Inhaltsverzeichnis
1. Geschäftsverlauf und die wirtschaftliche Lage
1.1. Gegenstand und Tätigkeit des Unternehmens
Die Coinfinity GmbH (im Folgenden „Gesellschaft“ oder „Coinfinity“) hat ihren Sitz in 8020 Graz. Die Gesellschaft ist als „Dienstleister in Bezug auf virtuelle Währungen“ tätig und unterliegt der Aufsicht der Österreichischen Finanzmarktaufsicht (FMA). Der Schwerpunkt der Tätigkeit liegt auf dem Handel mit Bitcoin sowie der Bereitstellung damit verbundener Dienstleistungen.
Im Dezember 2025 erteilte die österreichische Finanzmarktaufsicht (FMA) der Coinfinity GmbH die Lizenz als Anbieter von Kryptowerte-Dienstleistungen („Crypto-Asset Service Provider“, „CASP“) gemäß der europäischen Markets in Crypto-Assets Regulation (MiCAR). Die Lizenzerteilung stellt einen wesentlichen Meilenstein in der Unternehmensgeschichte dar.
1.2. Marktumfeld und Kryptoindustrie
Das Geschäftsjahr 2025 war geprägt von einer dynamischen Entwicklung im globalen Kryptomarkt. Die zunehmende Akzeptanz von Krypto-Assets durch institutionelle Anleger sowie die Zulassung von Spot-ETFs in den USA haben das Marktumfeld positiv beeinflusst.
In Europa spielte die Umsetzung der MiCAR-Verordnung eine zentrale Rolle. Sie schuf regulatorische Klarheit und stärkte das Vertrauen in regulierte Anbieter. Coinfinity hat diese Entwicklung genutzt, um seine Marktposition zu festigen. Durch die Servicierung von Kunden aus dem Ausland (v.a. Deutschland) konnte die Gesellschaft im Jahr 2025 ein signifikantes Umsatzwachstum verzeichnen.
1.3. Wesentliche Ereignisse des Geschäftsjahres
Das Geschäftsjahr 2025 war für die Coinfinity GmbH von einer außergewöhnlich positiven Geschäftsentwicklung geprägt. Die Umsatzerlöse konnten gegenüber dem Vorjahr (2024: 121 Mio. EUR) nahezu verdreifacht werden und erreichten 326 Mio. EUR, die Planung konnte deutlich übertroffen werden. Wesentliche Treiber dieser Entwicklung waren die positive Dynamik am Kryptomarkt in 2025, strategische Partnerschaften mit Werbepartnern, eine steigende Marktdurchdringung im deutschsprachigen Kernmarkt sowie die wachsende Akzeptanz von Bitcoin als Anlageklasse im institutionellen und privaten Bereich. Mit dem Umsatzwachstum wurden darüber hinaus Skaleneffekte sichtbar, welche die operative Marge im Jahresverlauf spürbar verbesserten.
Im November 2025 erwarb die Coinfinity GmbH einen Mehrheitsanteil an der Aprycot Media GmbH. Aprycot Media ist im deutschsprachigen Raum als führender Verlag und Content- Anbieter im Bereich Bitcoin-Bildung etabliert und vertreibt unter anderem den Bestseller „Bitcoin Standard“.
Seit Dezember 2025 besitzt die Coinfinity eine MiCAR Lizenz durch die FMA. Seit diesem Zeitpunkt ist die Gesellschaft als CASP tätig. Sie sichert die regulatorische Grundlage für den
langfristigen Fortbetrieb des Kerngeschäfts und eröffnet über das EU-Passporting-Regime erstmals die Möglichkeit, Dienstleistungen in allen Mitgliedstaaten der Europäischen Union anzubieten, ohne in jedem Land eine separate Zulassung zu beantragen. Gleichzeitig gehen mit der Lizenz laufende regulatorische Anforderungen einher, insbesondere hinsichtlich der Eigenmittelausstattung (Art. 67 MiCAR), der Verwahrung von Kryptowerten und der organisatorischen Governance.
