Inhaltsverzeichnis
Der vorliegende Lagebericht wurde gemäß den Anforderungen des österreichischen Unternehmensgesetzbuches (UGB), insbesondere § 243 UGB, erstellt und umfasst das Geschäftsjahr vom 1. Februar 2025 bis zum 31. Jänner 2026. Das Berichtsjahr umfasst somit einen vollen Zeitraum von zwölf Monaten.
Zu beachten ist, dass das Vorjahr aufgrund der im vorangegangenen Geschäftsjahr erfolgten Umstellung des Bilanzstichtags auf den 31. Jänner ein Rumpfgeschäftsjahr von zehn Monaten (1. April 2024 bis 31. Jänner 2025) war. Die im Jahresabschluss ausgewiesena Vorjahreswerte sind daher nur eingeschränkt mit den Werten des Berichtsjahres vergleichbar. Um ein zutreffendes Bild der operativen Entwicklung zu vermittein, werden die Veränderungsraten der Erfolgsgrößen nachfolgend sowohl als berichtete Werte (12 Mona te gegenüber 10 Monaten) als auch normalisiert (Vorjahr auf zwölf Monate hochgerechnet) dargestellt. Bilanzpositionen sind Stichtagswerte und daher ohne Normalisierung vergleichbar.
A. Grundlagen der Gesellschaft
1. Allgemeine Unternehmensdaten und Rahmenbedingungen
Die Prewave GmbH ist ein Unternehmen mit Sitz in Wien, Osterreich (Firmenbuch HG Wien, FN 474673z). Das Kerngeschäft liegt in der Entwicklung und Bereitstellung einer KI-gestützten Risiko und Business-Intelligence - Plattform, die Unternehmenstransparenz, R esilienz und Nachhaltigkeit in ihren Lieferketten ermöglicht. Das Produktportfolio zielt darauf ab, Lieferkettenrisiken in Echtzeit zu überwachen, 360° -Lieferantenprofile zu erstellen und umfassende Compliance -Unterstützung zu bieten.
Das Geschäftsjahr 2025/2026 war strategisch durch die Fortsetzung des internationalen Wachstums, die Weiterentwicklung der Plattform und eine zunehmende Diversifizierung des Geschäftsmodells gekennzeichnet. Der Markt für Supply Chain Risk Management (SCRM) blieb weiterhin von geopolitischer Instabilität, erhöhten Reputationsrisiken und einem sich wandelnden regulatorischen Umfeld (insbesondere der Neuordnung der EU - Nachhaltigkeits -
und Sorgfaltspflichten durch das Omnibus -I- Paket) geprägt. Diese Dynamik bestätigt die strategische Positionierung der Prewave GmbHals Anbieter holistischer Resilienz- und Compliance-Lösungen.
2. Ausgewählte Kennzahlen und Highlights des Geschäftsjahres 2025/2026
Das Geschäftsjahr 2025/2026 war geprägt von fortgesetztem Umsatzwachstum, anhaltenden strategischen Investitionen sowie einer im April 2025 abgeschlossenen Series -B-Extension. Der operative Fehlbetrag wurde planmäßig ausgeweitet, um das langfristige Wachst um zu sichern; auf vergleichbarer Zwölf -Monats- Basis fiel die Ausweitung jedoch moderat aus.
Table 1: Ausgewählte Finanzielle Kennzahlen
| Kennzahl (EUR) | 2025/2026 (12M) | 2024/2025 (10M) | Veränderung berichtet | Veränderung normalisiert (12M/12M) |
|---|---|---|---|---|
| Umsatzerlöse | 17.853.175 | 11.640.276 | +53,4 % | +27,8 % |
| Personalaufwand | 24.335.677 | 16.927.731 | +43,8 % | +19,8 % |
| Betriebsergebnis (EBIT) | (21.361.063) | (16.130.120) | +32,4 %* | +10,4 %* |
| Jahresfehlbetrag | (21.321.158) | (16.188.989) | +31,7 %* | +9,8 %* |
| Bilanzsumme | 50.409.166 | 56.935.774 | -11,5 % | n.a. |
| Eigenmittelquote (§ 23 URG) | 73,63 % | 79,06 % | -5,43 pp | n.a. |
* Zunahme des Fehibetrags. Normalisierte Werte: Vorjahres-Erfolgsgrößen zur besseren Vergleichbarkeit auf zwölf Monate hochgerechnet (Faktor 12/10). Bilanzpositionen sind Stichtagswerte (31.01.2026 bzw. 31.01.2025) und werden nicht normalisiert. Die Eigenmittelquote gemäß § 23 URG entspricht dem Verhältnis von Eigenkapital zu Gesamtkapital.
