) der mit Abstand größte Kostentreiber, gefolgt von sonstigen konzerninternen Verrechnungen von 17,7 % (2023: 13,9 %) sowie Werbeaufwendungen mit 14,7% (2023: 17,0 %).

Die Personalaufwendungen konnten trotz Lohnkostenerhöhungen massiv reduziert werden. Insgesamt beliefen sich die Personalkosten im Jahr 2024 auf 53,8 Mio. Euro (2023: 58,6 Mio. Euro).

Infolge der negativen Geschäftsentwicklung der HERVIS-Tochtergesellschaften waren Beteiligungsabschreibungen in Höhe von 26,1 Mio. Euro (2023: 33,3 Mio. Euro) erforderlich. Die Senkung der EZB-Leitzinsen hat sich positiv auf die Zinsaufwendungen mit 1,9 Mio. Euro (2023: 2,2 Mio. Euro) ausgewirkt. Demgegenüber stehen Zinserträge aus begebenen Darlehen von 1,6 Mio. Euro (2023: 1,2 Mio. Euro).

Das EBT hat konnte im laufenden Geschäftsjahr um rd. ein Drittel im Vergleich zum Vorjahr auf - 43,0 Mio. Euro erheblich verbessert werden. Die Verluste werden aufgrund eines Ergebnisabführungsvertrages von der Muttergesellschaft getragen.

2.2 Finanzielle und nicht finanzielle Leistungsindikatoren

Darstellung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage

Vermögenslage

Langfristige Vermögenswerte

Im Jahr 2024 wurden Investitionen in Sachanlagen in Höhe von 7,7 Mio. Euro (2023: 4,8 Mio. Euro) getätigt. Dabei wurde insbesondere in die laufende Modernisierung bestehender Standorte sowie ein neues Zentrallager investiert. Der Buchwert der Sachanlagen machte mit 23,6 Mio. Euro (2023: 22,2 Mio. Euro) einen Anteil von 14,8 % der Bilanzsumme (2023: 10,9 %) aus.

Eigenkapitalquote

Das Eigenkapital betrug zum Bilanzstichtag 75,1 Mio. Euro und machte 47,1 % der Bilanzsumme (2023: 36,8 %) aus. Das entspricht einem Anstieg der Eigenkapitalquote von 10,3 %-Punkten. Die positive Entwicklung ist auf die Reduzierung der Bilanzsumme zurückzuführen. Aufgrund des Ergebnisabführungsvertrages wird der Jahresverlust an die SPAR Osterreichische Warenhandels-AG, Salzburg übertragen.

Finanzlage

Der Netto-Geldfluss aus der laufenden Geschäftstätigkeit kommt auf 19,1 Mio. Euro (2023: -59,4 Mio. Euro). Der Netto-Geldfluss aus der Investitionstätigkeit beträgt zum Stichtag -65,0 Mio. Euro (2023: -5,9 Mio. Euro), jener aus der Finanzierungstătigkeit 43,0 Mio. Euro (2023: 63,8 Mio. Euro).

Der Finanzmittelbestand zum 31. Dezember 2024 belief sich auf 3,5 Mio. Euro (2023: 6,4 Mio. Euro). Das entspricht einer Reduktion der liquiden Mittel um 2,9 Mio. Euro im Vergleich zum Vorjahr.

Aus Sicht des Unternehmens ist die Absicherung des mittel- und langfristigen Finanzierungsbedarfs, auch im Hinblick auf die ausreichenden Liquiditätsreserven der SPAR Österreichische Warenhandels-AG und dem von dort aus gesteuerten effektiven Cash-Pooling, nachhaltig gegeben.

Ertragslage

Umsatzentwicklung

HERVIS verzeichnete im Geschäftsjahr einen Umsatzrückgang von 3,3 %. Die Umsatzerlöse lagen bei 252,7 Mio. Euro (2023: 261,2 Mio. Euro). Die Umsatzrückgänge sind großteils mengenbedingt. 12 Filialschließungen stehen 3 Neueröffnungen gegenüber.

Bei den LfL-Standorten konnte an das Vorjahres-Niveau nicht angeschlossen werden. Die Rückgänge betreffen den stationären Handel wie auch das Online-Geschäft und Konzernumsätze gleichermasßen.

