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Lagebericht 2025

OOGTK Libra GmbH & Co KG

Original-PDF

Stichtag 31. Dez. 2025 · Eingereicht am 05. Aug. 2026

Inhaltsverzeichnis

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der

OOGTK Libra GmbH & Co KG

für das Geschäftsjahr 2025

1. Geschäftsentwicklung und wirtschaftliche Lage der Gesellschaft

1.1 Allgemeines

Die OOGTK Libra GmbH & Co KG (hienach die „Gesellschaft") ist eine österreichische Kommanditgesellschaft, die als Joint Venture zwischen den Untemehmensgruppen Ocyan und Altera fungiert.

Zu diesem Zweck sind die OOG FPSO GmbH, als Teil der Ocyan-Gruppe (mit Hauptsitz in Brasilien), und die Altera Libra Netherlands B.V. als Teil der Altera- Gruppe (mit Hauptsitz im Vereinigten Königreich) die Gesellschafter mit beschränkter Haftung der Gesellschaft und halten jeweils 50 % der Anteile an der Gesellschaft. Außerdem halten die OOG FPSO GmbH und die Altera Libra Netherlands B.V. jeweils 50% der Anteile an der OOGTK Libra GmbH, dem unbeschränkt haftenden Gesellschafter der Gesellschaft.

Die Gesellschaft ist der Eigentümer eines Produktions- und Lagerschiffes (FSPO), das an den brasilianischen Ölkonzem Petrobras vermietet wird. Die Gesellschaft fungiert als vermögensverwaltende Personengesellschaft nach österreichischem Recht.

1.2 Finanzkennzahlen 2025

Im Geschäftsjahr 2025 erwirtschaftete die Gesellschaft ein Rohergebnis in Höhe von 116.903.233,46 EUR (2024: 136.770.389,02 EUR). Der Gewinn betrug 53.044.172,62 EUR (2024: 70.426.218,28 EUR), während die Eigenkapitalrendite bei 23,91 % lag (2024: 18,46 %). Der Eigenkapitalanteil (221.809.070,21 EUR) als Teil des Gesamtvermögens (587.422.874,95 EUR) der Gesellschaft betrug zum Ende des Geschäftsjahres 37,75 % (2024: 57,47 %).

1.3 Versicherung

Die Gesellschaft unterhält ein Risikomanagementprogramm, das Verluste abschwächen soll und hat für ihre Größe und Tätigkeiten passende Versicherungen in diesem Markt abgeschlossen. Die versicherten Beträge wurden von der Geschäftsführung als ausreichend eingeschätzt, um etwaige Verluste zu decken. Dabei wurden die Art der Tätigkeiten und die mit den Tätigkeiten und Empfehlungen von Versicherungsmaklern verbundenen Risiken berücksichtigt.

Zum 31. Dezember 2025 unterhielt die Gesellschaft Versicherungspolicen mit Dritten, die folgende Risiken abdecken: Schiff und Maschinen, Schiffs- und Frachtinteresse, Ertragsverlust, Totalschaden, Kriegsrisiko und Schiffshaftpflicht.

1.4 Zweigniederlassungen

Das Unternehmen hat keine Zweigniederlassungen.

1.5 Informationen gemäß § 243 Absatz 5 UGB

Gemäß § 243 Absatz 5 des österreichischen Untemehmensgesetzbuches (UGB) und den dort angeführten nichtfinanziellen Leistungsindikatoren melden wir, dass es hierzu nichts zu berichten gibt, da das Untenehmen keine Angestellten hat und keine dafür relevanten Sachverhalte vorliegen.

