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Lagebericht 2024

ARAplus GmbH

Original-PDF

Stichtag 31. Dez. 2024 · Eingereicht am 14. Aug. 2025

Inhaltsverzeichnis

A. RÜCKBLICK AUF DAS GESCHÄFTSJAHR 2024

1. GRUNDLAGEN UND RAHMENBEDINGUNGEN FÜR DIE ARAPLUS GMBH (ARAPLUS)

Die ARAplus wurde am 02.05.2014 gegründet und befindet sich zu 100% im Eigentum der Altstoff Recycling Austria AG (ARA). Die ARA ist als Sammel- und Verwertungssystem (SVS) gemäß § 29 AWG 2002 tätig und aufgrund ihrer gesellschafts-, zivil- und verwaltungsrechtlichen Verpflichtungen zur Wahrung des Non-Profit-Prinzips verpflichtet. Im Gegensatz hierzu ist die ARAplus auf Gewinnerzielung gerichtet und hat das Ziel die Vermögens- und Finanzlage des Konzerns zur Risikostreuung zu stärken sowie das Serviceangebot für die ARA Lizenzpartner:innen und im Drittgeschäft zu erweitern.

Die ARAplus gliedert sich in drei Geschäftsbereiche, die als eigenständige Profitcenter betrieben werden:

• Entpflichtungsservice • Digital • Stoffstrommanagement

2. EIGENTÜMERSTRUKTUR DES ARA KONZERNS

Die Eigentümerstruktur der ARA stellt die Drittelparität der drei Interessengruppen Verpackungshersteller, Abfüller/Abpacker/Importeure und Handel ebenso wie die Gleichgewichtung aller Packstoffe gemäß § 2 (6) VerpackVO sicher. Aktionäre der ARA zum 31.12.2024 waren:

Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 1
Altstoff Recycling Austria Verein(80,02%)
ARO Holding GmbH(3,33 %)
PTP Pro Glas GmbH(3,33 %)
Verein Österreichischer Kunststoff Kreislauf(3,33 %)
Verein für Metallrecycling Pro-Metall(3,33 %)
Verein Getränkekarton Austria(3,33 %)
Verein für Holzpackmittel(3,33 %)

ARA UNTERNEHMENSGRUPPE

3. TOCHTERGESELLSCHAFT

Die ARAplus ist Alleingesellschafterin der DIGIDO GmbH (DiGiDO), die ebenfalls auf Gewinnerzielung ausgerichtet ist. DiGiDO entwickeit und betreibt Internetplattformlösungen, die einen effizienten, sicheren und geschützten Informationsaustausch zwischen ERP-Systemen im Schüttgutverkehr wie zB in Abfallwirtschaft, Bau und Transportwesen anbietet. Mit der Hilfe von DiGiDO wird auch im Kerngeschäft der ARA die Digitalisierung des Informationsaustausches gemäß der ARA Digital Roadmap mit Sammlern, Sortierern, Gemeinden und Gemeindeverbänden weiter ausgebaut.

4. BETEILIGUNGEN

Die digi-Cycle ist ein gemeinsames Joint Venture der Saubermacher Dienstleistungs AG (Anteil 50 %) und der ARAplus GmbH (Anteil 50 %). Digi-Cycie ist im Bereich von digitalen Incentivierungs- und Pfandlösungen tätig und unterstützt mit ihrer App Konsument:innen dabei, ihre Verpackungen und andere Reststoffe richtig zu trennen und korrekt zu entsorgen.

Die TriPlast GmbH ist eine gemeinsame Gesellschaft mit der Bernegger GmbH und Der Grüne Punkt Holding GmbH & Co. KG, die in Oberösterreich im Jahr 2023 eine hochmoderne Sortieranlage errichtet hat und nun betreibt. Der Anfahrbetrieb mit laufenden Optimierungen endete erfolgreich mit 30.6.2024, und ging wie geplant in den Regelbetrieb über.

