Inhaltsverzeichnis
Orifarm Austria GmbH
A. Grundlagen des Unternehmens
Die Orifarm Austria GmbH ist im Geschäftsbereich des Re- und Parallelimports von Arzneimitteln tätig. Die Umsatzerlöse werden überwiegend mit Großhändlern und Kliniken in Österreich realisiert.
Die Orifarm Austria GmbH ist eine 100 %-Tochtergesellschaft der Orifarm Group A/S, Odense/Dänemark und Teil der dänischen Orifarm-Gruppe.
Die Gesellschaft betreibt selbst keine Forschung und Entwicklung.
B. Wirtschaftsbericht
1. Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Rahmenbedingungen
2025 lag der Anteil von Parallelimporten in Österreich insgesamt bei 3,85% (IQVIA). Der Gesamtmarkt von parallelimportierten Arzneimittel ist von 234 MEUR (2024) auf 300 MEUR (2025) angestiegen. Ursache für die Steigerung ist die Einführung der neuen Richtlinie zur Abgabe von parallelimportierten Arzneimittel, welche eine Einschränkung für bestimmte Produkte gebracht hat. Andererseits ist dadurch ein Vorteil bei sogenannten NO_BOX Produkten entstanden. Dieser Vorteil überwiegt bei weitem.
Geschäftsverlauf Orifarm Austria GmbH
Die Umsatzerlöse der Gesellschaft mit Dritten sind im Geschäftsjahr 2025 um 40% gestiegen und der Rohertrag ist um 540 TEUR gestiegen. Orifarm Austria GmbH ist der führende Parallelimporteur in Österreich mit einem Marktanteil von 57%.
2. Vermögens-, Finanz- und Ertragslage
Ertragslage
Die Gesellschaft weist im Geschäftsjahr 2025 ein positives Ergebnis in Höhe von TEUR 1.697, das somit 60 % über dem Vorjahr (TEUR 1.058) liegt.
Das verbesserte Ergebnis ist auf erhöhte Umsatzerlöse und gesunkene sonstige betriebliche Aufwendungen zurückzuführen.
Die Umsatzerlöse sind im Geschäftsjahr 2025 um Mio. EUR 45,0 von Mio. EUR 110,6 auf Mio. EUR 155,6 gestiegen.
Die Materialintensität (Materialaufwand / Umsatzerlöse) stieg um 0,7 %-Punkte auf 97,1 %.
Die Personalintensität (Personalaufwand / Umsatzerlöse) fällt um 0,1 %-Punkte auf 0,7 %
Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen verringerten sich im Geschäftsjahr um TEUR 181 auf TEUR 1.566
Das EBIT der Gesellschaft beträgt im Geschäftsjahr TEUR 1.952 gegenüber TEUR 1.376 im Vorjahr.
Vermögenslage
Die Bilanzsumme stieg im Vergleich zum Vorjahr um Mio. EUR 4,2 auf Mio. EUR 19,1.
Dieser Anstieg beruht auf der Aktivseite im Wesentlichen auf der Erhöhung der Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen um Mio. EUR 7,4. Dem steht der Rückgang der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen um 3,2 Mio. EUR auf 4,0 Mio. EUR gegenüber.
Der Anstieg der Bilanzsumme beruht auf der Passivseite im Wesentlichen auf der Erhöhung des Eigenkapitals durch den Jahresüberschuss des Geschäftsjahres sowie dem Anstieg der sonstigen Rückstellungen um 1,1 mio. EUR.
Die Eigenkapitalquote beträgt zum Bilanzstichtag 22,0 % und liegt damit über den 19,9 % im Vorjahr.
Finanzlage
Der Cashflow aus operativer Geschäftstätigkeit beträgt TEUR 7.208 (Vorjahr: TEUR 7.471). Der Cashflow aus der Investitionstätigkeit beträgt TEUR 325 (Vorjahr: TEUR 46) und jener aus der Finanzierungstätigkeit TEUR -91 (Vorjahr TEUR -1.079).
Der Finanzmittelfonds beträgt am Ende des Geschäftsjahres TEUR 15.025 gegenüber TEUR 7.584 im Vorjahr und setzt sich aus dem Guthaben bei Kreditinstituten sowie der Cash Pool Forderung zusammen.
Gesamtaussage zur wirtschaftlichen Lage
Nach Auffassung der Geschäftsführung ist die wirtschaftliche Lage der Gesellschaft insgesamt sehr zufriedenstellend.
C. Prognose-, Chancen- und Risikobericht
1. Risikomanagementsystem
Der dänische Mutterkonzern – Orifarm Group A/S, Odense/Dänemark, – wird über die unternehmerischen Risiken und Chancen regelmäßig informiert.
