Inhaltsverzeichnis
JAHRESABSCHLUSS FÜR DAS GESCHÄFTSJAHR 2025
1. Grundlagen des Unternehmens
Die STIHL Tirol GmbH ist ein Produktionsunternehmen innerhalb der STIHL-Gruppe und entwickelt sowie fertigt vorwiegend akkubetriebene Garten- und Motorgeräte. Der Standort Langkampfen dient als Kompetenzzentrum für bodengeführte Gartengeräte sowie als wichtiger Fertigungsstandort und Logistikdienstleister.
Die Gesellschaft ist in die weltweiten Vertriebsstrukturen der STIHL-Gruppe eingebunden und erwirtschaftet ihre Umsätze überwiegend durch interne Lieferungen an verbundene Unternehmen.
2. Wirtschaftsbericht
2.1 Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Rahmenbedingungen
Das Geschäftsjahr 2025 war geprägt von einer insgesamt verhaltenen, aber stabilen wirtschaftlichen Entwicklung in Europa. Inflations- und Energiepreisniveau haben sich im Laufe des Jahres leicht entspannt, blieben jedoch weiterhin auf einem erhöhten Niveau und beeinflussten sowohl Produktionskosten als auch Konsumverhalten.
Für die Garten- und Motorgerätebranche zeigte sich ein differenziertes Bild: Während das klassische Benzinsegment weiterhin rückläufig war, verzeichnete der Markt für akkubetriebene Geräte nach wie vor stabile Nachfrageimpulse. Dies wurde durch das steigende Umweltbewusstsein der Konsument:innen, strengere Regulierungen sowie die zunehmende Leistungsfähigkeit moderner Akkusysteme unterstützt.
2.2 Geschäftsverlauf
Die STIHL Tirol GmbH konnte sich im Geschäftsjahr 2025 in einem anspruchsvollen Marktumfeld behaupten. Der Standort stärkte seine Rolle als Kompetenzzentrum für bodengeführte Gartengeräte innerhalb der STIHL-Gruppe und erreichte eine weitgehend stabile Produktionsauslastung.
Wesentliche Treiber des Geschäftsverlaufs waren:
der kontinuierliche Ausbau des Akku-Produktportfolios, Prozessoptimierungen in der Fertigung, erfolgreiche Anläufe neuer Produktgenerationen, verbesserte Logistik- und Materialflussprozesse.
Trotz punktuell herausfordernder Lieferketten blieb die Versorgungssituation überwiegend stabil.
2.3 Ertragslage
Die Ertragslage entwickelte sich nicht zufriedenstellend. Steigende Material-, Energie- und Personalkosten belasteten zwar einzelne Bereiche, konnten jedoch durch Effizienzmaßnahmen, optimierte Produktionsprozesse und eine verbesserte Kapazitätsauslastung teilweise kompensiert werden.
Ein in 2025 ergebniswirksamer Sondereffekt resultierte aus der Beendigung des Geschäftsfeldes Rasenroboter sowie der teilweisen Aufhebung des Markenwechselvertrags. Dadurch entstanden einmalige Aufwendungen und Erträge, die im aktuellen Geschäftsjahr ergebniswirksam berücksichtigt werden. Diese Einmalkosten beeinflussen das operative Ergebnis, sind jedoch nicht fortlaufend wirksam.
Die Umsatzerlöse erhöhten sich von € 733 Mio. um 16 % auf € 853 Mio. Die Entwicklung in den einzelnen Märkten und Produktgruppen war, wie schon in den Vorjahren, konjunktur-, witterungs- und währungsbedingt uneinheitlich.
2.4 Finanzlage
Die Finanzlage der STIHL Tirol GmbH war im gesamten Geschäftsjahr 2025 geordnet. Die Liquidität war gesichert, unterstützt durch eine verlässliche Intercompany Finanzierung und einersoliden Kapitalstruktur innerhalb der STIHL-Gruppe.
Investitionen konzentrierten sich insbesondere auf Automatisierungs- und Digitalisierungsprojekte und moderne Fertigungs- und Montagelinien.
