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Lagebericht 2025

Hilfswerk Niederösterreich Betriebs GmbH

Original-PDF

Stichtag 31. Dez. 2025 · Eingereicht am 28. Sep. 2026

Inhaltsverzeichnis

DER HILFSWERK NIEDERÖSTERREICH BETRIEBS GMBH

Inhalt

Einleitung ................................................................................................................................... 2 Bericht über den Geschäftsverlauf und die wirtschaftliche Lage ............................................ 3 Geschäftsverlauf allgemein ................................................................................................... 4 Geschäftsverlauf Hilfe und Pflege daheim ............................................................................ 6 Geschäftsverlauf Kinder, Jugend und Familie ...................................................................... 7 Kennzahlen ............................................................................................................................. 9 Bericht über die vorraussichtliche Entwicklung und Risiken des Unternehmens ................ 11 Forschung und Entwicklung ................................................................................................... 13 Wesentliche Merkmale des internen Kontroll- und Risikomanagementsystems ................. 14

Einleitung

Der Verein HILFSWERK NIEDERÖSTERREICH ist 100% Eigentümer der gemeinnützigen Hilfswerk Niederösterreich Betriebs GmbH, in der sämtliche gemeinnützigen und mildtätigen unternehmerischen Tätigkeiten erbracht werden, insbesondere sämtliche soziale Dienstleistungen.

Darüber hinaus ist der Verein HILFSWERK NIEDERÖSTERREICH 100% Eigentümer der "F A M I L Y" Haus-, Wohn- und Familienservice GmbH, in der nicht begünstigte, unternehmerische Tätigkeiten erbracht werden.

Der Geschäftszweck der HILFSWERK NIEDERÖSTERREICH Betriebs GmbH entspricht unverändert den in den Gründungsurkunden festgehaltenen Intentionen und Geschäftszwecken.

Im Herbst 2025 wurde bei der Generalversammlung des HILFSWERK NIEDERÖSTERREICH das Präsidium neu gewählt. Damit änderten sich auch in weiterer Folge die Vertreter des Eigentümers im Aufsichtsrat der Hilfswerk Niederösterreich Betriebs GmbH sowie die Vertretung des Gesellschafters in der Generalversammlung des Unternehmens.

Bericht über den Geschäftsverlauf und die wirtschaftliche Lage

Die Hilfswerk Niederösterreich Betriebs GmbH erbringt eine Vielfalt an professionellen, pflegerischen und sozialen Dienstleistungen, gegliedert in zwei Kernleistungsbereichen:

• Hilfe und Pflege daheim • Kinder, Jugend und Familie

Die grundlegende Zielsetzung der Hilfswerk Niederösterreich Betriebs GmbH ist es, Familien in schwierigen Lebenslagen zu befähigen, mit diesen schwierigen Lebenslagen bestmöglich umzugehen.

Der Schwerpunkt liegt dabei auf allen Fragestellungen die sich rund um die Pflege älterer Menschen zu Hause ergeben, wobei der Fokus sowohl auf der pflegebedürftigen Person selbst als auch auf deren Angehörigen gelegt wird. Neben der Erbringung konkreter Dienstleistungen der Hauskrankenpflege, der Heimhilfe und anderer Angebote gehört dazu auch die Beratung der Pflegebedürftigen und ihrer Angehörigen.

Im zweiten, deutlich kleineren Kernleistungsbereich sind alle Tätigkeiten gebündelt, die die Unterstützung von Familien zum Ziel haben und nicht vorrangig mit der Pflege älterer Menschen zu Hause zusammenhängen. Dazu gehören neben Kinderbetreuung durch Tageseltern und Einrichtungen sowie dem Lerntraining vor allem die Angebote rund um Beratung, Diagnostik und Psychotherapie, ebenso wie ergänzende Leistungen für die Jugendwohlfahrt und sozialarbeiterische Angebote.

Es bestehen keine Zweigniederlassungen.

