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Lagebericht 2023/24

Siemens Mobility Austria GmbH

Original-PDF

Stichtag 30. Sep. 2024 · Eingereicht am 04. Feb. 2025

Inhaltsverzeichnis

Inhalt

1. Bericht über den Geschäftsverlauf und die wirtschaftliche Lage. ..3 1.1. Wirtschaftliche Rahmenbedingungen . ..3 1.2. Geschäftsverlauf . ..3 1.2.1. Rolling Stock. ..4 1.2.2. Infrastruktur. ..8 1.2.3. Customer Service . ..9 1.2.4. Software. ..9 1.3. Zweigniederlassungen und Anteile an Unternehmen . ..10 1.4. Finanzielle- und nichtfinanzielle Leistungsindikatoren . ..10 1.4.1. Vermögens-, Finanz- und Ertragslage. ..10 1.4.2. Mitarbeiter und Arbeitnehmerbelange . ..15 1.4.3. Umweltschutz. ..17 1.4.4. Energieverbrauch. ..18 1.4.5. Informationssicherheit & Cybersecurity . ..19 1.4.6. Sicherheit im Servicegeschäft. ..19 2. Bericht über die voraussichtliche Entwicklung, Chancen und Risiken des Unternehmens . ...20 2.1. Gesamtwirtschaftliche und branchenspezifische Erwartungen . ..20 2.2. Voraussichtliche Entwicklung des Unternehmens . ..21 2.3. Chancen und Risiken. ..22 2.3.1. Grundsätze des Chancen- und Risikomanagements. ..22 2.3.2. Wesentliche Risiken. ..22 2.3.3. Finanz- und Sicherungsinstrumente. ..24 2.3.4. Wesentliche Chancen . ..25 3. Bericht über Forschung und Entwicklung . ..27

1. Bericht über den Geschäftsverlauf und die wirtschaftliche Lage Wirtschaftliche Rahmenbedingungen

1.1.

Die weltwirtschaftliche Entwicklung im Geschäftsjahr 2024 war anhaltend gedämpft. Ursachen hierfür waren geopolitische Konflikte wie der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine, der Krieg in Nahost, sowie hohe Finanzierungskosten und Inflation. Zu beachten gilt, dass das weltwirtschaftliche Wachstum je nach Region und Branche stark variierte. Während die USA und einige Schwellenländer ein relativ starkes Wachstum verzeichnen, zeigte sich die Entwicklung in Europa verhalten. Mit einer BIP-Wachstumsprognose von -0,6 % für 2024 (WIFO) liegt Osterreich deutlich hinter dem europäischen Durchschnitt und Deutschland (EU: +1,0 %; DE: +0,1 % It. WIFO). Durch die im Vergleich zur EU überdurchschnittlich hohe Inflation kam es zudem zu nachhaltigen Teuerungen im Bereich der Güter- und Personalkosten, die sich auch auf die Wettbewerbsfähigkeit österreichischer Unternehmen ausgewirkt haben. Die überdurchschnittlich schwache Entwicklung der österreichischen Wirtschaft setzte sich somit auch im Geschäftsjahr 2024 fort.

Trotz der wirtschaftlichen Herausforderungen befindet sich die Siemens Mobility Austria GmbH aus branchenspezifischer Sicht in einem stark wachsenden Markt mit zahlreichen Chancen und vielversprechenden Zukunftsperspektiven. Auch im Kalenderjahr 2023 war Osterreich einer der EU-Spitzenreiter bei den Pro-Kopf-Investitionen in die Schiene. Gleichzeitig kam es zu einer erneuten Steigerung der Nachfrage im Personenverkehr. Zahlreiche staatliche und EU- Förderungen, wie der OBB-Rahmenplan 2024-2029 oder die „Connecting Europe Facility“ (siehe Kapitel 2.1), zielen zudem auf den Ausbau und die Modernisierung der österreichischen Schieneninfrastruktur, Bahnhöfe und Schienenfahrzeuge ab. Ein zentraler Fokus dieser Initiativen liegt dabei auf der Digitalisierung der Schieneninfrastruktur und der Verlagerung des Güterverkehrs von der Straße auf die Schiene. Ziel dieser Bemühungen ist es, den Schienensektor attraktiver und die Mobilität nachhaltiger zu gestalten.

Die Einkaufs- und Energiepreise haben sich stabilisiert, liegen jedoch weiterhin über dem Vorkrisenniveau. Für das Unternehmen bedeutete dies eine signifikante Verteuerung in der Produktion, die durch Investitionen in Anlagen, Produktivitätssteigerung in den Prozessen und Einsatz neuer Technologien gedämpft wurde. Positiv hervorzuheben ist, dass die temporären Anstiege der Aluminiumpreise gut durch Hedging kompensiert werden konnten, sodass sich diese nicht negativ auf das Unternehmen ausgewirkt haben. Im Stahlsektor profitierte das Unternehmen zudem von einer geringen Nachfrage in Verbindung mit einem Überangebot, was zu relativ günstigen Stahlpreisen führte.

1.2.

Geschäftsverlauf

Der Auftragseingang und somit auch der Auftragsbestand der Gesellschaft stiegen gegenüber dem Vorjahr deutlich an. Trotz dieser sehr positiven Entwicklung kam es zu nachhaltigen Teuerungen im Bereich der Güter- und Personalkosten. Auch wenn die Inflation im Geschäftsjahr

deutlich gesunken ist, war der Standort Osterreich im europäischen Vergleich von einer überdurchschnittlich hohen Inflation betroffen. Um das Wachstum in Einklang mit den Teuerungen zu bringen, wurde daher ein verstärkter Fokus auf die effiziente Abwicklung und Überwachung der Kosten gelegt.

In den einzelnen Segmenten der Siemens Mobility Austria GmbH (Rolling Stock, Infrastruktur, Customer Services und Software) stellt sich das Bild wie folgt dar:

1.2.1.

Rolling Stock

1.2.1.1. Regionalvertrieb Schienenfahrzeuge in Österreich und CEE

In der Region Osterreich / Zentral-Ost-Europa (CEE) ist es gelungen, den Wachstumskurs im Geschäftsjahr 2024 fortzusetzen. Die Auftragseingänge konnten signifikant gesteigert werden und auch die Abwicklung bestehender Kundenverträge war äußerst erfolgreich. Seitens der Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) erfolgte der Erstabruf für Projekt ÖBB VANEZA (vormals „Universal") über 70 Triebzuggarnituren des Typs „Mireo". Zusätzlich konnten Auftragseingänge der ÖBB über weitere 21 Stück Regional- und S-Bahntriebzüge „cityjet“ vom Typ „Desiro Mainline“ sowie der 7. Abruf aus dem „Vectron“-Rahmenvertrag über 20 Stück „Vectron“-Mehrsystemlokomotiven verbucht werden. Mit dem Kunden ELL wurde zudem der 4. Rahmenvertrag mit einem Fixabruf über insgesamt 60 Stück „Vectron“-Lokomotiven abgeschlossen. Darüber hinaus konnten Aufträge bei mehreren privaten und öffentlichen Kunden aus dem CEE-Raum über zusätzliche 21 Stück Lokomotiven der „Vectron/Smartron“- Familie gewonnen werden. Schlussendlich wurden im abgelaufenen Geschäftsjahr auch Verträge über die Lieferung von Straßenbahnkomponenten (Drehgestelle) für die rumänischen Städte Arad und Oradea vereinbart und rundeten damit die ausgezeichneten Resultate des Geschäftszweiges bei der Verbuchung von Neuaufträgen ab. Im Bereich der Projektabwicklung konnten im abgelaufenen Geschäftsjahr ebenfalls sehr gute Ergebnisse erzielt werden. An die OBB wurden insgesamt 18 vierteilige Triebzuggarnituren vom Typ „Desiro Mainline“ („cityjet") sowie 8 Stück „Vectron“-Lokomotiven aus dem 5. Rahmenvertrag erfolgreich ausgeliefert. Des Weiteren ist die Übergabe von 22 „Vectron"-Lokomotiven an den Kunde ELL besonders hervorzuheben.

