Inhaltsverzeichnis
voestalpine Krems Finaltechnik GmbH, Krems an der Donau
1. Wirtschaftliches Umfeld
Im Geschäftsjahr 2025 war das wirtschaftliche Umfeld für die voestalpine Finaltechnik GmbH von einem herausfordernden makroökonomischen und branchenspezifischen Umfeld geprägt. Die österreichische Wirtschaft stagnierte infolge hoher Inflation, gestiegener Zinsen sowie geopolitischer Unsicherheiten. Diese Faktoren wirkten sich insbesondere auf die Investitionsbereitschaft in der Industrie und den Baubereich aus – zwei zentrale Absatzmärkte für die Finaltechnik GmbH. In der Eurozone wird für das Jahr 2025 ein BIP-Wachstum von 0,8 % antizipiert, gegenüber dem BIP von 0,8 % vom Vorjahr.
In der Stahlindustrie führten weltweit anhaltende Überkapazitäten, volatile Rohstoffpreise und hohe Energiekosten in Europa zu einem intensiven Wettbewerb. Trotz dieser Belastungen konnte sich die voestalpine Finaltechnik GmbH im Markt gut behaupten, gestützt durch ihre strategische Ausrichtung auf hochwertige, technologisch anspruchsvolle Produkte sowie kundenindividuelle Lösungen.
Die wirtschaftliche Entwicklung in den Vereinigten Staaten zeigte sich im Geschäftsjahr 2025 insgesamt robuster als in Europa. Trotz anhaltender geopolitischer Spannungen und einer restriktiven Geldpolitik mit weiterhin hohen Leitzinsen konnte die US-Wirtschaft moderat wachsen. Insgesamt bleibt der US-Markt für die voestalpine Finaltechnik GmbH ein strategisch bedeutender Wachstumsmarkt, in dem die Kombination aus Produktqualität, technischer Beratung und Liefertreue entscheidende Wettbewerbsvorteile schafft. Im Jahr 2025 wird in den USA ein BIP-Wachstum von 1,2%, gegenüber 2,8% im Jahr 2024, prognostiziert.
Die Nachfrage nach innovativen Systemen im Bereich Spezialprofile und Baukomponenten blieb stabil, getrieben von Projekten im Bereich nachhaltiger Infrastruktur sowie dem zunehmenden Fokus auf CO₂- reduzierte Bau- und Industriekonzepte.
2. Geschäftsverlauf und Lage
Die global wirtschaftlich schwierige Lage spiegelte sich nicht in der Auftragslage im Bereich Hochregallager im Geschäftsjahr 2024/25 wider. Die Auftragseingänge in den letzten Monaten führten zu einem stabilen Auftragstand im letzten Geschäftsjahr.
Der hohe Auftragsstand im Hochregallager zu Beginn des GJ 2024/25 führte zu einem deutlich über Budget liegenden Umsatz und Ergebnis in diesem Bereich.
Der Bereich Straßensicherheit konnte das abgelaufene Geschäftsjahr wieder erfolgreich abschließen. Die Auftragsvergabe liegt in diesem Bereich auf einem anhaltend hohen Niveau.
Sowohl bei Umsatz als auch Ergebnis konnte in der Straßensicherheit das Budget übertroffen werden. Die eingeschlagene Strategie, durch massive F&E Aktivitäten neue Produkte zu entwickeln und in neue Märkte zu expandieren, wurde fortgesetzt.
Bezogen auf das Gesamtunternehmen wurde der budgetierte Umsatz überschritten und der EBIT liegt erfreulicherweise ebenfalls über Budget.
Dank der positiven Entwicklung der Auftragslage über das gesamte Geschäftsjahr konnte der hohe Stand der Liquidität aus dem Vorjahr gehalten werden.
Umsatzentwicklung in In- und Ausland
| Inland | Ausland | Gesamt |
|---|---|---|
| TEUR | TEUR | TEUR |
| 47.368,70 | 51.794,30 | 99.163,1 |
Auftragseingang TEUR 119.476,4 (Vorjahr: TEUR 140.696,2)
Auftragsstand TEUR 205.866,1 (Vorjahr: TEUR 185.552,7)
Kennzahlen
1. Erfolgskennzahlen
- EBIT (Betriebserfolg) 12,4 Mio EUR (Vorjahr: 6,4 Mio EUR) - EBIT-Marge 12,5 % (der Umsatzerlöse) (Vorjahr: 7,5 %) - EBITDA (Betriebserfolg zuzüglich Abschreibungen) 14,5 Mio EUR (Vorjahr: 8,2 Mio EUR) - EBITDA-Marge 14,6 % (der Umsatzerlöse) (Vorjahr: 9,6 %) - Ergebnis vor Steuern 13,6 Mio EUR (Vorjahr: 6,8 Mio EUR) - Jahresüberschuss 10,5 Mio EUR (Vorjahr: 5,2 Mio EUR) - Steuerquote (Steueraufwand in % des Ergebnisses vor Steuern) 22,3 % (Vorjahr: 23,5 %)
2. Kennzahlen zur Vermögens- und Kapitalstruktur
- Eigenmittelquote 21,7 % (Eigenkapital/Gesamtkapital) (Vorjahr: 17,5 %)
3. Kennzahlen zur Finanzierungsstruktur
- Gearing -211,7 % (Nettofinanzverschuldung (verzinsliche Passiva (ohne Rückstellungen) minus verzinsliche Aktiva)/Eigenkapital) (Vorjahr: -280,5 %)
4. Cash Flow
Der Netto-Geldfluss aus laufender Geschäftstätigkeit betrug TEUR 9.500 (Vorjahr: TEUR 25.600), der Netto-Geldfluss aus der Investitionstätigkeit betrug TEUR -4.278 (Vorjahr: TEUR -20.744) und der Nettogeldfluss aus der Finanzierungstätigkeit betrug TEUR -5.200 (Vorjahr: TEUR -4.876).
