Inhaltsverzeichnis
1. Bericht über den Geschäftsverlauf und die wirtschaftliche Lage
1.1. Geschäftsverlauf
Wie schon im Jahr 2023 hat die Zeppelin Rental Österreich GmbH & Co. KG (im Folgenden „ZRA“ genannt) im Geschäftsjahr 2024 mit gestiegenen Kosten zu kämpfen gehabt, die vor allem im Bereich Miete aufgeschlagen sind und nicht oder nur teilweise in den Markt weitergegeben werden konnten. Die durchschnittlichen Gehaltserhöhungen um fast 8% haben alle Bereiche der ZRA betroffen.
Im Bereich Micte wurde in 2024 stark auf die Bestände geachtet und viele konzernintern angemietete Maschinen zurück nach Deutschland gesandt. Zudem wurden alte Baugeräte mit wenig Auslastung verkauft und so Erträge aus dem Abgang von Anlagevermögen und Kostenreduktion generiert.
Der Einbruch am Bau hatte weiterhin direkte Einwirkung auf das Vermietgeschäft. Zum einen gab es durch die wirtschaftliche Situation der Bauunternehmen weniger Nachfrage nach Mietprodukten, zum anderen haben die Baufirmen vermehrt auf die Auslastung der eigenen Assets geachtet, was cinen negativen Einfluss auf die Nachfrage nach Mietmaschinen hatte. Der zum Ende 2023 in Betrieb gegangene neue Standort in der Steiermark zeigt starken Umsatzanstiege und wie erwartet weiteres Potenzial für die Region.
Im Bereich Baulogistik konnte auch in 2024 an das starke Jahr 2023 angeknüpft werden, wenn auch nicht ganz auf Rekordwert des Vorjahres, was jedoch durch den Projektverlauf gegeben war.
Mit Ende 2024 konnten zwei Projekte gewonnen werden, welche in 2025 signifikant für Umsatz sorgen werden. Zudem ist ein weiteres Großprojekt gewonnen worden, welches jedoch durch Baustartverzögerungen in 2025 weniger Umsatz in der Baulogistik gencrieren wird als geplant.
Die SIGNA Insolvenz hat die Baulogistik vor allem zu Anfang des Jahres stark getroffen und zu einem hohen Forderungsausfall geführt. Das Projekt wurde durch einen Masseverwalter weiter betrieben und ein Käufer im Jahr 2024 gesucht. Mit Ende 2024 konnte ein neuer Investor das Objekt erwerben. Ein optimistischer Ausblick auf die nächsten 2 Jahre dieses Projekt betreffend darf angestellt werden.
Auch in 2024 konnten im Bereich Baulogistik die Planzahlen übertroffen werden und die Auswirkungen der SIGNA-Pleite abgefedert werden.
Innerhalb des Produktbereichs EKW (Elektro Klima Wasser) wurde die Sparte SuK (Stromerzeugung und Klimatechnik) gegründet. Mit einem eigenen Vertriebsmitarbeiter wird so in Zukunft die Bekanntheit und der Umsatz gefördert, was direkte Auswirkungen auf die EKW hat und ein klares Wachstumssignal darstellt. Die ersten Projekte konnten bereits abgewickelt und Folgeaufträge für 2025 fixiert werden. Der Bereich arbeitet zudem eng mit der SuK-Abteilung der Zeppelin Rental GmbH in Deutschland zusammen.
1.2. Bericht über die Zweigniederlassung
Das flächendeckende Stationsnetz in Osterreich wurde in 2024 durch die schwierige Marktsituation genau betrachtet. Dies führte zu dem Ergebnis, den Standort Inzing in Tirol mit 2025 nicht mehr personell zu besetzen. Eine komplette Schließung wird in Abstimmung mit dem Gesellschafter weiter betrachtet. Aktuell führt die Zeppelin Rental Österreich GmbH & Co. KG, neben der Zentrale in Wien, weitere Standorte in Laxenburg, St. Florian bei Linz, Wals bei Salzburg, Kalsdorf bei Graz und eingeschränkt Inzing bei Innsbruck.
