Inhaltsverzeichnis
1. Wirtschaftliche und gesellschaftliche Rahmenbedingungen
a) Gesamtwirtschaftliche Entwicklung Ostösterreich
* Ostösterreich blieb auch 2024 ein wichtiger Wirtschaftsstandort mit stabilem Unternehmergeist trotz schwieriger Rahmenbedingungen. Die Zahl der aktiven Betriebe in Niederösterreich stieg 2024 im Vergleich zum Vorjahr um etwa 1,4% auf über 116.000. • Auch die Neugründungen von Unternehmen blieben vergleichsweise hoch. 2024 wurden in Niederösterreich über 6.600 neue Unternehmen gegründet. Der Arbeitsmarkt zeigte sich relativ robust, obwohl auch Niederösterreich in eine Rezession geriet. Die Arbeitslosigkeit stieg, blieb aber unter dem österreichweiten Durchschnitt.
b) Industrie und Metallbranche – gesamtwirtschaftliche Rahmenbedingungen
• Die metalltechnische Industrie (MTI) in Osterreich erlebte 2023 und 2024 einen deutlichen Produktionsrückgang: 2023 preisbereinigt um ca. 8%; 2024 um weitere 7%. * Auftragseingänge fielen stark: in manchen Segmenten bis zu ca. 19?% preisbereinigt. • Beschäftigtenzahlen sanken: Branchenweit wurden 2023 und 2024 ca. 5.000 Arbeitsplätze abgebaut.
c) Kosten- und Wettbewerbsfaktoren
• Starke Kostenbelastungen durch Energiepreise, Lohn- und Lohnnebenkosten sowie Steuern und Abgaben wirkten sich negativ auf die Wettbewerbsfähigkeit aus. Besonders für Wettbewerbsbereiche mit hohem Energieverbrauch und starkem internationalen Wettbewerb ist dies nachhaltig kritisch zu sehen. * Die Inflation in Osterreich lag über dem EU–Durchschnitt, was insbesondere bei den KV-Lohnabschlüssen zu höheren Lohnstückkosten führt. Im Laufe der letzten 4 Jahre stiegen die Personalkosten KV-bedingt um knapp 25%. Diese Entwicklung beeinträchtigt die Wettbewerbsfähigkeit gegenüber ausländischen Wettbewerbern nachhaltig.
d) Standortfaktoren, Gesetzliche und regulatorische Rahmenbedingungen
* Es gibt zunehmende Kritik an rechtlichen und bürokratischen Anforderungen, zum Beispiel im Bereich der Arbeitszeitregulierung, Vorschriften, Zulassung von Bauprodukten, Umweltstandards und Normen. • Kunden, Planer und öffentliche Auftraggeber verlangen zunehmend energieeffiziente und nachhaltige Lösungen, was Materialwahl, Produktion und Logistik beeinflusst. * Demografische Entwicklung: Fachkräftemangel wird stärker spürbar, insbesondere im gewerblich-technischen Bereich. Junge Menschen sind seltener verfügbar bzw. es gibt mehr Anforderungen an Aus–, Weiterbildungen. • Erwartungen an Digitalisierung steigen – nicht nur in der internen Organisation, sondern auch in Produktionsprozessen, Planung, Fertigung, Dokumentation und Kommunikation.
2. Spezifische Fragen und Probleme des Geschäftszweiges Metallbau/Stahlbau
a) Nachfragerückgang und Auftragssituation
Der Rückgang im Auftragseingang traf den Metallbau generell ernster und tiefgreifender als ohnedies befürchtet, die Baukonjunktur lief noch schwächer, Investitionen in Industrie und Infrastruktur zögerlicher als erwartet.
b) Kostenentwicklung – Material, Energie, Arbeit
• Materialkosten stiegen stark: Rohstoffe (Metalle, z.B. Stahl, Aluminium), Vorprodukte und Zukaufteile wurden teurer und waren tlw. mit Lieferverzögerungen behaftet. Dies bindet Kapital und verlangt Anpassung der Kalkulationen. • Energie: Die hohen Energieversorgungskosten, also Strom und Gas, sind bedeutsame Belastungen, vor allem bei Schleifen, Schweißen, Oberflächenbehandlungen, Lackierungen und bei Stahl im Allgemeinen. * Arbeitskosten: Löhne und Lohnnebenkosten stiegen erheblich. Gleichzeitig ist Fachkräftemangel ein Thema, was zu höheren Löhnen für qualifiziertes Personal führt und ggf. höhere Kosten für Ausbildung und Anwerbung.
