← Zurück zum Firmenprofil

Lagebericht 2025

LIEBHERR-WERK TELFS GMBH

Original-PDF

Stichtag 31. Dez. 2025 · Eingereicht am 16. Sep. 2026

Inhaltsverzeichnis

1. Bericht über den Geschäftsverlauf und die wirtschaftliche Lage

1.1. Entwicklung der internationalen Konjunktur

Im Geschäftsjahr 2025 konnte die Weltwirtschaft nach Einschätzung des Internationalen Währungsfonds ein Wachstum von 3,2 % verzeichnen. Für das Jahr 2026 wird mit einem Wachstum von rund 3,1 % gerechnet. Es wird allerdings davon ausgegangen, dass die Lage insgesamt fragil sei. Es bleibt das Risiko einer Eskalation von Handelskonflikten erheblich. Für unsere Branche und unsere Produkte wird von keiner signifikanten Erholung der Märkte ausgegangen.

1.2. Geschäftsverlauf

1.2.1. Marktentwicklung weltweit

Der weltweite Absatz aller Planierraupengrößen erhöhte sich im Berichtszeitraum um 3,5 % auf 25.265 (Vj. 24.403) Einheiten. Ein Marktwachstum war dabei im fernen Osten von 18,7 % (+859 Geräte), in Afrika von 32,3 % (+649 Geräte), im Nahen Osten von 21,9 % (+345 Geräte), in Südamerika von 15,7 % (+235 Geräte), in Westeuropa von 18,1 % (+198 Geräte), in Mittelamerika von 107,0 % (+76 Geräte) sowie in Ozeanien und der Karibik von 0,2 % (+1 Gerät) zu verzeichnen. Dem gegenüber kam es zu einem Absatzrückgang in Osteuropa von -58,4 % (-1.464 Geräte) sowie in Nordamerika von -0,3 % (-37 Geräte).

Die Anzahl der in den Liebherr-Klassen weltweit abgesetzten Planierraupen erhöhte sich stärker als der Gesamtmarkt um 5,5 % auf 21.546 (Vj. 20.430) Einheiten.

Der weltweite Absatz aller Teleskopladergrößen reduzierte sich im Berichtszeitraum um -4,0 % auf 72.447 (Vj. 75.489) Einheiten. Ein Marktwachstum war dabei in den Märkten in Afrika von 18,8 % (+137 Geräte), im Nahen Osten von 3,8 % (+120 Geräte) sowie in Südamerika von 6,9% (+77 Geräte) zu verzeichnen. Dem gegenüber kam es zu einem Absatzrückgang in Nordamerika von -6,3 % (-1.973 Geräte), im fernen Osten von -34,9 % (-560 Geräte), in Ozeanien und der Karibik von -18,5 % (-360 Geräte), in Westeuropa von -1,1 % (-338 Geräte), in Osteuropa von -2,2 % (-111 Geräte) sowie in Mittelamerika von -42,5 % (-34 Geräte).

Die Anzahl der in den Liebherr-Klassen weltweit abgesetzten Teleskoplader reduzierte sich stärker als der Gesamtmarkt um -7,2 % auf 25.510 (Vj. 27.486) Einheiten.

Bei den Laderaupen ist es nicht möglich reale Marktzahlen darzustellen, da es kein Institut mehr gibt, das diese Zahlen sammelt und vergleicht.

1.2.2. Absatzentwicklung

Die Liebherr-Werk Telfs GmbH erzielte im Berichtsjahr einen Gesamtabsatz von 1.681 Geräten. Dies entspricht einer Verringerung von 7,0 % gegenüber dem Vorjahr (1.808 Geräte). Der Absatz setzt sich zusammen aus 24 (Vj. 28) Laderaupen, 459 (Vj. 427) Planierraupen, 18 (Vj. 19) Rohrlegern, 245 (Vj. 295) Liebherr Teleskopladern (in den Märkten Bau, Industrie, Vermietung) sowie 935 (Vj. 1.039) Teleskopladern für den Marktbereich Landwirtschaft. Im Absatz inbegriffen sind 16 (Vj. 13) Gebrauchtgeräte.

