Inhaltsverzeichnis
I. Geschäftsverlauf
Der Schwerpunkt der Geschäftstätigkeit unserer Gesellschaft liegt in der Entwicklung, Erzeugung und dem Vertrieb von Auszugsystemen. Der Verkauf erfolgt sowohl über den Fachhandel als auch direkt an Industriekunden. Sämtliche Erzeugnisse werden im Inland und Ausland vertrieben. Die hauptsächlichen Auslandsmärkte sind die Mitgliedsstaaten der EU, die Schweiz und die USA. Ein weiterer Absatzmarkt ist die Region Fernost. Ergänzend werden auch die Absatzmärkte Mexico und Brasilien bearbeitet.
Das vergangene Geschäftsjahr war geprägt von einem leicht positiven Trend beim konjunkturellen Umfeld. Als Resultat steht ein Anstieg der Umsatzerlöse um 4,2 % auf € 49,1 Mio sowie eine noch etwas deutlichere Steigerung bei der Betriebsleistung um 8,9% auf € 50,4 Mio (€ 46,3 Mio im Vorjahr). Das Ergebnis vor Steuern ist mit € 2,2 Mio solide positiv (€ -0,7 Mio im Vorjahr), die Umsatzrentabilität liegt bei 5,1% (-0,5% im Vorjahr).
In unserem Kerngeschäft – die Herstellung von Auszugssystemen – hat eine dynamischere Nachfrageentwicklung zu steigenden Umsätzen in den wichtigsten Produktsegmenten geführt. Die Tochtergesellschaft Fulterer AG, CH ist weiterhin ein wichtiger Standort für die Lohnfertigung von diversen Arbeitsschritten im Konzern. Alle vorgelagerten Tätigkeiten werden am Standort der Fulterer AG & Co KG erledigt. Die Fertigstellung der Waren erfolgt dann am Standort der Fulterer AG.
Die Umsätze der Tochterfirma Fulterer AG beliefen sich im abgelaufenen Geschäftsjahr auf CHF 20,2 Mio (Anstieg von 10,5 % gegenüber dem Vorjahr). Der Jahresgewinn ist im Vorjahresvergleich von CHF 1,7 Mio auf 0,9 Mio CHF gesunken. Die Umsätze der Tochterfirma Fulterer USA Inc sind mit USD 26,0 Mio im Vergleich zum Vorjahr (USD 26,3 Mio) um 1,2 % gesunken. Der Gewinn ist im Vergleich zum Vorjahr (USD 3,0 Mio) auf USD 2,6 Mio gesunken.
II. Umsatzentwicklung
Der Gesamtumsatz des Geschäftsjahres 2024/2025 lag bei € 49,1 Mio. Der Anteil der Auslandsumsätze am Gesamtumsatz beträgt 96 %.
In Europa wurden 74 % und in Nordamerika 25 % vom Gesamtumsatz erwirtschaftet. Auf die Gebiete außerhalb Europas und Nordamerikas entfallen $1 % des Fulterer- Umsatzes.
Der Anteil des konzerninternen Umsatzes am Gesamtumsatz beträgt 30 %.
Der größte Absatzmarkt ist unverändert Deutschland (27%), gefolgt von USA (25%), Italien (10%), Schweiz, Osterreich und Türkei. Insgesamt wurden ca 81% des Gesamtumsatzes in den sechs wichtigsten Ländern erwirtschaftet.
Die Strategie, den Fokus auf hochwertige Produkte zu setzen, wird weiterhin konsequent verfolgt.
III. Ergebnisanalyse
Im abgelaufenen Geschäftsjahr sind die Umsatzerlöse um 4,2% auf € 49,1 Mio gestiegen, die Betriebsleistung sank aufgrund der im Vorjahresvergleich wesentlich geringeren negativen Bestandsveränderungen deutlich stärker um 8,9% auf € 50,4 Mio.
Die Aufwendungen für Material und sonstige bezogene Leistungen summierten sich auf € 25,7 Mio (€ 27,0 Mio im Vorjahr). Der Rohertrag I stieg daher von € 19,4 Mio im Vorjahr auf € 24,7 Mio (49,0% der Betriebsleistung im Vergleich zu 41,8% im Vorjahr). Der Personalaufwand ist durch das Umsatzwachstum sowie hohe Kollektivvertrag- Abschlüsse auf € 11,9 Mio (€ 11,2 Mio im Vorjahr) angestiegen.
Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen haben sich hauptsächlich aufgrund gestiegener Aufwendungen für Instandhaltung (Maschinen + IT), Forschung & Entwicklung und Patentgebühren auf € 7,6 Mio erhöht (€ 6,6 Mio im Vorjahr).
Damit konnte ein EBITDA in Höhe von rd € 5,4 Mio (10,7 % der Betriebsleistung) erzielt werden (im Vergleich zu € 1,9 Mio im Vorjahr).
Nach Berücksichtigung von Abschreibungen (€ 2,5 Mio sowie € 0,5 Mio Wertberichtigung Forderung/Darlehen gegenüber Fulterer Brasilien) und Finanzergebnis resultiert daraus ein EBIT in Höhe von € 2,5 Mio (€ -0,3 Mio im Vorjahr) bzw. ein Jahresüberschuss in Höhe von € 2,2 Mio (€ 0,7 Mio Jahresverlust im Vorjahr).
Die Gesamtkapitalrentabilität (ROI) lag somit bei 6,5% (-0,7% im Vorjahr), die Eigenkapitalrentabilität (ROE) betrug 14,8% (-4,7% im Vorjahr).
IV. Bilanzanalyse
Die Bilanzsumme hat sich um 6,7 % von € 37,7 Mio im Vorjahr auf € 40,2 Mio erhöht.
Das Anlagevermögen ist im Vergleich zum Vorjahr von € 13,2 Mio auf € 14,2 Mio gestiegen und setzt sich im Wesentlichen aus Sachanlagen (Maschinen, Betriebs- und Geschäftsausstattung sowie Investitionen in fremde Gebäude) in Höhe von € 6,9 Mio und Finanzanlagen (Anteile an verbundenen Unternehmen) in Höhe von € 7,0 Mio zusammen.
Das Umlaufvermögen stieg auf aktuell € 25,8 Mio (€ 24,3 Mio im Vorjahr), bestehend aus Vorräten (€ 8,3 Mio im Vergleich zu € 9,2 Mio im Vorjahr), Forderungen (€ 6,9 Mio) und Bankguthaben (€ 10,6 Mio im Vergleich zu € 8,6 Mio im Vorjahr).
Das Nettoumlaufvermögen (Working Capital) erreichte 2024/2025 einen Wert von € 6,5 Mio und ist damit im Vergleich zum Vorjahr (€ 6,9 Mio) leicht gesunken.
Passivseitig sind die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten durch laufende Tilgungen zum Bilanzstichtag auf € 10,3 Mio (im Vorjahr € 11,1 Mio) gesunken, die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen lagen bei € 2,0 Mio im Vergleich zu € 1,6 Mio im Vorjahr. Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen betragen unter anderem wegen der Verbindlichkeit aus der USD-Festgeldveranlagung für die Fulterer USA Inc € 7,7 Mio (€ 5,8 Mio im Vorjahr). Die Nettoverschuldung ist deutlich auf nun € 2,2 Mio (€ 5,1 Mio im Vorjahr) gesunken. Der Nettoverschuldungsgrad liegt aktuell bei 14,4 % (36,0 % im Vorjahr).
Die Rückstellungen für Abfertigungen und sonstige Rückstellungen sind mit € 4,2 Mio nahezu konstant (€ 4,3 Mio im Vorjahr). Das Eigenkapital ist aufgrund des positiven Jahresergebnis auf € 15,2 Mio (€ 14,1 Mio im Vorjahr) gestiegen, die Eigenkapitalquote hat sich dadurch auf 37,9 % erhöht (37,3 % im Vorjahr).
V. Finanzanalyse
Der Cash-Flow aus der betrieblichen Tätigkeit stieg im Geschäftsjahr 2024/2025 unter anderem aufgrund der positiven Ergebnisentwicklung auf einen Wert von € 7,0 Mio (€ 3,6 Mio im Vorjahr).
Der Nettogeldfluss aus Investitionstätigkeiten lag bei € -3,1 Mio (€ -2,4 Mio im Vorjahr). Dieser beinhaltet im Wesentlichen Auszahlungen für Anlagenzugänge.
Der Nettogeldfluss aus Finanzierungstätigkeiten lag bedingt durch die Tilgung von Finanzkrediten sowie Ausschüttungen bei € -1,8 Mio (€ -2,0 Mio im Vorjahr). Der Finanzmittelbestand der Gesellschaft betrug zum Bilanzstichtag € 10,6 Mio im Vergleich zu € 8,6 Mio im Vorjahr.