Der berichtete Umsatzanstieg von 53,4 % ist maßgeblich durch die um zwei Monate längere Berichtsperiode beeinflusst. Auf vergleichbarer Zwölf -Monats -Basis beträgt das Umsatzwachstum rund 27,8 % und bestätigt damit den anhaltend robusten Product -Market -Fit der Prewave- Lösung. Die Bilanzsumme und die liquiden Mittel gingen gegenüber dem durch die Series-B-Finanzierung außergewöhnlich hohen Vorjahresniveau planmäßig zurück, da das
Unternehmen einen Teil der vorhandenen Mittel in das strategische Wachstum inves tierte.
B. Geschäftsverlauf und wirtschaftliche Lage (§ 243 Abs. 2 UGB)
1. Geschäftsverlauf
1.1 Umsatz- und Ertragsentwicklung
Die Prewave GmbH erzielte im Geschäftsjahr 2025/2026 Umsatzerlöse in Höhe von EUR 17.853.175 (Vorjahr: EUR 11.640.276). Bereinigt um die unterschiedliche Periodenlänge entspricht dies einem Wachstum von rund 27,8 %. Das Wachstum wurde weiterhin überwiegend durch grenzüberschreitende Dienstleistungen und B2B -Verkäufe innerhalb der EU getragen; die Erlöse aus sonstigen Leistungen an EUKunden (B2B) stellen mit Abstand den größten Umsatzanteil dar. Die steigende Nachfrage nach umfassenden Lösungen zur Sicherstellung von Transparenz, Resilienz und Compliance in der Lieferkette ist der primäre Treiber dieser positiven Umsatzentwicklung.
Ein wichtiger Indikator für die Qualität dieses Umsatzwachstums ist die Entwicklung der passiven Rechnungsabgrenzungsposten (passive RAP), die von EUR 6.518.867 auf EUR 8.285.978 anstiegen, was einer Steigerung von 27,1 % entspricht. Dies signalisiert, das ein wachsender Anteil der Verkäufe aus Vorauszahlungen und längerfristigen Abonnements resultiert. Die erhöhte Visibilität zukünftiger Einnahmen untermauert die strategische Ausrichtung auf ein planbares, wiederkehrendes Umsatzmodell.
1.2 Ergebnisentwicklung
Das Betriebsergebnis (EBIT) belief sich auf EUR21.361.063 (Vorjahr: EUR16.130.120). Der berichtete Anstieg des Fehlbetrags von 32,4 % ist wesentlich durch die längere Berichtsperiode geprägt; auf vergleichbarer Zwölf -Monats -Basis beträgt die Ausweitung des operativen Verlusts rund 10,4 %. Der Jahresfehlbetrag stieg auf EUR -21.321.158 (Vorjahr: EUR 16.188.989).
Der größte Aufwandsposten bleibt der Personalaufwand, der auf EUR 24.335.677 (Vorjahr: EUR 16.927.731) stieg; normalisiert entspricht dies einem Zuwachs von rund 19,8 %. Die durchschnittliche Mitarbeiterzahl erhöhte sich moderat auf 174,52 (Vorjahr: 168,50 ). Der Anstieg des Personalaufwands dient weiterhin der Stärkung der Kernkompetenzen in
Forschung und Entwicklung, dem Ausbau des Vertriebs sowie der Unterstützung der internationalen Präsenz. Erstmals leistete das Finanzergebnis mit EUR4 1.506 (Vorjahr: EUR- 58.118) einen positiven Beitrag, im Wesentlichen durch gestiegene Zinserträge aus Bankguthaben und Termineinlagen (EUR 89.861 gegenüber EUR 3.006 im Vorjahr).
