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Lagebericht 2025

Perspektive Handel Caritas gGmbH

Original-PDF

Stichtag 31. Dez. 2025 · Eingereicht am 28. Sep. 2026

Inhaltsverzeichnis

Doin Einkauf Maine Chance!

Perspektive Handel Caritas qGmbH

Die Perspektive Handel Caritas gGmbH, kurz PHC, ist ein gemeinnütziges Unternehmen und betreibt Supermärkte in Oberösterreich, Kärnten, Niederösterreich und Wien.

In den Märkten erhalten sozial benachteiligte, schwer vermittelbare und arbeitsmarktferne Personen eine Ausbildung und Qualifizierung. Das Ziel ist die langfristige Integration der Mitarbeiterlnnen in den ersten Arbeitsmarkt. Zielgruppe sind langzeitarbeitslose Personen, Jugendliche mit Beeinträchtigung, Personen 50+, Asylwerbende und Asylberechtigte, Personen mit Migrationshintergrund, Wiedereinsteigerlnnen und alle anderen, die Unterstützung im Arbeitsleben brauchen.

Durch den Einkauf in den PHC-Märkten tragen die KundInnen dazu bei, den Mitarbeiterlnnen in Ausbildung eine echte und nachhaltige Chance auf Arbeitsmarkt-Integration zu ermöglichen.

A) Darstellung der Lage der Gesellschaft

1. Vermögenslage

Aktiva

Die Bilanzsumme beträgt TEUR 3.824.

Im Geschäftsjahr 2025 beträgt der Stand des Sachanlagevermögens TEUR 964. Diese beinhaltet geleistete Baukostenzuschüsse (Asten iHv TEUR 25), E-PKW's und E-Bike’s (iHv TEUR 67) und anderen Anlagen und Betriebs- und Geschäftsausstattung für alle Standorte (iHv TEUR 872).

Der Vorratsbestand iHv TEUR 1.674 setzt sich zum Bilanzstichtag wie folgt zusammen: Wels TEUR 214, Alberndorf TEUR 226, Asten TEUR 236, Villach TEUR 176, Ebenfurth TEUR 216, Lanzenkirchen TEUR 234, Ebelsberg TEUR 207, Krems TEUR 137 und Klagenfurt TEUR 213. Im Berichtsjahr erfolgten Abwertungen iHv TEUR 181.

Die Forderungen gegenüber öffentlichen Stellen iHv TEUR 380 begründen sich aus den Jahresabrechnungen der Sozialökonomischen Betrieben (in Folge SOB) gegenüber Arbeitsmarktservice und Land sowie den Eingliederungsbeihilfen.

Die Position Sonstige Forderungen enthält die Umsatzsteuerguthaben gegenüber dem Finanzamt der Monate Oktober, November und Dezember (TEUR 92).

Die Bank- und Kassenbestände belaufen sich zum Bilanzstichtag auf TEUR 549.

Passiva

Das Stammkapital beträgt TEUR 150. Im Berichtsjahr ergibt sich ein negatives Jahresergebnis iHv TEUR 42, das Eigenkapital reduziert sich daher auf TEUR 264.

Die Bankverbindlichkeiten zum Bilanzstichtag betragen TEUR 280.

Die sonstigen Rückstellungen iHv TEUR 328 beinhalten überwiegend Personalrückstellungen iHv TEUR 305. Die verbleibenden Rückstellungen (TEUR 23) sind für Betriebskostenabrechnungen, nicht fakturierte Rechnungen für Lieferungen und Leistungen, nicht anerkannte Abrechnungen und die Kosten der Wirtschaftsprüfung dotiert worden.

Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen iHv TEUR 874 sind auf die offenen Rechnungen der Warenwirtschaft zurückzuführen.