Diese Investitionen dienen der langfristigen Effizienzsteigerung und Stärkung des Standorts.
Der Gesamtumfang der Investitionen belief sich auf € 20,0 Mio. (2024: € 38,2 Mio.).
2.5 Vermögenslage
Die Vermögenslage ist geprägt von einer hohen Konzernfinanzierung, insbesondere in modernen Produktionsanlagen und Werkzeugen. Die Vorratsbestände lagen auf einem bedarfsorientierten Niveau und spiegelten die Produktionsanforderungen sowie die Lieferkettenlage wider.
Die Eigenkapitalquote blieb positiv. Die bilanzielle Entwicklung zeigt eine angemessene Finanzierung der laufenden und zukünftigen Geschäftsaktivitäten.
In 2025 investierte die STIHL Tirol GmbH in Rationalisierung, Modernisierung und in ein umfangreiches Programm neuer Produkte.
Wichtige finanzielle Leistungsindikatoren – Kennzahlen
| 2025 | 2024 | |
|---|---|---|
| Eigenkapitalrentabilität | -7,0 % | -167,2 % |
| (Jahresfehlbetrag / Eigenkapital) | ||
| Gesamtkapitalrentabilität | -0,7 % | -15,9 % |
| (Jahresüberschuss / Gesamtkapital) | ||
| Eigenkapitalquote | 9,5 % | 9,5 % |
Zur Absicherung von künftigen Zahlungsverpflichtungen wurden folgende Devisentermingeschäfte über den Konzern abgeschlossen:
Sechs für den Ankauf in Höhe von US$ 16.385.000,00 zum Gegenwert von € 13.953.065,91, sechs für den Ankauf in Höhe von CHF 850.000,00 zum Gegenwert von € 920.923,16 und zwei für den Ankauf in Höhe von JPY 17.250.000,00 zum Gegenwert von € 98.929,29.
Die Termingeschäfte werden im 1. Halbjahr 2026 fällig.
Das Eigenkapital reduzierte sich 2025 von € 62 Mio. auf € 58 Mio. Das erzielte Ergebnis vor Steuern erhöhte sich gegenüber Vorjahr um € 101,2 Mio. auf - € 2,5 Mio. Nach Abzug der Körperschaftssteuer verbleibt ein Verlust in Höhe von - € 4,0 Mio. gegenüber einem Jahresverlust von - € 103,4 Mio. aus 2024.
3. Nichtfinanzielle Leistungsindikatoren und Nachhaltigkeit
3.1 MitarbeiterInnen
Die Zahl der durchschnittlich Beschäftigten reduzierte sich von 927 auf 902. Der Anteil der Personalkosten lag 2025 bei 8,8 % (in % vom Umsatz, VJ: 9,3 %).
Im Jahr 2025 wurden zahlreiche Initiativen zur Weiterentwicklung von Mitarbeitenden und Führungskräften am Standort umgesetzt und bestehende Programme strategisch ausgebaut. Der Fokus lag dabei auf der Stärkung von Führungskompetenzen, der Förderung bereichsübergreifender Zusammenarbeit sowie der kontinuierlichen Verbesserung von Kommunikation und Qualifikation. Im Rahmen der beruflichen Weiterbildung wurden im Jahr 2025 rund 11.110 Stunden investiert mit insgesamt knapp 3.200 Teilnahmen.
Personalentwicklungsmaßnahmen
Der 2024 implementierte Personalentwicklungsprozess mit SAP SuccessFactors “Performance & Goals, Succession & Development” wurde 2025 weiter professionalisiert und durch Trainings für Mitarbeitende und Führungskräfte ergänzt. Besonders die Qualität der Jahresgespräche wurde durch gezielte Unterstützung der Führungskräfte gestärkt.
Darüber hinaus wurde 2025 ein 360°-Feedback erfolgreich implementiert, um Reflexions- und Personalentwicklungsprozesse zu verbessern.
Mit dem neuen „Leadership-Hub“ steht Führungskräften seit 2025 zudem eine zentrale Informationsplattform zur Verfügung.