Bei den Planierraupen erhöhte sich der Absatz im Berichtsjahr um 7,5 % auf 459 Einheiten (Vj. 427). Die wichtigsten Planierraupenmärkte für die Liebherr-Werk Telfs GmbH waren der Nahe Osten mit 126 Geräten (Vj. 36), Westeuropa mit 126 Geräten (Vj. 119), Afrika mit 77 Geräten (Vj. 48), Osteuropa mit 62 Geräten (Vj. 51), Nordamerika mit 26 Geräten (Vj. 91), Asien mit 25 Geräten (Vj. 49), Südamerika mit 10 Geräten (Vj. 24) und Australien und Ozeanien mit 7 Geräten (Vj. 9).

Bei den Laderaupen gab es beim Absatz einen Rückgang um -14,3 % auf 24 Einheiten (Vj. 28). Die Geräte verteilten sich nach Regionen auf Westeuropa mit 13 Geräten (Vj. 14), Nordamerika mit 4 Geräten (Vj. 11), Osteuropa mit 3 Geräten (Vj. 1), Australien mit 2 Geräten (Vj. 2) und den Nahe Osten mit 2 Geräten (Vj. 0).

Im Bereich der Rohrleger gab es einen Rückgang um -5,3 % auf 18 Einheiten (Vj. 19). Die Maschinen verteilten sich nach Regionen auf Westeuropa mit 16 Geräten (Vj. 9), Osteuropa mit 1 Gerät (Vj. 0) und den Nahe Osten mit 1 Gerät (Vj. 0). In Afrika wurden keine Geräte abgesetzt (Vj.10).

Bei den Teleskopladern gab es einen Rückgang um -11,5 % auf 1.180 Einheiten (Vj. 1.334). Die Geräte verteilten sich nach Regionen auf Westeuropa mit 873 Geräten (Vj 981), Osteuropa mit 198 Geräten (Vj. 254), Australien und Ozeanien mit 57 Geräten (Vj. 54), den Nahe Osten mit 21 Geräten (Vj. 12), Nordamerika mit 19 Geräten (Vj. 28), Afrika mit 6 Geräten (Vj. 4) und Asien mit 6 Geräten (Vj 0). In der Region Südamerika wurden im Jahr 2025 keine Geräte abgesetzt (Vj. 1).

1.3. Umsatz- und Ergebnisentwicklung

Der Gesamtumsatz verringerte sich im Berichtsjahr um -1,7 % auf EUR 325,4 Mio. im Vergleich zum Vorjahr (EUR 330,9 Mio.).

Das Jahresergebnis nach Steuern 2025 war erneut negativ, zeigte im Berichtsjahr mit EUR -9,9 Mio. (Vj. EUR -17,8 Mio.) jedoch eine deutlich positive Entwicklung. Der Hauptgrund für die Verbesserung zum Vorjahr lag jedoch in einem Einmaleffekt nach der Vertragsauflösung mit dem Entwicklungspartner FMG, wodurch eine erfolgswirksame Verbuchung einer Anzahlung das Ergebnis 2025 stark verbesserte.

Der leicht gesunkene Gesamtumsatz im Vergleich zum Vorjahr, die erneut stark gestiegenen Personalkosten sowie die weiterhin hohe Inflation haben zu höheren Kosten in nahezu allen Bereichen geführt. Durch den Geräte- und Ländermix konnten auch bei den Raupen nicht die Deckungsbeiträge der Vorjahre erreicht werden. Ein weiterer Grund für die 2025 leicht niedrigeren Deckungsbeiträge ist die zunehmende Abhängigkeit von Projekten.

1.4. Auftragseingang und Auftragsbestand

Insgesamt waren im Berichtsjahr 1.920 Geräte im Auftragseingang zu verzeichnen. Im Vergleich zum Vorjahr (1.462 Geräte) bedeutete dies eine Erhöhung um +31,3 %. Der Auftragsbestand zum 31.12.2025 lag mit 602 Geräten um +61,0 % über dem Vorjahresniveau (374 Geräte).

2. Bericht über Zweigniederlassungen

Die Liebherr-Werk Telfs GmbH verfügt über keine Zweigniederlassungen.

