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Lagebericht 2025

Maistapack GmbH

Original-PDF

Stichtag 31. Dez. 2025 · Eingereicht am 30. Sep. 2026

Inhaltsverzeichnis

Maistapack GmbH, Schlierbach Lagebericht für 2025

A. Grundlagen der Gesellschaft

Die Maistapack GmbH (im Folgenden „MAISTAPACK“) ist Systemlieferant und Entwickler von Verpackungen sowie Produzent und Händler von patentierten Verpackungslösungen. Zum Produktportfolio zählen nachhaltige Verpackungsprodukte aus Wellpappe, Papier und Karton wie z.B. Steigen, Displaykartons, Obst- und Gemüseschalen, Trays, Backschalen, Take-Away-Boxen, Thermoforming Schalen, Slicer Verpackungen, Verpackungen aus Vollpappe, Versandverpackungen und Faltschachteln.

Im Gesellschafterkreis der MAISTAPACK werden Patente entwickelt, die von MAISTAPACK vermarktet werden. Obwohl diese Patente nicht von der Gesellschaft selbst gehalten werden, sind sie ein wichtiges Instrument zur nachhaltigen Umsatzgenerierung und Kundenbindung.

MAISTAPACK ist ein familiengeführtes Unternehmen mit Sitz in Schlierbach, Österreich. Neben dem geschäftsführenden Gesellschafter Gottfried Maier sind sein Neffe Bernhard Maier, seine beiden Söhne Lucas und David Maier sowie seit Anfang Oktober 2024 die Klingele Paper & Packaging Group mit Sitz in Remshalden, Deutschland an MAISTAPACK beteiligt.

Das Unternehmen verfügt über verschiedene Maschinen für die Weiterverarbeitung von Wellpappen-Bögen. Der Absatz der Produkte beschränkt sich nicht nur auf die Region am Standort, sondern erfolgt für Kunden im gesamten Bundesgebiet sowie hauptsächlich in den Ländern Deutschland, Italien, Schweiz und Tschechien. Wichtig für den geschäftlichen Erfolg sind Flexibilität, Geschwindigkeit und die Fähigkeit individuell auf Kundenwünsche reagieren zu können.

MAISTAPACK betreibt neben dem Standort in Schlierbach, an dem sich auch die Produktion befindet, noch einen Standort für Lager und Logistik im nahe gelegenen Kirchdorf an der Krems. Die betrieblich genutzten Immobilien an allen Standorten sind jeweils angemietet.

B. Wirtschaftliche Rahmenbedingungen

Nachdem das Bruttoinlandsprodukt (BIP) des Wirtschaftsjahres 2024 um 0,7 % rückläufig war, ist im Wirtschaftsjahr 2025 das BIP um 0,6 % gewachsen (Quelle: WKO, Statistik Austria).

Der österreichische Fachverband PROPAK (für Erzeugnisse aus Papier und Karton) publizierte für seine Mitgliedsunternehmen für das Jahr 2024 einen Absatzrückgang von 1 %. Für das Jahr 2025 ist der Absatz um weitere 1,2 % gesunken.

Nachdem in Deutschland im Jahr 2024 1,1 % mehr Verpackungen abgesetzt wurden, hat sich die Absatzmenge im Jahr 2025 um 0,1 % gemindert. Die Umsätze der deutschen Verpackungsindustrie befanden sich in den Jahren 2024 und 2025 in einer anhaltenden wirtschaftlichen Schwächephase und verzeichneten vor allem in 2024 deutliche Rückgänge. Der realisierte Umsatz ist um 1,0 %, gegenüber dem Vorjahr gestiegen. Damit sind die Umsätze der Verpackungsindustrie in Deutschland in den Jahren 2024 und 2025 insgesamt um 7,28 % zurückgegangen (Quelle: Verband der Wellpappenindustrie e.V.; kurz: VDW).