5. WIRTSCHAFTLICHE ENTWICKLUNG

Das Kalenderjahr 2024 war einerseits durch sinkende Inflationsraten (2023: 7,8 %, 2024: 2,9 %) und Zinsen (Leitzinssatz EZB: von 4,5 % zum 31.12.2023 auf 3,15% zum 31.12.2024) andererseits durch eine Rezession (BIP-Entwicklung 2024 -1,2 %) und einem negativen Konsumentenvertrauen mit entsprechender Kaufzurückhaltung und erhöhter Sparquote (11,7 %, Anstieg um 3 % Punkte gegenüber 2023) gekennzeichnet. Durch den weiteren Ausbau und Optimierung im Bereich des Vertriebs, Kostensenkungen, technische Innovationen im Bereich der Wertschöpfungsketten (Sortieranlage und Upcycling) und der über den Erwartungen liegenden Altstofferlösen konnte das Budget 2024 trotzdem übertroffen werden.

Die ARAplus ist in folgenden Bereichen tätig:

• Entpflichtungsservice - Kundenservice auf Grundlage der Angebotspalette des ARA-Konzerns • Digital - Datenkommunikation, Informationsmanagement und Digitalisierung • Stoffstrommanagement – Entsorgungs-, Logistik- und Transportdienstleistungen

Im Geschäftsjahr 2024 haben sämtliche Bereiche einen positiven Beitrag zum Jahresüberschuss geleistet.

5.1 GESCHÄFTSBEREICH ENTPFLICHTUNGSSERVICE: KUNDENSERVICE AUF GRUNDLAGE DER ANGE- BOTSPALETTE DES ARA KONZERNS

Der Geschäftsbereich Entpflichtungsservice konnte im Geschäftsjahr 2024 seine Leistungspalette weiter optimieren und ausbauen. im Kalenderjahr 2024 erfolgte ein erfoigreicher Ausbau der Out-Of -Home Kampagne „Rohstoffe im Kreislauf halten“ um das Bewusstsein für die Kreislaufwirtschaft in ganz Österreich zu schärfen und die Sammelqualität zu verbessern.

5.2 GESCHÄFTSBEREICH DIGITAL: DATENKOMMUNIKATION, INFORMATIONSMANAGEMENT UND DIGITALISIERUNG

Der Geschäftsbereich Digital hat sich als IT-Serviceanbieter mit dem Schwerpunkt Abfailwirtschaft auf dem Markt etabliert und bietet verstärkt Digitalisierungslösungen für die Industrie an. 2024 konnten eine Reihe von Projekten im Bereich Abfallwirtschaft und ERP-Systeme erfolgreich umgesetzt werden.

DiGiDO baute 2024 ihre Kernkompetenzen aus und optimierte das bestehende Produktangebot.

Mit der Gründung der digi-Cycle als gemeinsames Joint Venture mit der Firma Saubermacher Dienstleistungs AG wurde die Produktpalette um den Bereich digitale Incentivierung für mehr Recycling erweitert. Der Bereich digitales Pfand konnte jedoch aufgrund der österreichischen Rechtslage nicht umgesetzt werden. Digi-Cycle konnte zwar das Basisprodukt weiter ausbauen, jedoch blieben die Umsätze unter den Erwartungen. Das Management hat Maßnahmen ergriffen, um eine nachhaltige Geschäftsentenwicklung zu erreichen.

5.3 GESCHÄFTSBEREICH STOFFSTROMMANAGEMENT - ENTSORGUNGS-, LOGISTIK- UND TRANS- PORTDIENSTLEISTUNGEN

Es gelang 2024, bestehende Großprojekte erfolgreich zu optimieren und weitere Projekte zu entwickeln und auszubauen. Die hochmoderne Sortieranlage der Triplast GmbH wurde im Geschäftsjahr 2024 erfolgreich in Betrieb genommen.

6. KENNZAHLEN

Das Eigenkapital beträgt zum 31. Dezember 2024 TEUR 14.887 (Vorjahr: TEUR 12.902). Es setzt sich aus dem Stammkapital von TEUR 70 (Vorjahr: TEUR 70), nicht gebundenen Kapitalrücklagen in der Höhe von TEUR 2.355 (Vorjahr: TEUR 2.355), und einem Bilanzgewinn von TEUR 12.462 (Vorjahr: TEUR 10.477) zusammen.