Handelsspanne

Die Handelsspanne belief sich 2024 auf 43,1 % (2023: 40,7 %) und ist damit deutlich über Vorjahres- Vergleich Niveau. Die hohen Lagerkapazitäten führten im Vorjahr zu altersbedingten Sonderabschreibungen und haben erheblich auf das Rohergebnis gedrückt. Im laufenden Geschäftsjahr kam es zu einer massiven Lagerbereinigung. Das Vorratsvermögen konnte um rd. 21,7 % nachhaltig reduziert werden. Trotz einer aggressiven Preispolitik wirkte sich dieser positiv auf das Rohergebnis. Der Abbau von Altbeständen hat dazu geführt, dass sich die Vorratsabschreibungen positiv im Ergebnis niederschlagen.

HERVIS befindet sich in einem sehr volatilen, wetter- und saisonabhängigen Marktumfeld, in dem ein harter Wettbewerb besteht und nicht nur in Krisenzeiten stark mit Aktionen geworben wird.

Personalaufwand und Personalkostenquote

Der Personalaufwand ist gegenüber dem Vergleichszeitraum um 8,1 % geringer ausgefallen. Es war und ist HERVIS ein besonderes Anliegen, den Beschäftigten auch in Krisenzeiten ein sicherer Arbeitgeber zu sein und die Arbeitsplätze abzusichem. Infolge der Standortoptimierung ist es dennoch zu betriebsbedingte Anpassungen gekommen. Nach Möglichkeit wurden die betroffenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in die verbleibenden Standorte eingegliedert.

Einsparungen erfolgten darüber hinaus im Rahmen der natürlichen Fluktuation durch Hintanhaltung von Planstellen und Nachbesetzungen

Der Personalbestand von HERVIS betrug während des Geschäftsjahres 1.357 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter (2023: 1.499), was einer Personalreduktion von 9,5 % entspricht.

Die Personalkostenquote in Bezug auf den Umsatz lag zum Bilanzstichtag mit 21,3 % um 1,1 %- Punkte unter dem Vorjahr (2023: 22,4 %).

EBITDA, EBIT und EBT

Das operative Ergebnis vor Abschreibung (EBITDA) lag bei -10,7 Mio. Euro (2023: -23,1 Mio. Euro). Das EBIT betrug im Berichtsjahr -16,8 Mio. Euro (2023: -30,3 Mio. Euro). Unter Berücksichtigung des Finanzerfolges betrug das Ergebnis vor Steuer (EBT) -43,0 Mio. Euro (2023: -63,8 Mio. Euro).

Nicht finanzielle Leistungsindikatoren

Zu den wichtigsten nicht finanziellen Steuerungsgrößen der HERVIS zählen unter anderem die Kundenzufriedenheit, die Höhe des Marktanteils im Sportfachhandel, Produktvielfalt und Sortimentsgestaltung, ein gutes Preis-Leistungsverhältnis sowie innovative Ladenkonzepte.

Weitere nicht finanzielle Leistungsindikatoren sind die Mitarbeiterzufriedenheit, der Ausbildungsgrad der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, insbesondere der Lehrlinge und Führungskräfte, und der Grad der Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Zudem wird großer Wert auf sozial verantwortungsvolles Handeln in allen Untemehmensbereichen und auf die nachhaltige Gesamtentwicklung der Gesellschaft gelegt.

2.3 Bericht über Zweigniederlassungen

Die Gesellschaft betreibt keine Zweigniederlassungen.

3. Bericht über die voraussichtliche Entwicklung des Unternehmens

Trotz nicht allzu rosiger Wirtschaftsprognosen – das WIFO geht für die nächsten Jahren in Österreich von einem BIP-Zuwachs von rd. 1% (https://www.wifo.ac.at/publication/274120) aus – blickt das Management vorsichtig optimistisch in die Zukunft und erhofft sich durch die eingeleiteten Restrukturierunsgmaßnahmen und Organisationsanpassungen positive Impulse im Hinblick auf die mittel- und langfristige Unternehmensentwicklung.