1.2.1.2. Weltweites Geschäft für Metros

Im Projekt London wurde mit dem Kunden aufgrund der verzögerten Depotbautätigkeiten ein verlängerter Lieferterminplan vereinbart. Gleichzeitig wurde dabei auch der Anteil der englischen Wertschöpfung erhöht und die Liefer- und Leistungsvolumina entsprechend angepasst. Die ersten vier neunteiligen Züge durchliefen umfangreiche Test- und Inbetriebnahmeaktivitäten im Siemens Mobility-eigenen Testcenter in Wegberg-Wildenrath in Deutschland. Eine Auslieferung nach England erfolgt ab Herbst 2024. Erste Lieferungen von Rohbauten und Einbaukomponenten für die Montage in das Schwesterwerk in Goole, Großbritannien, sind erfolgt und alle Voraussetzungen für eine zukünftige lokale Montage und Inbetriebnahme wurden geschaffen.

Im Turnkey-Projekt Metro Riyadh, das insgesamt 67 Züge aus Wien umfasst, wurden im vergangenen Geschäftsjahr sowohl die Linie 1 sowie auch die Linie 2 an den Kunden für den Fahrgastbetrieb übergeben. Die offizielle Betriebsaufnahme der zweiten Linie wird zeitnah erwartet. Der Kunde ist sehr zufrieden und plant bereits weitere Streckenerweiterungen.

Im Projekt U-Bahn München konnte die erfolgreiche Zusammenarbeit mit dem Kunden über die Basisbeauftragung und die danach folgenden Optionsbeauftragungen fortgeführt werden.

Im Projekt „X-Wagen" Wien wurden inzwischen elf Züge an den Kunden zum planmäßigen Fahrgastbetrieb übergeben. Mit seinen vielen Innovationen (innovative druckluftfreie Bremse, Fahrgastinformation Plus, Gewichts- und Energieeinsparungen) ist das Fahrzeug ein Aushängeschild für den Technologiestandort Siemens Mobility Austria GmbH, Wien.

Im Projekt U-Bahn Nürnberg G1 befinden sich alle 35 Züge im Fahrgastbetrieb mit hoher Zufriedenheit des Kunden und die Flotte nähert sich dem Ende der allgemeinen Gewährleistungsdauer.

Im vergangenen Geschäftsjahr konnte ein neuer Auftrag über die Lieferung von weiteren 8 Zügen für die Metro Sofia gewonnen werden und zusätzlich auch für die Metro in Bangkok ein weiterer Vertrag unterzeichnet werden.

Die Auftragsverschiebung post-Corona hat sich teilweise aufgelöst und es ist allgemein am Markt eine Aufholung verschobener Vergaben zu beobachten.

1.2.1.3. Geschäft für Reisezugwagen

Mit Geschäftsjahreswechsel 2023/24 wurde innerhalb der Siemens Mobility Rolling Stock die Verantwortlichkeit des nord-amerikanischen Geschäftes neu geregelt. Das Geschäftssegment der Passenger Coaches in Wien verantwortet seither das weltweite Geschäft, mit Ausnahme von Nordamerika.

Im Geschäftsjahr 2024 konnten signifikante Meilensteine für den Geschäftsbereich erzielt werden. Im Projekt ÖBB Tag-/Nacht-Reisezüge für die Österreichischen Bundesbahnen (Rahmenvertrag über 700 Wagen mit einer Erstbeauftragung über 163 Wagen und einer weiteren Bestellung – Option 1 von 140 Wagen) wurde im Dezember 2023 ein weiterer Abruf von 19 Tagzügen aus Option 2 mit insgesamt 171 Wagen platziert. Gleichzeitig konnte die Zulassung und der Beginn des Nachtzugbetriebs erfolgreich umgesetzt werden. Die Züge sind seither im europäischen Fahrgastbetrieb im Einsatz. Im April 2024 folgte die Zulassung sowie der Betriebsstart der Tagzüge, welche aktuell zwischen Deutschland und Italien verkehren. Zum Ende des Geschäftsjahres 2024 wurden nahezu alle Züge der Erstbeauftragung an ÖBB übergeben und die Fertigung für die Option 1 gestartet.

Im Projekt CD182 (182 Reisezugwagen inklusive Steuerwagen) für das staatliche tschechische Eisenbahnverkehrsunternehmen Ceské Dráhy wurde die Zulassung und der Betriebsstart im Juni 2024 erfolgreich umgesetzt. Bis zum Ende des Geschäftsjahres wurden 5 Zuggarnituren an České Dráhy übergeben.

Herausfordernd waren im abgelaufenen Geschäftsjahr insbesondere die Bereiche Software- Entwicklung und Zulassung der Push-Funktionalität. Hierfür wurden vermehrt Anpassungen am Terminplan vorgenommen und zusätzlich in Test-Aktivitäten der Labore sowie in Test-Zentren investiert.

1.2.1.4. Geschäft für VAL-Systeme

Bei dem Geschäft Siemens Automated People Mover (VAL - Véhicule automatique léger) ist die Siemens Mobility Austria GmbH als konzerninterner Fertigungspartner tätig. Die Fahrzeugproduktion war im vergangenen Geschäftsjahr durch die Projektabwicklung für unseren Kunden Flughafen Frankfurt am Main (D) sowie durch Engineering-Unterstützung und Fertigung für die VAL-Kunden in Toulouse und Rennes (FR) geprägt. Zudem erfolgten Engineeringaktivitäten im Zusammenhang mit der Optimierung des Fahrwerkdesigns der NeOVAL-Plattform. Darüber hinaus wurden Nachserienaktivitäten für einzelne Kunden durchgeführt, z. B. Bangkok (TH). Weitere Fertigungsaufträge für das Werk Wien sind derzeit nicht in Aussicht.

1.2.1.5.

