Inhaltsverzeichnis
PIA AUTOMATION AUSTRIA GMBH LAGEBERICHT FÜR DAS GESCHÄFTSJAHR 2025
1. WIRTSCHAFTSBERICHT
1.1 Wirtschaftliche Rahmenbedingungen
Die österreichische Wirtschaft verzeichnete im Geschäftsjahr 2025 eine leichte Erholung. Nach dem Rückgang im Vorjahr entwickelte sich die gesamtwirtschaftliche Leistung moderat positiv. Das wirtschaftliche Umfeld war jedoch weiterhin von Unsicherheiten geprägt, insbesondere aufgrund geopolitischer Spannungen sowie einer insgesamt gedämpften konjunkturellen Dynamik im europäischen Raum.
Die Inflationsentwicklung zeigte im Berichtsjahr eine Abschwächung, was sich stabilisierend auf die Konsumnachfrage und die Investitionstätigkeit auswirkte. Gleichzeitig bestanden weiterhin Beeinträchtigungen globaler Lieferketten, die sich jedoch im Jahresverlauf zunehmend reduzierten. Die Energiepreise verblieben auf erhöhtem Niveau, zeigten jedoch eine gewisse Stabilisierung.
Die wirtschaftliche Entwicklung verlief auch im Jahr 2025 branchenabhängig sehr unterschiedlich. Die Industrie zeigte erste Anzeichen einer Stabilisierung, nachdem sie in den Vorperioden rückläufig war. Insbesondere exportorientierte Bereiche blieben weiterhin von der internationalen Nachfrage sowie von globalen Lieferketten abhängig.
Der Dienstleistungssektor entwickelte sich insgesamt stabil. Der Tourismus setzte seine Erholung fort und leistete einen positiven Beitrag zur wirtschaftlichen Entwicklung. Die Bauwirtschaft zeigte eine insgesamt stabile Entwicklung, wobei öffentliche Investitionen unterstützend wirkten. Gleichzeitig wirkten steigende Finanzierungskosten dämpfend.
Für das Jahr 2026 wird von einer moderaten Fortsetzung der wirtschaftlichen Erholung ausgegangen. Allerdings sind diese Rahmenbedingungen durch den ausgebrochenen USA- Iran Konflikt bereits wieder deutlich schlechter geworden.
Infolge des Iran-Krieges haben sich Rohöl und Erdgas stark verteuert. Zudem trübt die Unsicherheit über die Dauer und den weiteren Verlauf des Konfliktes das Investitionsklima in der EU. Dies wird auch die österreichische Industrie, die seit Jahren unter der schwachen Investitionsgüternachfrage leidet, in Mitleidenschaft ziehen. Die Inflationsrate dürfte trotz des Iran-Krieges weiter zurückgehen, jedoch verlangsamt der jüngste Energiepreisanstieg den Rückgang. Die Arbeitslosenquote verharrt 2026 auf dem hohen Niveau des Vorjahres und wird erst 2027 sinken.
Impulse werden zudem aus Investitionen in den Bereichen Digitalisierung und nachhaltige Technologien erwartet. Öffentliche Unterstützungsmaßnahmen stabilisierend wirken. können zusätzlich
Die weitere wirtschaftliche Entwicklung ist weiterhin mit Unsicherheiten behaftet. Zu den wesentlichen Risiken zählen insbesondere:
• anhaltende geopolitische Spannungen, • eine weiterhin verhaltene gesamtwirtschaftliche Nachfrage im europäischen Umfeld, • steigende bzw. volatile Kosten, insbesondere im Energie- und Rohstoffbereich, • der Fachkräftemangel.
Darüber hinaus stellt die fortschreitende Digitalisierung erhöhte Anforderungen an Investitionen und Qualifikation der Mitarbeiter:innen.
Zusammenfassend war das wirtschaftliche Umfeld im Geschäftsjahr 2025 von einer leichten konjunkturellen Erholung bei gleichzeitig fortbestehenden strukturellen Herausforderungen geprägt. Die weitere Entwicklung hängt maßgeblich von der Stabilisierung der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen sowie der internationalen Nachfrageentwicklung ab. Eine weitaus stärkere europäische Koordination als bisher und gezielte Investitionen in zukunftsfähige Sektoren sind entscheidend, um die Wettbewerbsfähigkeit und die Kaufkraft der Haushalte langfristig zu stärken.
