Inhaltsverzeichnis
Bericht über den Geschäftsverlauf
Das Unternehmen
Die Frauscher Sensor Technology Group GmbH mit dem Sitz in 4774 St. Marienkirchen, Gewerbestraße 1, ist im Bereich der Verwaltung und Führung von Unternehmen und Betreiben tätig.
Die Unternehmensgruppe entwickelt und fertigt seit 1987 hochwertige Produkte im Bereich der induktiven Sensortechnologie. Hauptanwendungsgebiet für ihre Produkte sind bahntechnische Anlagen. Achserfassungs- und Achszähl-Systeme sind bei namhaften Fernbahnen aber auch bei Nahverkehrs- und Industriebahnen weltweit im Einsatz.
Zweigniederlassungen/Tochterunternehmen
Die Frauscher Sensor Technology Group GmbH hat ihren Sitz in St. Marienkirchen. Die Unternehmensgruppe Frauscher hat einen Produktionsstandort in St. Marienkirchen und Indien sowie Vertriebsgesellschaften in Australien, Brasilien, China, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Polen, in den USA und den VAE. Es handelt sich hierbei um Tochterunternehmen. Weitere Vertriebsstandorte bestehen in Japan und Taiwan sowie Repräsentationsoffices in Kasachstan und Republik Serbien. Büros der Frauscher Sensortechnik GmbH sind in St. Marienkirchen, Schärding und Wien.
Geschäftsverlauf
Die Branchenentwicklung, wo die Unternehmensgruppe der Frauscher Sensor Technology GmbH tätig ist, ist nach wie vor positiv und mit sehr wenigen Ausnahmen setzt sich der Trend fort, Neubaustrecken weltweit mit Achszählern auszurüsten. In Europa ist das Geschäftswachstum stabil steigend, das Geschäft hingegen in Asien und hier insbesondere in Indien, aber auch in Australien und Nordamerika wächst überdurchschnittlich stetig weiter.
Das Geschäftsjahr 2025 hat zu einem Umsatzrückgang von 52 % geführt.
Einhergehend mit dem Umsatzrückgang verringerte sich die Rohmarge gegenüber dem Vorjahr um EUR 5,7 Mio. Das Betriebsergebnis (EBIT) lag mit EUR -10,5 Mio. EUR 3,0 Mio. unter dem Vorjahreswert. Der negative Effekt aus dem Umsatz- und Rohmargenrückgang konnte durch gesunkene Personal- und sonstige betriebliche Aufwendungen teilweise kompensiert werden.
Kennzahlen zur Ertragslage
Umsatz
Der Umsatz betrug im Geschäftsjahr 2025 EUR 5.305.998 (Vorjahr TEUR 11.042). Dies stellt gegenüber dem Vorjahr eine Verringerung von 52 % dar.
Ergebnis
Das Ergebnis vor Steuern (EBT) sowie daraus abgeleitet das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) entwickelten sich in den vergangenen Jahren folgendermaßen:
| 2025 | 2024 | 2023 | |
|---|---|---|---|
| Ergebnis vor Steuern (EBT) | 2 025 863 | -5.542.146 | -14.228.662 |
| Bereinigt um Finanzergebnis | 12 553 634 | 1.960.527 | -10.633.023 |
| Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) | -10 527 771 | -7.502.673 | -3.595.638 |
Nach
Berücksichtigung der Steuern weist die Gesellschaft im Geschäftsjahr 2025 einen Jahresgewinn von EUR 4.614.229,27 aus (Vorjahr EUR -3.021.054,40).
Entwicklung der Ertragskraft
Uber eine Laufzeit von drei Jahren zeigen Betriebsleistung und Ertragskraft, auch Umsatzrentabilität genannt, folgendes Bild:
| 20,00 | 50,00% | ||
|---|---|---|---|
| 18,00 | |||
| 16,00 | 0,00% | ||
| 14,00 | |||
| 12,00 | -50,00% | ||
| 10,00 | |||
| 8,00 | -100,00% | ||
| 6,00 | |||
| 4,00 | -150,00% | ||
| 2,00 | |||
| 0,00 | -200,00% | ||
| 2022 | 2023 | 2024 | 2025 |
| Profitability |
• Operating output in Mio. EUR
RAUSCHER
Kapitalrentabilität
Die Kapitalrentabilitäten ergeben sich aus dem Verhältnis des Ergebnisses zum durchschnittlichen Kapital. Die Eigenkapitalrentabilität (Return on Equity), bezogen auf das EBT und die Gesamtkapitalrentabilität (Return on Investment), bezogen auf das EBIT (bereinigt um Zinsaufwendungen), haben sich wie folgt entwickelt:
| 2025 | 2024 | 2023 | |
|---|---|---|---|
| Eigenkapitalrentabilität in % | 4,9 | -13,8* | -34,9* |
| Gesamtkapitalrentabilität in % | -11,8 | -8,2* | -3,7* |
*Aufgrund des negativen EBTs bzw. EBITs resultiert eine negative Eigenkapitalrentabilität bzw. Gesamtkapitalrentabilität.