Die Verbindlichkeiten gegenüber anderen Caritaseinrichtungen iHv TEUR 463 resultieren einerseits aus den Verbindlichkeiten gegenüber der Caritas Oberösterreich (laufende Rechnungen und Jahresabrechnungen (TEUR 221) und anderseits aus der Überbrückungsfinanzierung gegenüber der Caritas der Diözese Linz (TEUR 162) und der Caritas der Erzdiözese Wien (TEUR 80).

Die sonstigen Verbindlichkeiten iHv TEUR 250 beinhalten im Wesentlichen die noch nicht fälligen Sozialversicherungsabgaben und Personalverbindlichkeiten.

II. Finanzlage

Die Gesellschaft weist zum 31.12.2025 liquide Mittel von TEUR 549 aus. Auf Grund des vorliegenden Budgets ist für 2026 die Zahlungsfähigkeit des Unternehmens gegeben, wenn die öffentliche Hand (Arbeitsmarktservice und Landesregierungen) die Zahlungen der Fördersumme laut Vereinbarungen leistet.

Die PHC setzt lediglich konventionelle Finanzierungsmittel (zB kurzfristige Überziehungsrahmen, genehmigte Gesellschafterkredite) ein.

III. Ertragslage

Im Berichtjahr setzen sich die Umsatzerlöse iHv TEUR 24.925 aus Erlösen der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit (TEUR 24.420), aus Umsatzabhängigen Erlösen (TEUR 252) aus Verrechnungen Personalgestellung (TEUR 198), aus diversen Verrechnungen (TEUR 37) und Erlösen aus Beratungstätigkeiten (TEUR 18) zusammen.

Die Subventionen und Zuschüsse iHv TEUR 3.496 resultieren aus Zuschüssen vom Arbeitsmarktservice und Landesregierungen für die SÖB Ebelsberg, Villach, Ebenfurth, Lanzenkirchen und Krems.

Die Aufwendungen des Materialeinsatz iHv TEUR 19.166 beinhalten den Wareneinsatz (TEUR 17.777), die Verbrauchs- und Hilfsstoffe (TEUR 222), den Schwund/Verderb (TEUR 753), Abwertung Bruch/Verderb und Verlustfreie Bewertung (TEUR 8) und die Energiekosten (TEUR 406).

Beim Personalaufwand iHv TEUR 6.983 sind die laufenden Löhne und Gehälter, die Abgaben und die Dotierung der Abfertigungsrückstellung enthalten. Der Jahresdurchschnitt an MitarbeiterInnen beträgt 157 Köpfe.

Die Abschreibungen iHv TEUR 129 sind um die Auflösung der Investitionszuschüsse saldiert.

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen iHv TEUR 2.217 setzen sich überwiegend aus Steuern (TEUR 19), Werbeaufwand (TEUR 29), Kraftfahrzeugaufwand und Reiseaufwand (TEUR 48), Telefon, Porto (TEUR 27), Versicherungsaufwand (TEUR 44), Bankspesen (TEUR 82), Mitgliedsbeiträge (TEUR 161), Systemgebühr (TEUR 202), Mieten und Pachten (TEUR 834), Instandhaltungen und Betriebskosten (TEUR 394), Sonstige Fremdleistungen (TEUR 260) für Zukauf Leistungen Rewe, IT, Personalwesen, Controlling) zusammen.

Der Finanzerfolg errechnet sich für das Geschäftsjahr 2025 iHv EURO -22.007,75.

Der Jahresfehlbetrag beträgt TEUR -42.

Der Bilanzgewinn iHv TEUR 114 wird auf neue Rechnung vorgetragen.

IV. Beschreibung der wesentlichen Risken und Ungewissheiten

B) Angemessene Analyse des Geschäftsverlaufes

Ein zentrales Thema in der operativen Tätigkeit der PHC ist neben der wirtschaftlichen Entwicklung der Märkte die Situation am Arbeitsmarkt und die daraus resultierenden Aktivitäten der Regierung und der öffentlichen Stellen. Seit der Pandemie war der Arbeitsmarkt durch starke Schwankungen gekennzeichnet. Auf eine Periode mit sehr hoher Arbeitslosigkeit folgte eine Phase mit akutem Arbeitskräftemangel. Der große wirtschaftliche Aufschwung blieb auch 2025 aus und fiel mit 0,6% (lt. Statistik Austria) Wirtschaftswachstum eher bescheiden. Der Anstieg der Arbeitslosenzahlen setzte sich auch 2025 fort.