1.4. Beteiligung an der Kurant GmbH
Im April 2025 wurde eine ordentliche Kapitalerhöhung der Kurant GmbH durchgeführt, an der sich die Coinfinity GmbH beteiligt hat. Ziel dieser Maßnahme war die Erfüllung der Anforderungen für die Beantragung einer MiCAR-Lizenz. Durch die Kapitalerhöhung hat sich der Anteil der Gesellschaft an der Kurant GmbH auf 47,52 % erhöht.
Leider konnte die Kurant GmbH bis zum heutigen Tage noch keine MiCAR-Lizenz erlangen. Dem Vorsichtsprinzip entsprechend musste der Beteiligungsansatz an der Kurant GmbH vorerst mit Ende des Jahres abgeschrieben werden, für offene Forderungen wurde darüber hinaus eine Einzelwertberichtigung vorgenommen. Weiters mussten Forderungsverzichte vorgenommen werden, um das Eigenkapital der Kurant GmbH zu stärken. Dies stellt die Realisierung eines eingegangenen strategischen Risikos dar.
Aktuelle Situation: Um die operative Weiterführung des ATM-Geschäfts vorerst zu sichern, wurde eine Kooperation mit einem MiCAR-lizenzierten ATM-Betreiber aus der Slowakei eingegangen. Damit können die bestehenden Automaten in Österreich wieder in Betrieb genommen werden. Bei einem Großteil der Automaten ist dies bereits der Fall, in den kommenden Wochen werden sämtliche in Österreich stehende Automaten wieder in Betrieb sein.
1.5. Beteiligung an der Aprycot Media GmbH
Mit der Übernahme von 55 % der Anteile an der Aprycot Media GmbH im November 2025 hat die Coinfinity GmbH ihre strategische Positionierung im Bereich Bildung und Content gestärkt. Die Aprycot Media GmbH vertreibt Bitcoin-bezogene Bildungsinhalte und Bücher und ist der führende Anbieter am deutschsprachigen Markt diesbezüglich.
Mit der Beteiligung setzt Coinfinity seine Strategie fort, Bitcoin als Teil einer Wirtschafts- und Gesellschaftsordnung zu positionieren und Wissen über Geldthemen und Wirtschaft zu vermitteln.
1.6. Gesellschaftermaßnahme
Um das geplante Wachstum der Coinfinity GmbH zu sichern und das Eigenkapital zu stärken, wurde im Geschäftsjahr 2025 eine Kapitalerhöhung beschlossen.
1.7. Finanzielle Entwicklung
Im Geschäftsjahr 2025 wurde ein Jahresfehlbetrag in der Höhe von 2.362.482,33 EUR erwirtschaftet. Der Bilanzverlust wurde im Jahr 2025 mit -4.509.466,40 EUR ausgewiesen, bestehend aus dem Verlustvortrag aus dem Jahr 2024 in der Höhe von -2.146.984,07 EUR und dem Jahresfehlbetrag aus dem Jahr 2025. Letzterer lässt sich zu großen Teilen aus
außerplanmäßigen Abschreibungen und Einzelwertberichtigungen ableiten, die im Zusammenhang mit der Kurant GmbH stehen und nicht aus dem laufenden Geschäft.
Die Bilanzsumme betrug 8.574.935,75 EUR. Der Anteil des Anlagevermögens betrug 1.080.472,59 EUR, der Anteil des Umlaufvermögens betrug 6.902.996,45 EUR. Die Rechnungsabgrenzungsposten betrugen 47.950,53 EUR, die aktiven latenten Steuern 543.516,48 EUR.
Die Betriebsleistung 2025 betrug 328.361.279,32 EUR und konnte damit um 207.199.489,65 EUR im Vergleich zum Vorjahr gesteigert werden, das Betriebsergebnis hat sich von 512.860,16 EUR auf -366.595,02 EUR verschlechtert, das Ergebnis vor Steuern von 458.291,60 EUR auf -2.804.535,91 EUR.
