Inhaltsverzeichnis
BMW Austria Bank GmbH, Salzburg
Wirtschaftliche Rahmenbedingungen1
Österreichs Wirtschaft erholt sich von der zwei Jahre andauernden Rezession. Die schwache Wirtschaftsentwicklung der letzten drei Jahre kommt zunehmend auf dem Arbeitsmarkt an. Im Jahr 2025 war die Exporttätigkeit maßgeblich durch die US-Zölle geprägt. Gegenwärtig expandiert die Weltwirtschaft mit mäßigem Tempo. Geopolitische Risiken und insbesondere die von den USA ausgehende handelspolitische Unsicherheit belasten die Weltwirtschaft. Im Euroraum wurden die Leitzinsen zuletzt im Juni gesenkt. Der Einlagesatz, der Zinssatz für Hauptrefinanzierungsgeschäfte und der Spitzenrefinanzierungssatz liegen damit gegenwärtig bei 2,00 %, 2,15 % bzw. 2,40 %.
Die moderate wirtschaftliche Entwicklung hatte auch Auswirkungen auf Österreich. Das reale Bruttoinlandsprodukt (BIP) ist 2025 entgegen den zu Beginn des Jahres prognostizierten positiven Erwartungen nur leicht um 0,6% gewachsen (2024: -1,2%). Die Arbeitslosenquote in % der Erwerbspersonen hat sich auf 5,6% (2024: 5,2%) erhöht, die Inflationsrate lag in Österreich 2025 mit 3,6% über dem Vorjahr (2024: 2,9%).
Durch die leicht positive Entwicklung der Wirtschaft erhöhten sich die PKW-Neuzulassungen in Österreich im Jahr 2025 gegenüber dem Vorjahr um +12,3% auf 284.978 Fahrzeuge. Dabei setzte sich der Wachstumstrend der Elektrifizierung fort. Die Zulassungen von PKWs mit rein elektrischer Antriebsart nahmen 2025 um +35,9% auf 60.651 Fahrzeuge stark zu (2024: 44.622). Hybride Fahrzeuge konnten erneut stark um +38,1% auf 111.864 (2024: 81.018) zulegen. Der Anteil an neu zugelassenen Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor (Benzin & Diesel) ist hingegen um -12,2% auf 112.461 gesunken (2024: 128.136).
Die Zulassungszahlen der Konzernmarken BMW und MINI beliefen sich auf 19.216 Fahrzeuge (2024: 19.002, +1,1%) bzw. 1.856 (2024: 1.799, +3,2%). Im Premiumsegment bleibt die BMW Group damit weiterhin der absatzstärkste Hersteller und behauptete 2025 mit der Kernmarke BMW Platz 3 im gesamten österreichischen PKW-Markt.
Griechenlands Wirtschaft verbleibt im Vergleich zum Vorjahr auf einem stabilen Niveau. Das reale BIP wuchs analog 2024 auch im Jahr 2025 um +2,1% (2024: 2,1%) und die Inflationsrate lag bei 2,8% (2024: 3,0%).
Die Anzahl der PKW-Neuzulassungen in Griechenland beliefen sich für das Jahr 2025 auf 144.199 Fahrzeuge (2024: 137.075, +5,2%). Bei BMW konnten die Neuzulassungen um +10,1% gesteigert werden (2025: 7.436, 2024: 6.753), bei der zweiten Konzernmarke MINI konnten die Neuzulassungen um +15,3% wachsen (2025: 2.351, 2024: 2.040).
Die wirtschaftliche Situation in den für die BMW Austria Bank GmbH hinsichtlich Cross-Border Händlerfinanzierung und Kooperationsmanagement relevanten Ländern der Region Centraland Southeastern Europe (CS) hat sich im Vergleich zu Österreich besser entwickelt. Das reale BIP-Wachstum der CS-Länder war 2025 im Durchschnitt jedoch etwas schwächer als in 2024 (2025: +0,4% bis +3,0%, 2024: +0,6% bis +2,4%). Die Aussichten im Jahr 2026 werden durch die EU großteils positiv gesehen und es ist mit Wachstum in den CS-Märkten zu rechnen.
Geschäftsentwicklung
Retailkredite
Österreich
Im Jahr 2025 nahm die Anzahl an neuen Kreditverträgen um -4,9% auf 4.447 Verträge ab (2024: 4.675 Verträge). Die Kundenforderungen in diesem Segment, vor Abzug von Wertberichtigungen für das Kreditrisiko, verminderten sich leicht auf ein Volumen von TEUR 225.965 bzw. um -0,5% (2024: TEUR 227.052).
Griechenland
Die Zweigstelle Athen konnte mit 3.236 Neuverträgen mehr Neugeschäft vorweisen als 2024 (2.499 Einheiten), was einen Anstieg von +29,5% bedeutet. Das Bestandsvolumen an Realverträgen ist mit TEUR 146.955 und einem Anstieg von +14,1% auch über dem Niveau des Vorjahres (2024: TEUR 128.817).
In den mittel- und osteuropäischen Märkten (CZ, HU, SK, SI) des Instituts, wurden im Jahr 2025 wie auch bereits im Vorjahr keine Retailfinanzierungen durch die BMW Austria Bank GmbH angeboten.
Das Gesamtportfolio an Retailkrediten der BMW Austria Bank GmbH beläuft sich zum Bilanzstichtag vor Wertberichtigungen auf TEUR 372.920 (+4,8% gegenüber dem Vorjahr) und hat damit einen Anteil von 42,3%% an den Bruttokundenforderungen.
