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Lagebericht 2025

Flora Food Sales Austria GmbH

Original-PDF

Stichtag 31. Dez. 2025 · Eingereicht am 30. Sep. 2026

Inhaltsverzeichnis

1. Das Unternehmen

A. Allgemein

Das Geschäft der Flora Food Sales Austria GmbH (FF AT) umfasst den Erwerb und Vertrieb von Erzeugnissen der OI- und Fettindustrie, insbesondere von Margarine, Speisefetten und Speiseölen sowie sonstiger Nahrungsmittel an den Lebensmittelhandel. Die Herstellung erfolgt vor allem in den Werken der Flora Food Manufacturing Germany GmbH & Co. OHG sowie bei Copackern im In- und Ausland.

Mit Verlautbarung im Dezember 2017 wurde das Geschäft der FF AT mit Wirkung zum 02. Juli 2018 von Unilever an den Private Equity Fonds Kohlberg Kravis Roberts, New York, verkauft. Durch die Schließung mehrerer Transactional Service Agreements (TSAs) blieben die wesentlichen Geschäftsprozesse zwischen Unilever und Upfield bis Ende 2019 unverändert.

Anfang 2020 erfolgt der Wechsel auf Systeme und Prozesse der Upfield-Gruppe, wobei die FF AT weiterhin als sog. „Limited Risk Distributor“ (LRD; Funktions- und Risikoarme Gesellschaft) fungiert. Mit dem Auslaufen des Transactional Service Agreements wurde mit Unilever war auch die Stellung von FF DE als Kommittent beendet und FF AT fakturiert seit dem 01. Januar 2020 direkt an den Endkunden.

Die Integration der Firma Arivia, ein Hersteller von veganen Käseprodukten, mit der Verbrauchermarke Violife in den Flora Food Konzern eröffnet neue Wachstumsfelder im Bereich der veganen Ernährung. Dies verstärkt die Position von Flora als weltgrößter Hersteller von pflanzenbasierten Produkten.

B. Einkaufs- und Beschaffungspolitik, Produktion und Qualitätssicherung

Der Bezug der vertriebenen Produkte erfolgt ausschließlich über Flora Food Group BV (FFG BV). Die FFG BV bündelt das Management der europäischen Supply Chain, wodurch operative Vorteile im Einkauf, die Senkung von Lager- und Transportkosten sowie Effizienzgewinne erzielt werden. Die Auslieferung der Ware erfolgt direkt von FFG BV an den Endkunden. Die Vorräte bleiben bis zur Auslieferung im Bestand der FFG BV.

Zur Sicherstellung der hohen Produktqualität unterliegen die Roh- und Hilfsstoffe sowie auch die produzierten Fertigwaren einer permanenten dezentralen Qualitätssicherung.

II. Wirtschaftsbericht

A. Allgemeine wirtschaftliche Lage

Im Kalenderjahr 2025 konnte nicht an das Wirtschaftswachstum der Vor-Corona-Jahre angeknüpft werden. Nach dem Rückgang der Wirtschaftsleistung im Jahr 2024 (–1,2 %) zeigte sich im Jahr 2025 eine leichte konjunkturelle Erholung.

Das reale Bruttoinlandsprodukt (preisbereinigt) wuchs nach vorläufigen Berechnungen um 0,6 %.1

Die wirtschaftliche Entwicklung blieb damit insgesamt gedämpft, wenngleich erste Erholungstendenzen sichtbar waren. Unterstützt wurde diese Entwicklung insbesondere durch eine moderate Ausweitung des privaten Konsums sowie eine leichte Belebung der Investitionstätigkeit. 2

Nach dem deutlichen Rückgang der Inflation im Jahr 2024 (2,9 % nach 7,8% im Jahr 2023) kam es im Jahr 2025 wieder zu einem moderaten Anstieg auf rund 3,6 %.3

B. Geschäftsverlauf

Die Gesellschaft erzielte 2025 einen Umsatz von 45,0 Mio. € (Vorjahr: 44,1 Mio. €).

Der Umsatz im Geschäftsjahr 2025 war von einem Mix aus Volumen-/ und Preiseffekt getrieben. Die wesentlichen finanziellen Kennzahlen der Gesellschaft, die zur Steuerung verwendet werden, sind Umsatzerlöse, Betriebsergebnis nach IFRS sowie Cash-Flow. Nicht-finanzielle Kennzahlen werden zur Steuerung und Analyse des Geschäftes nicht verwendet.

