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Lagebericht 2025

Tante Fanny Frischteig GmbH

Original-PDF

Stichtag 31. Dez. 2025 · Eingereicht am 24. Sep. 2026

Inhaltsverzeichnis

1. Bericht über den Geschäftsverlauf und die wirtschaftliche Lage der Gesellschaft

1.1. Geschäft und Rahmenbedingungen

Die Tante Fanny Frischteig GmbH ist im Wesentlichen im Vertrieb von frischen, gekühlten Teigen — vor allem unter der eigenen Marke „Tante Fanny" - tätig. Die 100%ige Muttergesellschaft ist die Wewalka GmbH Nfg. KG. Der Standort Schwertberg ist unverändert Firmensitz, das Objekt wird durch die Tante Fanny Frischteig GmbH angemietet. Das Marketingbüro befindet sich in Gumpoldskirchen.

Zweigniederlassungen: BACKINI Backwaren Zweigniederlassung der Tante Fanny Frischteig GmbH Wienerstraße 112 2352 Gumpoldskirchen

Geschäftsführung: Herr Werner Schiessl und Herr Mag. (FH) Johann Pendl vertreten die Gesellschaft einzelberechtigt.

Neben dem Kerngeschäft der Marke Tante Fanny werden auch Umsätze mit Eigen- bzw. Handelsmarken getätigt. Der Export-Umsatz konnte im Geschäftsjahr leicht auf ca. 76% (Deutschland, Niederlande, Ungarn und u.a. Slowenien) gesteigert werden, wobei anzumerken ist, dass im Exportgeschäft, wie in Vorjahren, ein wesentlicher Anteil auf den deutschsprachigen Raum entfällt. Der Umsatzanteil des Inlandsgeschäftes lag bei ca. 24%.

Die Handelswarenumsätze mit Produkten, die aus technologischen Gründen nicht selbst hergestellt werden und von unterschiedlichen, international tätigen Produktionsbetrieben zugekauft werden, verzeichnen einen leichten Anstieg gegenüber dem Vorjahr.

1.2. Analyse des Geschäftsverlaufs

Die 2,8%ige Steigerung des Rohertrages war bei nahezu gleichem Nettoumsatz gegenüber dem Vorjahr überwiegend produktmixbedingt und wurde durch etwas niedrigere sonstige Erträge sowie höheren Personalaufwendungen reduziert.

Der Anstieg der sonstigen betrieblichen Aufwendungen ist vor allem auf höhere Transportaufwendungen (vor allem aus Preissteigerungen) sowie allgemein höheren Kosten zurückzuführen, was – bei annähernd gleichen Abschreibungen - zu einem leicht niedrigeren operativen Ergebnis führte. Geringere Zinserträge sowie eine höhere Ertragssteuerbelastung führten zu einem Rückgang des Jahresüberschusses in Höhe von TEUR 437.

Die Eigenkapitalquote erhöhte sich gegenüber dem Vorjahr (18,5 %) auf 24,8 %.

Der Nettogeldfluss aus der betrieblichen Tätigkeit war mit TEUR 3.686 annähernd auf Vorjahresniveau. Damit kann die Cashflow Entwicklung durchaus positiv bewertet werden. Der Stand an liquiden Mittel blieb aufgrund der Teilnahme am konzernweiten Cash Pooling System auf Vorjahresniveau.

1.3. Analyse mittels finanzieller Leistungsindikatoren

Vermögenslage

Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 2
31.12.202531.12.2024 31.12.2023 31.01.2023
TEURTEURTEURTEUR
kurzfristiges Umlaufvermögen18.90120.75617.80515.375
kurzfristiges Fremdkapital-14.189-16.956-13.886-14.198
Working Capital (Netto-Umlaufvermögen)4.7123.8003.9191.176
Anlagevermögen inkl. Latente Steuern154207233473
langfristiges Fremdkapital-139-126-110-101
Reinvermögen4.7273.8814.0421.549

Ertragslage

Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 2
2025202420232022/23
TEURTEURTEURTEUR
Rohertrag I23.00122.36720.61216.006
Personalaufwand-2.014-1.880-1.447-1.562
Rohertrag II20.98720.48719.16514.444
sonstige betriebliche Erträge9210458719
sonstige betriebliche Aufwendungen-19.945-19.176-16.558-15.686
Ergebnis vor Zinsen, Steuern und
Abschreibungen (EBITDA)1.1341.4153.194-1.223
Abschreibungen-73-82-78-78
Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT)1.0611.3333.116-1.301
Zinsen und ähnliche Aufwendungen000-6
Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge3990200
Ergebnis vor Steuern (EBT)1.1001.4233.136-1.307
Steuern vom Einkommen und vom Ertrag-254-140-642207
Jahresüberschuss = Jahresgewinn8461.2832.494-1.100

Finanzlage

Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 2
2025202420232022/23
TEURTEURTEURTEUR
Cashflow aus der betrieblichen Tätigkeit3.6864.0573.120-1.903
Cashflow aus Investitionsaktivitäten2137-29-77
Cashflow aus Finanzierungsaktivitäten-3.682-7.233-1.500-6

2. Bericht über die voraussichtliche Entwicklung und Risiken des Unternehmens

2.1. Voraussichtliche Entwicklung

Nach einer im letzten Geschäftsjahr positiven Entwicklung spüren wir aktuell starke Kaufzurückhaltung und ein der allgemeinen schwierigen Wirtschaftslage angepasstes Konsumverhalten der Konsumenten. Die ersten Monate des neuen Geschäftsjahres liegen sowohl bei Umsatz und Absatz unter unseren Erwartungen. Das Frischteigsegment ist in Krisenzeiten üblicherweise ein Wachstumssegment, in der aktuellen Situation ist dies nicht wahrzunehmen.