Werk Wien-Leberstraße

Mit 2.650 Beschäftigten (inkl. Leiharbeitskräfte) zum 30.9.2024 ist der Standort Leberstraße von erheblicher Bedeutung für den Industriestandort Wien. Das Siemens-Werk in Wien Simmering ist einer der weltgrößten Fertigungsstandorte für Metros, Reisezugwagen, Nahverkehrszüge und vollautomatisierte People Mover. Hier befindet sich das Know-how für die gesamte Wertschöpfungskette von Forschung, Entwicklung, Engineering, Logistik, Rohbau, Oberfläche, Montage, Elektro- und Endmontage (elektrische und mechanische Montage) bis zur statischen Inbetriebsetzung. Die Innovationskraft des Werks ist geprägt durch die Digitalisierung von Prozessen, Einsatz von neuesten Fräs-/Schweißtechnologien und dem Einsatz innovativer Robotertechnologie insbesondere in den Bereichen der Rohbaufertigung und im Lackier- /Oberflächenprozess. Die Lackierung der Fahrzeuge, u.a. auch für andere Fertigungsstandorte der Siemens Mobility oder für Partner, zum Beispiel für Nahverkehrszüge (Commuter Rail), Reisezugwagen (Passenger Coaches), Metro oder VAL, erfolgt in einer der modernsten, hochautomatisierten Lackieranlagen Europas. Durch den Einsatz von multifunktionellen Anlagen ist sichergestellt, dass auf gleichen Anlagen verschiedene Fahrzeugtypen im „Lean Manufacturing“-Prozess gefertigt werden und eine optimierte Flächenproduktivität gegeben ist. Das Geschäftsjahr 2024 war geprägt durch den herausfordernden Fertigungsanlauf der Londoner U-Bahn-Linie Piccadilly, wobei hier Anlaufschwierigkeiten zu überwinden waren. Parallel dazu erfolgte die Integration der Rohbaufertigung für die Nahverkehrszüge Mireo und

Desiro, der Wiederanlauf des VAL 208 für Toulouse und der Serienfertigung der neuesten Generation an Tag-/Nacht-Reisezügen für die OBB. Die Summe der Projekte inklusive der Fertigung der Metrofahrzeuge für München und Wien erforderte einen massiven Kapazitäts- und Kompetenzaufbau. Um den Produktionsausbau sicherzustellen, waren zum einen diverse Investitionen in den Bereichen Schweiß-, hybriden Fräs- und Automatisierungstechnologien insbesondere im Rohbau und der Montage notwendig und zum anderen wurden auch entsprechende Personalbeschaffungs- und Qualifizierungsprogramme durchgeführt. Beispielhaft sind hier u.a. die Kooperation mit dem BFI im Bereich der Ausbildung von Schweißern, der Aufbau eines Roboterschulungsraums am Standort Leberstrasse und die Maßnahmen aus der Manufacturing (MF) Academy zu erwähnen. Die Innovationen im Bereich Wagenkasten Aufbau „Bionik" und beim Einsatz von wiederverwendbaren/ ressourcenschonenden Mehrwegladungsträgern erzielten zudem höchste Anerkennung durch Auszeichnungen in den Bereichen Innovation und Nachhaltigkeit. Zudem wurden diverse Investitionen mit Fokus auf „Green Factory" und CO2-Neutralität getätigt (u.a. Photovoltaik, gasunabhängige Produktion, ressourcenschonenden Anlagen, etc.).

Im Zuge einer strategischen Ausrichtung der Fertigungsstandorte des Konzerns, wurde die Fokussierung des Fertigungsstandortes Wien Leberstraße innerhalb der Rolling Stock Fertigungen neu definiert. Der Fertigungsstandort Wien Leberstraße wird zum Kompetenzzentrum für Aluminium entwickelt und der Fertigungsstandort München Allach zum Kompetenzzentrum für Stahl ausgebaut. Infolgedessen findet mittelfristig eine Verlagerung der Fertigung von Stahlfahrzeugen von Wien nach München Allach statt.

1.2.1.6. Werk Graz - Drehgestell- und Pantographengeschäft

Der Standort in Graz ist innerhalb der Siemens Mobility das Weltkompetenzzentrum für die Entwicklung und Fertigung von hochwertigen Fahrwerken und Pantographen. Im Geschäftsjahr 2024 wurden 3.115 Fahrwerke, 5.807 Radsätze und 1.401 Pantographen termingerecht gefertigt. Weiters wurden 471 Fahrwerke im Zuge von Customer Service/(CS)-Aufträgen repariert bzw. wieder in Stand gesetzt. Am Standort Graz-Eggenberg waren zum 30.09.2024 insgesamt 1.546 Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen (inkl. Leiharbeitskräfte) beschäftigt. Jahrzehntelange Erfahrung in der Drehgestellentwicklung und -fertigung, die enge Zusammenarbeit mit Universitäten und Fachhochschulen in der Steiermark und die Nutzung neuester Technologie-Standards garantieren eine optimale und stets reproduzierbare Qualität der Endprodukte.

Im Geschäftsjahr 2024 wurden Großinvestitionen wie z. B. neue Druckstandslinie, neue Bearbeitungszentren und der neue Doppelarm-Schweißroboter erfolgreich und termingerecht realisiert und in Betrieb genommen und leisten inzwischen einen wertvollen Beitrag zur weiteren Effizienzsteigerung am Standort.

Zur weiteren Optimierung der Kostenposition und Absicherung der Output-Anforderungen wurde eine zusätzliche Liegenschaft in Fürstenfeld erworben, auf der zukünftig die Logistik und Vormontage örtlich gebündelt werden sowie ein zentrales CS-Komponentenservicecenter errichtet wird. Damit wird die mittlerweile 170-jährige Tradition (1854 - 2024) des Standorts Graz konsequent und erfolgreich fortgesetzt.

1.2.2.

Infrastruktur

1.2.2.1. Schienenverkehrssignaltechnik und -elektrifizierung

Als Bestandteil unseres laufenden Rahmenvertrages für die Errichtung und den Umbau von elektronischen Stellwerken sowie Ausbau der Betriebsführungszentralen konnten wir im abgelaufenen Geschäftsjahr 13 elektronische Stellwerke bei der Österreichischen Bundesbahn in Betrieb nehmen und erfolgreich an unseren Kunden übergeben. Weiters wurden wir von der OBB mit der Nachrüstung von Onboard-Units (Baseline 4.0) für einen Teil der bestehenden Desiro-Zugflotte beauftragt.

Das Projekt „Erneuerung der Schnellbahn Wien“ mit ETCS L2 (European Train Control System Level 2) und ESTW (Elektronische Stellwerke) wurde gestartet und wird in Zukunft auf der Wiener Schnellbahn Taktraten von ca. 2,5 min auf der Stammstrecke zwischen Meidling und Floridsdorf ermöglichen. Die Projektabwicklung des Rahmenvertrages der ÖBB für ETCS L2 läuft erfolgreich und das Projekt Radio Block Center Wels wurde nach einem einjährigen Probebetrieb an den Kunden übergeben. Ausgelöst durch die Hochwasserkatastrophe in Österreich im September 2024, unterstützten wir die OBB durch ad-hoc Lieferungen von Ersatzteilen bzw. Ersatzbaugruppen, um die Wiederaufnahme des Zugverkehrs auf den betroffenen Streckenteilen möglichst rasch sicherzustellen.

Aus Rumänien können wir den Gewinn des Stellwerksprojektes „OMV Petrobrazi Refinery, Brazi" berichten. Diese Investition der OMV wird als signifikanter Schritt zur Sicherstellung der Betriebssicherheit des Rangierbereichs der rumänischen OMV-Raffinerie betrachtet. Das Hauptziel des Projektes umfasst die Automatisierung von mehr als 100 Weichen.

Das Projekt „Haniska" in der Slowakei befindet sich erfolgreich in der Abwicklung. Im aktuellen Geschäftsjahr konnten die Bahnhöfe Cecejovce/Chym und Haniska erfolgreich in Betrieb genommen werden. Der Projektabschluss wird im Oktober 2024 erwartet.