Positiv auf das Jahresergebnis haben sich neben dem Umsatzwachstum, welches durch erfolgreiche Marketingmaßnahmen erreicht werden konnte, auch der zwischenzeitliche Kursanstieg von Bitcoin ausgewirkt, welcher gegen Jahresende jedoch wieder verloren wurde. Negativ haben sich gestiegene Bankspesen sowie eine Wertberichtigungen und Beteiligungswertabschreibungen in Zusammenhang mit der Kurant GmbH ausgewirkt. Negative Kurseffekte am Ende des Jahres haben das Ergebnis um rund 1 Mio. EUR beeinflusst. Weiters wurde das Jahr 2025 mit dem Erhalt der MiCAR-Lizenz abgeschlossen, welche sich in erhöhten Personal- und Beratungsaufwand niedergeschlagen hat.
2. Betriebswirtschaftliche Analyse
Kennzahlen gemäß Unternehmensreorganisationsgesetz
| Eigenmittelquote | |
|---|---|
| 2025 | 4 027 283,60 / (8 574 935,75 - 4 900,00) = 46,99% |
| 2024 | 2 389 765,93 / (10 895 093,20 - 7 030,25) = 21,95% |
| 2023 | 1.973.995,10 / (6.907.411,75 – 1.211,04) = 28,58 % |
| Fiktive Schuldentilgungsdauer | |
| 2025 | (131 476,92 + 4 411 275,23 - 238 505,63) / (-2 362 |
| 482,33 + 114 465,74 + 0,00 - 2130,25 - 570749,63 + | |
| 0,00) = neg. Tilgungsdauer | |
| 2024 | (252 048,52 + 8 243 875,89 - 846 109,75) / (415 |
| 770,83 + 174 720,87 + 0,00 - 4180,79 - 250,00 + | |
| 576,00) = 13 Jahre | |
| 2023 | (156.223,55 + 4.775.982,06 – 60.214,81 - 0) / |
| (-1.436.491,55 + 174.887,86 + 0 – 18.864,56 – 0 | |
| +324,00) = -> negative Schuldentilgungsdauer |
Kennzahlen Ergebnis/Rentabilität
| Ergebnis vor Zinsen und Steuern | |
|---|---|
| (EBIT) | |
| 2025 | -2 804 535,91 + 75 498,59 = -2 729 037,32 EUR |
| 2024 | 458 291,60 + 54 703,05 = 512 994,65 EUR |
| 2023 | -1 436 491,55 + 58 156,29 = -1 378 335,26 EUR |
| Eigenkapitalrentabilität (Return on | |
| Equity) | |
| 2025 | -2 362 482,33 / Ø EK 3 208 524,77 = -87,41% |
| 2024 | 415 770,83 / Ø EK 2 181 880,52 = 21,00% |
| 2023 | -1 403 830,15 / Ø EK 1 862 910,18 = -77,11% |
| Gesamtkapitalrentabilität (Return | |
| on Investment) | |
| 2025 | -2 729 037,32 / Ø EK 3 208 524,77 = -28,03% |
| 2024 | 512 994,65 / Ø EK 2 181 880,52 = 5,76% |
| 2023 | -1 378 335,26 / Ø EK 1 862 910,18 = -20,88% |
Regulatorische Kennzahlen
Eigenmittelausstattung gemäß Art.
| 67. MiCAR | |
|---|---|
| 2025 | 3.439.687,89 |
| Benötigte Eigenmittel | |
| 2025 | 795.448,01 |
3. Zweigniederlassungen
Die Gesellschaft verfügte per 31. Dezember 2025 über keine Zweigniederlassungen.
4. Arbeitnehmerbelange
Coinfinity hatte in 2025 im Durchschnitt rund 29 Personen beschäftigt.
