← Zurück zum Firmenprofil

Lagebericht 2025/26

Primetals Technologies Austria GmbH

Original-PDF

Stichtag 31. März 2026 · Eingereicht am 02. Juli 2026

Inhaltsverzeichnis

Branchenumfeld

Das Unternehmen befindet sich weiterhin in einem schwierigen Marktumfeld. Nach Schätzungen der OECD wird sich das globale BIP-Wachstum voraussichtlich von 3,3 % im Jahr 2025 auf 2,9 % im Jahr 2026 reduzieren und im Jahr 2027 wieder auf 3,0 % erhöhen. Die Abschwächung manifestiert sich aufgrund der höheren Handelsbarrieren und politischen Unsicherheiten. Der Iran-Krieg erschüttert die Weltwirtschaft. Die am schnellsten spürbare Auswirkung war der rasante Anstieg der Energiepreise. Die unvorhersehbare Entwicklung des Konflikts im Nahen Osten treibt die Kosten und dämpft die Nachfrage, womit positive Impulse durch Investitionen in Zukunftstechnologien und die Dynamik aus dem Vorjahr verpufften.

Die Wirtschaft in der Eurozone schwächelt weiter und erzielte im Jahr 2025 eine Erhöhung des BIP von 1,4 %, für 2026 wird von einem Plus von 0,8 % ausgegangen.

Neben einer Reduktion der Wachstumsraten in China (2025: +5,0 % sowie 2026: +4,4 %), einem nahezu anhaltenden Wachstum in den USA (2025: +2,1 % sowie 2026: +2,0 %), wachsen die Schwellenländer weiter. Indien weist mit einer Steigerung im Jahr 2026 von +6,1 % (2025: +7,6 %) die höchsten Zuwächse aus. Diese Informationen wurden aus dem OECD Report März 2026 entnommen.

Die Rohstahlproduktion reduzierte sich im Kalenderjahr 2025 im Vergleich zum Vorjahr weltweit um -2,0 %. Wachstum fand am stärksten mit 10,4 % in Indien statt. Der Mittlere Osten erzielte ein Plus von 4,3 %, Afrika +3,8 %, Nordamerika +0,7 % (davon USA +3,1 %). Alle anderen Regionen verzeichneten Rückgange in der Stahlproduktion, darunter die EU mit -2,6 %, Asien und Ozeanien -2,4 % (davon China -4,4 %) und in der GUS-Region mit -4,4 %.

Der weltweite Stahlverbrauch blieb im Jahr 2025 unverändert, für 2026 wird ein voraussichtliches Wachstum von 1,3 % prognostiziert. Die spezifischen Informationen zur Stahlbranche wurden aus Veröffentlichungen der Worldsteel Association bezogen.

Geschäftsverlauf

Die Primetals Technologies Austria GmbH bietet als weltweit tätiges Unternehmen Technologien und Anlagen von der Erzaufbereitung bis zur Stahlfertigbearbeitung, ergänzt durch Automationssysteme, Turnkey-Leistungen und Serviceleistungen an.

Im Geschäftsjahr 2025/26 erzielte die Primetals Technologies Austria GmbH einen Auftragseingang mit einem Volumen von 425,5 Mio. EUR (VJ: 1.466,8 Mio. EUR). Die regionale Verteilung der Auftragseingänge

zeigte einen Anteil von 16,2 % für Gesamtamerika, 48,4 % für Asien und Australien, 33,8 % für Europa, 0,37 % für Afrika, sowie 1,2 % für den Raum Mittlerer Osten.

Ertragslage

Die Betriebsleistung der Primetals Technologies Austria GmbH betrug im Geschäftsjahr 2025/26 693,3 Mio. EUR (VJ: 633,7 Mio. EUR).

Der Jahresüberschuss der Primetals Technologies Austria GmbH belief sich im Geschäftsjahr 2025/26 auf 90,0 Mio. EUR (VJ: 45,8 Mio. EUR). Die Ergebnisveränderung im Vergleich zum Vorjahr resultiert vor allem aus dem Betriebsergebnis.

Vermögenslage

Das Gesamtvermögen zum 31. März 2026 betrug 1.097,3 Mio. EUR (VJ: 1.015,8 Mio. EUR) und setzte sich wie folgt zusammen:

- Anlagevermögen: 52,9 Mio. EUR - Bruttoliquidität: 778,8 Mio. EUR - Sonstiges Umlaufvermögen: 265,6 Mio. EUR

Das Anlagevermögen nahm insgesamt um 44,4 Mio. EUR auf 52,9 Mio. EUR ab (VJ: 97,4 Mio. EUR). Die Veränderung resultiert im Wesentlichen aus der Umgliederung der Beteiligung an der Primetals Technologies Treasury GmbH (Buchwert 45,0 mEUR) vom Finanzanlagevermögen (Anteile an verbundenen Unternehmen) in das Umlaufvermögen (Sonstige Wertpapiere und Anteile), da die Anteile zum 01.04.2026 veräußert wurden.

Die Bruttoliquidität stieg um 95,2 Mio. EUR auf 778,7 Mio. EUR (VJ: 683,6 Mio. EUR). Sie ist im Wesentlichen als Clearing-Guthaben im Konzern veranlagt.

Das sonstige Umlaufvermögen stieg um 30,7 Mio. EUR auf 265,6 Mio. EUR (VJ: 234,9 Mio. EUR). Grund dafür ist hauptsächlich die Umgliederung der Beteiligung an der Primetals Technologies Treasury GmbH vom Anlage- in das Umlaufvermögen.

Finanzlage

Die Finanzierung der Vermögenswerte erfolgte durch

- verzinsliches Fremdkapital: 18,7 Mio. EUR (VJ: 20,5 Mio. EUR) - unverzinsliches Fremdkapital: 873,6 Mio. EUR (VJ: 865,4 Mio. EUR) - Eigenkapital: 205,0 Mio. EUR (VJ: 129,9 Mio. EUR)

Das verzinsliche Fremdkapital von 18,7 Mio. EUR (VJ: 20,5 Mio. EUR) umfasste ausschließlich Sozialkapitalrückstellungen.