Kennzahlen zur Vermögens- und Finanzlage
Nettoverschuldung
Als Nettoverschuldung bezeichnet man den Überschuss von verzinslichem Fremdkapital über die flüssigen Mittel. Dessen Verhältnis zum Eigenkapital (inkl. Investitionszuschüsse) ergibt den Nettoverschuldungsgrad.
| 2025 | 2024 | 2023 | |
|---|---|---|---|
| Nettoverschuldung (Net debt) | 37.943.758 | 46.412.784 | 46.277.263 |
| Eigenmittel | 43.254.468 | 38.640.476 | 41.662.958 |
| Nettoverschuldungsgrad (Gearing) in % | 88 | 120 | 111 |
Working Capital
Das Working Capital, auch Nettoumlaufvermögen, ist jener Teil des kurzfristigen Umlaufvermögens, der nach Abzug des kurzfristigen Fremdkapitals zur Verfügung steht:
| 2025 | 2024 | 2023 | |
|---|---|---|---|
| Nettoumlaufvermögen (Working Capital) | 4 855 375 | 8.423.520 | 11.892.519 |
| Bilanzsumme | 87.484.228 | 90.442.475 | 92.276.990 |
| Anteil des Working Capital an Bilanzsumme in % | 5,6 | 9,3 | 12,9 |
URG-Kennzahlen
Der Anteil des Eigenkapitals
am Gesamtkapital gemäß § 23 URG und die fiktive
Schuldentilgungsdauer gemäß § 24 (1) URG entwickelten sich in den letzten zwei Jahren folgendermaßen:
| 2025 | 2024 | 2023 | |
|---|---|---|---|
| Eigenmittelquote in % | 49,44 | 42,72 | 45,15 |
| Fiktive Schuldentilgungsdauer in Jahren | 7,9 | -22,4* | -7,7 |
*Aufgrund negativem Mittelüberschuss
Cash-Flow-Kennzahlen
Netto-Geldfluss
Die im Folgenden dargestellten Teilergebnisse der Geldflussrechnung wurden anhand der Grundsätze zu Cash-Flow-Berechnung laut dem OVFA-Berechnungsschema 1996 berechnet. Die Geldflussrechnung wurde gemäß AFRAC-Stellungnahme 36 ermittelt.
| Netto-Geldfluss | 2025 | 2024 | 2023 |
|---|---|---|---|
| aus der betrieblichen Tätigkeit | -18 062 264,33 | 6.295.431,12 | n/A* |
| aus der Investitionstätigkeit | 13 992 014,20 | -2.575.843,08 | n/A* |
| aus der Finanzierungstätigkeit | 4 018 921,15 | -3.642.584,44 | n/A* |
*Für das Jahr 2023 wurden die Cash-Flow-Kennzahlen mangels Verpflichtung zur Aufstellung eines Lageberichts nicht im Detail ermittelt.
Entwicklung Investitionen und Cash-Flow
Im Geschäftsjahr 2025 wurden EUR 1.077.158 in das Anlagevermögen (inkl. GWG) investiert. Diesen Investitionen steht ein Cash-Flow (ergebnisbezogen) in Höhe von EUR – 10.025.519,73 gegenüber. Der Cash-Flow aus der Investitionstätigkeit unterscheidet sich von den Investitionen um die Erträge aus dem Anlagenabgang sowie den GWG und Einzahlungen aus Beteiligungs- und Zinserträgen.
| 2025 | 2024 | 2023 | |
|---|---|---|---|
| Investitionen | 1.077.158 | 1.147.877 | n/A* |
| Netto-Geldfluss aus dem betrieblichen Ergebnis | -10.025.519,73 | 721.792 | n/A* |
| Selbstfinanzierungsgrad in % | -930,6 | 62,9 | n/A* |
*Für das Jahr 2023 wurden die Cash-Flow-Kennzahlen mangels Verpflichtung zur Aufstellung eines Lageberichts nicht im Detail ermittelt.
