Inhaltsverzeichnis
1. Bericht über den Geschäftsverlauf und die wirtschaftliche Lage
Wirtschaftliche und gesellschaftliche Rahmenbedingungen
Die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen des Geschäftsjahres 2025/26 waren weiterhin auf globaler, aber auch auf europäischer Ebene von geopolitischen Risiken geprägt. Nach einer starken Rezessionsphase insbesondere in Deutschland und Österreich hat sich die wirtschaftliche Lage im Jahr 2025 wieder verbessert und es wird für die nächsten Jahren ein Wachstum erwartet Durch die weiterhin anhaltenden internationalen Risiken und die Strukturprobleme im Inland wird allerdings die Wachstumskurve nur moderat ansteigen.
Bereits in den Vorjahren hat die österreichische Exportwirtschaft Marktanteile verloren, letztlich aufgrund der nachlassenden Wettbewerbsfähigkeit verursacht durch Standortnachteile und bürokratische Hemmnisse.
Die US-Zollpolitik und die handelspolitische Unsicherheit stellen weiterhin Belastungsfaktoren dar. Die realen Warenexporte ab Österreich waren im Jahr 2025 um 2,6% rückläufig. Die Inflationsrate lag im Jahresdurchschnitt in 2025 bei 3,6%.
Die Industrie befand sich weiterhin in einer konjunkturellen Schwächephase, geprägt von einer verhaltenen Auftragseingangsentwicklung und einem schwierigen internationalen Umfeld. Zusätzlich belasteten eine erhöhte Sparneigung der Konsumenten sowie eine allgemein gedämpfte wirtschaftliche Stimmung die gesamtwirtschaftliche Entwicklung.
Geschäftsverlauf der Scheuch Ligno GmbH
Trotz eines weiterhin herausfordernden Marktumfelds konnte die Scheuch Ligno GmbH im Geschäftsjahr 2025/26 ein deutliches Zeichen der Stabilisierung setzen. Obwohl die Investitionsbereitschaft der Kunden – insbesondere im DACH Raum – verhalten blieb und die gesamtwirtschaftlichen Bedingungen anspruchsvoll waren, gelang es dem Unternehmen, die geplanten Ziele im Auftragseingang um + 3,6 Mio. Euro zu übertreffen. Wesentlicher Treiber dafür war die fortschreitende Internationalisierung, durch die erfolgreich Referenzanlagen in Europa, Südamerika und Nordamerika platziert werden konnten.
Die Betriebsleistung konnte gegenüber dem Vorjahr um + 15,3% gesteigert werden. Das ursprünglich angestrebte operativen Ergebnis konnte dagegen nicht erreicht werden Die Ergebnisabweichung ist im Wesentlichen geprägt durch Ineffizienzen infolge der SAP Einführung und die Effekte des Restrukturierungsprogramms ELEVATE L, besonders im ersten Quartal. Die strategische Neuaufstellung der Organisation im Rahmen des Programms ELEVATE L, der Anpassung der Betriebsgröße, bildet ab dem Geschäftsjahr 2026/27 eine robuste Basis, um wieder in Richtung einer angemessenen Ertragslage zu steuern.
Trotz dieser Einflüsse eröffnen sowohl die zunehmende Internationalisierung als auch der Heimmarkt DACH weiterhin attraktive Wachstumschancen in der Be- und Verarbeitung verschiedenster Werkstoffe. Die positiven Entwicklungen beim Auftragseingang, in der Betriebsleistung sowie die Tatsache, dass das Jahresauftragsgeschäft – ohne die drei genannten Sondereffekte das Planergebnis erreicht hätte, stärken die Zuversicht, dass sich die Scheuch Ligno GmbH klar auf dem Weg zurück in die geplante Gewinnzone befindet. Vor diesem Hintergrund wird das Geschäftsmodell als mittelfristig solide eingeschätzt.