Das unverzinsliche Fremdkapital setzte sich aus folgenden Positionen zusammen:

Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 3
in Mio. EUR31.03.202631.03.2025
erhaltenen Anzahlungen auf Bestellungen591,3572,4
Rückstellungen154,4 154,4158,9
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen59,359,5
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen18,320,6
Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen mit denen ein
Beteiligungsverhältnis besteht0,11,6
sonstigen Verbindlichkeiten50,252,4
Summe873,6 873,6865,4

Die Nettoliquidität betrug 778,7 Mio. EUR (VJ: 683,6 Mio. EUR), die sich aus Bruttoliquidität abzüglich Verbindlichkeiten aus Finanzierung und Clearing errechnet.

Das Eigenkapital der Primetals Technologies Austria GmbH betrug zum Bilanzstichtag 205,0 Mio. EUR (VJ: 129,9 Mio. EUR), woraus sich eine Eigenkapitalquote von 18,8 % (VJ: 12,8 %) ergibt.

Der Cash Flow aus der betrieblichen Tätigkeit belief sich auf 122,5 Mio. EUR (VJ: 394,6 Mio. EUR). Der Cash Flow aus Investitionstätigkeiten betrug -12,4 Mio. EUR (VJ: -4,2 Mio. EUR), der Cash Flow aus Finanzierungstätigkeiten betrug -15,0 Mio. EUR (VJ: 0,0 Mio. EUR). Durch die oben beschriebenen Veränderungen ergab sich bei der Gesellschaft ein Aufbau der liquiden Mittel von 95,1 Mio. EUR (VJ: Aufbau um 390,4 Mio. EUR).

Aus Sicht des Managements ist die Liquidität für die kommenden Jahre gesichert.

Umwelt- und ArbeitnehmerInnen Belange

Primetals Technologies Austria GmbH ist ein globaler Technologie- und Life-Cycle-Partner der Stahlindustrie und unterstützt Kunden bei der Transformation hin zu klimafreundlicher und nachhaltiger („Green Steel“) Stahlproduktion. Der Schwerpunkt liegt auf der Entwicklung und Implementierung innovativer Technologien zur Reduktion von CO₂-Emissionen, Energieverbrauch und Ressourcenbedarf, ergänzt durch integrierte Digitalisierungs- und Automatisierungslösungen sowie ein globales Serviceangebot über den gesamten Anlagenlebenszyklus.

Der Schutz von ArbeitnehmerInnen, Umwelt, Gesundheit und Energie ist fest in unserer Unternehmensstrategie verankert. Durch die Anwendung und kontinuierliche Weiterentwicklung weltweit anerkannter Managementsysteme stellen wir sicher, dass Umwelt- und ArbeitnehmerInnen Belange in allen wesentlichen Unternehmensprozessen systematisch umgesetzt und laufend verbessert werden.

Primetals Technologies Austria GmbH ist zertifiziert nach:

ISO 45001 für Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz ISO 14001 für Umweltschutz ISO 50001 für Energiemanagement

ISO 37001 für Anti-Korruptionsmanagement

Im Berichtsjahr wurden weitere Fortschritte bei der Vorbereitung auf die Anforderungen der Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD) erzielt. Diese bildet den zentralen regulatorischen Rahmen für die künftige ESG-Berichterstattung, die Primetals Technologies voraussichtlich ab 2027/2028 betreffen wird, während andere Anforderungen an ESG-bezogene Daten bereits deutlich zunehmen.

Im Rahmen eines mehrstufigen Umsetzungsprogramms wurden die Wertschöpfungskette analysiert und eine Double-Materiality-Analyse durchgeführt. Aufbauend darauf wurden ESG-Kennzahlen definiert. Zusätzlich wurden eine Klimarisiko-Analyse und eine Scope-3-Hot-Spot-Analyse durchgeführt, sowie der Corporate Carbon Footprint berechnet.

Die Analyse physischer Klimarisiken für PTAT liegt bereits vor; weitere Arbeiten, insbesondere zu Übergangsrisiken und zur Weiterentwicklung des Corporate Carbon Footprint, werden fortgeführt.

Die Anforderungen aus dem Corporate Social Responsibility - Management (CSR) werden bei PTAT weiterhin in vier wesentlichen Themenbereichen bearbeitet.

Produkte – “Products”

Mitarbeiter – “People” Gesellschaft und Kunden – “Society and Customer” Lieferkette – “Supply Chain”

Produkte – “Products”

Produkte und Anlagen

Mit der Etablierung der globalen Funktionseinheit „Green Steel“ im April 2022 unterstreicht Primetals Technologies seinen Fokus, sich als Vorreiter und führender Lösungsanbieter für grüne Stahltechnologien zu positionieren.

Primetals Technologies entwickelt Lösungen, welche die Branche auf den Weg in eine nachhaltige Zukunft führen. Durch die Integration fortschrittlicher Technologien, modernster Automatisierungs- und Digitalisierungslösungen sowie der Forcierung von Direktreduktionsanlagen (DR) und Lichtbogenöfen (EAF) gestaltet das Unternehmen eine widerstandsfähigere und umweltfreundlichere Stahlindustrie.

Die Innovationskraft von Primetals Technologies Austria GmbH wurde durch die Nominierung der Smelter Technologie für den Staatspreis Innovation 2025 gewürdigt.

Neue Entwicklungen, die im abgeschlossenen Geschäftsjahr in Kooperation mit Forschungspartnern vorangetrieben wurden:

