Inhaltsverzeichnis
1. Bericht über den Geschäftsverlauf und die wirtschaftliche Lage
a) Bericht über den Geschäftsverlauf
VFI konnte das geplante Wachstum im abgelaufenen Geschäftsjahr realisieren. Die abgesetzte Menge war unter Außerachtlassung der Hilfsgeschäfte mit 212.159 to gegenüber 190.002 to (2023/24) um 11,7 % höher. Die Mengensteigerung erfolgte in den Geschäftsbereichen „abgepackte Öle“ und „Futtermittel“. Der Exportanteil betrug 63 %. Die Eigenproduktion lag mit 182.672 to um 7,9 % über dem Niveau des Vorjahres (169.223 to).
Nach den exorbitanten Schwankungen der Marktpreise für Speiseöle in den Jahren 2022 bis 2024 hat sich die Entwicklung der Preise im abgelaufenen Geschäftsjahr einigermaßen stabilisiert. Politische Unsicherheiten führten dennoch zu Preisausschlägen und einem herausfordernden Umfeld. Die regional durchwachsene Sonnenblumenernte mit unterdurchschnittlichen Erträgen führte zu einem Preisanstieg gegen Ende des Geschäftsjahres. Zeitliche Verschiebungen bei der Abnahme von Kontraktmengen aus den Jahren 2022 und 2023 reichten noch bis in das abgelaufene Wirtschaftsjahr hinein und haben die ersten sechs Monate des Geschäftsjahres belastet.
Am 27.01.2025 wurde mit den kreditgebenden Banken ein Standstill vereinbart, der bis 30.09.2025 verlängert wurde. Mit 01.10.2025 wurde eine Restrukturierungsvereinbarung mit allen beteiligten Banken bis 30.09.2027 abgeschlossen. Dieses umfasst die Aussetzung der Darlehenstilgungen bis 30.09.2027 sowie die Zurverfügungstellung frischer Liquidität in ausreichender Höhe, sodass damit auch das ambitionierte zukünftig geplante Wachstum ausreichend finanziert werden kann.
In der ersten Hälfte des Geschäftsjahres wurde mit Unterstützung eines externen Beratungsunternehmens ein Restrukturierungsprogramm erstellt, das großteils bereits umgesetzt ist. Dies führte zu signifikanten Einsparungen v.a. bei den Personalkosten. Gemeinsam mit dem oben angeführten Beratungsunternehmen wurde im Geschäftsjahr 2024/25 auch eine (positive) Fortbestehensprognose bis einschließlich des Geschäftsjahres 2028/29 erstellt, die der Restrukturierungsvereinbarung zu Grunde liegt.
Der Jahresfehlbetrag für das Geschäftsjahr 2024/25 konnte von -12,3 Mio. Euro im Vorjahr auf -1,4 Mio. Euro reduziert werden. Der in der Restrukturierungsvereinbarung bzw. Fortbestehensprognose geplante Jahresfehlbetrag konnte um +1,3 Mio. Euro übertroffen werden.
b) Finanzielle Leistungsindikatoren
Der operative Cashflow (Cashflow aus Ergebnis zu-/abzüglich Veränderungen des Working Capital) betrug TEUR 3.337 (Vorjahr: TEUR -1.815).
Der Anteil des Anlagevermögens am Gesamtvermögen betrug am 30.09.2025 6,6 % (Vorjahr: 5,4 %) und der Anteil des Umlaufvermögens betrug 93,4 % (Vorjahr: 94,6 %).
Das langfristige Kapital (Eigenkapital + langfristiges Fremdkapital) kam auf 63,1 % (Vorjahr: 34,1 %) und das kurzfristige Fremdkapital auf 36,9 % (Vorjahr: 65,9 %). Die Verschiebungen ergeben sich aus der abgeschlossenen Restrukturierungsvereinbarung mit den Banken, wodurch ursprünglich kurzfristige Finanzierungen nun als langfristige Finanzierungen zu klassifizieren sind.
Die Umsatzrentabilität betrug im Wirtschaftsjahr 2024/2025 -0,6 % (Vorjahr: -5,8 %).
Der Rohgewinn erreichte 16,2 % der Betriebsleistung (Vorjahr: 15,0 %).
Die Eigenmittelquote (§ 23 URG) betrug 15,9 % (Vorjahr: 16,0 %), die Eigenkapitalrentabilität (vor Steuern) lag bei -14,2 % (Vorjahr: -93,8 %).