Im Geschäftsjahr 2026/27 wird erwartet, dass die Restrukturierungsmaßnahmen ihre volle Wirkung entfalten und sich die Sondereffekte aus der SAP Einführung deutlich reduzieren. Dadurch kann sich die Organisation wieder vollständig auf das operative Auftragsgeschäft konzentrieren.
Entwicklung des Ergebnisses 2025/26
Der Auslandsanteil war im Geschäftsjahr auf 53,2% (VJ: 57,9%), wobei 12,9% (VJ: 9,8%) in Drittländern erwirtschaftet wurde.
Das Betriebsergebnis betrug in diesem Geschäftsjahr 0,5 Mio. EUR (VJ: -2,1 Mio. EUR). Die Eigenkapitalsituation hat sich von 2,6 Mio. EUR im Vorjahr auf 3,1 Mio. EUR entwickelt.
Das Finanzergebnis lag bei 0,04 Mio. EUR (VJ: -0,03 Mio. EUR), das Ergebnis vor Steuern bei 0,6 Mio. EUR (VJ: -2,2 Mio. EUR).
Finanzielle und nichtfinanzielle Leistungsindikatoren
| a) Umsatzerlöse | ||
|---|---|---|
| 2025/26 | 2024/25 | |
| Umsatzerlöse | 47.300.217,37 | 39.868.623,30 |
| Betriebsleistung (inkl. Aktivierte Eigenleistung) | 51.663.338,98 | 44.790.480,37 |
| b) Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) | ||
| 2025/26 | 2024/25 | |
| Ergebnis vor Steuern | 552.107,52 | -2.152.983,34 |
| + Zinsen und ähnliche Aufwendungen | 70.440,39 | 69.917,77 |
| Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) | 622.547,91 | -2.083.065,57 |
| c) Umsatzrentabilität (ROS) | ||
| 2025/26 | 2024/25 | |
| Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) | 622.547,91 | -2.083.065,57 |
| : Umsatzerlöse | 47.300.217,37 | 39.868.623,30 |
| Umsatzrentabilität (ROS) | 1,3% | -5,2% |
| d) Eigenkapitalrentabilität (ROE) | ||
| 2025/26 | 2024/25 | |
| Ergebnis vor Steuern | 552.107,52 | -2.152.983,34 |
| : Eigenkapital am GJ-Beginn | 2.641.959,04 | 2.840.593,81 |
| Eigenkapitalrentabilität (ROE) | 20,9% | -75,8% |
| e) Gesamtkapitalrentabilität (ROI) | ||
|---|---|---|
| 2025/26 | 2024/25 | |
| Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) | 622.547,91 | -2.083.065,57 |
| : Gesamtkapital am GJ-Beginn | 16.331.013,71 | 16.359.721,08 |
| Gesamtkapitalrentabilität (ROI) | 3,8% | -12,7% |
| f) Nettoverschuldung | ||
| 2025/26 | 2024/25 | |
| Rückstellungen für Abfertigungen | 1.755.088,62 | 2.020.772,81 |
| Rückstellungen für Jubiläumsgelder | 874.571,55 | 922.871,36 |
Scheuch Ligno GmbH
| Verzinsliches Fremdkapital | 2.629.660,17 | 2.943.644,17 |
|---|---|---|
| - flüssige Mittel | -3.125.412,38 | -1.605.947,41 |
| Nettoverschuldung | -495.752,21 | 1.337.696,76 |
| g) Working Capital | ||
| 2025/26 | 2024/25 | |
| Umlaufvermögen | 10.796.605,73 | 12.323.042,10 |
| Rechnungsabgrenzung | 862.329,31 | 135.504,80 |
| - langfristiges Umlaufvermögen | 0,00 | 0,00 |