Zur Förderung der Zusammenarbeit wurden bestehende Initiativen wie „Vorarbeiter stärken“ weitergeführt und neue Formate wie der „STIHL Tirol VorarbeiterInnen Talk“ etabliert. Ebenso wurde das bestehende Format „Weiterbildungspass“ 2025 weiterentwickelt, Module aktualisiert und zusätzliche Anreize geschaffen, um die Teilnahme zu erhöhen.
Global Pulse Check
Die erstmalige Durchführung des Global Pulse Checks im Jahr 2025 lieferte wertvolle Erkenntnisse für Verbesserungsmaßnahmen am Standort STIHL Tirol. Daraus wurden unter anderem eine interne Umfrage zum Kommunikationsfluss, eine Führungskräfteschulung zur Entscheidungsfindung initiiert sowie ein Talentprogramm konzeptioniert. Mit der neuen Initiative „Lead & Learn“ soll zudem die laufende Vernetzung von Führungskräften sowie der Transfer von Zukunftskompetenzen gestärkt werden.
Weitere Schwerpunkte
Ein weiteres Projekt 2025 war das flächendeckende Angebot von Compliance-Schulungen für alle Mitarbeitenden am Standort.
Zusätzlich wurden Deutsch-Einstufungstests sowie aufbauende Sprachtrainings durchgeführt, um kommunikative Hürden abzubauen.
Im Bereich Gesundheitsmanagement wurde die arbeitspsychologische Beratung ausgebaut und durch Resilienz-Trainings sowie „Erste Hilfe für die Seele“-Seminare ergänzt.
STIHL Tirol erhielt im Rahmen der BEST RECRUITERS Studie 2025 die Auszeichnung in Silber.
3.2 Umwelt- und Nachhaltigkeitsaspekte
Nachhaltigkeit ist ein wesentlicher Bestandteil der Unternehmensstrategie der STIHL Tirol GmbH. Im Jahr 2025 wurden zahlreiche Maßnahmen umgesetzt, um die ökologische Performance des Standorts Langkampfen weiter zu verbessern.
Im Jahr 2025 deckten wir mit der integrierten 400-kWp Photovoltaikanlage 8,2 % unseres Gesamtstromverbrauchs selbst ab.
Durch die Sanierung von Bauabschnitt 1 und Bauabschnitt 2 wird eine bessere Wärmedämmung erzielt.
Für das Energiesystem MESSDASS wurden weitere Stromzähler sowie eine Wetterstation angeschafft. Die Installation ist für Q1 2026 geplant.
Im Zuge der nachhaltigen Modernisierung der Mobilitätsflotte wurden im Berichtszeitraum 15 konventionelle Fahrzeuge durch Elektrofahrzeuge ersetzt.
Darüber hinaus ist geplant, den E-Fuhrpark im Jahr 2026 weiter auszubauen, um die Transformation in Richtung eines vollständig emissionsarmen Fuhrparks fortzuführen außerdem steht JobRad für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zur Verfügung.
3.3 Weitere nichtfinanzielle Kennzahlen
Neben Mitarbeiter- und Umweltkennzahlen werden regelmäßig weitere Leistungsindikatoren erhoben, darunter:
Arbeitssicherheitskennzahlen (z. B. Unfallquote, Safety-Trainings) Qualitätskennzahlen in der Produktion Absatz 3.885.384 Stück
Diese Indikatoren unterstützen die kontinuierliche Verbesserung und dienen als Grundlage für strategische Entscheidungen.
4. Chancen- und Risikobericht
4.1 Risikobericht
Die STIHL Tirol GmbH verfügt über ein strukturiertes und konzernweit integriertes Risikomanagementsystem, das darauf ausgerichtet ist, wesentliche Risiken frühzeitig zu identifizieren, zu bewerten und geeignete Maßnahmen einzuleiten. Nach derzeitigem Kenntnisstand bestehen keine Risiken, die den Fortbestand des Unternehmens gefährden könnten.
Markt- und Absatzrisiken
Aufgrund der hohen Exportorientierung und der Integration in die weltweiten Vertriebsstrukturen der STIHL-Gruppe unterliegt die Gesellschaft konjunkturellen Schwankungen sowie Veränderungen im Konsumverhalten. Eine Abschwächung der Nachfrage, insbesondere im Akku-Segment, kann sich negativ auf die Produktionsauslastung auswirken.