1.3. Finanzielle Leistungsindikatoren
Die Entwicklung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage wird im Folgenden anhand der nachstehenden wesentlichen Leistungsindikatoren erläutert:
| 2024 | 2023 | |
|---|---|---|
| a) Betricbsleistung (Umsatz und | ||
| Bestands veränderung) | 22.993 TEUR | 25.490 TEUR |
| b) Jahresfehlbetrag | -232 TEUR | -664 TEUR |
1.3.1. Ertragslage
Der Rückgang der Betriebsleistung (Umsatzerlöse und Bestandsveränderung) ist überwiegend auf die Sparte Baulogistik zurückzuführen. Die Umsatzerlöse in der Sparte Vermietung von Baumaschinen blieben auf dem Vorjahreswert von EUR 15 Mio. Die Umsatzerlöse in der Sparte Baulogistik verringerten sich von EUR 10 Mio, in 2023 auf EUR 8 Mio. in 2024.
Die sonstigen betrieblichen Erträge stiegen vor allem durch höhere Erträge aus dem Verkauf von Anlagevermögen (EUR +0,25 Mio.).
Die Senkung des Materialeinsatzes betrifft im Wesentlichen niedrigere bezogene Leistungen im Bereich Baulogistik (Reinigung, Bewachung und sonstige Hilfsleistungen) aufgrund der Erreichung von Endphasen bei einigen Großprojekten und korrespondiert mit dem Umsatzrückgang im Bereich Baulogistik.
Der Personalaufwand ist um rund 4,8 % gestiegen. Dieser Anstieg ist bedingt durch Gehaltssteigerungen, die Erhöhung der durchschnittlichen Mitarbeiterzahlen von 61 auf 63 sowie gegegenläufig dazu niedrigeren Aufwand für Mitarbeiterboni sowic die Auflösung der Jubiläumsrückstellung durch den Wechsel des Kollektivvertrages.
Die Abschreibungen sind um rd EUR 0,1 Mio. gesunken, weil in 2024 mehr Anlagen verkauft als neu investiert wurde.
Der Anstieg der sonstigen betrieblichen Aufwendungen ist im Wesentlichen begründet durch höhere Vertriebskosten (EUR +0,1 Mio.), höhere Kosten im Fuhrpark (EUR +0,1 Mio.) sowie
allgemeine Preissteigerungen (EUR +0, 1 Mio.). Gegenläufig konnten heuer die Kosten für Einzelwertberichtigungen zu Forderungen und Abschreibung von Forderungen um EUR 0,1 Mio. reduziert werden.
Im Ergebnis konnte der Verlust trotz rückläufiger Betriebsleistung und der Auswirkungen aus der SIGNA-Insolvenz im Vergleich zum Vorjahr deutlich auf EUR -0,23 Mio. reduziert werden.
1.3.2. Vermögenslage
Die Reduktion des Sachanlagevermögens ist darauf zurückzuführen, dass in 2024 mehr Anlagevermögen verkauft als neu investiert wurde.
Die Verminderung der noch nicht abrechenbaren Leistungen resultiert aus niedrigeren angearbeiteten Leistungen in der Sparte „Baulogistik“ in 2024 als in 2023, da es bei cinigen Großprojekten im Vorjahr zu Erreichung der Endphase gekommen ist.
Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sind auf Vorjahresniveau.
Der Rückgang der sonstigen Rückstellungen betrifft vor allem niedrigere Rückstellungen für ausstehende Eingangsrechnungen im Bereich der Baulogistik.
Die Konzernverbindlichkeiten zum Bilanzstichtag sind annähernd auf Höhe des Vorjahres und werden durch das tägliche Cash-Pooling beeinflusst.