Der Standort der Gesellschaft ist Graz. Im Jahr 2025 wurde das Team weiter ausgebaut, um die wachsenden regulatorischen Anforderungen gerecht zu werden und die Expansion in den deutschen Markt voranzutreiben. Die Gesellschaft legt Wert auf eine gute Arbeitsatmosphäre und die kontinuierliche Weiterentwicklung der Mitarbeiter. Die Gesundheit der Mitarbeiter ist ebenfalls von großer Bedeutung für die Gesellschaft, entsprechende Aktivitäten und Angebote sind vorhanden.
5. Finanzinstrumente und diesbezügliche Risiken
Durch das Halten von Kryptowährungen sowohl im Anlagevermögen als auch im Umlaufvermögen ergeben sich für die Gesellschaft Risiken, aber auch Chancen. Als
wesentliches Risiko ist vor allem die weiterhin als volatil einzustufende Entwicklung des Bitcoin-Preises anzuführen. Der Bestand der gehaltenen übrigen Krypto-Assets ist von untergeordnetem Umfang und daher nicht mehr als wesentliche Risikoposition zu sehen.
6. Risikobericht
Die Coinfinity GmbH verfolgt einen strukturierten Ansatz im Umgang mit Risiken. Risiken, die sich aus dem operativen Geschäft, dem regulatorischen Umfeld und der Marktentwicklung ergeben, werden laufend geprüft und bewertet. Durch die MiCAR-Lizenz unterliegt die Gesellschaft erweiterten Anforderungen an interne Kontrollsysteme und das Risikomanagement. Wesentliche Risikofelder werden im Folgenden dargestellt.
6.1. Regulatorisches Risiko
Die Coinfinity GmbH verfügt seit Dezember 2025 über eine Lizenz als CASP gemäß der MiCAR. Die Lizenz bildet die Grundlage für den Fortbetrieb des Kerngeschäfts und eröffnet über das Passporting-Regime die Möglichkeit, Dienstleistungen in allen EU-Mitgliedstaaten anzubieten.
Mit der Lizenz gehen laufende regulatorische Anforderungen einher. Die Gesellschaft ist verpflichtet, Eigenmittelanforderungen gemäß Art. 67 MiCAR dauerhaft zu erfüllen und deren Einhaltung gegenüber der FMA nachzuweisen. Darüber hinaus bestehen Anforderungen an die Segregation von Kundengeldern (Art. 70), die Verwahrung von Kryptowerten (Art. 75), das Record-Keeping (Del. Reg. 2025/1140) sowie an die organisatorische Governance. Darüber hinaus sind die Meldepflichten gemäß dem Krypto-Meldepflichtgesetz (Krypto-MPfG, Umsetzung der EU-Richtlinie DAC8 und des internationalen CARF-Standards) zu beachten. Die Nichteinhaltung dieser Anforderungen könnte zu aufsichtsrechtlichen Maßnahmen bis hin zum Entzug der Lizenz führen. Die Gesellschaft beobachtet regulatorische Entwicklungen fortlaufend und passt ihre Prozesse entsprechend an.
Durch das Auslaufen von Übergangsfristen passiert aktuell eine Marktbereinigung, diese stellt für lizenzierte Anbieter wie die Coinfinity GmbH eine Chance dar, birgt aber auch das Risiko einer erhöhten Wettbewerbsintensität durch den Markteintritt großer, lizenzierter Akteure aus anderen Mitgliedstaaten.
6.2. Marktrisiko und zyklische Entwicklung
Die Geschäftsentwicklung der Coinfinity GmbH ist maßgeblich von der Preisentwicklung von Bitcoin abhängig. Der Bitcoin-Preis folgt historisch einem ungefähren 4-Jahres-Zyklus, der durch das „Halving“ (Halbierung der Belohnung für das Schürfen neuer Bitcoin-Einheiten) geprägt ist. Auf die Halvings der Jahre 2016, 2020 und 2024 folgten jeweils Phasen deutlicher Preissteigerungen, gefolgt von Korrekturen.