C. Finanz-, Vermögens- und Ertragslage Ertragslage

1 https://www.imf.org/en/publications/cr/issues/2025/07/02/austria-2025- article-iv-consultation-press-release-and-staff-report-568230 ² https://www.imf.org/en/publications/cr/issues/2025/07/02/austria-2025- article-iv-consultation-press-release-and-staff-report-568230 ¹ https://www.imf.org/en/publications/cr/issues/2025/07/02/austria-2025- article-iv-consultation-press-release-and-staff-report-568230

Die Ertragslage stellt sich trotz der als vorübergehend stagnierend zu beurteilenden Erlösentwicklung weiterhin insgesamt als zufriedenstellend dar. Dem Anstieg der Umsatzerlöse von 44,1 Mio. € um 0,9 Mio. € auf 45,0 Mio. € steht ein Anstieg des Materialaufwandes um 6,0 Mio. € (von 33,6 Mio. € auf 39,6 Mio. €) gegenüber. Die Zinserträge sind zum Vorjahr um 0,1 Mio. € gestiegen.

Vermögenslage

Das Vermögen der Gesellschaft hat sich um 1,0 Mio. € gegenüber dem Vorjahr gesteigert. Ursächlich ist hier vor allem der Anstieg der Forderungen an verbundene Unternehmen.

Die Rückstellungen betragen insgesamt 6,2 Mio. € (Vorjahr: 7,1 Mio. €).

Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen sind von 3,8 Mio. € auf 4,2 Mio. € zurückgegangen.

Finanzlage

Stichtagsbezogen haben sich die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen gegenüber Dritten leicht verringert. Ebenso sind die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen gegenüber Dritten zurückgegangen.

Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen haben sich im Vergleich zum Vorjahr erhöht und betreffen weiterhin überwiegend den Warenbezug vom Konzern.

Die sonstigen Rückstellungen haben sich im Vergleich zum Vorjahr deutlich reduziert, was insbesondere auf die Inanspruchnahme und Auflösung bestehender Verpflichtungen zurückzuführen ist.

Der operative Cashflow belief sich im Geschäftsjahr 2025 auf 1,55 Mio. € (Vorjahr: 2,5 Mio. €) und blieb damit weitgehend stabil. Die Entwicklung ist im Wesentlichen durch gegenläufige Effekte aus Veränderungen im Working Capital, insbesondere bei Forderungen und Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie bei sonstigen Vermögensgegenständen und Verbindlichkeiten, geprägt. Der Investitions-Cashflow belief sich im Geschäftsjahr 2025 auf- 1,55 Mio. € (Vorjahr: -2,5 Mio. €) und ist im Wesentlichen auf die Erhöhung der Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen im Rahmen des Cashpoolings zurückzuführen.

Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 3
31/12/202531/12/2024
Mio. €Mio. €
Operativer Cashflow1,552,5
Investitions-Cashflow-1,55-2,5

Nahezu sämtliche Forderungen und Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen bewegen sich in einem Fälligkeitsrahmen zwischen O und 4 Monaten und bestehen ausschließlich in Euro. Die Gesellschaft war jederzeit in der Lage, ihren Zahlungsverpflichtungen nachzukommen. Die Forderungen aus Finanzierung gegenüber verbundenen Unternehmen sind mit 7,73 % verzinst.

IlI. Risiko- und Chancenbericht

A. Risiken

Das Marktumfeld der FF AT in Osterreich ist durch den anhaltenden Preiskampf der Handelsakteure geprägt und bleibt trotz positiver gesamtwirtschaftlicher Konjunktur- und Konsumprognosen unsicher. In Verbindung mit dem zunehmenden Preisdruck durch die Handelsmarken und die Wettbewerber besteht weiterhin ein hohes Risiko, Marktanteile und Umsatz zu verlieren. Weitere als hoch einzuschätzende Risiken können sich aus einem Rückgang der Akzeptanz bestehender Produkte bzw. aus nicht erfolgreichen Produkteinführungen ergeben. Diesen Risiken versucht FF AT durch intensive Marktbeobachtung, Zusammenarbeit mit dem Handel und konsumentenbezogener Marktforschung für die Entwicklung neuer Produkte zu begegnen.

