← Zurück zum Firmenprofil

Lagebericht 2024/25

RICOH AUSTRIA GmbH

Original-PDF

Stichtag 31. März 2025 · Eingereicht am 27. Okt. 2025

Inhaltsverzeichnis

Geschäftsverlauf und Lage des Unternehmens

Die Märkte für multifunktionale Druck- und Kopiersysteme sind seit Jahren geprägt von Marktsättigung, der Verlagerung von A3- zu A4-Maschinen, das Sinken der durchschnittlichen Druck- und Kopiervolumina im Zuge zunehmender Digitalisierung sowie der Mobilisierung des Arbeitsplatzes und dem daraus resultierenden, intensivem Wettbewerb und Preisverfall. Das Unternehmen konnte im Geschäftsjahr 2024/2025 dennoch in allen Geschäftsbereichen umsatzseitig wachsen. Das größte Wachstum mit 24% verzeichnete der neugeschäftliche Bereich Office Services mit Software-, Applikations- sowie Kommunikationslösungen. Auch der Geschäftsbereich Commercial & Industrial Printing konnte umsatzseitig um 12% gegenüber Vorjahr gesteigert werden, das Kerngeschäft Office Printing erreichte ein geringfügiges Wachstum von 1%. Generell ist eine zurückhaltende Investitionsbereitschaft als Folge der gesamtwirtschaftlichen Herausforderungen im Zusammenhang mit der hohen Inflation und folglich hohen Kostensteigerungen über alle Branchen und Kundensegmente festzustellen.

Zur Cash-Flow Optimierung ist die Schwestergesellschaft RICOH Capital Austria GmbH zentraler Inhouse-Refinanzierungspartner, über nahezu alle Finanzierungsgeschäfte abgewickelt werden. Dabei werden die vom Unternehmen an Kunden vermieteten und servicierten Kopier- und Drucksysteme, aber auch Hard- und Softwarekomponenten im Bereich der Kommunikations- und Applikationslösungen über die RICOH Capital Austria GmbH refinanziert. Dem Kunden gegenüber tritt ausschließlich die RICOH Austria GmbH als Vertragspartner auf. Damit ist gewährleistet, dass die in den Annuitäten enthaltenen Zinskomponenten in der Ricoh Gruppe verbleiben.

Die Mengenentwicklung des Geschäftsjahres lag insgesamt um 3.8% unter Vorjahresniveau und war analog dem Vorjahr von einer Vielzahl an Gerätetäuschen in Zusammenhang mit neuen Verträgen größerer Bestandskunden in der zweiten Hälfte des Geschäftsjahres geprägt.

Der Verkauf von Farbkopierern ging um 7.3% zurück, der Absatz von Monokopierern verringerte sich um 6.1%. Im Bereich Production Printing steigerte sich entsprechend der Umsatzentwicklung der Absatz von Neugeräten um 20.8% im Vergleich zum Vorjahr.

Gemäß der strategischen Ausrichtung der Gesellschaft und der Transformation zu einer Digital Service Company lag der Fokus auch im abgelaufenen Geschäftsjahr stark auf dem Absatz des digitalen Produktportfolios, wo ein Umsatzwachstum von 23.9% verzeichnet werden konnte. Der Gesamtjahresumsatz konnte um 4.2% im Vergleich zum Vorjahr gesteigert werden, davon entfielen auf das 1. Halbjahr 46.8% und auf das 2. Halbjahr 53.2%. Im Geschäftsbereich der Großkunden (Major Account und Global Account) wurde ein Rückgang um 4.4% verzeichnet, im Direktvertrieb eine Steigerung um 6.7%. Der Umsatz im Händlerbereich steigerte sich um 14,5%.

Das Geschäftsjahr konnte trotz der herausfordernden Markt- und Rahmenbedingungen und dem hohen Kostendruck in Folge der Inflation im operativen Geschäft mit einem Gewinn vor Steuern von TEUR 1,577 (Vorjahr TEUR 1,138) abgeschlossen werden.

Den Jahreserfolg haben, in Zusammenarbeit mit der Zentrale in Wien, unsere Zweigniederlassungen in Graz, Innsbruck, Dornbirn, Salzburg sowie St. Pölten erbracht.