Händlerfinanzierung
Österreich
Das Geschäftssegment Händlerfinanzierung umfasst die Finanzierung von neuen und gebrauchten Fahrzeugen der BMW Group sowie anderer Hersteller. Kunden sind an erster Stelle Partner des BMW-Händlernetzwerks innerhalb Österreichs, aber bei entsprechender Bonität auch freie Autohändler sowie Händler anderer Marken. Gegenüber dem Vorjahr ist das Bestandsvolumen um -1,9% auf TEUR 246.116 gesunken.
Griechenland
Das Bestandsvolumen der griechischen Händler per 2025 verminderte sich zum Vorjahr um -11,2% auf TEUR 52.239 (2024: TEUR 58.834).
Central- and Southeastern Europe (CS)
Das Bestandsvolumen bei den BMW-Vertragshändlern hat sich im Gegensatz zu Österreich stark um +30,8% auf TEUR 209.756 erhöht (2024: TEUR 160.325). Rückzuführen ist dies unter anderem auf geringere Rückzahlungen der Vertragshändler gegen Ende 2025.
Wichtigster Markt mit einem Anteil von 42,1% und einem zum Vorjahr gewachsenen Finanzierungsvolumen von gesamt TEUR 88.364 bleibt die Tschechische Republik (2024: TEUR 74.672; +18,3%), gefolgt von Ungarn mit einem Finanzierungsvolumen von TEUR 67.739 (2024: TEUR 37.610, +80,1%), Slowakei mit einem Anstieg des Bestandsvolumens von +12,7% auf TEUR 43.204 (2024: TEUR 38.349) und Slowenien auf TEUR 10.449 (2024: TEUR 9.694, +7,8%).
MitarbeiterInnen
Die BMW Austria Bank GmbH beschäftigte per 31.12.2025 im Stammhaus Salzburg 174 Personen, in Athen sind 40 Personen tätig. Die Zahlen sind exklusive karenzierter MitarbeiterInnen (2024: 171 in Österreich bzw. 38 in Griechenland).
Ertragslage
Die BMW Austria Bank GmbH erzielte in einem herausfordernden Geschäftsumfeld im abgelaufenen Geschäftsjahr 2025 einen Nettozinsertrag in Höhe von TEUR 33.226, was einer Abnahme von -3,6% zum Vorjahresergebnis bedeutet (2024: TEUR 34.457).
Die Zinseinnahmen haben sich um TEUR 7.285 auf TEUR 56.510 (2024: TEUR 63.795, -11,4%) verringert, analog dazu ist der Zinsaufwand um TEUR 6.054 auf 23.284 gesunken (2024: TEUR 29.338, -20,6%). Somit reduzierte sich die auf Basis der durchschnittlichen Bilanzsumme und dem Nettozinsertrag berechnete Zinsspanne auf 3,7% (2024: 3,8%).
Im Provisionsergebnis war das Geschäftsfeld Central-/Southeastern Europe Kooperationsmanagement die wesentliche Ertragsquelle. Die BMW Austria Bank GmbH vereinnahmt risikolose Provisionserträge für das Management von Kooperationen mit lokalen Versicherungen/Banken/Leasinggesellschaften. Die Erträge aus den CS-Kooperationen konnten um +5,7% auf TEUR 4.505 gesteigert werden (2024: TEUR 4.264).
Die sonstigen betrieblichen Erträge sind um +5,2% auf TEUR 19.324 gestiegen und enthalten vor allem Weiterbelastungen von Aufwendungen an andere BMW-Gesellschaften.
Die BMW Austria Bank GmbH weist für das Jahr 2025 Betriebsaufwendungen in Höhe von gesamt TEUR 35.730 auf, was einem Anstieg von +11,8% entspricht. Dies resultierte primär aus gestiegenen Verwaltungsaufwendungen.
So wie auch schon in den Vorjahren sind keine Aufwendungen für Forschung und Entwicklung getätigt worden.
Das Betriebsergebnis für das Geschäftsjahr 2025 liegt mit TEUR 20.705 unter dem Vorjahresniveau (-12,1%). Die aus dem Verhältnis von Betriebsaufwendungen zu Betriebserträgen berechnete Cost Income Ratio ist von 57,6% auf 63,3% gestiegen.
Im Zuge des makroökonomischen Umfeldes mit steigenden Insolvenzahlen, wurden vorsorgend Wertberichtigungen auf Forderung und Zuführung zu Rückstellung für Eventualverbindlichkeiten und für Kreditrisiken in Höhe von TEUR 2.108 gebildet (-43,3%).
Die Kreditrisikosituation im Jahr 2025 stellte sich trotz steigender Insolvenzahlen sowohl in Österreich wie auch in Griechenland und den CS-Märkten weitestgehend als stabil dar. Es gab keine maßgeblichen Ausfälle von Einzelkunden zu verzeichnen.
Das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit stieg aufgrund der oben genannten Faktoren im Jahr 2025 auf TEUR 21.599 (+1,1%).
Der Jahresüberschuss des Instituts beläuft sich für 2025 nach Abzug von Steuern auf Einkommen und Ertrag auf TEUR 16.773 und weist somit einen Anstieg von +1,6% gegenüber dem Vorjahr auf (2024: TEUR 16.511).
Vermögenslage
In der abgelaufenen Berichtsperiode 2025 erhöhte sich die Bilanzsumme um 5,8% auf TEUR 922.155 (2024: TEUR 871.973). Diese Erhöhung ist primär das Ergebnis der gewachsenen Kundenforderungen im Bereich der Händlerfinanzierung, welche um +7,4% auf TEUR 878.847 gestiegen sind (2024: TEUR 818.559).