KENNZAHLEN ZUR ERTRAGSLAGE

Die gewinnorientierten Geschäftsbereiche haben die Aufgabe, die nachhaltige und stabile Entwicklung des Konzerns in den Hauptgeschäftsbereichen sicherzustellen.

Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 3
20242023
TEURTEUR
Umsatzerlöse43.00033.669
Betriebserfolg3.0022.383
Jahresüberschuss1.9861.899

KENNZAHLEN ZUR VERMÖGENS- UND FINANZLAGE

Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 4
20242023
TEURTEUR
Schuldentilgungsdauer nach URG (in Jahren)negativ0,03
Eigenkapitalquote in %66,7762,43

B. AUSBLICK FÜR 2025

1. GRUNDLAGEN UND RAHMENBEDINGUNGEN FÜR DIE ARAPLUS

Die Geschäftsentwicklung der ARAplus ist eng mit jener der ARA verbunden. Bis Juli 2020 war das EU-Kreislaufwirtschaftspaket in österreichisches Recht umzusetzen. Weitere Novellen des AWG wurden mit 10.12.2021 (BGBl. I Nr. 200/2021) und 21.06.2023 (BGBl. I Nr. 66/2023) veröffentlicht. Sie bringen weitreichende Anderungen des Rechtsrahmens und der Zielsetzungen für Sammlung und Recycling mit sich, die teilweise bereits mit 01.01.2022 rechtswirksam wurden. Weiters wurde mit 25.09.2023 die Novelle der Verpackungsverordnung (BGBl. II Nr. 284/2023) kundgemacht. Im Kalenderjahr 2024 wurde mit BGBl. I Nr. 84/2024 die AWG-Novelle Digitalisierung veröffentlicht, in welcher auch die Sicherstellung gem. § 29 (2) Z 8 präzisiert wurde.

2. WIRTSCHAFTLICHE ENTWICKLUNG DER ARAPLUS

Die ARAplus strebt weiterhin eine Ausweitung der Geschäftstätigkeiten an. Dadurch soll im Interesse von Eigentümern und Kund:innen Risiken abgefedert und die Vermögens- und Finanzlage des Konzerns gestärkt werden.

Im Q1/2025 setzte sich die wirtschaftliche Entwicklung aus dem Jahr 2024 zum Großteil fort, die bestehenden politischen und wirtschaftlichen Unsicherheiten verhindern eine wirtschaftliche Erholung und es ist davon auszugehen, dass sich der Gesamtentpflichtungsmarkt weiterhin in einer stagnierenden Phase befindet. Insgesamt ist die Lage weiterhin durch Unsicherheit und Volatilität gekennzeichnet. Die ARAplus aktualisiert ihre Hochrechnungen laufend und beobachtet die Auswirkungen auf die wirtschaftliche Situation des Unternehmens.

Die ARA und ARAplus haben gemeinsam weitere Maßnahmen zur Umsetzung des Kreislaufwirtschaftspakets gesetzt. Dazu zählen vor allem die Anderungen in der getrennten Sammlung von Verpackungen aus Haushalten und gewerblichen Anfallstellen sowie die Sicherung ausreichender Sortierkapazitäten zur Erfüllung der neuen Sammel- und Recyclingziele. Zudem erfolgte der Anpassungsprozess und die damit verbundenen Maßnahmen zur Berücksichtigung des mit 1.1.2025 begonnenen Einwegpfandes (mit Berücksichtigung von Übergangslösungen). Die Digitalisierung und weitere Optimierung der Geschäftsprozesse werden fortgeführt.

2.1 GESCHÄFTSBEREICH ENTPFLICHTUNGSSERVICE: KUNDENSERVICE AUF GRUNDLAGE DER ANGE- BOTSPALETTE DES ARA KONZERNS

ARAplus wird wie auch in den Vorjahren an einer weiteren Optimierung der Vertriebstätigkeit arbeiten. Im Hinblick auf das EU-Kreislaufwirtschaftspaket und die EU-Einwegkunststoffrichtlinie wird das Leistungsangebot im Bereich verwertungsorientierte Verpackungsgestaltung, erhöhter Rezyklateinsatz (ARA Circular Design) und Digitalisierung weiter ausgebaut.