Die Veränderung des Nettogeldflusses aus der laufenden Geschäftstätigkeit resultiert im Wesentlichen aus der Veränderung der erhaltenen Anzahlungen auf Bestellungen (Veränderung: 31.03.2025: Rückgang TEUR 2.266; Vorjahr Anstieg TEUR 16.401).
Im Netto-Geldfluss aus der Investitionstätigkeit
sind neben dem Cash-Flow aus Investitionen die Konzern-Forderungen aus Clearing enthalten (Veränderung: 31.03.2025 Anstieg TEUR 1.118,7, Vorjahr Anstieg TEUR 18.636).
Der Nettogeldfluss aus der Finanzierungstätigkeit resultiert aus Dividendenzahlungen.
3. Risikomanagement
Die Gesellschaft ist in das Risikomanagement des Konzerns einbezogen.
Das operative Risikomanagement basiert auf einem revolvierenden Prozess, der mindestens einmal jährlich durchlaufen wird und bei dem potenzielle Risiken frühzeitig identifiziert werden. Die identifizierten Risiken müssen sich den Kriterien „beschreibbar“, „bewertbar“, und „beherrschbar“ stellen. Dokumentiert werden unter anderem Betriebs-, Umwelt-, Technologie- und IT-Risiken.
Per Jänner 2025 wurden einige Risiken als kritisch beurteilt. In allen Fällen wurden Maßnahmen zur Verminderung des Risikos eingeleitet.
Die Finanzierungsrisiken werden durch folgende Risikomanagementmethoden abgesichert:
- Liquiditätsrisiko
Wesentliches Instrument zur Steuerung des Liquiditätsrisikos ist eine exakte Finanzplanung, die quartalsweise revolvierend erstellt wird.
- Bonitätsrisiko
Das Bonitätsrisiko der Grundgeschäfte ist durch Kreditversicherungen und bankmäßige Sicherheiten (Garantien, Akkreditive) weitgehend abgesichert.
- Währungsrisiko
Eine Absicherung erfolgt durch den Abschluss von derivativen Sicherungsinstrumenten mit dem Konzerntreasury. Die voestalpine Krems Finaltechnik GmbH sichert die budgetierten Fremdwährungszahlungsströme (netto) der nächsten zwölf Monate ab. Längerfristige Absicherungen werden nur bei kontrahierten Projektgeschäften durchgeführt. Die Sicherungsquote liegt zwischen 50 % und 100 %. Je weiter der Cashflow in der Zukunft liegt, desto geringer ist die Sicherungsquote.
- Zinsrisiko
Eine Zinsrisikobeurteilung erfolgt in der Konzernmuttergesellschaft voestalpine AG. Diese unterscheidet zwischen dem Cashflow-Risiko (Risiko, dass sich der Zinsaufwand bzw. Zinsertrag zum Nachteil verändert) bei variabel verzinsten Finanzinstrumenten und dem Barwertrisiko bei fix verzinsten Finanzinstrumenten. Die Konzernstrategie zielt darauf ab, durch Nutzung des Portfolioeffektes die Volatilität der Auswirkungen von Zinsschwankungen zu vermindern.
- Preisrisiko
Eine Preisrisikobeurteilung findet ebenfalls in der Konzernmuttergesellschaft voestalpine AG statt. Zur Quantifizierung des Zins- und Währungsrisikos werden insbesondere Szenario-Analysen eingesetzt.
4. Investitionen
Die Investitionen ins Anlagevermögen der voestalpine Krems Finaltechnik GmbH im Geschäftsjahr 2024/2025 betrugen TEUR 3.329. Davon entfielen TEUR 3.039 auf Sachanlagevermögen und TEUR 290 auf immaterielles Vermögen. Gegenüber dem Vorjahr entspricht dies einem Anstieg von rd. TEUR 974.
5. Organisation
Herr Ronald Vorwerk schied mit 31.03.2025 aus der Geschäftsführung aus.
Geschäftsführer sind ab 01.04.2025 Herr Ing. Gerald Klein und Herr Ing. Roland Stichauner, M.A..
