Inhaltsverzeichnis
1. Bericht über den Geschäftsverlauf und die wirtschaftliche Lage Die ERMAFA Environmental Technologies GmbH („EET“) entwickelt neuartige Technologien für Energierückgewinnung, Abfallverwertung und Ressourcenrückführung. Im Geschäftsjahr 2025 erfolgte eine strategische Neuausrichtung und einige Entwicklungssparten wie der Modulare Wohnbau und der konstruktive Stahlbau wurden stillgelegt. Damit einher ging die Schließung der Betriebsstätte in Deutschland. Die Gesellschaft betreibt somit keine Zweigniederlassungen mehr.
Der Fokus wurde auf die Weiterentwicklung der Plasma Technologie gelegt, die in folgenden Bereichen Einsatz findet:
Methan-Plasmalyse: Spaltung von Methan zur sauberen Wasserstoffproduktion Abfall-Pyrolyse: Umwandlung verschiedener Abfallarten in wertvolles Synthesegas und Carbon Black bei gleichzeitiger Reduktion von CO2-Emissionen
Plasma Kiln: Umrüstung von Industriegasbrennern auf Plasmabrenner Ein zweiter Schwerpunkt liegt auf der Weiterentwicklung eines Recyclingverfahren für Rotschlamm unter Verwendung der REDREC Technologie, um schädliche Bauxitrückstände zu neutralisieren und sekundäre Rohstoffe zu gewinnen.
Ein Großauftrag für die Erstellung einer Batterie Recycling Anlage befindet sich in Bearbeitung. Nach der geplanten Fertigstellung im Geschäftsjahr 2027 wird diese Entwicklungssparte in eine Schwestergesellschaft ausgelagert werden.
Im 1. Quartal 2025 wurde die Sparte der Abfallsterilisationsmaschinen („MACS“) nach Abschluss der Entwicklungstätigkeiten und Verbringung zur Marktreife im Zuge eines Verkaufs der Produkte mit TEUR 2.961und Knowhow und Anlagevermögen mit TEUR 1.366 an eine Schwestergesellschaft mit einem Gewinn von TEUR 2.968 verkauft. Seither wird diese Technologie unter der Marke MACS vermarktet.
Geschäftsverlauf
Der Rückgang der Umsatzerlöse im Geschäftsjahr 2025 von TEUR 848 im Vergleich zur Vorjahresperiode ist mit dem Verkauf der Sparte der Abfallsterilisationsmaschinen und der Fokussierung auf die Weiterentwicklung der Plasma- und REDREC Technologie zu erklären.
Die Erhöhung der Bestandsveränderung auf TEUR 4.257 spiegelt die Bearbeitung des GroBauftrags der Batterie Recycling Anlage wider. Diese wird mit Fertigstellung abgerechnet.
Die aktivierten Eigenleistungen zeigen den Personaleinsatz für den Bau von
Demonstrationsanlagen im Rahmen der Entwicklungsprojekte und betragen im Geschäftsjahr 2025 TEUR 508.
Die sonstigen betrieblichen Erträge beinhalten eine Forschungsförderungsprämie iHv.
TEUR 1.112 (VJ: TEUR 677).
Die Aufwendungen für Material und sonstige bezogenen Herstellungsleistungen sind um TEUR 1.712 im Vergleich zur Vorperiode gestiegen und zeigen den Produktionsfortschritt der Batterie Recycling Anlage.
Die um TEUR 527 gesunkenen Personalaufwendungen resultieren aus der Fokussierung und dadurch begründet dem Personalabbau im Geschäftsjahr 2025.
Die Reduktion des sonstigen betrieblichen Aufwandes im Geschäftsjahr 2025 gegenüber der Vergleichsperiode beträgt TEUR 325.
Die um TEUR 948 gestiegenen Zinsaufwendungen im Geschäftsjahr 2025 gegenüber der Vergleichsperiode resultieren aus der Erhöhung des Gesellschafterdarlehens um TEUR 9.824.
Der Jahresfehlbetrag iHv. TEUR 10.690 des Geschäftsjahres beinhaltet Wertkorrekturen aufgrund der Stilllegung von Entwicklungssparten iHv. TEUR 953, einen Gewinn aus Verkauf der Sparte Abfallsterilisationsmaschinen iHv. TEUR 2.968, einer Forschungsförderungsprämie iHv. TEUR 1.112 (VJ: TEUR 677) und ist wie auch in der Vergleichsperiode geprägt von Entwicklungskosten für Personal, Material und sonstige Kosten in diesem Zusammenhang.