3. Finanzielle und nichtfinanzielle Leistungsindikatoren

3.1. Kennzahlen zur Ertragslage

Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 3
202520242023
T-EURT-EURT-EUR
Gesamtumsatz325.432330.852335.488
Umsatzrentabilitätb) (%)-3,0-5,4-5,4
Ergebnis vor Steuern und RL-Bew.-9.936-17.218-18.814
Jahresergebnis nach Steuern-9.890-17.829-19.717
Umsatz je Beschäftigten2)396,9399,6401,3
Eigenkapitalrentabilität3) (%)-22,8-36,3-45,6
Gesamtkapitalrentabilitäta (%)-3,0-4,7-5,6

1) Ergebnis vor Steuern / Gesamtleistung

3) Ergebnis vor Steuem / durchschn. Eigenkapital

2) Umsatz / Anzahl Mitarbeiter

4) Ergeb. vor St.u.Zinsen+ähnl.Aufw. (wenn negativ = Betriebsergebnis) /

durchschn. Gesamtk.

3.2. Vermögens- und Kapitalstruktur

Das Eigenkapital inkl. Gewinnvorträge betrug zum Bilanzstichtag EUR 38,7 Mio. (31.12.2024 EUR 48,6 Mio.). Der Rückgang beruht auf dem ausgewiesenen Jahresergebnis nach Steuern in Höhe von EUR -9,9 Mio. Die Verringerung der Eigenkapitalquote von 21,0 % auf 15,0 % basiert zudem auf der Erhöhung der Bilanzsumme.

Die Veränderung der Bilanzsumme im Berichtsjahr betrug +11,8 % (2024: -10,4 %).

Bilanzkennzahlen

Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 3
202520242023
Eigenkapitalquote3) (%)15,021,018,0
Fremdkapitalquote0 (%)85,079,082,0
Anlagendeckungsgrad”) (%)60,672,572,5
Verschuldungsgradb) (%)529,0345,6427,1

5) Eigenkapital / Gesamtkapital 7) Eigenkapital + langfristiges Fremdkapital / Anlagevermögen

6) Fremdkapital (RSt,Verb.,PRA) / Gesamtkapital 8) Fremdkapital (RSt,Verb.) / Eigenkapital

3.3. Investitionen und Cashflow

Der Cashflow aus laufender Geschäfts-/ Investitions- und Finanzierungstätigkeit (Geldsaldo) für die Liebherr-Werk Telfs GmbH betrug im Berichtsjahr EUR -9,17 Mio. Im Vorjahr lag dieser bei EUR +7,38 Mio.

Der Mittelabfluss aus der laufenden Geschäftstätigkeit in Höhe von EUR -57,6 Mio. ist im Wesentlichen auf die Zunahme von Forderungen und der Vorräte sowie die Abnahme der Verbindlichkeiten aus Anzahlungen gegenüber verbundenen Unternehmen zurückzuführen.

Investiert wurden im Berichtsjahr EUR 7,78 Mio. aufgeteilt in Betriebs- und Geschäftsausstattung in Höhe von EUR 5,17 Mio., Maschinen in Höhe von EUR 2,05 Mio. sowie andere Bauten in Höhe von EUR 0,45 Mio.

Der Zahlungsmittelzufluss aus Finanzierungstätigkeit resultiert im Wesentlichen aus einer weiteren Darlehensaufnahme in der Höhe von EUR 53,7 Mio. sowie dem Aufbau kurzfristiger Finanzmittel in der Höhe von EUR 2,5 Mio.

Cashflow-Kennzahlen

Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 4
(in Tsd. EUR)20252024
Mittelzufluss/-abfluss aus:
laufender Geschäftstätigkeit-57.62043.540
Investitionstätigkeit-7.776-7.131
Finanzierungstätigkeit56.223-29.032
Gesamt-9.1737.377

3.4. Personal- und Sozialbereich

Zum 31.12.2025 waren bei der Liebherr-Werk Telfs GmbH insgesamt 820 Personen aktiv beschäftigt. Stichtagsbezogen ergibt sich damit gegenüber dem Vorjahr eine Reduktion um 8 Mitarbeiter bzw. 1%. Zusätzlich waren zum Stichtag 6 Leasingmitarbeiter im Bereich Lagerlogistik tätig.

Zum Bilanzstichtag waren 6 offene Stellen zu verzeichnen.

Für das kommende Jahr ist eine Reduktion der Mitarbeiteranzahl im Angestelltenbereich geplant. Themenschwerpunkte in der Weiterbildung waren wieder Schulungen im Bereich Grundlagen Projektmanagement für Personen, die Mitglieder in EMT-Projekten sind, um in diesem Bereich ein Standardniveau zu erreichen. Diese Weiterbildungen konnten dank unternehmensinternem Knowhow inhouse abgehalten werden. Ein weiterer Fokus wurde auf die Weiterentwicklung von Führungskräften gelegt.