Die Personalkosten, inklusive des Leihpersonals in der Produktion, betrugen im Wirtschaftsjahr 2024/25 TEUR 20.001 (Vorjahr: TEUR 21.139).
c) Nicht-Finanzielle Leistungsindikatoren
Im Personalbereich traten im Wirtschaftsjahr 2024/25 keine außerordentlichen Ereignisse auf, die den Geschäftsbetrieb wesentlich beeinflusst hätten. Die Mitarbeiterfluktuation erhöhte sich durch den Personalabbau im Restrukturierungsprogramm im Wirtschaftsjahr 2024/25 auf 23,6 % (Vorjahr: 15,5 %).
2. Bericht über die voraussichtliche Entwicklung und die Risiken des Unternehmens
a) Voraussichtliche Entwicklung des Unternehmens
Die Märkte haben sich zwischenzeitlich wieder normalisiert, insbesondere das für das Unternehmen wichtige Biosegment hat sich stabilisiert. Basierend auf den Prognosen wird das Biosegment in Europa, insbesondere in Deutschland, weiter wachsen. Sinkende Inflation, steigende Einkommen und eine bessere Planbarkeit der Energiekosten sollten die Nachfrage nach Marken-, Bio- und regionalen Produkten weiter ankurbeln. Zudem bleibt der Ausbau der europäischen Bioproduktion ein klar formuliertes Ziel der Politik.
Als zunehmend herausfordernd stellen sich die Beschaffungsmärkte dar. Neben schlechter Ernten und politischen Unsicherheiten sind vor allem hochwertige Bio-Saaten ein knappes und mitunter teures Gut. Die Steigerungsraten im Biosegment bei gleichzeitig nicht adäquatem Ausbau der Anbauflächen werden künftig zu weiteren Verknappungen führen. Mitunter wird erwartet, dass die Absatzmengen im Bio-Bereich von den verfügbaren Rohstoffen determiniert werden.
Die Anlaufprobleme bei der Ölmühlenlinie 2, der Schälanlage und dem Biogaswerk in Ennsdorf sind bewältigt und in Betrieb. Das Geschäftsjahr 2025/26 startete mit einer verbesserten Auslastung, wobei eine Vollauslastung auch im Geschäftsjahr 2025/26 noch nicht erreicht wird. Dazu tragen auch die derzeit schwer verfügbaren Bio-Saaten bei.
Der Margendruck bei einfacheren Produkten ist nach wie vor hoch. Die Diversifikation bzw. laufende Überprüfung des Produkt- und Kundenportfolios wird daher weiter intensiv vorangetrieben.
Über die nächsten Jahre ist weiterhin ein deutliches Wachstum geplant. Der Fokus liegt dabei auf abgepackten Produkten für den europäischen Markt mit konventionellen und Bio-Ölen sowie im Futtermittelbereich. Gerade im Segment der abgepackten Öle für die Systemgastronomie werden nach wie vor viele Neukunden gewonnen.
In der Neukundenakquise wird vor allem in Deutschland vermehrt Verkaufspersonal eingesetzt sowie eine aggressivere Preispolitik verfolgt, um die Mengen aus Tschechien und die Mengen im Systemgastronomiebereich in die ökonomisch notwendige Dimension zu bringen. Mit steigender Auslastung und höherer Wertschöpfung erwarten wir mittelfristig eine deutlich positive Entwicklung der Ertragskraft.
Im Bereich der abgepackten Ware wurde unter anderem ein Auftrag eines Großkunden gewonnen, der die Auslastung der Abfülllinien massiv erhöhen wird. Die geplante Mengensteigerung für das Geschäftsjahr 2025/26 um etwa 10% wird damit untermauert.
Ertragsseitig sind die Erwartungen für das Jahr 2025/26 noch gedämpft. Die Gründe dafür sind die weiterhin hohen Finanzierungs-, Personal- und Energiekosten sowie der unveränderte Druck auf die Margen. Insgesamt wird für das Geschäftsjahr 2025/26 noch von einem leicht negativen Ergebnis ausgegangen.
Als weitere Maßnahme wurde beschlossen, die VFI GmbH mit der Mutterfirma Vereinigte Fettwarenindustrie Gesellschaft m.b.H. (VFW) zu verschmelzen (Upstream-Einbringung). Die Verschmelzung soll rückwirkend per 01.10.2025 erfolgen.
b) Wesentliche Risiken und Ungewissheiten, Restrukturierung
Nach dem hohen Verlust im Geschäftsjahr 2023/24 wurde das oben beschriebene Restrukturierungsprogramm erstellt und großteils bereits umgesetzt. Die initiierten Maßnahmen werden im Geschäftsjahr 2025/26 konsequent weiterverfolgt und teilweise erweitert.