| Kurzfristiges Umlaufvermögen | 11.658.935,04 | 12.458.546,90 |
| Verbindlichkeiten | 6.580.045,51 | 7.987.127,81 |
| - davon langfristig | 0,00 | 0,00 |
| Rückstellungen | 5.204.166,58 | 5.599.851,83 |
| - davon langfristig | -2.629.660,17 | -2.943.644,17 |
| Kurzfristiges Fremdkapital | 9.154.551,92 | 10.643.335,47 |
| 2025/26 | 2024/25 | |
| Kurzfristiges Umlaufvermögen | 11.658.935,04 | 12.458.546,90 |
| - Kurzfristiges Fremdkapital | -9.154.551,92 | -10.643.335,47 |
| Working Capital | 2.504.383,12 | 1.815.211,43 |
| h) Eigenkapitalquote (Equity Ratio) | ||
| 2025/26 | 2024/25 | |
| Eigenkapital | 3.089.286,80 | 2.641.959,04 |
| Gesamtkapital | 14.960.734,07 | 16.331.013,71 |
| Eigenkapitalquote (Equity Ratio) | 20,6% | 16,2% |
| i) Nettoverschuldungsgrad (Gearing) | ||
|---|---|---|
| 2025/26 | 2024/25 | |
| Nettoverschuldung | -495.752,21 | 1.337.696,76 |
| : Eigenkapital | 3.089.286,80 | 2.641.959,04 |
| Nettoverschuldungsgrad (Gearing) | -16,0% | 50,6% |
Cashflow
Der Geldfluss aus der laufenden Geschäftstätigkeit lag bei 2,6 Mio. EUR (VJ: -3,0 Mio. EUR), vor allem bedingt durch den Abbau des Working Capitals.
Der Cashflow aus der Investitionstätigkeit beläuft sich auf -0,07 Mio. EUR (VJ: -0,07 Mio. EUR).
Der Cashflow aus Finanzierungsaktivitäten beläuft sich auf -1 Mio. EUR (VJ: -1 Mio. EUR).
Scheuch Ligno GmbH
j) Investitionsbereich
Im abgelaufenen Geschäftsjahr wurden Investitionen iHv 0,09 Mio EUR (VJ: 0,09 Mio. EUR) im Bereich Sachanlagen getätigt. Im Fuhrpark befinden sich überwiegend Leasingfahrzeuge.
k) Mitarbeiter:innen
In 2025/26 wurden durchschnittlich 56 Arbeiter:innen (Vorjahr: 67) und 105 Angestellte:r (Vorjahr: 107) beschäftigt. Es wurde überwiegend eigenes Personal eingesetzt. Zur Spitzenabdeckung wurde auf Leasing- Personal zurückgegriffen.
Die Scheuch Ligno GmbH erkennt die Bedeutung hochqualifizierter und zufriedener Mitarbeiter:innen für den Unternehmenserfolg.
Scheuch investiert daher in deren Weiterbildung und legt Wert auf eine langfristige Entwicklung des Personals. Für die Entwicklung künftiger Schlüsselkräfte wurde ein umfangreiches Potenzialträger:innen-Entwicklungsprogramm initiiert. Zu den zahlreichen Angeboten für Mitarbeiter:innen zählen etwa Führungskräfteschulungen, Messungen zur Strahlen- und Lärmbelastung, eine Kantine und die ergonomische Beratung am Arbeitsplatz.
Die Ausrichtung der Mitarbeiter:innen auf die Unternehmensstrategie erfolgt durch regelmäßige Informationsveranstaltungen und durch die Vereinbarung von MbO-Zielen auf Bereichsebene. Einmal jährlich werden strukturierte Mitarbeiter:innengespräche und Mitarbeiter:innenorientierungsgespräche durchgeführt.