Quelle: Publikationen von IWF, OECD, IHS, WIFO, OENB
1.2 Analyse des Geschäftsverlaufs
Das Geschäftsjahr 2025 hatte große Herausforderungen für die PIA Automation Austria und das Management Team. Erst gegen Mitte des Jahres konnte eine deutliche Erholung des Geschäfts verzeichnet werden.
Die Betriebsleistung erreichte im Jahr 2025 TEUR 71.053 (Vorjahr: TEUR 87.047) und lag damit rund 18% unter dem Vorjahr, aber in etwa auf dem Niveau des Jahres 2023.
Diese setzt sich aus den Umsatzerlösen in Höhe von TEUR 96.163 (Vorjahr: TEUR 73.039) sowie den Veränderungen im Bestand der unfertigen Erzeugnisse iHv von TEUR -26.495 (Vorjahr: TEUR +13.573) sowie den sonstigen betrieblichen Erträgen iHv von TEUR 1.385 (Vorjahr: TEUR 396) zusammen.
Insgesamt konnten im Jahr 2025 neue Aufträge mit einem Auftragseingang von rund TEUR 67.267 (Vorjahr: TEUR 45.078) akquiriert werden. Dieser Auftragseingang konnte damit gegenüber dem Jahr 2024 um fast 50% gesteigert werden.
Dadurch bleibt der Auftragsbestand für die Folgejahre fast unverändert und beträgt per Ende Dezember 2025 TEUR 64.964 (Vorjahr: TEUR 64.792).
Der Personalstand am Standort Grambach ist mit 334 Mitarbeiter:innen zum Stichtag 31.12.2025 im Vergleich zum Vorjahr (392 Personen) gesunken. Im Jahresdurchschnitt beschäftigte PIA Austria rund 363 Mitarbeiter:innen. (Vorjahr: 395).
Im Unternehmen werden aktuell 22 Lehrlinge zu Mechatronikern, Maschinenbautechnikern, Elektrotechnikern und Maschinenfertigungstechnikern ausgebildet, dies ist zum Vorjahr leicht gesunken.
Die Geschäftsführung möchte sich an dieser Stelle bei allen Mitarbeiter:innen der PIA Automation Austria GmbH sehr herzlich für die hohe Flexibilität, den großen persönlichen Einsatz und die bemerkenswerte Teamleistung im Geschäftsjahr 2025 bedanken.
1.3 Analyse der wichtigsten finanziellen Leistungsindikatoren
1.3.1 Vermögens- und Finanzlage
Die Bilanzsumme ist mit TEUR 42.668 zum Stichtag 31.12.2025 deutlich geringer als zum sehr hohen Wert des Vorjahres (31.12.2024: TEUR 66.343). Wesentliche beeinflussende Positionen ist das geringere Umlaufvermögen bei den Vorräten sowie der deutlich geringere Guthabenstand bei Banken auf der Aktivseite. Auf der Passivseite sank vor allem der Stand der Verbindlichkeiten aus den erhaltenen Anzahlungen ab.
Im Zeitraum von 1. Jänner 2025 bis 31. Dezember 2025 wurden Investitionen für den laufenden Geschäftsbetrieb im Umfang von TEUR 218 (Vorjahr: TEUR 507) getätigt. Diese beinhalten neben den Anschaffungskosten für Betriebs- und Geschäftsausstattung, Ersatzund Erweiterungsinvestitionen in den Bereichen von Engineering-Software sowie EDV- Hardware.
Das Anlagevermögen der Gesellschaft besteht zum Stichtag 31.12.2025 aus immateriellen Vermögensgegenständen in Höhe von TEUR 254 (Wert zum 31.12.2024: TEUR 359), sowie Sachanlagen mit einem Wert von TEUR 1.656 (Wert zum 31.12.2024: TEUR 2.106) und Finanzanlagen mit einem Wert von TEUR 1.209 (unverändert zum Vorjahr).
Das Umlaufvermögen der Gesellschaft beträgt zum Ultimo TEUR 39.087 (Wert zum 31.12.2024: TEUR 62.226) und setzt sich aus Vorräten in Höhe von TEUR 14.639 (Vorjahr: TEUR 19.480), Forderungen und sonstigen Vermögensgegenständen in Höhe von TEUR 18.320 (Vorjahr: TEUR 17.838) sowie liquiden Mitteln in Höhe von TEUR 6.128 (Vorjahr: TEUR 24.909) zusammen.