Durch die Optimierung des Filialbestandes und die Neuausrichtung in Sachen Produktpolitik wurde wichtige Meilensteine für die erfolgreiche Reorganisation gelegt. Für 2025 sind weitere (Standort)- optimierungen geplant.

Mit der Inbetriebnahme eines neues Zentrallogistikverteilzentrum am Standort Fischamend 2025, unweit des Flughafens Wien-Schwechat, wird das Unternehmen künftig auch logistisch komplett neue Wege beschreiten. Durch das Logistikzentrum sollen neue Maßstäbe in Sachen Effizienz, Präzision und Qualität der Logistik gesetzt werden.

Die Warenverfügbarkeit ist einer der entscheidenden Hebel, um auch im Wettbewerb mit Onlinehändler reüssieren zu können. HERVIS setzt weiterhin auf die Omni-Channel-Strategie und erwartet sich durch die neue Logistik zusätzliche Wertschöpfungspotentiale und eine Erhöhung der Kundenbindung infolge positiver Kauferlebnisse.

Für 2025 wird von einem schwierigen Marktumfeld ausgegangen. Die Sportbranche ist aufgrund der hohen Dichte an Markteilnehmer einem dauerhaften Wettbewerbs- und Preisdruck ausgesetzt. Trotz eines wahrnehmbaren Gesundheitstrendends in der Bevölkerung bleiben die Verbraucherinnen und Verbraucher vorsichtig. Im wichtigen Fahrrad-Segment ist infolge des Aufschwungs während und nach der Corona-Krise ein Sättigseffekt eingetreten (ähnliches gilt auch für Tourenski) und von einer Stagnation in 2025 auszugehen. Erst im Jahr 2026 wird wieder mit einem vorsichtigen Wachstum gerechnet.

Das Management ist dennoch zuversichtlich, dass die Kaufkraft in der Sportbranche wieder zunimmt, da die Themen Sport und Bewegung in der Gesellschaft einen (unverändert) hohen Stellenwert genießen.

Die Bereinigung unrentabler Standorte sowie die Bestandsbereinigung werden sich 2025 positiv auf das Ergebnis der Gesellschaft auswirken. Eine innovative Personaleinsatzplanung soll die Kostenstruktur und Effizienz in den Filialen erhöhen.

Der für HERVIS Deutschland eingeleitete Rückzug wird fortgesetzt; das bestehende Filialnetz und die Organisation wird von Österreich abgewickelt.

Der Anteil der Exklusivmarken soll bei HERVIS auch in Zukunft wachsen. Auch in das Dienstleistungssegment, in welchem HERVIS hohe Wachstumschancen sieht, wird weiter investiert.

Unter Berücksichtigung der gesetzten Maßnahmen und der zu tätigenden Investitionen in das Zentrallogistikverteilzentrum wird nach derzeitigem Stand von einer positiven Umsatz- und EBITDA und EBT-Entwicklung ausgegangen.

Die Geschäftsführung ist aus heutiger Sicht davon überzeugt, dass weiterhin von einem Fortbestand des Unternehmens („Going Concern Prämisse“) auszugehen ist. Da HERVIS in einen Konzern - mit Kerngeschäft Lebensmittelhandel - und in das konzernale Cash-Pooling eingebunden ist, ist die Liquiditätsausstattung durch das Mutterunternehmen ausreichend gesichert. HERVIS ist daher in der Lage, im gewöhnlichen Geschäftsverlauf ihre Vermögenswerte zu realisieren und Schulden zu begleichen.

4. Risiken- und Chancenbericht

Die Gesellschaft ist vielfältigen Chancen und Risiken ausgesetzt, die sich auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage kurz- oder langfristig, sowohl positiv als auch negativ, auswirken können. Daher ist das Chancen- und Risikomanagement ein zentraler Bestandteil der Unternehmensführung zur langfristigen Sicherung des Unternehmenserfolges. Da jedes unternehmerische Handeln mit Chancen und Risiken verbunden ist, fördert HERVIS das Chancen- und Risikobewusstsein ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, insbesondere ihrer Führungskräfte, in allen Funktionsbereichen des Unternehmens.