Für die Projekte der PHC hieß das, dass die Auslastung stetig anstieg und wir gegen Ende des Jahres bei einer Vollauslastung ankamen. Die Nachfrage nach Ausbildungs- und Transitarbeitsplätzen ist auch zu Beginn des Jahres 2026 hoch.

Was die Maßnahmen und Aktivitäten der Regierung betrifft, war 2025 ein sehr herausforderndes Jahr. Die nach den Wahlen sehr lange Zeit der Regierungsbildung hat zu großen Unsicherheiten in der Budgetierung für das Jahr 2025 geführt. Die Dotierung der einzelnen Projekte war lange Zeit nicht fixiert und die Bildung von Sonderförderungen für spezielle Gruppen am Arbeitsmarkt konnte nicht festgelegt werden.

Das sehr hohe Budgetdefizit führte notwendigerweise zu großen Einsparungen, von denen auch der Förderbereich nicht verschont geblieben ist. Es konnten zwar für alle Märkte annehmbare Budgets erstellt werden, Gehaltsvalorisierungen konnten jedoch nicht in allen Bundesländern weiterverrechnet werden. Dies ist insofern herausfordernd, als es den Druck auf den Eigenfinanzierungsanteil erhöht. Eine Nicht-Valorisierung der Förderbudgets bei gleichzeitigen Erhöhungen der Gehälter und der allgemeinen Teuerung führt zu einer realen Kürzung der Förderungen. Dadurch erhöht sich der Anteil, der von der PHC eigenfinanziert werden muss. Für 2026 und nach jetziger Sachlage auch 2027 wird sich die Situation noch verschärfen. Das AMS hat auch für 2026 schon zum Teil Verträge mit einer Laufzeit unter 12 Monaten abgeschlossen, um flexibler auf mögliche Budgetentwicklungen reagieren zu können. Für die Träger ist das natürlich eine sehr herausfordernde Situation, weil die Planungszeiträume kürzer werden. Fürs erste konnten wir aber in allen Bundesländern gute Verträge für 2026 abschließen.

Grundsätzlich handelt es sich beim Lebensmitteleinzelhandel um eine relativ krisenstabile Branche. Inflation, Rezession und die negativen Schlagzeilen (der Lebensmittelhandel wurde als Sündenbock für viele Entwicklungen dargestellt) über den Lebensmittelhandel haben aber 2025 doch Wirkung gezeigt und es konnten nicht alle Umsatzziele erreicht werden.

Die Herausforderungen 2024 (neuer Markt in Klagenfurt, Umstellung Markt Wels, Relaunch in Alberndorf) haben sich 2025 grundsätzlich sehr positiv entwickelt, konnten aber die gesetzten Umsatzziele noch nicht zu 100% erreichen. Die Märkte folgten dabei dem generellen Trend, dass es 2025 sehr schwierig war, die Umsatzvorgaben zu erreichen. Der eingeschlagene Weg ist aber sehr gut und spätestens heuer sollten die Planzahlen erreicht werden.

Grundsätzlich war auch 2025 ein sehr herausforderndes Jahr. Es wurden die Weichen für Transformationsprozesse gestartet, da sich die Änderungen in den Förderbudgets und in den inhaltlichen Anforderungen auch auf die Ausgestaltung der Projekte niederschlagen. Wir werden im Juli 2026 den Standort in Villach verlegen und mit einem neuen, mit Spar Kärnten abgestimmten Konzept starten. Das betrifft sehr stark das Ladenkonzept, soll aber auch zu einer zukünftig stärkeren Verknüpfung der unterschiedlichen Ausbildungskonzepte führen.