Nach der erfolgreichen Inbetriebsetzung der Linie E der Schnellbahn in Tunis im vergangenen Geschäftsjahr, wurde in diesem Jahr das Material für den 2. Streckenabschnitt (Linie D) geliefert und montiert. Für die kommerzielle Nutzung werden noch die erforderlichen Tests und Gutachten durchgeführt.

In Algerien hat sich die Fertigstellung der Signalanlagen bedingt durch Standortgegebenheiten verzögert.

Bei den Wiener Linien konnten im Zuge der Einführung des fahrerlosen Betriebes für die neue Linie U5 die Stellwerksanlagen erfolgreich abgenommen und in Betrieb gesetzt werden. Darüber hinaus stehen wir auf der Linie U6 in Wien kurz vor dem Abschluss der Inbetriebnahme des neuen, modernen Zugbeeinflussungssystems und des ersten Elektronischen Stellwerkes in Floridsdorf.

In weiterer Folge ist es gelungen, mit der Schiene Oberösterreich einen neuen Kunden für unser digitales, GPS gesteuertes Zugbeeinflussungssystem für Regionalbahnen zu gewinnen.

Im Bereich Elektrifizierung wurde im Fernverkehrsbereich unter anderem der Probebetrieb für die beiden statischen Frequenzumrichter in Kledering bei Wien erfolgreich abgeschlossen und die Anlagen an die OBB-Betriebsführung übergeben. Weiters wurden für die Koralmbahn erfolgreiche Abnahmetests, sowohl für den dezentralen Frequenzumrichter als auch für das angrenzende Unterwerk, durchgeführt. Auch die Unterwerke in Wiener Neustadt und Obervellach wurden von der OBB übernommen. Aufträge für das Unterwerk Marchtrenk sowie die Erneuerung des Unterwerks St. Veit, in der 2. Jahreshälfte, rundeten das OBB- Projektgeschäft ab.

Bei den Wiener Linien ist vor allem die Modernisierung des Unterwerks Ottakring im laufenden Betrieb hervorzuheben. Lieferungen von Gleichstromschaltanlagen für die Metro Baku (AZ), die Stadt Vaslui (RO) und die Metro Sofia (BG) komplettierten ein starkes Jahr im öffentlichen Personennahverkehr.

1.2.3.

Customer Service

Das Servicegeschäft umfasst neben dem Ersatzteilgeschäft einen ständig wachsenden Anteil an Wartung und Modernisierung für Schienenfahrzeuge und Bahninfrastruktur. Im Geschäftsjahr 2024 ist der Auftragseingang auf demselben hohen Niveau wie im Vorjahr geblieben. Mit dem Ausbau der Fahrzeugflotten bei unseren Kunden wurden die Wartungsverträge auch erweitert, welche maßgeblich zum Wachstum im Auftragseingang beigetragen haben. Im Bereich der Schienenfahrzeugmodernisierung konnten Aufträge für die Kunden OBB und Wiener Linien gewonnen werden. Die „Railcover“ Verträge für Vectron Loks konnten auch um zusätzliche Fahrzeuge erweitert werden. Gesamthaft ist festzuhalten, dass ein klares Wachstum im Servicegeschäft und hier vor allem im Bereich der Fahrzeugmodernisierung und im Bereich der Fullservicewartung auch für die weiteren Jahre erwartet werden darf.

1.2.4.

Software

Das Software-Geschäft befindet sich in der Region Österreich / Zentral-Ost-Europa (CEE) im Aufbau. Im Geschäftsjahr 2024 wurde der Fokus auf die Bekanntmachung der neuen Software Einheit inklusive ihrer Produkte am österreichischen und zentral-europäischen Markt gelegt. Ziel ist es, die Software-Produkte und Lösungen „Mobility-as-a-Service“ (MaaS), Sqills (Ticketing Solution) und „Train Planning Systems“ (TPS) als integrale Bestandteile von Betreibern und

Infrastruktur-Managern zu etablieren und den Marktanteil für die Siemens Mobility Austria GmbH zu heben.

1.3. Zweigniederlassungen und Anteile an Unternehmen Die Siemens Mobility Austria GmbH betreibt keine gesellschaftsrechtlichen Zweigniederlassungen und hält keine wesentlichen Anteile an anderen Unternehmen (Details siehe Anhang).

1.4. Finanzielle- und nichtfinanzielle Leistungsindikatoren 1.4.1. Vermögens-, Finanz- und Ertragslage 1.4.1.1. Ertragslage

Die Umsatzerlöse des Geschäftsjahres 2024 steigen gegenüber dem Vorjahr um ca. 42 % auf TEUR 1.759.558 (Vorjahr: TEUR 1.241.283). Alle Geschäftsbereiche verzeichnen Steigerungen, u. a. resultierend aus höheren Abrechnungen von Kundenaufträgen über Schienenfahrzeuge, Errichtung und Umbau von elektronischen Stellwerken, Ausbau der Betriebsführungszentralen, konzerninterne Aufträge über die Lieferung von Drehgestellen, sowie Umsätze aus Serviceverträgen. Zu den wesentlichsten Abrechnungen im Inland zählen die Lieferung der autonom fahrenden Metros unter dem Namen „X-Wagen“ an die Wiener Linien, insgesamt 18 vierteilige Triebzuggarnituren vom Typ „Desiro Mainline“ („cityjet"), sowie 8 Stück „Vectron“- Lokomotiven an den Kunden ÖBB. Des Weiteren ist die Übergabe von 22 „Vectron“-Lokomotiven an den Kunde ELL besonders hervorzuheben. Zusätzlich wurden nahezu alle Züge der Erstbeauftragung im Projekt OBB Tag-/Nacht-Reisezüge an die Österreichischen Bundesbahnen übergeben, sowie 13 elektronische Stellwerke in Betrieb genommen. Zu den wesentlichsten Auslandsumsätzen zählen die Lieferung von „Vectron/Smartron“ Lokomotiven im CEE-Raum, sowie weitere U-Bahn Fahrzeuge für die Stadt München. Darüber hinaus werden wesentliche Umsätze mit konzerninternen Lieferungen von Drehgestellen, z. B. an Siemens Mobility Deutschland erzielt.

Das negative Betriebsergebnis von TEUR -121.873 (Vorjahr: TEUR -189.559) ist weiterhin wesentlich durch die planmäßige Abschreibung des Firmenwerts sowie die Abschreibung auf die im immateriellen Anlagevermögen aktivierten Cashflows aus Auftragsbeständen geprägt. Darüber hinaus waren für das negative Betriebsergebnis im abgelaufenen Geschäftsjahr außerordentliche Belastungen aus Großprojekten sowie bedingt durch den Hochlauf im Werk Wien eine überdurchschnittliche Werksunterdeckung ausschlaggebend.

Im Finanzergebnis von TEUR -8.586 (Vorjahr: TEUR 4.637) sind einerseits Positiveffekte aus Zinserträgen aus konzerninternen Cash-Pooling Forderungen enthalten, andererseits Negativeffekte aus der Aufzinsung von Rückstellungen, sowie aus Zinsaufwendungen der Rückstellungen für Abfertigung und Jubiläum. Letztgenanntes ist eine wesentliche Ursache für die deutliche Abweichung zum Vorjahr.

