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Geschäfts- und Rahmenbedingungen:
Die Nittoku Europe GmbH ist ein Maschinenbauunternehmen, welches sich im Bereich Wickelund Automatisierungstechnik spezialisiert hat. Als European Headquarter des japanischen Mutterkonzerns Nittoku Co. Ltd. liegt der Schwerpunkt der Geschäftstätigkeit der Nittoku Europe GmbH in Europa, zudem werden vermehrt Projekte europäischer Kunden in anderen Teilen der Welt umgesetzt.
Die Kunden von Nittoku Europe GmbH sind in der Automotive-Industrie, im Bereich Medizintechnik, Lüftungstechnik, Antriebstechnik und der Haushaltsgeräteindustrie zu finden. Die Exportquote der Gesellschaft beträgt 100%, die im Wirtschaftsjahr 53 (2024/2025) belieferten Kunden befinden sich überwiegend im benachbarten Ausland und weltweit.
Das abgeschlossene Wirtschaftsjahr war wie auch das vorangegangene Jahr von der Krise in der Automobilindustrie geprägt und von der Verunsicherung auf Grund der volatilen wirtschaftlichen und geopolitischen Rahmenbedingungen. Die Elektromobilität weist massive Überproduktionskapazitäten auf, daher werden in diesem Bereich Investitionsentscheidungen verschoben. Die Wettbewerbsintensität hat sich auf Grund der sinkenden Nachfrage und dem Markteintritt von asiatischen Mitbewerbern spürbar erhöht. Die Liefersituation auf den Beschaffungsmärkten hat sich weiter stabilisiert, Maschinenbaukomponenten sind wieder sehr gut verfügbar. Die im letzten Wirtschaftsjahr initiierten Aktivitäten im Bereich der Lieferantenentwicklung und der globalen Beschaffungsstrategie mit Fokus auf LLC erhöhen die Wettbewerbsfähigkeit von Nittoku deutlich.
Analyse des Geschäftsverlaufes:
Leistungsentwicklung
Die Betriebsleistung des Unternehmens ist im Vergleich zum Vorjahr von T€ 35.678 auf T€ 24.726 gesunken. Der Rückgang ist im Wesentlichen auf eine rückläufige Auftragslage zurückzuführen, die maßgeblich durch die anhaltende Schwäche des europäischen Marktes – insbesondere im Bereich der Automobilindustrie – beeinflusst wurde. Die Investitionszurückhaltung zahlreicher OEMs und Tier-1-Zulieferer sowie verschobene Projektentscheidungen führten zu geringeren Auftragseingängen und einer entsprechend reduzierten Auslastung der Fertigungskapazitäten.
Der Rückgang des Material- und Fremdleistungseinsatzes von T€ 19.433 im Vorjahr auf T€ 11.518 im aktuellen Geschäftsjahr – eine Reduktion um rund 41 % – ist ebenfalls auf den rückläufigen Projekt- und Produktionsumfang infolge der Marktsituation zurückzuführen.
Der Personalaufwand ist gegenüber dem Vorjahr von T€ 11.042 auf T€ 13.114 gestiegen, was einer Erhöhung von 19 % entspricht.
Ergebnisentwicklung
Der Betriebserfolg ist im Vergleich zum Vorjahr deutlich von T€ 1.284 auf T€ -5.146 gesunken. Dieser Rückgang ist im Wesentlichen auf eine geringere Auslastung, den hohen Innovationsgrad und Prototypenanteil, gestiegene Projektkosten sowie nicht verrechenbare Mehraufwände in Zusammenhang mit laufenden und abgeschlossenen Projekten zurückzuführen. Darüber hinaus wirkten sich höhere Gemeinkosten sowie der verzögerte Auftragseingang negativ auf das operative Ergebnis aus.
Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind im Vergleich zum Vorjahr von T€ 3.198 auf T€ 4.539 angestiegen. Der Anstieg ist im Wesentlichen auf einen einmaligen, außerordentlichen Aufwand zurückzuführen.
Das Finanzergebnis hat sich infolge gestiegener Zinsaufwendungen im Rahmen einer veränderten Finanzierungssituation im Vergleich zum Vorjahr von T€ -95 auf T€ -146 verändert.
Risikoberichterstattung
Die Nittoku Europe GmbH ist als Produktionsunternehmen den im Branchengewerbe üblichen Risiken ausgesetzt. Zur Abdeckung dieser Risiken wurden eine All-Risk Betriebs-u. Haftpflichtversicherung abgeschlossen. Die Deckungssumme beträgt € 10 Mio. Währungsrisiken bestehen nur bedingt, da das Unternehmen überwiegend in der Eurozone aktiv ist, Zahlungsvorgänge in JPY werden über ein entsprechendes Fremdwährungskonto abgewickelt, vereinzelt treten USD-Zahlungen auf. Wirtschaftliche und technische Projektrisiken bestehen auch im Zusammenhang mit dem Anstieg der Betriebsleistung in den letzten Jahren und dem neuerlich verstärkten Auftragseingang von Großprojekten. Durch die den Maschinenbauprojekten vorgelagerten technischen Prozessentwicklungen konnte das technische Risiko minimiert werden. Dem Umsetzungsrisiko wurde mit einem umfangreichen Project Reporting (Controlling) Rechnung getragen, um dem Management die Möglichkeit zu geben auf Abweichungen rechtzeitig reagieren zu können. Die Prozesslandschaft mit Freigaberichtlinie und die Wahrung des 4-Augenprinzips komplettieren das Maßnahmenpaket zur Risikoreduktion.