Zu den zahlreichen Angeboten für Mitarbeiter:innen zählen nicht nur die umfassenden Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten, auch ein Gesundheitsprogramm, die Vereinbarkeit von Familie und Beruf mit Ferienbetreuung, die Möglichkeit zur mobilen Arbeit, flexible Arbeitszeitgestaltung und das gemeinsame Feiern von Erfolgen stehen am Programm. Scheuch wird daher mit diesen Maßnahmen auch künftig in der Lage sein, Schlüsselpersonal überwiegend aus den eigenen Reihen zu besetzen.
l) Derivative Finanzinstrumente
Im Geschäftsjahr wurden keine derivativen Finanzinstrumente eingesetzt.
m) Struktur des Unternehmens
Die Scheuch LIGNO GmbH bietet Technologien und Verfahren zur Luftreinhaltung wie Absaugtechnik, Fördertechnik, Entsorgungs- und Oberflächentechnik schwerpunktmäßig für die Holz- und artverwandte Gewerbe und Industrien an.
2. Bericht über die voraussichtliche Entwicklung und die Risiken des Unternehmens
Voraussichtliche Entwicklung des Unternehmens
Ende 2024 bzw Anfang 2025 konnte die lange Rezessionsphase beendet werden. Die Indikatoren deuten darauf hin, dass sich die positive Entwicklung weiter fortsetzt, jedoch zu einem geringeren Tempo wie in Jahren davor gewohnt. Die internationale Wettbewerbsfähigkeit der österreichischen Industrie und die verhaltene internationale Konjunktur dämpfen die heimische Wirtschaft weiterhin. Durch die erwähnten Faktoren erwartet das IHS (Institut für Höhere Studien, Wien) für das laufende Jahr 2026 und das nächste Jahr 2027 eine nur geringe Verbesserung der Wirtschaftsleistung.
Laut der Prognosen des IHS (Institut für Höhere Studien, Wien) ist das BIP im abgelaufenen Jahr 2025 um 0,5% gestiegen. Für die nächsten beiden Jahre wird ein Wirtschaftswachstum iHv 1% im Jahr 2026 bzw 1,1% im Jahr 2027 prognostiziert
Die globalen Rahmenbedingungen sind aus gesamtwirtschaftlicher Perspektive aber weiterhin mit Risiken behaftet, vor allem durch den kürzlich ausgebrochenen Iran-Krieg. Die geopolitischen Spannungen halten die Unsicherheit weiterhin hoch.
Die Anlageinvestitionen sind im Jahr 2025 insgesamt um 0,7% gestiegen. Zudem wird für die kommenden beiden Jahre ein weiterer Zuwachs iHv 1,6% bzw 1,8% prognostiziert. Nach rückläufigen Warenexporten seit 2023 wird für die nächsten Jahre ein Wachstum der Warenexporte erwartet iHv 0,8% - 2% bis 2027.
Durch moderate Kollektivvertragsabschlüsse und ausgelaufener fiskalpolitischer Ausgleichsmaßnahmen soll lt. IHS die Inflation deutlich zurückgehen und sich im Jahr 2026 durchschnittlich auf 2,5% sowie 2027 auf 1,9% belaufen. Trotz der anhaltend schwachen Konjunktur ist der Arbeitsmarkt stabil geblieben. Durch die erwartete Weiterverbesserung der wirtschaftlichen Lage in den nächsten Jahren soll die Beschäftigung um 0,5 – 0,6% ausgeweitet werden und ein Sinken der Arbeitslosenquote erreicht werden.
Die Prognosen sind weiterhin mit erheblichen Risiken behaftet – US-Handelspolitik und geopolitische Konflikte – dies belastet weiterhin die Konjunktur. Im europäischen Vergleich ist die Inflation hoch und stellt ebenso einen Risikofaktor für die heimische Wirtschaft dar. All die genannten Faktoren könnten eine Trübung der Konsumstimmung mit sich bringen und den Sparkurs fortsetzen bzw das Wachstum bremsen. Es bleibt weiterhin abzuwarten, ob sich durch eine zügige Umsetzung substanzieller Strukturreformen die Rahmenbedingungen verbessern und dadurch ein schnelleres und höheres Wachstum erzielt werden kann.