2. Voraussichtliche Entwicklung und Risiken der Gesellschaft

Die Offshore-Öl- und Gasproduktion in Brasilien gewinnt kontinuierlich an Relevanz. Grundsätzlich wird ein 10-Jahres-Hoch bei der Nutzungsrate der Offshore-Olerschließung im brasilianischen Markt erwartet, da sich die Nachfrage sukzessive erholt und das Angebot weiter sinkt. Die Größe des FPSO- Marktes wird für 2026 auf 9,03 Milliarden USD geschätzt und es wird erwartet, dass der Markt bis 2031 auf 13,43 Milliarden USD wachsen wird.1

1 https://www.mordorintelligence.com/industry-reports/fpso-market

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Die Gesellschaft hat einen Langzeit-Chartervertrag mit einer Laufzeit bis 2029 mit Petrobras geschlossen. Es wird für die nächsten Jahre erwartet, dass die Erträge und Aufwendungen hinsichtlich ihrer Herkunft und Höhe relativ stabil bleiben. Als Voraussetzung für langfristige Finanzierungen hat die Gesellschaft mit ihren Kreditgeben eine feste Tranche in Höhe von 210 Millionen USD sowie feste Zins-Swaps für die variabel verzinsliche Tranche in Höhe von 180 Millionen USD vereinbart, um Risiken durch geänderte Zinssätze zu vermeiden. Für weitere Informationen verweisen wir auf den Anhang und Abschnitt 3.

Die jüngsten Entdeckungen von Ölvorkommen in der so genannten Pre-Salt- Schicht eröffnet Brasilien eine Vielzahl an neven Erkundungsmöglichkeiten. Petróleo Brasileiro S.A. („Petrobras"), das marktführende Untemehmen in der Ol- und Gasproduktion, wird in den nächsten fünf Jahren beinahe 2,5 Milliarden USD in Erkundungsaktivitäten investieren, mit Fokus auf die Äquatorregion (37,5 %) in der Nähe von Guyana und Surinam – zwei sehr vielversprechende Gebiete2.

Der genehmigte Strategieplan von Petrobras sieht zwischen 2026 und 2030 auch Investitionen in Höhe von 109 Milliarden USD vor. Dies stellt eine stetige Erhöhung im Vergleich zu den in den vorherigen Perioden getätigten Investitionen dar3. Ocyan profitiert von dieser Entwicklung aufgrund umfangreicher Erfahrung mit Aktivitäten in der Pre-Salt-Schicht.

3. Besondere Umstände

3.1 Änderungen der US-Handelspolitik

Im Laufe des Jahres 2025 und bis weit in das Jahr 2026 hinein hat die Regierung der USA ihre protektionistische Handelsstrategie signifikant verschärft, was die globalen industriellen Lieferketten tiefgreifend verändert hat. Diese Maßnahmen, auf den Schutz der inländischen Industrie abzielend, können zur

2 https://petrobras.com.br/quem-somos/novas-fronteiras

3 https://agencia.petrobras.com.br/w/institucional/petrobras-aprova-plano-estrategico-2024-2028-com-

investimentos-de-us-102-bilhoes

Erhöhung der Kosten für Ausrüstung und Material in der Öl- und Gasproduktion beitragen. Die Gesellschaft beobachtet mögliche Auswirkungen auf ihre Beschaffungsstrategie und internationalen Verträge, insbesondere hinsichtlich Transaktionen mit aus den USA stammenden Komponenten.

3.2 Auswirkungen der Kriege: Ukraine und Russland; Israel und Palästina; und USA und Iran

Die geopolitische Instabilität hat sich in den Jahren 2025 und 2026 nach dem direkten militärischen Ausbruch des Krieges der USA und Israel mit dem Iran dramatisch verschärft. Bis zum Datum der Aufstellung des Abschlusses hatte dies keine direkten Auswirkungen auf die Geschäftstätigkeit oder die Verträge der Gesellschaft. Zu den potenziellen indirekten Risiken gehören die Volatilität der Ölpreise, Druck auf die Lieferketten und erhöhte Logistikkosten.