6. Mitarbeiter
Zum Ende des Geschäftsjahres 2024/2025 beschäftigte die voestalpine Krems Finaltechnik GmbH 214 Mitarbeiter (ohne Lehrlinge). Das entspricht einem Zugang von 4 Mitarbeitern beziehungsweise einem Beschäftigtenabgang um knapp 1,9 %.
7. Umwelt
So wie der gesamte voestalpine Konzern, hat sich auch die voestalpine Krems Finaltechnik als verantwortungsvolles Unternehmen der Umsetzung von ehrgeizigen Maßnahmen zur Erreichung der Umwelt-, Energie- und Klimaziele verschrieben. Um hierbei eine größere Wirkung entfalten zu können, wurde beschlossen, dass der Bereich der Integrierten Managementsysteme eine eigene Stabstelle werden soll. Ebenso wurde begonnen in Richtung digitalisierter Lösungen zu arbeiten, um die relevanten Kennzahlen und deren Veränderung bzw. die Wirksamkeit von Maßnahmen effizienter überwachen zu können. Im Geschäftsjahr 2024/2025 wurde ein Projekt zur Ermittlung der Umweltauswirkungen von Produkten der Straßensicherheit durchgeführt, das in der Ausstellung einer entsprechenden Umweltproduktdeklaration resultierte. Weiters kann im Bereich Straßensicherheit im Bedarfsfall Vormaterial eingesetzt werden, welches den Anforderungen der Taxonomieverordnung entspricht und einen Schrott-Recycling-Anteil von mindestens 70% aufweist. Damit kann der CO2-Fußabdruck einzelner Produkte des Bereichs Straßensicherheit wesentlich reduziert werden.
8. Forschung & Entwicklung
Im Geschäftsjahr 2024/2025 betrugen die Aufwendungen für Forschung und Entwicklung TEUR 1.805,6 und lagen damit bei rund 1,8 % vom Umsatz.
Im Geschäftsjahr 2024/2025 wurden im Geschäftsbereich Lagertechnik noch stärker über Bauteilversuche und/oder Finite Elemente Simulationen die Nachweise für zahlreiche Komponenten, wie z.B. Palettenträger mit/ohne Tiefenstegen bzw. mit unterschiedlichen Ausführungen von Tiefenstegen, Kanalschienen, Durchschubsicherungen, etc. weiterentwickelt, um wirtschaftlichere Lösungen mit höherfesten Werkstoffen umsetzen zu können. Dabei wurde insbesondere an wirtschaftlicheren Lösungen für Durchschubsicherungen gearbeitet, bei denen der Material- und Montageaufwand deutlich geringer als bei den bisherigen Systemen ist. Die statische Bemessung von Anschlussdetails auf prüffähigem Niveau und die Ausarbeitung von Vorlagedokumenten und -dateien für Anschlussdetails wurde weiter vorangetrieben. Ebenso wurde an der Weiterentwicklung des Designs von Regalrahmen – insbesondere Horizontalen – mit dem Ziel geringerer Herstellkosten und eines geringeren Montageaufwands auf der Baustelle gearbeitet. Hierbei wurde die neue Ausführung von Horizontalen weiter ausgearbeitet, um hierfür entsprechende automatisierte Fertigungszellen entwickeln zu können. Die strategische Weiterentwicklung der hauseigenen Software für die automatisierte Angebotsstatik bzw. Projektierung (POT) hin zu einem erweiterten Funktionsumfang wurde vorangetrieben. Wie auch in den vorangegangenen Geschäftsjahren wurde auch die Standardisierung von Bauteilen, Ausführungen bzw. Bauarten fortgeführt.
Die Schwerpunkte der Entwicklungstätigkeit des Geschäftsbereichs Straßensicherheit waren:
x Erweiterung der Produkte für den slowenischen Markt x Weiterentwicklung der Fahrzeugrückhaltesysteme der Aufhaltestufe H3 x Erweiterung der APD-Familie um einen „temporären APD“ der Klasse 80/1 x Erweiterung der Terminal-Familie um die Anforderungen der TS1317-7
• Weiterentwicklung/Optimierung unserer PV-Unterkonstruktionen aus Stahl • Wildschutzsysteme - Entwicklung vom Komponentenlieferanten hin zum Komplettanbieter
9. Ausblick
Der aktuelle Auftragsstand und das Marktumfeld in der Straßensicherheit lassen einen weiterhin positiven Geschäftsverlauf im kommenden Geschäftsjahr erwarten.
Im Bereich Lagertechnik lässt die Auftragslage ebenfalls positiv in das Geschäftsjahr 2025/26 blicken. Der Fokusmarkt Nordamerika birgt aufgrund der volatilen Zollpolitik eine gewisse Unsicherheit in der Marktpositionierung. Nichtdestotrotz ist die voestalpine Krems Finaltechnik als Teil der Metal Forming Division mit lokalen Produktionsmöglichkeiten gut aufgestellt.
Krems an der Donau, am 08. Mai 2025
| voestalpine Krems Finaltechnik GmbH ( Geschäftsführung | ||||
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(Ing. Gerald Klein)
(Ing. Roland Stichauner, M.A.)