1.3 Außergewöhnliche Ereignisse im Geschäftsjahr
Das wesentliche Finanzierungsereignis im Berichtsjahr war eine Series B-Extension, die im April 2025 abgeschlossen wurde. Die Kapitalrücklagen stiegen dadurch von EUR 78.220.713 auf EUR 91.636.343; das eingeforderte Stammkapital erhöhte sich von EUR 110.24,90 auf EUR 115.654,21. Insgesamt floss der Gesellschaft frisches Eigenkapital von rund EUR 13,42 Mio. zu. Im Zuge der Kapitalmaßnahme erweiterte sich der Gesellschafterkreis unter anderem um Volvo Group Venture Capital AB, FPCI ISAI CAP VENTURE und Perhl Growth Fund II GmbH & Co. KG. Dieser Zufluss stärkt die Bilanzstruktur und sichert die finanzielle Basis für die geplanten Investitionen in Forschung und Entwicklung, Technologie und internationale Präsenz.
2. Lage des Unternehmens
2.1 Ertragslage
Die Ertragslage ist, wie in der aktuellen Wachstumsphase geplant, durch eine negative EBIT- Marge gekennzeichnet. Das Verhältnis des Personalaufwands zu den Umsatzerlösen verbesserte sich von rund 145 % im Vorjahr auf rund 136 % im Berichtsjahr. Diese Entwiklung reflektiert eine zunehmende Skalierung: Das Umsatzwachstum übersteigt das Wachstum des Personalaufwands, was auf eine allmählich steigende Kapitaleffizienz hindeutet.
Die Analyse der Betriebsausgaben zeigt fortgesetzte Investitionen in Wachstum und Technologie. Der Aufwand für Werbung und Repräsentation stieg auf EUR 4.966.466 (Vorjahr: EUR 4.006.034), der Nachrichtenaufwand, der wesentliche Kosten der Dateninfrastruktu r enthält, auf EUR 1.822.481 (Vorjahr: EUR 1.049.924). Die Steigerung dieser Positionen ist im Kontext der längeren Berichtsperiode und der fortgesetzten Skalierung der Plattform zu sehen.
2.2 Finanzlage
Die Finanzlage ist als solide zu bezeichnen und bietet hohe Stabilität. Die liquiden Mittel (Guthaben bei Kreditinstituten) beliefen sich zum Stichtag auf EUR 39.320.504 (Vorjahr: EUR 51.620.614). Ergänzend besteht eine als sonstige Forderung ausgewieseneTermineinlage (Festgeld) in Höhe von EUR 5.001.000, sodass sich die gesamte liquiditätsnahe Position auf rund EUR 44,3 Mio. beläuft. Der Rückgang gegenüber dem durch die Series B geprägten Vorjahresniveau resultiert aus dem planmäßigen operativen Mittelver brauch, der teilweise durch die Series-B-Extension von rund EUR 13,42 Mio. ausgeglichen wurde.
Die kurzfristige Liquidität bleibt außergewöhnlich hoch. Das Verhältnis des Umlaufvermögens (EUR 49.028.196) zu den gesamten Verbindlichkeiten (EUR 3.727.879) liegt bei rund 13,2 und damit auf ähnlich hohem Niveau wie im Vorjahr (13,5). Die Finanzierung sitzt sich primär auf Eigenkapital; die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten wurden weiter reduziert (von EUR 1.080.000 auf EUR 840.000, davon EUR 600.000 mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr). Die Kapitalstruktur gewährleistet, dass der o perative Mittelverbrauch über den geplanten Zeitraum abgedeckt ist, ohne dass kurzfristige Finanzierungsrisiken bestehen.