Der Geschäftsverlauf ist zum allergrößten Teil abhängig von der konkreten Ausgestaltung der Leistungsinhalte und der dazugehörigen Art der Leistungsvergütung, die in der Regel von öffentlichen Körperschaften festgesetzt werden (z.B. durch die Entscheidung über Förderrichtlinien, HöheundInhalt vonLeistungsentgelten,Durchführungsbestimmungenund Abrechnungsmodalitäten).

Die Bereiche Kinderbetreuungseinrichtungen, Notruftelefon und Menüservice erlauben ein – in wirtschaftlicher Hinsicht – teilweise eigenständiges Handeln. Hier steht das Unternehmen allerdings im Wettbewerb mit anderen gemeinnützigen Anbietern.

Die laufende Anpassung der eigenen wirtschaftlichen Aktivitäten und unternehmensinternen Prozesse ist eine ständige Aufgabe für die Geschäftsleitung, unter Beobachtung der Entscheidungen von Seiten der öffentlichen Kunden und Auftraggeber, und unter Beobachtung der Aktivitäten des Mitbewerbs.

Spenden zu erwirtschaften, bedeutet einen hohen Aufwand, der Nettoertrag ist im Promillebereich der Erlöse insgesamt anzusiedeln und hat daher keinen großen Einfluss auf die wirtschaftliche Lage.

Geschäftsverlauf allgemein

Das Geschäftsjahr 2025 ist insgesamt sehr positiv verlaufen. Alle Angebotsbereiche konnten ein positives Ergebnis erzielen. Insbesondere ist zu betonen, dass die Erlöse fast genau im budgetierten Ausmaß realisiert werden konnten, die Personalkosten aber sehr deutlich unter dem Budgetansatz gehalten werden konnten.

Der Personalstand insgesamt konnte im Jahr 2025 im Großen und Ganzen stabil gehalten werden, im Jahresschnitt waren 1769 Vollzeitäquivalente beschäftigt.

Das vorhandene Personal in der persönlichen Dienstleistung bestimmt den wirtschaftlichen Spielraum des Unternehmens, im Vergleich zu den Jahren 2015 bis 2020 ist der Personalstand insgesamt gesunken. Die vorausschauende Planung der realistisch zur Verfügung stehenden Personalressourcen ist die langfristig wichtigste Aufgabe der Unternehmensführung, sowie alles dafür zu tun, um das beste Angebot für bestehende und potentielle Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen darzustellen.

Eine Besonderheit im Jahr 2025 betraf die umfassende Renovierung der Landesgeschäftsstelle. Nach einem Jahr Vorbereitung, intensiver Planung und einem Prozess der Beteiligung der Mitarbeiter- und Mitarbeiterinnen wurden zwei Ersatzquartiere bezogen, in St. Pölten und Krems.

Die umfassende Entkernung und Neugestaltung des Gebäudes, das in den 1990ern errichtet wurde, verfolgte folgende Ziele:

- In Summe substanzielle Einsparungen an genutzter Fläche im Vergleich zum Status Quo - Deutliche Verbesserungen in den Arbeitsbedingungen für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter - Bessere funktionale Nutzungsmöglichkeiten und mehr Flexibilität

Ende November 2025 konnte die neue Landesgeschäftsstelle bezogen werden, Zeit- und Kostenplanung wurden eingehalten.

Positiv beeinflusst wurde das Jahresergebnis durch das Finanzergebnis in der Höhe von rd T 600.

Geschäftsverlauf Hilfe und Pflege daheim

Im größten Angebotsbereich, der mobilen Pflege und Betreuung / GSD (Gesundheit und Soziale Dienste) wurde mit ca. T 6.000 ein positives Betriebsergebnis erzielt, das budgetierte Ergebnis wurde deutlich übertroffen.