2.2 GESCHÄFTSBEREICH DIGITAL: DATENKOMMUNIKATION, INFORMATIONSMANAGEMENT UND DIGITALISIERUNG

Im Zuge der Umsetzung der unternehmensinternen und -externen ARA Digital Roadmap wird, wie in den letzten Jahren, ein weiterer Ausbau und Fokussierung der Geschäftstätigkeit im Bereich abfallwirtschaftliche IT-Lösungen erarbeitet und umgesetzt.

Mit digi-Cycle wurde der Produktbereich auf digitale Incentivierungs- und Pfandlösungen erweitert. Digi-Cycle konnte den Kundenkreis erweitern und intensiviert die Entwicklungen und Marketingaktivitäten in den zukunftsträchtigen Wachstumsbereichen, blieb jedoch im Jahr 2024 nicht zuletzt aufgrund der aktuellen Rechtslage im Bereich Einwegpfand unter den Erwartungen. Im Jahr 2025 ist die Finalisierung der Überprüfung der bisherigen Strategie und die Umsetzung von notwendigen Anpassungsmaßnahmen geplant.

2.3 GESCHÄFTSBEREICH STOFFSTROMMANAGEMENT – ENTSORGUNGS-, LOGISTIK- UND TRANS- PORTDIENSTLEISTUNGEN

In diesem Geschäftsbereich liegt der Fokus auf der Weiterentwicklung, dem Ausbau und der Optimierung der innovativen Entsorgungslösungen sowie des Logistik- und Dienstleistungsangebots. Es sind weitere Investitionen entlang der Wertschöpfungskette geplant.

Die Sortieranlage Triplast konnte erfolgreich in Betrieb genommen werden. Bis Ende Juni 2024 fand der Anfahrbetrieb statt, der dann plangemäß mit 01.07.2024 in den Regelbetrieb wechselte. Ergänzend, wurde ein umfangreiches Berichtswesen mit technischen und wirtschaftlichen KPIs implementiert. Die Sortieranlage erfüllt die gesetzten Ziele erfolgreich, weitere Optimierungen sind in Umsetzung.

C. ZWEIGNIEDERLASSUNGEN

Die Gesellschaft betrieb im Geschäftsjahr 2024 wie bereits im Vorjahr keine Zweigniederlassungen.

D. FORSCHUNG UND ENTWICKLUNG

Die Forschungs- und Entwicklungsagenden sind überwiegend in der Muttergeselischaft der ARAplus, der ARA, gebündelt. Dem Anspruch als Innovationstreiber in der Kreislaufwirtschaft wird der Konzern durch eigene Forschung & Entwicklung (F&E) sowie Forschungskooperationen gerecht. So können wissenschaftliche Erkenntnisse zeitnah in der strategischen Planung und im operativen Tagesgeschäft integriert werden.

Die ARAplus fungiert hier als Schnittstelle zwischen der F&E und den Kunden des ARA-Konzerns und stellt im Bereich der Konzernforschung ihr Know-how zur Verfügung.

F&E-Schwerpunkte des Jahres 2024 waren insbesondere die Entwicklung von Grundlagen zur Erfüllung der Ziele des EU-Kreislaufwirtschaftspakets. Die ARA unterstützte die wissenschaftliche Arbeit als Industriepartner beim Christian Doppler Labor für recyclingbasierte Kreislaufwirtschaft (Technische Universität Wien, Montanuniversität Leoben) sowie bei weiteren Projekten zur Steigerung des Closed Loop Recyclings mit dem Ziel der Optimierung von Recyclingfähigkeit, der Recyclingprozesse und des Rezyklateinsatzes. Zur Umsetzung der Produktion von zusätzlichem hochwertigen Rezyklat als Sekundärrohstoff erfolgte die Entwicklung eines – als EU-Patent angemeldeten – Verfahrens zur Aufbereitung von Sortierresten zu Polyolefinkonzentraten für ein nachfolgendes mechanisches oder chemisches Recycling.