Lieferketten- und Beschaffungsrisiken
Trotz merklicher Stabilisierung der globalen Lieferketten bestehen weiterhin Risiken im Bereich Rohstoffund Komponentenverfügbarkeit. Engpässe bei elektronischen Bauteilen, Akkuzellen oder spezifischen Vormaterialien können zu Verzögerungen im Produktionsprozess führen. Preisvolatilitäten bei Stahl, Kunststoffen und Energie stellen zusätzliche Belastungsfaktoren dar.
Technologische und regulatorische Risiken
Die technologische Entwicklung – insbesondere im Bereich Akku-Technologien – schreitet dynamisch voran. Verzögerungen bei der Entwicklung neuer Produktgenerationen oder strengere Vorgaben hinsichtlich Energieeffizienz, Emissionen oder Produktsicherheit können Anpassungsaufwand verursachen. Regulatorische Anforderungen im Bereich Nachhaltigkeit und Berichterstattung (z. B. CSRD) führen zu erhöhten Compliance-Anforderungen.
Betriebs- und Produktionsrisiken
Als Produktionsstandort bestehen Risiken in Zusammenhang mit Anlagenverfügbarkeit, Störungen im Produktionsablauf oder notwendigen Instandhaltungsmaßnahmen. Zur Risikominderung werden umfassende präventive Wartungsprogramme sowie ein modernes Instandhaltungsmanagement eingesetzt.
Personal- und Fachkräfterisiken
Der Fachkräftemangel stellt weiterhin eine Herausforderung dar. Schwierigkeiten bei der Rekrutierung qualifizierter MitarbeiterInnen, insbesondere in technischen Bereichen, können zu Kapazitätsengpässen führen. Durch gezielte Weiterbildung, Employer-Branding-Initiativen und Ausbildungsprogramme wirkt das Unternehmen diesen Risiken entgegen.
IT- und Cyberrisiken
Die zunehmende Digitalisierung führt zu verstärkten Anforderungen an die IT-Sicherheit. Cyberangriffe, Systemausfälle oder Datenverluste können den Betriebsablauf beeinträchtigen. Die STIHL-Gruppe stellt hohe Sicherheitsstandards sicher, darunter laufende Systemüberwachung, Zugriffskontrollen, Schulungen und Notfallkonzepte.
4.2 Chancenbericht
Parallel zu den identifizierten Risiken ergeben sich für die STIHL Tirol GmbH vielfältige Chancen, insbesondere aufgrund der starken Marktposition der STIHL-Gruppe und der technologischen Ausrichtung des Standorts Langkampfen.
Technologische Weiterentwicklung
Durch kontinuierliche Investitionen in F&E sowie modernste Fertigungstechnologien ergeben sich Chancen zur Entwicklung effizienterer, leichterer und leistungsstärkerer Geräte. Fortschritte in Batterietechnologien und Elektronik ermöglichen zudem neue Produktgenerationen und zusätzliche Anwendungsfelder.
Produktionsoptimierung und Automatisierung
Der Standort Langkampfen investiert laufend in Automatisierung, Digitalisierung und intelligente Fertigungskonzepte. Diese Maßnahmen erhöhen die Produktionsflexibilität und Effizienz und sichern langfristig die Wettbewerbsfähigkeit.
Ein weiterer Schwerpunkt lag auf einer Vielzahl von CRP-Projekten für Rasenmäher und Aufsitzmäher, die einen deutlich positiven Beitrag zur Verbesserung des Geschäftsfelds der bodengeführten Gartengeräte liefern und liefern werden. Um weitere, ergänzende Ansatzpunkte für Verbesserungen zu identifizieren, wurde ein umfangreiches Benchmarking gestartet. Intensiviert wurden auch die Aktivitäten, um durch Grundlagen- und Vorentwicklungen neue Features aber auch neue, das Sortiment erweiternde Produkte zu identifizieren und für eine Umsetzung in Serie vorzubereiten
Synergieeffekte innerhalb der STIHL-Gruppe
Die enge Zusammenarbeit mit anderen Gesellschaften der STIHL-Gruppe bietet Chancen zur Prozessharmonisierung, zur besseren Kapazitätsauslastung sowie zur gemeinsamen Entwicklung neuer Produktlinien.
