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Lagebericht 2025

GIA Austria GmbH

Original-PDF

Stichtag 31. Dez. 2025 · Eingereicht am 28. Sep. 2026

Inhaltsverzeichnis

zum 31. Dezember 2025

Bericht über den Geschäftsverlauf

Die Firma GIA Austria Die GIA Austria GmbH wurde im Jahr 1957 als Geselischaft für Industrie Ausrüstung m.b.H. & Co. KG mit Sitz in Braunau gegründet. Die bestehende GIA Austria GmbH – die nunmehr das ursprüngliche Geschäft in Osterreich führt - ist aus einer Abspaltung im Jahr 2018 hervorgegangen.

Das Hauptgeschäftsfeld der GIA Austria GmbH ist die Tankstellentechnik, insbesondere die Errichtung, Wartung und Instandsetzung von Tankstellenanlagen. Längerfristige Verträge über die Wartung des jeweiligen Tankstellennetzes bestehen mit namhaften Mineralölkonzernen. Zum Bereich der Tankstellentechnik zählt aber auch die Modernisierung, der Umbau oder die Schließung bestehender Tankstellen.

Die GIA Austria GmbH zählt mit Stützpunkten in ganz Österreich zu den führenden Unternehmen der Branche.

Niederlassungen: In 1230 Wien, Liesinger-Flur-Gasse 17, wird eine Zweigniederiassung (Vertrieb und Service-Stützpunkt) unterhalten.

Gesamtwirtschaftliches Umfeld

im Geschäftsjahr 2025

Die wirtschaftliche Situation hat sich – nach zwei schwachen Jahren, in denen einzelne Volkswirtschaften wie Osterreich und Deutschland sogar eine Rezession zu verzeichnen hatten – im Jahr 2025 wieder etwas erholt. Maßgeblich hierfür war, dass die durch Nachfrageüberhänge ausgelöste Inflation wieder eingebremst werden konnte. Viele der geopolitischen Konflikte haben sich allerdings auch im Jahr 2025 unvermindert fortgesetzt, durch den Amtsantritt eines neuen Präsidenten in den USA, der das hohe Handelsbilanzdefizit seines Landes durch die Verhängung von Importzöllen bekämpfen möchte, kehrte zusätzliche Unsicherheit auf den internationalen Märkten ein.

Hinzu kommt, dass es in Europa nach wie vor sehr viele ungelöste strukturelle Probleme gibt, die durch die neuen Störungen im transatlantischen Verhältnis zu den USA verstärkt zu Tage treten.

Osterreichs Wirtschaftsleistung ist im Jahr 2025 – erstmals seit zwei Jahren – (voraussichtlich) wieder leicht gestiegen (nach vorläufigen Angaben der Statistik Austria um rund 0,6%). Für das Jahr 2026 wurde zunächst mit einer weiteren Steigerung (um 1,2%) gerechnet.

Negativ entwickelten sich der Arbeitsmarkt - die Arbeitslosenquote ist im Jahr 2025 weiter auf 7,4% gestiegen (Vorjahr 7,0%) - als auch die allgemeine Preisentwicklung (Inflation), welche in der Jahresbetrachtung von 3,0% auf 3,5% gestiegen ist.

Auch im benachbarten Deutschland ergab sich für 2025 ein leichter Zuwachs beim BIP ab (+ 0,2% nach zuvor zwei Jahren mit Rückgängen). Hier wurden durch das Investitionsprogramm der Regierung auch für die nächste Zeit zusätzliche Impulse erwartet. Die meisten anderen Länder der EU waren bereits in den Jahren zuvor vergleichsweise besser durch die Krise gekommen, in der Eurozone betrug das Wachstum im Jahr 2025 rund 1,4%, in der gesamten EU (EU 27) sogar 1,6%.

Ursprünglich war für 2026 eine Fortsetzung des Wachstumstrends prognostiziert, für Osterreich wurde mit einem Plus von 1,2% gerechnet, damit hätte man über jener der Eurozone (+ 1,0%) und jener Deutschlands (+ 0,8%) gelegen. Insbesondere durch den Ende Februar 2026 begonnenen Angriff von Israel und den USA auf den Iran, über dessen Ende nach wie vor keine Aussagen getroffen werden können, wurden diese positiven Aussichten zuletzt vermehrt verworfen.