Die Forderungen an Kreditinstitute waren aufgrund geringerer Rückzahlungen der Vertragshändler im Vergleich zum Vorjahr mit TEUR 15.152 um -48,5% geringer (2024: TEUR 29.400). Die anrechenbaren Eigenmittel gemäß Teil 2 Art. 25ff CRR befinden sich mit TEUR 206.676 über dem Vorjahresniveau (2024: TEUR 189.839). Gestärkt wurde das TIER 1 Capital durch den Übertrag des Jahresüberschusses 2024 in die Gewinnrücklagen (TEUR 16.500).
Die risikogewichteten Aktiva sind aufgrund der gestiegenen Kundenforderungen um +10,1% auf TEUR 763.188 gewachsen (2024: TEUR 693.039), und damit einhergehend erhöhte sich das gesetzliche Eigenmittelerfordernis auf TEUR 66.382 (2024: TEUR 61.783).
Das Eigenmittelerfordernis unterteilt sich in folgende Positionen:
x Kreditrisiko TEUR 61.055 (2024: TEUR 55.443) x Operationelles Risiko TEUR 5.327 (2024: TEUR 6.340) x Fremdwährungsrisiko TEUR 0 (2024: TEUR 0)
Die Gesamtkapitalquote von 24,91% ist trotz der erhöhten Bilanzsumme, aufgrund vom thesaurierten Jahresgewinn über dem Niveau von 2024 (24,58%).
Finanzlage
Die Refinanzierung des Finanzierungsvolumens erfolgte wie bisher im Wesentlichen durch konzerneigene Finanzierungsgesellschaften. Aufgrund der zunehmenden Kundenforderungen stieg auch der Finanzierungsbedarf, dargestellt in der Bilanzposition „Verbindlichkeiten gegenüber Kunden“, auf TEUR 667.124 (2024: TEUR 641.795).
Die Steuerung des Liquiditätsrisikos erfolgt durch die Gegenüberstellung der Restlaufzeiten und Identifikation von Fristeninkongruenzen in Form einer monatlichen Liquiditätsablaufbilanz. Es wird eine Matched-Funding Position vertreten. Für die Bereitstellung der erforderlichen Mittel im operativen Tagesgeschäft wird eine zusätzliche kurzfristige Liquiditätsrechnung erstellt.
Risikomanagementziele und -politik (Art. 435 CRR)
Für eine nachhaltige Unternehmensentwicklung ist ein aktives Risikomanagement wichtig und somit für die BMW Austria Bank GmbH von großer Bedeutung.
Risikostrategie und Grundsätze des Risikomanagements
Um Risiken frühzeitig zu erkennen, zu bewerten und konsequent zu handhaben, setzt die BMW Austria Bank GmbH wirksame Steuerungs- und Kontrollsysteme ein, welche zu einem einheitlichen Risikomanagementsystem zusammengefasst werden und übergreifend in einer Risikostrategie dargestellt sind. In der Risikostrategie der BMW Austria Bank GmbH werden unter Berücksichtigung der Geschäftsstrategie die risikopolitischen Grundsätze festgehalten und die Risikoneigung festgelegt. Die BMW Austria Bank GmbH hat dazu einen Strategieprozess implementiert. Die Risikostrategie wird auf Basis der Risikoinventur, der Risikotragfähigkeit sowie aufsichtsrechtlicher Anforderungen jährlich überprüft und durch die Geschäftsführung genehmigt. In der regelmäßig durchgeführten Risikoinventur werden mögliche Risiken, denen die BMW Austria Bank GmbH ausgesetzt sein könnte, identifiziert und bezüglich Relevanz sowie Materialität beurteilt. Im Rahmen der Risikotragfähigkeitsbetrachtung werden die ausgewählten Risiken den Limits bzw. dem Risikodeckungspotenzial gegenübergestellt. Darüber hinaus wird die Betrachtung der Risikotragfähigkeit der BMW Austria Bank GmbH um Stresstests ergänzt, in denen sich die Geschäftsführung in regelmäßigen Berichten und Workshops mit unterschiedlichen Stressszenarien, wie beispielsweise wirtschaftlichen Schocks, auseinandersetzt. Dabei werden neben den möglichen Auswirkungen auf die BMW Austria Bank GmbH und relevanten Risikotreibern auch mögliche Handlungsalternativen besprochen und gegebenenfalls ergriffen.
Komplettiert wird der Risikomanagementprozess der BMW Austria Bank GmbH durch einen detaillierten mehrjährigen Kapitalplanungsprozess, der die Angemessenheit der Kapitalausstattung aus aufsichtsrechtlicher und interner Sicht unter Berücksichtigung erwarteter Entwicklungen für die nächsten Jahre sicherstellt.