Das Geschäftsjahr 2026 wird voraussichtlich insbesondere durch geopolitische Entwicklungen geprägt sein. Der anhaltende Konflikt im Nahen und Mittleren Osten sowie die daraus resultierenden Unsicherheiten könnten sich insbesondere auf die Verfügbarkeit und Kosten von Energie innerhalb der Flora Food Gruppe auswirken.

Laut Interimsprognose der Osterreichischen Nationalbank (OeNB) vom März 2026 wird für das Jahr 2026 ein gedämpftes Wirtschaftswachstum von rund 0,5 % erwartet. 4

Gleichzeitig wird aufgrund einer Stabilisierung der Inflation von einer leichten Verbesserung der Konsumenten- und Unternehmensstimmung ausgegangen.

Dennoch bestehen weiterhin Risiken für die wirtschaftliche Entwicklung, insbesondere im Zusammenhang mit der Entwicklung der Energiepreise, möglichen geldpolitischen Maßnahmen sowie geopolitischen Spannungen. Eine Entspannung dieser Faktoren könnte hingegen zu einer verbesserten konjunkturellen Entwicklung führen.

¹ https://www.ots.at/presseaussendung/OTS 20260324 OTS0094/nationalbanknahost-krieg-truebt-konjunkturausblick

Diese gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen wirken sich auch auf das Konsumverhalten in Osterreich aus.

Weitere spezifische Risiken mit wesentlichem Einfluss auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage sowie bestandsgefährdende Risiken werden durch die Geschäftsleitung der FF AT nicht gesehen.

B. Risikomanagement

Die FF AT ist in das Risikomanagement der weltweiten Flora eingebunden. Um die Risiken zu minimieren, werden sie weltweit kontinuierlich erfasst und die dafür verwendeten Systeme und Methoden weiterentwickelt. Durch eine permanente Beurteilung der Steuerungsgrößen und Ergreifung geeigneter Maßnahmen wird das Gesamtrisiko aus dem Geschäft selbst minimiert.

C. Chancen

Die Gesellschaft fungiert als Limited Risk Distributor, d.h. sie ist eine funktions- und risikoarme Gesellschaft. Ihre Aufgaben sind im Wesentlichen der Vertrieb und das lokale Marketing der Produkte. Die FF AT nutzt generell die Chance der Erschließung möglicher Umsatzpotenziale durch konsequente Marktbearbeitung unter Nutzung der Marketinginstrumente und des Produkt Know-hows, um die Segmente durch den Vertrieb neu entwickelter Produkte zu beleben. Diese Chance wird vom Unternehmen im mittleren Bereich eingestuft.

IV. Prognosebericht

Für das Jahr 2026 liegen die Einschätzungen für das reale BIP in Osterreich bei rund 0,5 % und deuten somit auf ein nur schwaches Wirtschaftswachstum hin. Dieses zeichnet insgesamt ein verhaltenes konjunkturelles Bild, welches sich jedoch in einem moderat steigenden verfügbaren Einkommen, zunehmenden Konsumausgaben und einer sich stabilisierenden Preisentwicklung widerspiegeln dürfte.

Wie bereits beschrieben, hängt die weitere wirtschaftliche Erholung maßgeblich von der Entwicklung der Inflation im In- und Ausland sowie von den bestehenden geopolitischen Unsicherheiten ab.

Auf Grund der angespannten Situation an den Rohstoffmärkten, insbesondere durch den Krieg im Iran sowie der Entwicklung der Inflation, erwartet das Unternehmen grundsätzlich sinkende Umsätze für das Geschäftsjahr 2026. Zusätzlich ist mit einem zunehmenden Preisdruck zu rechnen, so dass die Gesellschaft mit einer Umsatzminderung im mittleren einstelligen Bereich auf ca. 42 Mio. € rechnet. Zur Erhaltung der Profitabilität werden Preiserhöhungen notwendig sein. Diese sind jedoch zusehends schwieriger durchzusetzen.

Die im Lagebericht getroffenen Aussagen zur zukünftigen Entwicklung stellen Einschätzungen dar, die auf Basis, der zum jetzigen Zeitpunkt zur Verfügung stehenden Informationen getroffen wurden. Sollten die der Prognose zugrunde liegenden Annahmen nicht eintreffen oder weitere Risiken eintreten, so können die tatsächlichen Ergebnisse abweichen.

Wien, den 11.06.2026

Die Geschäftsführung

Neolas Mack

Dieter Bastian Holthausen Nicolas Maiko Nack

Uictoria Haines Victoria May Haines

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