Der Markt bleibt aufgrund geopolitischer und wirtschaftlicher Spannungen anspruchsvoll, dennoch wird mit einer Stabilisierung des Marktumfelds gerechnet. Eine steigende internationale Anfragetätigkeit und mehrere Großprojekte im Angebotsstadium sprechen für ein moderates Wachstum bei Umsatz und Betriebsleistung.
Besonderes Potenzial liegt im After Sales Bereich des DACH Marktes, der gezielt ausgebaut werden soll. Parallel werden Projekte eng überwacht und strategische Initiativen konsequent vorangetrieben. Digitalisierung, Prozessoptimierung und strukturelle Anpassungen bleiben zentrale Schwerpunkte.
Darüber hinaus steht das Nachhaltigkeitsmanagement entlang der gesamten Wertschöpfungskette weiterhin im Fokus und bildet einen wesentlichen Baustein für die langfristige Ausrichtung der Scheuch Ligno GmbH. Zur Erhöhung der Profitabilität werden die Projekte weiterhin sehr engmaschig getrackt und die strategischen Initiativen konsequent forciert. Die Digitalisierung samt Anpassung von Strukturen, Prozessen und Systemen spielen dabei eine zentrale Rolle. Darüber hinaus steht das Nachhaltigkeitsmanagement entlang der gesamten Wertschöpfungskette im Fokus des unternehmerischen Handelns.
Wesentliche Risiken und Ungewissheiten
Fakt ist, dass nach wie vor große Unsicherheiten und Risiken bestehen. Die schweren geopolitischen Spannungen halten die Ungewissheit international sehr hoch. Würden sich die Konflikte verschärfen bzw weiter eskalieren, könnte dies den Welthandel belasten und die Energiepreise wieder steigen lassen. Der Angriff der USA auf den Iran hat die Gefahr der handelspolitischen Spannungen weiter verschärft. Außerdem besteht weiterhin das Risiko des russischen Angriffskriegs, welcher die Inflation über höhere Energiepreise weiter antreiben könnte.
Die geopolitischen Spannungen im Zusammenhang mit dem Iran-Krieg stellen einen zusätzlichen Unsicherheitsfaktor für die wirtschaftliche Entwicklung dar. Die Auswirkungen betreffen vor allem mögliche Preissteigerungen auf den Energie- und Rohstoffmärkten sowie erhöhte Volatilität in den globalen Lieferketten. Ökonomen erwarten derzeit jedoch lediglich einen moderaten Einfluss auf das Wirtschaftswachstum in Europa, wenngleich steigende Energiepreise die Inflation leicht erhöhen und das Wachstum geringfügig dämpfen könnten. Eine direkte Betroffenheit der Scheuch Ligno GmbH durch Projekte in den betroffenen Regionen besteht derzeit nicht.
Das Forecasting zum Liquiditätsmanagement wird weiter forciert: hierzu gehört sowohl eine langfristige, 12- monatige rollierende Planung, wie auch eine kurzfristige wöchentlich Planung und permanente Kontrolle der Liquidität.
Im vergangenen Jahr entwickelte sich der Auftragseingang deutlich unter dem üblichen Niveau. Durch die eingeleiteten Maßnahmen soll sich die Lage im Geschäftsjahr 2026/27 weiter bessern.
3. Bericht über die Forschung und Entwicklung
Forschung und Entwicklung wird über die Scheuch GmbH als auch im Unternehmen für die eigene Anlagentechnik betrieben. Erkenntnisse aus den durchgeführten Projekten fließen kontinuierlich in eine verbesserte Abwicklung ein.
4. Wesentliche Merkmale des internen Kontroll- und Risikomanagementsystems
Eine moderne Unternehmensführung erfordert die bewusste Auseinandersetzung mit strategischen und operativen Risiken. Ziel ist es daher, potenzielle Risiken frühzeitig zu identifizieren, zu bewerten und geeignete Vorsorgemaßnahmen zur Sicherung einzuleiten.