Die aktiven Rechnungsabgrenzungsposten betragen zum Stichtag 31.12.2025 TEUR 422 (Vorjahr: TEUR 279) und die Gesellschaft hat aktive latente Steuern in Höhe von TEUR 40 (Vorjahr: TEUR 163) angesetzt.
Die PIA Automation Austria GmbH zeigt zum Stichtag 31.12.2025 ein Eigenkapital in Höhe von TEUR 24.205 (Wert zum 31.12.2024: TEUR 23.956), welches sich aus dem Stammkapital in Höhe von TEUR 75, den Kapitalrücklagen in Höhe von TEUR 8.148 sowie dem Bilanzgewinn in Höhe von TEUR 15.982 zusammensetzt.
Die Eigenkapitalquote zum Ultimo beträgt somit 56,7% und hat sich damit deutlich verbessert (Vorjahr: 36,1%).
Die Höhe der Rückstellungen für Abfertigungen zum Bilanzstichtag ist gegenüber dem Vorjahr von TEUR 2.143 auf nunmehr TEUR 1.994 weiter gesunken. Die Ermittlung der Abfertigungsverpflichtungen erfolgt auf der Basis eines externen versicherungsmathematischen Gutachtens.
Die Rückstellungen für Ertragssteuern betragen zum Ultimo TEUR 0 (Vorjahr: TEUR 76) und die sonstigen Rückstellungen belaufen sich in Summe auf TEUR 3.988 (Wert zum Vorjahr: TEUR 4.434) und beinhalten die Sozialkapitalrückstellungen, die Gewährleistungsrückstellungen sowie die übrigen sonstigen Rückstellungen.
Zum 31.12.2025 bestehen weder kurz- noch langfristigen Bankverbindlichkeiten und die PIA Automation Austria ist somit schuldenfrei (Vorjahr: TEUR 9.542 an kurzfristigen Bankverbindlichkeiten).
Die (saldiert dargestellten) erhaltenen Anzahlungen belaufen sich auf TEUR 3.167 (Wert zum 31.12.2024: TEUR 16.656).
Die Gesellschaft hat zum 31.12.2025 Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von TEUR 6.248 (Vorjahr: TEUR 6.360). Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen betragen zum Ultimo nunmehr TEUR 1.873 (Wert zum Vorjahr: TEUR 1.436) und die sonstigen Verbindlichkeiten belaufen sich auf nunmehr TEUR 1.126 (Vorjahr: TEUR 1.285).
Die passiven Rechnungsabgrenzungsposten betragen zum Stichtag 31.12.2025 TEUR 66 (Vorjahr: TEUR 454).
1.3.2. Ertragslage
Der Umsatz der PIA Automation Austria GmbH beträgt im Zeitraum 1. Jänner 2025 bis 31. Dezember 2025 TEUR 96.163 (Vorjahr: TEUR 73.039) und die Betriebsleistung liegt bei TEUR 71.053 (Vorjahr: TEUR 87.047).
Der Aufwand für Material und bezogene Leistungen reduzierte sich im Berichtszeitraum auf TEUR 28.087 (Vorjahr: TEUR 41.189). Die Materialquote ist somit ebenfalls gesunken und beträgt 39,5% für das Jahr 2025 (Vorjahr: 47,3%).
Der Personalaufwand ist von TEUR 32.204 für das Vorjahr auf TEUR 29.547 im Jahr 2025 gesunken, dies ist durch Personalreduktionen bedingt.
Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen belaufen sich im Berichtszeitraum auf TEUR 12.362 (Vorjahr: 13.597) und die Abschreibungen auf Sachanlagevermögen betragen TEUR 773 (Vorjahr: TEUR 834).
Das Finanzergebnis konnte im Berichtszeitraum positiv gehalten werden und beträgt für das Jahr 2025 TEUR 158 (Vorjahr: TEUR 530). Es setzt sich aus Zinserträgen in Höhe von TEUR 403 (Vorjahr: TEUR 766) sowie Zinsaufwendungen in Höhe von TEUR 245 (Vorjahr: TEUR 236) zusammen.
Das Ergebnis vor Steuern im Geschäftsjahr 2025 hat sich somit im Vorjahresvergleich verbessert und beläuft sich auf TEUR 442 (Vorjahr: TEUR -247).