Im Geschäftsjahr 2025 zeigte sich der Bitcoin-Preis volatil. Nach einem Jahresstart bei rund 90.000 EUR erreichte Bitcoin nach einem sehr volatilen ersten Halbjahr im Oktober ein Jahreshoch von über 105.000 EUR, bevor geopolitische Unsicherheiten und die angespannte Lage an den globalen Finanzmärkten zu Korrekturen führten. Zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2025 notierte Bitcoin bei rund 75.000 EUR. Die zunehmende institutionelle Adoption stützt langfristig die Nachfrage, erhöht aber gleichzeitig die Korrelation des Bitcoin- Preises mit traditionellen Finanzmärkten.
| 110.000 € |
|---|
| 105.000 € |
| 100.000 € |
| 95.000 € |
| 90.000 € |
| 85.000 € |
| 80.000 € |
| 75.000 € |
| 70.000 € |
| coingecko 65.000 € |
| Jan '25 | Mrz '25 | Mai '25 | Jul '25 | Sep '25 | Nov '25 | Jan '26 |
|---|
Entwicklung Bitcoin-Preis im Jahr 2025, Quelle: https://www.coingecko.com/de
Die Korrelation zwischen Bitcoin-Preis und Transaktionsvolumen ist hoch. Steigende Kurse gehen typischerweise mit erhöhter Neukundenregistrierung und gesteigerten Handelsvolumina einher, während Kursrückgänge mittelfristg nach einem kurzfristigen Ansteg der Handelsvolumina zu einer Reduktion der Handelsaktvität führen.
Ein nachhaltiger Rückgang des Bitcoin-Preises oder ein sogenannter Krypto-Winter vergleichbar mit den Phasen 2018/2019 und 2022/2023 würde die Umsatzerlöse und das Betriebsergebnis der Gesellschaft erheblich belasten. Durch die gestiegene insttutionelle Adoption und die gewachsene Kundenanzahl bei Coinfinity ist das Risiko für Coinfinity geringer als in Vorjahren.
Die Gesellschaft hält Bitcoin sowohl im Anlage- als auch im Umlaufvermögen. Der Bestand der übrigen Krypto-Assets ist von untergeordnetem Umfang und stellt daher keine wesentliche Risikoposition dar. Technische Systeme wurden laufend weiterentwickelt und haben im Jahr 2025 gezeigt, dass eine entsprechende Skalierung des Geschäftsbetriebs möglich ist.
6.3. Finanz- und Liquiditätsrisiko
Die Finanz- und Liquiditätslage der Gesellschaft hat sich im Geschäftsjahr 2025 deutlich stabilisiert. Durch das signifikante Umsatzwachstum und die damit einhergehenden Skaleneffekte hat sich die Kostenstruktur verbessert. Die Aufwände stiegen deutlich unterproportional zum Umsatzwachstum, wodurch die operative Effizienz gesteigert werden konnte. In mehreren Monaten des Jahres 2025 konnte ein operativer Break-Even erzielt werden; auf Gesamtjahressicht bewegt sich die Gesellschaft annähernd im Break-Even- Bereich.
Für den laufenden Betrieb waren im Geschäftsjahr 2025 keine weiteren Darlehen erforderlich. Die Liquiditätssituation wurde durch die Umwandlung offener Gesellschafterdarlehen in eine Kapitalerhöhung nachhaltig gestärkt. Die verbleibenden offenen Forderungen aus Gesellschafterdarlehen konnten verlängert werden. Sollte eine vorzeitige Fälligstellung eintreten, sind die vorhandenen Krypto-Bestände der Gesellschaft ausreichend, um diese zu decken.
Zusätzlich unterliegt die Gesellschaft durch die MiCAR-Lizensierung höheren Anforderungen an das Eigenkapital. Die anrechenbaren Eigenmittel werden laufend überwacht, um die Einhaltung der regulatorischen Schwellenwerte sicherzustellen.