C. Bericht über den Geschäftsverlauf und die wirtschaftliche Lage

C.1 Geschäftsverlauf - Entwicklung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage

Der Verpackungsbereich ist in Europa einem starken Wettbewerb unterworfen. Die Entscheidung für einen Lieferanten wird oftmals über den Preis getroffen. Insofern ist ein Erfolgsrezept der Branche, dem Kunden einen zusätzlichen Nutzen zu verschaffen, den dieser nicht bei allen potenziellen Lieferanten bekommen kann.

MAISTAPACK zeichnet eine hohe Flexibilität und Dienstleistungsorientierung aus, und schafft dadurch einen Wettbewerbsvorteil. Weiterhin deckt MAISTAPACK ein hohes Produktportfolio ab, da sowohl eine eigene Produktion zur Verfügung steht als auch viele Lieferantenverbindungen zur Produktbeschaffung existieren. Durch die Nutzung von patentierten Verpackungen ist ein Lieferantenwechsel für die Kunden erschwert.

Seit Oktober 2024 ist die Unternehmensgruppe Klingele Paper & Packaging Group als Gesellschafter an MAISTAPACK beteiligt. Dadurch kann MAISTACK auf ein großes Einkaufs- und Vertriebsnetz zugreifen. Es kann die komplette Supply-Chain von der Papierherstellung bis zur Auslieferung des Produkts an den Endkunden abgedeckt werden.

Die Gesellschaft verwendet als wesentliche Leistungsindikatoren die Kennzahlen „Rohmarge“ (Umsatzerlöse + Bestandsveränderung – Materialaufwand und bezogene Leistungen) und „EBITDA“. Die Personalaufwendungen beinhalten sowohl die Aufwendungen für eigene Mitarbeiter als auch für Fremdmitarbeiter.

Das wirtschaftliche Eigenkapital beinhaltet neben dem Eigenkapital der Gesellschafter auch die bilanzierten Zuschüsse und das Hybridkapital.

Es ergeben sich folgende Leistungsindikatoren:

Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 4
(in TEUR)202520242023
RohmargeTEUR5.0175.0254.758
Personalaufwand (inkl. Fremdarbeiter)TEUR3.1953.0942.994
AbschreibungenTEUR516465473
EBITDATEUR-292-141-489
JahresergebnisTEUR-966-826-1.180
Wirtschaftliches EigenkapitalTEUR1.5742.0651.015
vom Gesamtkapital%20,023,211,0
BankverbindlichkeitenTEUR3.7984.3585.496
vom Gesamtkapital%48,249,059,8
Cashflow aus operativer TätigkeitTEUR317299524
Cashflow aus FinanzierungstätigkeitTEUR-1722.5691.066
Cashflow aus InvestitionstätigkeitTEUR-273-545-998

Ertragslage

Während die Branche in den letzten Jahren einen deutlichen Umsatzrückgang hinnehmen musste, konnte MAISTAPACK zunächst das Rohergebnis verbessern, und somit Marktanteile gewinnen. Im Jahr 2025 verzeichnet jedoch auch MAISTAPACK einen Rückgang in der Rohmarge.

Durch die Aufnahme und Erweiterung der Produktion sind die Personalaufwendungen von knapp 2,0 Mio. EUR im Jahr 2022 auf fast 3 Mio. EUR im Jahr 2023 gestiegen, konnten jedoch in den beiden letzten Jahren auf einem relativ konstanten Niveau gehalten werden. Die Steigerungen entsprechen hierbei im Wesentlichen der tariflichen Erhöhungen.

Insbesondere aufgrund eines schwachen Umsatzniveaus (-4,87 % im Vergleich zum Vorjahr) und weiter steigender Personalkosten (+4,02 %) verschlechterte sich das EBITDA im Geschäftsjahr 2025 um -0,15 Mio. EUR.

Vermögenslage (inklusive Investitionen)

Der Anteil des Anlagevermögens gemessen an der Bilanzsumme beträgt 58 % (Vj. 54 %). Im abgelaufenen Wirtschaftsjahr wurden 0,3 Mio. EUR investiert, der Schwerpunkt lag dabei auf Immaterielle Vermögensgegenstände.