4.1 Finanzwirtschaftliche Chancen und Risiken

Grundsätze des Finanzrisikomanagements

Das Finanzrisikomanagement wird für HERVIS durch die SPAR Osterreichische Warenhandels-AG durchgeführt. Dies ist die Muttergesellschaft des SPAR AG Konzerns und unterliegt hinsichtlich ihrer Vermögenswerte, Schulden, festen Verbindlichkeiten und geplanten Transaktionen insbesondere Risiken aus der Veränderung der Bonität, der Zinssätze und der Wechselkurse, sowie der Zahlungsfähigkeit von Geschäftspartnern. Daneben spielen auch Liquiditätsrisiken eine wesentliche Rolle.

Ziel des Finanzrisikomanagements ist es, alle Finanzrisiken zu begrenzen und systematisch zu steuern. Der operative und strategische Handlungsrahmen für das Finanzrisikomanagement wird zumindest jährlich vom Vorstand festgelegt bzw. aktualisiert und laufend überwacht. Das operative Finanzrisikomanagement obliegt dem Bereich Konzernfinanzen und den Finanzbereichen der operativen Einheiten der SPAR AG Gruppe.

Finanzwirtschaftliche Chancen sieht die SPAR AG Gruppe insbesondere in der hohen Bonität, ihrer Liquiditätsreserve in Form von ungenützten Kreditlinien, sowie in ihrer soliden Vermögens-, Finanzund Ertragslage.

Währungsrisiko

Die gesellschaftlichen Aktivitäten der HERVIS werden zum überwiegenden Teil in Euro abgewickelt. Die Währungsrisiken resultieren aus operativen Tätigkeiten auf Grund von Wareneinkäufen in Fremdwährung. Zur Absicherung dieser Transaktionen werden vor allem Devisentermingeschäfte eingesetzt. Das Transaktionsrisiko der Zahlungsströme in Fremdwährung wird laufend beobachtet. Die Gesellschaft war nach natürlichen Risikoausgleichen und vorgenommenen Sicherungsmaßnahmen nach Einschätzung der Geschäftsführung zum Bilanzstichtag keinen wesentlichen Währungs-risiken ausgesetzt.

Zinsrisiken

Die Zinsänderungsrisiken des SPAR AG Konzerns resultieren im Wesentlichen aus langfristigen verzinslichen Finanzierungsmaßnahmen (insbesondere aus Bankkrediten) und der Emission der SPAR-Anlage. Der Bereich Konzernfinanzen legt zur Steuerung der Zinsänderungsrisiken regelmäßig die Zusammensetzung aus fest und variabel verzinslichen finanziellen Vermögenswerten und Schulden fest.

HERVIS war auf Grund natürlicher Risikoausgleiche und vorgenommener Sicherungsmaßnahmen nach Einschätzung der Geschäftsführung zum Bilanzstichtag Zinsänderungsrisiken von nur untergeordneter Bedeutung ausgesetzt, die im Wesentlichen aus originären variabel verzinsten Finanzinstrumenten resultieren (Cashflow-Risiko).

Ausfallrisiken (Kredit- bzw. Bonitätsrisiken)

HERVIS hat keine wesentlichen Kreditrisikokonzentrationen gegenüber nicht verbundenen Unternehmen. Verkäufe an Kunden erfolgen überwiegend in bar oder durch Kreditkarten und Bankomatkarten. Für Sportvereine besteht im stationären Handel die Möglichkeit den Rechnungskaufes. Die Bezahlung erfolgt dabei vorwiegend mittels Banküberweisung. Ausstehende Zahlungen werden falls erforderlich mittels Mahnwesen eingetrieben.

Es bestehen keine wesentlichen Ausfallsrisiken aus Forderungen gegenüber Unternehmen der SPAR AG Gruppe bzw. des HOLDAG Konzerns. Ausfälle waren in der Vergangenheit gering. Die Gesellschaft war aus diesen Gründen nach Einschätzung der Geschäftsführung zum Bilanzstichtag keinen wesentlichen Ausfallsrisiken ausgesetzt.