Struktur und Organisation des Risikomanagements
Die Geschäftsleitung der BMW Austria Bank GmbH ist im Rahmen der ordnungsgemäßen Geschäftsorganisation verantwortlich für alle wesentlichen Elemente des Risikomanagements. Direkt unterstellt ist die Abteilung Risikosteuerung, welche die Geschäftsführung in der Erfüllung ihrer Aufgaben im Risikomanagement unterstützt und an sie regelmäßig über die aktuelle Risikosituation berichtet. Zentrales Gremium im Rahmen des Risikomanagements ist das Risikokomitee. Im Risikokomitee werden sämtliche Themen behandelt, die sich auf Steuerungsmethoden beziehen, Vorgaben formuliert und erforderliche Maßnahmen beschlossen. Neben dem Risikokomitee werden im Kreditausschuss alle risikorelevanten Themen im Rahmen der Einzelrisikosteuerung behandelt. Aufgabe des Risikomanagements der BMW Austria Bank GmbH ist die Identifikation, die Beurteilung, die aktive und passive Steuerung sowie die Überwachung und die entsprechende Berichterstattung von unternehmensinternen und -externen Risiken und ihrer Verbundwirkungen (Ursache-Wirkung). Das Risikomanagement entwickelt Strategien, Methodenstandards, Risikomodelle und Richtlinien und setzt diese um. Ein weiterer Bestandteil des Risikomanagements sind organisatorische Sicherungsmaßnahmen in der Aufbau- und Ablauforganisation der BMW Austria Bank GmbH (z.B. Grundsatz der Funktionstrennung, klare Kompetenzvorgaben). Die ausländische Zweigstelle der BMW Austria Bank GmbH in Griechenland ist in das Risikomanagement der BMW Austria Bank GmbH eingebunden. Darüber hinaus stellt das Risikomanagement die Angemessenheit des Risikomanagementsystems durch eine kontinuierliche Überwachung der einzelnen Prozessschritte sicher, beispielsweise durch die regelmäßige Durchführung einer Risikoinventur. Daneben wird die Angemessenheit durch interne Revisionsprüfungen überwacht. Vor dem Hintergrund der Anforderungen der Bankenaufsicht und aktueller Marktentwicklungen stellt die BMW Austria Bank GmbH die Risikoprozesse sicher und entwickelt diese kontinuierlich weiter.
Umfang und Art der Risikoberichts- und Messsysteme
Monatlich erfolgt ein Reporting über die aktuelle Situation im Mahnwesen sowie über die Qualität des Vertragszugangs an die Geschäftsleitung. Quartalsmäßig wird von der Abteilung Risikosteuerung ein umfassender FMA-MS-K konformer Risikobericht erstellt. Dieser umfasst unter anderem eine Übersicht über die Limitauslastung aller Risikoarten im Rahmen der Risikotragfähigkeit. Des Weiteren enthält der Risikobericht Angaben zu operationellen Risiken (z.B. Schadensfälle und Szenarien), zur Liquiditätsplanung sowie zur Risikokonzentration. In Bezug auf das Kreditrisiko werden auf Marktebene die Risikovorsorge sowie Entwicklungen der Überfälligkeiten oder Ratingklassenverteilungen dargestellt. Der Risikobericht wird quartalsweise im Risikokomitee vorgestellt und die Entwicklung des Risikoprofils durch die Geschäftsführung abgenommen. Für besondere Entwicklungen erfolgt eine gesonderte ad hoc Berichterstattung. Ergänzend werden für die Liquidität Frühwarnindikatoren definiert, die bei Erreichen eines bestimmten Schwellenwertes an die Geschäftsführung berichtet werden.
Leitlinien für Risikoabsicherung und -minderung
Die Risikoabsicherung und -minderung erfolgt bei der BMW Austria Bank GmbH sowohl auf Einzelengagement- als auch auf Portfolioebene. Der erwartete Verlust wird durch die Berücksichtigung in der Neugeschäftskalkulation in Form von Standardkredit- und Standardrestwertrisikokosten sowie die Bildung von Portfoliowertberichtigungen sowie Einzelwertberichtigungen gedeckt. Der Neugeschäftsankauf für Retailprodukte wird darüber hinaus über die Überwachung und Einhaltung von definierten Risikokostenquoten gesteuert. Händler werden regelmäßig bewertet und die vergebenen Linien überwacht. Handelsgeschäfte werden durch die BMW Austria Bank GmbH nicht getätigt. Zusätzlich werden unerwartete Verluste auf Portfolioebene im Rahmen der Risikotragfähigkeit limitiert, überwacht und gesteuert. Die Geschäftsführung wird regelmäßig über die definierten Obergrenzen und deren Auslastung informiert. Eine in der BMW Austria Bank GmbH einheitliche Handhabung für Risikoabsicherung und - minderung wird unter anderem anhand von Guidelines sichergestellt.
Angemessenheit der Risikomanagementverfahren
Die in der BMW Austria Bank GmbH eingesetzten Risikomanagementverfahren entsprechen gängigen Standards und ermöglichen eine effektive Beurteilung der Risiken aus den in der Geschäftsstrategie festgelegten Aktivitäten und dem damit verbundenen Risikoprofil. Das Leitungsorgan der BMW Austria Bank GmbH erachtet die Risikomanagementverfahren und das Risikoprofil als angemessen.
Risikoprofil
Die wesentlichen Risikoarten bei der BMW Austria Bank GmbH umfassen Kreditrisiko, Marktpreisrisiko (Zinsrisiko, Restwertrisiko), Liquiditätsrisiko, operationelles Risiko sowie sonstige Risikoarten. Zur Beurteilung und Steuerung dieser Risiken hat die BMW Austria Bank GmbH interne Methoden entwickelt, die den nationalen und internationalen Standards sowie den Anforderungen des regulatorischen Umfelds wie Basel III entsprechen. Zur Sicherstellung der Risikotragfähigkeit werden unerwartete Risiken durch verschiedene Value-at-Risk-Verfahren gemessen und dem vorhandenen Risikodeckungspotential in Form von Eigenkapital gegenübergestellt. Durch ein integriertes Limitsystem wird die Sicherstellung der Risikotragfähigkeit regelmäßig überwacht. Die beschriebenen Risikomanagementverfahren werden vom Leitungsorgan der BMW Austria Bank GmbH als angemessen erachtet. Bei der BMW Austria Bank GmbH ist der zentrale Steuerungsansatz für die Risikotragfähigkeit der Ökonomische Ansatz. Die BMW Austria Bank GmbH verwendet im Ökonomischen Ansatz ein Konfidenzniveau von 99,98% bei einer Haltedauer von einem Jahr. Zusätzlich wird für die BMW Austria Bank GmbH einmal jährlich die Risikotragfähigkeitsbetrachtung anhand des Normativen Ansatzes durchgeführt. Im Normativen Ansatz wird eine mehrjährige Planrechnung in verschiedenen Szenarien durchgeführt und die Einhaltung sämtlicher regulatorischer, sowie wichtiger Geschäftsindikatoren ermittelt.