Die Marktentwicklung des letzten Jahres und die wie bereits erwähnt verhaltene aktuelle Marktlage führen zu einer zunehmenden Markt-Nervosität und preisgetriebenen Aktivitäten. Diesbezügliche Auswirkungen gilt es zeitnah zu beobachten. Für die Ertragssituation sehen wir diese Entwicklung als sehr kritisch, da es sich ausschließlich um Verdrängungswettbewerb handelt.

Die klimatischen Bedingungen – Trockenheit in den ersten Monaten werden zu Preissteigerungen führen, ebenso die geopolitische Entwicklung, die bereits zu einem weiteren massiven Anstieg der Frachtkosten geführt hat. Auf diese Entwicklung gehen wir in Punkt 2.2. des Berichtes näher ein.

2.2. Wesentliche Risiken und Ungewissheiten

Nach zwei Jahren mit rückläufiger Wirtschaftsleistung erholte sich die österreichische Konjunktur im Jahr 2025 leicht. Wachstumsimpulse kamen vom Konsum und den Investitionen. Der öffentliche Konsum legte wie bereits in den Vorjahren deutlich zu (+2,4 %), während der private Konsum angesichts hoher Unsicherheit und Sorge um mögliche Arbeitsplatzverluste nur wenig wuchs (+0,5 %). Die Exporte stabilisierten sich (+0,3 %).

Die für das laufende Jahr erwartete allmähliche Erholung der österreichischen Wirtschaft ist durch den Ende Februar ausgebrochenen Konflikt in Nahost unsicherer geworden. Iranische Angriffe auf die Produktionsanlagen der OI- und Gasindustrie in der Golfregion sowie die Blockade der wichtigen Transportroute durch die Straße von Hormus lösten einen markanten Anstieg der OI-, Gas- und Treibstoffpreise aus, der sich abhängig von der Dauer und Intensität der Auseinandersetzungen auf Verbraucherpreise und Produktionskosten auswirken wird.

Die durch den Konflikt ausgelösten Preisanstiege bei Ol, Gas, Treibstoff sowie energieintensiven Vorleistungen wie Dünger verteuern die Güterproduktion entlang der gesamten Liefer- und Wertschöpfungskette (Energie- und Transportkosten (Dieseltreibstoffzuschläge), Verpackungskosten) und schlagen damit auch auf Waren des täglichen Bedarfs wie Lebensmittel durch.

Die zusätzlichen geopolitischen Turbulenzen erzeugen Unsicherheit und wirken sich negativ auf das Investitionsklima, die Nachfrage nach österreichischen Industriegütern und die prognostizierte Stabilisierung der Exportentwicklung aus. Ein erneuter, energiepreisinduzierter Anstieg der Inflation wäre zudem ungünstig für die noch immer gedämpfte Konsumstimmung im Inland. Die OeNB erwartet für Osterreich ein bis zu 0,5 Prozentpunkte niedrigeres BIP-Wachstum sowie eine um einen Prozentpunkt höhere Inflationsrate, falls die Energiepreise bis Jahresende auf hohem Niveau verharren. Gehen die OI- und Gaspreise im Jahresverlauf hingegen auf das Vorkrisenniveau zurück, wird das BIP-Wachstum bloß um 0,25 Prozentpunkte gedämpft.

An den Finanzmärkten wird damit gerechnet, dass die EZB dem Inflationsschub mit einer Anhebung der Leitzinsen um jeweils 25 Basispunkte im Juni und September begegnet, was kreditfinanzierte

Investitionen verteuert. Der erneute Teuerungsschub und die gestiegene Unsicherheit dämpfen jedoch die Investitionsbereitschaft der Unternehmen und führen zu Konsumzurückhaltung.

Eine valide Prognose der weiteren Preisentwicklung und auch Verfügbarkeit ist aktuell nicht möglich!

3. Nachhaltigkeit

Gemäß Definition der Welternährungsorganisation FAO (Food and Agriculture Organization) ist ein Lebensmittelsystem dann nachhaltig, wenn es Ernährungssicherheit und Ernährung für alle bietet - in einer Weise, dass die ökonomischen, sozialen und ökologischen Grundlagen für die Ernährungssicherung und die Ernährung künftiger Generationen nicht beeinträchtigt werden.