Während es weiterhin schwierig abzuschätzen ist, welche Auswirkungen die anhaltenden Konflikte auf die Geschäfte der Gesellschaft haben könnten, tragen solche geopolitischen Spannungen weiterhin zur Ungewissheit und möglichen Unbeständigkeit der weltweiten Ölnachfrage und auch des Olangebots bei, was die Geschäfte, Ertragslage und Finanzlage der Gesellschaft nachteilig beeinflussen könnte. Zusätzlich haben Instabilitäten in anderen Gebieten, beispielsweise am Roten Meer, die Risiken für die weltweiten Schifffahrtsrouten und Lieferketten erhöht. Die Gesellschaft unterhält keine Tätigkeiten oder Verträge mit Gegenparteien in der Ukraine, Russland, Israel, Palästina, dem Iran, den USA oder der betroffenen Region am Roten Meer und es gab keine wesentlichen Auswirkungen durch diese Ereignisse auf die Finanzergebnisse der Gesellschaft zum 31. Dezember 2025. Die Gesellschaft wird die Entwicklungen weiterhin genauestens beobachten und ihre kritischen Einschätzungen und Beurteilungen auf die sich ändernden Umstände hin überprüfen.

3.3 Finanzierung

Am 24. Oktober 2014 unterzeichnete die Gesellschaft eine Kreditdienstleistungsvereinbarung für eine Brückenfinanzierung mit dem

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Kreditdienstleister HSBC Bank USA, National Association zu Gunsten der Kreditgeber, um gewisse Zahlungsforderungen, die im Zusammenhang mit dem Umbau und Bau des FPSO-Schiffes entstanden sind, zu finanzieren bzw. zurückzuzahlen. Die Rückzahlung erfolgte am 17. Dezember 2015 durch die Einnahmen der langfristigen Finanzierung, wie unten im Detail angeführt.

Am 31. Juli 2015 unterzeichnete die Gesellschaft eine langfristige Finanzierung, die als Projektfinanzierung mit eingeschränktem Rückgriffsrecht in Höhe von 803.711.786,92 USD 80 % der gesamten Projektkosten des FPSO-Schiffes finanzierte. Die restlichen 20 % wurden durch Eigenmittel finanziert (10 % mittels Eigenkapital der Ocyan-Gruppe und 10 % von der Altera-Gruppe). Die erste Auszahlung der Mittel aus der Projektfinanzierung erfolgte am 17. Dezember 2015 und wurde für die Rückzahlung des Brückenkredits und anderer Projektkosten genutzt.

Am 26. November 2025 schloss die Gesellschaft eine neue langfristige Finanzierungsvereinbarung mit dem Kreditdienstleister Citibank Europe plc in einer Gesamthöhe von rund 420 Millionen USD ab, um ihre bestehenden Verbindlichkeiten zu refinanzieren. Die Fazilität besteht aus einer fest verzinslichen Tranche in Höhe von 210 Millionen USD, einer variabel verzinslichen Tranche in Höhe von 180 Millionen USD sowie aus Akkreditiven (Letters of Credit) in Höhe von 29,8 Millionen USD, die von den teilnehmenden Banken gestellt werden. Letztere wurden von den teilnehmenden Banken zugunsten der Citibank ausgestellt und können nur im Falle definierter Unterdeckungen (Shortfalls) in Anspruch genommen werden. Zum 31. Dezember 2025 ist keine solche Unterdeckung eingetreten und die Akkreditive wurden nicht in Anspruch genommen.

Die erste Auszahlung erfolgte am 3. Dezember 2025, und die Mittel wurden in erster Linie für die Rückzahlung der vorherigen Kreditlinie sowie zur Finanzierung einer Dividendenausschüttung durch Rekapitalisierung (Dividend Recapitalization) an die Gesellschafter verwendet.

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Die neve Finanzierung sieht einen Rückzahlungsplan mit vierteljährlichen Tilgungs- und Zinszahlungen vor, die jeweils im März, Juni, September und Dezember eines jeden Jahres fällig werden, mit einer endgültigen Fälligkeit am 3. Februar 2030.