Marktspezifisches Umfeld

im Geschäftsjahr 2025

Die geopolitischen Spannungen hatten über die globale Ölpreisentwicklung letztlich auch Auswirkungen auf den österreichischen Tankstellenmarkt. Diese waren mit häufigen Preisanpassungen bzw. schwer planbaren Einkaufskosten konfrontiert. Ein teilweise bestehendes Oberangebot aufgrund der allgemeinen wirtschaftlichen Schwäche führte zunächst sogar zu einem günstigeren Spritpreis, Eskalationen in einigen Konfliktherden führten aber wieder zu kurzfristigen Preissprüngen.

Langfristig wird die zunehmende E-Mobilität zu einer Verminderung der Nachfrage nach fossilen Brennstoffen führen. Entsprechend unklar sind die Perspektiven hinsichtlich der Errichtung neuer Tankstellen, insbesondere jener im herkömmlichen Sinne. Neue Möglichkeiten können sich hingegen im Bereich des Umbaus bzw. der Erweiterung um Ladestationen oder neuer Antriebsstoffe (wie Wasserstoff) ergeben.

Investiert wird neben den Umbauten an bestehenden Tankstellen vor allem auch in Betriebsflächen, die ausschließlich für Ladestationen konzipiert sind.

Dazu gibt es auch Bestrebungen, andere „Points Of Interest" (zB. Supermärkte) mit entsprechender Infrastruktur auszurüsten. Die GIA ist in diesem Segment bereits seit Längerem engagiert und kann ihr elektrotechnisches Know-How auch abseits der klassischen Tankstelle einbringen (Elektro-Tankstellen).

Ende 2025 - neuere Statistiken wurden noch nicht veröffentlicht - gab es in Osterreich laut dem Fachverband der Mineralölindustrie (FVMI) 2.694 öffentlich zugängliche Tankstellen, das entspricht einem Rückgang von 30 Tankstellen gegenüber dem Vorjahr (2.724). Sowohl das Tankstellennetz der großen Mineralölkonzerne („Major-Branded“; von 1.305 auf 1.283 Stationen) als auch jenes der übrigen Tankstellen (von 1.419 auf 1.411) war leicht rückläufig.

Immer wieder kommt es - wie zuletzt im Jahr 2024 - zur Übernahme größerer Tankstellennetze durch neue Marktteilnehmer. Damit verbunden ist auch oft die Neuausschreibung von Aufträgen im Wartungsbereich.

Unternehmens-

entwicklung im

Geschäftsjahr 2025

Die Betriebsleistung der GIA Austria GmbH lag im Jahr 2025 zwar unter jener des Vorjahres, allerdings konnte die Erlösqualität (die Marge) in etwa auf gleichem Niveau gehalten werden (Rohergebnis von TEUR 9.271 gegenüber TEUR 9.252 im Vorjahr). Gestiegen sind allerding die Personalkosten (+5,4% gegenüber dem Vorjahr) sowie die übrigen betrieblichen Aufwendungen (Gemeinkosten, +4,4% gegenüber dem Vorjahr), sodass letztlich nur noch ein knapp positives Ergebnis vor Abschreibungen, Zinsen und Steuern (EBITDA) zu verzeichnen war (TEUR 22, im Vorjahr waren es TEUR 556).

Vor Steuern wurde ein Verlust (EBT) von rund TEUR -89 erzielt.

Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 7
202520242023
Ergebnis vor Steuern (EBT)- 89.400398.200162.200
Bereinigt um das Finanzergebnis- 83.700- 40.800- 40.300
Ergebnis vor Zinsen und Steuern- 173.100357.400121.900

Nach Berücksichtigung der Steuern weist die Gesellschaft im Geschäftsjahr 2025 einen Jahresfehlbetrag von EUR 72.997,17 aus.