Finanzielle Leistungsindikatoren

Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 4
Einheit2024/252023/242022/23
Eigenkapital
Eigenkapitalquote: Gesamtkapital638.4040.4844.23
Umsatz Umschlagshäufigkeit
des Kapitals: GesamtkapitalAnzahl2.161.791.64
Warenvorrat
Vorratsintensität: Gesamtkapital64.684.695.33
Aufwendungen für
Umschlagshäufigkeit
Material des Warenlagers:Anzahl25.2321.3717.42
Warenvorrat
Umsatz x 1,2
Umschlagshäufigkeit Forderungen aus
Lieferungen der Debitoren:Anzahl6.816.466.19
und Leistungen

Die Eigenkapitalquote sank im Wesentlichen aufgrund einer Dividendenzahlung in Höhe von EUR 4,000,000.00 und einem um 13.7% niedrigerem Gesamtkapital um 5.15 Prozentpunkte. Die Umschlagshäufigkeit des Kapitals erhöhte sich aufgrund der Umsatzsteigerung um 0.37 auf 2.16.

Der Indikator für den Bereich der Warenvorräte, die Vorratsintensität, hat sich bei geringfügig gesunkenem Vorratsvolumen und einem niedrigeren Gesamtkapital reduziert – von 4.69% im Vorjahr auf 4.68% im aktuellen Geschäftsjahr. Die Umschlagshäufigkeit des Warenlagers als zweiter Indikator hat sich um 18.1% auf 25.23 erhöht (Vorjahr 21.37).

Die Umschlagshäufigkeit der Debitoren

hat sich im Vergleich zum vergangenen Wirtschaftsjahr mit 6.81 leicht erhöht, was einer Reduzierung der Außenstanddauer von 2.86 Tagen entspricht.

Cashflow

Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 5
Ergebnis vor Steuern1,596,924
Geldfluss aus dem Ergebnis1,900,630
Working Capital (+/-)2,532,200
Netto-Geldfluss aus laufender Geschäftstätigkeit4,432,831
Netto-Geldfluss aus der Investitionstätigkeit-164,465
Netto-Geldfluss aus der Finanzierungstätigkeit-4,000,000
zahlungswirksame Veränderung des Finanzmittelbestands268,365
Finanzmittelbestand am Beginn der Periode251,691
Finanzmittelbestand am Ende der Periode520,056

Der positive Geldfluss aus dem Ergebnis in Höhe von TEUR 1,596 resultiert gemeinsam mit einem durch niedrigere Forderungen und niedrigeren Verbindlichkeiten bestimmten Working Capital in einem Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit in Höhe von TEUR 4,433. Investitionsvolumen in Software und technische Ausstattung betragen TEUR 164 und der Netto-Geldfluss aus der Finanzierungstätigkeit betrifft zur Gänze eine Ausschüttung. Der Finanzmittelbestand zum Ende des Geschäftsjahres erhöhte sich um TEUR 268 und beträgt TEUR 520.

Umwelt- und Arbeitnehmerbelange

Das Unternehmen wurde im Jahr 2000 nach ISO 14001 und im Jahr 2010 nach ISO 27001 zertifiziert. Im Jahr 2016 erfolgte die erstmalige Zertifizierung nach ISO 9001. Die Erfüllung der Bestimmungen und Auflagen werden regelmäßig anhand von externen und internen Audits überprüft. Ein Überwachungsaudit für ISO 9001 und 14001 wurde im Mai 2025 erfolgreich bestanden. Zudem wird ein weiteres Überwachungsaudit betreffend die ISO 27001 für Herbst 2025 erwartet, das letzte Audit betreffend dieser Norm wurde im September 2022 erfolgreich absolviert.

Das Unternehmen verfolgt seit jeher das Ziel, Ressourcen in ökonomisch und ökologisch sinnvoller Weise einzusetzen. Das Umweltprogramm im RICOH-Konzern sieht beispielsweise die Erhöhung der Rücknahmequote bei Maschinen, die Erhöhung der Sammelquote bei PCU

und Tonerkassetten, die Reduktion des Gesamtverbrauchs an elektrischer Energie sowie Treibstoff und auch die Reduktion des Papierverbrauchs vor. Geräte werden im Sinne der „Elektro-Altgeräte-Verordnung“ verschrottet, die leeren Tonerkartuschen zur Wiederbefüllung an den Hersteller geschickt oder im Rahmen der dazu befähigten, lokalen Müllentsorgung entsorgt.

Im Februar 2023 erfolgte mit der Ausrollung eines neuen Mobilitätskonzepts eine Trendwende im Bereich des Fuhrparks, mit dem insbesonders die Okologisierung dieses vorangetrieben werden soll. Es wurde seitens der Geschäftsleitung entschieden, zukünftig keine Neuanschaffungen von Fahrzeugen (Leasing) mit reinen Verbrennermotoren mehr zuzulassen. Stattdessen sollen künftig ausschließlich Elektrofahrzeuge und, wo der Einsatz von Elektrofahrzeugen aufgrund der betrieblichen Erfordernisse aktuell noch nicht tauglich ist, Fahrzeuge mit Mild-Hybrid-Technik zum Einsatz kommen. Zum Ende des Geschäftsjahres 2024/2025 wurden bereits zwei Drittel der Flotte auf Mild-Hybrid sowie Elektro umgestellt.