Im Bereich ARA Circular Design wurden Projekte zur Optimierung der Recyclingfähigkeit von Verpackungen sowie zum erhöhten Einsatz von Kunststoffrezyklaten fortgesetzt.

E. RISIKOBERICHTERSTATTUNG

Die ARAplus unterliegt im Rahmen ihrer Funktion im ARA-Konzern immanenten Risiken, die auch mit dem Betrieb eines SVS und den weiteren Geschäftsfeldern verbunden sind. Dazu zählen vor allem rechtliche Anderungen, die die Kunden des ARA-Konzerns betreffen, Schwankungen der Gesamtmarktmenge und des Marktanteils der ARA, sowie der Verwertungserlöse,

Das strukturierte Management bestehender und neu auftretender Risiken wird von den Geschäftsführern wahrgenommen. Dabei soll bestmöglicher Informationsaustausch über risikorelevante Sachverhalte innerhalb des Konzerns und zwischen Unternehmen und Eigentümern sichergestellt werden. Risiko wird dabei als Möglichkeit der positiven und negativen Abweichung von Unternehmenszielen und –kennzahlen verstanden. Risikomanagement und Internes Kontroilsystem (IKS) bilden wesentliche Bestandteile der Corporate Governance des Konzerns, in welches die ARAplus voll eingebunden ist.

Die Risikoidentifikation hat folgende Hauptrisiken ergeben:

1. RECHTLICHE RAHMENBEDINGUNGEN

Der Konzern sowie im Rahmen der bestehenden Auftragsverhältnisse auch die ARAplus sind in besonderer Weise von gesetzlichen Rahmenbedingungen abhängig. Anderungen, wie z.B. durch das EU-Kreislaufwirtschaftspaket oder die EU-EinwegkunststoffRL, können weitreichenden Einfluss auf Geschäftsmodell, Ziele und den Geschäftsverlauf des ARA-Konzerns, der Kunden des ARA-Konzerns und die ARAplus haben. Diesem Risiko wird durch verstärktes Monitoring der österreichischen und europäischen Entwicklung und durch Kontakt mit Interessenvertretungen, welcher überwiegend durch die ARA wahrgenommen wird, begegnet.

Der ARA-Konzern analysiert die Risikoeffekte der Neuregelungen durch Modellierungen und unter Beobachtung vergleichbarer Märkte, insbesondere der Entwicklungen in Deutschland. Die Geschäftsführung der ARAplus ergreift in Abstimmung mit dem Vorstand der ARA alle notwendigen Maßnahmen, um eine nachhaltige Entwicklung der Unternehmen sicherzustellen und die Interessen des Konzerns, seiner Eigentümer:innen und Kund:innen zu schützen.

2. ENTWICKLUNG DER GESAMTMARKTMENGEN

Die Gesamtteilnahmemasse aller SVS sowohl im Bereich Verpackungen als auch im Bereich Elektroaltgeräte und Batterien, welche vertriebsseitig von der ARAplus betreut werden, ist u, a. allgemeinen Markt-, Konsum- und Technologieentwicklungen sowie konjunkturellen Schwankungen unterworfen. Die Entwicklungen werden auf der Grundlage der EDM-Meldungen der SVS laufend überwacht, ungeplante Abweichungen werden kausal analysiert und in den Vorschau- und Planrechnungen berücksichtigt. Dabei arbeiten die Funktionseinheiten der ARAplus eng mit jenen der ARA zusammen.

3. ENTWICKLUNG DER MARKTSTELLUNG

Die Marktsituation der ARA ist durch eine aggressive Preispolitik der Mitbewerber:innen oder ihnen zuzurechnender Entpflichtungsmakler:innen gekennzeichnet. Der ARA-Konzern tritt dieser Situation durch ein bestmögliches Preis-/Leistungsverhältnis und ein wachsendes Angebot an Services bei optimiertem Vertrieb aller Konzernleistungen durch den Geschäftsbereich Entpflichtungsservice der ARAplus aktiv entgegen.