Das in der Gesellschaft installierte Risikomanagementsystem hat folgende Betrachtungsschwerpunkte:
1. Identifikation und Bewertung von Chancen und Risiken gleichermaßen 2. Vorbeugende Maßnahmen zur Risikovermeidung und -minderung 3. Überwachung von Chancen und Risiken durch ein effektives Berichtswesen, welches die Chancen und Risiken den verantwortlichen Personen aufzeigt 4. Kommunikation der wesentlichen Chancen und Risiken in den Führungsgremien der operativen Geschäftsbereiche und an das Konzerncontrolling in Dänemark zwecks zentraler Lenkung und Kontrolle
Das Risikomanagement gehört zu den zentralen und alltäglichen Managementaufgaben, um Geschäftschancen bestmöglich zu nutzen und gleichzeitig die damit verbundenen Risiken zu minimieren.
Das Risikomanagement hat zum Ziel, bestehende Risiken frühestmöglich zu identifizieren, durch geeignete Maßnahmen geschäftliche Einbußen zu begrenzen sowie eine Bestandsgefährdung des Unternehmens zu vermeiden.
Im Berichtszeitraum 2025 und bis heute haben sich keine das Geschäftsmodell gefährdenden Risiken ergeben. Die Bonitätsprüfung und -überwachung inländischer Kunden sowie ggf. das Inkasso von Inlandsforderungen erfolgen in enger Kooperation mit einem hierauf spezialisierten Versicherungsunternehmen. Die Forderung gegenüber dem Kunden mit dem höchsten Außenstand zum 31.12.2025 beläuft sich auf TEUR 4.093. Die Risikokonzentration ist diesbezüglich zwar beträchtlich, die Geschäftsführung sieht aber infolge der Bonität des Kunde kein Ausfallsrisiko. Weiters besteht eine Cash-Pool Forderung gegenüber der Konzernmutter in Höhe von TEUR 15.020, deren Werthaltigkeit aus Sicht der Geschäftsführung gegeben ist.
Das größte Risiko besteht – wie die vergangenen Jahre gezeigt haben – in regulierenden Eingriffen der Politik. Diese lassen sich jedoch teilweise nur schwer vorhersehen und erfordern dann kurzfristige Reaktionen.
2. Prognose, Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung
Es wird erwartet, dass der Anteil an parallelimportierten Arzneimitteln weiter zunehmen wird.
Die zunehmende Preissensitivität und der steigende Kostendruck in den Apotheken begünstigen die Entwicklung.
Es wird erwartet, dass weder eine steigende Inflation noch steigende Energiekosten einen wesentlichen Einfluss auf das Geschäftsjahr 2026 haben werden. Auch geopolitische Risiken werden vermutlich keinen wesentlichen Einfluss auf das Geschäftsjahr 2026 haben.
Zusätzlich zum prognostizierten steigenden Umsatzvolumen für das Geschäftsjahr 2026 erwartet die Gesellschaft ein deutlich (weiterhin) steigendes EBIT, das durch Kostenmanagement erreicht werden soll.
Ein Rechtsstreit mit der Österreichischen Gesundheitskasse (ÖGK) ist anhängig, in dem die ÖGK von der Gesellschaft den Ersatz von der ÖGK erstatteten Kosten für Arzneimittel begehrt, die die Gesellschaft als Parallelimporteur in Osterreich im Jahr 2018 vertrieben hat, nämlich in Höhe der Differenz zwischen den von der Gesellschaft für diese Arzneimittel in Rechnung gestellten Preisen und deren EU-Durchschnittpreisen. Der Streitwert beläuft sich auf TEUR 107. Wenn dem Begehren der OGK allerdings stattgegeben wird, könnte sich der von der Gesellschaft zu ersetzende Betrag infolge der Präjudizwirkung für die Folgejahre 2019 bis 2022 auf ein Vielfaches, nämlich auf bis zu EUR 4,3 Mio. belaufen. Die Geschäftsführung ist optimistisch, dass die Gesellschaft in diesem Verfahren obsiegt, und hat daher für einen allfälligen Schaden für diese Jahre im Jahresabschluss nicht vorgesorgt.
Die Gesellschaft wird auch in Zukunft jede Anstrengung unternehmen, bestehende Arbeitsabläufe auf ihre Wirtschaftlichkeit hin zu analysieren und bei Verbesserungsmöglichkeiten bzw. erkennbaren Schwächen diese entsprechend zu modifizieren.
Die Orifarm Austria GmbH betrachtet Veränderungen der politischen Rahmen- und damit auch Marktbedingungen immer wieder als neue Herausforderung, ihr bestehendes Sortiment auf seine zukünftige Rentabilität hin zu analysieren und anzupassen.
Wien, am 22. September 2026
Thomas Brandhof
Geschäftsführer