Um das Eigenkapital zu stärken, wurden im Geschäftsjahr 2025 weitere 0,5 Mio. EUR in die Kapitalrücklage zugeführt. Im Gegenzug konnten die Bankverbindlichkeiten um 0,6 Mio. EUR reduziert werden.

MAISTAPACK zahlt seine Lieferanten unter Ausnutzung von Skonto.

Finanzlage

Durch die hohen Investitionen in den vergangenen Jahren bestehen umfangreiche Bankverbindlichkeiten. Diese konnten jedoch im vergangenen Jahr um 0,6 Mio. EUR reduziert werden. Die Kontokorrentlinie war zum Jahresende komplett ungenutzt. Zusammen mit den finanzstarken Gesellschaftern ist die Finanzierung ausreichend gesichert.

Der Brutto-Cashflow (Jahresergebnis + Abschreibungen + Rückstellungsveränderung) beträgt im abgelaufenen Geschäftsjahr -0,4 Mio. EUR (Vj. -0,5 Mio. EUR). Der Cashflow aus Investitionstätigkeit beträgt -0,3 Mio. EUR und liegt damit unterhalb des Niveaus der Abschreibungen (0,5 Mio. EUR). Der Cashflow aus Finanzierungstätigkeit weist einen Nettoabfluss in Höhe von 0,2 Mio. EUR auf.

Mitarbeiter

Die Anzahl der Mitarbeiter beträgt im Jahresdurchschnitt 37 (Vj. 37). Rund die Hälfte der Mitarbeiter sind Arbeiter.

C.2 Bericht über die Zweigniederlassungen

Die Gesellschaft verfügt über keine Zweigniederlassungen.

D. Bericht über die voraussichtliche Entwicklung und die Risiken des Unternehmens

D.1 Wesentliche Risiken und Ungewissheiten

MAISTAPACK ist durch seine Flexibilität und hohe Qualität nicht leicht durch andere Lieferanten zu ersetzen. Dazu kommt der Vertrieb von patentierten Produkten. Die Entwicklung von nachhaltigen Verpackungen wird langfristig sehr wahrscheinlich zu einem überproportionalen Wachstum führen. Durch den hohen Umsatzanteil von Handelsware ist ein Verlust eines Großkunden weniger problematisch, da außer den Lagerkosten oftmals nur geringe Fixkosten damit verbunden sind. Ebenso besteht durch das große Absatzgebiet eine geringere Abhängigkeit von der Entwicklung einzelner Regionen. Daher schätzen wir die Lage auf der Absatzseite trotz der aktuell herausfordernden wirtschaftlichen Rahmenbedingungen langfristig positiv ein.

Das Risiko auf der Beschaffungsseite konnte durch die Aufnahme des neuen Gesellschafters (Klingele Paper & Packaging Group) reduziert werden. Allgemeine Risiken, die sich aus einer Produkthaftung ergeben könnten, sind durch bestehende Versicherungen abgedeckt. Währungsrisiken spielen für MAISTAPACK keine bedeutende Rolle.

Erhöhte Risiken durch Substitutionswettbewerb anderer Verpackungsmaterialien sind unwahrscheinlich. Eher wird es auch in Zukunft eine Verlagerung von Plastikverpackungen zu Papier-/Wellpappenverpackungen geben. Besondere bestandsgefährdende Risiken oder sonstige Risiken mit wesentlichem Einfluss auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage sind nicht zu erkennen.

Das größte Risiko für die zukünftige Entwicklung wäre eine weitere Abkühlung der Konjunktur mit einem großen mengenmäßigen Einbruch des Absatzes. Trotz erneut ansteigender geopolitischer Risiken, die die Konjunktur stark belasten, wird für das Jahr 2026 mit keinem erheblichen Absatzrückgang gerechnet. Zusammenfassend sind die Risiken für eine Verschlechterung der Ertragslage überschaubar und aufgrund der Gesellschafterstruktur gut managebar. Gleichzeitig bestehen gute Chancen für die Gesellschaft aufgrund der breiten Kundenausrichtung und der getätigten Forschungsarbeiten und Investitionen die Ertragslage langfristig nachhaltig zu verbessern.