Nachhaltigkeits- und Energieeffizienzinitiativen
Nachhaltige Produktionsprozesse, Energieeffizienzprogramme sowie der verstärkte Einsatz erneuerbarer Energien schaffen wirtschaftliche Chancen, beispielsweise durch langfristige Kosteneinsparungen oder die Erfüllung wachsender Marktanforderungen an nachhaltige Produkte.
5. Forschungs- und Entwicklungsbericht
Die STIHL Tirol GmbH hat im Jahr 2025 weiterhin intensive Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten betrieben, um die Technologieführerschaft im Bereich der bodengeführten Gartengeräte zu halten. Der Standort Langkampfen ist dabei das Kompetenzzentrum innerhalb der STIHL-Gruppe, was sich in zahlreichen Innovations- und Optimierungsprojekten sowie Technologieentwicklungen widerspiegelt.
Neben der Anfang des Jahres gestarteten Hochlaufphase für die neuen Akku-Rasenmäher der Serie 7 mit 72V-Technologie konnte mit dem AZA 700 die Entwicklung eines neuen Akku-Zeroturn-Mähers als ergänzendes Stand-On-Modell für den US-amerikanischen und kanadischen Markt abgeschlossen werden. Um die Marktverbreitung der STIHL Akkusysteme zu erhöhen, wurden mit verschiedenen Kooperationspartnern Kontakte geknüpft, um die Powerhead-Antriebseinheiten, die bei den STIHL Akku- Rasenmähern bereits zum Einsatz kommen, auf deren Geräten zur Verwendung zu bringen. Bei zwei dieser Partner konnte das bereits erfolgreich in Serie umgesetzt werden.
Die Entwicklung der neuen Rasenmäher der Serie 6 mit Akku- und Benzin-Antrieb läuft im Plan. Hierbei kommt das neue AP+-Akkusystem zum Einsatz, das in enger Abstimmung mit der Entwicklung des STIHL Stammhause parallel zu den Endprodukten entwickelt wird. Die Entwicklungen folgender Neuprodukte wurden gestartet: Die Rasenmäher der Serie 3 mit Akku- und Benzin-Antrieb in zwei Schnittbreiten zur Ergänzung des Sortiments im Consumer-Bereich in Europa, der Akku-Vertikutierer RLA 440 für den Prosumer- und Rental-Einsatz mit innovativer Höhenverstellung und integrierter Werkzeug- Verschleißanzeige sowie die Gartenhäcksler GHE 125, GHA 165 und GHA 180L mit Elektro- und erstmalig auch mit Akku-Antrieb.
Die Technologie-Kompetenz konnte durch die Entwicklung und den Aufbau eines neuen Strömungsprüfstands für Rasenmäher erweitert werden. Der Prüfstand dient, ergänzend zur Berechnung, zur Beurteilung und Optimierung des Füllverhaltens des Grasfangkorbs. Im Zug der Erneuerung konnten die Aussagefähigkeit verbessert und die Messgeschwindigkeit erhöht werden. Zur besseren Verfügbarkeit wurde der neue Prüfstand in enger Abstimmung und mit Unterstützung der Spezialisten des STIHL Stammhauses an deren bestehende Strukturen angedockt. Auch die Modernisierung der Prüfstandsinfrastruktur in Tirol konnte weiter vorangetrieben werden. Die Unterstützung der Kollegen von STIHL Inc. in deren Projekten 'Wasserpumpen für USA' und 'Nachfolge der Benzin-Zeroturn-Mäher' war ein weiterer Beitrag zur Internationalisierung und Vernetzung der Entwicklungsaktivitäten.
