Inhaltsverzeichnis
zum Jahresabschluss 30.11.2025
der Frauenschuh Bekleidungs GmbH
Darstellung des Geschäftsverlaufes und Lage der Gesellschaft
Die Geschäftstätigkeit des Geschäftsjahres 2024/2025 umfasste unverändert zu den Vorjahren den Betrieb des Einzelhandels mit Sport- und Modebekleidung an den Standorten Josef-Herold-Straße 13-15 und Jochbergerstr. 110, 6370 Kitzbühel sowie die Entwicklung und den Vertrieb von Eigenkollektionen an Wiederverkäufer. Weiters wird seit dem Jahr 2022 eine Zweigniederlassung in der Residenzstraße 23 in München (DE) in exzellenter Geschäftslage betrieben. Darüber hinaus arbeitet Frauenschuh mit einer Vielzahl internationaler Partner zusammen, insbesondere in den USA, um sowohl das B2B-Geschäft als auch den Direktvertrieb an Endkunden weiter auszubauen. Diese geografische Diversifikation trägt dazu bei, die Abhängigkeit vom weiterhin herausfordernden europäischen Markt zu reduzieren und die Stabilität der Geschäftsentwicklung nachhaltig zu stärken. Im Geschäftsjahr 2024/2025 sind die Umsatzerlöse um 4,47 % zurückgegangen. Der Jahresgewinn 2024/2025 beträgt € 144 616,90 gegenüber einem Vorjahresverlust von € -272 003,79. Bei der Betriebsstätte in München waren Verluste zu verzeichnen.
Im Geschäftsjahr 2024/2025 war die Frauenschuh Bekleidungs GmbH erneut mit einem zunehmend herausfordernden wirtschaftlichen Umfeld konfrontiert. Eine weiterhin hohe Inflation, steigende Lebenshaltungskosten sowie geopolitische Unsicherheiten führten weltweit zu einer spürbaren Eintrübung der Konsumstimmung. Auch in Osterreich und weiteren Kernmärkten war eine deutliche Kaufzurückhaltung der Konsumenten festzustellen. Vor diesem Hintergrund wurde der strategische Fokus verstärkt auf die Erschließung internationaler Märkte sowie den Ausbau direkter Vertriebs- und Abwicklungsstrukturen gelegt.
Gleichzeitig hat sich das Geschäft in den Resortdestinationen deutlich intensiviert. Das Umsatzpotenzial konzentriert sich dort zunehmend auf die jeweiligen Hochsaisonzeiten. Die Kundenfrequenz ist weiterhin vorhanden, die Aufenthaltsdauer der Gäste ist jedoch spürbar kürzer geworden. Dadurch müssen die Verkaufsaktivitäten stärker gestaffelt, präziser geplant und insbesondere während der Hochsaison gezielt gebündelt werden, um das vorhandene Umsatzpotenzial bestmöglich auszuschöpfen.
Durch geeignete wirtschaftliche Maßnahmen konnten die anfallenden Kosten weitgehend gedeckt werden, ohne Abstriche bei den qualitativen Standards vorzunehmen. Das Unternehmen hat sich flexibel an die veränderte Wirtschaftslage und die damit verbundenen Herausforderungen angepasst und konnte trotz des äußerst anspruchsvollen Marktumfelds im Luxusmodebereich ein positives Ergebnis erzielen.
Somit konnte eine deutlich bessere Performance als im Branchenschnitt erreicht werden.
Vermögenslage
Die Frauenschuh Bekleidungs GmbH verfügt per 30.11.2025 über ein Eigenkapital in Höhe von € 2.955.312,38 (Vorjahr: € 2.810.695,48).
Finanzlage
Die Liquidität der Frauenschuh Bekleidungs GmbH wurde zur Deckung laufender Aufwendungen aus der Ertragskraft der operativen Geschäftstätigkeit sichergestellt. Neben der langfristigen Partnerschaft mit der Sparkasse der Stadt Kitzbühel arbeitet das Unternehmen mit der Bank für Tirol und Vorarlberg zusammen. Im Jahr 2024/2025 fand ein Nettogeldzufluss aus der betrieblichen Tätigkeit vor Steuern von € -1 364 335,69 (Vorjahr: € 2 465 036,44) statt. Im Geschäftsjahr 2024/2025 ergab sich ein negativer Nettogeldfluss aus der betrieblichen Tätigkeit. Dieser ist insbesondere auf den stichtagsbedingten Anstieg der Forderungen aus dem B2B-Geschäft, den Aufbau höherer Lagerbestände sowie auf bereits geleistete Zahlungen an Lieferanten im Rahmen der Vorfinanzierung von Waren und Produktion zurückzuführen
Die Gesellschaft nützt keine Finanzinstrumente i.S.d. § 243 Abs. 3 Z 5 UGB.
Ertragslage
Im Geschäftsjahr 2024/2025 erzielte die Gesellschaft einen Jahresgewinnn von € 144.616,90 (Vorjahr: Jahresverlust -272.003,79).