Der Personalstand insgesamt blieb leicht unter dem budgetierten Ansatz, die Produktivität des vorhandenen Personals ist aber gestiegen im Vergleich zu den letzten beiden Jahren. Hier haben sich vielfältige Maßnahmen bezahlt gemacht. Krankenstände sind leicht rückläufig, Mehrstunden wurden erbracht, Optimierungsmaßnahmen in der Einsatz- und Ressourcenplanung der letzten Jahre machen sich bezahlt. Hier eine Übersicht der wichtigsten Kennzahlen:

Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 6
Ist 2025Ist VJ 2024
VZÄ1.2891.300
Einsatzstunden1.491.0001.511.000
Krankenstandsstunden195.800196.400
Mehrdienstleistungsstunden34.30031.400

Im Bereich Mobile Therapie (Physiotherapie, Ergotherapie und Logopädie) gelang es die positive Entwicklung fortzusetzen, durch bessere Anbindung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an die dezentralen Sozialstationen, die vor einigen Jahren begonnen wurde. Der Bereich sorgte jahrelang für einen Abgang und hat sich mittlerweile wirtschaftlich stabilisiert, wenn auch mit deutlich geringerem Personalstand als im langjährigen Vergleich.

Im Frühjahr 2025 wurde in Krems das erste Pflege Lern Zentrum in Niederösterreich eröffnet, wo sowohl für Fachpersonal als auch für pflegende Angehörige und interessierte Laien umfassende Trainings, Kurse und Weiterbildungen angeboten werden, aus allen Bereichen der Pflege und Betreuung zu Hause. Diese Veranstaltungen finden in Präsenz und online statt und erfreuen sich großer Nachfrage.

Dazu passend wurden mit dem neuen „Hilfswerk-Navi“ sämtliche Informationen, die pflegende Angehörige und Menschen mit Pflegebedarf benötigen, auf eine neue und innovative Art und Weise online zur Verfügung gestellt.

Geschäftsverlauf Kinder, Jugend und Familie

Der Geschäftsbereich Kinder, Jugend und Familie konnte im Jahr 2025 ebenfalls ein deutlich gesteigertes Ergebnis in Höhe von ca. T 1.260 vorweisen das Budgetziel wurde übertroffen.

Der Bereich der Kinderbetreuungseinrichtungen ist der größte Angebotsbereich innerhalb des Geschäftsbereichs. Gesetzliche Anforderungen an Vergabeverfahren erhöhen Komplexität und Aufwand für das Unternehmen, aber auch für die Gemeinden, die in der Regel die institutionellen Auftraggeber für konkrete Kinderbetreuungseinrichtungen sind. Die Gemeindefinanzen stehen vermehrt unter Druck, was sich in ausführlicheren Preis- und Vertragsverhandlungen niederschlägt. Positiv ist festzuhalten, dass die Auftragslage vorerst stabil bleibt und einzelne Einrichtungen zusätzlich eröffnet werden konnten, insbesondere ein mehrgruppiges Haus im Auftrag der ISTA Klosterneuburg. Hier eine kurze Übersicht:

Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 7
Ist 2025Ist VJ 2024
Anzahl Kinderbetreuungseinrichtungen6963
Anzahl betreute Kinder34.41634.240

Der Bereich Lernen, Integration und Arbeitsbegleitung konnte mit Unterstützung aus Spenden (sowohl von Privatpersonen als auch von Zweigvereinen des Hilfswerks Niederösterreich) weiter stabilisiert werden. Das Ergebnis beläuft sich in diesem Bereich auf rd. T 133.

Der Bereich Mobile Dienste und Schulsozialarbeit lieferte mit ca. T 375 ein positives Ergebnis liegt aber unter dem Ergebnis vom Vorjahr und Budget. Die Besonderheit dieses Angebotsbereichs ist, dass das Unternehmen hier Vertragspartner der Kinder- und Jugendwohlfahrt des Landes ist und Leistungen für die Familien im Auftrag der Bezirksverwaltungsbehörden erbringt. Die hohe fachliche Qualität des Angebots und die Führungsarbeit der Verantwortlichen in einem höchst schwierigen Umfeld (Kindeswohlgefährdung) sind ein wesentlicher Erfolgsfaktor. Die Vertrauensbasis mit den öffentlichen Auftraggebern ist hier von größter Bedeutung. Die konsequente Qualitätsstrategie und Professionalität machen sich hier bezahlt.