Derzeit bestehen keine wesentlichen wirtschaftlichen Risiken, die zukünftige Entwicklung kann jedoch nicht vorhergesagt werden.
Voraussichtliche Entwicklung der Gesellschaft
Das Unternehmen hat frühzeitig strategische Maßnahmen zur Weiterentwicklung und Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit eingeleitet. Neben internen Initiativen zur Effizienzsteigerung und Kostenoptimierung wurden gezielt Aktivitäten gesetzt, um neue Marktpotenziale zu erschließen und bestehende Kundenbeziehungen auszubauen. Zu den zentralen Initiativen zählen:
der gezielte Eintritt in neue Industriebranchen außerhalb der Automobilindustrie, der Ausbau internationaler Vertriebskooperationen, die Teilnahme an internationalen Fachmessen zur Leadgenerierung,
interne Prozessoptimierungen und Kapazitätsanpassungen zur Erhöhung der Kosteneffizienz, der Ausbau der R&D Aktivitäten für den Konzern, um mit den vorhandenen Ressourcen maximalen Mehrwert generieren zu können.
Auf Basis der laufenden Projekte und konkreter Vertriebschancen rechnet das Unternehmen im kommenden Geschäftsjahr mit einer Erholung der Auftragssituation und einer schrittweisen Rückkehr zu einem nachhaltig positiven Ergebnisbeitrag.
Finanzielle Leistungsindikatoren
Im Anschluss werden einige finanzielle Leistungsindikatoren angeführt, um die bereits bekannten Ausführungen auch zahlentechnisch darzustellen:
Eigenmittelquote:
Eigenmittelquote gem. URG beträgt zum Bilanzstichtag 57,9 % (Vorjahr: 45,7 %)
Rentabilitätskennzahlen:
Umsatzrentabilität des laufenden Jahres beträgt -16,7 % (Vorjahr: 3,6 %). Diese Kennzahl gibt an, wie viel Prozent des erzielten Umsatzes inklusive Bestandsveränderung als Betriebsergebnis verbleiben.
Die Eigenkapitalrentabilität ergibt sich aus dem Verhältnis des Ergebnisses vor Steuern zum durchschnittlichen Eigenkapital und liegt im aktuellen Geschäftsjahr bei –31,5 % (Vorjahr: 9,3 %). Sie zeigt die Verzinsung des eingesetzten Eigenkapitals und damit die Ertragskraft des Unternehmens aus Sicht der Eigentümer.
Die Gesamtkapitalrentabilität, definiert als Verhältnis von Betriebsergebnis zum durchschnittlichen Gesamtkapital, beträgt –17,7 % (Vorjahr: 4,6 %). Sie verdeutlicht die Gesamtrendite des im Unternehmen eingesetzten Kapitals unabhängig von der Finanzierungsstruktur.
Zweigniederlassungen
Das Unternehmen unterhält keine Zweigniederlassungen.
Risiken aus Finanzinstrumenten
Das Unternehmen ist zum Bilanzstichtag keinen wesentlichen Risiken ausgesetzt, die sich aus der Nutzung von Finanzinstrumenten ergeben (z. B. Zins-, Wechselkurs-, Kredit- oder Liquiditätsrisiken). Dementsprechend wird von einer detaillierten Darstellung gemäß § 243 Abs. 3 Z 5 UGB abgesehen.
Forschung und Entwicklung
Das Unternehmen betreibt eigene Forschung und Entwicklung. Zum einen wird an der kontinuierlichen Verbesserung bestehender Maschinen gearbeitet, zum anderen werden neue Verfahren und Technologien in den Bereichen Wickeln und elektrisches Messen erarbeitet.
Zudem leistet Nittoku Entwicklungsarbeit, um die Produkte unserer Kunden zu verbessern und die gesteckten Produktperformanceziele zu erreichen, ohne dabei Abstriche im Bereich der prozesssicheren Herstellbarkeit derselben machen zu müssen.
Klagenfurt am Wörthersee, am 6. Juni 2025
Nittoku Europe GmbH
Dipl.-Ing. Richard Werkl Geschäftsführer
Design the Next Nitteku Europe GmbH Ebentaler Straße 140 A-9020 Klagenfurt am Wörthersee FN432561W UID:ATU69628968