Risikolimits im Rahmen der Risikotragfähigkeit werden für die wesentlichen Risikoarten Kreditrisiko, Operationelles Risiko, Liquiditätsrisiko, Zinsrisiko und sonstige Risiken (Restwert-Risiko) vergeben. Für geringfügige Risiken wird ein allgemeiner Puffer abgeleitet, der ebenfalls als Limit in die Risikotragfähigkeit einfließt. Die Risikotragfähigkeit der BMW Austria Bank GmbH war im Jahr 2025 jederzeit sichergestellt und wurde quartalsweise an die Geschäftsführung berichtet.
| Wesentliche Risikoarten | Limit (TEUR)* | Auslastung (TEUR)* |
|---|---|---|
| Kreditrisiko | 105.000 | 76.260 |
| Restwertrisiko | 1.000 | 500 |
| Zinsrisiko | 14.000 | 11.615 |
| Liquiditätsrisiko | 1.500 | 622 |
| Operationelles Risiko | 7.500 | 5.327 |
| Sonstiges Risiko | 8.000 | 6.177 |
| Summe | 137.000 | 100.500 |
*Ökonomischer Ansatz (Konfidenzniveau 99,98%)
Risikoarten (Art. 435 Abs. 1 CRR)
Gem. der Risikoinventur werden die nachfolgend aufgeführten Risikokategorien als relevant und materiell für die BMW Austria Bank GmbH eingestuft.
Kreditrisiko
Das Kreditrisiko (Adressenausfallrisiko) bezieht sich auf mögliche Wertverluste aufgrund einer Nichtzahlung durch einen Kunden oder einer Verschlechterung der Bonität eines Kunden. Die BMW Austria Bank GmbH berücksichtigt folgende Unterarten:
Kreditrisiko im engeren Sinn
Das Kreditrisiko im engeren Sinn beschreibt das Risiko, dass Kunden / Händler ihre finanziellen Verpflichtungen nicht erfüllen, wodurch die BMW Austria Bank GmbH einen Rückgang ihrer Einnahmen oder finanzielle Verluste erleidet. Beide Ereignisse können zu einem Ausfall des Kunden führen (hierzu gehören Nichtzahlung, Teilzahlung oder verspätete Zahlung) auf eine vertragliche Zahlungsverpflichtung gegenüber der BMW Austria Bank GmbH (z.B. Darlehensbetrag oder Zinsen). Des Weiteren beinhaltet sie das Risiko potenzielle Verluste durch Änderungen der Bonität des Kunden / Händlers (gemessen an einer Verschlechterung des Ratings oder des Zahlungsverhaltens).
In der BMW Austria Bank GmbH werden alle Abstimmungs- und Entscheidungsregeln so gesetzt, dass ein Überstimmen der Marktfolge nicht möglich ist. Generell wird ein Vier-Augen- Prinzip im Prozess der Kreditentscheidungen angewandt. Im Falle von unterschiedlichen Stimmabgaben werden die Entscheidungen an die nächsthöhere Stelle eskaliert. Das Ausfallsrisiko in der Kundenfinanzierung wird durch ein integriertes Scoring-System im Ankaufsprozess gesteuert. Eine wichtige Kennzahl zur Steuerung des Neugeschäfts für Kundenfinanzierung ist die Risikokostenkalkulation in Prozent vom finanzierten Volumen.
Die Bonitätsbeurteilung der Händler erfolgt durch die Verwendung eines internen Ratingprozesses. Es werden sowohl quantitative Kriterien auf Basis der Jahresabschlüsse berücksichtigt wie auch qualitative Faktoren. Zu letzteren zählen beispielsweise die Managementqualität beim Kunden oder die bisherige Zahlweise. Dieses Ratingergebnis bildet gemeinsam mit dem errechneten Blankovolumen des Kreditengagements die wesentliche Grundlage für Kreditentscheidungen im Bereich der Händlerfinanzierung. Es ist des Weiteren ein Prozess zur Identifikation von Kreditnehmereinheiten und Ratingeinheiten implementiert.
Das Ausfallsrisiko ist in der Risikotragfähigkeit als Teil des Kreditrisikos berücksichtigt. Die Kalkulation des Kreditrisikos basiert auf einem VaR-Modell (1 Jahr Haltedauer, Simulationsmodell).
Kontrahentenrisiko
Das Kontrahentenrisiko stellt den möglichen Ausfall eines Partners, der Tagesgelder, Festgelder oder Zinsderivate zur Verfügung stellt, dar. Für die BMW Austria Bank GmbH sind Kontrahenten (Investitionen und Derivate) in der Regel Banken und Finanzdienstleistungsinstitute. Für die einzelnen Kontrahenten werden Bonitätsprüfungen durchgeführt und Limits vergeben. Auch Kontrahenten sind in der Berechnung des Kreditrisiko VaR inkludiert.
Sicherheitenrisiko
Das Sicherheitenrisiko, ist das Risiko eines (teilweisen) Verlustes im Wert von Kreditsicherheiten während der Laufzeit. Die Sicherheitenrisiken sind in der Risikotragfähigkeit unter „Ausfallsrisiken“ (LGDs im CVaR) berücksichtigt.