Finanzierung
Der Verkaufserlös aus der Sparte der Abfallsterilisationsmaschinen iHv. TEUR 4.328 und Gesellschafterdarlehen iHv. TEUR 9.824 wurden verwendet, um die
Entwicklungsprojekte voranzutreiben und den Auftrag über die Batterie Recycling Anlage zu bearbeiten. Zinsen für die Gesellschafterdarlehen wurden kapitalisiert.
2. Finanzielle Leistungsindikatoren
| in TEUR | 2025 | 2024 | |
|---|---|---|---|
| Ergebnis vor Steuern | -10.690 | -11.463 | |
| - Zinsen und ähnliche Erträge | -10 | -16 | |
| + Zinsen und ähnliche Aufwendungen | 2.525 | 1.577 | |
| = Earnings before Interest and Tax | -8.175 | -9.902 | |
| Ergebnis vor Steuern | -10.690 | -11.463 | |
| /Eigenkapital zu Beginn des Geschäftsjahres*100 | -30.259 | -18.796 | |
| = Return on Equity (ROE) | n.a | n.a | |
| Ergebnis vor Steuern und Zinsen | -8.175 | -9.902 | |
| /Gesamtkapital zu Beginn des Geschäftsjahres*100 | 16.583 | 12.081 | |
| = Return on Investment (ROI) | n.a | n.a | |
| Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten | 9.476 | 9.426 | |
| Darlehen | 36.581 | 24.635 | |
| Sozialkapital | 33 | ||
| verzinsliches Fremdkapital | 46.057 | 34.094 | |
| - Liquide Mittel | 25 | 9 | |
| Nettoverschuldung | 46.032 | 34.085 | |
| Kurzfristiges Umlaufvermögen | 6.937 | 6.487 | |
| + kurzfristige Rechnungsabgrenzungsposten | 92 | 38 | |
| Kurzfristiges Umlaufvermögen | 7.029 | 6.525 | |
| kurzfristige Verbindlichkeiten | 15.225 | 12.283 | |
| + Rückstellungen (exkl. latente Steuern) | 234 | 261 | |
| + kurzfristige Rechnungsabgrenzungsposten | |||
| Kurzfristiges Fremdkapital | 15.459 | 12.544 | |
| + kurzfristiges Umlaufvermögen | 7.029 | 6.525 | |
| - kurzfristiges Fremdkapital | 15.459 | 12.544 | |
| Working Capital (WC) | -8.430 | -6.019 | |
| Eigenkapitalquote | |||
| Eigenkapital | -40.950 | -30.259 | |
| /Gesamtkapital*100 | 21.285 | 16.583 | |
| = Eigenkapitalquote (Equity Ratio) | n.a | n.a | |
Die Finanzierung der Entwicklungen bis zur Fertigstellung und Verwertung ist durch die Zusage, die Gesellschafterdarlehen aufzustocken seitens des Mehrheitseigentümers gesichert. Es bestehen Rangrücktrittserklärungen für sämtliche Gesellschafterdarlehen sowie eine Patronatserklärung.
3. Information über Umwelt- und Arbeitnehmerbelange
Als verantwortungsvolles Unternehmen ist sich die Gesellschaft ihrer wirtschaftlichen, ökologischen und gesellschaftlichen Verantwortung bewusst. Die nachhaltige Ausrichtung der Geschäftstätigkeit, der Schutz der Umwelt sowie die Förderung und Sicherheit der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind feste Bestandteile der strategischen Ausrichtung und Corporate Governance.
Der Fokus im Bereich des Umweltschutzes liegt in der Entwicklung neuer Technologien, um die Transformation zu einer klimaneutralen Welt mitzugestalten:
Klimaschutz: Innovative Verfahren zur Umwandlung von Reststoffen in saubere Energieformen – ein Beitrag zur globalen Energiewende.
Kreislaufwirtschaft: Intelligente Technologien zur Rückgewinnung und Wiederverwertung wertvoller Rohstoffe aus industriellen Prozessen.
Nachhaltiges Sourcing: Ressourceneffizienz durch Sekundärrohstoffe – wir fördern die nachhaltige Nutzung von Materialien über ihren Lebenszyklus hinaus.
Gesellschaftliche Verantwortung: Unsere Technologien verbinden wirtschaftliche Leistungsfähigkeit mit Umweltbewusstsein – für eine lebenswerte Zukunft.
Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vereinen technisches Wissen, kreative Ideen und strategisches Denken, um Lösungen zu entwickeln und sind damit das Fundament unseres Erfolgs. Die Personalpolitik des Unternehmens ist darauf ausgerichtet, ein sicheres, faires und motivierendes Arbeitsumfeld zu bieten, das persönliche Entwicklung ermöglicht und Vielfalt fördert.
Der Schutz der Gesundheit am Arbeitsplatz hat oberste Priorität. Neben der strikten Einhaltung aller gesetzlichen Vorgaben zum Arbeitsschutz werden präventive Maßnahmen zur Gesundheitsförderung und ergonomische Arbeitsplatzgestaltungen aktiv unterstützt. Wir bekennen uns zu absoluter Chancengleichheit. Jede Form von Diskriminierung aufgrund von Geschlecht, Alter, ethnischer Zugehörigkeit, Religion oder sexueller Orientierung wird strikt abgelehnt. Personelle Entscheidungen basieren ausschließlich auf Qualifikation und Leistung. Durch flexible Arbeitszeitmodelle und die Möglichkeit zum mobilen Arbeiten unterstützen wir unsere Beschäftigten aktiv dabei, Berufs- und Privatleben harmonisch miteinander zu vereinbaren..
4. Bericht über die voraussichtliche Entwicklung und Risiken
Die globale Wirtschaft entwickelte sich während des Geschäftsjahres 2025 verhalten. Europa sah sich trotz sinkender Energiepreise mit schwachem Konsum und einer stagnierenden Industrie konfrontiert. Das wirtschaftliche Umfeld war weiterhin von hohen Unsicherheiten geprägt. Dies resultierte insbesondere aus den anhaltenden Konfliktherden in der Ukraine und im Nahen Osten, sowie politischen Richtungswechseln infolge globaler Wahlen und potenziellen Handelskonflikten. Vor diesem Hintergrund beziffert der Internationale Währungsfonds (IWF) das globale Wachstum der Weltwirtschaft für 2025 auf 3,2%, während für den Euroraum ein moderater Zuwachs von 0,9% verzeichnet wurde. Die Inflation wird voraussichtlich weltweit sinken, jedoch wird sich das globale Wachstum verlangsamen. Für 2026 wird ein höheres Zinsniveau in Europa erwartet. Aufgrund der militärischen Eskalation im Nahen Osten und den daraus resultierenden Lieferkettenunterbrechungen, speziell für Ol, bleiben die Energiepreise hoch und damit die Preise für energieintensive Produkte.
Die Umwelttechnologie-Branche befindet sich im Jahr 2026 auf einem soliden Wachstumspfad, getrieben durch verschärfte regulatorische Vorgaben und die fortschreitende globale Dekarbonisierung von Industrieanlagen sowie steigende Nachfrage nach ressourceneffizienten Systemen bzw. Möglichkeiten des Recyclings von wertvollen Rohstoffen. Obwohl geopolitische Spannungen und Lieferkettenherausforderungen die Märkte belasten, etabliert sich Nachhaltigkeit zunehmend als rein wirtschaftlicher und strategischer Erfolgsfaktor.
Auf Grund des Fortschritts der Entwicklungstechnologien Plasma und REDREC, planen wir die Fertigstellung der Demonstrationsanlagen Ende 2026/Anfang 2027 und das Testen dieser unter realen Bedingungen. Darauf aufbauend werden die finalen Kundenanwendungen fertigentwickelt und vermarktet. Die Suche nach potenziellen Kunden und Kooperationspartnern wird parallel konsequent vorangetrieben. Derzeit planen wir mit ersten Auftragseingängen aus diesen Technologien ab 2027 und erstmals mit einem positiven Ergebnis ab 2029.
Das primäre Marktrisiko bildet die länderspezifische Teuerungsrate. Insbesondere in Osterreich droht ein anhaltend erhöhtes Inflationsniveau die Beschaffungs- und Personalkosten des Unternehmens asymmetrisch zu belasten, was den wirtschaftlichen Erfolg direkt gefährden kann. Operativ bleibt zudem der europäische Fachkräftemangel ein kritischer Punkt. Ein Mangel an quelifizierten Mitarbeitern kann zur Verzögerung der Entwicklungsprojekte und erhöhtem Kapitalbedarf führen.
Wien, 30.05. 2026.
pDipt-Ing/Dr. Andreas Hackt