1.3.3. Finanzlage
Cashflow:
| 2024 2023 | |||
|---|---|---|---|
| Netto-Geldfluss aus laufender Geschäftstätigkeit | 362 | 245 | |
| Netto-Geldfluss aus Investitionstätigkeit | 442 | -990 | |
| Netto-Geldfluss aus Finanzierungstätigkcit | -805 | 749 | |
| Zahlungswirksame Veränderung des Finanzmittelbestandes | -1 | 4 | |
| + Finanzmittelbestand am Beginn der Periode | 9 | 5 | |
| Finanzmittelbestand am Ende der Periode | 8 | 9 | |
Der Netto-Geldfluss aus Investitionstätigkciten setzt sich wic folgt zusammen:
a) Auszahlungen für Anlagenzugänge: TEUR -663 (Vorjahr: TEUR -2.043) b) Einzahlungen aus Anlagenverkauf: TEUR 1.096 (Vorjahr: TEUR 296) c) Erhöhung Cashpooling-Forderungen: TEUR 9 (Vorjahr: TEUR 757)
Der Netto-Geldfluss aus Finanzierungsättigkeiten setzt sich wie folgt zusammen:
a) Veränderung Konzerndarlehen: TEUR -805 (Vorjahr: TEUR 7) b) Kapitalzuschuss: TEUR 0 (Vorjahr: TEUR 1.000)
2. Bericht über die voraussichtliche Entwicklung und die Risiken des Unternehmens
2.1. Voraussichtliche Entwicklung des Unternehmens (Prognosebericht)
Nachdem ein neuer Investor das Projekt MaHü des insolventen AG’s übernommen hat und größere und länger andauernde Maßnahmen in Einzelvergabe plant, ist die Chance für die Wiederaufnahmen der Leistung der ZRA im Bereich Baulogistik und auch EKW sehr groß. Zudem hat der Bereich Baulogistik im Technologiebereich Kunden akquiriert, welche das Leistungsspektrum der ZRA gut annehmen und auch zukünftig auf die Unterstützung setzen werden. Die mündliche Zusage für Folgeaufträge ist bereits ausgesprochen.
Neben den zwei großen und noch länger laufenden Projekten in Wien konnte die ZRA im Bereich Baulogistik Anfang des Jahres 2025 einen Großauftrag der Bundesimmobiliengesellschaft gewinnen. Das Projekt bietet neben sehr guten Umsatzchancen vor allem die Chance, das Produkt Baulogistik bei einem der größten Bauherren des Landes bekannter zu machen und den Markt langfristig zu öffnen. Auch der EKW-Bereich wird bei dicsem Projekt mit Leistungen vertreten sein.
Der Bereich EKW läuft weiterhin gut an und Folgeaufträge aus den im Jahr 2024 abgewickelten Projekten und Kundenbezichungen konnten generiert werden. Zudem ist die neu gegründete Sparte SuK innerhalb der EKW aktuell stark gefragt und könnte zu überplanmäßigen Umsatzzahlen beitragen.
Im Geschäftsbereich Miete werden sich die Veränderungen der Struktur, Investitionen und Vertriebsausbau positiv auf den Umsatz und Ergebnis auswirken. Jedoch ist der schwächelnde Baumarkt zu beobachten und ggf. gezielte Maßnahmen zu setzen. Die Neuausrichtung und Gründung eines Key Account Managements für und in Osterreich soll mindestens 10% Umsatzwachstum bei den größten Kunden des Bereichs Miete generieren und so einen wichtigen Beitrag zur Grundauslastung des Maschinenparks leisten.
Um die Markpräsenz und Bekanntheit der Zeppelin Rental Osterreich weiter zu erhöhen, ist eine Marketingposition in Österreich geplant.
Ereignisse nach dem Bilanzstichtag mit wesentlichem Einfluss auf die Vermögens-, Finanzund Ertragslage der Gesellschaft haben sich nicht ergeben.
2.2. Wesentliche Risiken und Ungewissheiten
2.2.1. Finanzinstrumente
Zu den im Unternehmen eingesetzten originären Finanzinstrumenten zählen im Wesentlichen Forderungen aus Lieferungen und Lcistungen, Verbindlichkciten aus Lieferungen und Leistungen und Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Untemehmen.
Die angewandten Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze sind im Anhang zum Jahresabschluss dargestellt.
Derivate Finanzinstrumente wurden weder im Geschäftsjahr 2024 noch in den vorangegangenen Geschäftsjahren zur Sicherung von Risiken eingesetzt.
2.2.2. Finanzielle Risiken
Im Rahmen unserer Tätigkeit sind wir einer Vielfalt von finanziellen Risiken ausgesetzt. Insbesondere sind dies Kreditrisiken, Preisänderungsrisiken und Liquiditätsrisiken. Das Fremdwährungsrisiko aufgrund von Wechselkursschwankungen ist für unsere Gesellschaft nicht von Bedeutung, da der größte Teil an Transaktionen in EUR erfolgt.