x x x Hy4Smelt - die industrielle Demonstrationsanlage umfassen die bahnbrechenden Technologien HYFOR® und Smelter für die weitgehend CO2 freie Eisenerzeugung (in Partnerschaft mit voestalpine, Rio Tinto und Mitsubishi Corporation). Feinerze, ohne weitere Aufbereitung, werden mittels grünem H2 zu DRI reduziert, heiß chargiert und im Smelter zu grünem Roheisen erschmolzen. Die Schlacke soll als Zementklinkerersatz eingesetzt werden. Die Verträge dazu wurden am 1.4.2025 unterschrieben. Das Projekt erhält sowohl nationale aus auch EU- Förderungen. Dies ist das größte und wichtigste R&D Vorhaben in der Ära von Primetals und das größte Entwicklungsprojekt zum Klimaschutz in Österreich. Der Spatenstich zur Errichtung erfolgte am 25. September 2025, zusammen mit einer Pressekonferenz. Die Bauarbeiten verlaufen planmäßig, die Betonarbeiten sind weit fortgeschritten und im Juli 2026 wird mit der Montage der Anlage begonnen. Forschungskooperation mit der voestalpine zur digitalen Schrottverfolgung: Ziel des Projekts ist die Entwicklung einer industrietauglichen Lösung zur automatisierten Erfassung, Klassifizierung und Qualitätsbewertung von Schrottmaterialien unter Einsatz von Sensorik, Automatisierung und KI basierter Software. Dies unterstützt eine ressourceneffiziente und CO₂ reduzierte Stahlproduktion. HyREX® – eine neue Technologie zur Roheisenerzeugung mit Wasserstoff in Zusammenarbeit mit POSCO. Das Engineering für die Demonstrationsanlage mit einer Kapazität von 300.000 Jahrestonnen ist weitgehend abgeschlossen. Der Spatenstich für die Errichtung der Anlage ist für April 2026 vorgesehen. x Bei dem indischen Premiumstahlerzeuger JSW wird die erste SIP (Sequence Impulse Process) Anlage an einem der Hochöfen installiert. Das gepulste Eindüsen von Hochdruck O2 erhöht die Effizienz und mindert die Koksrate im Hochofenbetrieb.

x Mit der Eröffnung eines Showrooms am Standort für das von PT entwickelte Central Operations Cockpit (COC) wird ein zentraler digitaler Leitstand präsentiert. Dieser ermöglicht die integrierte, sichere und effiziente Steuerung komplexer Anlagen und bietet Kunden durch erhöhte Transparenz sowie verbesserte Qualität, Sicherheit und Produktivität einen klaren Mehrwert.

Energie- und Umwelt am Standort

Es wurden bei Primetals Technologies Austria GmbH weitere Maßnahmen zur Weiterentwicklung des Umwelt- und Energiemanagements umgesetzt. Grundlage hierfür bilden die konzernweiten Umweltziele sowie rechtliche und andere bindende Anforderungen im Bereich des integrierten Management Systems.

Zur Reduktion standortbezogener Emissionen werden bestehende CO₂-freie Stromlieferverträge fortgeführt und, sofern verfügbar, Fernwärme aus CO₂-armen Quellen über Linz AG sowie voestalpine Stahl GmbH genutzt. Ergänzend werden Maßnahmen zur Steigerung der Energieeffizienz umgesetzt, insbesondere Optimierungen der Heizungssteuerung, der schrittweise Austausch von Beleuchtung im Zuge von Umbauten sowie die Modernisierung von Lüftungsanlagen mit verbesserter Regelung und Wärmerückgewinnung. Darüber hinaus wird die Infrastruktur für Elektromobilität weiter ausgebaut.

Im Sinne der Kreislaufwirtschaft werden ausgemusterte IT-Geräte über AfB social & green IT einer Wiederverwendung zugeführt.

MitarbeiterInnen – “People”

Arbeitssicherheit

Im Berichtsjahr hat Primetals Technologies Austria GmbH zahlreiche Maßnahmen zur Weiterentwicklung der Arbeitssicherheit sowie zur Sicherstellung der regulatorischen Compliance umgesetzt. Dazu zählt unter anderem die Weiterentwicklung der Travel-Security-Strukturen durch die Integration der Anwendungen von International SOS in ein Single-Sign-On-System, wodurch die Nutzung für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vereinfacht wurde.

Zur Steuerung der Arbeitssicherheitsleistung erfolgt ein laufendes Monitoring zentraler Kennzahlen, insbesondere der Unfallkennzahl AFR (Accident Frequency Rate), sowie weiterer Indikatoren im Einklang mit konzernweiten Vorgaben. Zur Unterstützung von Audits und Sicherheitsbegehungen wird die mobile Anwendung Testify eingesetzt und weiter ausgerollt, unter anderem durch zusätzliche Nutzerzugänge und optimierte Brandschutz-Checklisten mittels QR-Codes.

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Qualifizierung von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Dazu gehören insbesondere SCC-Trainings für Vorprojekt-, Baustellen- und Projektteams, Schulungen zur Absturzsicherung in Kooperation mit externen Anbietern sowie regelmäßige Übungen zum Verhalten im

Brandfall und zum Umgang mit Kleinlöschgeräten in Zusammenarbeit mit der Betriebsfeuerwehr. Ergänzend werden Sicherheitsunterweisungen sowie interne Richtlinien laufend aktualisiert.

Die Einhaltung behördlicher Anforderungen wird durch entsprechende gewerbebehördliche Einreichungen und Anzeigen für neue oder geänderte Anlagen sowie durch interne Audits unterstützt. Darüber hinaus wird die Arbeitsstoffliste des Standorts in der Datenbank der Allgemeine Unfallversicherungsanstalt (AUVA) regelmäßig aktualisiert.

Die obligatorische Evakuierungsübung für das Gebäude BG47 Ost wurde am 5. November 2025 erfolgreich durchgeführt und diente der praktischen Überprüfung bestehender Sicherheitsprozesse sowie der Sensibilisierung der MitarbeiterInnen im Ernstfall. Die Übung verlief geordnet und wurde durch das Brandschutzteam begleitet und dokumentiert.

Zusätzlich werden konzernweite Sicherheitsprinzipien wie die „Golden Rules“ verstärkt kommuniziert und in Schulungsprogramme integriert. Ergänzend wurden Schulungsangebote und Unterweisungen für hybride Arbeitsplätze weiterentwickelt und dokumentiert.

Gesundheit

Im Rahmen des betrieblichen Gesundheitsmanagements wurden verschiedene Maßnahmen im Zuge des PT+-Gesundheitsprogramms umgesetzt. Die Aktivitäten basieren auf Ergebnissen von Management Reviews, Jahresprogrammen, Mitarbeiterbefragungen sowie regelmäßigen PT+-Meetings und werden laufend über ein Feedback-Tool evaluiert, um Verbesserungspotenziale abzuleiten.