An Steuern vom Einkommen und Ertrag wird in der Berichtsperiode ein Steueraufwand von TEUR 193 (Vorjahr: TEUR 93) ausgewiesen, womit der Jahresgewinn für 2025 TEUR 249 (Vorjahr: TEUR -340) beträgt.
1.3.3. Liquidität
Die Liquiditätssituation der Gesellschaft hat sich im abgelaufenen Geschäftsjahr wie folgt dargestellt entwickelt:
| 2025 | 2024 | |
|---|---|---|
| TEUR | TEUR | |
| Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit | -3.022 | 15.015 |
| Cashflow aus Investitionstätigkeit | -6.217 | -504 |
| Cashflow aus Finanzierungstätigkeit | -9.542 | -21 |
| Veränderung der Zahlungsmittel | -18.781 | 14.490 |
Der Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit ergibt sich aus dem Ergebnis vor Steuern iHv TEUR 442, dem Finanzierungseffekt der Abschreibungen iHv TEUR 773 sowie den Mittelabflüssen iHv TEUR 4.044 bedingt durch die Veränderungen im Working Capital sowie Mittelabflüssen für Steuern iHv TEUR 193.
Der Cashflow aus Investitionstätigkeit in Höhe von TEUR -6.217 setzt sich im Wesentlichen aus der Gewährung von Darlehen (TEUR 6.000) und der Auszahlungen von TEUR 218 für Betriebs- und Geschäftsausstattung, Ersatz- bzw. Erweiterungsinvestitionen in den Bereichen von Software sowie EDV-Hardware und Einzahlungen aus Anlagenverkäufen in Höhe von TEUR 1 zusammen. Die Rückzahlung von Darlehen aus der Finanzierungstätigkeit beträgt TEUR 9.542. Damit beträgt die gesamte Veränderung der Zahlungsmittel in der Berichtsperiode TEUR -18.781.
1.3.4. Nicht-finanzielle Leistungsindikatoren
Um die Innovationsfähigkeit und den Technologievorsprung des Unternehmens abzusichern, ist der Geschäftsführung die Aus- und Weiterbildung weiterhin ein wichtiges Anliegen.
Aus diesem Grund gibt es für die Mitarbeiter:innen die Möglichkeit Weiterbildungsveranstaltungen in der PIA Academy zu besuchen. Im Kursprogramm 2025 wurden hierzu mehr als 60 Veranstaltungen auch mit externen Trainern angeboten.
Im Traineeprogramm „Talente-Management“ wurden 25 Fach- und Führungskräfte 2 Jahre lang intensiv in ihrer Weiterentwicklung begleitet. Sie nahmen dafür an einer Reihe maßgeschneiderter Seminare zur Stärkung ihrer fachlichen und persönlichen Kompetenzen teil, um gut auf zukünftige Aufgaben bei PIA Austria vorbereitet zu sein.
Im Rahmen einer proaktiven Vorgehensweise wurden auch im abgelaufenen Geschäftsjahr eine Reihe von sicherheitsrelevanten Maßnahmen für die Mitarbeiter:innen durchgeführt, bei denen unter anderem zu den Themen Arbeitssicherheit, Abfalltrennung sowie Brandschutz unterwiesen und informiert wurden.
Das Unternehmen leistet mit seinen innovativen Anlagen und Serviceleistungen einen wesentlichen Beitrag zur Schonung der Ressourcen, zum Schutz der Umwelt, zur Senkung des Energieverbrauchs und zur Steigerung der Energieeffizienz. Im Produktionsbereich wird auf die Vermeidung von Emissionen besonderer Wert gelegt.
Die PIA Automation Austria will Wirtschaft auch für eine breite Öffentlichkeit und alle Gesellschaftsschichten erlebbar machen und bietet im Rahmen der „Erlebniswelt PIA“ Führungen durch das Unternehmen an. Als Leitbetrieb der Region sind dem Unternehmen die regionale Verankerung und die Vernetzung mit regionalen Partnern zur Stärkung des lokalen Wirtschaftsstandortes wichtig.
Das Unternehmen hat ein Qualitätsmanagementsystem nach ISO- und VDA-Standards implementiert, mit welchem die Qualität der Produkte und Dienstleistungen langfristig überwacht und sichergestellt wird. Zudem wird ein eigenständiges Risikomanagementsystem aufgebaut und implementiert.