Das vom Unternehmen eingesetzte Risikofrüherkennungs- und Risikomanagementsystem verbindet das Bestreben der Treasury-Abteilungen, des Konzerns und des Unternehmens, die Wahrscheinlichkeit eventueller Verluste sowie negativer Einflüsse auf die finanzielle Situation des Unternehmens zu vermindern. Die Treasury-Abteilungen beachten bei der Ausübung ihrer Funktion die vom Vorstand der Alleingesellschafterin herausgegebenen und approbierten Konzernrichtlinien.
Da wir eine weit gestreute Kundenbasis betreuen, ist eine breite Risikostreuung hinsichtlich des Kredit- und Ausfallrisikos gegeben. Das Kredit- und Ausfallrisiko wird weiter dadurch vermindert, dass potentielle Kunden vor Geschäftsabschluss einer Bonitätsprüfung nach klar definierten Prozessen unterzogen werden, die Außenstände anhand von Aginglisten periodisch analysiert und für zweifelhafte Forderungen angemessene Wertberichtigungen gebildet werden.
Derzeit hat die Geschäftsführung keine Umstände identifiziert, die auf Kredit- oder Ausfallrisiken hindeuten, für welche noch nicht im Jahresabschluss zum 31. Dezember 2024 Vorsorge getroffen worden wäre.
Die Gesellschaft ist zu rd. 10 % (Vorjahr 11 %) cigenfinanziert. Die Fremdfinanzierung erfolgt ausschließlich durch den Konzern. Folglich ist das Unternehmen keinen wesentlichen Liquiditäts- oder Zinsschwankungsrisiken ausgesetzt, wenngleich die Konzernzinsen den allgemeinen Veränderungen des Zinsniveaus unterliegen.
Die Konzerneinstandspreise im Geschäftsfeld Vermictungsgeschäft orientieren sich an den Finanzicrungspreisen, somit besteht ein angebotsseitiges Preisänderungsrisiko. Gesticgenc Kosten werden von uns versucht an den Markt entsprechend weiterzugeben. Im Geschäftsfeld Baustellenlogistik ist das angebotsseitige Preisänderungsrisiko von Bedeutung und wird durch Weitergabe gestiegener Kosten soweit als möglich gedämpft.
Das nachfrageseitige Preisänderungsrisiko beeinflusst die Leistungsindikatoren des Unternehmens unmittelbar. Um dieses Risiko zu vermindern, sind der Konzern und das Unternchmen bestrebt, zukünftige Markttendenzen und Nachfragestrukturen frühzeitig zu antizipieren sowie durch kompetitive Preise neue Kunden zu gewinnen und bestehende Kundenbeziehungen weiter zu festigen. Darüber hinaus hat das Unternehmen einen Kundenservice geschaffen, der auf die Bedürfnisse jedes Kunden individuell zugeschnitten ist.
Zusammenfassend erachtet die Geschäftsführung des Unternehmens das vorstehend crläuterte Risikomanagementsystem hinsichtlich der Geschäftstätigkeit des Unternehmens als effizient und adäquat.
3. Bericht über die Forschung und Entwicklung
Die Gesellschaft selbst entfaltet keine Tätigkeiten auf dem Gebiet der Forschung und Entwicklung.
Die Geschäftsführung der Gesellschaft ist Teil einer Innovationsgruppe der Zeppelin Rental Gmb!l in Deutschland (ZRD) mit dem Fokus auf Baulogistik. Viele Optimierungen und Digitalisierungen konnten schon angeschoben und umgesetzt werden. In Teilprodukten wird weiterhin an Alleinstellungsmerkmalen gearbeitet.
Das Produkt „Intelligente Schranke“, welches die ZRA erfunden hat, konnte in Österreich bereits getestet werden und wurde auf zwei weiteren Projekten eingesetzt. Zudem wird die Schranke stetig weiterentwickelt und alle Erfahrungen in diesem Bereich mit den Kollegen der ZRD geteilt.
Die Baulogistik wird sich in den kommenden Jahren weiterentwickeln und neue Geschäftsfel. der zum Leistungspaket hinzunehmen.
Wien, den 14. März 2025
Die Geschäftsführung:
Dominik Müller