c) Wettbewerbsfähigkeit und Standortwahl
• Österreich hat im internationalen Vergleich Nachteile bei Kosten (Energie, Arbeit, Abgaben) und Regulierungen. * Innovativer Rückstand möglich, wenn nicht in neue Technologien, Automatisierung, Digitalisierung investiert wird, da diese Investitionen aufwendig sind und oft lange Amortisationszeiten haben.
d) Normen, Vorschriften, Zertifizierungen
Die Vielzahl an Normen und Richtlinien, insbesondere bei Bauprodukten, bei Umwelt- und Sicherheitsstandards, stellen erhebliche Anforderungen an Qualitätssicherung und Dokumentation. Für mittelständische Metallbauunternehmen sind Aufwand und Kosten sehr hoch.
e) Finanzierung, Investitionen und Innovation
• Investitionszurückhaltung: Aufgrund der unsicheren Marktlage und hoher Kosten zögern viele • Unternehmen mit großen Investitionen in neue Maschinen, Automatisierung, Digitalisierung. Gleichzeitig sind solche Investitionen aber erforderlich, um wettbewerbsfähig zu bleiben.
f) Arbeitskräfte und Qualifikation
* Fachkräftemangel: Qualifizierte Schweißer, Metallbauer, Konstrukteure etc. sind nicht immer ausreichend verfügbar. Ausbildungskapazitäten und Attraktivität des Metallbauberufs sind entscheidend. Innerbetrieblich galt es weiterhin, den Bedarf an Wissenstransfer zu kanalisieren, Schulungen abzuhalten und Anpassungen hins. flexiblerer Arbeitszeitmodellen vorzunehmen.
g) Umwelt- und Nachhaltigkeitsanforderungen
CO2-Reduktionsziele und Klimaschutzmaßnahmen wirken sich auf den Einsatz von Materialien,
Produktionsmethoden, Lieferketten aus. Unternehmen müssen Transitkosten, Emissionszertifikate, Umweltauflagen mit einkalkulieren.
3. Entwicklung des Ergebnisses
• Unsere Umsatzerlöse 2024 sanken im Vergleich zu 2023 um 18%. Die Rückgänge beim Auftragseingang kamen früher (Herbst 24 statt Frühjahr 25) und tiefreifender (-18% statt -10%) als geplant. Die Rückgänge am Markt schlagen seit Herbst 2024 voll auf die Metallbranche durch. • Unser Beschaffungsbereich konnte die Kosten im Vgl. zum Umsatzrückgang nur um 7% reduzieren, da die Zukaufpreise marktseitig länger hoch blieben als die Konjunktur.
Als im Sommer 2024 ein bevorstehender Umsatzrückgang erkennbar war, wurde im Produktionsbereich ab Herbst 2024 unsere interne Revision in der Produktion angestoßen. Seit Ende 2024 werden Investitionen wie eine neue Produktionshalle und neue Produktionskapazitäten geschaffen, die sich über das gesamte Jahr 2025 ziehen werden. * Mit diesen Investitionen in neue Maschinen und anlagen wird Rudolf Metallbau seinen Leistungsbereich maßgeblich erweitern. • Im Innovationsbereich wird zusätzlich zur neuen Produktionshalle und der neuen Säge/Bohr-Einheit auch eine Investition in eine Laseranlage überlegt. * Finanzierungsbereich: Fremdfinanzierung durch die verbundene Rudolf Wohnbau als Darlehensgeber sowie Bankensituation sind stabil.
Personalsituation: Im Durchschnitt waren 2024 im Vgl zu 2023 3 Mitarbeiter weniger beschäftigt. Auf Grund der hohen KV-Abschlüsse konnten die Personalkosten nur um 4% gesenkt werden. • Betriebliche Aufwendungen: Die betrieblichen Aufwendungen konnten iVz 2023 um 30% reduziert werden. * Zusammenfassung: Der Konjunktureinbruch und der damit verbundene Umsatzrückgang ab Q3/24 konnte in der Schnelligkeit und Tiefe nicht vollständig durch Personalabbau und Kostenreduktion aufgefangen werden.