6.4. Beteiligungsrisiko
Die Beteiligung an der Kurant GmbH war im Geschäftsjahr 2024 ein zentrales Risiko, das sich im Jahr 2025 weitgehend realisiert hat. Da die Kurant GmbH bis zum Ende des Jahres 2025 keine MiCAR-Lizenz erlangen konnte, wurde die Beteiligung an der Kurant GmbH vollständig abgeschrieben, für Forderungen wurden substanzielle Einzelwertberichtigungen vorgenommen. Dies stellt die Realisierung eines eingegangenen strategischen Risikos dar, welches durch vorangegangene Einzelwertberichtigungen bereits teilweise berücksichtigt war.
Um die operative Weiterführung des ATM-Geschäfts zu sichern, wurde eine Kooperation mit einem slowakischen MiCAR-lizenzierten ATM-Betreiber eingegangen. Diese Partnerschaft ermöglicht es, die bestehenden Automaten in Österreich weiter zu betreiben. Für die weitere Ausrichtung der Kurant GmbH wird das Jahr 2026 entscheidend sein. Die Gesellschaft beobachtet die Entwicklung weiterhin und hat die finanzielle Exponierung durch Abschreibung und Einzelwertberichtigungen auf ein Minimum reduziert.
6.5. Operationales Risiko
Als mittelgroße GmbH im schnelllebigen Kryptomarkt ist die Coinfinity GmbH in besonderem Maße auf ihre Kernprozesse und Schlüsselpersonen angewiesen. Die Geschäftsführung und das erweiterte Führungsteam tragen wesentliche operative und strategische Verantwortung. Der Ausfall von Schlüsselpersonen könnte die Geschäftstätigkeit vorübergehend beeinträchtigen.
Die Gesellschaft begegnet diesem Risiko durch den gezielten Aufbau von Stellvertreterregelungen, die weiterführende Dokumentation der Prozesse und die Verbreiterung der Wissensbasis im Team. Im Zuge des Wachstums der letzten Jahre wurden Funktionen in diversen Bereichen ausgebaut.
Regelmäßige interne Audits und Schulungen stellen sicher, dass die Mitarbeiter die aktuellen Compliance-Anforderungen und operativen Standards einhalten.
6.6. IT-Sicherheit und Datenrisiko
Als Unternehmen im Kryptobereich ist die Coinfinity GmbH einem erhöhten Risiko in Bezug auf IT-Sicherheit ausgesetzt. Diesem Umstand trägt auch der Gesetzgeber Rechnung. Der Digital Operational Resilience Act (DORA, Verordnung (EU) 2022/2554) verpflichtet MiCARlizenzierte CASPs ein umfassendes ICT-Risikomanagement-Framework zu etablieren, das die Identifizierung, Schutz, Erkennung, Reaktion und Wiederherstellung nach ICT-Vorfällen regelt.
Die Gewährleistung höchster IT-Sicherheitsstandards ist ein zentrales Anliegen, da sie unmittelbar mit dem Vertrauen der Kunden und der Stabilität des Geschäftsmodells verbunden ist. Wir verfolgen dabei einen kontinuierlichen Verbesserungsprozess, um unsere Systeme, Prozesse und Kontrollmechanismen laufend an neue Bedrohungslagen und regulatorische Anforderungen anzupassen. Die DORA-Anforderungen an Governance, Testing und Third-Party-Oversight wurden in die bestehenden Prozesse integriert.
Die Datenverarbeitung in der Coinfinity erfolgt nach den Grundsätzen und auf Basis der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO), des Datenschutzgesetzes (DSG) und des Telekommunikationsgesetzes (TKG). Darüber hinaus sind nun auch die erweiterten Meldepflichten gemäß dem Krypto-Meldepflichtgesetz (CARF/DAC8) einzuhalten, was zusätzliche Anforderungen an die Datenerhebung und -übermittlung stellt.