2. RISIKOBERICHT
Im Rahmen der Geschäftstätigkeit ist das Unternehmen PIA Austria Markt-, Produktions-, Finanz- und sonstigen Risiken ausgesetzt.
Die Marktrisiken bestehen im Wesentlichen in der Abhängigkeit von der Entwicklung der Branchen, in der die Kunden von PIA tätig sind. Durch die gezielte Akquisition von Kunden in neuen, weiteren Branchen wird bewusst versucht, den Einfluss einzelner Industrien auf die Geschäftsentwicklung zu reduzieren.
Die Produktionsrisiken resultieren vor allem aus dem kundenspezifischen Projektgeschäft. Diesen Risiken wird durch normierte Geschäftsprozesse, maßgeschneiderte Projektmanagement-Werkzeuge und durch ein detailliertes Projekt-Controlling begegnet. Gleichzeitig sollen Machbarkeitsanalysen sowie die Weiterführung der technologischen Standardisierung das Produktionsrisiko minimieren.
Die finanziellen Risiken betreffen insbesondere das Bonitätsrisiko, das Liquiditätsrisiko und das Währungsrisiko. Die Finanzrisiken werden von der Geschäftsführung der PIA Automation Austria GmbH analysiert und bewertet. Zur Einschätzung der Bonität der Kunden werden vor Auftragsannahme Informationen über deren Zahlungsfähigkeit eingeholt. Gleichzeitig versucht das Management, diese Risikoposition durch eine entsprechende Gestaltung der Zahlungskonditionen weitgehendst gering zu halten, bei den Forderungen ist
das Ausfallsrisiko gering. Das Liquiditätsrisiko der Gesellschaft wird durch eine laufende rollierende Liquiditätsvorschau begrenzt. Währungsrisiken werden beobachtet und im notwendigen Maße abgesichert.
Für sonstige Risiken wie spezifische Haftungsrisiken und Schadensfälle sind Versicherungen abgeschlossen. Der Umfang dieser Versicherungen wird laufend überprüft und orientiert sich am wirtschaftlichen Verhältnis von Risiko zu Versicherungsprämien.
Die wichtigsten Instrumente zur Risikoüberwachung und –kontrolle sind der Planungs- und Controllingprozess, die laufende Berichterstattung und normierte Geschäftsprozesse. Auch im jährlichen Management Review werden Risiken und auch Chancen analysiert und kontrolliert. Die notwendige Transparenz, um Risiken frühzeitig erkennen zu können, wird durch ein regelmäßiges und umfassendes Reporting-System sichergestellt. Insbesondere werden die vorhandenen Projektmanagement-Werkzeuge ständig verfeinert, um das Ergebnisrisiko der Projekte zu minimieren. Die fortlaufende Verbesserung unserer Informationstechnologie unterstützt die Früherkennung von Risiken.
Derivative Finanzinstrumente gelangen mit Ausnahme von USD-Devisentermingeschäften im Berichtsjahr nicht zur Anwendung.
3. FORSCHUNGS- UND ENTWICKLUNGSBERICHT
Die PIA Automation Austria GmbH hat im vergangenen Geschäftsjahr die in den letzten Jahren gestarteten Entwicklungen weitergeführt. Die Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten beschäftigten sich insbesondere mit der Entwicklung von innovativen Produktions- und Transportsystemen für den industriellen Einsatz in der Automobilindustrie. Dazu gehörten im Jahr 2026 folgende 2 Schwerpunkte:
Automatisierung manueller und Schwerlastbereich bei Lastkraftwagen unstetiger Verschraubungsvorgänge im Ziel ist die Entwicklung neuer Methoden zur Automatisierung von Verschraubungsvorgängen, die bislang aufgrund fehlender Alternativen oder aufwendiger Teilprozesse nur manuell oder unter hohem Aufwand ausgeführt werden können.
Viele Verschraubungsprozesse in der industriellen Fertigung werden teilautomatisiert mit klassischen Industrieschraubern durchgeführt und erfordern häufig manuelle Zwischenmessungen, bei denen ein Absetzen notwendig ist.