Zur Förderung von Bewegung und Ergonomie werden regelmäßige Sport- und Trainingsangebote bereitgestellt, darunter wöchentliches Montagsturnen, Pilates-Einheiten, wirbelsäulenspezifische Trainingsstunden mit Faszienübungen sowie Workouts mit Kleingeräten. Ergänzend werden Online- Trainingsprogramme zum Thema „Gesunder Rücken“ fortgeführt. Darüber hinaus wird die Teilnahme an Laufveranstaltungen sowie an regionalen Initiativen wie OÖ radelt aktiv unterstützt, um Bewegung, Teambildung und Employer Branding zu fördern. Ergänzende Angebote wie Fahrradservice-Aktionen tragen ebenfalls zur Förderung nachhaltiger Mobilität und körperlicher Aktivität bei.

Im Bereich der arbeitsmedizinischen Betreuung stehen monatliche Beratungstermine mit der Arbeitsmedizinerin zur Verfügung. Darüber hinaus fungiert das Team des ASZ – Zentrum für Arbeitsmedizin, Gesundheit & Sicherheitsmanagement als zentrale Ansprechpartner für arbeitsmedizinische und gesundheitsbezogene Fragestellungen.

Zur Stärkung der psychischen Gesundheit werden verschiedene Maßnahmen umgesetzt, darunter Workshops mit Atemübungen sowie Folgeveranstaltungen zu gesundheitsbezogenen Vorträgen, etwa zum Thema Schlafgesundheit.

Zusätzlich erfolgt eine Neu-Evaluierung der psychischen Belastungen am Arbeitsplatz in Kooperation mit dem ASZ.

Gesellschaft und Kunden – “Society and Customer”

Primetals Technologies Austria GmbH pflegt einen kontinuierlichen und strukturierten Dialog mit gesellschaftlichen Anspruchsgruppen, Kunden sowie weiteren relevanten Stakeholdern. Im Berichtszeitraum wurden diese Beziehungen durch gezielte Aktivitäten im Bereich Nachwuchsgewinnung, internationaler Zusammenarbeit und gesellschaftlicher Verantwortung weiter gestärkt.

Die Präsenz auf Karrieremessen und Hochschulveranstaltungen stellte einen wesentlichen Schwerpunkt dar. Teilnahmen an Karrieremessen an der Montanuniversität Leoben sowie an der FH-Wels, ergänzt durch Hörsaalsponsoring, dienten der frühzeitigen Ansprache qualifizierter Nachwuchskräfte und dem Austausch mit Studierenden technischer Fachrichtungen. Weitere Messeaktivitäten im Rahmen von „DAS HAT STEEL“ vertieften diesen Dialog und stärkten die Arbeitgeberpositionierung.

Der internationale Stakeholder- und Kundenaustausch wurde unter anderem durch den Besuch der kanadischen Botschafterin und einer Wirtschaftsdelegation am Standort Linz intensiviert. Im Fokus standen technologische Entwicklungen, Transformationsprozesse der Stahlindustrie sowie potenzielle internationale Kooperationsfelder. Darüber hinaus förderte der Besuch einer oberösterreichischen Wirtschaftsdelegation beim Primetals-Workshop in Patalganga (Indien) den bilateralen Erfahrungsaustausch und die wirtschaftlichen Beziehungen in einem strategisch wichtigen Markt. Die Teilnahme an der Ukraine Recovery Conference in Rom unterstrich zudem das Engagement im internationalen Dialog zum Wiederaufbau und zur nachhaltigen Entwicklung industrieller Infrastruktur.

Auch gesellschaftliches Engagement war Bestandteil der Unternehmensaktivitäten. Mit der Unterstützung der OÖN-Christkindl-Spendenaktion leistete das Unternehmen einen Beitrag zur Hilfe für Menschen in Oberösterreich.

Lieferkette – “Supply Chain”

Die Anforderungen der CSRD-Verordnung an die Lieferkette wurden berücksichtigt und werden künftig integraler Bestandteil der CSRD-konformen Berichterstattung sein. Zur Erhöhung der Transparenz in der Lieferkette wurde eine KI-gestützte Softwarelösung getestet und es ist geplant sie auch weiterhin zu verwenden.

Gleichzeitig prüft Primetals Technologies Austria GmbH die Anforderungen der Corporate Sustainability Due Diligence Directive (CSDDD). Aktuell erfolgt eine Soll-Ist-Analyse, um die zukünftigen regulatorischen Vorgaben systematisch zu bewerten und potenzielle Handlungsfelder abzuleiten.

Die Anforderungen der europäischen „Carbon Border Adjustment Mechanism CBAM-Verordnung“ wurden umgesetzt; die vier vorgesehenen Quartalsberichte wurden fristgerecht erstellt und übermittelt. Die Importe betreffen ausgewählte Waren aus Eisen, Stahl und Aluminium, wie beispielsweise Verrohrungen und Stahlkonstruktionen. Die Erstellung der CBAM-Berichterstattung erfordert eine enge abteilungsübergreifende Zusammenarbeit, insbesondere zwischen den Bereichen Zoll, Supply Chain und

Environment, Health & Safety. Darüber hinaus liegt der Bescheid über die Gewährung des „Status eines autorisierten CBAM-Anmelders“ gemäß Artikel 17 der Regulation (EU) 2023/956 vor.

MitarbeiterInnen

Im April 2025 betrug die Mitarbeiteranzahl 1.556 Mitarbeiter bzw. 1.760 Beschäftigte. Sie stieg bis zum 31. März 2026 auf 1586 Mitarbeiter bzw. 1783 Beschäftigte.

Entsprechend den Aufzeichnungen des Schulungstools Hpro haben im Geschäftsjahr 2025/2026 rund 2000 Teilnehmer 270 verschiedene Schulungen inkl. Web based Trainings besucht. Die verpflichtenden Web based Trainings zum Thema Artificial Intelligance, Information Security, Code of Conduct, Environmental, Health & Safety, Unconcious Bias and Human Rights haben dabei fast 100 % aller Beschäftigten einmal im Geschäftsjahr als Web based Training absolviert.