Alle in den verschiedenen Betriebsstätten unserer Betriebstätigkeit bestehenden umweltrechtlichen Bestimmungen und Auflagen werden erfüllt; erforderliche technische Werte unterliegen einer laufenden Untersuchung mit dem Ziel kontinuierlicher Verbesserungen.

Im abgelaufenen Geschäftsjahr wurde ein starker Fokus auf die Weiterentwicklung der Führungskräfte und deren Leadership Qualitäten gelegt um das Engagement der Mitarbeiter und die Bindung an das Unternehmen langfristig zu stärken. Auch die Weiterbildung der Mitarbeiter ist ein zentrales Element und wird durch Unterstützung von Lernprogrammen seitens des Konzerns, aber auch durch unternehmens-interne Schulungen und dem Prinzip „Train the Trainer“ abgedeckt.

Großes Augenmerk wird auch auf die medizinische Betreuung sowie die psychische Gesundheit der Mitarbeiterlnnen gelegt. So werden im Rahmen der betrieblichen Gesundheitsförderung Vorsorgeuntersuchungen, Sehtests, ergonomische Beratungen sowie im Rahmen eines „Employee Assistance Program“ für die Mitarbeiterlnnen auch kostenlose psychologische Unterstützung angeboten.

Wesentliche Ereignisse während des Geschäftsjahres

Die mit 24. Januar 2024 gestartete Außenprüfung gemäß § 147 BAO für die Zeiträume 2019- 2022 wurde mit 6. Dezember 2024 abgeschlossen.

Eine mit 27. Juni 2024 gestartete Gemeinsame Prüfung von Lohnabgaben und Beiträgen wurde mit 13. Dezember 2024 abgeschlossen.

Wesentliche Risiken und Ungewissheiten, denen das Unternehmen ausgesetzt ist

Der auch durch die Corona Pandemie beschleunigte Wandel in der Arbeitswelt ist einerseits für RICOH eine große Chance im neugeschäftlichen, digitalen Bereich, andererseits jedoch vorallem im Bereich Office Printing durch den vermehrten Einsatz von hybriden Arbeitsmodellen in Verbindung mit Home-Office bzw. einem erhöhten Anteil an remote Arbeit und dem damit verbundenen Rückgang der Druckvolumina auch eine Ungewissheit. Dies zeigt sich auch anhand der Entwicklung des Office Printing Annuitäteneinkommens, welches sich im Geschäftsjahr 2024/25 um weitere 1.5% reduzierte und rund 12% hinter dem Einkommen des letzten Geschäftsjahres vor Beginn der Covid-19-Krise liegt.

Das Ziel der Gesellschaft ist es, diesem Trend durch Mengenwachstum mittels Neukundengewinnung, der Weiterentwicklung der neugeschäftlichen Bereiche mittels Applikations- und Kommunikationslösungen sowie effizientem Kostenmanagement entgegenzuwirken.

Voraussichtliche Entwicklung des Unternehmens

Für das Geschäftsjahr 2025/26 liegt der Fokus auf Wachstum in allen Geschäftsbereichen mit besonderem Fokus auf den Ausbau der digitalen Geschäftsbereiche, vor allem mit Software-, Applikations- und Kommunikationslösungen. Dadurch soll die Rolle RICOHs am Markt als Digital Service Company und Anbieter aller Dienstleistungen rund um den digitalen Arbeitsplatz weiter gestärkt werden.

Forschung und Entwicklung

Als Handelsunternehmen betreibt die RICOH Austria GmbH keine eigene Forschung und Entwicklung.

Finanzinstrumente, Risiken und Strategien

Absatzseitig werden Refinanzierungen bei der eigens dafür gegründeten RICOH Capital Austria GmbH vorgenommen, welche bereits im Vorfeld entsprechende Bonitätsprüfungen vornimmt, um das Ausfallsrisiko dementsprechend abzusichern.

Durch die Fakturierung in EURO wird etwaigen Risiken aus Wechselkursen entgegengewirkt. Ebenso erfolgt der Bezug der Waren aus Konzerngesellschaften in EURO.

Wien, am 7. Juli 2025

Die Geschäftsführung

Dat Daniel Tschudi

Timothy lan Stuart

Wir verwenden Cookies, um grundlegende Funktionen der Plattform sicherzustellen und anonymisierte Nutzungsstatistiken zu erfassen. Durch einen Klick auf "Akzeptieren" stimmst du der Verwendung dieser Cookies zu.