Inhaltsverzeichnis
Das Unternehmen ist Teil des Resonac Holdings Corporation-Konzerns, Tokio, Japan. Die Resonac Europe GmbH, in Wiesbaden, Deutschland, ist Alleingesellschafterin des Unternehmens.
1. Geschäftsverlauf und Rahmenbedingungen
Der Stahlmarkt in Europa war auch im Jahr 2025 von einer anhaltenden Nachfrageschwäche geprägt. Der Rückgang der Stahlnachfrage ist auf eine Kombination aus strukturellen Problemen (hohe Energiekosten, Inflation), einer schwachen Konjunktur in Schlüsselindustrien (Automobile-, Bau- und Maschinenbauindustrie) und geopolitischen Unsicherheiten (Handelskonflikte, Zölle, Billigimporte aus China) zurückzuführen. Erst gegen Ende des Jahres 2025 haben sich erste Anzeichen einer Bodenbildung gezeigt.
Das globale Marktumfeld für Graphitelektroden bleibt herausfordernd. Aufgrund eines anhaltend hohen Wettbewerbsniveaus und marktbedingt sehr wettbewerbsintensiver Preise hat die Resonac Graphite Business Unit ihre Kapazitäten angepasst und zwei Produktionswerke stillgelegt. Im Geschäftsjahr 2025 standen Umstrukturierungen und Kosteneinsparungsmaßnahmen im Vordergrund, um die Effizienz zu steigern und die Wettbewerbsfähigkeit langfristig zu sichern. Auch in einem schwierigen Wettbewerbsumfeld gelang es, die Produktion gegenüber dem Vorjahr um rund 10% zu steigern.
Aufgrund der sehr niedrigen Verkaufspreise kam es zu einer Reduktion der Umsatzerlöse um rd. 1% auf 65,6 Mio. EUR. (nach 66,3 Mio. EUR im Vorjahr).
Trotz der niedrigen Verkaufspreise konnte im aktuellen Geschäftsjahr ein ähnliches Betriebsergebnis wie im Vorjahr von rund - 7,1 Mio. EUR erzielt werden (Vorjahr: – 7,5 Mio. EUR). Das Betriebsergebnis ist wesentlich durch Vorratsabwertungen sowie durch die Rückstellung für Verluste aus schwebenden Geschäften beeinflusst.
Die Vorrats-Abwertungen betrugen im Geschäftsjahr 2025 5 Mio. EUR (nach 5,5 Mio. EUR im Vorjahr), die Drohverlustrückstellung betrug im Geschäftsjahr 2025 0,4 Mio. EUR (nach 3,4 Mio. EUR im Vorjahr).
2. Vermögens-, Finanz- und Ertragslage
Die Investitionen in Sachanlagen betrugen im Geschäftsjahr 2025 2,1 Mio. EUR. Die Investitionen im Geschäftsjahr 2025 konzentrierten sich auf die Umstellung der Thermalöl- und Dampfanlage auf erneuerbare Energien, um die Energieeffizienz und Nachhaltigkeit zu erhöhen.
Im Vergleich zum Vorjahr stiegen die Vorräte leicht an, um das erwartete höhere Produktionsniveau im Jahr 2026 abzudecken.
Der reduzierte Umsatz führte zu niedrigeren Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen im Vergleich zum Vorjahr.
Hauptursache für die Veränderung der Rückstellungen war die signifikante Reduktion der Rückstellungen für Drohverluste und Abfertigungen.
Gegenüber dem Vorjahr erhöhten sich die Verbindlichkeiten um 9,7 Mio. EUR, vor allem aufgrund der Inanspruchnahme eines Kredits in Höhe von 7,2 Mio. EUR bei der Inhouse-Bank.
Das Finanzergebnis beläuft sich auf -367 TEUR (Vorjahr: -41 TEUR) und setzt sich aus Zinserträgen und Zinsaufwendungen im Zusammenhang mit Forderungen und Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen sowie aus Erträgen aus Wertpapieren des Anlagevermögens zusammen.
Die Eigenmittelquote beträgt per 31. Dezember 2025 59,0% (Vorjahr: 67,4%), die fiktive Schuldentilgungsdauer ist ebenso wie im Vorjahr negativ.