Im Geschäftsjahr 2025/2026 waren rund 200 Mitarbeiter in den sogenannten Performance Development Process eingebunden, in dem der individuelle Beitrag des Mitarbeiters zu den übergeordneten Geschäftszielen von Primetals Technologies vereinbart und nachverfolgt wird.

Internes Kontrollsystem

Um den Bestimmungen des Japanese Financial Instruments and Exchange Act von 2006 (Japanese SOX / J-SOX) zu entsprechen, ist das interne Kontrollsystem der Primetals Technologies Gruppe gemäß Vorgabe von MHI nach J-SOX ausgerichtet.

In diesem Zusammenhang werden die konsolidierten Tochtergesellschaften der Primetals Technologies Gruppe am Umsatz gemessen und eingestuft. Gesellschaften innerhalb der oberen zwei Drittel des Gesamtumsatzes von MHI, darunter auch die Primetals Technologies Austria GmbH, müssen J-SOX vollumfänglich implementieren. Dies bedeutet, dass Kontrollprozesse der nachfolgend angeführten Kategorien vorhanden sind und jährlich einer internen Effektivitätsprüfung unterzogen werden müssen:

x x x Company Level Controls (CLC) - Kontrollen auf Unternehmensebene, die die Bereiche Governance, Organisation, Risikomanagement und operative Prozesse betreffen Controls over the Period End Financial Reporting Process (PEFR) - übergelagerte Kontrollen der Finanzberichterstattung (Financial Reporting Guidelines, Segregation of Duties, Closing Process) (Teilbereich der Company Level Controls) Process Level Controls (PLC) - Kontrollen auf Prozess- bzw. Transaktionsebene, die die Finanzberichterstattung betreffen (Period End Closing, Kreditoren- und Debitorenbuchhaltung, Steuern, Einkauf, Project Controlling, Project Management, etc.) x IT General Controls (ITGC) - Kontrollen für IT-Systeme, die für die Finanzberichterstattung relevant sind (Change-Management, User Management, Data Management, etc.)

Risikomanagement

Risikomanagement Leitsätze

Für Primetals Technologies Austria GmbH ist Risikomanagement ein integraler Bestandteil der Unternehmensaktivitäten zur Sicherstellung einer nachhaltig positiven Entwicklung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage sowie einer nachhaltigen Wertsteigerung und umfasst

x x x den bewussten, aktiv gesteuerten und kontrollierten Umgang mit Risiken, die Abwägung von Risiken und verbundenen Chancen basierend auf Entscheidungen, die Abdeckung von bestimmten Risiken durch Versicherungen im Rahmen eines umfassenden globalen Versicherungskonzeptes.

Zielvorgaben für den Risikomanagement Prozess

Ziel des Risikomanagements ist die Ausrichtung der Geschäftsprozesse auf globaler wie lokaler Ebene auf x frühzeitige Erkennung, Erfassung und Bewertung von relevanten Risikosachverhalten auf allen Ebenen des Unternehmens bzw. seiner Tochtergesellschaften, x zeitnahe Kommunikation und Verarbeitung dieser Informationen sowie x Setzung angemessener Maßnahmen und Erfolgskontrolle.

Risikomanagement Prozess

Der Risikomanagement Prozess umfasst alle Aktivitäten zum kontinuierlichen und systematischen Umgang mit Risiken, insbesondere die Identifikation, Analyse und Bewertung von Risiken, Steuerungsmaßnahmen zur Vermeidung von Risiken sowie operative Überwachung des Erfolges.

Wesentliche Risikofelder im Geschäft der Primetals Technologies Austria GmbH und darauf abgestellte Risikomanagement-Instrumente

Strategische Risiken

Die strategische Planung ist integraler Bestandteil der jährlichen Businessplanung. Strategische Risiken und kritische Parameter gehen auf Basis von Markt- und Konkurrenzanalysen, SWOT-Analysen, Kundenanalysen usw. in die Planung ein. Quartalsweise wird die Geschäftsentwicklung mit den Geschäftseinheiten durchgesprochen und die operative Umsetzung der strategischen Ziele begleitet. Im Bereich der Produkt- und Technologieentwicklung wird ein meilensteinorientiertes F&E-Controlling eingesetzt. Für Patentangelegenheiten stehen die Experten aus der Patentabteilung sowie der Rechtsabteilung zur Verfügung.

Projekt- und operative Risiken

Wesentlicher und integraler Bestandteil jeder Auftragskalkulation ist die Erstellung einer Risikoanalyse sowie eines Risikoabsicherungskonzeptes. Dieses systematische, proaktive und präventive Risikomanagement wird über die gesamte Projektrealisierungsphase monats-, quartalsweise bzw. anlassbezogen aktualisiert. Die Entwicklung der Projekte wird im Rahmen des institutionalisierten Projektmonitorings laufend verfolgt und es wird dabei auf tagesaktuelle geopolitische und markttechnische Entwicklungen Rücksicht genommen.

Die Angemessenheit von Versicherungsdeckungen wird durch ein globales Versicherungsmanagement sichergestellt. Im Bereich der internen Kontrollen ist insbesondere ein durchgängiges 4-Augen-Prinzip gewährleistet.

Risiken im Finanzbereich

Das Management der Risiken im Finanzbereich, insbesondere des Währungsrisikos und des Risikos aus Haftungsübernahmen ist durch Primetals Technologies Konzernrichtlinien geregelt. Zur Überwachung und Steuerung bestehender Risiken im Geld- und Devisenhandel ist ein auf Basis der Primetals Technologies Konzernrichtlinien vorgeschriebenes Kontrollsystem implementiert. Die derivativen Finanzinstrumente zur Steuerung von Währungs- und Finanzanlagerisiken werden einem fortlaufenden Bewertungsprozess unterworfen. Ausfallsrisiken im Bereich der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen werden durch die Erstellung eines projektspezifischen Risikoabsicherungskonzeptes vor Angebotsabgabe minimiert, in dem die angestrebte Art der Be- oder Versicherung gegen Zahlungsausfall festgelegt ist (i.e. Besicherungen der kurz- und langfristigen Exportforderungen durch Zahlungsausfallversicherungen und Akkreditive). Außerdem findet ein striktes Forderungsmanagement vor allem der nicht besicherten Forderungsteile statt. Die Finanzierung wird durch erhaltene Anzahlungen und Fortschrittszahlungen für die Projekte sichergestellt. Im Bedarfsfall ist die Möglichkeit der Finanzierung über das Konzerntreasury gegeben.