Transferrisiko
Transferrisiko (Länderrisiko) ist der Verlust von Forderungen von ausländischen Schuldnern, wenn grenzüberschreitende Zahlungen durch staatliche Eingriffe aus politischen und/oder ökonomischen Risiken beschränkt werden.
In diesem Zusammenhang muss eine Unterscheidung zwischen den gesamtwirtschaftlichen Risiken in dem Land, in dem der Kreditnehmer angesiedelt ist und dessen Rating beeinflusst und dem Transferrisiko, d.h. das Risiko, dass der Kreditnehmer nicht in der Lage ist, seine Zahlungen aufgrund von Regierungsentscheidungen außerhalb des Landes zu transferieren, getroffen werden.
Alle Geschäftsaktivitäten der BMW Austria Bank GmbH befinden sich in Europa. Das Kreditrisiko jedes signifikanten Länderportfolios wird separat in der Risikotragfähigkeit quantifiziert.
Konzentrationsrisiko
Der Begriff Konzentrationsrisiko wird angewandt, um die Gefahren, denen ein Finanzinstitut durch die ungleiche Verteilung der Forderungen ausgesetzt ist, zu beschreiben. Ein Konzentrationsrisiko kann aus einer Konzentration von einzelnen Kreditnehmern (Adresskonzentration), einzelnen Branchensektoren (Sektorkonzentration), einzelnen geographischen Gebieten (regionale Konzentration) und einzelnen Währungsräumen entstehen. Das Geschäftsmodell der BMW Austria Bank GmbH als herstellergebundener Finanzdienstleister ist mit Konzentrationsrisiko verbunden. Die Konzentrationen bestehen vor allem in Zusammenhang mit der Branche (Automobil- und Finanzdienstleisterbranche), den angebotenen Produkten (Fahrzeugfinanzierungen) und der Abhängigkeit von der BMW Group (Fahrzeugmarken und Sicherheiten der BMW Group). Sowohl Retail- als auch Fremdmarken-Geschäfte haben ein breit diversifiziertes Portfolio und es wird kein signifikantes Konzentrationsrisiko angenommen. Von einem Konzentrationsrisiko bei Flottenkunden wird ausgegangen, weil es auf der Geschäftstätigkeit mit Großkunden basiert. Es gibt eine ähnliche Situation in der Händlerfinanzierung, weil alle Geschäftspartner zur selben Branche/Geschäftssektor gezählt werden können. Dieses Risiko wird bewusst in Kauf genommen, da es die Rahmenbedingung für die Geschäftstätigkeit ist und weil die BMW Austria Bank GmbH über besondere Kenntnisse in der Automobilindustrie verfügt. Darüber hinaus sind die meisten der angebotenen Kreditlinien durch die entsprechenden Fahrzeuge besichert. Die maximale Ausreichung für ein einzelnes Engagement oder eine Gruppe von verbundenen Kunden liegt in der Nähe der maximalen Großkreditgrenze abzüglich einem Risikopuffer. Im Rahmen der individuellen Unternehmenssteuerung werden Konzentrationen in den Abteilungen Händlerfinanzierung und Cash Management durch die Vergabe und die Überwachung der Limits für den einzelnen Händler, Kontrahenten und Emittenten kontrolliert.
Gegenparteiausfallsrisiko (Art. 435 Abs. 1 iVm Art. 439 (a) – (d) CRR) Die BMW Austria Bank GmbH verfügt über keine Derivate, weshalb dieser Artikel nicht zur Anwendung kommt.
Marktpreisrisiko
Marktpreisrisiken beziehen sich auf potenzielle Verluste aus nachteiligen Marktpreisveränderungen (z. B. Aktienkurse, Zinssätze) oder aus Parametern, welche die Preise beeinflussen (z. B. Volatilitäten). Die BMW Austria Bank GmbH definiert das Restwertrisiko und das Zinsänderungsrisiko als Marktpreisrisiko gem. Risikoinventur.
Zinsrisiko
Zinsrisiken werden als potenzielle Verluste definiert, die durch eine Veränderung der Zinssätze verursacht werden. Dieses Risiko umfasst auch das Zinskonzentrationsrisiko.
Das Zinsänderungsrisiko wird durch statische und dynamische Analysemethoden (Aktiva- und Passiva Cashflows, VaR, Zinskurven) und ein Benchmark-Konzept gesteuert. Es gibt eine semi-passive Zinsstrategie basierend auf einem 3Y-Benchmark-Konzept (enge Orientierung an der definierten Benchmark mit zusätzlichen Abweichungsintervallen). Gemäß veränderter Zinsprognosen (Zinskurven) sind Abweichungen möglich.
In der Berechnung der Risikotragfähigkeit wird das Zinsrisiko anhand eines VaR Ansatzes gemessen. Als Methodik wird eine moderne historische Simulation verwendet. Die dem Modell zu Grunde liegende Zinshistorie beginnt am 01.01.2001. Als Haltedauer wird 1 Jahr (250 Handelstage) verwendet und das entsprechende Konfidenzniveau des ökonomischen Ansatzes angewandt.
Restwertrisiko
Das Restwertrisiko beschreibt potenzielle Verluste, sollte der realisierte Marktwert eines Fahrzeugs beim Produkt Selectkredit nach Vertragsablauf weniger wert sein als der bei Vertragsabschluss kalkulierte Restwert. Aufgrund des sehr geringen Portfolios Selectkredit, spielt das Restwertrisiko eine untergeordnete Rolle im Vergleich zu den anderen Risikoarten der BMW Austria Bank GmbH und tritt nur in der Zweigstelle in Griechenland auf.