Table 2: Bilanzstruktur und Solvabilität
| Kennzahl | 31.01.2026 (EUR) | 31.01.2025 (EUR) | Veränderung (%) |
|---|---|---|---|
| Bilanzsumme | 50.409.166 | 56.935.774 | -11,5% |
| Eigenkapital | 37.113.907 | 45.014.026 | -17,6 % |
| Verbindlichkeiten | 3.727.879 | 4.137.777 | -9,9 % |
| Eigenmittelquote (§ 23 URG) | 73.63 % | 79,06 % | n.a. |
| Liquide Mittel | 39.320.504 | 51.620.614 | -23,8% |
2.3 Vermögenslage
Die Bilanzsumme verringerte sich um 11,5 % auf EUR 50.409.166. Das Umlaufvermögen dominiert weiterhin die Aktivseite, wobei die liquiden Mittel den größten Posten darstellen. Das Anlagevermögen ging von EUR 399.619 auf EUR 278.039 zurück; hierin spiegelt sh im Wesentlichen die Fertigstellung und Umgliederung des zuvor als Anlage in Bau ausgewiesenen Website-Projekts (EUR 104.250) in die immateriellen Vermögensgegenstände (nunmehr EUR 92.000 nach planmäßiger Abschreibung) sowie die laufende Abschreibung der Betriebs- und Geschäftsausstattung wider.
Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen stiegen moderat auf EUR 3.748.593 (Vorjahr:
EUR 3.423.320). Die sonstigen Forderungen und Vermögensgegenstände erhöhten sich deutlich auf EUR 5.959.099 (Vorjahr: EUR 627.812); dieser Anstieg ist im Wesentlichen auf die neu abgeschlossene Termine inlage (Festgeld) in Höhe von EUR 5.00 1.000 zurückzuführen und stelt damit ke ine operative Forderungsausweitung dar.
2.4 Kapitalstruktur und Eigenkapitalquote
Die Kapitalstruktur bleibt trotz des Jahresfehlbetrags robust. Die Eigenmittelquote gemäß § 23 URG beträgt 73,63 % (Vorjahr: 79,06 %). Der Rückgang resultiert daraus, dass der Jahresfehlbetrag von EUR 21,32 Mio. nur teilweise durch den Eigenkapitalzufluss ais der Series-B-Extension (rund EUR 13,42 Mio.) kompensiert wurde. Trotz des kumulierten Bilanzverlusts von EUR 54.638.090 sichert die Kapitalrücklage in Höhe von EUR 91.636.343 die langfristige Solvenz und die Fähigkeit, die geplanten operativen Verluste während der Wachstumsphase zu tragen. Reorganisationsbedarf im Sinne des § 22 URG besteht nicht: Die Eigenmittelquote liegt weit über der Schwelle von 8 %, und aufgrund der negativen Mittelüberschüsse ist die fiktive Schuldentilgungsdauer nicht aussagekräf tig zu berechnen.
C. Risiken und Ungewissheiten (§ 243 Abs. 3 Z 2 UGB)
Die wesentlichen Risiken für die Prewave GmbH liegen im regulatorischen Umfeld und in der Marktdynamik, welche die Planungssicherheit für Compliance -getriebene Produkte beeinflussen.
1. Regulatorische Risiken
Der im Vorjahr angekündigte ESG-Omnibus wurde im Berichtsjahr finalisiert. Die Omnibus -I- Richtlinie (Richtlinie (EU) 2026/470) wurde am 26. Februar 2026 im Amtsblatt der Europäischen Union veröffentlicht und trat am 18. März 2026 in Kraft. Die wesentlichen Auswirkungen stellen sich wie folgt dar:
• Deutliche Verengung des Anwendungsbereichs: Die Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD) gilt künftig grundsätzlich nur noch für Unternehmen mit mehr als 1.000 Mitarbeitern und mehr als EUR 450 Mio. Nettoumsatz. Die Corporate Sustainability Due Diligence Directive (CSDDD) gilt nur noch für sehr große Unternehmen mit mehr als 5.000 Mitarbeitern und mehr als EUR 1,5 Mrd. Nettoumsatz. Ein erheblicher Teil der bisher erfassten Unternehmen fällt damit aus dem verpflichtenden Anwendungsbereich.