Die Gesellschaft nimmt am konzerninternen Cash-Pooling-System teil, welches der effizienten Steuerung der Liquidität dient. Die bereitgestellten liquiden Mittel sind täglich fällig. Die Bonität der mittelerhaltenden Gesellschaften wird vom Konzerntreasury laufend überwacht. Das Cash Pooling basiert auf einer fremdüblichen vertraglichen Grundlage, sodass eine angemessene Berücksichtigung der Interessen der Gesellschaft gewährleistet ist.

Risiken im Personalbereich

Auf Grund der Auslastung im Unternehmen bei weiterhin knapper werdenden Ressourcen am Personalmarkt liegen die Hauptherausforderungen im Personalbereich darin, die für die Auftragsakquisition und -abwicklung erforderlichen Ressourcen weiterhin in der nötigen Quantität und Qualität und unter Berücksichtigung eines gestiegenen Kostendrucks zur Verfügung zu stellen.

Zur Intensivierung der Mitarbeiterbindung sowie zur Sicherstellung der erforderlichen Personalressourcen am Arbeitsmarkt hat das Unternehmen auch im Geschäftsjahr 2025/26 intensiv Aktivitäten im Bereich Image und Employer Branding auf verschiedensten Werbekanälen fortgesetzt, um einerseits als attraktiver Arbeitgeber im Arbeitsmarkt wahrgenommen zu werden und andererseits einen verstärkten Fokus auf den Bereich Retention von Mitarbeitern zu legen.

Im Zuge des Ways of Working (WoW) Unternehmenskultur-Programm wurde im abgelaufenen Geschäftsjahr das WoW-Reconnect-Format gestartet. Ziel ist es zentrale Elemente der WoW-Arbeits- und Führungskultur zu reflektieren, aufzufrischen und weiter in den Arbeitsalltag zu integrieren. Die Workshops schufen Raum für bereichsübergreifenden Austausch, stärkten gemeinsame Werte wie Kommunikation, Zusammenarbeit und Verantwortung und leisteten damit einen nachhaltigen Beitrag zur Weiterentwicklung der Unternehmenskultur.

Neben der Zusammenarbeit im Unternehmen, standen auch wieder zahlreiche Kooperationen mit Universitäten und Fachhochschulen im Fokus. Um die Kompetenzen der Mitarbeiter zielgerichtet zu stärken und zu erweitern, werden kontinuierlich Weiterbildungen im Rahmen der Metals Academy angeboten. Das Trainingprogramm wurde erneut evaluiert und entsprechend überarbeitet und erweitert.

Ebenso wurde ein neues Führungskräftetraining eingeführt. Das sogenannte Exploring Leadership Program (ELP) richtet sich an Führungskräfte in ihrer ersten Leitungsrolle und baut gezielt grundlegende Kompetenzen in der Teamführung, Kommunikation und Mitarbeiterentwicklung auf. Durch Workshops und strukturierte Peer-Group-Reflexionen fördert das Programm zudem die nachhaltige Vernetzung und den Erfahrungsaustausch innerhalb der Führungskräfteorganisation

Risiken im IT-Bereich

Die Hauptaufgabe der IT ist die Sicherstellung von Sicherheit und Kontinuität (Verfügbarkeit, Performance, Vertraulichkeit und Integrität) der IT-Systeme. Basierend auf den strategischen Rahmenvorgaben von Primetals Technologies und MHI wird der gesamte IT-Lebenszyklus gesteuert und kontrolliert und dabei laufend die Qualität der IT-Systeme optimiert. Das Ziel der IT ist die Unterstützung der Geschäftsprozesse mittels einer schlanken und kosteneffizienten IT-Architektur, d.h. nur verpflichtende bzw. IT-Plattformen / Tools mit hohem Nutzen werden eingeführt und verwendet. Das Fundament für effiziente IT-Systeme und

Services bilden einerseits eine enge Abstimmung mit dem Management, den einzelnen Abteilungen und den Regionen sowie andererseits das regelmäßige Service Level Monitoring unserer IT-Lieferanten.

Informationssicherheit ist als eigene Abteilung innerhalb der IT organisiert und der Abteilungsleiter agiert als „Information Security Officer“. Die Ziele der Informationssicherheit sind sichere Verbindungen, sichere Speicher für Daten und Dokumente, die Sicherstellung des Know-how in den hierfür wesentlichen IT- Systemen sowie die Einhaltung der Datenschutzgesetze. Mittels Risikomanagement werden negative Auswirkungen aus etwaigen Cyber Attacken anhand laufendender Verbesserungen unserer Cyber Security Systeme, Prozesse und Organisation minimiert. Das Risiko von Cyber Attacken wurde generell als „sehr wahrscheinlich“ bewertet und das Unternehmen konzentriert sich hier insbesondere auf den Schutz vor Ransomware Attacken. Dabei orientiert sich das Unternehmen so wie MHI am NIST Cyber Security Rahmenkonzept. Im Rahmen des umfassenden Cyber Security Weiterentwicklungsprogrammes wurde in den vergangenen Jahren ein Security Operation Center (SOC) etabliert, welches durch Detection und Response-Fähigkeiten eine weitere Optimierung erfährt, sowie ein Notfallkonzept erarbeitet, das ein zentraler IT Blue Chip ist und kontinuierlich weiterentwickelt wird. Um die Aufmerksamkeit aller MitarbeiterInnen für Informationssicherheit zu gewährleisten, gibt es jährlich ein verpflichtendes Webbasiertes Training sowie zwei interne E-Mail Phishing Tests. Zudem liegt - in enger Zusammenarbeit mit den Geschäftseinheiten - das Thema IoT (Internet of Things) Security im Fokus.