VI. Forschung, Entwicklung
Im abgelaufenen Geschäftsjahr lag der Schwerpunkt auf der Entwicklung überarbeiteter und verbesserter Produkte in den wichtigsten Produktsegmenten.
VII. Verwendung von Finanzinstrumenten
Zur Begrenzung des Wechselkursrisikos wurden im letzten Jahr USD-Devisentermingeschäfte eingesetzt.
Im Rahmen des innerbetrieblichen Rechnungswesens / Controlling werden in regelmäßigen Abständen Abweichungen vom prognostizierten Verlauf der Geschäfte (Umsatz, G+V, Cash-Flow, Finanzplan) untersucht und damit verbundene Risiken analysiert. Sämtliche Tochtergesellschaften werden in diesen Prozess eingebunden.
VIII. Risikomanagement
Mögliche Risiken werden kontinuierlich identifiziert, bewertet sowie Maßnahmen ergriffen, um diesen entgegenzuwirken.
In Bezug auf den Beschaffungsmarkt sind wir mit Preisänderungsrisiken, dem Mengenrisiko und dem Qualitätsrisiko konfrontiert. Dem Preisänderungsrisiko wird durch Maßnahmen wie eine laufende Marktbeobachtung, zeitliche Optimierung von Verträgen, Prüfung von Möglichkeiten zur Stahlpreisabsicherung und Materialpreisklauseln mit größeren Kunden entgegengewirkt. Das Mengenrisiko wird minimiert, indem von mehreren Lieferanten bezogen wird. Dem Qualitätsrisiko wird mit Prüfberichten und Lieferanten-Audits begegnet.
Dem Absatzrisiko wird versucht mittels einer globalen Kundenstruktur und diversifizierten Anwendungsbereichen unserer Produkte entgegenzutreten.
Um das Risiko von Forderungsausfällen von Kunden zu minimieren, werden Bonitätsauskünfte eingeholt und die Forderungen gegen Ausfall versichert.
Im Bereich von Zinsen und Währungen arbeiten wir mit Absicherungen (z.B. Zinscap oder Termingeschäfte). Zudem wird die Zins- (kurz- und langfristige Zinsen) und Währungsentwicklung laufend beobachtet. Außerdem versuchen wir Überschüsse zwischen Zahlungseingängen und Zahlungsausgängen bei Fremdwährungen (USD, CHF) möglichst zu minimieren.
Zur Sicherstellung der Liquidität wird laufend eine Finanzplanung erstellt, Soll-Ist Vergleiche gemacht und in regelmäßigen Gesprächen mit den Hausbanken (Austausch von Informationen, Zahlen,…) der Finanzierungsrahmen gesichert.
In Bezug auf das Risiko eines IT-Datenverlustes werden Gegenmaßnahmen wie Tagessicherungen sowie monatlichen Komplettsicherungen ergriffen. Die Sicherungsbänder der letzten drei Monate werden extern in einem Banktresor aufbewahrt.
IX. Voraussichtliche Entwicklung der Gesellschaft
Unsere Markteinschätzung für das Wirtschaftsjahr 2025/2026 ist aufgrund von konjunkturellen sowie politischen Risiken mit Unsicherheiten behaftet. Die Umsatzerwartung liegt bei € 50,0 Mio und die Erwartung für den Cash-Flow bei € 4,0 Mio. Voraussetzung ist allerdings, dass einerseits eine Lösung im Zollkonflikt zur Konjunkturerholung beiträgt und andererseits die Entwicklung von Materialpreisen sowie Lohnabschlüssen moderat bleibt.
Die Liquiditätslage ist gut und kann auch eine konjunkturell schwächere Phase überbrücken.
Auf den Absatzmärkten hat der Zugewinn von Neukunden in den Bereichen „Schwerlast“, „Kulissenauszüge“ und „Chromstahl“ weiterhin oberste Priorität.
Die Tochtergesellschaft Fulterer USA entwickelt sich im laufenden Geschäftsjahr 2025/2026 bisher über dem Niveau des Vorjahres. Die Fulterer AG liegt derzeit auf Vorjahresniveau.
Lustenau, 09. Juli 2025
Fulterer Management AG vertreten durch den Vorstand
Manfred' Fulterer
Markus Bösch
Alexander Fulterer
Raulo tutteres Paula Fulterer