Das strategische Risikomanagement dient der Evaluierung und Absicherung der strategischen Zukunftsplanungen. Die Strategie wird auf Konformität mit der unternehmensinternen Vision überprüft, um wertsteigerndes Wachstum durch bestmögliche Bündelung von Ressourcen sicherzustellen.
Für die wesentlichen Risikofelder wurden nachfolgend skizzierte Vorsorgemaßnahmen ergriffen:
Beschaffung: Die Beschaffungsmärkte zeigen im Geschäftsjahr 2025/26 eine weitere Stabilisierung. Die Materialverfügbarkeit ist überwiegend gut; lediglich bei bestimmten Schaltschrank- und Steuerungskomponenten bestehen weiterhin längere Lieferzeiten. Die Halbleiterproduktion hat sich weiter erholt, liegt jedoch noch leicht unter dem Vorkrisen-Niveau. Preislich ist das Niveau stabil, und in mehreren Bereichen konnten zusätzliche Kostensenkungen verhandelt werden. Die schwächere Konjunktur ist bei den Lieferanten deutlich spürbar und ermöglicht vorteilhafte Vertragsabschlüsse.
Aus aktueller Sicht bleibt die Lage im Nahen Osten unübersichtlich und der Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus noch immer kaum planbar. Aufgrund dessen bleibt die Versorgung der globalen Märkte mit fossilen Energieträgern angespannt. Wir gehen allerdings davon aus, dass sich die globale Energieversorgung in den kommenden Wochen schrittweise normalisieren wird, wodurch auch die Energiepreise kontinuierlich absinken sollten.
IT-Systeme: Zur weitestgehenden Minimierung möglicher IT-Risiken (insbesondere Gefährdung der Datensicherheit sowie Ausfall kritischer Systeme) bestehen unternehmensinterne Mindeststandards in der elektronischen Datenverarbeitung. Der implementierte Industrie-Standard SAP S/4 HANA soll die Datenverfügbarkeit und Effizienz sowie die neuen Marktanforderungen zukünftig bestmöglich abdecken. Es werden laufend weitere Optimierungen und Verbesserungen im System vorgenommen, um die Effizienz weiter zu steigern um auch zukünftig neue Markanforderungen bestmöglich abdecken zu können. Präventive Maßnahmen (technisch und organisatorisch) gegen etwaige Cyber-Risiken werden mit höchster Priorität verfolgt. In Zusammenarbeit mit namhaften, externen Cyber-Security-Experten werden laufend Awareness Schulungen ausgearbeitet und für unsere Belegschaft zur Verfügung gestellt, die verpflichtend und ausnahmslos von jedem Mitarbeiter absolviert werden müssen.
Liquiditätsrisiko: Wesentliches Instrument zur Steuerung des Liquiditätsrisikos ist eine zuverlässige Finanzplanung. Anhand der bereichsinternen und bereichsübergreifenden Investitionsund Ergebnisplanungen wird der Finanzbedarf ermittelt. Zur Sicherstellung ausreichender Liquidität werden 12-monatsrollierende Liquiditäts-Forecasts erstellt.
Scheuch Ligno GmbH
Währungsrisiko: Aufträge werden in Euro abgeschlossen. Sofern größere Aufträge in Fremdwährungen abgeschlossen werden, wird der kalkulierte Kurs abgesichert. Gleiches gilt im Falle von nennenswerten Aufträgen an Lieferanten in Fremdwährungen.
Bonitätsrisiko: Für Neukunden bzw anlassbezogen bei größeren Aufträgen werden Bonitätsauskünfte eingeholt. Kundenzahlungen erfolgen im Regelfall entsprechend des Projektfortschritts und damit entsprechend den anfallenden Kosten. Überfällige Kundenforderungen werden laufend überwacht und eingemahnt bzw eingefordert.
Mehrnbach, am 02. Juni 2026
Ing. Alois Burgstaller