| 25 000 | 200,0% | |
|---|---|---|
| 20 000 | ||
| 0,0% | ||
| 15 000 | ||
| -200,0% | ||
| 10 000 | ||
| 5 000 | -400,0% | |
| -600,0% | ||
| 2023 -5 000 | 2024 | -2025% |
| -800,0% | ||
| -10 000 | ||
| -15 000 | -1000,0% | |
| E | Summe in TEUR | → Selbstfinanzierungsgrad in % |
Nichtfinanzielle Leistungsindikatoren
Qualität und optimale Betreuung der Kunden und Projekte stehen seit Anfang an im Fokus der Firmenphilosophie der Frauscher Gruppe:
Im Produktionsbereich wurde in modernste Gebäude- und Fertigungstechnologien investiert. Der behutsame Umgang mit Energie und Rohstoffen ist im Unternehmen sichtbar und nachvollziehbar. Wesentliche Teile der Energie für Gebäude und Prozesse werden aus regenerativen Quellen bezogen und möglichst effizient eingesetzt. Die hohe Fertigungstiefe, die lückenlose Qualitäts- und Funktionskontrolle der Komponenten und Systeme sowie die permanente Optimierung aller Produktionsschritte stellen die hohe Qualität der Produkte sicher.
Seit jeher werden zufriedene, motivierte und gut ausgebildete Mitarbeiter als wesentlicher Erfolgsfaktor in der Unternehmensgruppe angesehen. Ein Prämiensystem führt dazu, dass die Mitarbeiter am Unternehmenserfolg beteiligt sind. Der Mitarbeiterstand ist im abgelaufenen Kalenderjahr leicht gesunken.
Forschungs- und Entwicklungstätigkeiten
Die Frauscher Sensor Technology Group GmbH betreibt selbst keine Forschungs- und Entwicklungstätigkeiten, sondern diese werden durch das 100%ige Tochterunternehmen Frauscher Sensortechnik GmbH durchgeführt: Der Entwicklungstätigkeit wird seit Jahren ein hoher Stellenwert in der Unternehmensgruppe eingeräumt. Zur Sicherstellung bzw. dem weiteren Ausbau der erreichten Marktstellung ist die Unternehmensgruppe permanent bemüht, den Kunden technisch innovative Produkte anbieten zu können. Zu diesem Zwecke werden entsprechende finanzielle Mittel für die Produktentwicklung und das Qualitätsmanagement jährlich zur Verfügung bzw. die personellen Ressourcen in der Unternehmensgruppe bereitgestellt. Im Jahr 2026 werden die Aktivitäten in Forschung und Entwicklung nochmals verstärkt. Die Sensorentwicklung sowie auch die Softwareentwicklung für Insights, aber auch neue Produkte und Services wie FadP, Data Transmission, Frauscher Connect, Academy, wird ausgebaut und eine Reihe von Innovationsthemen fortgeführt bzw. aufgesetzt.
RAUSCHER
Risiken des Unternehmens
Geschäftsrisiken
Marktrisiko
Das Wachstum der gesamten Bahnsicherungstechnik wird sich grundsätzlich weiter fortsetzen.
Auf Basis der derzeitigen Erkenntnisse erwartet die Frauscher Sensor Technology Group GmbH sowie ihre Tochtergesellschaften keine wesentlichen negativen Auswirkungen aus den aktuell vorherrschenden Energie- und Lieferkettenproblemen.
Produktrisiko
Da die Frauscher Sensor Technology Group GmbH lediglich die Holdingfunktion innehat, trägt sie auch kein Produktrisiko. Für bestehende Nachbearbeitungsverpflichtungen wurden entsprechende Rückstellungen in den jeweiligen Tochtergesellschaften gebildet.
Produktionskapazität
Die Produktionsfunktionen der Frauscher Gruppe liegen in der österreichischen und indischen Tochtergesellschaft. Die derzeitigen Produktionskapazitäten der Unternehmensgruppe werden in Österreich an ihre Grenzen stoßen. Daher wird zwischenzeitlich an einer vorübergehenden zweiten Produktionsstätte in Österreich gearbeitet und eine Produktion in Indien gebaut.
Qualifizierter Ressourcenaufbau
Zur Umsetzung der anspruchsvollen Aufgaben, insbesondere im Vertrieb, dem Service und in der Entwicklung, ist ein qualifizierter Aufbau der Ressourcen notwendig. Durch qualitativ hochwertige Stellenausschreibungen sowie eine intensive Bewertung der Bewerber sollen qualifizierte Mitarbeiter für die Unternehmensgruppe Frauscher gewonnen werden.
Wirtschaftliche Risiken
Die wirtschaftlichen Risiken der Frauscher Sensor Technology Group GmbH und ihrer Unternehmensbeteiligungen sind derzeit gering. Hauptrisiko der Frauscher Gruppe ist das Erreichen des Umsatzzieles, welches durch den hohen Auftragsstand derzeit entschärft wird.
Das Risiko von Zahlungsausfällen wird durch die vorausgehende Evaluierung der Kunden stark begrenzt und mit einem aktiven Debitorenmanagement bei den jeweiligen Tochtergesellschaften begegnet.