• Zeitliche Streckung: Die CSRD ist von den Mitgliedstaaten bis 19. März 2027 umzusetzen, mit erstmaliger Anwendung für Geschäftsjahre ab 1. Januar 2027. Die CSDDD ist bis 26. Juli 2028 umzusetzen; die Anforderungen gelten ab 26. Juli 2029, die zugehörigen Berichtspflichten für Geschäftsjahre ab 1. Januar 2030. • Inhaltliche Erleichterungen: Wegfall der verpflichtenden Klimatransformationspläne in der CSDDD, Wegfall des EUweiten zivilrechtlichen Haftungsregimes (Überlassung an das nationale Recht), Absenkung der Bußgeldobergrenze sowie Wegfall der sektorspezifisch en Berichtsstandards und Vereinfachung der ESRS. • EUDRUnsicherheit: Die EU Entwaldungsverordnung (EUDR) wurde erneut verschoben. Große Marktteilnehmer haben nunmehr bis 30. Dezember 2026, kleinere Marktteilnehmer bis 30. Juni 2027 Zeit, die Anforderungen zu erfüllen.
Direkte Konsequenz: Die Verengung des Anwendungsbereichs und die weitere zeitliche
Streckung dämpfen die unmittelbar compliance getriebene Nachfrage nach den
Nachhaltigkeitsprodukten stärker, als vor einem Jahr erwartet wurde, da ein größerer Teil des pote nziellen Kundenkreises nicht mehr verpflichtend erfasst ist. Für Unternehmen unterhalb der neuen Schwellenwerte könnte sich mittelfristig ein freiwilliges Berichtssegment entwickeln, insbesondere im Zusammenhang mit dem für Mitte 2026 erwarteten freiwillig en Standard für KMU (VSME) und den Anforderungen entlang der Wertschöpfungskette.
2. Markt - und Konjunkturrisiken
Die anhaltende wirtschaftliche Unsicherheit in Europa führt zu fortgesetztem Kostendruck bei den Zielkunden. Obwohl die Notwendigkeit eines starken Lieferkettenrisikomanagements angesichts geopolitischer Spannungen und Klimarisiken historisch hoch ist, könn en Budgetbeschränkungen bei Kunden zu Verzögerungen in der Beschaffung neuer Software führen. Ein weiteres Risiko besteht in der Kundenabwanderung (Churn); das Management adressiert dieses Risiko durch gezielte Maßnahmen zur Kundenbindung und zum Ausbau von Upselling.
3. Strategische Risikoabsicherung durch Resilienz
Die strategische Ausrichtung des Unternehmens, welche über die reine Compliance hinausgeht und einen ganzheitlichen Ansatz mit Fokus auf Resilienz verfolgt, dient als wesentliche Absicherung gegen die regulatorischen Risiken. Die durch das Omnibus -Paket geschaffene Verengung des Anwendungsbereichs verschiebt und reduziert zwar die
compliancegetriebene Nachfrage, mindert jedoch nicht die globale Nachfrage nach Lieferkettenstabilität, die durch geopolitische Konflikte und Klimarisiken getrieben wird. Durch die Stärkung des Resilienzprodukts wird die Abhängigkeit von spezifischen EU-Compliance- Fahrplänen reduziert und der Fokus auf einen stabilen, nicht-regulatorischen Nachfragetreiber verlagert. Der Ausgang des Omnibus-Verfahrens bestätigt damit die Richtigkeit dieser strateg ischen Diversifizierung.
D. Chancen und strategische Entwicklung
Die Prewave GmbH ist strategisch positioniert, um ihre Kapitalreserven zu nutzen und die makroökonomischen Trends zur Stärkung der Marktposition zu adressieren. Die nachfolgenden Initiativen befinden sich sämtlich in Umsetzung (in Progress).
1. Strategische Marktchancen
Die zunehmende geopolitische Instabilität, globale Handelsrestriktionen und die steigende Frequenz von Naturkatastrophen erzeugen einen klaren Business Case für widerstandsfähigere Lieferketten. Der Fokus auf die Quantifizierung des Risikos in der Lieferket te wird zu einem entscheidenden Wettbewerbsfaktor. Das Unternehmen baut seinen ganzheitlichen Ansatz weiter aus und setzt verstärkt auf Resilienz, entsprechend dem Markttrend nach holistischen Lösungen, die Nachhaltigkeit, Transparenz und Resilienz auf einer einzigen Plattform vereinen.