In der Berechnung der Risikotragfähigkeit wird das Restwertrisiko anhand eines VaR Ansatzes gemessen. Als Methodik wird ein Modell verwendet, das auf Basis von historischen Daten die Worst Case Abweichung der erzielbaren Marktpreise schätzt. Das Konfidenzniveau ist mit 99,98% konsistent mit allen VaR Berechnungen.
Liquiditätsrisiko (Art. 435 Abs. 1 CRR)
Das Liquiditätsrisiko umfasst das Risiko einer Verschlechterung der Liquiditätssituation aufgrund eines Asset-Liability-Mismatch. Des Weiteren sind Verluste oder reduzierte Gewinne aufgrund fehlender Liquidität enthalten. Die BMW Austria Bank GmbH unterscheidet zwischen operationellem Liquiditätsrisiko (kurzfristigem Liquiditätsrisiko oder Risiko der Zahlungsunfähigkeit, d.h. seinen laufenden finanziellen Verpflichtungen nicht mehr zeitgerecht und/oder vollständig nachkommen zu können) und Liquiditätskostenrisiko. Dieses Risiko umfasst auch das Liquiditätskonzentrationsrisiko.
Zahlungsunfähigkeitsrisiko (operationelles Liquiditätsrisiko)
Das Zahlungsunfähigkeitsrisiko (inkl. Maturity und Call risk) beschreibt das Risiko, dass Zahlungsverpflichtungen nicht rechtzeitig und/oder unvollständig erfüllt werden können. Im Wesentlichen wird das operationelle Liquiditätsrisiko mit einem Matched-Funding-Ansatz der strukturellen Cashflow-Bilanz gesteuert. Ziel dieses Ansatzes ist die frühzeitige Identifizierung möglicher, struktureller Liquiditätsrisiken und die Bewertung möglicher Maßnahmen zur Sicherstellung einer langfristigen Solvenz über den 30-Tage-Horizont hinaus. Grundlage für den Matched-Funding-Ansatz ist der Vergleich der monatlichen, Mittelzu- und -abflüsse. Dieser Ansatz steht im Einklang mit der Refinanzierungsstrategie und der Liquiditätsplanung. Die Refinanzierung erfolgt überwiegend innerhalb der BMW Group.
Liquiditätskostenrisiko
Das Liquiditätskostenrisiko wird auch als Refinanzierungskostenrisiko bezeichnet und beschreibt das strukturelle Risiko, dass zusätzliche Refinanzierungsmittel nur zu verschlechterten Refinanzierungskonditionen beschafft werden können. Um dieses Kapital-beeinflussende Risiko zu überwachen, benützt die BMW Austria Bank GmbH einen Liquiditäts-Value at Risk (LvaR) Ansatz. Als Methodik wird eine Monte Carlo Simulation verwendet. Die dem Modell zu Grunde liegenden Parameter sind die Refinanzierungs-Spreadssätze, sowie das geplante Neugeschäft. Als Haltedauer wird 1 Jahr (250 Handelstage) verwendet und das Konfidenzniveau je nach Ansatz (gone- oder going-concern) gewählt.
Operationelles Risiko (Art. 435 Abs. 1 iVm Art. 446 CRR)
Die BMW Austria Bank GmbH definiert operationelles Risiko gem. des Baseler Ausschusses für Bankenaufsicht als Gefahr von Verlusten, die infolge von Unangemessenheit bzw. Versagen von internen Prozessen (Prozessrisiko), Personen (Personalrisiko), Systemen (Technologie- und IT-Risiko), oder infolge von externen Ereignissen (Externes Risiko) auftreten. In diesem Umfang sind auch Reputationsrisiken, rechtliche und aufsichtsrechtliche Risiken sowie Compliance- und Verhaltensrisiken enthalten. Die Verantwortlichkeiten und Vorgehensweisen sind in der OpRisk Guideline der BMW Austria Bank GmbH klar definiert. Die Messung und Steuerung der operationellen Risiken im operativen Geschäft liegt in der Verantwortlichkeit des Risikomanagements.
Potentielle Risikoszenarien, existierende Kontrollen und Prozesse sind in Zusammenarbeit mit den Fachabteilungen der Bank definiert, um operationelle Risiken zu verhindern. Basierend auf den fortlaufenden Analysen dieser Szenarien und abgeleitet von Zwischenfällen werden die Kontrollen und Prozesse gegebenenfalls angepasst. Mit Hilfe von globalen Risikoszenarien wird ein Erfahrungsaustausch mit anderen Finanzdienstleistungseinheiten der BMW Group durchgeführt. Bereits aufgetretene und verhinderte Fälle im Zusammenhang zum operationellen Risiko sind in einem unternehmensweiten Berichtsprozess geregelt und werden in einer Verlustdatenbank dokumentiert. Ebenso werden die identifizierten Risikoszenarien einschließlich Bewertung der Eintrittswahrscheinlichkeit und potentieller Verlusthöhe in einer konzernweiten Datenbank verwaltet. Die Entwicklung des Risikopotenzials wird mit Hilfe von definierten Risikoindikatoren regelmäßig gemessen und an die Geschäftsführung berichtet.
ESG-Risiko
Umwelt-, Sozial- und Governance-Risiken, auch Nachhaltigkeitsrisiken genannt, sind Umwelt-, Sozial- oder Governance-Ereignisse oder -Bedingungen, die, falls sie auftreten, erhebliche negative Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage oder den Ruf der BMW Austria Bank GmbH haben oder haben können. Das ESG-Risiko wird auch als Nachhaltigkeitsrisiko bezeichnet.
Die BMW Austria Bank GmbH berücksichtigt die Dimensionen des Nachhaltigkeitsrisikos (ESG-Risiken) innerhalb der definierten Risikotypen. Das Nachhaltigkeitsrisiko wird nicht als eigener Risikotyp klassifiziert, sondern seine Auswirkungen müssen für jeden Risikotyp bewertet und berücksichtigt werden.