Aufgrund des negativen Ergebnisses vor Steuern in Höhe von TEUR -130.459 (Vorjahr: TEUR -184.922) ergibt sich bei einem Eigenkapital zu Beginn des Geschäftsjahres von TEUR 19.803 (Vorjahr: TEUR 182.973) eine Eigenkapitalrentabilität von -658,8 % (Vorjahr: -101,1 %). Aufgrund der Einbindung in den Siemens Konzern ist die laufende Finanzierung sichergestellt. Die Ergebnis- und Eigenkapitalsituation wird gemeinsam mit dem Eigentümer laufend überwacht.

Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 11
Eigen kapitalrentabilität
Ergebnis vor Steuern
Eigenkapital (nach Ausschüttung) *
* zum Anfang des Geschäftsjahres
20242023
TEURTEUR
Ergebnis vor Steuern-130.459-184.922
Eigenkapital zum Anfang des Geschäftsjahres19.803182.973
- Ausschüttung00
= Eigenkapital (nach Ausschüttung)19.803182.973
Eigenkapitalrentabilität-658,8%-101,1%

Der Jahresfehlbetrag beträgt TEUR -128.180 (Vorjahr: TEUR -181.170) und wird vollständig durch die Teilauflösung der freien Kapitalrücklage in Höhe von TEUR 128.500 (Vorjahr: TEUR 178.810) abgedeckt.

1.4.1.2. Vermögenslage

Die Bilanzsumme der Siemens Mobility Austria GmbH beträgt zum Bilanzstichtag TEUR 1.602.328 (Vorjahr: TEUR 1.329.927), der Anstieg gegenüber dem Vorjahr beträgt TEUR 272.401 und setzt sich aus nachfolgend beschriebenen Bilanzposten zusammen.

Das Anlagevermögen beträgt TEUR 356.467 (Vorjahr: TEUR 397.451). Die immateriellen Vermögensgegenstände verzeichnen eine Reduktion um TEUR -62.205 aufgrund planmäßiger Abschreibungen auf den Firmenwert, sowie auf aktivierte Cashflows aus Auftragsbeständen. Dem gegenüber steht ein Aufbau im Sachanlagevermögen in Höhe von TEUR 21.221, der sich aus dem Liegenschaftserwerb in Fürstenfeld, sowie Investitionen an den bestehenden Fertigungsstandorten Wien und Graz zusammensetzen.

Die Vorräte betragen TEUR 561.447 (Vorjahr: TEUR 496.773). Dieser Aufbau um TEUR 64.674 resultiert im Wesentlichen aus den Bilanzposten „Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe“ (TEUR +71.653), sowie „Unfertige Erzeugnisse“ (TEUR +63.441). Die Reduktion des Bilanzpostens „Noch nicht abrechenbare Leistungen“ (TEUR -56.361) ist hauptsächlich durch Abrechnungen von Großaufträgen im Schienenfahrzeugbau begründet. „Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen“ werden in der Bilanz offen von den Vorräten abgesetzt.

Der Stand der Forderungen beträgt TEUR 674.557 (Vorjahr: TEUR 427.902). Das ist ein Anstieg um TEUR +246.655, welcher primär aus Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen resultiert. Der Stand zum Bilanzstichtag beträgt TEUR 524.409 (Vorjahr: TEUR 281.254). Dieser Zuwachs um TEUR +243.155 ist auf geleistete Anzahlungen für einen Großauftrag an ein verbundenes Unternehmen zurückzuführen, sowie auf den Aufbau kurzfristiger Finanzforderungen aus dem konzernweiten Cash-Pooling. Details dazu sind im nachfolgenden Abschnitt „Finanzlage“ erläutert.

Die passivisch ausgewiesenen erhaltenen Anzahlungen auf Bestellungen betragen TEUR 652.109 (Vorjahr: TEUR 407.843). Dieser Anstieg um TEUR +244.266 ergibt sich durch hohe Anzahlungen für einen langfristigen Großauftrag. Darüber hinaus sind in den Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen erhaltene Anzahlungen von verbundenen Unternehmen in Höhe von TEUR 180.042 (Vorjahr: TEUR 252.025) enthalten. Beide Beträge zusammen ergeben die Position „passivisch ausgewiesener erhaltener Anzahlungen“ in der Berechnung der Eigenkapitalquote.

Das Eigenkapital zum 30.9.2024 beträgt TEUR 24.623 (Vorjahr: TEUR 19.803), das entspricht einem Zuwachs von TEUR +4.820. Auf Basis der Gesellschafterbeschlüsse vom 19.12.2023, vom 26.6.2024 und vom 26.9.2024 wurden der Siemens Mobility Austria GmbH Gesellschafterzuschüsse in Höhe von insgesamt TEUR 133.000 (Vorjahr: TEUR 18.000) zur Einstellung in die nicht gebundene Kapitalrücklage gem. § 229 Abs. 2 Z 5 UGB gewährt. Weiters erfolgte im Berichtszeitraum eine Teilauflösung der Kapitalrücklage in Höhe von TEUR 128.500 (Vorjahr: TEUR 178.810).

Nach Bereinigung der Bilanzsumme um die auf der Passivseite ausgewiesenen erhaltenen Anzahlungen sowie der Investitionszuschüsse Eigenkapitalquote von 3,2 % (Vorjahr: 3,0 %). ergibt sich zum Bilanzstichtag eine

Eigenkapitalquote

Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 12
Eigenkapital
Bereinigtes Gesamtkapital *
* Bilanzsumme abzüglich passivisch ausgewiesener
erhaltener Anzahlungen sowie Investitionszuschüsse
20242023
TEURTEUR
Eigenkapital24.62319.803
Bilanzsumme1.602.3281.329.927
- passivisch ausgewiesener erhaltener Anzahlungen-832.151-659.868
- Investitionszuschüsse-1.474-1.771
→ bereinigtes Gesamtkapital768.703668.288
Eigenkapitalquote3,2%3,0%

Als wesentlichste Posten des Umlaufvermögens sind Forderungen sowie Vorräte zu nennen, wobei die Stände und Veränderungen bereits erläutert wurden. Die langfristigen Anteile sind in der Bilanz entsprechend ausgewiesen.

Die gestiegenen Vorratsbestände ergeben sich aus der Anarbeitung von Großprojekten im Anlagen- und Fahrzeugbau. Nachdem für diese Projekte auch Kundenanzahlungen vereinnahmt wurden, ist ebenso ein Anstieg der gem. § 225 (6) UGB offen von den Vorräten absetzbaren, erhaltenen Anzahlungen auf Bestellungen ersichtlich.

Wesentliche Passivposten umfassen Rückstellungen in Höhe von TEUR 495.508 (Vorjahr: TEUR 475.504), welche sich hauptsächlich aus projektbezogenen Vorsorgen, Rückstellungen für Gewährleistungen und personalbezogenen Rückstellungen zusammensetzen sowie Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Untenehmen in Höhe von TEUR 205.502 (Vorjahr: TEUR 278.913). In den erhaltenen Anzahlungen auf Bestellungen sind wesentliche, langfristige Anteile in Höhe von TEUR 384.680 (Vorjahr: TEUR 100.949) enthalten. Sie beinhalten Kundenanzahlungen für langfristige Fertigungsaufträge im Fahrzeugbau.