6.7. Makroökonomisches Umfeld
Das globale wirtschaftliche Umfeld war im Geschäftsjahr 2025 weiterhin von erheblichen Unsicherheiten geprägt. Der Internationale Währungsfonds (IWF) senkte in seinem World Economic Outlook vom April 2026 die Prognose für das globale Wirtschaftswachstum 2026 auf 3,1 % (zuvor 3,3 %), wobei die Risiken deutlich nach unten gewichtet sind: Im Szenario einer weiteren Eskalation des Nahost-Konflikts könnte die Prognose weiter fallen. Für die Eurozone prognostiziert die Europäische Zentralbank (EZB) ein Wachstum von 0,8–0,9 % im Jahr 2026 bei einer Inflation von 2,6–3,0 %. Die geopolitischen Spannungen, insbesondere die Auswirkungen des Nahost-Konflikts auf die Energiepreise und die globalen Lieferketten, stellen das zentrale Abwärtsrisiko dar.
Die österreichische Wirtschaft entwickelte sich im Jahr 2025 verhalten. Die Österreichische Nationalbank (OeNB) prognostiziert für 2026 ein BIP-Wachstum von lediglich 0,5 %, eine deutliche Abwärtsrevision gegenüber der früheren Prognose von 0,8 %. Der Titel der OeNB- Prognose vom März 2026 („Nahost-Krieg trübt Konjunkturausblick") unterstreicht die Dominanz geopolitischer Risikofaktoren.
Für den Kryptomarkt ist das makroökonomische Umfeld insofern relevant, als die Zinspolitik der EZB und die globale Risikobereitschaft auch direkte Auswirkungen auf die Nachfrage nach digitalen Vermögenswerten haben. Die zunehmende Integration von Kryptowährungen in das traditionelle Finanzsystem, verdeutlicht durch die US-Spot-Bitcoin-ETFs mit einem verwalteten Vermögen von rund 95 Mrd. USD per Ende 2025 und den Einstieg großer europäischer Banken in Kryptowerte-Dienstleistungen unter MiCAR, hat die Korrelation des Kryptomarkts mit traditionellen Finanzmärkten tendenziell verstärkt.
Für den Geschäftsbetrieb der Coinfinity GmbH ist die inländische Konjunkturentwicklung von untergeordneter Bedeutung, da die Nachfrage nach Kryptowährungen primär von globalen Markttrends und der Bitcoin-Preisentwicklung getrieben wird. Die oben dargestellten makroökonomischen Risiken, insbesondere geopolitische Eskalation und eine mögliche globale Rezession — könnten jedoch über den Kanal der Risikoaversion der Anleger zu einem deutlichen Rückgang der Handelsvolumina führen.
7. Voraussichtliche Entwicklung und Ausblick des Unternehmens
Die Geschäftsentwicklung im laufenden Jahr 2026 verlief bislang solide, wenngleich sich das Marktumfeld gegenüber dem dynamischen Vorjahr eingetrübt hat. Die Umsatzerlöse überstiegen im ersten Halbjahr 2026 bereits die Marke von 100 Mio. EUR, liegen damit jedoch unter dem Vorjahr. Die Geschäftsführung blickt gleichwohl optimistisch auf das zweite Halbjahr: Mit einer möglichen Erholung der Marktdynamik und den laufenden strategischen Initiativen sieht die Gesellschaft weiteres Umsatzpotenzial bis Jahresende.
Die im Jänner 2026 übernommene Bitbuy GmbH betreibt einen Walk-In-Office in Wien, in dem Kunden persönliche Betreuung zu Bitcoin und den Dienstleistungen der Coinfinity GmbH erhalten sowie Hardware-Wallets und Literatur zum Thema Bitcoin beziehen können. Die Akquisition stärkt den direkten Kundenzugang in der österreichischen Hauptstadt und ergänzt das digitale Geschäftsmodell um eine physische Vertriebskomponente. Die Verschmelzung der Bitbuy GmbH auf die Coinfinity GmbH ist noch für 2026 geplant. Vertriebs- und Beratungsaktivitäten werden damit in die Coinfinity GmbH überführt, was die Verwaltungsstruktur vereinfacht und Synergien im Kundengeschäft hebt.