Erstmals sollen mittels softwaregestützter Lösungsansätze Verschraubungsvorgänge, die am Stand der Technik nur manuell oder unter erheblichem Aufwand durchgeführt werden konnten, automatisiert werden. Im Gegensatz zur Endlosdrehung treten hierbei komplexe Bedingungen auf, etwa unstetige Drehmoment- und Winkelverläufe, die die Entwicklung neuartiger mechanischer und steuerungstechnischer Konzepte erfordern.
Skalierbare Fertigung komplexer Axialflussmotoren
Ziel ist die Entwicklung grundlegender Montageprozesse zur skalierbaren automatisierten Produktion von Axialflussmotoren (AFM). Die besondere Bauweise von AFM führt zu einer erhöhten Komplexität in der Produktion, was wiederum technische Hürden und Skalierungsprobleme mit sich bringt. Aufgrund der Neuartigkeit des Motors sowie der Komplexität bei der Produktion erfolgt die Herstellung manufakturartig in geringen Stückzahlen.
Die Entwicklungsschwerpunkte fokussieren sich auf die manuellen Fertigungsprozesse für AFM. Das übergeordnete Ziel besteht darin, diese Prozesse durch die Entwicklung und Implementierung originärer Methoden zu automatisieren, um erstmals eine skalierbare Produktion dieser Motoren auf 100.000 Stück pro Jahr und Anlage) zu ermöglichen.
4. TOCHTERGESELLSCHAFTEN
Die Gesellschaft hat zwei Tochtergesellschaften, die zu 100% im Eigentum der PIA Automation Austria GmbH stehen.
Die PIA Automation Service DE GmbH mit Sitz in Deutschland hat im Geschäftsjahr 2025 eine Betriebsleistung in Höhe von TEUR 3.068 (Vorjahr: TEUR 4.664) erzielt, dies bedeutet im Jahresvergleich einen Rückgang von 34%. Dennoch konnte das Ergebnis vor Steuern mit 113k EUR auf einem akzeptablen Niveau gehalten werden (Vorjahr: TEUR 237). Die Akquisition neuer Kunden und damit einhergehend die Diversifizierung des Kundenportfolios stehen weiterhin im Fokus des Unternehmens. Im Jahr 2026 wird von einem Umsatz- und Ergebniszuwachs für die PIA Automation Service DE GmbH ausgegangen.
Die PIA Automation Croatia d.o.o. erwirtschaftete im Zeitraum von 1. Jänner 2025 bis 31. Dezember 2025 eine Betriebsleistung von TEUR 9.261 (-14% gegenüber 2024 mit TEUR 10.524) und ein Ergebnis vor Steuern in Höhe von TEUR -85 (Vorjahr: TEUR 887). Die Tochtergesellschaft in Kroatien kooperiert sehr erfolgreich mit der österreichischen Muttergesellschaft und anderen Schwestergesellschaften. Darüber hinaus wurde ein eigener Kundenstock in der Automatisierungsbranche in Südosteuropa aufgebaut, der weiter forciert werden soll.
Die PIA Automation Austria GmbH unterhält keine Zweigniederlassungen.
5. AUSBLICK AUF DAS GESCHÄFTSJAHR 2026
Auf Basis des geringeren Auftragsbestandes und der wirtschaftlichen Prognosen speziell in der europäischen Elektromobilität plant die Geschäftsführung für das Geschäftsjahr 2026 ein niedrigeres Umsatzniveau als noch im Jahr 2025. Um die Rentabilität zu verbessern, wird mit Effizienzsteigerungen in der Projektabarbeitung diesen Effekten entgegengewirkt.
Das konsequente Monitoring der Projekte und die Initiative „Zero Project Deviation“ tragen zu diesen Effizienzsteigerungen bei. Die virtuelle Inbetriebnahme sowie die fortschreitende Standardisierung von Anlagenmodulen werden durch eigen entwickelte Industrie 4.0- Lösungen unterstützt. Vor allem durch die enge Zusammenarbeit mit den Schwestergesellschaften in der globalen PIA-Gruppe können Skaleneffekte besser ausgenutzt werden, mit dem Ziel den Kundennutzen bei gleichzeitig kompetitiver Preise zu maximieren.
Damit wird die PIA Automation Austria GmbH auch in Zukunft für ihre Kunden maßgeschneiderte Systeme zur Steigerung der Produktionseffizienz und -qualität in der globalen Automatisierungstechnik anbieten können.
Raaba-Grambach, 22. April 2026 PIA Automation Austria GmbH
Thomas Ernst Geschäftsführer