Aus den genannten Einflussfaktoren ergibt sich zum 30.9.2024 ein Working Capital von TEUR 155.689 (Vorjahr: TEUR -157.087). Die Veränderung ergibt sich hauptsächlich durch die Steigerung im kurzfristigen Umlaufvermögen aufgrund höherer Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen, sowie ein höheres langfristiges Fremdkapital bei den erhaltenen Anzahlungen auf Bestellungen.

Working Capital

Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 13
20242023
TEURTEUR
Umlaufvermögen (inklusive Rechnungsabgrenzungsposten)1.245.861932.476
- langfristiges Umlaufvermögen-13.427-1.374
= kurzfristiges Umlaufvermögen1.232.434931.102
- kurzfristig veranlagtes Finanzvermögen-166.630-107.404
- kurzfristige Ertragsteuerforderungen0-6.844
= kurzfristiges Netto-Umlaufvermögen1.065.804816.854
Fremdkapital (inklusive Rechnungsabgrenzungsposten)1.576.2311.308.353
- langfristiges Fremdkapital-666.116-334.412
= kurzfristiges Fremdkapital910.115973.941
- kurzfristige Finanzschulden00
- kurzfristige Ertragsteuerrückstellungen und -verbindlichkeiten00
= kurzfristiges Netto-Fremdkapital910.115973.941
Working Capital155.689-157.087

1.4.1.3. Finanzlage

Die Geldflussrechnung der Siemens Mobility Austria GmbH weist für das Geschäftsjahr 2024 einen insgesamt positiven Cashflow in Höhe von TEUR 59.153 (Vorjahr: negativer Cashflow in Höhe von TEUR -51.832) aus und setzt sich aus nachfolgenden Positionen zusammen:

Geldfluss aus laufender Geschäftstätigkeit: TEUR -34.370 (Vorjahr: TEUR -44.016)

Die wesentlichsten Positiveffekte beinhalten erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen von Fremden und verbundenen Unternehmen, sowie sonstige Verbindlichkeiten aus Steuer. Dem gegenüber stehen Negativeffekte aus dem Geldfluss aus dem Ergebnis, sowie dem Aufbau von Forderungen und Vorräten aus Großprojekten.

Geldfluss aus Investitionstätigkeit: TEUR -39.477 (Vorjahr: TEUR -25.816)

Der negative Cashflow ergibt sich hauptsächlich aus Investitionen in den Bereichen Schweiß-, hybriden Fräs- und Automatisierungstechnologien im Werk Wien, sowie aus Restzahlungen für die im Geschäftsjahr 2024 in Betrieb genommene neue Druckstandslinie, neue Bearbeitungszentren und der neue Doppelarm-Schweißroboter im Werk Graz. Eine wesentliche Investition im Geschäftsjahr 2024 stellt der Liegenschaftserwerb in Fürstenfeld dar, auf der zukünftig unter anderem ein zentrales CS-Komponentenservicecenter errichtet wird.

Geldfluss aus Finanzierungstätigkeit: TEUR 133.000 (Vorjahr: TEUR 18.000)

Der Geldfluss aus Finanzierungstätigkeit besteht aus mehreren Gesellschafterzuschüssen zur Einstellung in die nicht gebundene Kapitalrücklage gem. § 229 Abs. 2 Z 5 UGB. Details dazu sind im Anhang erläutert.

Fonds der flüssigen Mittel (gem. AFRAC 36): TEUR 166.649 (Vorjahr: TEUR 107.497)

Alle Positionen des konzernweiten Cash-Poolings sind dem „Fonds der flüssigen Mittel“ gem. AFRAC-Stellungnahme 36 „Geldflussrechnung (UGB)“ zugeordnet. Der Fonds der flüssigen Mittel ist in den Bilanzposten Kassenbestand, Guthaben bei Kreditinstituten, sowie Forderungen bzw. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen enthalten. Die Veränderung des Fonds der flüssigen Mittel beträgt für das Geschäftsjahr 2024 TEUR +59.153 (Vorjahr: TEUR -51.832). Die wesentlichsten Effekte sind in den bereits genannten Cashflow-Positionen erläutert.

Die Finanzierung der Gesellschaft ist grundsätzlich durch die vorhandene Liquidität, sowie erforderlichenfalls durch konzerninterne Refinanzierungsmöglichkeiten sichergestellt.

1.4.2. Mitarbeiter und Arbeitnehmerbelange

1.4.2.1. Arbeiten in der Siemens Mobility Austria GmbH

Zum 30.09.2024 hatte die Siemens Mobility Austria GmbH 4.853 (Vorjahr: 4.429) Beschäftigte (aktive Mitarbeitende ohne ruhende Beschäftigungsverhältnisse, Auszubildende, Beschäftigte mit Werkstudentenstatus oder Praktikantenstatus und Leiharbeitskräfte). Davon waren zum 30.09.2024 im eigenen Personalstand 3.483 Arbeitskräfte (Vorjahr: 3.134) beschäftigt. 99,5% (Vorjahr: 99,8%) unserer Beschäftigten – Frauen gleichermaßen wie Männer – besitzen einen unbefristeten Arbeitsvertrag. Die Zahl der Neueinstellungen im abgelaufenen Geschäftsjahr 2024 betrug 422 (davon 65 Mitarbeiterinnen). Dem stehen Abgänge von 137 Beschäftigten (davon 26 Mitarbeiterinnen) gegenüber. Die Siemens Mobility Austria GmbH ist ein wichtiges Ausbildungsunternehmen und beschäftigt zum 30.09.2024 sowohl im technischen als auch im kaufmännischen Bereich 242 Lehrlinge (Vorjahr: 241) und 265 Werkstudenten und Werkstudentinnen (Vorjahr: 251). Das mittlere Alter lag zum 30.09.2024 bei 43 Jahren (Vorjahr: 43 Jahre).

1.4.2.2. Mitarbeitervielfalt (Diversity)

Diversity ist ein zentrales Element unserer Einstellungs- und Beförderungspolitik. Wir setzen alles daran, Vielfalt in unserer Beschäftigtenstruktur und insbesondere auch bei den Bewerbern für Spitzenpositionen sicherzustellen. Eine wichtige Rolle spielt dabei die Förderung des internationalen Austauschs von Beschäftigten und Führungskräften innerhalb des Siemens-Konzerns. Darüber hinaus werden wir uns weiterhin um eine starke Kultur der Integration bemühen. Unsere geografische Reichweite kommt unserer Strategie der Mitarbeitervielfalt entgegen: Wir beschäftigen aktuell Arbeitskräfte mit 39 unterschiedlichen Nationalitäten (Vorjahr: 37). Der Anteil weiblicher Mitarbeiterinnen liegt bei 14,38 % (Vorjahr: 14,29 %).