2. Produkt - und Wachstumsinitiativen
• Ausbau des Resilienzprodukts: Die Produktentwicklung konzentriert sich auf Funktionalitäten, die eine schnelle Reaktion auf globale Schocks ermöglichen. Diese Initiative befindet sich in Umsetzung. • Neue Umsatzsäulen aus Partnerschaften und Datenlizenzierung: Prewave arbeitet an der Lizenzierung der proprietären Daten und KI -Analysen sowie an OEM- Partnerschaften, mit denen die Plattform in andere Lösungen integriert wird. Dies diversifiziert das Geschäftsmodell und nutzt den technologischen Vorsprung als Datengrundlage. Diese Initiative befindet sich in Umsetzung. • Erschließung des öffentlichen Sektors: Der öffentliche Sektor wird als zusätzliche
Nachfragequelle adressiert. Diese Initiative befindet sich in Umsetzung.
• Interne KI-Integration: Es wird vermehrt in die interne Nutzung Künstlicher Intelligenz investiert, auch außerhalb der Entwicklungsabteilung, um operative Prozesse effizienter und effektiver zu gestalten. Diese Initiative befindet sich in Umsetzung.
3. Geografische Expansion
Der primäre Fokus der Expansion liegt auf der Vertiefung der Kernmärkte im deutschsprachigen Raum sowie im übrigen Europa (insbesondere Vereinigtes Königreich, Nord- und Südeuropa). Ergänzend wird die im Vorjahr initierte Präsenz im US Markt weiter aufgeba ut. Diese geografische Diversifizierung reduziert die Abhängigkeit von der regulatorischen Entwicklung einzelner Rechtsräume und befindet sich in Umsetzung.
E. Forschung und Entwicklung (F&E)
Die F&EAktivitäten sind der zentrale Hebel für den Wettbewerbsvorteil der Prewave GmbH. Die F&E Strategie konzentriert sich auf die Stärkung der Kernkompetenzen: prädiktives Risikomonitoring, umfassende Lieferantenrisikobewertung und detailliertes Tier -N- Lieferketten -Mapping.
Zu den wichtigsten Entwicklungszielen gehören neue Funktionalitäten zur Szenarioplanung und zum Carbon - Footprint -Management sowie die kontinuierliche Verbesserung der Benutzeroberfläche und der Ausbau der Systemintegrationen. Die Entwicklung des Carbon - Moduls adressiert die anhaltende Marktnachfrage nach Lösungen für Treibhausgasemissionen (Scope 3), unabhängig von den verschobenen und verengten CSRD/CSDDD-Anforderungen.
Tabelle 3: Schlüsselindikatoren für F&E -Investitionen
| Aufwandsposten | 2025/2026 (12M) | 2024/2025 (10M) | Veränder ung (%) | Veränderung normalisiert (12M/12M) |
|---|---|---|---|---|
| Gehälter (Löhne und Gehälter, gesamt) | 19.564.273 | 13.365.402 | +46,4 % | +19,8 % |
| Serverkosten | 1.210.259 | 602.671 | +100,8% | +67,3% |
| Datenakquisition | 198.473 | 85.256 | +132,8% | +94% |
| Datenvalidierung | 964.711 | 806.512 | +19,6% | -0.3% |
| Aufwandsposten | 2025/2026 (12M) | 2024/2025 (10M) | Veränder ung (%) | Veränderung normalisiert (12M/12M) |
|---|---|---|---|---|
| Anlagen in Bau (Website Assets) | 115.000 | 104.250 | +10,3% | na. |
| Software-Lizenzen | 1.264.769 | 731.370 | +72,9% | +44,1% |
Die gelb markierten Felder stammen aus dem internen Controlling und sind nicht dem UGB -Jahresabschluss zu entnehmen, sie sind durch die Steuerberalung zu ergänzen. Die Perioden sind nicht deckungsgleich (12 Monate gegenüber 10 Monaten), für eine belastbare Veränderungsrate ist eine Normalisierung analog zu Tabelle 1 vorzunehmen. Die Position Gehälter entspricht dem Gesamtposten Löhne und Gehälter der Gewinn - und Verlustrechnung Die fortgesetzten Investitionen in proprietäre Dateninfrastruktur sind notwendig, um den Wettbewerbsvorteil der Plattform aufrechtzuerhalten, die auf die Verarbeitung globaler Datenströme in einer Vielzahl von Sprachen angewiesen ist.