4. Wichtige Ereignisse während des Geschäftsjahres
* Lage der Gesellschaft: Die Rudolf Metallbau setzt ihren Restrukturierungskurs erfolgreich und wie geplant weiter fort. Als finanziell unabhängiges und starkes Unternehmen wird die Rudolf Metallbau bei einem zu erwartenden wirtschaftlichen Aufschwung ab 2026 als gut strukturiertes innovatives Unternehmen mit modernen automatisierten Maschinen und Anlagen in einem stark bereinigten Markt Gewinne erzielen.
Organisationsstruktur: Die Geschäftsleitung besteht nach wie vor aus dem Eigentümer/Geschäftsführer und zwei Prokuristen. Der erweiterte Führungskreis schlißt den Betriebsleiter und technischen Leiter mit ein. • Unternehmensbereiche: Planung und Entwicklung von Dienstleistungen, mittlerer Stahlbau, Metallbau, Fenster und Türen, Handel, Bauschlosserei Auftragslage Ausblick: Die Auftragslage 2025 ist als schwierig anzusehen. Die Rudolf Metallbau bemüht sich um einen halböffentlichen Großauftrag.
5. Vorgänge von besonderer Bedeutung nach Schluss des Geschäftsjahres
20.6.2025: Der erste Großauftrag über 20Mio€ ab Q4/2025 konnte abgeschlossen werden.
6. Ausblick und Handlungsfelder 2025
Basierend auf den genannten Rahmenbedingungen und Problemen lassen sich einige strategische Handlungsfelder identifizieren, um langfristig wettbewerbsfähig zu bleiben:
Kostenmanagement: Effizienzsteigerung durch Automatisierung und optimierte Arbeitsabläufe werden durch die 2025 geplante Investition einer Laseranlage umgesetzt. Energiesparmaßnahmen werden durch langfristige Verträge und der Umsetzung einer Photovoltaikanlage geplant. * Innovation und Digitalisierung: Durch Investition in digitale Planung und Fertigungstechnologien sowie datenbasierte Steuerung werden Kosten reduziert und Fehler minimiert. 2025 ist die Investition in Steel Projekt sowie die automatisierte Ansteuerung unserer neuen Maschinen geplant. * Nachhaltigkeit: Energieeffizienz in Produkten und Anpassung an öffentliche Förderprogramme * Personal: Die Rudolf Metallbau wird in Ausbildungspartnerschaften investieren und weiterhin Lehrlinge ausbilden. • Standort und Lobbying: Die aktive Mitwirkung in Fachverbänden (z.B. MTI, AMFT) wird gesteigert, die Rudolf Metallbau wird 2025 ein Projekt zum Metallbaupreis einreichen (Hubschrauber-Montage am Danube Flats). • Diversifikation und Risikomanagement: Mittelfristig wird die Rudolf Metallbau neue Märkte prüfen (überregional), die Leistungspalette erweitern und weiterhin Schutz vor Lieferkettenrisiken anstreben.
7. Entwicklung der Gesellschaft 2025 und Folgejahre
Die Rudolf Metallbau wird 2025 auch in einem stark rückläufigen Markt ihren Restrukturierungs- und Investitionsprozess wie geplant weiterführen und noch verstärken, denn Zubauten und neue Anlagen können in einem schwierigen Marktumfeld derzeit günstig bezogen werden. Der Eigentümer hat zu diesem Zweck auch 900T€ Eigenkapital eingebracht. Das negative Betriebsergebnis 2024 ist in der Entwicklung der Rudolf Metallbau eingepreist. Als finanzstarkes und unabhängiges Unternehmen wird die Rudolf Metallbau am ab 2026 zu erwartenden Aufschwung voll partizipieren. Bereits ab Q4/2025 konnte der erste Großauftrag sichergestellt werden, der die Rudolf Metallbau mit ihren neuen Maschinen und Anlagen gut auslasten wird.