Ein innovatives Projekt zur betrieblichen Sozialarbeit mit Lehrlingen konnte gestartet werden. Hier ergeben sich mittelfristig eventuell neue Betätigungsfelder.

Der Bereich Beratung und Psychotherapie leidet nach wie vor unter unzureichender Finanzierung durch die ÖGK, die Österreichische Gesundheitskasse. Dieser Bereich weist ein negatives Ergebnis in Höhe von etwa - T 60 aus

Mit dem Angebot der vertraulichen Online-Beratung wurde ein neues Betätigungsfeld eröffnet.

Durch den freiwilligen Zusammenschluss der verschiedenen Anbieter in einer ARGE Institutionelle Psychotherapie, der maßgeblich vom Hilfswerk Niederösterreich mitinitiiert wurde, konnten Teilerfolge in den Verhandlungen mit der ÖGK erzielt werden.

Im Herbst 2025 wurde die vormals nur in Niederösterreich tätige ARGE auf das gesamte Bundesgebiet ausgeweitet. Mehr als 20 Vertragspartner der ÖGK sind mittlerweile beteiligt. Verstärkte Bemühungen um einen substantiellen Ausbau des Behandlungsangebotes für Patientinnen und Patienten sowie um stabilere und nachhaltigere Rahmenbedingungen für die Anbieter der Dienstleistungen werden ein Schwerpunkt für 2026 sein.

Der Bereich Tageseltern, Bildung und mobile Frühförderung erwirtschaftet in diesem Jahr ein positives Ergebnis in Höhe von rd. 46.000, welches vor allem auf Spenden und Reduktion der Personalkosten zurück zu führen ist. Die Anzahl der Tageseltern welche als selbständige Vertragspartner des Unternehmens agieren ist rückläufig

Für den Bereich mobile Frühförderung, ist die öffentliche Förderung unzureichend. Es ist eines der wichtigsten Angebote für Kinder mit Einschränkungen und Entwicklungsverzögerungen in den ersten Lebensjahren. Hier sind weitere Nachverhandlungen mit der zuständigen Fachabteilung beim Land Niederösterreich (GS5) erforderlich.

Kennzahlen

Cashflow

Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 9
20252024
TEURTEUR
Jahresüberschuss/-fehlbetrag7.2888.559
+ Abschreibungen auf Vermögensgegenstände des Investitionsbereichs2.7712.364
- Erträge aus der Zuschreibung zu Finanzanlagen-45-164
- Erträge aus anderen Wertpapieren des Finanzanlagevermögens-565-804
sowie sonstige Zinsen und ähnliche Erträge
-/+ Gewinn/Verlust aus dem Abgang von Anlagevermögen5527
+/- Zunahme/Abnahme von langfristigen Rückstellungen-934-287
- Auflösung nicht rückzahlbarer Investitionszuschüsse-194-184
Geldfluss aus dem Ergebnis8.3759.511
-/+ Zunahme/Abnahme des Nettoumlaufvermögens-1.019723
Netto-Geldfluss aus laufender Geschäftstätigkeit (operativer Cashflow)7.35710.235
Netto-Geldfluss aus der Investitionstätigkeit-4.100-1.313
Netto-Geldfluss aus der Finanzierungstätigkeit00
Zahlungswirksame Veränderung des Finanzmittelbestandes3.2578.922
Finanzmittelbestand am Beginn der Periode18.5319.609
Finanzmittelbestand am Ende der Periode21.78718.531

Eigenmittelquote (§ 23 URG)

Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 9
20252024
TEURTEUR
Eigenkapital (§ 224 Abs 3 A UGB)28.20920.921
= Eigenmittel28.20920.921
Bilanzsumme (§ 224 Abs 3 UGB)54.54049.331
- Investitionszuschüsse aus öffentlichen Mitteln-536-633
= Gesamtkapital54.00448.698
Eigenmittelquote (§ 23 URG)52,2%43,0%|
Untergrenze: 8 %