F. Voraussichtliche Entwicklung (§ 243 Abs. 3 Z 1 UGB)
1. Prognose für Umsatz, Ergebnis und Märkte
Die Unternehmensplanung geht für das kommende Geschäftsjahr von einer Fortsetzung des soliden Umsatzwachstums aus, getragen durch die hohen passiven Rechnungsabgrenzungsposten sowie durch die Erschließung neuer Umsatzsäulen. Ein zentrales Ziel der Planung st die Steigerung der Kapitaleffizienz: Die Unternehmensleitung erwartet, dass sich die Unit Economics im Zuge der Skalierung weiter verbessern und der operative Fehlbetrag über den Planungshorizont sukzessive zurückgeht. Für das kommende Jahr wird zwar we iterhin ein operativer Fehlbetrag erwartet, dieser ist jedoch strategisch geplant und durch die vorhandenen Barreserven abgesichert.
Das Wachstum soll zunehmend diversifiziert erfolgen, unter anderem über den öffentlichen Sektor, Partnerschaften zur Datenlizenzierung sowie größere Resilienzprojekte. Die Marktentwicklung wird weiterhin von makroökonomischer Volatilität geprägt sein, wobe Nachfrage nach Resilienz-Lösungen aufgrund geopolitischer Risiken zunehmen dürfte. i die
2. Erwartete Regulatorische Trends und Nachfrage
Die Managementplanung berücksichtigt den mit dem Omnibus -I-Paket geschaffenen Rechtsrahmen. Da die verpflichtende CSDDD erst ab 2029/2030 greift und der Anwendungsbereich von CSRD und CSDDD deutlich verengt wurde, wird der stark compliance getriebene Nachf rageschub später und in geringerem Umfang erwartet als noch vor einem
Jahr angenommen. Bis dahin wird die Nachfrage primär durch den Bedarf an holistischen Lösungen aufrechterhalten, die Nachhaltigkeit, Transparenz und Resilienz in einer einzigen Plattform vere inen, um bestehende, nicht-regulatorische Risiken zu managen. Der für Mitte 2026 erwartete freiwillige Standard für KMU (VSME) sowie die vere infachten ESRS könnten zusätzlich ein freiwilliges Berichtssegment eröffnen.
3. Geplante Investitionen
Die geplanten Investitionen konzentrieren sich auf drei Bereiche:
1. Technologie und Produkt: Weiterentwicklung der Module Resilienz, Carbon und Szenarioplanung sowie fortgesetzte Investitionen in Datenakquise und interne KI - Anwendungen zur Festigung des technologischen Vorsprungs. 2. Humankapital und Effizienz: Selektive Rekrutierung von Schlüsselpersonal in strategischen Bereichen bei gleichzeitig diszipliniertem Kostenmanagement und dem Ziel einer höheren Produktivität je Mitarbeiter. 3. Infrastruktur und Resilienz: Sicherstellung der Cyber-Resilienz und der digitalen Kontinuität, da Angriffe auf Software -Lieferketten voraussichtlich zunehmen werden.
G. Sonstige Angaben
1. Angaben zu eigenen Anteilen (§ 243 Abs. 2 UGB)
Die Prewave GmbH hält per 31. Jänner 2026 keine eigenen Anteile. Im Berichtszeitraum wurden keine eigenen Anteile erworben oder veräußert.
2. Zweigniederlassungen (§ 243 Abs. 2 UGB)
Der juristische Sitz und das Hauptgeschäft der Gesellschaft befinden sich in Wien. Es besteht derzeit ausschließlich eine Betriebsstätte in Graz, diese stellt keine gesetzlich relevante Zweigniederlassung im Sinne des § 243 Abs. 2 UGB dar, da es sich um keie autonome Geschäftseinheit handelt. Die Berichterstattung konzentriert sich daher auf den eingetragenen Sitz in Wien. Die internationale Präsenz wird durch entsprechende Personal- und Vertragsstrukturen unterstützt.