Die Coinfinity GmbH sieht in den Möglichkeiten künstlicher Intelligenz erhebliches Potenzial zur Weiterentwicklung interner Prozesse und arbeitet gezielt daran, in allen Bereichen Prozesse zu automatisieren und Supportsysteme weiterzuentwickeln. Dabei verfolgt die Gesellschaft den klaren Grundsatz, dass der Einsatz von KI den persönlichen Kundensupport ergänzt, nicht ersetzt. Die hohe Qualität der individuellen Beratung und Betreuung, ein wesentliches Differenzierungsmerkmal der Coinfinity GmbH im Marktumfeld, bleibt uneingeschränkt erhalten und wird durch KI-gestützte Werkzeuge im Hintergrund unterstützt.
Die Gesellschaft bereitet darüber hinaus die Expansion in weitere europäische Märkte vor. Auf Basis der im Dezember 2025 erteilten MiCAR-Lizenz evaluiert die Geschäftsführung derzeit konkrete Zielmärkte für das EU-Passporting und trifft die organisatorischen, technischen und regulatorischen Vorbereitungen für einen schrittweisen Markteintritt. Für die Länder Deutschland, Liechtenstein und Luxemburg wurde bereits direkt nach Lizenzerteilung gepassportet. Durch die Erschließung von neuen geografischen und thematischen Marktsegmenten verspricht sich die Coinfinity eine Verbesserung der Ergebnissituation sowie das nachhaltige Erreichen des Break-Even-Punktes im Jahr 2027, nachdem dieser in mehreren Monaten im Jahr 2025 bereits erreicht wurde. Zur Abdeckung der weiterhin vorhandenen operativen Verluste werden weitere vorhandene Kryptobestände verkauft werden, sofern keine alternative Finanzierung gefunden werden kann.
Sollten die notwendigen Umsatzsteigerungen nicht oder zu langsam erreicht werden und sollten auch keine anderen sichernden Maßnahmen (wie z.B. Kapitalerhöhungen) zur Anwendung kommen, ist über die vorhandenen Kryptobestände eine Abdeckung der operativen Verluste auf aktuellem Niveau bis Ende 2028 möglich. Dann müsste ggfs. auf ein Kosteneinsparungsprogramm zurückgegriffen werden.
8. Bericht über Forschung und Entwicklung
Im Bereich Forschung und Entwicklung war die Coinfinity GmbH 2025 wie bereits in vergangenen Jahren im Bereich des Lightning Network tätig. In dieser Second-Layer Technologie wird ein großes Potenzial für Bitcoin als Zahlungsnetzwerk gesehen und Coinfinity
konnte sich 2023 bereits als einer der First-Mover positionieren. Das Lightning Network besitzt weiterhin in vielen Bereichen keine Standard-Lösungen und technische Unsicherheiten stellen erhebliche Herausforderungen dar, wofür aktuell noch Lösungen erforscht werden.
Graz, am 30.06.2026
Unterzeichner Max Tertinegg Duumunduhrzeit 27.08.2026, 22:26 (GMT+02:00) *] ID Austria Dieses Dokumentist digita kigniert Diana nit e der quali der tenekkinorischen, Saration erintere than that gere al Art. 25. Ran 2 de for orthan (D unterschriebenes Dokum Informationen zur Prühung der elektr or Unterzeichner Stefan Grill Daumundutrzeit 27.08.2026, 22:21 (GMT+02:00) *] ID Austria Diese Dokumentistdigital signiert en Dokumenthat gemin Art. 25 Abs. 2 der Verordnung (0.1) Nr. 910/20 Dore 21 Jul 2014 THDAS-VO 17 de gleicheltecher wit in h ung de or. http
DI (FH) Max Tertinegg & Dr. Stefan Grill Coinfinity GmbH