Fiktive Schuldentilgungsdauer in Jahren (5 24 URG)

Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 10
20252024
TEURTEUR
Rückstellungen14.47116.461
+ Verbindlichkeiten6.1816.288
- Kassa, Bankguthaben-21.787-18.531
= Nettoverbindlic hkeiten-1.1364.219
Jahresüberschuss7.2888.559
+ Abschreibungen a uf das Anlagevermögen2.7712.364
+ Verluste a us den Abgang von Anlagen5527
- Zuschreibungen zu Finanza nlagen-45-164
+/- Verä nderung von la ngfristigen Rückstellungen-934-287
= Mittelüberschuss9.13510.499
|Fiktive Schuldentilgungsdauer in Jahren (5 24 URG) Höchstgrenze: 15 Ja hren.a.0,4

2025 bestehen keine Nettoverbindlic hkeiten, daher ist keine fiktive Schuldentilgungsdauer zu ermitteln.

Working Capital Ratio

Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 10
20252024
TEURTEUR
Umlaufvermögen30.47227.117
- Forderungen mit Restlaufzeit > 1Jahr-23-30
- kurzfristiges Fremdka pital-16.566-17.603
= Working Capital13.8839.484
|Working Capital Ratio183,8%153,9%

Personalintensität (PI)

Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 10
20252024
T E URTE UR
Personalaufwendungen117.409114.253
Umsatzerlöse140.814137.882
|Personalintensität83,4%82,9%

Bericht über die vorraussichtliche Entwicklung und Risiken des Unternehmens

Auch in Zukunft bestimmt die Anzahl der verfügbaren produktiven Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter (also Mitarbeiterinnen, die direkt am Kunden verrechenbare Leistungen erbringen) die wirtschaftlichen Möglichkeiten des Unternehmens.

Nach wie vor besteht flächendeckend eine durchgehend hohe Nachfrage von Seiten der Kundinnen und Kunden nach den Angeboten aus dem Bereich Hilfe und Pflege daheim. Dabei gibt es regionale Unterschiede in Bezug auf den Berufsgruppenmix des vorhandenen Personals sowie nicht einheitlichen Nachfragemustern nach den unterschiedlichen Angeboten von Heimhilfe über Betreuung bis hin zur Fachpflege. Es war aufgrund der teilweise unzureichenden Personalausstattung nicht immer möglich Kundenanfragen anzunehmen.

Das Geschäftsmodell insbesondere in der mobilen Pflege ist durch die Förderrichtlinien des Landes zur Finanzierung der mobilen Dienste festgelegt. In diesen Förderrichtlinien sind die Leistungen aber auch die Tarife, die dafür von der öffentlichen Hand und von den Kundinnen und Kunden verlangt werden dürfen, klar geregelt.

Eine endgültige Entscheidung erfolgt immer erst zur Mitte des laufenden Jahres. Das Land Niederösterreich hat in den Jahren 2023 und 2024 die außerordentlichen Erhöhungen des Kollektivvertrags in den Förderrichtlinien abgegolten und damit entscheidend die wirtschaftliche Stabilität des Angebotsbereichs sichergestellt. Aufgrund der langjährigen Erfahrung ist daher damit zu rechnen, dass auch die tatsächlichen Erhöhungen des aktuellen Kollektivvertrags, die mit 1.4.2026 schlagend werden, durch die Normkosten des Landes Niederösterreich vollumfänglich abgedeckt werden.

Für die nächsten Geschäftsjahre ist aufgrund der mittlerweile gesunkenen Inflation mit deutlich niedrigeren Lohnsteigerungen zu rechnen. Aufgrund der angespannten öffentlichen Finanzen und der gestiegenen Anforderungen der Öffentlichkeit an die Politik bleibt ein wirtschaftliches Restrisiko

für den Fall, dass die vom Land letztendlich festgelegten Tarife nicht die vollen Kosten abdecken sollten. Bisher war das nicht der Fall.