Nettoverschuldung

Der Überschuss des verzinslichen Fremdkapitals über die flüssigen Mittel

Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 9
(Nettoverschuldung) unddessenVerhältnis zudenEigenmitteln
(Nettoverschuldungsgrad) haben sich wie folgt entwickelt:
202520242023
Nettoverschuldung (Net Debt)298.700108.700639.700
Eigenmittel3.409.0003.482.0003.174.300
Nettoverschuldungsgrad (Gearing) in %8,83,120,2

URG-Kennzahlen

Der Anteil des Eigenkapitals am Gesamtkapital gemäß § 23 URG und die fiktive Schuldentilgungsdauer gemäß § 24 Abs. 1 URG entwickelten sich in den letzten Jahren wie folgt:

Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 9
202520242023
Eigenmittelquote in %50,553,541,8
Fiktive Schuldentilgungsdauer in Jahren118,34,912,6

Netto-Geldfluss

Die im Folgenden dargestellten Teilergebnisse der Geldflussrechnung

wurden anhand der Vorgaben

der AFRAC-Stellungnahme 36

(Geldflussrechnung, Juni 2020) gerechnet:

Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 9
Cash-Flow202520242023
aus der betrieblichen Tätigkeit- 335.700494.30076.900
aus der Investitionstätigkeit93.00099.400- 5.400
aus der Finanzierungstätigkeit90.100- 446.200- 88.200
Cash-Flow gesamt- 152.500147.500- 16.700

Entwicklung Investitionen

und Cash-Flow

Im Geschäftsjahr 2025 wurden EUR 206.300 in das Anlagevermögen (inkl. geringwertiger Vermögensgegenstände) investiert. Diesen Investitionen steht ein Cash-Flow (ergebnisbezogen) in Höhe von EUR – 60.300,00 gegenüber. Investitionen und Cash-Flow aus dem Ergebnis entwickelten sich in den vergangenen Jahren wie folgt:

Selbstfinanzierung der Investitionen durch den operativen Cash-Flow

Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 11
Cash-Flow202520242023
Investitionen- 206.300- 230.500- 284.800
Cash-Flow aus dem betrieblichen Ergebnis- 60.300495.700291.500
Selbstfinanzierungsgrad in %29,2215,1102,4

Risiken des Unternehmens

Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 13
MarktrisikoAufgrund des Marktumfeldes besteht das Risiko, dass angekündigte
Investitionen in das Tankstellennetz weiter hinausgezögert werden bzw, zur
Gänze unterbleiben. Die aktuelle Suche nach alternativen Antriebssystemen
stellt langfristig ein Risiko (aber auch eine Chance) für die gesamte Branche
dar.
Ein weiteres Risiko besteht in der Marktstruktur, bei der die Anzahl der
nachfragenden und anbietenden Firmen relativ gering ist. Auch werden die
Wartungsverträge über einen längeren Zeitraum und mittels elektronischer
Ausschreibungsverfahren vergeben, sodass die langfristige Planung und
Bereitstellung von Kapazitäten nur sehr schwer möglich ist.
Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 13
Finanzielle RisikenDie Eigenkapitalausstattung des Unternehmens ist als stabil anzusehen. Da
der Anteil an verzinslichem Fremdkapital zudem relativ gering ist, ist das
Unternehmen keinem besonderen Risiko aus der Veränderung von
Zinssätzen ausgesetzt.
Transaktionen in Fremdwährungen finden nicht statt.
Geopolitische Konflikte
(Russland/Ukraine bzw.
Iran-Krieg)
Das Unternehmen ist von diesen Konflikten nicht unmittelbar betroffen.

Voraussichtliche Entwicklung der Gesellschaft

Das Marktumfeld hat durch den von Israel und den USA begonnenen Krieg gegen den Iran aber mit zusätzlichen negativen Effekten zu kämpfen. Die stark eingeschränkte Versorgung mit Rohöl aus dem arabischen Raum hat zu Wesentlichen Preisanstiegen an den Tankstellen geführt. Daher ist auch der Tankstellenmarkt mit Investitionen derzeit sehr zurückhaltend. Die GIA Austria GmbH ist daher gefordert, einerseits ihre Kostenstruktur anzupassen, andererseits aber auch keine wertvollen (Personal)Ressourcen zu verlieren.

Die Tankstellenbetreiber werden nämlich auch von gesetzlicher Seite gezwungen, fristgerecht in neue Anlagen zu investieren bzw. ihre alten Anlagen fachgerecht zu demontieren. Langfristig ist dies eine gute Voraussetzung für die künftige Auslastung der GIA Austria GmbH. Diese Auslastung sollte aber aufgrund knapper personeller Ressourcen und hoher Standortkosten kontinuierlich gegeben sein.

Die Unternehmensplanung geht für das Jahr 2026 von einer leichten Verbesserung bzw, einem positiven Gesamtergebnis aus.

Braunau am Inn, am 01. September 2026

Markus Unger

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