Das erforderliche Know-how in der IT – speziell im Bereich Informationssicherheit – wird durch Schulungen und Seminare sowie durch gezielte externe Unterstützung sichergestellt. Um das Konzept „Security by Design“ in allen IT-Bereichen umsetzen zu können, hat seit Beginn des Geschäftsjahres 2019/2020 jeder IT- Abteilungsleiter explizite Cyber Security Ziele in seiner jährlichen Zielvereinbarung. „Cyber Security“ ist als ein zentraler IT Blue Chip in der Firma etabliert. Bedingt durch den steigenden Anteil an Cloud basierten IT- Lösungen konzentriert sich das Unternehmen verstärkt auf Cloud Security Plattformen und die sukzessive Weiterentwicklung zu einer sogenannten Zero-Trust-IT Architektur. Die weiteren IT-Prioritäten liegen in der Unterstützung des Geschäfts bei der Umsetzung unserer Digitalisierungsstrategie sowie der Einführung neuer digitaler Lösungen zur laufenden internen Prozessoptimierung.

Risiken im Bereich der Corporate Governance

Die Einhaltung der Business Conduct Guidelines wird durch ein umfangreiches Compliance-Kontrollsystem laufend überwacht. Zudem wird die Primetals-Gruppe seit dem Geschäftsjahr 2019/2020 durch die Revision der MHI Europe, London auditiert, die im Rahmen eines Prüfungsplans die Einhaltung der Konzernrichtlinien und –vorgaben in den einzelnen Standorten überprüft. Primetals Technologies Austria GmbH hat keine lokale Revision, die Abdeckung erfolgt durch die obengenannte Konzernrevision.

Forschung und Entwicklung

Im Geschäftsjahr 2025/26 wurden in der Primetals Technologies Austria GmbH 220,7 Mio. EUR (VJ: 175,3 Mio. EUR) für Forschung und auftragsbezogene Entwicklung (FRASCATI Definition) aufgewendet und es waren 273 MitarbeiterInnen (Vollzeitäquivalente) im Forschungsbereich tätig.

Rolle des Standorts Linz und strategischer Kontext

Der Standort Linz der Primetals Technologies Austria GmbH fungiert im Konzern als zentrales Technologie- und Innovationszentrum. Die Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten im Berichtsjahr waren klar auf die Transformation der Stahlindustrie ausgerichtet, mit Schwerpunkten in den Bereichen Dekarbonisierung, Elektrifizierung, Digitalisierung sowie hochintegrierte Anlagen- und Prozesslösungen.

Organisation

Zusammenfassend zeigen die Organisationsanpassungen im Geschäftsjahr 2025/26 keine disruptive Reorganisation, sondern eine gezielte Weiterentwicklung und Schärfung bestehender Strukturen:

Mit Wirkung zum 1. Oktober 2025 wurde die Organisation des CTO Office weiterentwickelt, um die konzernweite Steuerung von Technologie-, Innovations- und F&E-Aktivitäten klarer zu strukturieren und Entscheidungsprozesse zu fokussieren. Ziel war eine stärkere Integration von Technologieentwicklung, Innovationsmanagement und operativen Geschäftseinheiten.

Ebenfalls zum 1. Oktober 2025 wurde ein zusätzlicher Schwerpunkt in der Abteilung IM (Innovation Management) etabliert. Damit adressiert das Unternehmen systematisch die Themen Startup-Kooperationen und globales Technology Scouting, um externe Innovationsimpulse frühzeitig zu identifizieren und strategisch zu bewerten. Diese Aktivitäten ergänzen die klassische projektorientierte F&E und stärken die technologische Vorausschau des Konzerns.

Technologieportfolio

Im Kapitel „Produkte und Anlagen“ des Lageberichts werden wesentliche Entwicklungsaktivitäten im Zusammenhang mit der Dekarbonisierung der Stahlindustrie beschrieben und können dort im Detail eingesehen werden. Insbesondere die industrielle Demonstrationsanlage Hy4Smelt sei an dieser Stelle noch einmal genannt, da es sich nicht nur um das größte und wichtigste R&D Projekt von Primetals, sondern gleichzeitig auch um das größte Entwicklungsprojekt zum Klimaschutz in Österreich handelt, das gemeinsam mit den Partnern Voest Alpine und Rio Tinto technologisch umgesetzt wird.

Ergänzend werden im Folgenden ausgewählte F&E-Aktivitäten dargestellt, die im Berichtsjahr maßgebliche Beiträge zur Weiterentwicklung des Produkt- und Technologieportfolios am Standort Linz geleistet haben.

x Arvedi ESP: Die Endless Strip Production (ESP) stellt weiterhin eine der wichtigsten Leuchtturmlösungen von Primetals Technologies Austria dar. Im Berichtsjahr wurden bestehende „Endless Casting and Rolling“ Technologien gezielt weiterentwickelt und differenziert, insbesondere hinsichtlich Anlagenkonfigurationen, Produkt- und Dickenbereichen, Automatisierung sowie Qualitätsfunktionen. Parallel dazu erzielte Arvedi ESP im Berichtsjahr substanzielle Markterfolge. Der Auftragseingang in diesem Umfeld leistete einen wesentlichen Beitrag zur technologischen und wirtschaftlichen Positionierung des Standorts Linz. Die enge Verzahnung von F&E, Engineering und Projektabwicklung bestätigt Arvedi ESP als markterprobte Kerntechnologie mit weiterhin hoher Innovationsdynamik. x 2D-Mold: Im Bereich Continuous Casting (CE CCM) wird die 2D-Mold als herausfordernde, aber potenziell hochwirksame Innovationslösung entwickelt. Ziel ist eine verbesserte Strangqualität und Prozessführung, insbesondere bei anspruchsvollen Stahlgüten und hohen Gießgeschwindigkeiten. Die Umsetzung erfolgt im Rahmen eines Pilotprojekts bei einem technologisch anspruchsvollen Kunden, was eine Validierung unter realen industriellen Bedingungen erlaubt. Bei erfolgreicher Umsetzung eröffnet die 2D-Mold ein breites zukünftiges Anwendungspotenzial im Stranggusssegment und würde die Rolle von Primetals Technologies Austria als klarer Innovationsführer in diesem Bereich unterstreichen. x EAF of the Future: Vor dem Hintergrund der langfristigen Transformation der Stahlindustrie und steigender Anforderungen an Energieeffizienz, CO₂-Reduktion und Flexibilität wurde im Berichtsjahr ein Workshop mit einem externen Berater nach der Methode Innovation Cell zum Thema „Electric Arc Furnace (EAF) of the Future“ durchgeführt. Ziel dieser Initiative war es, ein neues, zukunftsfähiges EAF-Gesamtsystem für Primetals zu definieren und auszuwählen, das über bestehende Produktlinien hinausgeht. Auf Basis der Ergebnisse der Innovation Cell wurden folgende Weichenstellungen für die Weiterentwicklung der EAF-Technologie festgelegt: Die Machbarkeitsanalyse und die kommerzielle Bewertung der Lösung „Magneto“ werden intensiviert; parallel dazu wird eine kurzfristig realisierbare und kosteneffiziente Alternative („Trinity EAF“) geprüft.