Finanzierung

Durch die Erhöhung des Eigenkapital konnten die Bankverbindlichkeiten weiter reduziert werden. Mit den bestehenden Banken ist eine stabile Finanzierung gesichert, die Kontokorrentlinie war zum Jahresende frei verfügbar.

Zudem verfügt MAISTAPACK über liquide Gesellschafter, die im Notfall jederzeit Liquidität zur Verfügung stellen könnten.

Risikomanagementsystem

Die eingerichteten Überwachungssysteme umfassen alle relevanten Risikofelder und deren Geschäftsprozesse. Sie sind Bestandteil der Managementsysteme und werden unterstützt durch turnusmäßige Plan- und Ergebnisrechnungen. Die Plan- und Ergebnisrechnungen werden ebenso wie die unternehmerischen Chancen und Risiken systematisch aufbereitet und analysiert und sind Basis für unternehmerische Entscheidungen.

Das größte Risiko stellt aktuell wie für die meisten Unternehmen die schwachen gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen dar. Aufgrund der heterogenen Kundenstruktur und der Zugehörigkeit zur Klingele Paper & Packaging Group befindet sich MAISTAPACK jedoch in einer guten Ausgangslage.

Darüber hinaus sind der Geschäftsleitung keine Sachverhalte oder Vorgänge bekannt, aus denen sich Risiken ergeben könnten, die die Unternehmensfortführung gefährden oder sich wesentlich auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage auswirken.

D.2 Voraussichtliche Entwicklung des Unternehmens

Der im Februar 2026 begonnene Krieg im Nahen und Mittleren Osten hat die globalen Wachstumsprognosen abrupt eingetrübt. Die globalen Lieferketten sind durch die anhaltende Sperre der Straße von Hormus gestört. Die schweren Schäden an Energieproduktionsanlagen im Persischen Golf werden über Jahre hinweg zu Engpässen bei der weltweiten Versorgung mit Erdöl und Flüssigerdgas führen.

Somit belasten auch im Jahr 2026 in höherem Maße die geopolitischen Krisen und Handelskonflikte die zwei größten Absatzmärkte Österreich und Deutschland. Die

Verwerfungen durch den Iran-Krieg verhindern einen nachhaltigen Aufschwung, sodass eine verlässliche Prognose kaum möglich ist. Wir rechnen dennoch für das Jahr 2026 mit moderat steigenden Umsätzen, die zu einem positiven Ergebnisbeitrag beitragen sollen. Aufgrund der Positionierung von MAISTAPACK als flexibler Dienstleister ist der Wettbewerbsdruck nicht so stark ausgeprägt, trotz grundsätzlich erhöhtem Wettbewerb in der Verpackungsbranche. Für das Jahr 2026 wird ein positives EBITDA zwischen 0,2 – 0,6 Mio. EUR erwartet.

Im Jahr 2026 sind keine nennenswerten Investitionen ins Sachanlagevermögen geplant. Vielmehr liegt der Fokus auf der Erzielung eines positiven operativen Cashflows, der in die Lage versetzen soll, die Gesellschaft zu finanzieren. Die zur Verfügung stehende Kontokorrentlinie stellt eine zusätzliche Absicherung dar. Aufgrund der Gesellschafterfinanzierung werden Zahlungsengpässe nicht erwartet.

E. Bericht über die Forschung und Entwicklung

Die Gesellschaft entwickelt laufend neue Verpackungslösungen, die zum Teil patentiert werden. Die Entwicklungskosten bestehen im Wesentlichen aus dem eingesetzten Personalaufwand. Regelmäßig erhält die Gesellschaft öffentliche Zuschüsse zu den Entwicklungskosten.

Schlierbach, 28. September 2026

Maistapack GmbH

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