Insgesamt leisten die Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten einen wichtigen Beitrag zum langfristigen Erfolg der STIHL Tirol GmbH. Sie stärken die Wettbewerbsfähigkeit, unterstützen die strategische Ausrichtung auf das Akku-Segment und sichern die Position des Standorts als ein technologisches Kompetenzzentrum innerhalb der STIHL-Gruppe.
6. Interne Kontroll- und Risikomanagementsysteme im Rechnungslegungsprozess
Die STIHL Tirol GmbH verfügt über ein strukturiertes und wirksames internes Kontroll- und Risikomanagementsystem (IKS), das sämtliche wesentlichen Prozesse der Rechnungslegung abdeckt. Ziel ist es, die Zuverlässigkeit, Genauigkeit und Vollständigkeit der finanziellen Berichterstattung sicherzustellen und Risiken frühzeitig zu erkennen und zu minimieren.
Das IKS basiert auf klar definierten Verantwortlichkeiten, dem Vier-Augen-Prinzip, system-gestützten Prüfmechanismen sowie dokumentierten Prozessabläufen für den Monats-, Quartals- und Jahresabschluss. Automatisierte Kontrollen im ERP-System unterstützen die korrekte Verarbeitung von Buchungsvorgängen, während regelmäßige Abstimmungen und Plausibilitätsprüfungen die Datenqualität zusätzlich absichern.
Ein wichtiger Bestandteil des Systems sind die IT-Sicherheits- und Berechtigungskonzepte, welche den Zugriff auf sensible Finanzdaten regeln und durch regelmäßige Aktualisierungen und Überwachungsmechanismen geschützt werden. Potenzielle Risiken im Rechnungslegungsprozess – etwa durch fehlerhafte Stammdaten, Systemausfälle oder neue regulatorische Anforderungen – werden kontinuierlich bewertet und mit geeigneten Maßnahmen adressiert.
Die Wirksamkeit des Kontrollsystems wird laufend durch interne Funktionen, wie Controlling und interne Revision, sowie durch externe Prüfungen überwacht. Erkenntnisse aus Audits fließen in die fortlaufende Weiterentwicklung des Systems ein. Nach aktuellem Stand ist das interne Kontroll- und Risikomanagementsystem angemessen ausgestaltet, funktionsfähig und gewährleistet eine ordnungsgemäße Rechnungslegung.
7. Prognosebericht
Für das Geschäftsjahr 2026 erwartet die STIHL Tirol GmbH eine insgesamt gleichbleibende Entwicklung. Die Nachfrage nach bodengeführten Gartengeräten – dem zentralen Geschäftsfeld des Standorts Langkampfen – wird voraussichtlich auf einem guten Niveau bleiben und durch neue Produktgenerationen zusätzliche Impulse erhalten.
Die Produktionsauslastung soll stabil bis leicht sinkend verlaufen. Effizienzsteigerungen,
Automatisierungsprojekte und Digitalisierungsinitiativen werden die Kostenentwicklung positiv unterstützen. Investitionen sind vor allem in den Bereichen Fertigungsoptimierung und Automatisierung geplant.
Die Beschäftigtenzahl wird voraussichtlich weitgehend konstant bleiben, mit gezielten Anpassungen im technischen Bereich.
Chancen ergeben sich insbesondere durch den weiterhin starken Markttrend zu Akku-Geräten, technologische Fortschritte und Synergien innerhalb der STIHL-Gruppe. Risiken bestehen weiterhin in globalen Lieferketten, Energiepreisentwicklungen und regulatorischen Anforderungen.
Insgesamt rechnet die Geschäftsführung für 2026 mit einer stabilen wirtschaftlichen Lage und einer stabilen Weiterentwicklung des Standorts.
Mit Gesellschafterbeschluss vom 25.2.2026 wurde eine Zuführung in die freie Kapitalrücklage durch Darlehens- bzw. Forderungsverzicht i.H.v. EUR 30.000.000,00 beschlossen.
8. Erklärung der gesetzlichen Vertreter
Die Geschäftsführung bestätigt, dass der Lagebericht alle erforderlichen Angaben gemäß § 243 UGB enthält.
Langkampfen, 24. März 2026
Blk Shill
Ralph Schmid
Geschäftsführer