Liquiditätsrisiken

Ein wesentliches Ziel des Finanzrisikomanagements im SPAR AG Konzen ist es, die jederzeitige Zahlungsfähigkeit und die finanzielle Flexibilität aller Konzerngesellschaften, und somit auch jener der HERVIS, und aller verbundenen Unternehmen sicherzustellen. Zu diesem Zweck werden liquide Mittel in ausreichender Höhe und eine Liquiditätsreserve in Form von ungenützten Kreditlinien, mit gewöhnlichen Laufzeiten von drei bis fünf Jahren, vorgehalten.

Das operative Liquiditätsmanagement umfasst auch ein effektives Cash-Pooling in Osterreich. Durch den konzernintenen Finanzausgleich wird eine Reduzierung des Fremdfinanzierungsvolumens, sowie eine Optimierung der Geld- und Kapitalanlagen des SPAR AG Konzerns mit positiven Auswirkungen auf das Zinsergebnis erreicht. Das Cash-Pooling ermöglicht die Nutzung der Liquiditätsüberschüsse einzelner Konzerngesellschaften und verbundener Unternehmen zur internen Finanzierung des Geldbedarfs anderer Konzerngesellschaften oder verbundener Unternehmen in Osterreich.

Für die kurz- und mittelfristige Finanzierung nutzt die SPAR AG Kredite und das Daueremissionsprogramm SPAR-Anlage, das über das Internet unter www.sparanlage.at vertrieben wird. Die langfristige Finanzierung erfolgt im Wesentlichen durch Eigenkapital und Kredite.

Die Gesellschaft hat zugunsten der HERVIS Sports Handelsgesellschaft mbH, mit Sitz in München, eine Patronatserklärung bis 30.06.2027 abgegeben und sich darin verpflichtet, ausreichend finanzielle Mittel für allfällige Schulden zur Verfügung zu stellen, dass diese ihren Verpflichtungen gegenüber Dritten nachkommen kann.

Weitere Patronatserklärungen bestehen gegenüber den Tochtergesellschaften von HERVIS Ungan, HERVIS Rumänien und HERVIS Slowenien.

HERVIS ist auf Grund der vorhandenen Liquiditätsreserven innerhalb der SPAR AG Gruppe nach Einschätzung der Geschäftsführung zum Bilanzstichtag keinen wesentlichen Liquiditätsrisiken ausgesetzt.

4.2 Volkswirtschaftliche, konjunkturelle und branchenbezogene Chancen und Risiken

Volkswirtschaftliche und konjunkturelle Chancen und Risiken

Der Erfolg des Unternehmens hängt nicht unwesentlich von den makroökonomischen Entwicklungen seiner Absatzmärkte ab. Der private Konsum wird unter anderem wesentlich durch die wirtschaftlichen Entwicklungen des Landes, Kaufkraft und Erwerbs- und Arbeitslosenquoten beeinflusst. Eine positive Entwicklung im Bereich des privaten Konsums stellt für HERVIS eine Chance dar und kann zu einer wesentlichen Verbesserung der Ergebnissituation führen. Jedoch kann ein Rückgang des privaten Konsums sich negativ auf die Umsätze und somit auf die Ergebnisse auswirken. Durch flexible Maßnahmen, wie zum Beispiel eine gezielte Aktionspolitik, kann solcher negativen Entwicklung zumindest kurzfristig entgegengewirkt werden. Für die Einschätzung der Entwicklungen makroökonomischer Faktoren greift die Unternehmensführung unter anderem auf anerkannte Institutionen, wie die Osterreichische Nationalbank oder renommierte Wirtschaftsforschungsinstitute zurück.

Die wirtschaftlichen Prognosen für die kommenden Jahre sind aufgrund der geopolitischen Situation und deren globalen Auswirkungen sehr verhalten, die konjunkturelle Entwicklung ist positiver als in den Jahren zuvor. Die hohen Lebensunterhaltungskosten bremsen den Konsum einerseits, gleichzeitig drücken die hohen Preisentwicklungen auf Spanne und Ergebnis. Ungeachtet der unsicheren Lage und schwierigen Vorzeichen ist die Liquidität des Unternehmens durch die Konzernzugehörigkeit zu SPAR AG und die Einbindung in das konzernale Cash-Pooling zu jeder Zeit ausreichend gesichert.