In den Bereichen Stoffstrommanagement und Digital ist die ARAplus insbesondere auf hochqualitative abfallspezifische IT-, Logistik und Entsorgungslösungen spezialisiert.

4. KONTRAHENTENRISIKO

Die Begrenzung des Kontrahentenrisikos im Geschäftsbereich Stoffstrommanagement erfolgt durch eine sorgfältige Auswahl der Lieferanten, Störfallvorsorgen sowie durch internes Scoring und Limitwesen.

Die Geschäftsleitung beobachtet laufend die Leistungsfähigkeit der Geschäftspartner.

5. AUSFALLSRISIKO

Die Begrenzung des Ausfallsrisikos eines Vertragspartners (fristgerechte Bezahlungen der Forderungen aus Leistungen) erfolgt durch eine regelmäßige Kontrolle der offenen Posten, strukturiertes Mahnwesen, Informationsaustausch mit Gläubigerschutzverbänden und Zusammenarbeit mit einem für Forderungsbetreibung spezialisierten Anwalt.

6. KURSRISIKO WERTPAPIERE

Derzeit verfügt die ARAplus über keine Veranlagung in Wertpapiere. Im Rahmen der genehmigten Veranlagungsgrundsätze des ARA-Konzerns, die Risikominimierung und Substanzerhalt der veranlagten Mittel absoluten Vorrang einräumen, erfolgt eine laufende Evaluierung des Veranlagungs- sowie Zinsumfelds.

7. ALTSTOFFERLÖSE

Dem marktbedingten Schwankungsrisiko der Altstofferlöse, welches vor allem im Geschäftsbereich Stoffstrommanagement schlagend werden kann, wird durch Monitoring und Quantifizierung sowie durch Nach- und Neuverhandlung von Indexbindungen, Limits und Caps begegnet.

8. COMPLIANCE

Das Compliance Management System wurde nach ISO 37301 zertifiziert. Ein umfassendes Rechtsregister verzeichnet die von der ARA und Konzerntöchtern einzuhaltenden gesetzlichen Verpflichtungen und die entsprechenden internen Zuständigkeiten.

Die Organisationsrichtlinie zur Korruptionsprävention ist für sämtliche Mitarbeiter:innen der ARAplus bindend. Diese Richtlinie soll die Integrität der Gesellschaft und ihrer Mitarbeiter:innen sicherstellen, Compliance-Verstöße wirksam verhindern und die Beschäftigten damit vor möglichen arbeits- und/oder strafrechtlichen Folgen schützen. Zudem sollen Vertrauens-, Image- und Vermögensschäden verhindert werden.

F. NICHT FINANZIELLE LEISTUNGSINDIKATOREN

1. QUALITÄTSMANAGEMENTSYSTEM

Der ARA-Konzern absolvierte im Jahr 2024 ein Verlängerungsaudit durch die Quality Austria - Trainings, Zertifizierungs und Begutachtungs GmbH für das Qualitäts-und Umweltmanagementsystem sowie für das Compliance- Managementsystem und erfüllt damit die Anforderungen der internationalen Normen EN ISO 9001:2015, ISO 14001:2015 und ISO 37301:2021 sowie der Europäischen Norm nach EMAS III-Verordnung unter Berücksichtigung des prozessorientierten Ansatzes.

2. MITARBEITER:INNEN

Mit ihren Fähigkeiten und ihrem Engagement ermöglichen die Mitarbeiter:innen der ARAplus den Erfolg des Unternehmens. Die ARAplus beschäftigte 2024 durchschnittlich 38,5 Angestellte (Vorjahr: 38,7). Die Kosten für die Aus- und Weiterbildung beliefen sich unter Berücksichtigung des durchschnittlichen Mitarbeiterstandes 2024 auf rd. EUR 280 pro Mitarbeiter:in.