C) Prognosebericht

Die Entwicklungen der letzten Monate war positiv und die PHC ist auf trotz der herausfordernden Situation auf einem guten Weg. Vor allem die Stabilisierung der Märkte aus umsatztechnischer Sicht ist Schwerpunkt für das kommende Jahr. 2026 soll wieder ein positives Ergebnis erreicht werden. Wir werden verstärkt umsatzfördernde Schwerpunkte setzen und den Fokus noch stärker auf die wirtschaftlichen Kennzahlen legen. Die voriges Jahr intern geschaffene Expertenstelle hat schon verschiedene Optimierungsprozesse angestoßen und analysiert laufend mit den Kolleg"innen von Spar die Kennzahlen und die Marktentwicklung. Außerdem werden die Marktleiter“innen bei markttechnischen Fragen und der Entwicklung der Märkte unterstützt.

Die schon oben beschriebene Situation der Finanzierung durch die öffentliche Hand ist sehr angespannt und wird das wohl auch in den nächsten ein bis zwei Jahren so bleiben. Hier ist eine aktive Weiterentwicklung der Angebote wichtig, um die entstehenden Problemfelder bestmöglich abdecken zu können. Unsere Märkte sind dabei als reale Betriebe sehr gut in der Lage, unterschiedliche Bedarfsgruppen bestmöglich zu bedienen und verschiedenste Angebote bestmöglich anbieten zu können. Wir haben verschiedene Lösungsmöglichkeiten entwickelt und versuchen diese jetzt mit den Fördergebern zu diskutieren und weiter zu entwickeln. Plan wäre, mit dem ersten neuen Konzept 2027 zu starten. Kleinere Änderungen an den bestehenden Projekten sind schon für heuer geplant.

Die Entwicklungen des letzten Jahres im Hinblick auf die Qualifizierung speziell für Personen mit eingeschränkten Deutschkenntnissen haben zu einer eigens entwickelten Schulungsplattform geführt, die gerade in der Betaphase intensiv getestet wird und die heuer in allen Märkten zum Einsatz kommen soll. Dies soll zu einer Verbesserung in der Qualifizierung führen. Erste Erfolge sind schon sichtbar und das Themenfeld bietet gute Chancen und Entwicklungsmöglichkeiten.

Heuer wird auch mit der operativen Einführung des neuen internen Qualitätsmanagement begonnen. Die Bündelung aller Prozesse und Ergänzung fehlender Prozesse soll einen einheitlich hohen Qualitätsstandard sicherstellen.

2025 wurde ein Schwerpunkt auf die Qualifizierung der Mitarbeiter“innen gelegt um bestehende Mitarbeiter”innen bestmöglich zu unterstützen und weiterzuentwickeln, und um intern Führungskräfte für die Zukunft aufzubauen und die Karrieremöglichkeiten in der PHC aufzuzeigen. In diesem Prozess kam es auch zu Anderungen in Teams, die im ersten Halbjahr 2026 abgeschlossen werden.

Im Juli wird der Standort in der Tirolerstrasse in Villach an einen neuen, modernen Standort verlegt. Im Zuge dieser Ubersiedlung wird gemeinsam mit Spar ein neues, sehr stark auf Convenience Produkte ausgerichtetes Ladenkonzept umgesetzt. Die Erwartungen an den Standort und das neue Konzept sind groß und es wird sehr spannend, wie das neue Konzept von den Kund*innen angenommen wird. Die Eröffnung findet am 1. Juli 2026 statt.

Erwähnenswert ist, dass die PHC wieder bzw. noch immer versucht, die Rechtslage in OO zu klären, ob bzw. in welcher Höhe Kommunalsteuer für die Standorte abzuführen ist. Es ist davon auszugehen, dass es heuer zu einer gerichtlichen Klärung kommt.

Forschung und Entwicklung findet in der PHC nicht in erwähnenswerter Form statt.

Linz, am 2. Seéptember 2026

Mag. Wolfgang Scheidl Geschäftsführer

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