RAUSCHER
Finanzinstrumente
Im abgelaufenen Geschäftsjahr wurden keine derivativen Finanzinstrumente eingesetzt.
Ein- und Verkäufe werden großteils in Euro abgewickelt.
Die in der Bilanz ausgewiesenen Finanzinstrumente sind Gegenstand des allgemeinen Risikomanagements des Unternehmens. Erkennbare Risiken und notwendige Vorsorgen werden im Rahmen der angewandten Buchhaltungs- und Bilanzierungsmethoden erfasst und sind im vorliegenden Jahresabschluss angemessen berücksichtigt.
Besondere Ereignisse
Delachaux S.A. hat zu Jahresbeginn 2025 entschieden, den Verkaufsprozess betreffend die Anteile am Stammkapital an der Frauscher Sensor Technology Group GmbH zu starten. Nach erfolgreicher Prüfung der Merger Control wurde als Closing Date der 30.11.2025 bekanntgegeben. Seit 01.12.2025 hält die Wabtec Austria Holdings GmbH 100% der Anteile an der Frauscher Sensor Technology Group GmbH.
Im Jänner 2026 wurden 100% der Anteile an der Frauscher Sensor Technology USA Inc. von der Frauscher Sensortechnik GmbH an die Westinghouse Air Brake Technologies Corporation verkauft.
FRAUSCHER
Voraussichtliche Entwicklung der Gesellschaft
Die Planung für das laufende Geschäftsjahr 2026 sieht einen leichten Uberschuss des Umsatzes im Vergleich zum Vorjahr voraus. Trotz Steigerung der Personal- und Vertriebskosten, insbesondere durch den Aufbau von Personal, wird mit einem EBITDA der Frauscher Gruppe von knapp EUR 41,15 Mio. gerechnet.
Das Ergebnis bestätigt die interne Planung, wonach Frauscher weiterhin die Position des Weltmarktführers innehat. Diese betrifft sowohl Qualität als auch Kundendienst, Service und die kundenfreundliche Technik, welche eine einfache Handhabung der Produkte sicherstellt. Die Marktposition wird auch im Jahr 2026 weiterhin unterstützt. Wir erwarten hieraus einen weiteren Umsatzanstieg im nächsten Jahr. Für die Frauscher Gruppe wird ein Umsatz in Höhe von EUR 161 Mio. erwartet.
Die Aufwendungen fir Forschung und Entwicklung, insbesondere in die Entwicklung neuer Technologien und Softwarearchitekturen, werden weiter in der Tochtergesellschaft Frauscher Sensortechnik GmbH forciert. Das Forschungs- und Entwicklungsbudget für das Geschäftsjahr 2026 ist mit EUR 18,43 Mio. veranschlagt. Neben der Produktion am Standort St. Marienkirchen wird derzeit ein zusätzlicher Produktionsstandort in Indien errichtet. Die Fertigstellung sowie die Inbetriebnahme der neuen Produktionsstätte sind für das 3. Quartal 2026 vorgesehen. Am Standort Indien sollen künftig Produkte für den indischen Markt gefertigt und lokal vertrieben werden, insbesondere auch der Sensor RSR 180.
Das Mitarbeiterwachstum sowohl in Osterreich als auch in den weltweiten Gesellschaften wird sich fortsetzen. Die Gesellschaft geht von einer weltweiten Personalstärke in allen Gesellschaften der Achszählung von ca. 798 Ende 2026 aus, von der zirka die Hälfte in Osterreich arbeiten wird.
Im geplanten Ergebnis sind eine Reihe einkalkulierter Risiken wie sinkende Nachfrage aufgrund Preissteigerungen, gestiegene Einkaufspreise, volatile Entwicklungen in Energie- und Lieferketten, verzögerte Fertigstellung diverser Entwicklungsprojekte und andererseits auch erhöhte Aufwendungen für Personal, Entwicklung und Forschung, Dienstleistung und Marketing berücksichtigt. Die weiterhin angespannte geopolitische Lage in den CIS-Märkten, insbesondere in Russland und der Ukraine, sowie die jüngsten Entwicklungen in den Regionen Iran, Indien, Pakistan und Israel wurden in der Planung ebenfalls berücksichtigt. Gleiches gilt für die erhöhten Zolltarife beim Export in die USA. Ein besonderes Risikopotenzial ergibt sich derzeit aus möglichen Beeinträchtigungen entlang der Logistikroute über die Straße von Hormus.
Insgesamt ist die Entwicklung der Unternehmensgruppe Frauscher stabil, die Risiken gut verteilt und die Wachstumsrate und Profitabilität über dem Branchendurchschnitt.
St. Marienkirchen, am 26.08.2026
| Gerald Michrael Buchinger | Nikar Juneja | Gayathri Venkataraman |
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