ESG-Risiko wird als Treiber für die folgenden Risikotypen betrachtet:
- Kreditrisiko - Marktpreisrisiko - Liquiditätsrisiko - OpRisk - Weitere Risiken
ESG-Risiko wird als relevant, aber nicht wesentlich für jeden der Risikotypen betrachtet. Diese Klassifizierung wurde im Zuge der jährlichen Wesentlichkeitsbeurteilung beschlossen.
Sonstige Risikoarten
Gem. der Risikoinventur betrachtet die BMW Austria Bank GmbH die folgenden, sonstigen Risikoarten: Strategisches Risiko und Ertrags-/ Geschäftsrisiko. Diese Risikoarten sind in der Risikotragfähigkeit über einen allgemeinen Risikopuffer berücksichtigt.
Risiko der Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung
Dieses Risiko bezeichnet die Gefahr im Zusammenhang mit Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung und umfasst damit auch das Risiko der Nichteinhaltung einschlägiger gesetzlicher und regulatorischer Vorgaben.
Strategisches Risiko
Strategische Risiken sind Performance-Risiken aus fundamentalen Managemententscheidungen, die maßgeblichen Einfluss auf die Existenz des Unternehmens haben. Dazu gehören beispielsweise falsche Marktpräsenz, fehlerhafte Beurteilung von Marktsegmenten oder exzessives Wachstum.
Ergebnis- und Geschäftsrisiko/ Makroökonomisches Risiko
Das Ergebnis- und Geschäftsrisiko ist definiert als das Risiko von unter den Erwartungen liegenden Gewinnen aufgrund von Veränderungen im makroökonomischen Umfeld wie Kundenverhalten, Wettbewerbsumfeld oder Branchentrends. Die negativen Abweichungen resultieren aus Änderungen des Geschäftsvolumens, der Marge oder der Kosten.
Zusammenfassung
Die wesentlichen Risikoarten bei der BMW Austria Bank GmbH umfassen Kreditrisiko, Marktpreisrisiko (Zinsrisiko, Restwertrisiko), Liquiditätsrisiko, operationelles Risiko, sowie sonstige Risikoarten. Zur Beurteilung und Steuerung dieser Risiken hat die BMW Austria Bank GmbH interne Methoden entwickelt, die den nationalen und internationalen Standards sowie den Anforderungen des regulatorischen Umfelds wie Basel III entsprechen. Zur Sicherstellung der Risikotragfähigkeit werden unerwartete Risiken durch verschiedene Value-at-Risk-Verfahren gemessen und dem vorhandenen Risikodeckungspotential in Form von Eigenkapital gegenübergestellt. Durch ein integriertes Limit System wird die Sicherstellung der Risikotragfähigkeit regelmäßig überwacht. Die Risikomanagementverfahren werden vom Leitungsorgan der BMW Austria Bank GmbH als angemessen erachtet.
Ausblick
Die BMW Group behält im Jahr 2026 weiterhin die Themen CO2-Reduktion, nachhaltige Kreislaufwirtschaft durch Zirkularität und E-Mobilität im Fokus. Hervorgehoben werden kann die Neue Klasse startend mit dem BMW iX3, welcher der erste BMW mit einer vollelektrischen Reichweite von über 805 Kilometer ist. Weiters folgen gegen Ende 2026 neue Modelle der Neuen Klasse mit dem eDrive Antrieb der 6. Generation, BMW Panoramic iDrive und die Antriebs- und Fahrdynamikregelung „Heart of Joy“. Innovative Produkte unterstützen die Nachfrage nach Fahrzeugen der BMW Group und führen zu einem erhöhten Bedarf an Finanzierungen, welche von der BMW Austria Bank GmbH bedient werden können.
Das tatsächliche Konsumverhalten und somit die Nachfrage nach Fahrzeugen und Finanzierung wird im Jahr 2026 weiterhin von der makroökonomischen Entwicklung abhängig sein. Die Kerninflation hat sich im vergangenen Jahr sowohl in Osterreich als auch im gesamten Euro- Raum leicht entspannt. In Folge der Inflationsentwicklung hat die EZB den Einlagenzins seit Juni 2025 nicht weiter gesenkt und dieser beträgt 2,0%. Ob es zu weiteren Zinssenkungen kommt, hängt von der künftigen Inflationsentwicklung ab, welche zum einen von den weiteren Entwicklungen im Nahen und Mittleren Osten als auch von zukünftigen möglichen Handelsbeschränkungen beeinflusst werden kann. Nach dem positiven Wirtschaftswachstum im Jahr 2025 wird für Osterreich 2026 erneut ein BIP-Wachstum von rund 0,9% erwartet. Für Griechenland und die relevanten CEEU-Länder wird ein BIP-Wachstum zwischen +1,0% und +2,7% prognostiziert.
Die schwächeren makroökonomischen Rahmenbedingungen spiegeln sich auch in den Insolvenzen wider. Laut Daten des KSV1870 lag die Anzahl der Unternehmensinsolvenzen in 2025 bei 6.810 Fällen, was einen Anstieg von +3,4% gegenüber 2024 bedeutet. Das Niveau an Privatinsolvenzen stagnierte bei 8.766 Fällen, was einen Rückgang von -0,6% bedeutet (2024: 8.822). Für 2026 wird sowohl für Unternehmens- als auch Privatinsolvenzen mit keinem Rückgang gerechnet.
BMW Austria Bank GmbH
Salzburg, am 12.05.2026
Mag. Kathrin Frauscher Dagobert Autering
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