Alle Mitarbeiter:innen profitieren von einer Reihe freiwilliger Zusatzleistungen wie, z.B. Pensionskasse, Unfallversicherung und Essenszuschüssen.

Die gesetzlich vorgeschriebene Evaluierung der Arbeitsplätze und entsprechende Unterweisungen der Mitarbeiter:innen werden regelmäßig durchgeführt. Für die Mitarbeiter:innen wurden 2024 eine Reihe von Gesundheitsleistungen angeboten. Darüber hinaus finden zweimal pro Jahr Impftermine statt, für die die Gesellschaft das Arzthonorar übernimmt.

Eine familien- und gesundheitsbewusste Personalpolitik ist für den ARAplus ein wichtiger Baustein für die Zufriedenheit und Leistungsfähigkeit der Mitarbeiter:innen.

3. UMWELTAUSWIRKUNGEN

Der ARA-Konzern erachtet es als seine Verpflichtung, seine Sammel- und Verwertungssysteme so zu gestalten und zu betreiben, dass das unternehmerische Hauptziel – die rechtskonforme Entpflichtung zu nachhaltig geringstmöglichen Kosten – mit größtmöglichem ökologischem Nutzen in Hinblick auf Ressourcenschonung und mit möglichst geringem volkswirtschaftlichen Aufwand erreicht wird.

Im Rahmen des Umweltmanagement-Systems werden nicht nur die externen Umweltauswirkungen des ARA- Konzerns ermittelt, sondern auch die – vergleichsweise vernachlässigbaren - internen Umweltauswirkungen des Bürobetriebs einer Bewertung unterzogen. Zur Vergleichbarkeit werden die wesentlichen Faktoren in CO2-Äquivalenten dargestellt. Bei den internen Umweltauswirkungen werden Energieverbrauch (Fernwärme und Strom) sowie Papierverbrauch als maßgebliche Größen beobachtet.

Die positiven externen Umweltauswirkungen der Verpackungssammlung ergeben sich durch die Reduktion des CO2-Ausstoßes durch Recycling von Papier, Glas, Leichtverpackungen, Metall- und Holzverpackungen zu Sekundärrohstoffen und durch die Einsparung von Primärenergieträgern bei der Nutzung der Verpackungsabfälle ais Ersatzbrennstoff. Dem steht u. a. der CO2-Ausstoß der Fahrzeuge bei der Sammlung gegenüber.

Die Berechnung der eingesparten Treibhausgasemissionen erfolgt mithilfe eines von c7-consult entwickelten und von der TU Wien sowie dem Umweltbundesamt geprüften Berechnungsmodells. Das Modell beinhaltet CO2-Einsparungen durch Gewinnung von Sekundärrohstoffen und Substitution von Brennstoffen ebenso wie CO2-Belastungen durch getrennte Sammlung und Verwertung. Die saldierte CO2-Einsparung lag im Jahr 2024 bei rund 500.000 t CO2-Aquivalenten (Vorjahr: 510.000 t CO1-Aquivalenten); dies entspricht 7 % der durchschnittlichen jährlichen Fahrleistung aller zugelassenen Pkw in Osterreich. Die Verpackungsentpflichtung trägt damit durch die Sammlung und Verwertung von Verpackungen aktiv zur Umweltentlastung bei.

Um die positive Umweltleistung des Verpackungsrecyclings den Kund:innen bewusst zu machen, verleiht ARA Klimazertifikate als Anerkennung für verantwortungsbewusste Unternehmen.

Wir danken den Eigentümern für ihr Vertrauen und ihre Unterstützung. Unser besonderer Dank gilt allen unseren Kund:innen für ihren Beitrag zur Kreislaufwirtschaft. Wir danken allen Partnern der ARAplus für die hervorragende Zusammenarbeit und unseren Mitarbeitertinnen für ihren Einsatz: Sie alle haben ein erfolgreiches Jahr 2024 und die erfolgreiche Bewältigung der neuen Herausforderungen möglich gemacht.

Wien, am

Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 8
Ing. Heann faschingErwin Jandang. Jürgen Secklehner
GeschäftsführerGeschäftsführerGeschäftsführer

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