Branchenbezogene Chancen und Risiken

HERVIS ist mit erfolgreichen Marken und Konzepten im Sportartikelhandel vertreten und zeichnet sich durch Innovationen, Beratungskompetenz und die gute Verknüpfung von Online- und stationärem Handel aus. Dies hat sich im Laufe der Fimengeschichte zu einer erfolgreichen Strategie entwickelt, welche als Chance für eine nachhaltige positive Gesamtentwicklung der Gesellschaft wahrgenommen wird.

Eine Verschärfung der Wettbewerbssituation, der enorme Preisdruck im Sportfachhandel und der Verlust von Marktanteilen, stellen ein Risiko für die Ergebnissituation dar. Diesen Risiken wird unter anderem durch trendige Produkte, erfolgreiche Exklusivmarken mit ausgezeichnetem Preis-Leistungsverhältnis, eine gezielte Aktionspolitik, wettbewerbsfähige Kostenstrukturen, innovative und moderne Geschäftsmodelle und Ladenkonzepte, sowie durch motivierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter entgegengewirkt. Online-Aktivitäten und E-Commerce werden als große Chance wahrgenommen. Diese wurden in den letzten Jahren kontinuierlich ausgebaut und werden weiterhin nachhaltig forciert.

Risiken im Bereich Personalkosten ergeben sich zwangsläufig aus der Personalintensität im Handel. Lohn- und Gehaltssteigerungen, eine Anhebung der Mindestlöhne und die Erhöhung der Lohnnebenkosten, können die Ergebnissituation der Gesellschaft belasten. Demnach stellt die Personalkostenquote eine wesentliche Kennzahl im Unternehmen dar. Das Thema Personalkosten in Verbindung mit Prozessoptimierungen ist einer der Schwerpunkte in der Untemehmensplanung und - entwicklung.

4.3 Sonstige Risiken

Rechtliche Risiken

Die Gesellschaft ist einer Vielzahl von rechtlichen Risiken ausgesetzt. Hierzu gehören insbesondere Risiken aus den Bereichen Arbeitsrecht, Produkthaftung, Steuerrecht und Wettbewerbsrecht. Die Ergebnisse von anhängigen und möglichen künftigen Verfahren können nicht in allen Ausprägungen prognostiziert werden, sodass aufgrund von gerichtlichen oder behördlichen Entscheidungen Aufwendungen entstehen können, die nicht oder nicht in vollem Umfang durch Versicherungsleistungen oder Rückstellungen abgedeckt sind und wesentliche Auswirkungen auf das Geschäft und zukünftige Ergebnisse haben können.

Bewertungsrisiken

Unerwartete Planabweichungen und Veränderungen wirtschaftlicher und branchenbezogener Rahmenbedingungen können dazu führen, dass Vermögenswerte, insbesondere das langfristige Vermögen, neu bewertet werden müssen. Dies könnte die Ergebnissituation der Gesellschaft belasten.

Die Werthaltigkeit der Vermögenswerte wird in regelmäßigen Abständen, mindestens jedoch einmal jährlich im Zuge der Erstellung des Jahresabschlusses, überprüft. Sofern Anhaltspunkte für eine Wertminderung im Laufe des Geschäftsjahres auftauchen sollten, die das Ergebnis wesentlich beeinflussen könnten, werden die Auswirkungen analysiert und dokumentiert. Es erfolgt eine unmittelbare Berichterstattung an die Geschäftsführung und es werden adäquate Maßnahmen zur Reduzierung des Risikos gesetzt.

5. Forschung und Entwicklung

Die Gesellschaft führt laufend Forschungs- und Entwicklungstätigkeiten im Rahmen ihrer operativen Tätigkeit durch.

Salzburg, am 28. April 2025

Die Geschäftsführung der HERVIS Sport- und Modegesellschaft m.b.H.

Wir verwenden Cookies, um grundlegende Funktionen der Plattform sicherzustellen und anonymisierte Nutzungsstatistiken zu erfassen. Durch einen Klick auf "Akzeptieren" stimmst du der Verwendung dieser Cookies zu.