1.4.2.3. Weiterbildung

Die kontinuierliche Weiterentwicklung unserer Beschäftigten und das Schaffen eines auf die zukünftigen Anforderungen ausgerichteten Arbeitsumfeldes ist uns ein zentrales Anliegen. Wir fördern unsere_ Arbeitskräfte durch umfangreiche Programme zur individuellen Weiterentwicklung sowohl über maßgeschneiderte eigene Schulungen als auch über den Zugang zum gesamten Weiterbildungsprogramm des Siemens-Konzerns. Dies umfasst die verschiedenen Bereiche unserer Geschäftstätigkeit. Dazu gehören Vertrieb, Projektmanagement, Beschaffung, Entwicklung, _ Fertigung, Service, Produktmanagement und Qualitätsmanagement. Neue Lerntechniken (wie auch ein verstärkter Fokus auf E-learning) tragen zur digitalen Transformation des Unternehmens bei. Alle Mitarbeitenden mit E-Mail-Adresse haben Zugang zur Online-Plattform „Learning World“, die digitale Schulungsmaterialen bereitstellt. Seit dem Geschäftsjahr 2021 werden die über Online- Angebote absolvierten Lernstunden der Beschäftigten erfasst. Als Ziel wurde dafür ein Durchschnitt von 24 digitalen Lernstunden pro Arbeitskraft definiert (Vorjahr: 21), welches

im abgelaufenen Geschäftsjahr laut der vorläufigen Auswertung mit rund 25 erreichten digitalen Lernstunden übertroffen wurde. Darüber hinaus spielen Experten-Communities und Social- Media-Gruppen auch innerbetrieblich eine zunehmend wichtigere Rolle.

1.4.2.4.

Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz

Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz sind zentrale Bestandteile unserer Unternehmenskultur und Ausdruck der Verantwortung des Unternehmens für seine Beschäftigten. Wir setzen auf Prävention, ergreifen Maßnahmen zur Unfallverhütung und binden das Management sowie alle Mitarbeitenden frühzeitig und konsequent ein. Unser Grundsatz lautet: „Keine Kompromisse bei Sicherheit und Gesundheit!" Im Geschäftsjahr 2024 wurden 547 (Vorjahr: 702) dokumentierte Sicherheitsbegehungen an den Standorten der Siemens Mobility Austria GmbH durchgeführt. Aufgrund der herausfordernden Situation durch das stark steigende Wachstum in einem kurzen Zeitraum (Personal, Kapazität, Projektanzahl, Komplexität) im Werk Wien kam es zu einer Häufung von Arbeitsunfällen. Um diesem Trend der vermehrten Arbeitsunfälle entgegenzuwirken, wurde eine Task Force eingerichtet, die sowohl technische als auch organisatorische Maßnahmen zur Erhöhung der Sicherheitsstandards ausgearbeitet hat. Diese werden laufend umgesetzt und ihre Wirksamkeit kontinuierlich überprüft. Zudem wurde ein Programm ins Leben gerufen, um das Bewusstsein der Mitarbeitenden für die Sicherheit am Arbeitsplatz zu stärken. Als erster positiver Meilenstein wurde im August der ISO Standard 45001 (Arbeits- und Gesundheitsschutz) im Werk Wien erneut erfolgreich auditiert. Auch unsere übrigen Standorte sind nach ISO 45001 zertifiziert und im Rahmen unseres integrierten Managementsystems streben wir fortlaufende Verbesserungen an. Ein weiterer Meilenstein war die erfolgreiche Einführung eines neuen Rechtsmanagement-Tools in den Bereichen Arbeitssicherheit und Umweltschutz an allen österreichischen Standorten. Nach einer kurzen Übergangsphase hat das System von denxpert den bisherigen Dienst vollständig abgelöst. Damit wird die fortlaufende Rechtskonformität der Siemens Mobility Austria GmbH weiterhin sichergestellt.

Im abgelaufenen Geschäftsjahr haben wir zahlreiche Maßnahmen zur Förderung der Gesundheit und des Wohlbefindens unserer Belegschaft umgesetzt. Dazu gehörten die Ermöglichung von Gesundheitskuren, die Fortführung von Gesundheits- und Bewegungsangeboten sowie betrieblichen Gesundheitsförderungsprojekten. An unseren Standorten Wien-Siemensstraße und Graz-Eggenberger Straße haben wir die Einreichung zur Verleihung des Gütesiegels für Betriebliche Gesundheitsförderung (BGF) erfolgreich abgeschlossen. Das „Employee Assistance Program" (EAP), das als Beratungsstelle für Belastungen jeglicher Art sowie Gesundheitsthemen dient, wurde im Berichtsjahr an allen Standorten in Osterreich gefestigt und beworben. Die große Resonanz unserer Mitarbeitenden bestätigt den Erfolg dieses Programms. Zudem haben wir an zwei Standorten neue Anbieter für das EAP ausgewählt, was sich durch die sehr positive Rückmeldung der Belegschaft als äußerst lohnend erwiesen hat. Ein weiterer

wichtiger Schritt war die Vorbereitung aller notwendigen Maßnahmen, um ab dem 01.10.2024 unseren Mitarbeitenden das Angebot eines Firmendienstrads zur Verfügung zu stellen.

1.4.3.

Umweltschutz

Betrieblicher Umweltschutz wird in der Siemens Mobility Austria GmbH großgeschrieben. Nachhaltigkeit ist seit Jahren ein wesentlicher Bestandteil unserer Unternehmensstrategie. Dazu gehören laufende Aufwendungen für die Luftreinhaltung, den Gewässerschutz, die Abfallwirtschaft sowie Maßnahmen zur Steigerung der Energieeffizienz. Alle Standorte sind nach der Umweltmanagementnorm ISO 14001 und der Energiemanagementnorm ISO 50001 zertifiziert. Mit unserem konzernweiten Programm DEGREE (Decarbonization, Ethics, Governance, Resource Efficiency, Equity and Employability) verfolgen wir unter anderem die Dekarbonisierung unseres Unternehmens bis 2030. Seit dem Jahr 2019 haben wir eine beeindruckende Reduzierung von 77,3% des CO2-Ausstoßes erzielt. Wir sind stolz auf die erreichten Umweltleistungen des vergangenen Geschäftsjahres und setzen uns weiterhin ehrgeizige Ziele, um unseren ökologischen Fußabdruck kontinuierlich zu reduzieren und einen positiven Beitrag zum Umweltschutz leisten zu können.

Durch die Einführung des Klimatickets, für das seitens der Siemens Mobility Austria GmbH eine Kostenrückerstattung angeboten wird, konnten unsere Beschäftigten verstärkt auf umweltfreundliche Fortbewegungsmittel zurückgreifen, insbesondere auf den Schienenverkehr, was nicht nur zur Reduzierung des CO2-Ausstoßes beitrug, sondern auch die Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel am täglichen Arbeitsweg und bei Dienstreisen förderte. Diese Maßnahme unterstützt unsere Unternehmensstrategie zur Förderung nachhaltiger Mobilitätslösungen und zur Verringerung des ökologischen Fußabdrucks.

Eine wichtige Initiative im Berichtsjahr war die erneute Organisation und Abhaltung der Umweltund Gesundheitsfokuswoche an allen Standorten der Siemens Mobility Austria GmbH in Osterreich. In dieser Woche haben wir verschiedene bewusstseinsbildende Maßnahmen umgesetzt, um das Umweltbewusstsein unserer Beschäftigten zu stärken und ihr Engagement für Nachhaltigkeit zu fördern.

Als langjähriger Partner von ÖKOPROFIT nimmt unser steirischer Standort auch in diesem Jahr wieder am Umwelt-Leitprogramm der Stadt Graz teil. Des Weiteren wurde die unternehmensinterne Car Policy im Vorjahr in Richtung CO2-Neutralität geschärft, z. B. indem im Senior Management nur noch E-Fahrzeuge bestellbar sind. Dadurch konnte der Anteil an E- Fahrzeugen in der Firmenflotte auf 25% erhöht (Vorjahr: 19%) werden und so ein weiterer Beitrag zur Reduktion von Emissionen geleistet werden.