Das Risikomanagement wurde hinsichtlich der wesentlichen Risiken (Bestands-, Preis-, Margen-, Abnahme- bzw. Kontraktrisiko, Währungsrisiko) nochmals analysiert und daraus entsprechende Verbesserungsmaßnahmen abgeleitet. Mit den Maßnahmen wurde bereits im Geschäftsjahr 2024/25 begonnen, im Geschäftsjahr 2025/26 werden weitere Verbesserungen sukzessive umgesetzt.
Die in den folgenden Absätzen beschriebenen Risiken sind immanente Bestandteile des Geschäftsmodells der VFI. Die konsequente Umsetzung der Maßnahmen aus dem Restrukturierungsprogramm und die kontinuierliche Erhöhung der Auslastung der hohen Investitionen aus den Vorjahren wird aus heutiger Sicht den kurz-, mittel- und langfristigen Bestand des Unternehmens sichern und eine positive Entwicklung gewährleisten.
c) Personalrisiken
Aufgrund der Loyalität langjähriger und erfahrener Mitarbeiter wird das Personalrisiko weiterhin als eher gering angesehen. Wegen der demographischen Lage in Österreich werden bei der Besetzung offener Stellen vermehrt Zuwanderer miteinbezogen. Fachspezifisches Wissen soll jedoch in einem engeren Kreis loyaler Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gehalten werden. Vermehrt wird darauf Wert gelegt, Arbeitsabläufe zu standardisieren und noch besser zu dokumentieren.
Augenmerk wird auf das Übertragen von Unternehmenswissen und auf professionelle Aus- und Weiterbildung von loyalen, langjährigen Mitarbeitern gelegt. Nur mit qualifizierten und motivierten Mitarbeitern sind die Herausforderungen der nächsten Jahre erfolgreich zu bewältigen.
d) Operative Risiken
Durch den Einsatz einer integrierten Unternehmenssoftware (ERP) bestehen für das Unternehmen Risiken in Zusammenhang mit dem Ausfall des Systems (Verfügbarkeit, Datensicherheit).
Um die Verfügbarkeit des Systems und die Datensicherheit zu gewährleisten, sind entsprechende Notfallsysteme implementiert.
Für eine zukunftsorientierte Ausrichtung der IT-Infrastruktur wurden während des Geschäftsjahres zahlreiche Maßnahmen umgesetzt und wichtige Hardware erneuert. Für 2026 ist die Implementierung der wesentlichen durch NIS2 nötigen Sicherheitsmaßnahmen in die Wege geleitet.
Das Risiko von Fehleingaben wird durch Schulungen von Mitarbeitern und durch Plausibilitätsüberprüfungen eingeschränkt.
Hinsichtlich der Performance von Systemen besteht ein permanenter Verbesserungsprozess, der gemeinsam mit externen EDV-Partnern betrieben wird.
e) Beschaffungsrisiken
VFI ist auf ausreichende Verfügbarkeit landwirtschaftlicher Rohwaren, in erster Linie Öle und Bio-Saaten in der benötigten Qualität angewiesen. Neben einer möglichen Unterversorgung stellen deren Preisschwankungen, wenn diese nicht oder nicht ausreichend an die Abnehmer weitergegeben werden können, ein Risiko dar. Wesentliche Treiber für Verfügbarkeit, Qualität und Preis sind wetterbedingte Gegebenheiten in den Anbaugebieten, die Wettbewerbssituation, regulatorische und gesetzliche Regelungen, die Veränderung der Wechselkurse relevanter Währungen und in den letzten Jahren auch vermehrt politische Unsicherheiten. Die Ernten in den für VFI relevanten Regionen waren bei den wichtigen Rohstoffen Raps und Sonnenblumen 2025 zwar besser als die sehr schlechten Ernten 2024, jedoch agieren aktuell vor allem die Verkäufer von Sonnenblumensaat verhalten.
f) Markt- und Wettbewerbsrisiken
Aufgrund der zunehmenden Exporttätigkeit steht das Unternehmen im Wettbewerb mit regionalen und überregionalen Mitbewerbern. Die eigene Marktposition wird laufend beobachtet, sodass etwaige notwendige korrigierende Maßnahmen schnell eingeleitet werden können.
Die nun schon seit mehreren Jahren laufende Verbreiterung und Spezialisierung der Bereiche Bio-Futtermittel und Bio-Öle tragen zur Ausweitung von Marktanteilen bei. Der Ausbau der konventionellen Öl- und Fettmischungen für die Systemgastronomie reduzieren die Abhängigkeit vom besonders preissensitiven PET-Abpackgeschäft für den Einzelhandel.
Entsprechend der Nachfrage und auch aufgrund anderer Einflussfaktoren werden die Kapazitäten zur Erhaltung der Wettbewerbsfähigkeit auf den Kernmärkten stetig angepasst. In diesem Zusammenhang stehen auch neue technologische Entwicklungen und Produktionsprozesse am Markt unter Beobachtung.