Im Rahmen der wiederkehrenden Führungskräfteveranstaltungen lag der Fokus auf der Erarbeitung und Verabschiedung eines Führungskräftekodex. Dieser bildet die Grundlage einer zukünftig starken Führungskultur, die sich an den Liebherr Werten ausrichtet. Zu dem Thema Changemanagement fanden zu Beginn des Jahres zahlreiche EMT-Workshops statt. Diese sollen die werksübergreifende Zusammenarbeit und Nutzung von Synergien steigern.

3.5. Umweltschutz

„Wir tragen Verantwortung“ lautet einer unserer Unternehmensgrundsätze. Wir haben uns damit dem Schutz von Menschen und Umwelt in sämtlichen unserer Geschäftsaktivitäten verschrieben. Ein möglichst geringer Ressourcenverbrauch, Nachhaltigkeit, Umweltverträglichkeit, Sicherheit sowie Wirtschaftlichkeit bestimmen unsere Prozesse, unsere Produkte und unsere Infrastruktur. Im Produktionsbereich der LWT konnten 2025 durch verschiedenste Maßnahmen Verbesserungen in den Bereichen Energieverbrauch, Gesundheitsvorsorge, Arbeitssicherheit und Nachhaltigkeit erzielt werden:

• Verbesserung der Energieeffizienz

Mit der Einführung des Energiemanagementsystems wird der Energieeinsatz im Betrieb systematisch überwacht und transparenter gestaltet. Durch das verbesserte Energiemonitoring können ineffiziente Bereiche identifiziert und optimiert werden. Bereits im Berichtsjahr konnte so ein wesentlicher Hauptverbraucher – die Hallenabsaugung im Stahlbau, mit geringem Aufwand, energieeffizienter betrieben werden.

• Reduktion Holzabfälle

Die im vergangenen Jahr eingeleiteten Optimierungen im Umgang mit Holzabfällen wurden 2025 erfolgreich weiterentwickelt. Dadurch konnte der Anteil an nicht verwertbarem Holzabfall halbiert und gleichzeitig der Anteil wiederverwertbarer Holzfraktionen verdoppelt werden. Dies führt zu geringeren Entsorgungsmengen, zusätzlichen Erlösen durch den Verkauf verwertbarer Materialien und trägt insgesamt zu einer Stärkung der betrieblichen Kreislaufwirtschaft bei.

• Gesundheit

Durch die Nachrüstung von Oberlichten in den Dächern kann mehr Tageslicht eintreten, was zur Verbesserung der Ausleuchtung führte. Somit konnte ein positiver Gesundheitseffekt erzielt werden. Weitere Gesundheitsförderungsprojekte: Projekt Betriebliche Gesundheitsförderung (Mitarbeiterbefragung) und Suchtprävention. Weiters wird in Zusammenarbeit mit unserem Arbeitsmediziner jährlich eine Grippeimpfaktion angeboten.

• Arbeitssicherheit

Mit der Anschaffung zusätzlicher ergonomischer Hebehilfen und verstellbarer Hubbühnen konnte die Ergonomie und Arbeitssicherheit weiter verbessert werden. Ein neuer Prozess wurde für Arbeitsstoffe entwickelt. Er verbessert die Verwaltung und Beurteilung. Dadurch werden Arbeitssicherheit und Umweltschutz nachhaltig unterstützt.

• Nachhaltigkeit

Zur weiteren Optimierung des Abfallmanagements wurden alle Abfallinseln standardisiert, klar beschriftet und übersichtlich strukturiert. Zusätzlich wurden interne Schulungen gestartet, um die korrekte Abfalltrennung zu fördern und nachhaltige Verhaltensweisen im Betrieb weiter zu verankern. Am Ende des Berichtsjahres wurde zudem der Startschuss für die Einführung eines Umweltmanagementsystems gesetzt, welches künftig eine systematische Verbesserung der Umweltleistung sicherstellen soll.

3.6. IT-Systeme

Eine große Herausforderung im Geschäftsjahr 2025 war die Optimierung interner IT-Prozesse. Der Wissenstransfer und die Prozessoptimierungen aus dem Vorjahr wurden weiter vorangetrieben. Dadurch konnten umfangreiche und effizientere Prozesse eingeführt werden, die Störungen und Anderungen an IT-Systemen in schneller und strukturierter Weise bearbeiten.