Leistungsindikatoren
Finanzierungsanalyse
Eigenmittelquote = Eigenkapital / Gesamtkapital
Eigenmittelquote = 2.955.312,38 / 8.362.741,19 = 35,34 %
Vorjahr: 35,79 %
Liquiditätsanalyse
Anlagendeckungsgrad = Eigenkapital / Anlagevermögen
Anlagendeckungsgrad = 2.955.312,38 / 2.911.565,99 = 101,50 %
Vorjahr: 98,05 %
Working Capital = kurzfristiges Umlaufvermögen – kurzfristiges Fremdkapital € 5 118 778,86– € 3 460 057,40= € 1 658 721,46
Vorjahr: € 1.714.038,23
Die Schuldentilgungsdauer ist im abgelaufenen Wirtschaftsjahr aufgrund des negativen Nettogeldflusses (Vorjahr: € 2.486.163,44) rechnerisch nicht aussagekräftig. Ursache ist keine Ertragsschwäche, das Geschäftsjahr schloss mit einem positiven EBIT von € 211.706,73 und einem Jahresgewinn von € 144.616,90, sondern die gezielte Mittelbindung im Working Capital durch gestiegene B2B-Forderungen, den Aufbau der Saisonbestände und die Vorfinanzierung von Ware und Produktion. Diesen Positionen stehen werthaltige Vermögenswerte gegenüber, die im darauffolgenden Wirtschaftsjahr wieder liquiditätswirksam werden.
Im Geschäftsjahr 2025 erfolgte eine Gewinnausschüttung in Höhe von € 0,00.
Rentabilitätsanalyse = EBIT / Gesamtkapital
Rentabilitätsanalyse = 211 706,73 / € 8.362.741,19= 2,53 %
Vorjahr: –2,55 %
Forschung und Entwicklung
Die Gesellschaft ist in diesen Bereichen nicht tätig.
Zweigniederlassungen
Die Gesellschaft hat eine Zweigniederlassung in der Residenzstraße 23, 80333 München.
Risikoanalyse und voraussichtliche Entwicklung
Die Geschäftsjahre 2024/2025 und 2025/2026 waren beziehungsweise sind weiterhin von einem anspruchsvollen globalen wirtschaftlichen Umfeld geprägt. Insbesondere die verhaltene Konsumstimmung wirkte sich auf die Nachfrage im Modebereich aus und führte sowohl im Segment der Fremdware als auch in der Eigenproduktion zu einer zurückhaltenden Umsatzentwicklung.
Seit Beginn des Jahres zeigen sich jedoch erste Anzeichen einer spürbaren Erholung. Die Nachfrage entwickelt sich zunehmend stabiler, und auch die Stimmung in den relevanten Absatzmärkten hat sich verbessert. Die Geschäftsführung geht davon aus, dass sich diese positive Tendenz im weiteren Jahresverlauf fortsetzen wird. Dadurch werden die Risiken aus der vorangegangenen Marktschwäche schrittweise reduziert und neue Wachstumsmöglichkeiten eröffnet.
Die Betriebsstätte in München befindet sich weiterhin in einer Phase der Modernisierung und strategischen Neuausrichtung. Die Verkaufsflächen werden überarbeitet und an ein
neues, zukunftsorientiertes Konzept angepasst. Dieses Projekt wird von der Geschäftsführung operativ priorisiert und soll bereits kurz- und mittelfristig zu einer Steigerung der Flächenproduktivität, höheren Umsätzen und effizienteren Abläufen führen. Dadurch wird die Marktposition des Unternehmens nachhaltig gestärkt.
Auch im Bereich der Rohstoffbeschaffung hat sich die Lage weiter stabilisiert. Die Verfügbarkeit der wesentlichen Materialien ist gesichert. Die Preisentwicklung bleibt zwar von der allgemeinen Inflation und den internationalen Beschaffungsmärkten abhängig, stellt derzeit jedoch ein kontrollierbares Risiko dar. Durch eine vorausschauende Einkaufsplanung, laufende Kostenkontrolle und enge Zusammenarbeit mit den Produktionspartnern kann das Unternehmen auf Veränderungen flexibel reagieren. Auch die übrigen Kostenfaktoren entwickeln sich aktuell weitgehend stabil, sodass derzeit keine wesentlichen unerwarteten Belastungen erwartet werden.
Insgesamt blickt das Unternehmen trotz des weiterhin anspruchsvollen Marktumfelds mit zunehmendem Optimismus auf die kommenden Geschäftsjahre. Die eingeleiteten Maßnahmen zeigen erste positive Effekte, die Marktstimmung verbessert sich und die Auftragslage im Großhandel für die Herbst-/Winter-Kollektion entwickelt sich erfreulich. Gemeinsam mit der Modernisierung des Standorts München, der stärkeren internationalen Ausrichtung und dem gezielten Ausbau direkter Vertriebsstrukturen bilden diese Entwicklungen eine solide Grundlage für eine nachhaltige Verbesserung der Umsatz- und Ertragslage.
Kitzbühel, am 07.08.2026
Hr. Kaspar Frauenschuh
Hr. Sión Frauenschuh