Der Cashflow (in TEUR) entwickelte sich folgendermaßen:
| Cashflow | 2025 | 2024 |
|---|---|---|
| aus laufender Geschäftstätigkeit | -5.163 | -6.579 |
| aus Investitionstätigkeit | -2.026 | -6.444 |
| aus Finanzierungstätigkeit | 7.201 | 9.684 |
| Veränderungen des Bestandes an liquiden Mitteln* | 12 | -3.339 |
*) unter Berücksichtigung des Bestandes an IC-Forderungen aus Cash Pooling
Der Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit reduzierte sich im Wesentlichen auf Grund des höheren Jahresfehlbetrages und des höheren Bestandes an Vorräten. Der Cashflow aus der Investitionstätigkeit war gegenüber dem Vorjahr um 4,4 Mio. EUR niedriger. Der Netto-Geldfluss aus Finanzierungstätigkeit betrifft die Inanspruchnahme eines Kredites bei der Inhouse Bank.
Die Ertragslage (in TEUR) stellt sich folgendermaßen dar:
| Ertragsübersicht | 2025 | 2024 |
|---|---|---|
| Umsatzerlöse | 65.589 | 66.309 |
| Bestandsveränderungen | 763 | 565 |
| Aktivierte Eigenleistungen | 441 | 908 |
| Sonstige betriebliche Erträge | 531 | 1.250 |
| Betriebsleistung | 67.324 | 69.031 |
| Materialeinsatz | -47.864 | -49.791 |
| Personalaufwand | -15.576 | -17.108 |
| Abschreibungen | -4.422 | -4.644 |
| Steuern (ohne Ertragssteuern) | -29 | -29 |
| Sonstiger betrieblicher Aufwand | -6.572 | -4.964 |
| Betriebsergebnis | -7.140 | -7.506 |
Aufgrund der der niedrigen Verkaufspreise ist der Umsatz um 1% gesunken.
Die geringe Bestandsveränderung resultiert primär daraus, dass das Vorratsvermögen weitgehend konstant geblieben ist.
Die Reduktion bei den sonstigen betrieblichen Erträge resultiert aus verminderten Zuschüssen von öffentlichen Mitteln.
Der Materialeinsatz reduzierte sich insbesondere aufgrund geringerer Rohstoffkosten.
Der Rückgang des Personalaufwands ist auf durchgeführte Einsparungsmaßnahmen zurückzuführen.
Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind gegenüber dem Vorjahr gestiegen, da im Jahr 2024 eine Auflösung der Drohverlustrückstellung in Höhe von 5,3 Mio. EUR aufwandsmindernd wirkte; ein vergleichbarer Effekt bestand im Berichtsjahr nicht.
3. Nicht finanzielle Leistungsindikatoren
3.1. Arbeitnehmerbelange
Die konsequente Personalentwicklung ist ein wesentlicher Bestandteil der Unternehmensphilosophie der Resonac Graphite Austria GmbH. Der Ausbildung wird seit jeher ein besonderer Stellenwert beigemessen: Im Berichtsjahr beschäftigte das Unternehmen 9 Lehrlinge, von denen 2 ihre Ausbildung im Geschäftsjahr 2025 abgeschlossen haben.
Neben der fachlichen Ausbildung erhalten alle Mitarbeiter zusätzliche Schulungen, beispielsweise zu den Themen Gesundheit und Arbeitssicherheit. Die Mitarbeiterentwicklung umfasst zudem jährliche Entwicklungsgespräche im Rahmen der Leistungsbeurteilung, um individuelle Stärken gezielt zu fördern und Weiterentwicklungsmöglichkeiten zu identifizieren.
3.2. Ressourcen und Umweltschutz
Ressourcenschonendes Wirtschaften, der Schutz der Umwelt sowie hohe Standards in Arbeits- und Prozesssicherheit sind unverzichtbare Voraussetzungen für die nachhaltige Entwicklung der Resonac Graphite Austria GmbH. Die organisatorische Grundlage für die Überwachung der Produktionsprozesse und die kontinuierliche Weiterentwicklung aller Umwelt- und Arbeitssicherheitsmaßnahmen bildet unsere Abteilung HSE (Health, Safety, Environment). Ergänzend unterstützt eine konzernweite Initiative für Optimierungsprojekte die kontinuierliche Verbesserung des sparsamen Umgangs mit Rohstoffen und Betriebsmitteln sowie die Reduzierung von Produktionsausschuss.
4. Finanzielle Risiken (inkl. Finanzinstrumente)
Im Geschäftsjahr 2025 wurden keine Kurssicherungsgeschäfte zur Absicherung von Verkäufen in Fremdwährung gemacht. Zum Jahresende waren auch keine derartigen Positionen offen.
Der Marktwert der flüssigen Mittel, kurzfristigen Forderungen und Verbindlichkeiten entspricht aufgrund der täglichen oder kurzfristigen Fälligkeit im Wesentlichen dem Buchwert. Für derartige Finanzinstrumente werden aufgrund der täglichen oder kurzfristigen Fälligkeiten keine Sicherungsgeschäfte gegen das Preisänderungsrisiko abgeschlossen.