Die wesentlichste Anderung in der IT-Landschaft betrifft das Rechenzentrum. Am Anfang des Geschäftsjahres 2025 wurde die Server-Infrastruktur mit moderner Hardware ersetzt. Durch die Migration der vorhandenen Serverumgebung konnten gleichzeitig Optimierungspotentiale in der Speichernutzung realisiert werden. Weiters wurde das WLAN am Werksgelände ausgebaut und damit die Digitalisierung der Logistik forciert.

In der IT-Applikationslandschaft hat es im Geschäftsjahr 2025 keine großen Anderungen gegeben. Es wurden einige Optimierungen für vorhandene Systeme geplant und umgesetzt. Weiters wurden neue Features und Updates in vorhandene Systeme eingespielt. Ein großer Fokus wurde im Jahr 2025 auf die IT-Bedarfe und IT-Anforderungen gelegt, dadurch konnten die Prioritäten und die Qualität der Anforderungen in Zusammenarbeit mit den Fachabteilungen deutlich erhöht werden.

Darüber hinaus wurden weitere IT-Security Maßnahmen umgesetzt, wie beispielsweise die Konsolidierung und Optimierung der GPOs bzw. die Optimierung der ACLs. Weiters wurde auf Konzern-Ebene die vorhandene IT Security Organisation an aktuelle Anforderungen angepasst. Dadurch wurden auch neue konzernweite Monitoring- und SIEM-Lösungen eingeführt und ein neues IT Policy Konzept verabschiedet.

4. Bericht über die Risiken des Unternehmens

Als global tätiges Unternehmen ist die Liebherr-Werk Telfs GmbH sowohl allgemeinen als auch branchenspezifischen Risiken ausgesetzt, welche die Geschäftsführung identifiziert und bewertet. Für jedes identifizierte Risiko werden geeignete Maßnahmen definiert und überwacht.

Diese Maßnahmen beziehen sich vor allem auf das Währungsrisiko sowie die Kundenkonzentration und damit verbundene Schwankungen beim Auftragseingang. Aber auch im Bereich der Rohstoffverfügbarkeit, der Informationstechnik, der Produktionsanlagen und Produkte sowie im Personalbereich gibt es Risikofaktoren, die frühzeitig identifiziert und bewertet werden, um geeignete Vorsorgemaßnahmen zur Abwendung von Gefahren einzuleiten bzw. Chancen rechtzeitig erkennen zu können. Bei der Liebherr-Werk Telfs GmbH sind für die nachfolgend beschriebenen Risikofelder folgende Vorsorgemaßnahmen implementiert:

4.1. Währungsrisiko

Durch die teilweise Fakturierung in US-Dollar und Britischem Pfund entsteht ein nicht unerhebliches Währungskursrisiko. Mittels der Nutzung derivativer Finanzinstrumente wird diesem Risiko entgegengewirkt. Monatlich werden dazu Fremdwährungsplanungen erstellt, welche rollierend mindestens einen Zeitraum von 24 Monaten umfassen.

Alle derivativen Finanzinstrumente dienen ausschließlich der Sicherung von Währungsrisiken und orientieren sich an den Anforderungen des Grundgeschäftes und dessen Planungsparametern. Bewertungseinheiten für bilanzielle Zwecke werden nicht gebildet. Die Sicherungsgeschäfte

werden ausschließlich mit Kreditinstituten abgeschlossen, die ein Rating im Investmentgrade haben. Soweit sich bei den Zahlungsströmen in Fremdwährung zeitliche Verschiebungen ergeben, werden die Sicherungsgeschäfte entsprechend angepasst. Debitorenrisiken werden in der Regel durch Akkreditive oder durch Anzahlungen reduziert.

4.2. Kundenkonzentration

Hinsichtlich der Kundenkonzentration wird laufend daran gearbeitet, zu starke Abhängigkeiten durch die Akquisition neuer Kunden bzw. Märkte zu reduzieren. Die Liebherr-Werk Telfs GmbH bietet aktuell Geräte und Lösungen in den vier Sektoren Bau und Industrie, Oil&Gas, Mining und Landwirtschaft an.