3.4 Entwicklung des Ölpreises

Im Jahr 2025 spiegelten die Rohölpreise der Benchmark-Sorte Brent einen Rückgang im Zuge eines Überangebots wider. 4 Der Preis schwankte zwischen ungefähr 79 $ und 63 $ pro Barrel – was eine Spanne von 16 $ ergab – historisch gesehen bemerkenswert gering.5

Durchschnittlich wurden für Brent-Termingeschäfte 63 $ pro Barrel gezahlt, was eine leichte Reduzierung im Vergleich zu 2024 darstellt. Weitere Daten der U.S. Energy Information Administration (EIA) bestätigen einen finalen Durchschnittspreis von 69 $ pro Barrel als Reaktion auf die sich abschwächende Konjunktur, die die globale Ölnachfrage beeinflussen kann. Im Nachhinein ist anzumerken, dass die Preise für Rohöl und Erdölprodukte im ersten Quartal 2026, insbesondere infolge verschärfter geopolitischer Spannungen, deutlich anstiegen.

Obwohl die Gesellschaft Teil des Ö- und Gassektors ist, ist es wichtig zu erwähnen, dass der Ölpreis (und seine Schwankungen) keinen direkten Einfluss auf die (täglichen) Erträge der Gesellschaft hat.

3.5 Verhandlungen mit Petrobras und Bildung einer Rückstellung

Die mit Petrobras durchgeführten Verträge beinhalten die Anforderung, während des Projektverlaufs 13 Standortwechsel durchzuführen, um die Bohrlöcher im Mero-Feld tatsächlich testen zu können. Allerdings fanden diese Standortwechsel nicht statt, wodurch weniger Wartungsarbeiten durchgeführt

4 https://www.eia.gov/todayinenergy/detail.php?id=66944

https://www.eia. gov/todayinenergy/detail.php?id=64144#:~:text=Benchmark%20Brent%20crude%20oil%20futures,narrowe st%20trading%20range%20since%202019.

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werden konnten. Dies hatte zur Folge, dass während des sonst normalen Betriebes mehr Tage für die Wartung genutzt wurden, was wiederum dazu führte, dass die Gruppe den Wartungsbonus nicht erhielt.

Die Gesellschaft beanstandete dies im Dezember 2022 gegenüber Petrobras, diese Beanstandung wurde aber vom Kunden abgelehnt. Nichtsdestotrotz führt die Gesellschaft die Gespräche darüber auf juristischer Ebene weiter, da die Standortwechsel/Wartungstage wirtschaftliche Grundannahmen des Projekts sind. Zum Datum dieses Abschlusses ist das diesbezügliche Gerichtsverfahren noch anhängig. Petrobras hat die Gesellschaft eingeladen, einen Verhandlungsausschuss zu bilden, und die Parteien haben gemeinsam die vorübergehende Aussetzung der Klage während der Verhandlungsphase beantragt.

Unter Berücksichtigung der andauernden Verhandlungen über die Wartungstage und Standortwechsel sowie der bereits abgegebenen Stellungnahmen von Petrobras hat die Gesellschaft (2022) eine Rückstellung im Zusammenhang mit einem Ertragsverlust in Höhe von 5.605.815,30 USD gebildet, der 15 Tagessätzen im September entspricht und durch die Nutzung von 25 Wartungstagen (anstatt der laut den Verträgen erlaubten 10 Tage) entstand. Für das am 31. Dezember 2025 endende Geschäftsjahr wurde die Rückstellung fortgeführt.

3.6 Risiken im Zusammenhang mit der Geschäftsforfführung

Zum Erstellungsdatum dieses Geschäftsberichts hat die Gesellschaft keine Risiken im Zusammenhang mit der Geschäftsfortführung identifiziert, die zu Änderungen an ihren Buchungsschätzungen und ihrer Finanzberichterstattung führen könnten.

Wien, 23 Juli 2026

Die Geschäftsführung

Paul Doralt

Rodrigo Cidade de lemos

Rodrigo Cidade de Lemos

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