Jeder Betrieb, der Lebensmittel herstellt, verarbeitet oder vertreibt, trägt eine hohe Verantwortung. Nicht nur müssen die Produkte gesundheitlich unbedenklich sein, höchste Ansprüche an Qualität und Sicherheit erfüllen, sondern auch in einem Umfeld produziert und vertrieben werden, das die steigenden Anforderungen an den Klimaschutz sowie das soziale Engagement für die Gesellschaft gewährleisten kann.

Als Teil eines fairen, gesunden und umweltfreundlichen Lebensmittelsystems engagiert sich Tante Fanny bereits heute weit über gesetzliche Vorgaben hinaus für die Umwelt und den Klimaschutz und achtet auf eine nachhaltige Beschaffung von Rohstoffen, garantiert den verantwortlichen Umgang mit natürlichen Ressourcen ebenso wie den Einsatz erneuerbarer Energie bzw. hat alle notwendigen Maßnahmen gesetzt, um Lebensmittelabfälle und Verpackungsmaterialen zu reduzieren.

Nachhaltigkeit ist für die Wewalka Group als strategische und operative Kernaufgabe in der Bereichs- und Geschäftsleitung verankert. Daher lag auch im Geschäftsjahr 2025 unser Fokus darauf, nachhaltige Praktiken im Sinne der ESG-Vorgaben in allen Bereichen unseres Unternehmens fortzuführen und zu verstärken bzw, wurden im Berichtsjahr 2025 auf Gruppenebene einige wesentliche Punkte des Wewalka-Nachhaltigkeitskonzeptes umgesetzt bzw. fortgeführt:

- - Weiterer Ausbau der Elektrofahrzeugflotte Monitoring und Reduktion unseres CO2-Fußabdruckes (Auch die vierte Berechnung des - Corporate Carbon Footprints 2024 wurde durch das unabhăngige und international anerkannte Unternehmen Climate Partner durchgeführt. Die fünfte Berechnung (2025) wurde im ersten Quartal 2026 begonnen. Die Ergebnisse stellen, wie in Vorjahren, die Grundlage dar, um weitere Optimierungen im Bereich unseres CO2-Fußabdruckes einzuleiten – der Anteil an CO2 Aquivalenten aus Scope 1 und 2 liegt derzeit lediglich bei 2,1% - gegenüber 2,4% im letzten Bericht) Im Berichtsjahr konnte in unserer Muttergesellschaft, der Wewalka GmbH Nfg. KG, auch die ISO-Zertifizierung 27001 Informationssicherheit erfolgreich abgeschlossen werden ebenso wie die Erst-Auditierung der ISO-Zertifizierung 14001 Umweltmanagement System und ISO 45001 Management System für Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit. Die ISO-Zertifizierung, ein Kernelement unseres Nachhaltigkeitskonzepts, schreitet daher plangemäß und äußerst erfolgreich voran. - Seit 2023 findet in Zusammenarbeit mit EcoVadis, einer der aktuell renommiertesten Plattformen auf diesem Gebiet, ein Nachhaltigkeitsrating statt. Nach der Auszeichnung mit der Bronzemedaille im ersten Jahr konnten wir unsere Leistung kontinuierlich verbessern und wurden im August 2025 mit der Silbermedaille bewertet. Die dem Rating

- zugrundeliegenden Berichte werden – wie in Vorjahren - ebenfalls als Ausgangspunkt für weitere Optimierungsmaßnahmen im ESG-Bereich herangezogen. Die Ausweitung des bestehenden Lieferanten-Auditumfanges bezüglich Nachhaltigkeitsthemen sowie der Beitritt zu SEDEX (Supplier Ethical Data Exchange) 2025 bieten weitere Möglichkeiten unser Nachhaltigkeitskonzept erfolgreich umzusetzen

Mitte März 2026 wurden die Vereinfachungen der EU Richtlinie zu nachhaltiger Berichterstattung (Corporate Sustainability Reporting Directive, CSRD) sowie zum EU-Lieferkettengesetz (Corporate Sustainability Due Dilligence Directiv, CS3D) im EU Amtsblatt veröffentlicht und traten somit in Kraft. Damit ist der sogenannte Omnibus 1 abgeschlossen.

Die Wewalka Gruppe fällt bis auf weiteres aus der Berichtspflicht der CSRD (und Taxonomie-VO), aber auch der CS3D, da dort noch höhere Schwellenwerte (5.000 Beschäftigte, EUR 1,5 Mrd. weltweiter Nettoumsatz) normiert wurden.

4. Bericht über die Forschung und Entwicklung

In der Rolle des „Category-Captain" liegt es an der Tante Fanny Frischteig GmbH durch Innovationen ihre Kompetenz zu beweisen und den Marktbegleitern einen Schritt voraus zu sein. Dazu zählen stetige Produktoptimierung und die Entwicklung neuer Produkte mit höchster Qualität. Damit werden wir einerseits den aktuellen Trends und anderseits den Ernährungsbedürfnissen gerecht und treffen die Erwartungen unserer Konsumenten und Kunden.

Schwertberg, 10. Juni 2026

Die Geschäftsführung der Tante Fanny Frischteig GmbH

Werner Schessl Mag. (FH) Johann Pendi

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