4.3. Rohstoffverfügbarkeit

Um den Anforderungen einer langfristigen Absicherung der Rohstoff- und Energieversorgung in den erforderlichen Mengen und Qualitäten Rechnung zu tragen, verfolgt der gesamte Liebherr- Konzern bereits seit Jahren eine den erhöhten Risiken entsprechende Beschaffungsstrategie. Der gesamte Einkaufsbereich wurde in Beschaffung und strategischen Einkauf aufgeteilt. Während sich Beschaffungsteams um die Planung, Disposition und den termingerechten Abruf der benötigten Materialien kümmern, vereinbart der strategische Einkauf langfristige Lieferverträge, schafft enge Kunden-Lieferanten-Beziehungen, sorgt für die Ausweitung des Lieferantenportfolios und kümmert sich um den Ausbau der Eigenversorgung bei strategisch wichtigen Bauteilen und Komponenten.

4.4. Informationstechnik

Risiken im Bereich der Informationstechnik - insbesondere unberechtigter Datenzugriff bzw. Datenmissbrauch - wird durch ein in der gesamten Firmengruppe Liebherr implementiertes Sicherungskonzept Rechnung getragen. Dessen Einhaltung wird regelmäßig durch die IT Konzernrevision geprüft.

4.5. Produktion und Produkte

Die bereits in den Vorjahren eingeleiteten Maßnahmen zur Verbesserung der Abläufe und Prozesse in der Fertigung sind fortgesetzt und intensiviert worden (Automatisierung und Digitalisierung). Zudem wurden in den letzten Jahren erhebliche Investitionen in neue Produktionsanlagen getätigt, um die Verfügbarkeit abzusichern.

Zur Verringerung des Ausfallsrisikos bei kritischen Anlagen werden jährliche Audits mit Risikobewertung durchgeführt. Basierend auf diesen Audits erfolgten auch im vergangenen Jahr gezielte Investitionen sowie vorbeugende Instandhaltungen bei sensiblen Maschinen. Darüber hinaus wird laufend daran gearbeitet, möglichst viele kritische Bauteile auf mehreren Anlagen fertigen zu können, um einen etwaigen Anlagenausfall bestmöglich abfedern zu können.

Produktrisiken sind mit einer umfassenden Deckung durch eine Produkthaftpflichtversicherung abgesichert. Weitere Risiken wie Brandschäden und Betriebsunterbrechungen sind ebenfalls ausreichend versichert.

4.6 Internes Kontrollsystem

In der Gesellschaft ist ein internes Kontrollsystem installiert, mit dessen Hilfe die Geschäftsleitung die Einhaltung von Richtlinien und die Ordnungsmäßigkeit der Rechnungslegung nach konzerneinheitlichen Vorgaben überwacht.

5. Voraussichtliche Entwicklung des Unternehmens

Für das Geschäftsjahr 2026 rechnen wir erneut mit einem schwachen Wachstum der Weltwirtschaft, im Wesentlichen verursacht durch die fragile Gesamtlage, geopolitische Unsicherheiten, den russischen Angriffskrieg in der Ukraine sowie die potenziellen Bedrohungen durch Einführung von Zöllen. Wir gehen trotzdem für unseren Standort von einem Umsatz von EUR 332,4 Mio. aus, was einer Umsatzsteigerung von 2,1 % gegenüber 2025 entspricht. Der Umsatz wird im Raupenbereich im Wesentlichen durch Großprojekte getragen sein, im Teleskopladerbereich durch die Erholung der Absatzmenge im Bereich Landwirtschaft.

Aktuell planen wir bei Teleskopladern den Umsatz im Jahr 2026 zu steigern, was Umsatzreduktionen der Vorjahre wieder kompensiert. Bei den Raupen wird der Umsatz rückläufig sein, speziell aus den USA sind nur einzelne Aufträge zu erwarten und außerhalb von Projekten sind aktuell geringe Auftragseingänge zu verzeichnen. Die Ersatzteilumsätze werden leicht anwachsen. Durch die gemeinsame Auslieferung von Projektgeräten erwarten wir stark schwankende Monatsumsätze. Die große Herausforderung besteht aktuell darin, genügend Aufträge außerhalb von Projekten zu generieren, um den Zielumsatz zu erreichen und eine möglichst stabile Auslastung zu erreichen.