3. Verwendung von Finanzinstrumenten (§ 243 Abs. 3 Z 5 UGB)
Art der eingesetzten Instrumente
Die Prewave GmbH setzt primär Standard -Finanzinstrumente ein, darunter Bankguthaben, eine Termineinlage (Festgeld), Handelsforderungen und -verbindlichkeiten sowie einen vereinbarten Bankkredit (Erste Bank Sparkasse). Es wurden im Berichtsjahr keine kompleen derivativen Finanzinstrumente, Absicherungsgeschäfte (Hedging) oder Swaps genutzt.
Ziele und Strategien im Risikomanagement
Die Ziele des Risikomanagements sind die Sicherung der Liquidität zur Finanzierung der Wachstumsstrategie sowie die Minimierung operationeller Risiken.
• Preisrisiko (Wechselkursrisiko): Aufgrund der internationalen Geschäftstätigkeit ist die Gesellschaft Wechselkursschwankungen ausgesetzt. Angesichts der hohen Liquidität und des Wachstumsstadiums wird auf den Einsatz komplexer Absicherungsinstrumente verzichtet. • Ausfallrisiko: Das Ausfallrisiko resultiert hauptsächlich aus Kundenforderungen. Die aktive Uberwachung zeigt sich in einer moderaten Wertberichtigung zu Forderungen (EUR 29.280); ferner wird das Risiko durch die hohe Rate an Vorauszahlungen (passive RAP) gemindert. • Liquiditätsrisiko: Durch den Kassenbestand von rund EUR 39,3 Mio. zuzüglich der Termineinlage von EUR 5,0 Mio. ist das Liquiditätsrisiko für den Planungszeitraum als gering einzustufen.
4. Vorgänge von besonderer Bedeutung nach dem Schluss des
Geschäftsjahres
Nach dem Bilanzstichtag wurde Frau Dr. Lisa Smith mit Wirkung zum 17. März 2026 als Geschäftsführerin abberufen. Herr Harald Nitschinger führt die Geschäfte der Gesellschaft seither als alleiniger Geschäftsführer fort. Ferner wurde Frau Ivana Motta Marques als Prokuristin (einzelvertretungsbefugt) bestellt. Darüber hinaus sind nach dem Bilanzstichtag keine Vorgänge von besonderer Bedeutung eingetreten, die einer gesonderten Berichterstattung bedürften.
H. Schlussbemerkung
Das Geschäftsjahr 2025/2026 war ein Jahr der fortgesetzten Skalierung, gestützt durch eine im April 2025 abgeschlossene Series-B-Extension in Höhe von rund EUR 13,42 Mio. Auf vergleichbarer Zwölf -Monats-Basis wuchs der Umsatz um rund 27,8 %, während der operative Verlust nur moderat um rund 10,4 % zunahm und sich das Verhältnis von Personalaufwand zu Umsatz von rund 145 % auf rund 136 % verbesserte. Diese Entwicklung deutet auf eine zunehmende Kapitaleffizienz hin.
Die Gesellschaft verfügt mit einer Eigenmittelquote von 73,63 % und liquiditätsnahen Mitteln von rund EUR 44,3 Mio. weiterhin über eine solide Vermögens- und Finanzlage. Das regulatorische Umfeld hat sich mit der Finalisierung des Omnibus -I- Pakets verändert: Die Verengung des Anwendungsbereichs und die zeitliche Streckung von CSRD und CSDDD dämpfen die compliancegetriebene Nachfrage, bestätigen jedoch zugleich die strategische Ausrichtung auf ganzheitliches Risikomanagement und Resilienz. Die Prewave GmbH st damit gut positioniert, um ihr geplantes Wachstum zu finanzieren und die erwartete Nachfrage nach Resilienz und Nachhaltigkeitslösungen zu bedienen.
Wien, 17.09.2026
Harald Nitschinger Managing 9 D
Geschäftsführung
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