Bei den auf der Aktivseite erfassten Finanzinstrumenten stellen die in der Bilanz ausgewiesenen Beträge gleichzeitig das maximale Ausfallsrisiko dar. Aufgrund der Kundenstruktur und der bestehenden Kreditversicherung wird das Zahlungsausfallrisiko als gering erachtet.
Die Gesellschaft ist in das Konzern-Cash-Pooling eingebunden und verfügt aktuell über einen ausreichenden Rahmen, der gegebenenfalls auch angepasst werden kann. Darüber hinaus liegt eine auf 12 Monate ab Feststellung der Bilanz für das Geschäftsjahr 2025 befristete Patronatserklärung der Resonac Holdings Corporation vor.
Die Preise für Rohstoffe sind durch Jahresverträge teilweise festgelegt.
Zur Erhöhung der Planungssicherheit hinsichtlich der Stromkosten hat die Resonac Graphite Austria GmbH zwei Power Purchase Agreements (PPA) mit einer Laufzeit von jeweils 15 Jahren abgeschlossen. Mit diesen Verträgen sollen rund 50 % des regulären Jahresbedarfs an Strom gedeckt werden. Gleichzeitig wird damit die Erzeugung erneuerbarer Energie direkt gefördert, die für eine nachhaltige Elektrodenproduktion benötigt wird.
Nachhaltigkeit ist eine zentrale Säule der Management- und Wachstumsstrategie von Resonac, da unsere Geschäftstätigkeit untrennbar mit dem Recycling von Stahl verbunden ist.
5. Forschung und Entwicklung
Forschung und Entwicklung wird schwerpunktmäßig bei der Muttergesellschaft betrieben. Im Werkslabor und in kleineren Pilotanlagen erfolgt die Entwicklung und Erprobung neuer Technologien für die Resonac Graphite Austria GmbH, die mittelund langfristig zu einer Verbesserung der Kostenstruktur beitragen.
6. Voraussichtliche Entwicklung des Unternehmens
Laut der World Steel Assoziation soll die Stahlnachfrage weltweit 2026 moderat ansteigen. Das globale Wachstum wird vor allem durch Schwellenländer wie Indien, ASEAN-Staaten und Teile Lateinamerikas getragen, während China eine eher schwache Nachfrage zeigt.
Im EU- und UK-Raum soll die Nachfrage im Jahr 2026 um etwa 3 % steigen, nach einer schwächeren Phase 2023 bis 2025. Öffentliche Investitionen in Infrastruktur und Verteidigung dürften einen Teil der Erholung stützen.
Eine verlässliche Prognose für das Geschäftsjahr 2026 ist aufgrund der weiterhin anhaltenden handelspolitischen Konflikte und der damit verbundenen Unsicherheiten nur eingeschränkt möglich. Aus heutiger Sicht geht die Geschäftsführung jedoch davon aus, dass das Geschäftsjahr 2026 mit einem negativen Ergebnis abschließen wird.
Wie sich der aktuelle Krieg im Iran auf das Geschäftsjahr 2026 auswirken wird, ist derzeit mit hoher Unsicherheit verbunden. Die andauernden militärischen Auseinandersetzungen haben bereits zu spürbar höheren Energie- und Rohstoffpreisen geführt, da Versorgungsketten gestört und Produktionskapazitäten in der Region eingeschränkt werden. Ein länger anhaltender Konflikt könnte daher negativ auf die Entwicklung der Rohstoff- und Energiekosten wirken, was zu erhöhten Herstellkosten führen würde. Gleichzeitig könnten steigende Energiepreise und eine insgesamt volatile Marktlage wachstumsdämpfend wirken, abhängig vom weiteren Verlauf und der Dauer des Konflikts.
Auf der Absatzseite könnte es jedoch auch positive Effekte geben: Aufgrund der durch den Konflikt erhöhten Unsicherheit bei Lieferungen aus Indien und China könnte sich die Preissituation für unsere Produkte in Europa stabilisieren oder verbessern, was mittelfristig die Wettbewerbsposition von Resonac Graphite Austria unterstützt.
Lagebericht für das Geschäftsjahr 2025 der Resonac Graphite Austria GmbH
7. Zweigniederlassungen
Die Gesellschaft hat keine Zweigniederlassungen.
Bad Goisern am Hallstättersee, am 16. März 2026
Resonac Graphite Austri3 GmbH
D Eugen Hofer Geschäftsführer