Auch im Berichtsjahr beteiligt sich unser Betrieb wieder an der Sustainability Challenge, einem Programm in Kooperation mit sieben österreichischen Universitäten. Dabei entwickeln

Studierende gemeinsam mit Unternehmen ein Projekt zum Thema nachhaltige Entwicklung und den Sustainable Development Goals (SDGs).

Im Zuge unserer Nachhaltigkeitsinitiative wurden Studierende aktiv dazu eingeladen, innovative Konzepte zur Reduzierung des Hitzestresses am Standort Wien-Leberstraße zu entwickeln. Dabei entstanden wertvolle Vorschläge zur Erweiterung der Begrünung unseres Werksgeländes. Die Umsetzung der Vegetationsbedeckung an den Böschungen ist für Herbst 2024 geplant. Auch unser Werk in Graz hat umfassende Begrünungsmaßnahmen realisiert, sowohl im Innenbereich des Geländes als auch an der Außenfassade der Köflacher Gasse. Diese Maßnahmen tragen nicht nur zur Minderung des städtischen Wärmeinseleffekts bei, sondern fördern gleichzeitig die Biodiversität in der Umgebung. Zusätzlich engagierten sich 44 Lehrlinge unseres Wiener Standorts im September 2024 bei einer Baumpflanzaktion der Organisation Wald4Leben. Diese Initiative, die nun bereits im dritten Jahr in Folge stattgefunden hat, leistet einen wichtigen Beitrag zum Erhalt der Biodiversität. Insgesamt wurden über 1.000 Bäume in drei Waldgebieten des Waldviertels gepflanzt, mit dem Ziel, die Artenvielfalt in den betroffenen Regionen zu fördern und langfristig positive ökologische Effekte zu erzielen.

Die Logistikabteilung am Standort Wien-Leberstraße hat im Rahmen unserer Nachhaltigkeitsbestrebungen den Umstieg von Einweg-Holzverpackungen auf wiederverwendbare „Multi Use Boxen“ getestet. Zum 30.09.2024 wurden bereits 94 dieser Boxen in den Bestand der Siemens Mobility Austria GmbH aufgenommen und befinden sich derzeit in der Prototypphase. Bis Ende des Kalenderjahres 2024 soll der Boxenpool auf 544 Stück erweitert werden. Diese Umstellung verfolgt mehrere Ziele: Neben Kosteneinsparungen stehen die Verbesserung von Nachhaltigkeitsparametern wie die Reduktion des CO2-Fußabdrucks, die Vermeidung von Holzabfällen sowie die Erhöhung der Anlieferqualität und der Arbeitssicherheit im Fokus.

1.4.4.

Energieverbrauch

Im Geschäftsjahr 2024 lag der Primärenergieverbrauch der beiden Standorte Wien-Leberstraße und Graz-Eggenberger Straße bei 14.800 MWh (Vorjahr: 14.968 MWh) und der Sekundärenergieverbrauch belief sich auf 32.998 MWh (Vorjahr: 34.591 MWh). Der Gesamtenergieverbrauch liegt somit 3,4% unter dem des Vorjahres bei gestiegenen Produktionsstunden.

Trotz globaler geopolitischer Unsicherheiten und den anhaltenden Auswirkungen internationaler Konflikte konnte Österreich eine stabile Energieversorgung sicherstellen. Die Energiemärkte zeigten im Laufe des Geschäftsjahres weniger Schwankungen, und es wird erwartet, dass sich diese Stabilität im kommenden Jahr weiter festigen wird.

Ein wichtiger Beitrag zu unserer nachhaltigen Energiepolitik war die Fortführung des CO2-freien Strombezugs aus 100 % österreichischer Wasserkraft. Für das Kalenderjahr 2025 haben wir zudem einen Lieferantenwechsel geplant, der es uns ermöglicht, zukünftig Herkunftsnachweise

gemäß den RE100-Richtlinien zu erwerben. Diese Maßnahme stärkt unser Engagement für saubere Energie und unterstreicht unseren Beitrag zur Reduktion von CO2-Emissionen.

Im Berichtsjahr konnten bedeutende Fortschritte beim Ausbau erneuerbarer Energien erzielt werden. An beiden Standorten wurden neue Photovoltaikanlagen (PV) in Betrieb genommen, was die installierte PV-Leistung erheblich erhöhte. In Graz-Eggenberger Straße wurde die Gesamtleistung der PV-Anlagen von 315 kWp auf 835 kWp mehr als verdoppelt, nachdem Ende Februar 2024 eine 520-kWp-Anlage in Betrieb genommen wurde. Der Standort Wien- Leberstraße steigerte seine PV-Kapazitäten im März 2024 um 200 kWp und erreicht damit eine Gesamtleistung von 1,2 MWp.

Im Bereich der Wärmeversorgung wurden ebenfalls nachhaltige Fortschritte erzielt. In Wien wurde nach dem Vorbild des Grazer Werks eine einheitliche Temperaturregelung im Bürobereich eingeführt, was zur weiteren Reduktion des Energieverbrauchs beigetragen hat. Zudem wurde am Standort Wien-Leberstraßße ein Teil der Prozessenergie, die bisher vollständig aus Erdgas gewonnen wurde, erfolgreich auf Fernwärme umgestellt. Nach einer intensiven Bauphase konnten im Rahmen eines Probebetriebs bereits erste Wagenkästen unter Nutzung von Prozesswärme aus Fernwärme getrocknet werden.

In Graz konzentrieren sich unsere Bemühungen weiterhin auf den Ersatz von Erdgas in der Wärmeversorgung durch nachhaltige Technologien. Ein Pilotprojekt zur Implementierung einer Wärmepumpe ist aktuell in der Planungsphase und wird als zentraler Baustein zur Dekarbonisierung des Standortes betrachtet.

Beide Standorte befassen sich gegenwärtig intensiv mit der Planung und Evaluierung weiterer Maßnahmen, um unser ambitioniertes Ziel der CO2-Neutralität bis 2030 zu erreichen. Wir bleiben bestrebt, durch innovative Lösungen und den konsequenten Ausbau erneuerbarer Energien eine führende Rolle im Bereich Nachhaltigkeit einzunehmen.

1.4.5.

Informationssicherheit & Cybersecurity

Die Siemens Mobility Austria GmbH verfolgt bezüglich Cybersecurity einen gesamtheitlichen Ansatz, um den Schutz von sensiblen Informationen zu gewährleisten und die Risiken hinsichtlich der Vertraulichkeit, Verfügbarkeit und Verlässlichkeit von Daten zu minimieren. Wichtig sind auch der intensive Austausch sowie die Entwicklung von gemeinsamen Lösungsansätzen im Bereich Cybersecurity mit unseren Geschäftspartnern. Da das Thema für Kunden wie Geschäftsführung höchste Bedeutung hat, wurden die Aktivitäten im Bereich Informationssicherheit mit den Cybersecurityaktivitäten des Konzerns koordiniert und werden den Erfordernissen angepasst.

1.4.6.

Sicherheit im Servicegeschäft

Das Eisenbahnsystem in Europa weist generell ein hohes Sicherheitsniveau auf. Im Gleichklang mit der Eisenbahnsicherheitsdirektive betreibt die Siemens Mobility Austria GmbH ihre

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