Nachdem die Umsatzrendite im Jahr 2025 negativ war, allerdings durch Sondereinflüsse geprägt, rechnen wir im Jahr 2026 mit einem negativen, aber im Vergleich zu 2024 besseren Ergebnis. Die wesentlichen Gründe für die schrittweise Verbesserung sind verschiedenste Maßnahmen, um sowohl Herstellkosten der Geräte wie auch Gemeinkosten zu reduzieren. Wir gehen von einem sinkenden Personalstand an administrativen Mitarbeitern aus, was insbesondere Auswirkungen auf das Ergebnis 2027 haben wird. Für Folgejahre wird wieder mit einem positiven Ergebnis geplant. Dieser Ergebniserholung liegt nicht zuletzt eine Stabilisierung der Weltwirtschaft zugrunde, die sich auch in einer Erholung der Raupenmärkte widerspiegeln wird.

6. Forschung und Entwicklung

Das Jahr 2025 stand zum einen im Zeichen der Bauma (München), die im April stattgefunden hat. Hier wurde der Offentlichkeit das neue Teleskopladermodell T48-8 vorgestellt, welches zuvor entwickelt und validiert worden ist. Durch eine sinnvolle Baukastenstruktur konnte ein neues Gerät angeboten werden, welches bei den Kunden großen Zuspruch erfährt.

Im November wurde diese Maschine auch durch unseren OEM-Partner Claas auf der Agritechnica (Hannover) als Neuheit präsentiert.

Ein weiterer Schwerpunkt bei den Teleskopladern lag in der Entwicklung und im Prototypenbau der nächsten Generation der Plattform 3 Maschinen, die als wesentliches Merkmal neben einer neuen Kabine die Liebherr-eigene Steuerung beinhaltet. Hierdurch sind neue Funktionalitäten in der Bedienung möglich, die zu weiterem Kundennutzen führen werden.

Im Bereich der Planierraupen wurde auf der Bauma das Assistenzsystem „Liebherr Local Grade“ vorgestellt, welches unseren Kunden eine kostengünstige Option zur Verfügung stellt, um einfache Geometrien von einem definierten Punkt aus zu erstellen. Eine Tätigkeit, die oft benötigt wird, ohne dass aufwändige 3D-Systeme erforderlich sind.

Ansonsten war die Entwicklung zu einem wesentlichen Anteil mit der Konstruktion einer batteriebetriebenen Miningraupe beschäftigt. Hier wurden in zahlreichen Analysen Anforderungen an die neue Technologie und Lösungen erarbeitet, die auch über das konkrete Projekt hinaus zukünftigen Nutzen für Entwicklungstätigkeiten in diesem Bereich geschaffen haben.

Um den Reifegrad im vorgegebenen Zeitrahmen zu optimieren, wurde unter anderem ein Prüfstand für einen Antriebsstrang konzeptioniert und auch in Betrieb genommen, der die LWT zukünftig befähigen wird, Antriebssysteme gezielt zu entwickeln bzw. weiterzuentwickeln. Die Auslegung erfolgte unter der Prämisse, dass alle bei der LWT momentan bestehenden Produkte hier abgebildet werden können.

In dem Programm der autonomen Planierraupe wurde eine Funktion entwickelt, welche die Zugkraft der Maschine reglementiert, um für den jeweiligen Einsatz eine optimale Schubleistung zu ermöglichen. Diese Funktion wurde auch auf erste konventionell betriebene Maschinen implementiert und kann als Assistenz für die Fahrer genutzt werden, um sie zu entlasten bzw. um gute Arbeitsergebnisse auch mit geringeren Fahrerkenntnissen zu erzielen.

Weiters wurden für ein Großprojekt umfangreiche kundenspezifische Sonderumfänge erstellt und validiert.

Die neue Generation der Rohrleger schließlich wurde auf eine bewährte Motorentechnologie umgestellt, um für zukünftige Entwicklungsschritte gerüstet zu sein.

Die Summe der Ausgaben für Forschung und Entwicklung der Liebherr-Werk Telfs GmbH im Jahr 2025 lag bei rund EUR 27,0 Mio.

Telfs, am 13. Februar 2026

Blaas Läbgle Schulze Bísping Weithaler

Wir verwenden Cookies, um grundlegende Funktionen der Plattform sicherzustellen und anonymisierte Nutzungsstatistiken zu erfassen. Durch einen Klick auf "Akzeptieren" stimmst du der Verwendung dieser Cookies zu.