Innerhalb des Unternehmens wurden eine Reihe von Organisationsentwicklungsprojekten initiiert und teilweise auch abgeschlossen, die insgesamt die Zukunftsfähigkeit unter Berücksichtigung der allgemeinen Rahmenbedingungen sicherstellen sollen.

Forschung und Entwicklung

Die Hilfswerk Niederösterreich Betriebs GmbH als soziales Dienstleistungsunternehmen verfügt über keine eigene Abteilung für Forschung und Entwicklung.

Dennoch wird der Beschäftigung mit grundlegenden Zukunftsthemen große Bedeutung beigemessen, in den einzelnen Geschäftsbereichen ebenso wie im Büro der Geschäftsführung. Unter anderem wurden die Bedürfnisse der Hauskrankenpflege und des Sozialbereichs insgesamt in einem umfassenden Forschungsprojekt der Donau Universität Krems gemeinsam mit der Landesgesundheitsagentur von Seiten des Hilfswerks im Rahmen dieses Projekts vertreten („Innovative Gesundheitsversorgung in der Region Waldviertel“).

Die Zusammenarbeit mit Forschungs- und Ausbildungseinrichtungen wurde intensiviert. Eine Partnerschaft mit der IMC Fachhochschule Krems wurde vertraglich vereinbart.

Im Geschäftsbereich Angebote für Familien wird in den einzelnen Angeboten intensiv an fachlichen Grundlagen gearbeitet. Die fachliche Professionalisierung und Qualifizierung werden konsequent weiterverfolgt.

Das Büro der Geschäftsführung ist neben der internen Kommunikation vor allem auch mit der Entwicklung und Durchführung von zukunftsweisenden Organisationsentwicklungsprojekten betraut, insbesondere unter Berücksichtigung der Möglichkeiten und Herausforderungen, die sich durch die zunehmende Digitalisierung ergeben.

Wesentliche Merkmale des internen Kontroll- und Risikomanagementsystems

In der Hilfswerk Niederösterreich Betriebs GmbH wurde bereits vor einigen Jahren eine eigene Stabstelle Interne Revision sowie ein Revisionsausschuss eingerichtet. Die Revisionsberichte liefern wertvolle Anhaltspunkte und stehen den jeweiligen Führungskräften zur Verfügung.

Das interne Kontrollsystem wird systematisch weiterentwickelt. Die Modernisierung der elektronischen Abläufe im Rechnungswesen sowie die organisatorischen Veränderungen und Anpassungen seit der Umgründung des Unternehmens werden ständig weiter verbessert und angepasst.

Regelmäßige Besprechungen der wirtschaftlichen Lage insgesamt sowie in den einzelnen Angebotsbereichen erfolgen zwischen Mitgliedern der Geschäftsleitung und den jeweiligen verantwortlichen Führungskräften und werden auch entsprechend dokumentiert. Grundlage für diese Besprechungen sind die Finanz- und Leistungszahlen sowie die regelmäßigen Personalberichte, die der Geschäftsleitung vorgelegt werden.

Im Herbst 2025 wurde die Risikomatrix des Unternehmens im Aufsichtsrat behandelt, die Gewichtung der Risiken und die Handlungsempfehlungen der Geschäftsleitung zu den einzelnen Positionen wurden zur Kenntnis genommen. Dem vorausgegangen ist eine systematische Überarbeitung und Aktualisierung unter Einbeziehung der Führungskräfte und der Internen Revision.

Zur Vermeidung von Verwahrentgelt wurden im Jahr 2021 frei verfügbare Finanzmittelbestände in einen Rentenfonds für kurzlaufende Euro-Unternehmensanleihen investiert. Die im Fonds abgebildeten Anleihen weisen ein durchschnittliches Rating von A- aus, wodurch ein nur sehr geringes Ausfallsrisiko besteht. Die Kursentwicklung der Finanzanlagen wird in der Finanzabteilung überwacht und laufend an die Geschäftsführung berichtet.

St. Pölten, 19. März 2026

Der Geschäftsführer | Mag. Chr|stoph Gleirssher, M.A.

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