Zusammenfassend zeigt das Geschäftsjahr 2025/26, dass der Standort Linz seine Rolle als Innovationsmotor und technologisches Rückgrat des Konzerns weiter gestärkt hat. Die Kombination aus der erfolgreichen Weiterentwicklung von Leuchtturmtechnologien (Arvedi ESP), zukunftsgerichteten Entwicklungsprojekten (z.͏B. 2D-Mold, EAF of the Future) sowie einer gestärkten Innovations- und Organisationsstruktur bildet eine robuste Basis für die langfristige Wettbewerbsfähigkeit von Primetals Technologies.

Zweigniederlassungen

Die Primetals Technologies Austria GmbH wickelt zum Teil ihre Anlagenbauprojekte in Form von steuerlich registrierten Betriebsstätten in den verschiedenen Ländern ab. Darüber hinaus wurde für die Abwicklung von Projekten und Kundenbetreuung in Italien eine im italienischen Handelsregister eingetragene Zweigniederlassung im Geschäftsjahr 2021/2022 gegründet. Die in Frankreich im Geschäftsjahr 2024/25 begründete temporäre Projektbetriebstätte, welche aus formalen Gründen sowohl im französischen Handelsregister als auch im österreichischen Firmenbuch eingetragen wurde, wurde im Geschäftsjahr 2025/2026 nach erfolgreichem Abschluss des Projektes de-registriert und aus dem Firmenbuch gelöscht.

Ausblick

Der Ist-Auftragseingang belief sich für die Monate April 2025 bis März 2026 auf 425,5 Mio. EUR (VJ: 1.466,8 Mio. EUR). Der vergleichsweise sehr hohe Auftragseingang vom Vorjahr ist auf die größten Aufträge seit Bestehen des Unternehmens für die Errichtung einer DRI-Anlage sowie eines Elektrolichtbogen Ofens (EAF) für die SHS Gruppe Dillingen und ROGESA zurückzuführen. Die beiden großen Dekabonisierungsprojekte, die einen wertvollen Schritt in Richtung CO2 Neutralität bis 2045 bedeuten, befinden sich aktuell in Abwicklung.

Der nach wie vor hohe Auftragsbestand sowie die vielversprechenden Auftragserwartungen bilden die Basis für eine weiterhin gute Auslastung und gewährleisten selbst im aktuell schwierigem Marktumfeld eine anhaltend positive Entwicklung des Unternehmens.

Für das Geschäftsjahr 2026/27 wird mit einem weiteren Anstieg der Stahlnachfrage um 1,3 % gerechnet. In den Industrieländern eröffnen die verschärften umweltpolitischen Vorgaben zur nachhaltigen Reduktion der CO2-Emissionen unserem Unternehmen große Chancen, auch künftig High-Tech-Lösungen in den Bereichen Umwelttechnik und Energieeinsparung sowie Anlagen zur Erzeugung verbesserter Stahlqualitäten erfolgreich am Markt zu platzieren.

Aktuell ist die Stahlindustrie für rund 8 % der weltweiten CO2-Emissionen verantwortlich. Der Trend zur mittelfristigen Ablösung der kohlenstoffbasierten Stahlerzeugung über Hochofenund Konverterstahlwerke durch klimaneutrale Prozesse (Direktreduktionsanlagen und Stahlerzeugung im Elektrolichtbogenofen) hat bereits begonnen. Primetals Technologies verfügt dafür über die passenden Technologien im Portfolio und über wertvolle Referenzanlagen, zudem befinden sich mehrere Projekte in Abwicklung.

Die aktuellen Unruhen im Iran werden seitens der Primetals Technologies Austria GmbH kontinuierlich und aufmerksam verfolgt. Derzeit gibt es keine nennenswerten Auswirkungen auf Projekte in Abwicklung in der

umliegenden Region; im Iran selbst werden ohnehin keine Geschäftsaktivitäten verfolgt. Inwieweit sich die geopolitische Situation im Nahen Osten auf zukünftige Investitionsentscheidungen auswirken wird, hängt von der weiteren Entwicklung ab.

Aufgrund der vielversprechenden Wachstumschancen in Indien, der dort etablierten Kundenbeziehungen sowie neuer Kunden in Südostasien (z. B. Vietnam), des anhaltenden Trends zur CO2-Reduktion bzw. zu nachhaltiger Stahlproduktion, innovativer Technologien und umgesetzter Referenzanlagen, kombiniert mit dem Know-how von Mitsubishi Heavy Industries, erwartet Primetals Technologies Austria GmbH eine weiterhin stabile Geschäftsentwicklung.

Es bleibt der Anspruch der Primetals Technologies Austria GmbH, Kunden nachhaltig mit den besten Technologien und Lösungen zu unterstützen, durch technologische Kompetenz und Innovation einen wertvollen Beitrag zur Transformation der Stahlindustrie zu leisten sowie die Verantwortung als Arbeitgeberin gegenüber Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und weiteren Stakeholdern wahrzunehmen.

Linz, am 07. Mai 2026

Primetals Technologies Austria GmbH

let more

Mag. Norbert Petermaier

Geschäftsführer

Mag. Mighae/ Kienberger

Geschäft führer

Wir verwenden Cookies, um grundlegende Funktionen der Plattform sicherzustellen und anonymisierte Nutzungsstatistiken zu erfassen. Durch einen Klick auf "Akzeptieren" stimmst du der Verwendung dieser Cookies zu.