3. Bericht über die Forschung und Entwicklung
Im Zuge der F&E werden laufend neue Produkte entwickelt und bestehende verändert, verbessert und weiterentwickelt. Es existiert eine gut gefüllte Pipeline an neuen Produkten und Produktideen. Im Geschäftsjahr wurden insgesamt 205 (Vorjahr 166) Produktentwicklungen gestartet. Die meisten Produktentwicklungen fanden im Bereich der abgepackten Waren statt.
Darüber hinaus werden laufend Packstoffe in Bezug auf die Maschinengängigkeit und Verarbeitbarkeit optimiert, um die Einkaufsbedingungen zu verbessern.
Zur Unterstützung der Organisation der Entwicklungsprojekte wird mit einem eigens entwickelten, in der ERP-Software integriertem Produktentwicklungsmodul gearbeitet. An weiteren Verbesserungen wird laufend gearbeitet.
Da sich die Anforderungen weiterhin ändern, wurden und werden die Aktivitäten zur Reduktion von Schad- und Raffinationsbegleitstoffen und der damit einhergehenden Prozessoptimierung in der Raffinerie weiter fortgesetzt.
Das Forschungsprojekt mit der FH Oberösterreich Wels, basierend auf den im Dezember 2017 unterfertigten Kooperationsvertrag mit der FFoQSI GmbH (Austrian Competence Centre for Feed and Food Quality, Safety & Innovation) ist nach wie vor im Laufen.
4. Berichterstattung über wesentliche Merkmale des internen Kontroll- und des Risikomanagementsystems im Hinblick auf den Rechnungslegungsprozess
Die Geschäftsführung des Unternehmens ist sich stets der Verantwortung zur Einrichtung und Ausgestaltung eines internen Kontrollsystems und Risikomanagementsystems, im Hinblick auf den Rechnungslegungsprozess sowie die Einhaltung der maßgeblichen gesetzlichen Vorschriften, bewusst.
Daher verfügt das Unternehmen über eine Reihe aufeinander abgestimmter Risikomanagement- und Kontrollsysteme, um Fehlern und Gefahren vorzubeugen. Hierzu gehört ein angemessenes internes Berichtswesen zur Aufdeckung von Risiken aus dem operativen Geschäftsverlauf sowie auch eine intensive interne Kommunikation in Form von regelmäßigen Management-Meetings. Die Prozesse werden in regelmäßigen Abständen auf deren Effektivität kritisch geprüft.
Durch den Einsatz eines voll integrierten ERP-Systems ist die Konsistenz und Unveränderlichkeit der Daten vollumfänglich gewährleistet. Ergänzend ist damit auch ein umfangreiches und effizientes Monitoring der wichtigen operativen Indikatoren in allen Unternehmensbereichen möglich. Ziel ist es, Risiken und deren Auswirkungen auf die Geschäftsziele zu identifizieren, diese zu bewerten und Maßnahmen zum Umgang mit diesen zu treffen.
Die Rohstoffpreisrisiken werden durch Back-to-Back-Geschäfte (Einkauf auf Ziel zu den kalkulierten Konditionen des Verkaufskontraktes) möglichst eliminiert. Kurzfristig können Preisrisiken dabei über entsprechende Lieferantenkontrakte zu einem großen Teil hintan gehalten werden. Mittel- bis langfristig muss die Entwicklung der Rohstoffpreise jedoch als gegeben hingenommen und an die Kunden weitergegeben werden. Eine dauerhafte Absicherung gegen Preisveränderungen ist nicht möglich.
Den Währungsrisiken wird entgegengewirkt, indem im Einkauf und Verkauf vorrangig in Euro gehandelt wird. Werden Einkaufs- und Verkaufsgeschäfte in US-Dollar getätigt, werden diese zuerst gegeneinander aufgerechnet und der Uberhang, wenn er ein gewisses Volumen übersteigt, durch Devisentermingeschäfte abgesichert.
Möglichen Qualitätsrisiken wird durch ein umfangreiches internes Qualitätsmanagement begegnet, das kontinuierlich im Rahmen interner und externer Audits überprüft und weiterentwickelt wird. Darüber hinaus hat das Unternehmen auch eine entsprechende Versicherung gegen Schadensfälle abgeschlossen.
Die VFI GmbH hat keine Zweigniederlassungen.
Wels, am 13. Jänner 2026
Die Geschäftsführer
Mag. Florian Rauch
DI Dirk Vollertsen
Signiert von:
Dirk Vollertsen
DDF4BB0478C54CA
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